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Montag, 10. April 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 17 - Seite 78-122, Bd.II

Immer mal was neues. So auch diesmal in Form eines surrealen Theaterstücks. Unwillkürlich fragt man sich, ob das vielleicht alles nur ein Traum ist. Vielleicht der Traum, an den sich Bloom schon den ganzen Tag versucht zu erinnern? Aber vielleicht ist Bloom auch einfach nur stockbesoffen und nicht mehr ganz zurechnungsfähig?

Anschließend sandte er mir ein Edelweiß, auf den Höhen gepflückt, wie er sagte, mir zu Ehren. Ich ließ es von einem botanischen Experten untersuchen und wurde dahingehend aufgeklärt, daß es sich um eine auf heimatlichem Bodem gewachsene Kartoffelblüte handele, welche von einem Mistbeet der Musterfarm entwendet worden sei.
Tagesfazit: Vollkommen crazy.

Donnerstag, 6. April 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 16 - Seite 30-77, Bd.II

Gott sei dank! Es ist vollbracht. Ich habe das Kapitel hinter mich gebracht und muss jetzt erstmal meine postnatalen Schwächezustände kurieren.

Aus dem Begleitheft von Ulysses: "Allein für die Episode in der Geburtsklinik brauchte er nach eigenen Angaben etwa tausend Stunden."
Das glaub' ich gerne. Annähernd so lange habe ich wohl auch für das Lesen gebraucht. Ich empfehle ein vorheriges Studium alter Sprachen.

Meine teure Kitty sagte mir erst heute noch, sie würde eher in einer Sündfluth tanzen, als in solch einer Heilsarche zu verhungern, denn, so rief sie mir vor das Gedächtniß (mit piquantem Erröthen und im Flüstertone dicht an meinem Ohr, obschon niemand zugegen war, der ihre Worte hätte aufschnappen können, als nur taumelnde Schmetterlinge), Mutter Natur habe es uns doch, dank göttlicher Gnade, ins Herze gepflanzet und sey es auch ein alltäglich Wort geworden, daß il y a deux choses, für welche die Unschuld unseres Ursprungskleides, unter anderen Umständen ein Verstoß gegen die Schicklichkeit, die passendste, ja die einzig mögliche Bekleidung darstelle.
Tagesfazit: Eine schwere Geburt. Deshalb: Jeder 'ne Molle auf seine Olle!

Freitag, 10. Februar 2006

Ok, da meine Blogfreunde ja Bescheid wissen....

...können sie diese Mail auch ruhig lesen:

Liebe Zucker,

neon muß und möchte seinem lieben onlineschätzchen doch mal wieder etwas mailen; vielleicht versucht er es heute auf die ulyssesmäßige art und sie antwortet sogar; wenn nicht ist das aber auch nicht so schlimm, sie soll ruhig ihre stille freude haben, wenn es denn geht, und irgendwann wird man weitersehen;
neon ist in den letzten tagen mit google earth schon ein paar mal über pankow geflogen, hat zucker aber nirgends entdeckt, auch nicht beim warten
an irgendeiner bushaltestelle; krank scheint sie nicht zu sein, sonst würde sie nicht so viel bloggen; sie ist wohl nur ganz gern auf tauchstation und
wartet auf wunder die hoffentlich kommen, hat damit auch wohl nicht ganz unrecht, denn wunder wird es tatsächlich brauchen, um hier zu einem glücklichen ende zu kommen;
na ja jedenfalls hat neon die frage „mag zucker neon oder mag sie ihn nicht“ noch einmal mit akribischer durchsicht der letztwöchigen beiträge und kommentare gecheckt, ergebnis: das liebe große mädchen hat den herrn neon
doch auch wohl ganz gern, und ihre blogfreunde sehen das auch so, jedenfalls für diese affenscharfe xchen ist der fall sicher klar; na ja ich bin auf diesem sektor schon immer etwas dämlich gewesen; wenn ich mich irre müsste zucker das spätestens jetzt aber klarstellen;
nun erst mal was für die seele:
"Sehnsucht versteckt
sich wie ein Insekt,
im Schlaf merkst du nicht,
dass es dich sticht."
- ich denke sie kennt die lieder alle -
und dann geht es weiter mit dem was mir so einfällt:
dass sie die kommentare abgestellt hat, ist schon ein echt großes opfer, ich weiss wie sehr sie daran hängt, ob sie das wohl lange durchhält?
Austestenwill ich das aber nicht, dafür mag ich sie zu sehr und werde auch noch etwas weiter mailen, vielleicht nicht jeden tag, war ja zB gestern erst ganz spät
zu hause vom verein, aber sie soll ruhig regelmäßig post kriegen, ausser sie will nicht mehr;
dass sie mit ihrer wohnung so weitermacht und diese renoviert finde ich toll und hätte das auch extra im blog kommentiert; ich weiss ja selbst wie das
ist, wenn man viel zu lange in einer „eigentlich“ viel zu kleinen wohnung sitzt und dies noch dazu in einem „eigentlich“ nicht mehr ganz passenden
wohnumfeld; es geht hier rein um die psychische leistung, nicht um das renovieren, es geht um das kluge sichabfinden mit einer nicht ganz glücklichen situation, die auch ihre vorteile hat (ich vermute problemlose nachbarn, putzdienst, sichere energie und heizung, leidlich funktionierender
hausmeister- und reparaturdienst), neon hat das auch mal an einer 40qm wohnung fast 20 jahre festhalten lassen, als neon schon längst eine neue wohnung hatte;
für neon stand nach dem bloglesen immer felsenmäßig fest‚ dass zucker von berlin nie weggehen wird; neon kann sich aber vorstellen, nach seiner pensionierung mal für ein paar jahre nach berlin zu gehen und danach open
end;
neon hat heute nach einigem hin und her eine neue brille bekommen und sieht jetzt etwas besser, ist jedenfalls der erste eindruck;
war heute übrigens ein ganz ruhiger tag und neon konnte mittags lange in seinem kleinen lieblingsrestaurant sitzen und mit der exotischen bedienung quatschen, die fast die ganze zeit kaum was zu tun hatte; irgendwie hatte
heute keiner zu was lust,
außer natürlich zucker zum bloggen; zu welchen zeiten die bloggen kann wird mir immer ein rätsel bleiben, heute zB um 13 uhr, ich glaube fast die macht
das sogar per handy vom klo, denn von der firma soll es doch angeblich nicht gehen, oder sie hatte eben einen freien tag, was ihr auch gegönnt sei;
habe heute mehrmals hintereinander im auto das rammsteinlied „ohne dich“ gespielt, was irgendwie geheimnisvoll und anrührend ist, sie mag rammstein
wohl ganz gern wie ich auch;
irgendwann wird zucker sich schon noch melden und klar machen ob sie hier einen schnellen showdown haben will mit fotos und dem ganzen kram oder diese onlinesache noch lieber länger pflegen will, um auch wenn es nicht gut
ausgeht eine schöne erinnerung zu behalten; wir werden sehen, ich kann diese onlinesache lange aushalten, bin ja sowas wie ein einsamkeitsfanatiker, der kaum eine an sich ran lässt, habe auch keine lust eine neben mir zu
haben die mir abends was von kontoauszügen und vom garten erzählt;
zucker kann man, glaub ich fest, gut neben sich liegen haben, schön im arm halten, ohne dass sie einem blödsinn vorquatscht, denkt in solchen momenten
sicher viel lieber an ihre gedichte und anderen eigenen kram wie ich auch;
wenn sie vor mir stünde, müßte ihr haaransatz mir etwa bis an die nasenspitze reichen, was ich ideal finde;
und feuer hat sie wenns drauf ankommt auch wie damals als ich das von dem zwerg gepostet hatte; na ja wenn sie mir gemailt hätte sie habe wegen des vielen stresses und ihrer unglücklichen lage leider im letzten jahr zehn
kilo zugenommen hätte ich ihr auch gemailt „ich dichte nicht für dampfwalzen“. So hat sie glaub ich nur 2 kilo zugenommen, na wollen wir hoffen nicht jedes jahr.

Liebe gruesse an das liebe grosse mädchen
Dein Uli


Da bildet sich der liebe Herr Neon doch ein, nur weil er kein eigenes Leben hat, den ganzen Tag in meinem Blog herumstöbert, die Fotos von mir archiviert und ein paar Kommentare hinterläßt, auf welche ich höflicherweise antworte, er hätte mit mir eine "Onlinesache", was immer er darunter versteht. Nun hör mal gut zu, ich sage es nur dieses eine Mal: ich bin nicht dein Online-Schätzchen und auch nicht dein kleines oder großes Mädchen. Ich habe kein Interesse daran, dass du mich ständig mit Mails zuspammst und auch in anderer Hinsicht interessierst du mich einen feuchten Dreck. Ich habe was dagegen, dass du meine Quelltexte ausliest und mir per Google hinterherspionierst. Du bist krank! Du nervst! Und deine Mails landen bei mir zukünftig im Spam-Filter.

Diebische Elster

Vor meinem Bürofenster habe ich so ein Meisenfutterteil zu hängen, ein Stück Holz mit Löchern, in welche die Körnermasse gefüllt ist. Es waren auch schon Meisen in diesem Winter da, allerdings ziemlich wenige und selten. Ich vermute, dass sie von den in Massen um das Haus herumscharwenzelnden Elstern vertrieben werden. Heute nun konnte ich beobachten, wie eine Elster auf dem Fensterbrett landete, das Meisenfutterteil entdeckte und versuchte, etwas daraus zu erwischen. Da Elstern sich nicht wie Meisen daran festkrallen können, gestaltete sich das allerdings etwas schwierig. Sie nahm also Anlauf, flatterte hoch und pickte wohl relativ erfolglos mit dem Schnabel darin rum, denn nach zwei bis drei Malen gab sie es wieder auf und flog davon.

Donnerstag, 9. Februar 2006

White Noise

Zuerst mal - der Film ist spannend, ohne Frage. Nur leider zerreibt er sich etwas zwischen zwei, für sich genommen sehr interessanten Themen, die hier aber zu einem nicht wirklich sehr tief gehenden typischen Thriller verarbeitet werden. Da ist zum einen die Geschichte eines Mannes, der sich in völliger Bessenheit zu einer Sache verfängt, welche ihm letztendlich zum Verhängnis wird. Spätestens als sein Sohn das häusliche Treiben ungläubig kommentiert mit in etwa den Worten: Wozu brauchen wir denn so viele Fernseher?, ahnt man das Unheil nahen. Das andere ist das Thema des Hörens, bzw. Sehens von Verstorbenen über Rundfunk-, Fernseh- oder Telefonwellen, etwas was hier ziemlich in Fantasy-Manier abgehandelt wird und dadurch immer auch ein ganz klein wenig unfreiwillig komisch wirkt.

Ich verspürte zwar nicht, so wie bei "Ring", den Drang, den Fernseher nach dem Film auszuschalten, aber trotzdem bin ich ganz froh, dass Verstorbene mit mir nur über Träume kommunizieren, nicht aber mein Handy oder Radio in Beschlag nehmen. Und sollten sie das doch mal versuchen wollen, so würde ich es wohl genauso halten wie die Ex-Frau des Protagonisten, nämlich abschalten.

...

Der Wissende weiß, dass er glauben muß.
(Friedrich Dürrematt)

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 15 - Seite 1-29, Bd.II

Was ist das denn? Altägyptisch gepaart mit Mittelhochdeutsch? In der englischen Ausgabe die altenglische Version zu lesen, wäre wahrscheinlich einfacher. Aber ok, mit viel Phantasie lässt sich gerade noch so entziffern, was der Dichter uns hier sagen will. Vielleicht sollte ich eine direkte schriftliche Übersetzung anstreben, vielleicht aber auch nicht, und die Seiten nach flüchtigem Erfassen des Inhalts einfach überblättern. Aber das, was sich erahnen lässt, scheint doch überaus amüsant, allerdings nur in Kombination mit dieser Sprache. Niederkunft in Form eines Heldenepos.

Und es lagen uf diser tavel gar furhtbaere swerter und messer die da gemacht werden in ein groz hoel von boezer geister hant und werden gemacht us wize flamen und bevestiget in dem gehürne von bueffelen unde hirschen so aldort leben in wunderbaer vuelle. Und waren schuezzelen da und geschirre und waren gemacht durch den zawber Mahounds us mers sant und us luft von eim hecsemeister mit sin odem welchen er in sie eineschnobt daz sie werden als wie groze blazen.
Tagesfazit: der Walhalla nahe

Dienstag, 7. Februar 2006

...

Heute rief mein Kumpel an. Erst hielt er mir 15 Minuten lang einen wissenswerten Vortrag über Glasfaserkabel, weil ich unvorsichtigerweise in Zusammenhang mit seiner Arbeit die Bemerkung machte, dass ich den Begriff zwar kenne, aber nicht wirklich weiß, was das ist. Leider hatte ich dabei vergessen, dass er Fachmann ist. Ich gebe zu, dass ich nur die ersten 5 Minuten zugehört habe. Danach erzählte er mir, dass es "unsere" Diskothek, welche wir vielleicht einmal im Jahr besucht haben, nicht mehr gibt. Das ist etwas, dass mich ziemlich ankotzt, denn auch, wenn wir inzwischen stark gealtert und wohl deshalb nur noch selten auf der Piste zu finden sind, hatte man doch für etwaige Übermutsanfälle einen Zufluchtsort. Aber kaum hat man mal ein Lokal gefunden, in dem man sich nicht wie beim Kinderschubsen fühlt und die Musik stimmt, ist es auch schon wieder weg. Außerdem erzählte er mir, dass man Fliesen nicht nur an die Wand kleben kann, sondern auch auf eine, an einen Lattenrost befestigte leichte Wand, wo man dann nur den Lattenrost an der Wand befestigt, falls der Vermieter nicht fliesen möchte. Sowas habe ich bisher noch nie gehört. Er hat mir auch angeboten, mir das für die Küche zu machen, mal schauen, vielleicht wäre das ja wirklich eine gute Idee. Aber die Küche kommt ganz zum Schluss dran und bis dahin vergeht noch viel Zeit. Morgen kommt erstmal mein neuer Kleiderschrank, weshalb ich heute in mich gehen und ein paar Stoßgebete zum Himmel schicken werde, dass diesmal alles unversehrt ist und nicht wieder so ein Reklamationsmarathon beginnt.

Außerdem erhielt ich mal wieder einen Brief von einer gewissen Gedichte-Bibliothek. Ich habe ja so langsam schon ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich deren dickbäuchige Gedichtsammlungen nicht kaufe und kein Lyrik-Fernstudium belege. Auch diesmal wollen sie mich locken, mit einem vierwöchigem kostenlosen Schnupperkurs, einem 100 Euro-Scheck und der Aussage: "Beginnen Sie das vielleicht größte Abenteuer Ihres Lebens: Werden Sie Dichter!"
Also ich weiß ja nicht. Wenn ich wirklich große Abenteuer erleben will, fallen mir ganz andere Dinge ein. Selbst Fotografieren erscheint mir da noch abenteuerlicher, bzw. zumindest das, was man dabei erlebt. Gegen 100 Euro hätte ich dagegen nichts einzuwenden, doch wenn ich danach für jeden Monat Fernstudium 110 Euro berappen muss, habe ich nicht wirklich ein gutes Geschäft gemacht. Und überhaupt, wenn ich unbedingt Kritik für meine lyrischen Ergüsse will, kann ich sie mir genauso gut in der Leselupe oder ähnlichen Foren holen. Dort krieg ich sie umsonst. Doch letztendlich hat mir das so und so noch nicht viel gebracht, weil nämlich eigene Gedichte, in welchen andere "herumgepfuscht" haben, und seien sie noch so verbesserungsbedürftig gewesen, immer ein ungutes Gefühl bei mir hinterlassen. Es ist ungefähr das gleiche Gefühl, als müsste ich meine allerliebsten Lieblingspralinen mit jemandem teilen und sehe sie eine nach der anderen in dessen Schlund verschwinden. Da verstecke ich meine Lieblingspralinen doch lieber dort, wo sie niemand findet.

Montag, 6. Februar 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 14 - Seite 522-554

Pilchern mit saftigem Abgang. Was ich schon immer über Männer/Frauen wissen wollte.
Unter anderem weiß ich jetzt auch, wodurch die Missverständnisse zwischen Männern und Frauen entstehen - Frauen denken in vollständigen Sätzen, während echte (?) Männer ihrer Meinung nach überflüssige Satzteile gerne weglassen. Wohl ein Überbleibsel der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Denn wenn ein urzeitlicher Jäger einem angriffslustigen Säbelzahntiger begegnete und seinen inneren Monolog etwa in dieser Art abhielt: "Oh, da ist ein Säbelzahntiger! Es sieht ganz so aus, als wolle er mich angreifen. Da muss ich auf der Hut sein. Dieser Säbelzahntiger würde aber durchaus einen schönen Bettvorleger abgeben. Dieses aparte Muster und diese leuchtenden Farben. So einen Bettvorleger hat nicht einmal der Heini von der Erna. Dabei gibt der immer so an mit seiner exklusiven Luxushöhle. Vielleicht könnte man sich daraus ja auch eine neue Pelzjacke machen. Sowas hat nicht jeder. Und die ist bestimmt kuschelig warm. Wo habe ich denn meinen Speer gelassen? Und was macht eigentlich der ganze Kram hier in meiner Felltasche?", so konnte er sich sicher sein, dass ihm spätestens beim dritten Satz der Säbelzahntiger im Nacken sitzt. Ein richtiger Jäger, der in der Lage sein wird, seine Gene weiterzuvererben, denkt beim Anblick eines angriffslustigen Tigers nur:"Tiger! Er oder ich! Töten!"

Aber es lag eine unendliche Fülle von Erbarmen in jenen Augen, und so winkte auch ihm wohl ein Wort der Verzeihung, selbst wenn er ein Sünder war und in die Irre gegangen und ruhelos gewandert.

Tagesfazit: *die Häkeldeckchen bügeln geht*

"Land gewinnen"

Umgangssprachlich oft in Form einer Aufforderung gebraucht: "Sieh zu, dass du Land gewinnst!"
Diese Aufforderung soll in einer halbwegs höflichen Umschreibung andeuten, man möchte sich doch bitte und unverzüglich ein anderes Stückchen Erde suchen, auf das man seine Füße setzt, je eher und je weiter weg, desto besser. Auch wenn diese Aufforderung für sich alleine harmlos klingt, so schwingt in ihr doch meist eine versteckte Drohung mit, deren Umfang und Gefährlichkeit der Aufgeforderte nur der Körpersprache und der Tonlage des Auffordernden entnehmen kann. Hier gilt es klug zu entscheiden, wo einem das schrecklichere Schicksal droht, denn da Landbesetzungen in der Geschichte stets oder fast immer mit kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden waren, reichte es also nicht aus, sich irgendwo anders niederzulassen, sondern man musste das fremde Land erst siegreich erobern, indem man blutige Schlachten gewann.

Auch in einer zweiten Bedeutung werden diese Worte gerne verwendet, wie zum Beispiel: "Erst nach der dritten Aufgabe der Klausur dämmerte mir langsam, was von mir verlangt wird, und ich gewann wieder Land unter den Füßen."
Hier soll die Phrase andeuten, dass man des Bodens unter den Füßen verlustig gegangen war und in einem abgründigen, stürmischen Meer ziel- und orientierungslos herumtrieb, bis man sich mit allerletzter Kraft wieder an das sichere Ufer retten konnte.

Zu guter Letzt soll es aber tatsächlich Leute geben, die ihren Landbesitz einer Tombola zu verdanken haben.

Sonntag, 5. Februar 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 13 - Seite 464-521

Sehr amüsante Art, Geschichte satirisch zu erleben. Eine Baumhochzeit, das Kriegsmarine-Glaubensbekenntnis, Queen Victoria und ihr größtes Laster, der indianische Staatsbesuch, wie man zum Apostel wird und von den Gefahren, denen man als Apostel der Liebe ausgesetzt ist, eine Keksdose, die ein Erdbeben auslöst und die anschließende Himmelfahrt des geheiligten Bloom.

Sie glauben an Stock den Marterer, den allmächtigen, Schöpfer der Höllen auf Erden, und an Jan Maat, seinen angebundenen Sohn, unsern Hörigen, der empfangen ist von geilem Gespreiz, geboren von der Hundsau Marine, gelitten unter Peng uff die Latte, das Kreuz ihm zerdroschen und voll Narben, niedergefallen mit Brüllen, am dritten Tage wieder auferstanden von der Koje, auf in die Wanten zu klimmen, schwitzend als Knecht des Stockes, der allrächenden Marter, von wannen ihm frommen wird nichts mehr, lebendig wie im Tode.

Tagesfazit: Köstlich. Möge dein Schatten niemals kürzer werden.

Hirnhälftendominanz-Test mit Link zu kostenlosen Ebooks

Der Ganzhirn-Typ (der Ausgeglichene)
Der Ganzhirn-Typ ist zumeist unauffällig bescheiden. Ihm gehen die extremeren Ausprägungen, die hervortretenden charakteristischen Eigenschaften der starken Hirnhälften-Betonung ab. Er ist kreativ, denn Kreativität entsteht immer beim Einsatz aller geistigen Möglichkeiten, logisches Denken also Linkshirnaktivität, aber auch Visionen und räumliches Denken also rechtshirnaktiviert sind nötig. Weil diese Fähigkeiten in einem untrainierten Menschen harmonisch ausgeprägt sind, ist es unumgänglich verschiedene Hirntypen für Projektgruppen auszuwählen. Immer mehr Firmen machen sich diese Erkenntnis zu Nutzen. Durch das Lesen dieses Buches wird den meisten schon klar, welche der beiden Hirnhälften er dominant verwendet.

Die Inhalte sind entnommen aus dem Kurzbuch: PcE-MindMorphing System™, die Wurzeln unseres Verhaltens, IPN-Eigenverlag. Das Kurzbuch ist gratis, Sie können es von www.ipn.at downloaden.

Hier geht's zum Test

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 12 - Seite 419-463

Ab der Geisterbeschwörung und dem Hinrichtungsbericht wird es wieder interessanter und vor allem auch ulkig. Habe mich diesmal erneut köstlich amüsiert.

Sämtliche Damen im Publikum wurden mit einem geschmackvollen Andenken an das Ereignis in Gestalt einer Brosche beschenkt, welche einen Totenkopf mit gekreuzten Knochen zeigte, ein passender und großzügiger Akt, der einen frischen Gefühlsausbruch hervorrief.....
Tagesfazit: Abgefahren

Samstag, 4. Februar 2006

Testmarathon

Denksporttest
Sie haben 23 von 30 Fragen richtig beantwortet!

Herzlichen Glückwunsch! Ihr Ergebnis liegt im 91. Perzentil. Das bedeutet, dass von 100 Tickle Mitgliedern, die diesen Test mit Ihnen gemacht haben, 90 Prozent schlechter abgeschnitten haben als Sie (im Durchschnitt).

Bei der weiteren Analyse Ihrer Testergebnisse haben wir zudem herausgefunden, dass Ihr sprachlich-mathematisches Verständnis besser ausgeprägt ist als das der meisten anderen Kandidaten. Dieses Resultat weist auf außergewöhnlich hohe Fähigkeiten in der Erkennung numerischer Zusammenhänge in Wort und Schrift sowie damit verbundener Problemstellungen hin. Ihre Kompetenz ist besonders überragend in der Umsetzung von Worten in Zahlen. Dies ist äußerst hilfreich bei der Bewältigung ganz alltäglicher Probleme. Wenn eine Lösung zu einer eher vagen Angelegenheit ausdiskutiert wird, so gelangen Sie eher als andere zu einer eindeutigen Antwort, auch wenn irrelevante Details dies erschweren.

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Karrieretest

Ihr Karrierepersönlichkeitstyp lautet: IHFW.

Sie sind ausgeglichen und messen sowohl Ihrem Arbeits- als auch Ihrem Privatleben gleich viel Bedeutung bei. Sie bemühen sich, ein bestimmtes kulturelles Niveau in Ihrem Leben beizubehalten und würden deswegen niemals eine interessante Arbeit für eine andere aufgeben, nur weil diese besser bezahlt wäre. Sie haben viel Energie und können sich rasend schnell an neue Situationen anpassen, deswegen suchen Sie auch stets nach Arbeit, die abwechslungsreich ist. Sie lieben Arbeit, die Ihnen direkten Umgang mit Menschen verschafft, die Ihre Hilfe brauchen, egal in was für einer Form. Sie ziehen es vor, den Moment zu genießen und wissen zu schätzen, was das Leben jetzt zu bieten hat. Die Zukunft ist ungewiss und interessiert Sie nicht so sehr, wie das Jetzt. Sie sind sich Ihrer Fähigkeit bewusst, sich allem anpassen zu können, egal was auch kommen mag. Daher sehen Sie der Zukunft gelassen entgegen.

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Berufstest
Ihre beruflichen Stärken: Kreativ und Analytisch!

Viele Menschen halten Sie für einen Visionär, der über den Tellerrand blickt und ungewöhnliche Ideen entwickelt. Sie sind nicht unbedingt kreativ im künstlerischen Sinne, sondern eher aufgrund Ihrer Fähigkeit, neue Ansätze und Lösungen zu alten Problemen zu liefern. Manchmal kommt es vor, dass Ihre Kollegen Ihre unternehmerische Fantasie und Ihre großartigen Talente nicht gleich erkennen.

Vielleicht beneiden sie Sie sogar insgeheim oder halten Ihre Ideen für zu unkonventionell. Gegen den Strom zu schwimmen ist eben nicht jedermanns Sache! Die Menschen finden es manchmal schwer, Sie einzuordnen. Deshalb brauchen Sie mehr als alle anderen ein Job, in dem Sie Ihre Stärken ausspielen, sich von der Masse abheben und mit Ihren Ideen brillieren können.

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Lektüretest
Mit interessanten Sachbüchern sind Sie immer top informiert!

Es sieht ganz so aus, als hätten Sie in letzter Zeit genug mitreißende Romane verschlungen (oder Aufregendes erlebt) und sehnten sich nun nach etwas nüchterner Lektüre. Warum auch nicht? Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um sich mit einem tollen Ratgeber zurück zu ziehen und sich weiter zu bilden oder neue, interessante Dinge zu lernen. Möchten Sie auf Ihrem nächsten Fest von jedermann um Ihre raffinierten Hors d'œvres beneidet werden? Wollten Sie nicht schon immer mal wissen, wie Sie Ihr Leben vereinfachen können oder wie Sie Ihre Zeit am sinnvollsten nutzen können? Dann sind Sie beim Sachbuch genau richtig!

Wir empfehlen Ihnen Heute beginnt der Rest Deines Lebens von Stefan Boëthius und Hansruedi Zellweger.

Im Moment verspüre ich tatsächlich wieder ein stärkeres Bedürfnis nach Sachbüchern, die ich ja sowieso sehr viel lieber und öfter lese. An mitreißenden Romanen kann das aber wohl nicht liegen.

Zum Lektüretest

...

Die Zeit schrumpft alles, man muss ihr nur genug Zeit lassen.
(von mir)

...

Der Glaube kommt aus dem Herzen. Die Vernunft muß ihn festigen. Glaube und Vernunft sind nicht Gegenkräfte, wie manche Leute meinen. Je tiefer der Glaube ist, um so mehr schärft er die Vernunft. Wenn der Glaube blind wird, stirbt er.
(Mahatma Gandhi (1869-1948), ind. Rechtsanwalt, Führer d. ind. Befreiungsbewegung)

Freitag, 3. Februar 2006

Eigentlich....

wollte ich nur meinen 1&1-DSL-Vertrag kündigen. Eigentlich. Inzwischen habe ich mich im mehr als unübersichtlichen Servicemenü durch hunderte von Seiten geklickt, in denen man mich ausfragte, warum, weshalb, wieso und mich aufforderte mir doch die tollen Angebote anzuschauen und nicht zu gehen. Endlich auf die letzte Seite gelangt, war ich aber noch lange nicht fertig. Ich erhielt nur einen Authentifizierungs-Code, welchen ich an einer bestimmten Telefonnummer durchgeben soll. Doch auch das ist noch nicht alles, denn danach erhalte ich erstmal ein Formular, auf welchem ich die Kündigung schriftlich bestätigen und das ich an eine Faxnummer faxen soll.
Haben die noch alle Tassen im Schrank? Aber nach einer Faxnummer oder einer Adresse, an die ich eine stinknormale Kündigung schicken kann, suche ich natürlich vergeblich, denn diese Faxnummer ist streng geheim und wird nur nach einem sinnlosen Mail- und Telefonmarathon ausgeliefert. Mir tut es fast schon leid, dass ich als Kündigungsgrund einen günstigeren Tarif angegeben habe. Inzwischen tendiere ich mehr zu Support- und Service-Missgefallen, zumal ich auch schon einige andere "nette" Erlebnisse mit dem, was sich Service nennt, hatte.

Donnerstag, 2. Februar 2006

Traue niemandem, vor allem nicht der Wikipedia

Die Wikipedia ist eine offene Enzyklopädie im Internet, in der jeder sein Wissen einbringen und Artikel schreiben oder ändern darf. Wie ich gerade in einem Fernsehbericht erfahren musste, wurde dies von US-Abgeordneten missbraucht, um ihre eigenen Biographien zu schönen oder andere Abgeordnete in deren Biographien anzuschwärzen. Dafür wurden sogar Praktikanten beschäftigt. Nun ja, ich glaube, was amerikanische Politiker können, können deutsche Politiker schon lange. Auch Einträge zu historischen Ereignissen wurden bereits in Hinblick auf politische Richtungen "gefälscht".

Warum überrascht mich das aber nun irgendwie überhaupt nicht? Ehrlich gesagt habe ich mir stets, wenn ich die Wikipedia besuchte, schon sowas in der Art gedacht. Deshalb bin ich auch entsprechend vorsichtig mit den Informationen umgegangen, denn ich fragte mich immer "Wer kontrolliert eigentlich, ob das auch stimmt, was hier steht?" und "Kann man auch sicher sein, dass es immer und rechtzeitig jemandem auffällt, wenn etwas nicht korrekt ist?"

Nun gibt es ja diverse Themen, bei denen es eine absolute Wahrheit nicht gibt. Gerade auch bei den politisch so interessanten historischen Themen vermengen sich überlieferte Fakten oft mit auf ihnen aufgebauten Thesen, die entweder mehr oder weniger oder auch gar nicht gesellschaftlich anerkannt sind. Das Gefährliche sind jedoch nicht Thesen an sich, sondern nur eine Verfahrensweise, bei welcher diese nicht als solche gekennzeichnet werden, sondern als vorgegebene und selbstverständliche Wahrheit dargestellt werden. Eine Verfahrensweise, die mir im übrigen aus meinen Schulbüchern nur allzu gut bekannt ist. Und eine Verfahrensweise, welche gerne völlig unwissentlich von Unwissenden angewendet wird, denen man noch nicht einmal ein Vorwurf deshalb machen kann, weil sie glauben etwas zu wissen, was ihnen eingetrichtert wurde, dass sie es wissen. Das Internet bietet nur ein paar Mausklicks entfernt eine Informationsfülle, von der man früher nur träumen konnte oder für die man durch die Bibliotheken sämtlicher Länder pilgern musste. Doch mit der Fülle wächst auch das Chaos - also seid wachsam und wehret den Anfängen jeder Gehirnokkupation! ;o)

...

Eisiger Wind hatte den tropfenden Tau alten Schnees zu bizarren Formen gefrieren lassen. Buchstaben und Schneeflocken tanzen vor meinen Augen. Das Bahnhofsdach. Ein leises Beben unter meinen Füßen. Es zieht sich hinauf bis in den Magen. Leicht nur, unmerklich. Schwankender Boden. Der Zug kann nicht mehr fern sein. Langsam kommt das Ungetüm gekrochen. Aber es schnauft nicht, nein. Das Zeitalter der Drachen ist vorüber. Widerstrebend hält das gestreifte Untier an. Eine Luke öffnet sich. Zwei Augen richten sich spitzbübisch auf mich herab. Der Zugbegleiter. So nennen sie sich wohl heute.
„Da denkt man, man hat Feierabend, und dann so was!“
Ich grinse höflich und beschließe, diese Bemerkung keinesfalls als eine Ausladung zu betrachten. Nur hereinspaziert. Enge Zugluft. Kabinenmief. Schnell bugsiere ich den Koffer auf eine der Ablagen über meinem Kopf. Rotäugig grüsst die untergehende Sonne durch die verschlossenen Fenster. Stille Freude kribbelt in meinen Adern. Dies eine vertraute Gesicht begegnet mir stets auf das neue, überall, egal wo ich bin. Heimat.
Der Zug setzt sich schweigsam in Bewegung. Ein Geisterzug. Gibt es das? Wie Geisterschiffe nur toter. Heimlich ziehe ich die Sonne hinter mir her. Ein Papierdrachen. Die Leine lang lassen.
Konturen verschwinden. Luft kräuselt sich in lautlosen Wellen. Hunderte Kilometer entfernt schwappt ein Zweig auf grünem Wasser. Ein Kind warf ihn hinein. Rannte fort durch den Sand, zu den krummen Tannen, sturmgebeugt.
„Warst du wieder am Strand?“ fragt die Mutter. Das Kind nickt. Herzensschwer. Spürt die Kindheit gehen. Eine Ahnung von Leid. Heißer Kakao kriecht dampfend in die Luft. Was bleibt sind die Klänge, sind die Gerüche, sind die Farben. Alles übrige ändert sich.
Ein Mann, jung und blondhaarig, auf der anderen Seite des Ganges. Vertrauter Fremder mit gleichem Ziel. Lehnt mit bequemer Lässigkeit in seinen Sitz und liest.
Schwarzer Dampf, schnaubend. Verweinte Frauen halten sich am Taschentuch fest. Männer ziehen in den Krieg. euphorisches Schlachtvieh. Der Sieg ist unser. Die richtigen Worte und der Massenwahnsinn nimmt seinen Lauf. Solche wissen, wie man mit Emotionen spielt. Alle Regierenden wissen das. Willige Herden. Mähääää!
Ich drücke mich tiefer in den verbrecherisch unbequemen Luxussitz. Würde mich gerne unterhalten jetzt. Woher des Weges? Wie war der Aufenthalt? Unverhoffte Muße. Willkommene Langeweile. Kostbare Antiquität aus früheren Zeiten.
Das Kind pustet in den heißen Kakao. Nichts zu tun mehr heute. Das Leben ist lang.