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Donnerstag, 8. März 2007

Die Untermieter (Leopardenjaspis)

Meine Wohnung, allerdings eine andere als die reale, ist plötzlich voller Untermieter. Ein blasses dünnes Männchen (Herr Luchterhand?), eine junge blonde Frau, und mir steht auch noch mit einem Mal eine ältere Frau mit gefärbten blonden Haaren gegenüber. Gefärbt nehme ich deshalb an, weil sie gleichzeitig sehr starke schwarze Augenbrauen hat. Außerdem ist sie etwas rundlich. Ich schaue sie entgeistert an, da ich nicht weiß, was sie in meiner Wohnung will. Sie kommt mir fremd und gleichzeitig vertraut vor, als müßte ich sie irgendwoher kennen. Sie sagt mir, wer sie ist und dann erkenne ich sie. Natürlich! Es ist die von dem und dem. Spontan umarme ich sie herzlich. (Nach dem Aufwachen weiß ich aber immer noch nicht, wer sie ist.) Wir sitzen nun alle beim Essen, es sind aber noch viel mehr Leute dabei, und mir fällt auf, dass so viele Untermieter einen Nachteil haben - ich kann mein dreckiges Geschirr nicht mehr stehen lassen. Wenn das jeder machen würde, würde bald Chaos herrschen. Also stehe ich sofort nach dem Essen auf, um meinen Teller abzuspülen und so für die entsprechende Vorbildwirkung zu sorgen. Kurzzeitig überlege ich, ob ich für die anderen gleich mit abwaschen sollte, bin dann jedoch der Meinung, dass das jeder selbst machen kann. Vergessen zu erwähnen habe ich, dass es in der Wohnung ein großes offenes Fenster oder einen Balkon gibt, von wo aus man ganz Berlin überblicken kann. Im Traum erkenne ich deutlich den Fernsehturm in der Ferne. Ich mache mir aber Sorgen, dass irgendjemand die Balkone zum Fassadenklettern benutzt, da ich nicht möchte, dass jemand abstürzt, und tatsächlich schwingt ein Mann, anscheinend ein Handwerker, seine Beine über die Balustrade und springt in das Zimmer. Überhaupt scheinen in der gesamten Wohnung alle möglichen Leute ein- und auszugehen. Ich erzähle verschiedenen davon, dass ich irgendetwas geschafft oder gemeistert habe (eine bestandene Prüfung?), jedenfalls erhalte ich von zweien jeweils 2 5-Euro-Scheine als Belohnung oder Anerkennung, so dass ich insgesamt 4 5-Euro-Scheine habe.

Das Kuriose ist, dass ich heute, nach dem Traum, tatsächlich 4 5-Euro-Scheine bekommen habe, allerdings nicht als Geschenk, sondern als Wechselgeld. Ich habe mir spaßeshalber mal die Nummern aufgeschrieben: U02320768319, U23487746531, V07280207959, X14453545133. Und ich frage mich, warum man solche belanglosen Dinge, wie 4 Geldscheine, ein schwarzes Weblog, jemanden, den man in der U-Bahn trifft, usw. vorausträumt, während die wichtigeren täglichen Dinge, wie z.B. ein Anpfiff von der Chefin, verschwundene Akten oder eine lästige Zollinhaltserklärung eher selten vorkommen.

vergelesen

"Henker macht halbes Dutzend voll" statt "Henkel macht halbes Dutzend voll"

Irgendwie hab ich's heut mit rollenden Köpfen....

Handleseexperte gesucht

Weiß eigentlich irgendwer, was das für eine Linie ist, die schräg vom Mondberg, quer über die ganze Hand bis zum Jupiterberg verläuft? Oder kann es sein, dass meine Schicksalslinie schräg liegt? Ich habe so eine Linie bisher noch nirgendwo erwähnt gefunden.

vergelesen

"Merkel köpft Kauder" statt "Merkel knöpft sich Kauder vor"

Mittwoch, 7. März 2007

Fluch der Karibik 2

Was ist das? Den ersten Teil fand ich witzig, besonders durch den köstlichen Johnny Depp alias Jack Sparrow, auch wenn es kein Film ist, den ich mir zweimal anschaue. Aber dieser zweite Teil ist nur noch grausamster Humbug, den selbst Johnny Depp nicht mehr aufwerten kann. Im Gegenteil, im Rahmen der Handlung wirkte sein Witz ebenfalls irgendwie müde, so als ob er dazu gezwungen worden wäre, Fluch der Karibik 2 zu drehen, aber gar keine Lust dazu hatte. Außerdem werde ich im Leben nie verstehen, warum in Abenteuerfilmen immer irgendwelche entarteten ET- und Monstermutanten vorkommen müssen. Untote Piraten reichen wohl nicht mehr? Das Ende läßt darauf schließen, dass es noch einen dritten Teil geben wird, aber diese Reise mache ich garantiert nicht mehr mit.

Fazit: Zum Gähnen

Dienstag, 6. März 2007

Mein Bruder

In die Kreuzspinnenburg,
die tief versteckte,
am großen Wasser,
unter den alten Kastanien
dort wo dein Liebchen eingekerkert
ihres Kreuzspinnenritters harrte,
dorthin schicktest du mich
und ließest mich allein
ohne Kreuzspinnenritter
und ohne Schwert,
die Kreuzspinnen liebten mich
und meine Gewänder,
das Zeichen trugen sie
der alten Götter,
umwebten mich
und zogen ihre Fäden enger
Was dachtest du dir bloß?

Es lauern auch die Fettnäpfchen ganz anderer Art,

wie zum Beispiel, wenn mein Kumpel bei mir auf der Couch sitzt, einen schweren Fotokunstband auf seinen Knien, ihn umständlich versucht anzuheben und ich zu ihm sage "Kriegst ihn nicht hoch?" oder wenn ein junger Mann aus dem Nachbarhaus vor meiner Tür steht, weil er eine Lieferung bulgarischen Wein für meinen urlaubenden Nachbarn entgegengenommen hat und ich ihn frage, ob er was zum unten reinstecken hat, womit ich natürlich AUSSCHLIESSLICH den Briefkasten meinte. *grrrrrrr*

Nicht nur bei Blogkommentaren

lauern die Fettnäpfchen, sondern auch beim Sprechen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich wohlweislich und mit Bedacht von vornherein nicht viel sage. Aber selbst wenn ich dann mal den Mund aufmache, gelingt es mir immer noch, mich mit allergrößtem Elan in jedes umherliegende Fettnäpfchen zu stürzen. Wie zum Beispiel als ich ein Geburtstagsgeschenk von der Witwe des Freundes meines Vaters erhielt. Es war eine grellbunte, grottenhäßliche, abwaschbare, billige Plastik-Shopper-Tasche, wie man sie oftmals bei diversen Firmen als Geschenk für eine Bestellung erhält. Das Fatale in dieser Situation war, dass ich mich tatsächlich freute, da ich solche Taschen immer für meine Freibadbesuche verwende und bei der letzten kurz vorher der Reißverschluß kaputt gegangen war. Also sagte ich in meiner spontanen Freude: "Oh, toll! Die kann ich wirklich gutgebrauchen, weil ich solche ollen Taschen immer für das Freibad nehme." Erst als mich die Witwe etwas seltsam anschaute merkte ich, dass irgendwas an dem Satz nicht in Ordnung gewesen war. Als ich den Fauxpas bemerkte, wäre ich am liebsten im Erdboden versunken und noch heute könnte ich mir dafür aufs Maul hauen. Es gibt ja Leute, die machen sowas mit Absicht, ich aber nicht. *in peinlichem Gedenken*

Wenn mir

gleich am frühen Morgen ein Besen in die Fresse fällt, den der Hausmeister gegen die Haustür gelehnt und dort vergessen hat, hätte ich eigentlich wissen müssen, dass der Tag nichts werden kann.

Montag, 5. März 2007

Mulholland Drive - Der Versuch, eine Illusion zu greifen...

Ich finde, "Mulholland Drive" ist ein Film, über den man immer wieder meditieren kann. Bisher habe ich ihn zweimal ganz und zweimal halb gesehen (weil er so spät lief, dass ich eingeschlafen bin). Ich rätsel dabei gerne und komme jedesmal auf völlig neue Ideen. Der ganze Film ist wie ein Rätsel, oder besser, wie ein Traum, den es zu deuten gilt. Und da ich eh ein Faible für Träume habe, ist es kein Wunder, dass mir der Film liegt. Außerdem wollte ich als Kind immer eine Mischung aus Sherlocka Holmes und Emma Peel sein, wobei Emma Peel hier nichts zur Sache tut, da es mir mehr um die heute im Vergleich zu den unzähligen Kung Fu-Filmen müden Karatekünste ging. Aber auch Sherlocka Holmes passt nicht so richtig, da das große Vorbild stets die Logik und die Wissenschaft auf seine Fahnen schrieb. Dürfte ich heute noch Kind sein, wäre ich wohl eine Mischung aus Sherlocka Holmes, Emma Peel und Großstadtschamanin. Reizende Vorstellung, und sofort fällt es mir wie Schuppen von den Augen, warum ich FBI-Agent Dale Cooper so mag - er wäre das genaue männliche Pendant zu mir. Aber ich schweife ab.
David Lynch hat selbst 10 Hinweise zur Lösung des Rätsels gegeben:

Schenken Sie dem Anfang des Films besondere Aufmerksamkeit, denn zwei wichtige Hinweise finden sich bereits vor der Eröffnungssequenz.

Beobachten Sie, wann und wo rote Lampenschirme eine wichtige Rolle spielen.

Achten Sie darauf, wie der Name des Films heißt, für den sich der Regisseur Adam Kesher Schauspielerinnen anhört und ansieht. Wird dieser Titel an einer anderen Stelle im Film wiederholt?

Beachten Sie genau, an welchem Ort der Unfall stattgefunden hat.

Wer gibt wem einen Schlüssel und in welchem Zusammenhang, und warum tut er das?

Achten Sie genau auf die Kleidung, den Aschenbecher und die Tasse Kaffee.

Wer macht sich im Club Silencio bemerkbar? Was ist dort zu spüren, zu beobachten und zu entschlüsseln?

Ist es allein Camillas Begabung, die ihr hilft?

Achten Sie genau auf die Ereignisse im Umfeld des "schwarzen Mannes" hinter Winkies.

Wo ist Tante Ruth?

Ich persönlich glaube ja, dass es durchaus mehrere Lösungen geben kann, aber am interessantesten ist es natürlich die zu finden, die sich Lynch dabei gedacht hat.
Sherlocka Holmes kombiniert:
Im Film ist eine deutliche Zweiteilung zu erkennen, welche durch die alptraumhafte Sequenz einer Theatervorstellung erfolgt. Auffällig ist ebenfalls das alte Ehepaar, welches sowohl am Anfang, als auch am Ende des Filmes auftritt. Ich denke, der Anfang ist nicht der Anfang und das Ende nicht das Ende, sondern das alte Ehepaar markiert einen Schnittpunkt, an dem beide Teile aneinandergefügt werden müssen. Damit wäre dann der zweite Teil der erste und der erste der zweite. Unter diesem Gesichtspunkt wird der erste Teil der Story schon etwas klarer.
Diane (später Betty), eine junge angehende Schauspielerin, verliebt sich in Hollywood in ihre Kollegin Camilla (später Rita). Diese spielt mit ihr und schnappt ihr die Hauptrolle zu einem Film weg. Später läd sie Diane (Betty) zu einem Essen bei dem Regisseur ein, macht vor ihren Augen mit diesem rum und verkündet schließlich, dass sie ihn heiraten wird. Diane (Betty) kocht vor Eifersucht, trennt sich und beschließt einen Auftragskiller auf Camilla (Rita) anzusetzen. Diesen trifft sie in einem Diner, wo sie auf dem Schild der Bedienung den Namen Betty liest, und er gibt ihr einen Schlüssel. Sie fragt, was der Schlüssel öffnet, aber der Killer gibt keine klare Antwort. Diane (Betty) versinkt nun in immer tieferer Trauer und Schuldgefühlen, wird mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert (das Ehepaar als Todesdämonen?) und erschießt sich selbst. Ist der Tod das Ende?
Ab hier wird es jetzt schwierig, da kommt selbst Sherlocka Holmes nicht so recht weiter. Sie könnte sagen, dass beide Filmteile völlig getrennt voneinander existieren und der eine einfach die bunte Glitzerwelt und der andere die Abgründe Hollywoods zeigt, aber das wäre zu einfach. Dazu greifen sie zu sehr wie Zahnräder ineinander und zeigen merkwürdige Parallelen.
Hier kommt die Großstadtschamanin ins Spiel, die von der Existenz verschiedener, nebeneinander, bzw. ineinander bestehender Welten ausgeht. Diane könnte zum Beispiel von ihren Todesdämonen in einer Zwischenwelt, einer Matrix, abgeliefert worden sein, wo sie Gelegenheit hat, ihr Handeln durch eine gute Tat wieder auszugleichen. Die gute Tat besteht darin, Rita (Chamilla) dabei zu helfen, ihr nach einem Autounfall verlorenes Gedächtnis wiederzufinden. Das würde auch erklären, warum Betty (Diane) mit einem Mal verschwindet, als Rita (Chamilla) den blauen Würfel mit dem Schlüssel öffnet und anscheinend ihre Erinnerung zurückkehrt. Solange sie von dem Autounfall traumatisiert war und nicht wußte, wer sie ist, konnte sie mit Betty (Diane) kommunizieren. Dass es sich bei dem ersten Teil nicht um reine Realität handelt, scheint auch die Theatervorstellung anzudeuten, in welcher der Showmaster auf der Bühne raunt, es sei alles, ALLES Illusion. Doch die große Frage ist, wessen Illusion? Ich glaube, dass es Bettys (Dianes) ist, denn angenommen, sie ist die Frauenleiche in dem Haus, worauf alles hinweist, dann sagt der mysteriöse Cowboy zu IHR, dass es Zeit ist aufzuwachen. Wenn man von zwei, völlig unabhängig voneinander existierenden, Filmteilen ausgeht, könnte es auch die Illusion des Regisseurs sein. Sehr geheimnisvoll ist die Funktion des kleinen blauen Würfels, welcher mit dem Schlüssel geöffnet wird. Mich erinnert dieses Bild an die Büchse der Pandora. Eventuell enthält er das Böse, das in die Welt gelassen wird. Diane (Betty) erhielt den Schlüssel dazu, hat ihn benutzt und ist selbst daran zugrunde gegangen. Unter diesem Gesichtspunkt könnte die Rückkehr in eine Zwischenwelt oder Matrix aber auch ganz anders motiviert sein. Betty (Diane) kehrt zurück, um Rita (Chamilla) dazu zu bringen, ebenfalls den Würfel zu öffnen, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen und schließlich, durch das entwichene Unheil ebenso wie Betty (Diane) ihren Dämonen zu erliegen. Nun nach dem Autounfall, nachdem sie weiß, dass sie von Killern gejagt wird und Diane in ihrem Haus hat verfaulen sehen, stehen die Chancen gut. Dies wäre dann eine andere Möglichkeit ausgleichender Gerechtigkeit, aber noch wahrscheinlicher ist es, das beide Motive gar nicht voneinander zu trennen sind, da höhere Gerechtigkeit weder böse noch gut ist, sondern einfach ein Gleichgewicht herzustellen sucht.
Leider habe ich nicht mitbekommen, wie der Schlüssel von dem Couchtisch Dianes in die Tasche von Rita gekommen ist. Darauf will ich beim nächsten Mal noch einmal besonders achten. Stimmt meine zweite Theorie, müßte er von Betty (Diana) bewußt oder unbewußt dort hineingetan worden sein. Meine Hoffnung ist gering, dass es so ist, aber vielleicht ist im Film auch überhaupt nichts dazu zu sehen. Womit ich anfangs ein wenig Probleme hatte, das war die Szene, in der sich Rita (Chamilla) die Haare abschneiden will und von Betty (Diane) eine blonde Perücke verpasst bekommt, mit der sie ihr verdammt ähnlich sieht. Ich hatte immer das Gefühl, dass dies eine Schlüsselszene ist, konnte sie aber nicht einordnen, bis ich es so erklärt habe, dass Rita (Chamilla) seit dem Besuch in Dianes Haus irgendwie wußte, dass sie von Killern gejagt wird. Trotzdem bleibt immer so ein kleines Kribbeln, welches mir zu bedeuten scheint, dass noch mehr dahinter steckt, ebenso wie hinter diesen Besetzungs- und Namensspielchen. Aufgefallen ist mir dazu die Szene, in welcher eine Chamilla Rhodes beim Casting singt und genauso aussieht wie Betty (Diane), während sich diese eiligst verabschiedet, und würde erklären, warum Rita meint Diane zu heißen, als sie den Namen auf dem Schild der Bedienung liest. Doch wenn ich dieser Möglichkeit weiter folgen will, versagt das Vorstellungvermögen meiner kleinen grauen Zellen.
Vielleicht hat Diane (Betty) alias Chamilla sich als Chamilla (Rita) alias Diane ausgegeben, um zu der Hauptrolle zu kommen, deren Besetzung wie man weiß, von unsichtbaren Drahtziehern vorher schon bestimmt wurde. Der Cowboy sagt zu dem Regisseur, dass dieser ihn noch einmal sehen wird, wenn er richtig gewählt hat, aber zweimal, wenn er falsch wählt. Eventuell sagt er das nicht nur dem Regisseur, sondern auch den Zuschauern. Deshalb sind das Dinge, auf die ich ebenfalls beim nächsten Anschauen nochmals mein Augenmerk richten will.
Interessant wäre außerdem eine Deutung des Männchens hinter den Vorhängen und des Cowboys. Als Großstadtschamanin finde ich die Metapher sehr amüsant, das kleine Männchen im Rollstuhl hinter den Vorhängen (des Theaters?) wäre Gott und der Cowboy sein Gesandter/Engel, der den Willen Gottes verkündet. Als Sherlocka Holmes sage ich, dass es auch nur ein Mächtiger Hollywoods sein könnte, der gerne Gott spielt. Überhaupt keinen Reim machen kann ich mir auf den träumenden Mann und den Mann im Traum des träumenden Mannes.
Sicher ist aber, dass ich diesen Film nicht das letzte Mal gesehen haben werde.

Sonntag, 4. März 2007

Für Aldrian B.

Zwischen Steinen fand ich ihn,
im Graben bei der Kirche,
gesucht hatte ich ihn lange,
einen Tag und eine Nacht
mit flatterndem Herzen
und pochendem Blute,
der Sturm in den Adern,
der wirbelnde Taifun,
wollt sich nicht legen.
Der Sturmvogel schrie
in regennassen Wolken
hinter meiner Brust
und unruhig hockten
die Geister in ihren Höhlen,
da schüttete in reicher Fülle
er strahlende Sterne aus
(mit offenen Händen fing ich sie).

Blogschüchtern?

Zur Zeit versuche ich ja, mich beim Kommentieren etwas zurückzuhalten, um mich vor den Fettnäpfchen in acht zu nehmen, also ist es gerade die richtige Zeit, um mir generell über mein Kommentierverhalten Gedanken zu machen. Mir ist dabei aufgefallen, dass es sich zur Zeit wieder mehr meinem Verhalten im realen Leben annähert, wo ich sehr schüchtern bin. In meinen letzten Blogs hatte ich trotzdem komischerweise keine Probleme auf fremden Blogs Kommentare zu hinterlassen. Diese Fremde-Blog-Hemmung habe ich erst hier bei twoday.net entwickelt. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich bei twoday nicht wirklich sehr wohl fühle, obwohl ich nicht benennen könnte, warum. Irgendwie kommt es mir manchmal so vor, als ob hier jeder ziemlich einsam ist, und irgendwie finde ich die Blogger manchmal etwas, na ja, elitär. Ich habe mich schon einige Male gefragt, ob es daran liegt, dass es ein österreichischer Anbieter ist, kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass das so viel Unterschied macht. Natürlich gibt es hier auch viele sehr sympathische Blogger, auf jeden Fall die, die ich noch von 20six kenne, und obwohl ich mich selbst nicht viel hinaus wage, so verirren sich doch stets genug Leute auf mein Blog, so dass ich mich nicht langweilen muss und trotzdem immer wieder neue interessante und nette Blogger kennenlerne. Ich verrate ein Geheimnis: bevor ich das 20six-Weblog hatte, führte ich schon einmal ein Testweblog auf twoday.net, welches ich aus eben jenem Grund, dass ich mich nicht wirklich wohl fühlte, wieder aufgegeben habe. Nach dem Niedergang von 20six war twoday jedoch die beste Alternative und nachdem ich inzwischen über ein Jahr lang dieses Blog aufgebaut habe, werde ich mich erst hier wegbewegen, wenn ich vertrieben werde. Ich habe einfach nicht die Zeit und die Geduld, dauernd an neuen Blogs zu basteln. Ein bißchen Paranoia mag da ebenfalls mitschwingen, zumal ich doch einen gewissen kleineren Bekanntheitsgrad noch aus den Zeiten von 20six annehme und weiß, dass es Blogger gibt, die mich nicht leiden können. Ich möchte sie keineswegs in die unangenehme Lage bringen, durch einen Irrtum meinerseits Kommentare von mir auf ihrem Weblog zu haben. Ich gestehe, dass ich ab und zu etwas nostalgisch an mein allererstes Blog auf freenet denke und stelle fest, dass Schreibman der "älteste" Blogger ist, den ich kenne und nicht aus den Augen verloren habe. *mal hinüberwink*

Samstag, 3. März 2007

*kicher*

Nun, da die Beller hunden, nun, da die Kräher hähnen,
nun, da morgengrauend die Klänge glocken,
Und die Schnauber eseln und die Pieper vögeln,
Und Pfeifer nachtwächtern und Grunzer schweinen,
Und das morgenrotige Rosa die weiten Golder feldet
Perlend Flüssiges, wie ich vergossen träne
Und vor Beben kälte, indes die Glut seelt,
Klag ich meine Seufzer fensternd unter deinem.

(Jose Manuel Marroquin)

Schade, dass es von dem anscheinend kein deutsches Buch gibt. Würd' ich sofort kaufen, zumal es ja bei mir auch manchmal weckert. Ich glaube, wenn man das stundenlang liest, hat man danach nur noch Quark im Kopf. Ich liebe sowas. *gg*

Freitag, 2. März 2007

Gerade suche ich

nach einer passenden schönen Postkarte in meinem unermesslichen Vorrat, da fällt mir eine Karte mit folgendem Spruch in die Hände:

Schreibe wie du redest, so schreibst du schön.
(Gotthold Ephraim Lessing)

Also ich weiß nicht. Vielleicht war das früher so, aber ob das heute noch seine Gültigkeit hat, da habe ich doch einige Zweifel, besonders sobald ich manche Leute reden höre. Erkan und Stefan möchte ich jedenfalls weder hören noch lesen.

Donnerstag, 1. März 2007

Der versteckte Ort

Ich halte mich im Wege einer Reise in einem entlegenen Ort auf, der sich in einem Tal zwischen hohen Bergen befindet. Nicht weit entfernt blicke ich auf drei mächtige, schneebedeckte Gipfel. In diesem Ort gibt es eine alte Ruine, sowie eine Kirche, mit einem sehr schmalen, aber dafür um so höheren Turm. Er wirkt etwas unproportional und nicht sehr stabil. Das interessante an der Kirche ist, dass sie gleichzeitig den einzigen Zugang zur äußeren Welt bildet. Insgesamt ist die Landschaft des Ortes etwas merkwürdig, obwohl ich nicht benennen könnte, woran das liegt. Ich glaube, es ist der Boden - irgendwas ist am Boden anders. Er ist weich, aber keine Erde und auch kein Gras, heller. Die alte Ruine habe ich mir mit dem Arbeitskollegen J.L. bereits angeschaut, jetzt besichtige ich die Kirche. Als ich die Tür öffne, fallen mir die wie in einer Rumpelkammer übereinandergestapelten hölzernen Kirchenbänke auf. Sie sind so riesig, als wären sie für Riesen gemacht, werden aber anscheinend nicht benutzt. Stattdessen wird die Kirche als eine Art Werkstatt für straffällig gewordene Frauen genutzt, allerdings sehe ich nur eine einzige an einem Tisch sitzen und etwas basteln. Ich gehe durch alle Räume bis zur anderen Seite, dem Ausgang zur äußeren Welt. Neugierig gehe ich hinaus und steige ein paar Treppenstufen hinauf. Anscheinend befindet sich hinter dem versteckten Ort eine Stadt mit hoher Populationsdichte. Vor dem Ausgang stehen Jugendliche in Grüppchen und schauen mich ebenso neugierig an, weil sie wissen, dass ich aus dem versteckten Ort komme. Es scheint so, als wollten sie in die Kirche hineinschauen oder sogar hineingehen, da ziehe ich mich wieder langsam zurück, weil mir so viel Aufmerksamkeit unangenehm ist.

Mittwoch, 28. Februar 2007

Großer Gott!

Bei meiner Mutter musste ich mich wie im Knast aufstellen und wurde von vorne und von der Seite fotografiert. Dann erklärte sie mir, dass sie meinen Kopf in Ton modellieren will und wenn der was wird, bekomme ich ihn. Prima! Ich bin überzeugt, dass der was wird, aber muss es ausgerechnet mein Kopf sein? Ich glaube kaum, dass ich mir den ins Wohnzimmer stellen möchte, der löst wahrscheinlich nur negative Gefühle aus, da ich ja sowieso ein gespaltenes Verhältnis zu meinem Wasserkopf habe. Und verschenken kann ich ihn dann auch nicht, da wohl niemand wirklich meinen Kopf haben will, zumindest nicht in Ton.

Dienstag, 27. Februar 2007

Interpretation alter Symbole

Weise Zeichen webt der Alte
mit den Händen in die Lüfte,
nun in düstren Kammern walte,
fügend sich, der Geist der Düfte.

Myrrhe, Salbei und Benzoe
strömen engelsgleich hernieder,
zitternd wellt das Haar, das lohe,
rein und hell wie weißer Flieder.

"Hör, was ich dir sagen will,
Sonne, Mond und alle Sterne,
glaub es nur, steh'n niemals still,
deshalb schau sie an und lerne.

Sieh Saturn mit seinen Ringen
auf der kalten Bahn verweilen,
niemand kann die Zeit bezwingen,
noch gäbe es den Grund zu eilen.

Das Kreuze trägt er Jahr um Jahre,
auch des Löwen kühnen Schweif,
denn er ist der Herr, der wahre,
der Erde schönster Schicksalsgreif."

Der müde Magier legt sie nieder,
Falterhände, die sich breiten,
wird sie nicht gebrauchen wieder,
alt die Zeichen, neu die Zeiten.

Unschuldige Traumassoziation und Kaffeetafellandschaft

Ich assoziere, dass ein Tattoo sowas wie eine Taufe ist.

Darüber, dass ich manchmal den Fotoapparat oder ein Diktiergerät mit in meine Träume nehmen möchte, habe ich schon geschrieben. Diesmal hätte ich gerne Zeichenblock und Bleistift mitgenommen, denn während des Träumens überkam mich das unwiderstehliche Verlangen, diese skurrile Landschaft zu zeichnen, die ich vor mir sah. Ich befand mich auf einem höher gelegenen Hang und blickte also von sehr hoch auf eine Landschaft, die wie eine stark vergrößerte Kaffeetafel auszusehen schien, als wäre ich zu murmelgröße geschrumpft und befände mich irgendwo auf einem Kaffeetisch. Da sah man tassen- und kannenähnliche Häuser und Abhänge, die wie Untertassen überliefen, allerdings nicht mit Kaffee, sondern mit Wasser. Das alles war mit Natur überzogen, so dass es schon wie eine echte Landschaft aussah, aber die Formen einer Kaffetafel waren eindeutig zu erkennen.