Zuckerwelt

Omen Potenta Rucola

~~~~~~~~~~~~~
Keiner kommt hier lebend raus ~~~~~~~~~~~~~

Wer glaubt, mich zu kennen, weiß mehr als ich.....

Meine Stimmung

Zuletzt gehörte Songs

Anwardya's Profile Page

Bibeljahresorakel 2008

Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen; wenn es ihnen übel ergeht, werden sie mich suchen.... (Hosea 4.5.6)

Lesezucker


Susan Vreeland
Die Malerin

Hörzucker


Rammstein
Engel

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 


Der kleine Herr Luchterhand und das große Vergessen - Teil 74

Endlich hatte sich Robert für einen Tag frei machen können, um mich zu meinem ehemaligen Wohnhaus zu begleiten. In den vergangenen Tagen hatte ich mir erneut meine Münzzeichnungen genauer angeschaut und mit Münzdatenbanken verglichen, außerdem ein paar weitere Mappen und Kisten mit Papieren durchgesehen. Mein Kopf war vollgestopft mit Informationen, die mich nicht weiterbrachten. Es war ein frühherbstlicher Tag mit einer altgoldenen Sonne am Himmel und ich fragte mich bei unserer Abfahrt mit dem Fährboot, wie diese Insel wohl völlig mit Schnee und Eis bedeckt aussehen würde. Sicherlich wunderschön und ich freute mich schon auf diese Erfahrung, die mir noch bevorstand. Beim Anlegen an der städtischen Seite der Spree kreisten zwei schneeweiße Schwäne im Wasser und folgten uns neugierig an das Ufer. Rudi, der Fährmann, verabschiedete sich und strebte Richtung Biergarten zum Mittagsimbiß.

Auf Robert und mich wartete bereits ein bestellter Wagen. Bei der Überfahrt fühlte ich mich relativ entspannt, doch als ich in das Auto stieg, bemerkte ich, wie eine leichte Aufregung mir den Magen zusammenschnürte. Schon allein der Blick auf die mit Touristen und Berlinern überfüllten Straßen war mir innerhalb von wenigen Wochen fremd geworden, dafür aber auch besonders spannend. Robert fuhr einige absichtliche Umwege durch die Stadt und hielt schließlich vor einem Restaurant, wo wir uns vor der Weiterfahrt mit Omeletts stärkten, auch wenn sich mein Appetit in Grenzen hielt.

Endlich bogen wir in die kleine Straße, die einmal meine Heimat gewesen war. Es schien mir doppelt verwunderlich, dass mir in wenigen Wochen ein Ort so fremd werden konnte und sich trotzdem so unendlich vertraut anfühlen konnte. Die Geschäfte in der Straße waren noch dieselben und die Bäume ebenfalls. Sie trugen wie eh und je schwer an ihren Früchten und die dünne, abgeschälte Rinde zerplatzte knackend unter unseren Schuhen. Es erschien mir eine Ewigkeit, die ich nicht mehr hier gewesen war, aber ich hatte nichts vermisst.
Robert parkte den Wagen ein Stückchen von meiner Haustür entfernt auf einer neu angelegten Verkehrsinsel, dann versprach er, dass er notfalls den ganzen Nachmittag auf mich warten und zwischendurch in der Kneipe um die Ecke ein Bier trinken würde. Er reichte mir ein Handy, mit dem ich ihn bei Bedarf schnell erreichen konnte und gab mir einen Kuß auf die Stirn.

Mit erwartungsvoller Spannung betrat ich den Hausflur. Der Geruch nach Bohnerwachs und Zeitungen hatte sich nicht verändert. Es war, als würde ich das Deja-Vu eines Traumes erleben. Auf meinem Treppenabsatz angekommen, konnte ich es doch nicht lassen, in meine alte Wohnung hineinzuschauen und schloß die Tür auf. Stickiger Mief kam mir entgegen, es war lange nicht mehr gelüftet worden. Obwohl taghelles Licht durch die Fenster fiel, lösten die verlassenen Zimmer in mir ein beklommenes Gefühl aus. Man merkte, dass die Räume einige Zeit nicht bewohnt gewesen waren, es fehlte das Leben, und ich hatte wenig Lust, es ihnen wiederzugeben. Ich betrachtete die Dinge, die sich noch von mir in der Wohnung befanden. Eingestaubt harrten sie eines neuen Glanzes. Viel hatte ich nie besessen, aber auch von dem wenigen vermisste ich nicht viel. Im großen Zimmer stellten sich mir unvermittelt alle Härchen an den Armen auf. Ich konnte nicht sagen weshalb, aber hier einmal gewohnt zu haben erschien mir unvorstellbar. Vielleicht waren es die unguten Erinnerungen, vielleicht aber auch etwas anderes. Sobald ich nicht mehr auf der Taubeninsel bleiben konnte, was in absehbarer Zeit wohl nicht der Fall sein würde, müsste ich mir eine neue Wohnung suchen.
Bäche von schwarzem Öl hatten sich von der ursprünglichen Wand über die Decke und zwei weitere Wände ausgebreitet. Sie wirkten wie breite Risse in der Mauer und mir wurde kalt, wenn ich sie ansah. Auch auf dem Teppich prangte ein großer schwarzer Fleck.
Das kleine Püppchen, welches einst in der Mauer versteckt gewesen war, saß noch immer neben den Blumentöpfen mit den vertrockneten Orchideen. Mit einem Mal kam mir ein Gedanke. Ich nahm das Püppchen und steckte es in meine Handtasche, dann trat ich wieder in den Hausflur.

Trackback URL:
http://weltentanz.twoday.net/stories/4984308/modTrackback

Aktuelle Beiträge

Macht ja nichts - dafür...
Macht ja nichts - dafür gibts ja die Programme...
Chutzpe - 2008/12/04 00:09
Ist ja nett,
daß du mir das zutraust, aber solche schwierigen...
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/04 00:04
Ich dachte mir, dass...
Ich dachte mir, dass du einen kleinen Helfer hast -...
Chutzpe - 2008/12/04 00:00
Natürlich
mit einem Anagramm-Generator. Ich habe ja schließlich...
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/03 23:54
Machst du das überhaupt...
Machst du das überhaupt selber oder mit einem...
Chutzpe - 2008/12/03 23:48
Hilferufe
aus dem Äther? Hab ich da gerade etwas gehört?
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/03 21:22

mayday.autorespzßwrzkx (anonym) - 2008/12/03 21:17
Also so ein Kügelchen...
Also so ein Kügelchen zu verschlucken, sehe ich...
Chutzpe - 2008/12/03 20:56
Das wird
ja immer unheimlicher heute. Soll ich diesem automatisch...
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/03 20:45
die verbindung zu diesem...
die verbindung zu diesem teilnehmer wurde aus unerklärlichen...
twoday.autoresponder (anonym) - 2008/12/03 20:41
Vertrauen
ist gut, Kontrolle besser, oder so. *gg*
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/03 20:25
Herr Books?
Sind Sie noch da? Oder hat Sie das mysteriöse...
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/03 20:24
*lach, diese gedanken...
und deshalb, habe ich schon beizeiten, ein persönliches...
fata morgana - 2008/12/03 14:43
Kann ich sicher sein,...
Kann ich sicher sein, dass es Kaffee ist, was ich da...
books and more - 2008/12/03 07:41
*freut mich* :-)
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/03 00:42
Das gefällt mir...
Das gefällt mir gut.
Chutzpe - 2008/12/03 00:28
Mail
ist unterwegs.
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/02 20:02
Promiträume
Hallo Zuckerwattewolkenmond, ic h heiße Thomas...
Thomas Schneider (anonym) - 2008/12/02 12:07
Ich weiß,
ich bin eine Schnecke. Doch gerade jetzt vorm Ende...
zuckerwattewolkenmond - 2008/12/02 00:25
Wann
kommt denn nun eigentlich das Ende, das so nahe sein...
A. (anonym) - 2008/12/02 00:15

Meine Kommentare

Ist ja nett,
daß du mir das zutraust, aber solche schwierigen...
weltentanz - 2008/12/04 00:04
Natürlich
mit einem Anagramm-Generator. Ich habe ja schließlich...
weltentanz - 2008/12/03 23:54
Hilferufe
aus dem Äther? Hab ich da gerade etwas gehört?
weltentanz - 2008/12/03 21:22
Das wird
ja immer unheimlicher heute. Soll ich diesem automatisch...
weltentanz - 2008/12/03 20:45
Vertrauen
ist gut, Kontrolle besser, oder so. *gg*
weltentanz - 2008/12/03 20:25
Herr Books?
Sind Sie noch da? Oder hat Sie das mysteriöse...
weltentanz - 2008/12/03 20:24
*freut mich* :-)
weltentanz - 2008/12/03 00:42
Der Spruch könnte...
Der Spruch könnte beinahe, aber nur beinahe, auch...
noemix - 2008/12/02 21:49

Suche

 

Status

Online seit 1086 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2008/12/04 20:54

Zucker-Feed


Creative Commons License
Bitte die Rechte beachten!

xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)
Quick RSS Subscription Links TopBlogs.de Literature Blogs - Blog Top Sites Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen blogoscoop bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis
twoday.net AGB

I am a Green Eyed Girl

Die Top 100 Literatur-Seiten im Netz Bloggeramt.de

RSS Feeds

Phoenix: NASA gibt Marslander auf
Nach einem Monat vergeblicher Kontaktversuche hat die...
Kaltblütig aus dem Ei
Schon im Ei lernen Frösche ihre künftigen...
Giftige Welle bei Pneumokokken
Mit erstaunlicher Kompromisslosigkeit gehen Pneumokokken...
Radarkontrolle im Kinderbett
Per Radar lassen sich nicht nur Flugzeuge und Temposünder...
Antarktische Inseln strotzen vor Leben
Im Vorhof der Antarktis herrscht eine größere...
Viren stärken Lungenkeim
Der Feind eines Feindes ist nicht unbedingt ein Freund....
Raue Mars-Winde
Auch in dünner Luft kann der Wind alles andere...
Delfine fressen getrennt
Wenn es ums Fressen geht, sitzen Delfine an getrennten...
Astronomen enträtseln leuchtendes Etwas
Erst kürzlich hatte eine niederländische...
Supernovae: Neues über Tychos Supernova
Astronomen haben jetzt die Natur einer berühmten...
Kometen: Ein Komet vom anderen Stern?
Der Komet 96P/Machholz 1 besitzt eine äußerst...
Asteroiden: Wenn Asteroiden die Erde treffen
Spätestens seit Hollywood-Streifen wie Armageddon...
Phoenix: NASA beendet Kontaktversuche
Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat die...
Hubble: Riesige Sterne im Visier
Das Weltraumteleskop Hubble hat jetzt ein eindrucksvolles...
Galaxyzoo: Neuer Galaxientyp entdeckt?
Seit einiger Zeit helfen Hobbyforscher Astronomen bei...
Mars Express: Die Kraft des Windes auf dem Mars
Neue Bilder der vom DLR betriebenen hochauflösenden...

Wetter

Aktuelles Wetter in Berlin:


Temperatur: 5 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 81 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 990.9 mb
Windstärke: 14 km/h

Weather data provided by weather.com
Neuigkeiten vom Support
Infoblog
Hilfeblog
Haftungsausschluß




Das vergessene Poesiealbum
Das verlorene Schriftwerk
Der versteckte Index
Die alten Tagebücher
Die inoffizielle X-Akte des FBI
Die lichtvolle Wiederkehr
Die namenlose Geschichte
Die Reisen des Herodot
Die verschollenen Briefe
Die verstummten Bilder
Die versunkenen Stunden
Die verwilderte Wortspielwiese
Die zerrissenen Seiten
Ewige Blumenkraft
Geheime Lehren
Geranderte Aphorismen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren