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Zuckerwelt

Omen Potenta Rucola

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Keiner kommt hier lebend raus...
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Bibeljahreslosung 2009

Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen, daß meine Schritte nicht gleiten. (Psalm 17.5)

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Die versunkenen Stunden

Donnerstag, 26. November 2009

Ausflug zum Jüdischen Friedhof

Nachdem ich heute endlich dem Kopfgefängnis entwichen bin und dieser wieder frei ist, nutzte ich das für einen kleinen Ausflug zum Jüdischen Friedhof. Vor dem Tor um 14 Uhr dachte ich bei mir, länger als zwei Stunden habe ich sowieso nicht vor, auf dem Friedhof zu bleiben, zumal er im Winter um 16 Uhr schließt. Ich schlenderte hierhin, schlenderte dorthin, anfangs schaute ich noch ständig auf die Uhr, aber jedesmal zeigte sie mehr als anderthalb Stunden an, so daß ich irgendwann aufhörte auf die Uhr zu schauen und immer tiefer in das Gelände vordrang - der Friedhof ist wirklich groß - , mit dem Gedanken, ich hätte ja sooo viel Zeit. Ich fotografierte und fotografierte und fotografierte. Dabei stellte ich fest, daß meine Kamera anscheinend einen kleinen Schaden genommen hat, als ich sie letztens fallen ließ. Sie stellt nur noch scharf, wenn sie gerade lustig ist. Irgendwie habe ich aber keine Lust, mir eine neue zu kaufen, selbst wenn sie, in Technologiezeitaltern gerechnet, mindestens der Bronzezeit zugehört, denn sie hat mir im Rahmen ihrer Möglichkeiten wirklich gute Dienste geleistet. Schließlich, ganz genau am anderen Ende des Friedhofs, dort wo schon der Mont Klamott zu sehen ist, hatte ich zwar immer noch das Gefühl, als sei es erst eine halbe Stunde später, blickte aber zufällig in einer spontanen Eingebung trotzdem auf die Uhr und erstarrte fast zu Stein, als sie 8 Minuten vor 16 Uhr anzeigte! Ach herrjeh! Die Zeit, um mich zu fragen, wo die anderthalb Stunden geblieben waren, hatte ich nicht mehr, obwohl ich gerade in diesem Moment gerne darüber räsoniert hätte. Stattdessen legte ich mein schnellstes Tempo vor, aus Pietätsgründen natürlich ohne zu rennen (seltsam, daß ich sogar lieber auf dem Friedhof übernachtet hätte als zu rennen), um wieder genau an die andere Seite des Geländes zum Ausgang zu gelangen. Das war nicht zu schaffen, klar, aber als ich einige Minuten nach 16 Uhr am Ausgangstor ankam, befand sich dort außer mir auch ein Mann, der sich gerade die Hände wusch und mich mit den Worten begrüßte: "Ah, ich bin also nicht der einzige Verspätete!" Ich klinkte am Tor - abgeschlossen. Na gut, dachte ich, ich bin zwar eingeschlossen, aber nicht allein. Doch im gleichen Moment eilte schon der Friedhofswärter mit seiner jüdischen Kippa auf dem Kopf von der Straße herbei, um uns aufzuschließen. Wahrscheinlich ist er bereits gewöhnt, daß fünf Minuten nach 16 oder 17 Uhr, je nachdem ob Sommer oder Winter, verspätete Touristen an den Gitterstäben rütteln. Ich war ziemlich froh, muß ich sagen, denn für das Abenteuer, eine Friedhofsmauer zu überwinden, fühle ich mich dann doch etwas zu alt. Von der Friedhofsseite wäre es wegen der Grabmäler vielleicht sogar relativ einfach, aber die andere Seite ist hoch und gelandet wäre ich wohl in irgendeinem Schrebergarten der Kleingartenkolonie.

Zucker und Sultan:

Jüdischer Friedhof | Zucker

Jüdischer Friedhof | Sultan

Dienstag, 24. November 2009

Eine väterliche Zitatesammlung

hat meine Mutter in einem kleinen, dünnen Notizbüchlein gefunden. Ich frage mich, was die roten Kringel zu bedeuten haben.

Zitate

Zitate 2

Samstag, 21. November 2009

Erfolgreiche Druckerreparatur

In Technologiezeitaltern bemessen stammt mein Drucker irgendwann aus der frühen Steinzeit. Deshalb dachte ich auch, er hätte jetzt seinen Geist aufgegeben, als er seit dem Sommer partout kein Papier mehr einziehen wollte. Bisher fehlte mir die Zeit, mich ausführlich darum zu kümmern und zum Glück brauche ich ihn nicht sehr oft. Ich stellte nur nach einigen halbherzigen Versuchen fest, daß sich die Papierwalze nicht mehr dreht, weshalb ich einen mechanischen Defekt befürchtete. Doch heute nahm ich mir vor, ihn noch einmal auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor ich ihn abschreibe. Zuerst guckte ich etwas planlos da und dort, dann reinigte ich wie im Userguide angegeben die Papierwalze mit Wattestäbchen und Spiritus in drei Durchgängen. Nach dem dritten Durchgang sollte dreimal ein Papier eingelegt und durchgezogen werden. Schon beim ersten Mal kam außer dem Papier eine plattgedrückte und getrocknete Blüte am anderen Ende heraus. Die muß im Sommer durch das Fenster vom Balkonkasten hereingeweht und im Drucker gelandet sein. Und siehe da - mein Steinzeitdrucker funktioniert wieder. Das freut mich, zumal ich ihm gerade erst einen neuen Druckkopf und neue Tintenpatronen spendiert hatte. Wäre ärgerlich gewesen, wenn er ausgerechnet jetzt nicht mehr gesundzupflegen ist.

Donnerstag, 19. November 2009

Noch mehr Weihnachtsgeschenke

Eigentlich hatte ich nie vor, mir ein Engelorakel zu kaufen. Die meisten gefallen mir außerdem gar nicht. Bei Netto gab es heute jedoch eines, welches mir sofort spontan zusagte. Zum einen, weil es die echten Engelnamen verwendet und zum anderen, weil es im Ikonenstil gestaltet ist und ich ein großer Ikonen-Fan bin. Und für 3,99 EUR inklusive Buch ist es dazu noch ein echtes Schnäppchen. Aus diesem Grund habe ich außer für mich auch einige zum Verschenken mitgenommen. Inzwischen habe ich zusätzlich zu den eigentlichen, bereits längst vorhandenen teuren Weihnachtsgeschenken, jede Menge kleinere Geschenke gekauft. Es macht einfach so viel Spaß. Oh je...

Engelorakel

Mittwoch, 18. November 2009

Zurück vom Konzert

Jazz war noch nie meine bevorzugte Musikrichtung und G.arb.arek kannte ich bisher gar nicht, aber es hat sich gelohnt. Unter Musikern gilt er als Geheimtip und dies war das einzige Konzert in Berlin. Ich gebe zu, Saxophon wird auch nach diesem Abend nicht mein Lieblingsinstrument werden, ganz besonders nicht Sopransaxophon, das mich immer wieder mal an schreiende Katzen erinnert, aber ich war überrascht, wie viele sanfte Töne G. ihm entlocken kann. Da klingt es mal nach Pan- und dann wieder nach tibetanischer Hirtenflöte, passend zu den jazzigen Ethnothemen. Besondere Einblicke hatte ich durch meinen Logenplatz auf das Schlagzeug. Schlagzeug konnte man es gar nicht nennen, es war mehr eine Geräuschfabrik. Der Schlagzeuger war ein Ehrengast und wohl sehr bekannt, den Reaktionen nach zu urteilen, als er angekündigt wurde. Er sah aus wie ein Sufi und bewegte sich auch so an seinen Arbeitsinstrumenten. Derwischartig fegte er in seinem dreiwandigen Kämmerlein voller Utensilien umher. Sogar einen Wassereimer mit Wasser gab es, nicht nur für echtes Wasserplätschern, sondern er schepperte mit einer Hand den Tragegriff hin und her, während er mit der anderen und einem Paukenschlegel gegen den Eimer schlug. Zwischendurch versenkte er dabei einen Gong im Wasser, der je nachdem, wie tief er im Wasser hing, völlig unterschiedliche Töne hervorbrachte. Würde ich so etwas tun, wäre es nur Lärm. Bei ihm war es echte Musik. Witzig war auch, daß unsere Loge sich so nah am Schlagzeug befand, daß ich bis zu mir hoch die Vibrationen spüren konnte. Und ich saß sehr weit oben. Den Abend war deshalb gleichzeitig eine Art Konfrontationstherapie gegen meine Höhenangst, denn die Logen sind nicht nur weit oben, sondern auch sehr steil. Beim Sitzen hat man quasi den Eindruck, mitten in der Luft zu hängen, was bei mir das eine oder andere Schwindelgefühl erzeugte. Zum Glück gab es an meinem Sitz vorne einen Haltegriff zum Festhalten.

Vor dem Konzert 2

Vor dem Konzert

Montag, 16. November 2009

"Zuckerrr!"

Endlich lief auch einmal "Inland Empire" im Fernsehen. Es wundert mich, wie selten der Film im Programm ist, eigentlich fast nie, während "Mulholland Drive" ständig wiederholt wird. Vielleicht deshalb, weil in letzterem eine lesbische Liebesszene vorkommt? Dabei ist "Inland Empire" auf eine andere Weise mindestens genauso gut. Hab ihn letzte Nacht bei Tele 5 aufgenommen und muß jetzt nur noch dieses nervtötende Gestöhne rausschneiden.

Samstag, 14. November 2009

Eine Begegnung der speziellen Art

Es hat was, nachts über S-Bahn-Brücken zu laufen, besonders, wenn die Luft so mild ist. Fast scheint der Frühling aus seiner Zwangshaft ausgebrochen. Nach der dieses Jahr etwas kleineren Geburtstagsfeier meines Bruders bin ich deshalb noch ein längeres Stück herumgebummelt. Als meine Mutter mich heute zum ersten Mal in meinem neuen Mantel sah, war das erste, was sie sagte: "Du siehst aus wie ein Hippie." Gut! Danach hat sie mir eine Vorratspackung Desinfektionstücher zur Bekämpfung der Schweinegrippe in die Hand gedrückt. Auf der Geburtstagsfeier habe ich nach über zwanzig Jahren, meinen "Neffen", den Sohn meines Bruders, wiedergesehen. Das letzte Mal sah ich ihn, da war er, glaube ich, vier Jahre alt. Er ist bisher nie auf den Geburtstagsparties gewesen, zumindest nicht, wenn ich dort war. Und ich habe nicht gesagt: "Man, bist du groß geworden!", denn er ist immer noch kleiner als ich, doch bereits 27! Da fühlt man sich gleich richtig alt. Aber etwas Merkwürdiges ist mir aufgefallen: Er hatte als Baby einen ganz bestimmten Geruch und genau diesen Geruch habe ich heute wieder wahrgenommen, sogar ziemlich stark. Ich dachte eigentlich, daß dies ein spezieller "Säuglingsduft" sei. Oder hat mir nur mein olfaktorisches Gedächtnis einen Streich gespielt? Jedenfalls hat mich das einigermaßen irritiert.

Freitag, 13. November 2009

Das Universum

scheint mich zu verspotten. Von allen Seiten dieselbe Nummer und anscheinend ohne jede Probleme. So langsam frage ich mich, warum ich mir eigentlich so viele Gedanken um etwas gemacht habe, das gar nicht so unüblich und scheiterungsschwanger ist.

Donnerstag, 12. November 2009

Meister des Zen

Bürounterhaltung zwischen Herrn N. und einer Kollegin. Sie bittet ihn, bei einer Prüfakte doch unbedingt noch ein bestimmtes Formular auszufüllen, auf welches viel Wert gelegt wird, das er jedoch gerne unter den Tisch fallen läßt.
Er, etwas unwillig: "Reicht doch, wenn ein Stempel drin ist."
Kollegin, beschwörend auf ihn einredend: "Herr N., Sie wissen doch, wie sich hier alle immer einkacken."
Er: "Na und, sollen sie doch. Deswegen muß ich hier ja nicht gleich wegen diesem Schwachsinn wirbeln, wenn es noch gar keinen interessiert. Gehandelt wird erst, wenn se gekackt haben und es anfängt zu stinken."

Edit: Es nervt, wenn beim Emailbloggen neuerdings nur die Überschrift ankommt.

Montag, 9. November 2009

Heute wieder festgestellt:

Wenn man beginnt, eine lange Geschichte zu schreiben, einen Roman oder eine Erzählung, und, obwohl Thema, Story, Gerüst bereits in Zügen im Kopf existieren, sich mühsam von Satz zu Satz hangelt, um die Sache mit Leben zu füllen, kommt doch irgendwann immer der Punkt, an dem sich ein Universum auftut. Mal früher, mal später, mal nach den ersten zehn Seiten, mal nach den ersten zwanzig, aber plötzlich ist es da und mit diesem Zeitpunkt die Gewissheit, dass die Geschichte, wenn auch vielleicht nicht zu einem guten, so aber doch zu einem Ende kommt. Dieses Universum kann überraschend unähnlich der vorher existenten Vorstellung sein, und nach der ersten Begeisterung türmt sich die Wucht der Einfälle gerne wie ein Berg auf, der bezwungen werden will, aber der Weg liegt ab jetzt klar vor einem. Ein wunderbares Gefühl, von der Wissenschaft schnöde „Flow“ genannt.

Aktuelle Beiträge

Ich denke, dass die bloße...
Ich denke, dass die bloße Notierung deines Sternzeichens...
maria müller (Gast) - 2009/11/25 15:01
Na das weiß ich
ja eben nicht.
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/24 20:28
Wofür?
Wofür?
Chutzpe - 2009/11/24 18:34
Wie ich meinen
Vater kenne, sind das wohl eher Kennzeichnungen: Kringel...
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/24 16:31
Vermeintliche Kreativität?
Vermeintliche Kreativität?
Chutzpe - 2009/11/24 12:56
Dann
kannst du das Gedicht sicher gut nachempfinden. :-)
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/23 22:17
Genauso,
so selten ruhig, erinnere ich den frühen Sonntagmorgen...
sufix (Gast) - 2009/11/23 21:41
Das
kenne ich. ;o)
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/23 15:48
wollte gerade auf den...
wollte gerade auf den "Gefällt mir!"-Button drücken,...
mehrLicht - 2009/11/23 15:35
Ja,
diesmal hat sich der Aufwand wegen einer platten Blüte...
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/23 00:30
Einfach
... Glück gehabt; ich glaube, dass ist eher selten...
Treibgut - 2009/11/23 00:25
Also ich denke,
daß die früher auch schon anstrengend waren....
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/20 17:52
Die Engel sind heutzutage...
Die Engel sind heutzutage auch viel anstrengender als...
Sammelmappe (Gast) - 2009/11/20 16:53
Leserpreis Dankeschön!
Vielen Dank, dass Du unseren Leserpreis so kräftig...
Moritz (Gast) - 2009/11/20 13:02
Für den Kaiser weiss...
Für den Kaiser weiss ich schon was, ich muss es...
Chutzpe - 2009/11/20 09:00
Bloß nicht! Großprojekt!
Bloß nicht! Großprojekt!
books and more - 2009/11/19 23:06
Sie meinen
damit aber hoffentlich nicht die Climbingwand auf dem...
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/19 23:04
Auch ich werde in dieser...
Auch ich werde in dieser Hinsicht besser! Geschenk...
books and more - 2009/11/19 23:01
Das mache ich nur,
damit ich mich ohne Hektik durch das Weihnachtsfest...
zuckerwattewolkenmond - 2009/11/19 22:56
Für eine notorische...
Für eine notorische Träumerin haben Sie die...
books and more - 2009/11/19 22:48

Meine Kommentare

Oh,
deine Überschrift rief in mir Assoziationen zu...
weltentanz - 2009/11/24 23:25
Meinst
du das Traumtagebuch? Wäre schade. Wenn ich es...
weltentanz - 2009/11/24 23:12
Na das weiß ich
ja eben nicht.
weltentanz - 2009/11/24 20:28
Wie ich meinen
Vater kenne, sind das wohl eher Kennzeichnungen: Kringel...
weltentanz - 2009/11/24 16:31
Dann
kannst du das Gedicht sicher gut nachempfinden. :-)
weltentanz - 2009/11/23 22:17
Das
kenne ich. ;o)
weltentanz - 2009/11/23 15:48
Ja,
diesmal hat sich der Aufwand wegen einer platten Blüte...
weltentanz - 2009/11/23 00:30
Also ich denke,
daß die früher auch schon anstrengend waren....
weltentanz - 2009/11/20 17:52

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