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Sonntag, 8. Mai 2016

Das hier zum Beispiel

sieht gar sehr nach Aua aus. Und die vielen Liegestütze finde ich auch etwas übertrieben. Da ist man ja schon nach einem Song fix und fertig. Aber gut, falls ich irgendwann mal wieder viel zu viel Energie haben sollte, kann ich mich wahrscheinlich nicht bremsen, das zu tanzen. Heute jedoch nicht und sicher nicht so bald. Und da ist ja auch wieder der kleine Hund.

Liebesgesänge und -nester

Die erste richtige Sommernacht noch mit 20 Grad um Mitternacht und einem klaren Sternenhimmel, so klar, wie er in der Stadt zu sein vermag. Halb nackt auf dem Balkon sitzen und den Sommer auf der Haut willkommen heißen. Wenn ich so im Dunkeln bin und nur die laue Sommerluft auf der Haut spüre, dann fühle ich mich seltsamerweise, als wäre ich gerade erst Achtzehn. Das Gefühl auf der Haut ist dasselbe, auch wenn sie inzwischen anders aussieht, ebenso wie der Körper darunter.

Mein Türkentaubenpärchen ist wirklich hartnäckig. So wie in den letzten Jahren, haben sie sich auch in diesem Jahr wieder meinen Balkon als Liebesnest erkoren. Jedes Jahr zur Balzzeit kehren sie zurück, im Winter dagegen ist nichts von ihnen zu sehen. Und ich werde trotz halbtauber Ohren früh um 8 Uhr von furchtbaren Geräuschen vor meiner Balkontür geweckt. Inzwischen weiß ich aber, daß sich kein wildes Raubtier dorthin verirrt hat und es auch keine Liebesgesänge der Buckelwale sind. Wenn man die balzenden Tauben unter Wasser halten würde, würde es sich wohl sehr ähnlich wie die Liebesgesänge der Buckelwale anhören. Nein, es sind nur Türkentauben im Liebesrausch. Und in diesem Jahr dachten sie sich, warum soll man den Balkon nur als Liebesnest nutzen? Man könnte genauso gut auch ein richtiges Nest darauf bauen. Gesagt, gegurrt, getan, und schon saß Fräulein Täubchen in meinem Blumentopf, während Herr Täuberich rege mit Zweigchen im Schnabel hin und her flog. Leider wollte ich dann ebenfalls irgendwann den Balkon benutzen und das fanden sie nicht so gut. Heute waren sie jedenfalls nicht mehr gesehen, aber dafür habe ich jetzt einen Haufen Zweige in und um meinen Blumentopf herum. Wenn sie gar nicht einziehen, dann sollen sie doch die Zweige gefälligst selbst wieder wegbringen. Oder ich lasse das ganze als kunstvolle Dekoinstallation so stehen. Aber besser ist es, wenn sie das nicht als Nest benutzen. Denn wenn es nicht einmal die Amseln in diesem Blumentopf geschafft haben, das Nest vor den Krähen zu schützen, schaffen es die Tauben noch viel weniger, weil sie nicht so auf Zack sind wie die Amseln. Und auch ich möchte mir den Balkon nicht unbedingt mit so einer riesigen Brüterin teilen. Immerhin sind sie doppelt so groß wie eine normale Stadttaube. Sie wirken zwar nicht so, als könnten sie aggressiv werden, so wie zum Beispiel Meisen, wenn man sich dem Nest nähert, aber allein, wenn so eine Meise auf einen zugeschossen kommt, kriegt man schon einen Schreck. Bei so einem riesigen Apparat möchte ich das nicht gerne erleben.

Ich mache jetzt bereits Sommersiesta, dabei müßte ich ganz dringend putzen. Es ist alles ganz schrecklich, wenn die Sonne so plötzlich durch die Fensterscheiben scheint. Man fragt sich, wie man es den ganzen Winter zwischen diesem Dreck ausgehalten hat, doch im Winter sieht man den ja nicht. Aber mein Rücken weigert sich. Mein Rücken würde sich am liebsten gar nicht mehr bewegen. Wenn man mit diesen Schmerzen noch anfangen würde zu putzen, müßte man schon sehr masochistisch sein. Selbst zum Tanzen habe ich nicht mehr viel Lust, bzw. Lust habe ich schon, wenn ich mir Tanzvideos anschaue, aber dann denke ich an das Aua dabei und schon vergeht mir die Lust. Weil mich die plötzliche Stärke der Rückenschmerzen irritierte, wurde ich wegen der hochdosierten Vitamin-D-Einnahme argwöhnisch und recherchierte ein wenig in diversen Foren. Dabei stellte ich fest, daß Muskel- und Knochenschmerzen anscheinend eine recht bekannte und oft vorkommende Erstverschlimmerung darstellen, gegen die man mit Mineralien vorgehen kann, weil die Ursache Mineralienmangel ist. Also mischte ich Magnesiumcitrat in das Mineralwasser und es besserte sich zumindest so, daß ich wieder sitzen kann. Ich habe jetzt allerdings so viel Magnesium zu mir genommen, daß ich mir gar nicht vorstellen kann, noch mehr zu brauchen. Es heißt auch, daß man da einfach durch muß und es sich nach einigen Wochen von allein wieder bessert. Ich weiß aber gar nicht, ob ich da durch will, wenn ich mich so lange nicht bewegen kann.

Taube1

Taube2

Das Gefüge fügt sich

Eigentlich bin ich auf dem Weg zu einem Seminar meines Kunststudiums, doch vorher muß ich aus dringenden Gründen zu Hause vorbei. Es ist das alte Pfarrhaus und als erstes schaue ich in den Briefkasten. Es liegt ein Zettel drin für mich und ein Stein. Der Stein sieht aus wie grünlich glänzender Granit aber mit einer Art transparenter leuchtender Umhüllung. Inzwischen in der Wohnung beginne ich den Zettel zu lesen. Darauf ist eine Mischung aus Anweisungen und Fragen, zusammen mit einigen Zeichnungen. Alles mutet irgendwie wie ein Rätsel an, denn den Sinn dafür weiß ich nicht. Trotzdem folge ich dem, was auf dem Zettel steht. Zuerst heißt es, daß ich das Transparente des Steines in meine Ohren träufeln soll. Ich frage mich, wie das gehen soll, sich einen Stein ins Ohr zu träufeln, doch dann merke ich, daß man das Transparente tatsächlich anstechen kann und dann Flüssigkeit herausläuft. Ich finde es ein wenig schade, den Stein anzustechen, denn ohne das Transparente wird er nicht mehr so schön das Licht fangen, aber ich tue es und gebe die Flüssigkeit in meine Ohren. Dann heißt es auf dem Zettel, nun soll ich darüber nachdenken, was am 9. Dezember 1929 geschehen ist. An diesem Tag wurde mein Vater geboren, allerdings bleibt es mir absolut ein Rätsel, was das mit dem Stein und mit meinen Ohren zu tun hat. Trotzdem nehme ich das als Antwort, da mir nichts anderes dazu einfällt und lese weiter. Auf der nächsten Hälfte des Zettels steht als Überschrift: "Das Gefüge fügt sich zusammen" und darunter ist ein gezeichneter menschlicher Schädel in der Seitenansicht, an dem man genau sieht, wie die Knochenstückchen sich wie kleine Puzzleteile zu dem Schädel zusammenfügen. Während ich noch über die Bedeutung nachdenke, wache ich auf.