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Vorbereitung mit Hindernissen

Genau heute, an dem Tag mit den Arztgesprächen, besteht seit dem frühen Morgen eine S-Bahn-Umleitung. Die wiederum war so unverständlich ausgeschildert, daß ich erst eine Station in die falsche Richtung fuhr, dann drei Stationen zurück und dort auf dem Bahnhof eine ganze Weile am falschen Gleis wartete. Glücklicherweise fiel es mir genau zwei Minuten bevor mein Zug auf einem ganz anderen Gleis einfuhr auf, und ich schaffte es noch rechtzeitig die Aufgänge rauf und wieder herunter, die S-Bahn-Brücke hinüber. Insgesamt schaffte ich es so, nur fünf Minuten zu spät zu kommen. Ich bin aber auch sehr früh los, weil ich wohl sowas schon geahnt hatte. Erstmal war ich deshalb schlecht gelaunt, aber in der Klinik lief alles um so schneller ab. Anders als in der großen Klinik, wo man gerne den ganzen Tag an zig verschiedenen Stationen wartet. Zuerst das Gespräch mit einer Chirurgin, die mir nochmal alles sehr gut erklärte, dabei aber ein paar andere Sachen sagte, als ich damals erfuhr. Zum Beispiel sind es jetzt nicht mehr nur zwei Wochen Sportverbot, sondern tatsächlich drei oder besser noch vier Wochen. Wenn ich vorher kein Sport machen sollte und hinterher gar nicht darf, lasse ich es am besten ganz sein und konzentriere mich auf eine Sache. Es ist schon paradox - vor ein paar Jahren noch hätte ich bei einem Sportverbot nur mit den Schultern gezuckt, weil ich eh keinen gemacht habe, aber jetzt, wo ich etwas gefunden habe, das ich zwar mit Pausen, aber ansonsten gerne betreibe, dann darf ich nicht. Außerdem ärgere ich mich ein bißchen, daß ich mir damals so eifrig zehn Kilo abgetanzt habe. Wenn ich es langsamer angegangen wäre, hätte ich jetzt vielleicht noch fünf Kilo mehr. Denn Essen hilft ja kaum noch, wenn man mehr Muskeln hat, weil nix mehr hängen bleibt. Nach der Konfrontationstherapie vor dem Spiegel schaute die Ärztin dann auch meinen Körper nachdenklich suchend an und meinte: "Jetzt müssen wir nur noch etwas Fett finden." Leider hab ich nicht so viel, aber ich habe extra viel gefuttert und ein bißchen ist schon da, meinte ich entschuldigend. Aber sie erklärte, das werde schon, man finde manchmal auch Fett an den Flanken und am Rücken. Ich machte sie gleich nochmal darauf aufmerksam, daß sie mir aber nur so viel absaugen dürften, wie sie gerade brauchen, da ich ja evtl. noch die ganze Brust aufbauen lassen will. Und das geht nicht mehr, wenn sie mir großzügig alles absaugen. Außerdem berichtete sie, daß es inzwischen ein neues Verfahren gibt, das so schonend ist, daß man weder Narben sieht, noch in der Regel Dellen oder Löcher zurückbleiben, und falls doch, können die später wieder ausgeglichen werden. Das hat mich erstmal beruhigt. Den Kompressions-BH habe ich allerdings umsonst gesucht und mitgeschleppt, denn ich soll gar keinen tragen, im Grunde am besten überhaupt keinen BH und beim Schlafen auch nicht auf der Seite liegen, um keinen Druck auszuüben.So ganz ohne engen Push-up-BH kann ich jedoch gar nicht aus dem Haus gehen, also ab und zu zum Einkaufen muß ich dann doch mal einen anlegen. Dafür soll ich nun aber eine Kompressionshose tragen. Daß das Fett, wenn es erstmal angewachsen ist, wieder weggehen kann, verneinte sie.
Den nächsten Termin hatte ich bei der Anästhesistin. Da ich eine Sojaallergie habe, stellte sich heraus, daß entweder nur eine Vollnarkose oder aber örtliche Betäubung mit zusätzlichem leichtem Schlaf möglich ist. Ich hoffe ja, daß sie die örtliche Betäubung nehmen. Auf dem Aufklärungsbogen schreiben sie auch immer was von möglichen lebensbedrohlichen Komplikationen. Ich fragte die Ärztin, wie groß denn da die Wahrscheinlichkeit sei und sie meinte, Autofahren sei gefährlicher. Bluttransfusionen hatten sie noch nie, aber sie hat mal in der USA erlebt, wie während der OP ein Regal auf den Operierenden gestürzt sei. Das hat mich auch erstmal beruhigt, also nicht das mit dem Regal.
Danach wieder Fototermin. Eigentlich wurden bereits Fotos von jedem Winkel aus geschossen, aber da sich das Aussehen inzwischen etwas verändert hat, machten wir nochmal eine Session. Die Schwester hat anscheinend gar nicht mitbekommen, daß ich ein Implantat habe, deshalb schaute sie mich erst irritiert an, als ich sagte, daß ich noch überlege, ob ich die ganze Brust machen lasse und dann wollte sie wissen, worauf ich denn eigentlich warte. Man könne doch so schön die Brust mit Eigenfett füllen. Sie schien voll davon überzeugt. Wer weiß, vielleicht ist es ja wirklich blöd, daß ich da so zögerlich rangehe, aber jetzt ist es eben so.
Nach zwei Stunden war ich wieder draußen, ging noch etwas einholen und gönnte mir einen dicken Blumenstrauß.
g a g a - Di, 15:57

Muss gestehen, habe die Entwicklung eine Weile nicht verfolgt, aber wusste sofort, worauf du dich beziehst. Als wäre kaum Zeit vergangen...

Da gab es ja

eigentlich auch keine Entwicklung. Ich hab es nur die ganze Zeit aufgeschoben.

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