oder besser gesagt:
Ranseier, Sie sind raus!
Wieder findet Unterricht statt, diesmal im Rahmen der Arbeit. Eine Frau und ein Mann führen unsere Unterrichtsgruppe durch ein Gebäude, wo sie uns Erklärungen zu Ausstellungsstücken und Bildern geben, wobei das Gebäude aber mehr wie ein Kaufhaus wirkt, weniger wie ein Museum. Wir bleiben vor einer großen Wandtafel stehen, die beiden reden weiter und die Frau stellt mir plötzlich eine Frage, die sich auf das soeben Erläuterte bezieht. Ähmmmm.....öhmmmm, ich habe irgendwie keinen Schimmer, antworte trotzdem und liege, was ich den Reaktionen entnehme, voll daneben. Die Frau wiederholt spöttisch meine Antwort und dreht sich verächtlich weg, der Mann ist etwas freundlicher, grinst aber auch über meine anscheinend ziemlich debile Antwort. Peinlich. Dabei bin ich mir sicher, daß ich zugehört habe, ganz bestimmt. Oder habe ich schon wieder geträumt ohne es zu merken? Besonders das Verhalten der Frau versetzt mir einen schmerzhaften Stich. Sollte tatsächlich jede Mühe mit mir vergebens sein? Aber auch das eher mitleidig-beobachtende Verhalten des Mannes ist mir irgendwie unangenehm, obwohl er mir ansonsten sympathisch ist. Vielleicht gerade deshalb. Unmerklich gehen meine Gedanken zum letzten Freitag über. Am letzten Freitag fand bereits so eine Veranstaltung statt, aber ich habe den Unterricht geschwänzt. Nun überlege ich, ob das vielleicht jemandem aufgefallen ist, ich vermute und hoffe eher nicht. Aber falls doch, läßt sich das sicher mit einem Krankheitstag regeln. Im gleichen Moment mit meinen Überlegungen halte ich einen Brief der Büroleitung in den Händen. Ich öffne ihn und ziehe eine Blanko-AU-Bescheinigung heraus. Nanu, was soll das denn? Soll ich da jetzt irgendwas eintragen lassen, oder wie? Warum machen die nicht einfach einen normalen k.o.-Tag daraus?
Bemerkung: Im Traum war es zwar ohne jeden Zweifel eine AU-Bescheinigung, aber das Aussehen entspricht der eines Blanko-Rezeptes in der Realität.
entweder gucke ich nicht richtig oder der Mond hat eine Delle. Irgendwie sieht er heute, auch als Halbmond, unförmig aus. Das untere Viertel ist dünner als das obere. Vielleicht wird er unten gerade von einem schwarzen Loch angefressen.
Ich habe nur einen Bruder und die Anzahl seiner Freundinnen hielt sich bisher in Grenzen, allerdings mußte ich heute beim Putzen an die Verflossenen denken - überhaupt denkt man beim Putzen ja manchmal an die merkwürdigsten Sachen - und mir fiel wieder das seltsame Phänomen ein, wenn sich die Beziehung dem Ende zuneigt oder bereits beendet ist, daß man als Schwester dann plötzlich extrem interessant wird. Man bekommt überraschende Anrufe mit Vorschlägen zum Kaffeetrinken, zu Kinobesuchen oder sonstigen Aktivitäten. Bei der ersten bin ich noch völlig unbedarft reingefallen. Wir saßen bei Kaffee und Kuchen, da fiel ihr ein, wir könnten doch mal zu M. ins Büro. Ok, meinetwegen, ich hatte ja noch keine Ahnung vom Stand der Dinge. Als ich dann allerdings mit der Schon-Ex oder Noch-Freundin dort auftauchte, schien mein Bruder nicht gerade sehr erfreut. Es blieb dann auch bei diesem einmaligen gemütlichen Beisammensein. Mit den späteren Freundinnen wiederholten sich zumindest die Anrufe regelmäßig. Nun weiß ich nicht, ob das so eine spezielle Strategie von Frauen ist, sich an die Schwester ranzuwalzen. Vielleicht machen das Männer ja auch so, das kann ich mangels männlichem Anschauungsmaterial nicht beurteilen. Irgendwie ist es aber schon etwas entmutigend, wenn immer nur zu taktischen Zwecken die eigene Gesellschaft gesucht wird, vor allem auch deshalb, weil ich selbst so völlig unstrategisch und naiv bin. Ich käme nie auf die Idee, mich mit jemanden zu treffen, der mich langweilt oder anstrengt, nur um irgendetwas zu erreichen oder Fäden zu spinnen. Da scheint mir irgendein bei Frauen weit verbreitetes Gen zu fehlen. Und die Nachteile dieses sozialen Handikaps sind mir nur allzu oft bewußt.
Ich bin mit R. zusammen und besuche mit ihm gemeinsam den Unterricht. Wir sitzen nebeneinander, auch als eine Klassenarbeit geschrieben wird. Es geht um Blumen und Floristik und die zehn Fragen sind, bis auf eine, recht kurz und bündig zu beantworten, wenn einem nur die Antworten dazu einfallen würden. Sie liegen mir sozusagen auf der Zunge. R. scheint es genauso zu gehen, denn er schaut immer auf mein Heft herüber, ok, dann schaue ich jetzt auch in seins. Hoffentlich merkt die Lehrerin nichts.
Warum geizen hysterische Menschen so sehr mit Anerkennung für andere, während sie sich so sehr danach sehnen, selbst anerkannt zu werden? Es hängt mit der Angst des in seiner sexuellen Reife nicht gefestigten Menschen zusammen, sich etwas zu vergeben, wenn er sich seine kindliche Bedürftigkeit und Abhängigkeit eingesteht. Weil gerade der Hysteriker überoptimal erwachsen sein muß, kann er nicht realistisch sehen, wie sehr gerade das reife menschliche Verhalten darauf beruht, dem unbezwingbaren Kind in uns Existenzrechte zu geben. Was in irgendeiner Form an Abhängigkeit erinnert, muß bekämpft werden....
...In der Arbeitswelt werden solche Entwertungsmuster heute unter dem Begriff des "Mobbing" diskutiert. Besonders bedürftige Mitarbeiter geraten unter Druck und können Abhängigkeiten nicht mehr anders verarbeiten als durch Entwertung eines Feindes. Es gibt ganze Berufsgruppen, die in einer latenten Entwertungs-Beziehung zueinander stehen. ...Die Therapie hysterischer Männer wird dann möglich, wenn die Entwertungen weder ignoriert noch erwidert werden....(aus "Der hysterische Mann" von Wolfgang Schmidbauer)
da scheine ich letzte Nacht vorweggeträumt zu haben, was ich heute las. Gestern hatte ich noch nicht vor, Robert Louis Stevensons "Der Selbstmörderklub. Neue Geschichten aus Tausendundeiner Nacht" zu lesen, ich griff mehr oder weniger zufällig zu diesem Büchlein. Und es begegnet mir doch in der "Geschichte von dem Arzt und dem Saratogakoffer" eine Leiche in einem Koffer, die ebenfalls keinen Verwesungsgeruch von sich gibt ("Sobald der unglückliche Neu-Engländer allein war, roch er mit der geduldigsten Aufmerksamkeit an allen Rissen und Ritzen. Aber die Witterung war kühl, und so war der Koffer noch imstande, sein gräßliches Geheimnis zu hüten.")Na sowas.
Ich soll zur Weiterbildung an einem Geschichtsseminar in der Fachhochschule teilnehmen. Na gut, Geschichte mag ich ja ganz gerne, wenn ich auch nicht so genau ausmachen kann, was das mit meinem Job zu tun hat. An der Fachhochschule angekommen, fallen mir zuerst die dunklen Gänge auf. Das habe ich alles ganz anders in Erinnerung. Ich suche die Kantine auf, durch welche Massen von Menschen strömen. Völlig überlaufen. Ein Stück Kuchen wäre schön und ich erwische die letzte Streuselschnecke, beiße herzhaft hinein. Hmmm, herrlich frisch und lecker. Eigentlich könnte ich noch ein Stück vertragen, aber so viel ich mich auch umschaue, Kuchen scheint es nicht mehr zu geben. Schade. Nun mache ich mich auf den Weg zum Seminarraum, da fällt mir ein, daß ich noch gar nicht weiß, wo der Unterricht stattfindet und er dürfte in wenigen Minuten beginnen. Während ich einen Gang entlanglaufe, schauen dauernd Dozentinnen aus den Türen und grüßen mich, so als würden sie mich noch kennen. Ich dagegen kenne sie nicht oder kann mich nicht erinnern, deshalb grüße ich zwar zurück, wundere mich aber sehr. Jetzt komme ich auf den Einfall in meinen Einladungsunterlagen nachzuschauen, aber auch dort finde ich keinen Unterrichtsraum angegeben. Schließlich gehe ich einfach zurück zum Raum der ersten Dozentin, die mich gegrüßt hat, eine ältere grauharrige Dame, und setze mich zu ihr ins Seminar. Irgendwie verbinde ich ihr Alter mit Geschichte und denke, wird schon stimmen.
Später, in einer Gruppe (nicht mehr an der Fachhochschule?), wird ein Koffer geöffnet. Ich ahne schon, was darin ist und es bestätigt sich - eine verwesende Leiche. Ich kann den noch nicht ganz vom Fleisch befreiten Schädel erkennen. Ziemlich eklig. Deshalb bleibe ich nur beim Koffer sitzen, während andere sich an das Aufräumen und Säubern machen. Dabei fällt mir auf, daß man gar keinen Verwesungsgeruch riecht. Merkwürdig.
Wieder einige Zeit später in einer anderen Gruppe, erscheint eine ägyptische Göttin. Dunkel meine ich mich zu entsinnen, daß sie etwas mit Tod zu tun hat, jedenfalls ist die Atmosphäre ziemlich spannungsgeladen. Sie bewegt ihre weißen Arme schlängelnd wie bei einem ägyptischen Tanz und dabei fallen mir ihre Fingernägel und ihr Fingerschmuck auf. Es scheint auf den ersten Blick, als trage sie silberne Fingerkuppenringe, die mit ihrer spitz zulaufenden, rhombischen Fläche die Fingernägel wie Krallen überdecken. Sie sind mit feinen Verzierungen versehen, allerdings bin ich mir nicht wirklich sicher, ob das tatsächlich nur über die Fingerkuppe gestreifter Schmuck ist, oder ob sie nicht tatsächlich metallene und dekorative Krallen als Fingernägel hat.
Bemerkung: Eine der Dozentinnen, die aus den Türen schaut und grüßt, ist die Internistin, bei der ich letztens war.
Heute, um 23:15 h auf Phönix - "Big Alma", das Leben der Alma Mahler-Werfel.
Für die einen war sie Muse, für die anderen ein sexbesessenes Monstrum. Der Maler Gustav Klimt machte ihr den Hof, als sie erst 17 Jahre alt war. Mit dem Komponisten Alexander von Zemlinsky hatte sie eine Liebesaffäre, bis sie sich entschied, den wesentlich älteren Komponisten und Wiener Operndirektor Gustav Mahler zu heiraten. Noch zu Lebzeiten Mahlers hatte sie eine Affäre mit dem Bauhaus-Architekten Walter Gropius, den sie nach Mahlers Tod und einer heftigen Liaison mit dem Künstler Oskar Kokoschka heiratete. Nach der Scheidung von Gropius wurde sie die Ehefrau des Schriftstellers Franz Werfel, mit dem sie gemeinsam in die USA auswanderte.
Sämtliche Rezeptionen zur Jahrhundertfigur Alma Mahler-Werfel vermitteln Extreme. Entweder wird sie verherrlicht oder verachtet. Sie gilt als begnadete Muse oder als Männer mordender, hysterischer Vamp. Mystifizierungen klammern bekanntermaßen das profane 'Mensch sein' aus und halten sich gerade deshalb besonders hartnäckig.
Alma Mahler-Werfel auch
hier (ein Gartenfest)
hier (über Gustav Mahler)
hier (über Heinrich Mann)
und
hier (über Hans Pfitzner)
Eine ganze Seite über Hornissen mit allen Schikanen:
virtuelles Hornissenbrummen, Videos über jede Aktivität, betrunkene Hornissen, Unterscheidung der Wespen und Hornissen anhand der Gesichtszeichnung (wenn ich ihr denn mal ins Gesicht hätte schauen können - geht wahrscheinlich nur mit Betäubung) und vieles mehr -
http://www.hornissenschutz.de/inhalte.htm
habe ich nach nur fünf Sonnentagen auf dem Balkon. Das kann nur bedeuten, daß die hübsche Kreuzspinne vom letzten Jahr den milden Winter überlebt oder aber, viele kleine Babyspinnen bekommen hat. Immerhin war die Spinne diesmal so schlau, das Netz nicht quer durch den Balkon zu bauen, sondern es cool von der Regenrinne herabbaumeln zu lassen, unten nur mit zwei Fäden an der Balkonbrüstung befestigt. Meine westliche Ausicht wird also jetzt sozusagen durchs Spinnennetz versperrt, scheint aber nicht gegen nestbauwillige Hornissen zu helfen, denn so eine nervte mich heute den ganzen Nachmittag. Ständig brummte sie jede Lücke zwischen den Klinkersteinen ab, sobald ich mich ins Zimmer zurückzog, kam sie mir wie ein anhängliches Haustier hinterher und versuchte die Fensterscheibe zu durchfliegen, verschwand dann, aber wenn ich wieder rausging, war sie innerhalb von Minuten erneut da. Vielleicht ströme ich ja irgendeinen Duft aus,
der Männer einschlafen läßt und Hornissen wild macht. Irgendwann kroch sie in einen Spalt zwischen Dach und Klinker und ich hoffe, daß sie nicht einmal im Traum auf die Idee kommt, dort eine Familie zu gründen. Lieber eine Spinnenfamilie als ein Hornissenstaat. Ehrlich mal.
Wie der Abendwind durch geschulterte Sensen der Schnitter, geht der Engel lind durch die schuldlose Schneide der Leiden.
(Rainer Maria Rilke)
Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wer alles meint mir schreiben zu müssen. Heute erhielt ich zur Abwechslung mal Post von Henriette von Hamburg, einer medialen Chiromanteuse:
Sehr geehrte Frau XXX,
ich schreibe Sie heute an, denn Sie gehören nach meinen Erkenntnissen zu den Menschen, die am Samstag, dem 26. Juli diesen Jahres, im Lotto gewinnen werden. Und zwar geht es in Ihrem Fall um einen Gewinn in Höhe von 85.270, 25 Euro!
Schön. Hier könnte der Brief eigentlich enden. Aber nein, er geht weiter und der Haken folgt sogleich. Natürlich gewinne ich nur im Lotto, wenn ich mir von dieser medialen Chiromanteuse die Lottozahlen für 45 Euro aus der in medial behandeltem Papier gespeicherten Energie meiner Hand lesen lasse. Ich frage mich, was diese Dame wohl aus dem Papier liest, wenn ich meinen medialen A.... darauf abspeichere.
In der tieferen Nacht träumte ich vom kabbalistischen Lebensbaum und seinen Zentren in allen Variationen. Ein Stimme erklärte dazu unablässig, aber natürlich habe ich nur die allerletzten Worte in Erinnerung: "....die Verbindung mit der lebendigen Liebe."
Gegen Morgen zu wurden die Träume chaotischer und ich träumte vom Entrümpeln, oder besser gesagt Entmüllen, denn in Unmengen von Schubladen, Taschen und Schränken fand ich alte Lebensmittel, die ich dort vergessen hatte, Kopfsalate, Pfannkuchen, Quarkkeulchen und vieles mehr - unter anderem eine ziemliche Menge türkisfarbenes Zeug. Die meisten Lebensmittel waren noch relativ gut in Schuß, nicht verschimmelt, nur ein wenig trocken geworden, so legte jemand eines der Quarkkeulchen auf den Grill und aß es. Und es schien zu schmecken. Ich dagegen wollte an das alte Zeug nicht mehr ran.
und endlich wieder der abendliche Duft von blühenden Baumkronen. Selbst im Dunkeln spürt man den Sommer.
das - für mich etwas unverständlich - ziemlich kritisch aufgenommen wurde, habe ich im
Captains Log einen längeren Kommentar hinterlassen, der ausführlicher die Hintergründe und Zusammenhänge erläutert, aus denen ich das Zitat zugegebenermaßen herausgenommen habe, da es mir nur um die Begriffe ging.
dabei wird er doch im Horrorskop erst für morgen vorausgesagt:
Vormittag:
Das wird alles ein bisschen merkwürdig in Ihren Augen. Sie wissen auch nicht so genau, woran es liegt, aber es häufen sich momentan Wartezeiten, Pannen und lästige Fehler.
Sollten die sich etwa im Tag geirrt haben? Jedenfalls war ich mittags schon so weit, entweder eine Ladung Akten aus dem Fenster zu werfen oder, als Alternative, nach Hause zu gehen. Und ich weiß sehr genau, woran es liegt. Es liegt daran, daß so ein paar Theoretiker, die noch nie tatsächlich an der "Front" gearbeitet haben, sich irgendwelchen Sch... ausdenken, einschließlich der Softwareprogramme, und wir dann die nette Aufgabe haben, diesen Sch.... in die Praxis umzusetzen. Dabei ist das neue Softwareprogramm sogar noch das kleinere Übel, zumindest im Vergleich zu den drei Millionen Formularen, Ausdrucken, Statistiken und Listen, die angeblich für die Eingabe notwendig sind - ich hatte ja mal gedacht, Computer sollen das Papier ersetzen - , mal ganz abgesehen von einigen verbretterten Holzköpfen, bei denen jedes Komma an der gleichen Stelle sitzen muß.
Manchmal frage ich mich wirklich, was mich geritten hat, in die Verwaltung zu gehen. Andererseits denke ich mir, wenn es dort nicht solche Leute wie mich gäbe, wie sähe die Verwaltung dann erst aus? Kaum auszudenken, zumindest von meinem Blickpunkt aus. So eigenartige Marotten Herr N. auch hat, was das betrifft verstehen wir uns. Auch er ist ständig dabei, gegen Dummheit und Bürokratenwahn anzugehen, mit etwas mehr Erfolg als ich, da er weniger Skrupel hat und nicht meint, immer zu jedem nett sein zu müssen. Wenn ich etwas von seiner Skrupellosigkeit abbekäme und er etwas von meinem Einfühlungsvermögen, wir hätten beide einen riesen Fortschritt gemacht.
PS: Und mein Notebook spuckt jetzt gerade schwarzen, krümeligen Staub in die Runde. Ob das etwas zu bedeuten hat?