wenn man früh aufwacht, panisch aus dem Bett springen will, einem gerade noch rechtzeitig einfällt, dass gestern Freitag war, somit heute Wochenende ist und man sich seelig lächelnd auf die andere Seite drehen darf. Nix mit Arbeiten.
Fechner schrieb in "Nanna oder Die Seele der Pflanzen", einem Werk, das ihm den Sarkasmus der Universitäten und seiner Kollegen einbrachte, aber auch eine Popularität, die sich in vielen Auflagen ausdrückte: "Warum sollten wir glauben, daß eine Pflanze sich ihres Hungers und Durstes weniger bewußt ist als ein Tier? Dieses sucht Nahrung mit seinem ganzen Körper, die Pflanze nur mit einem Teil, nicht von Nase, Augen und Ohren geführt, sondern mit anderen Sinnen." Er verkündete ebenfalls, daß einer der Hauptzwecke menschlichen Körpers letztlich vielleicht nur der sei, der Entfaltung des pflanzlichen Lebens zu dienen, indem der Kohlendioxid ausstößt und sich nach dem Tode als Nahrung anbietet. Zweifelsohne enthält diese Erklärung eine gewisse Prise Humor, die dazu noch durch Mark und Bein geht, aber im Denken Fechners entspricht sie auch einer notwendigen Umwertung der Werte: warum nahm man so ohne weiteres an, daß die Pflanze für den Menschen geschaffen worden war und nicht umgekehrt?
(aus "Magie der Pflanzen" von Jacques Brosse)
Nein, ich habe nicht vor meine Bücher zu verbraten, aber ich habe da letztens so ein geniales
Buch-Verwaltungsprogramm aufgetan, den Bookcook.
Genial ist es deshalb, weil es wirklich gut durchdacht, klein und schnell ist, dabei aber nichts zu wünschen übrig läßt und außerdem, im Vergleich zu anderen Programmen dieser Art, auch noch ziemlich preiswert ist.
Man kann nicht nur seine Bücher katalogisieren, eine Lese- und Wunschliste erstellen, alle notwendigen Daten, wie Standort, Verleih usw. verwalten, sondern sogar noch eigene Felder definieren, in welchen man z.B. Buchauszüge speichern kann, zu allem Überfluß ist es auch noch möglich, Lesestatistiken erstellen, wenn man es denn braucht oder will.
Ich gebe ja zu, dass ich mich für sowas extrem begeistern kann, besonders wenn das System wirklich ausgefeilt ist. Ich glaube, das liegt an meinem Jungfrau-Merkur. Schon als Kind habe ich wahnsinnig gerne und mit viel Freude alles mögliche katalogisiert und mir eigene Ordnungssysteme ausgedacht - so lange, bis ich merkte, dass das Leben zu kurz ist, um es damit zu verbringen. Jetzt hätte ich Lust, mal eine Ausnahme zu machen, zum einen, weil ich inzwischen schon das erste Mal ein Buch doppelt gekauft habe, und zum anderen, weil ich eh immer die halben Bücher abtippe, außerdem kommt es inzwischen häufiger vor, dass ich länger nach einem Buch suchen muss. Ich habe mir überlegt, wenn ich pro Tag ein Regalfach nehme, was relativ schnell geht, da man mit dem Programm nur den Titel eingibt und den Rest aus dem Internet übernimmt, könnte ich mit großzügiger Zeitzugabe in ca. zwei Monaten fertig sein. *ordnungsfaszinierter Jungfrau-Merkur ringt mit ungeduldigem Löwe-Mars*
Letztens bin ich mal wieder mitten in der Nacht an einem Film hängen geblieben. Es war ein alter s/w-Film, nämlich
die erste Verfilmung der Meuterei auf der Bounty
mit dem jungen Clarke Gable und Charles Laughton als fiesen Kapitän Bligh. Leider bin ich in jener Nacht nicht einmal bis zur Meuterei gekommen, sondern vorher schon eingeschlafen, was keineswegs an dem Film lag. Bei 127 Minuten Länge, und das nach Mitternacht, müßte man schon ziemlich ausgeschlafen sein, um durchzuhalten. Also hab ich mir die entsprechende DVD über den DVD-Verleih geholt, um das Ende zu sehen, und das war eine wirklich gute Idee. Der Film wirkt wie alle alten s/w-Filme manchmal unfreiwillig komisch, da Technik, Wissen, Vorstellungen und Geschmack anders waren, hier wirken z.B. die Südseeschönheiten alle ein wenig high, was vielleicht daran liegen mag, dass Clark Gable sie beglückt hat, trotzdem ist es auch heute noch ein toller Abenteuerfilm. Clark Gable mag ich zwar älter lieber, aber als Meuterer macht er eine gute Figur. Auf der DVD gibt es übrigens auch noch eine etwas merkwürdige s/w-Dokumentation über die jetzigen Bewohner der
Pitcairn-Islands, jener Insel, auf welcher die Meuterer ihre letzte Zuflucht fanden, nachdem sie die Bounty im Meer versenkt hatten, und welche sie besiedelten. Ich kenne diese ganzen alten Seefahrer- und Piratenfilme nicht, weil ich als Kind Bücher und Filme mit Piraten, Schiffen und Seefahrern wie die Pest gemieden habe. Irgendwie hat mich sowas nie interessiert, ich fands stinklangweilig, ich weiß selbst nicht, aus welchem Grund. Vielleicht sollte ich das langsam nachholen, es gibt da ja auch noch diese Errol Flynn-Filme, die ich bis jetzt ebenfalls nie gesehen habe.
und abends wenn ich von der Arbeit komme, den ganzen lieben langen Tag hängt mein neues Haustier, die Kreuzspinne, kopfüber in ihrem Netz, läßt sich vom Wind schaukeln und die Sonne auf den Rücken scheinen. Sie scheint sich sichtlich wohl bei mir zu fühlen. Inzwischen hat sie ihr Netz ganz wiederhergestellt und vergrößert, so dass ich nicht einmal mehr drüber weg steigen kann. Nun bin ich wirklich von meinem Balkon ausgesperrt. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass auch mal ein paar Mücken im Netz hängenbleiben, so als praktischer Nutzen in dieser Situation.
nachdem ich mir etwas Essen geholt hatte, beschloß ich, mich in den Park zu setzen. Prompt lief mir erstmal der Sonnenblumenhausmeister über den Weg. Er fragte mich, ob ich Montag Nacht auch den Lärm von den Motorrädern gehört hätte. Ich hatte nichts gesehen oder gehört, aber er erklärte, dass er nicht schlafen konnte und in die Küche gegangen ist, wo er nachts um 2 Uhr noch Licht bei mir gesehen hat. Zum Glück wohnt er ja jetzt unten, wo er mir nicht mehr direkt hinein und auf den Balkon schauen kann, aber wann ich schlafen gehe, kann er anscheinend auch jetzt noch erkennen, zumal sie ja die drei Bäume im Hof weggenommen haben. Ich möchte nicht wissen, wie oft er in der Küche steht und zu meinem Fenster starrt.
Ich suchte mir schließlich eine Bank im Park, für die ich aber schon etwas weiter laufen musste, und setzte mich in die Sonne. Es war sehr angenehm, die Sonne war warm, aber nicht zu warm, ein erfrischender Wind ging und außerdem duftete es so herrlich nach Heu, da die Wiese gerade gemäht worden war. Deshalb dachte ich mir, wenn Herr N. zwei Stunden Pause machen kann, kann ich auch mal ein bißchen länger weg bleiben. Eigentlich hätte ich noch ewig so sitzen können, aber nach ca. einer Stunde, bin ich wieder zurück ins Büro. Es dauerte jedoch noch anderthalb Stunden, bis Herr N. wieder auftauchte. Sowas blödes, hätte ich das gewußt, hätte ich glatt zweieinhalb Stunden im Park sitzen können.
Als ich am Montag nach einer Woche Krankheit wiederkam, hat der geschenkte Hibiscus ziemlich traurig die Blätter hängen lassen. Herr N. hatte in seiner Panik anscheinend früh, bevor ich anwesend war, noch etwas Wasser draufgekippt, aber so schnell hatte die Pflanze sich natürlich nicht erholt. Als ich dies ansprach, gab er dem unpraktischen Blumentopf die Schuld, der unten etwas enger ist, weshalb stehendes Wasser nicht die Wurzeln erreicht. Inzwischen hat sich der Hibiscus wieder prächtig erholt und schöne glänzende Blätter. Sogar Herr N. bemerkte dies beiläufig und fragte mich, ob das ein Hibiscus wäre und ob er bald wieder blühen würde. Die Blüten hätten doch sehr schön ausgesehen. Hey, Herr N. sieht also Blumen! Allerdings macht der Hibiscus zur Zeit nicht den Eindruck, als ob er bald wieder blühen wird. Weit und breit keine Knospe in Sicht.
die
Katzen zulaufen, ist es bei mir eine Kreuzspinne. Und sie benimmt sich schon fast wie ein richtiges Haustier. Inzwischen habe ich herausgefunden, wie ich über das noch halb vorhandene Netz hinübersteigen kann. Wenn ich dann gemütlich auf meiner Bank liege, kommt die Spinne angekrabbelt und hängt sich friedlich schnurrend direkt neben mir in ihr Netz. Ok, sie schnurrt nicht, aber wenn sie eine Katze wäre, würde sie das tun. So hängen wir in trauter Zweisamkeit ab und lassen uns den Abendwind um die Ohren wehen. Sobald ich jedoch aufstehe, wird die Spinne aufgeregt und klettert ihr Netz rauf und runter. Gut, wenn sich so ein Koloss in der Nähe meines Netzes bewegt, würde ich wahrscheinlich auch unruhig werden. Ich glaube kaum, dass sie von mir erwartet, ihr zum Abendessen Dosenfutter zu bringen. Aber so putzig wie sie ist, kuscheln möchte ich mit ihr nicht.
Jetzt webt diese Kreuzspinne ihr Netz schon quer über meinen ganzen Balkon und ich bin natürlich voll reingelaufen. Die Spinne ist vor Schreck gleich wieder zurück in ihren Blumentopf gerast, mit so einem großen Fang hatte sie wahrscheinlich nicht gerechnet. Ich würde ja gerne um das Netz drum herum laufen, aber das geht leider nicht, wenn ich zu meiner Bank will. Die Spinne hat mich ausgesperrt. :-/
Digitalis:
Und wirklich ist die Schönheit der Digitalis trügerisch, denn hier handelt es sich um eine der giftigsten Pflanzenarten....
...Doch schließlich reichen zehn Gramm ihrer getrockneten Blätter, oder vierzig Gramm frischer Blätter, als Aufguß genossen, um einen Menschen unter fürchterlichen Leiden zu töten...
...Tatsächlich genügte seine Gegenwart allein, um das Wachstum von anderen Pflanzenarten (Obstbäumen, Tomatenpflanzen und Kartoffeln) anzuregen. Und besser noch, ein Absud aus ihren Blättern, mit dem Wasser einer Vase vermengt, ermöglicht die Wiederbelebung des Straußes, der darin welkt.
Eisenkraut:
Verbenaca, verbenae entspringen einer sehr alten indo-europäischen Wurzel (im Griechischen rhabdos) mit der Bedeutung von "Stab", im engeren Sinne von "Zauberstab"...
...und die Seher tranken, bevor sie die Zukunft voraussagten oder das Los warfen, einen Aufguß dieser Weissagepflanze.
EDIT
Auf Wunsch einer einzelnen Dame im Nachgang noch einige Bilder:
Eisenkraut habe ich noch nicht fotografiert, weshalb ich auf das Internet zurückgreife -
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/eisenkr.htm
http://www.awl.ch/heilpflanzen/verbena_officinalis/index.htm
http://www.kraeuter-almanach.de/kraeuter-lexikon/eisenkraut.htm
Kürbis
Die Tai aus dem Norden von Laos sahen in den Kürbissen, die von der Liane, der Achse der Welt, getragen wurden, den Ort ihres Ursprungs. Diese Früchte enthielten nicht nur alle menschlichen Rassen, jedwede Sorte Reis, sondern auch die Schriften aller geheimen Wissenschaften. Als eine Quelle des Lebens war der Kürbis deshalb das Symbol für die Wiedergeburt, und für die Taoisten waren seine Kerne eine Unsterblichkeitsnahrung. Sie mußten im Frühling verzehrt werden, wenn das yang die Übermacht hat.
Mistel
Ihre himmlische Herkunft und die Tatsache, daß sie von den Vögeln gesät wurde, erklären es, daß für die alten Germanen der Verzehr von Misteln es ermöglichte, mit den Geistern in Verbindung zu treten.
Mohn
Eine Schreibtafel, die in der Gegend der sumerischen Stadt Nippur entdeckt wurde und auf 3000 v.Chr. datiert wird, enthält die älteste Erwähnung dieser Kultur; im Sumerischen wird der Mohn mit zwei Begriffszeichen dargestellt, dem der Pflanze und dem des Glückes, was genau den Gebrauch anzeigt, den die Menschen damals schon davon machten.
Rosmarin
Für die Römer, die ihn "ros marinus" (Deutsch: Meertau) nannten - ein Name, den er nicht nur im Französischen, sondern auch im Deutschen und Englischen bewahrt hat -, sicherte der Rosmarin den Toten einen friedvollen Aufenthalt im Jenseits; man legte ihn also auf den Gräbern nieder und verbrannte Zweige davon anstelle von Weihrauch.
Salbei
Der Salbei ist in der Tat zu jeder Zeit als das Heilmittel par excellence betrachtet worden, und sein lateinischer Name salvia kommt, auf dem Weg über das mittellateinische salvare, "heilen", von salvus, "wohlbehalten", "in guter Gesundheit".....
...Die gallischen Druiden erkannten ihm keine geringere Macht zu als die, Tote zum Leben zu erwecken, ein Glaube, den noch im 12.Jahrhundert die Redewendung vom Flos medicinale von Salerno widerspiegelt, das die Zukunft voraussagen kann und es ermöglicht, mit dem Jenseits in Verbindung zu treten.....
...Nun, sämtliche Überprüfungen, denen man ihn unterzog, haben alles in allem den Glauben der Alten bestätigt. Man war sogar gezwungen, ihm eine gewisse Wirkung auf die Östrogene zuzubilligen - er erleichtert also tatsächlich die Empfängnis....gleichermaßen ist Salbei wirksam gegen seelische wie körperliche Niedergeschlagenheit.
Tabak
So wurden im Jahre 1692 in Santiago de Compostela fünf Mönche lebendig eingemauert, weil sie während des Gottesdienstes im Chorraum geraucht hatten....
...Charles I., König von England, gab sich seinerseits nicht damit zufrieden, den Tabak zu verbieten, er verfaßte eine Abhandlung über den Tabak, den Misocapnos, in der er ihn als Pflanze beschrieb "von ekelerregendem Anblick, abstoßend für den Geruchssinn, gefährlich für die Gesundheit, verderblich für das Gehirn, deren Ausdünstungen aus teuflischen Höhlen zu dringen scheinen".
Johanniskraut
Diese Perforationen, dieses "Blut", scheinen die Pflanze dafür geschaffen zu haben, um Verletzungen zu heilen, stützt man sich auf das Prinzip der Heilkunst durch Analogien, welche so alt ist wie die Welt...
....Dies ist ein Grund dafür, daß im Englischen das hypericum gemeinhin Balm-of-Warrior, "Balsam des Kriegers" genannt wurde, und da seine Macht so groß war, auch Grace-of-God, "göttliche Gnade", oder Touch-and Heal, "berührt und heilt"...
"Wir lieben diese Stadt". Sie sei ruhig, ausgeglichen und "weit weg von Paparazzi".
Ok, Paparazzi habe ich hier auch noch nicht gesehen, was aber wohl mehr daran liegt, dass ich kein Hollywood-Star bin, doch ruhig und ausgeglichen? Na gut, wenn man aus den USA kommt, erscheint einem Berlin wahrscheinlich wie ein kleinstädtischer, verschlafener Vorort.
Meine Kollegen lachen immer darüber, wenn ich erzähle, dass Herr N. mir DIE Fragen, die ICH habe, nicht beantworten kann, denn er ist ja eigentlich der Meister. Aber es ist so. Zu seiner Verteidigung muss ich jedoch sagen, dass ich wirklich eine magnetische Anziehungskraft auf alle Akten ausübe, in denen irgendwas anders, komplizierter oder seltener ist, als in "normalen" Akten.
Kollege M. hat jedes Mal ein Kreuz geschlagen, wenn ich mit einer Akte ankam. "Wer weiß, was du da wieder bringst."
Ich weiß nicht, was für ein Fluch das ist, der auf mir lastet. Ich würde ebenfalls lieber einfache Akten bearbeiten, so wie die Mitarbeiter, die seit Jahren dort arbeiten, aber von den Sachen, die ich anschleppe, noch nie was gehört haben.
Heute wollte ich wissen, wie man einen Leichenschauschein bezahlt. Wie man eine Rechnung bezahlt, weiß ich natürlich, nur haben wir da so ein nettes Programm mit Hunderten von Titeln und wenn man nicht den richtigen erwischt, darf man zur Strafe noch stundenlang umbuchen. Herr N. raufte sich die nicht vorhandenen Haare und lachte ratlos. "Leistungen zur medizinischen Rehabilitation", "Teilhabe am Leben" und was es noch so gibt, wollte so absolut nicht passen. Da mir keiner eine Antwort geben konnte, habe ich dann blindlings drauflosgebucht. Sogar Herr N. gab mir seinen Segen und meinte, bei so einer kleinen Summe sei das eh egal. Er selbst habe noch nie einen Leichenschauschein gehabt. Dazu muss man wissen, dass er da wirklich schon das Urgestein ist und Zeit seines Lebens in dieser Abteilung arbeitet. Ich bin erst vier Monate dort, aber schaffe es trotzdem immer wieder, mir diverse kuriose Raritäten, wie z.B. einen Leichenschauschein zu angeln.
Erster Tag und gleich muss ich wieder körperliche Schwerstarbeit verrichten. Als ich ins Büro kam, war der Computer weg, da Herr K. diesen bei seinem Umzug letzte Woche mitgenommen hat. Also telefonierte meine Gruppenleiterin rum, damit ich endlich zu meinem alten Computer aus dem anderen Haus komme und war danach der Meinung, dass wir uns in der Muppetshow befinden. Erstaunlich, dass ich auf diesen tiefsinnigen philosophischen Gedankengang bisher noch nicht selbst gekommen bin. Herr N. ist ganz klar Stadler und Herr K. dieser zitternde Freaggle Beaker.
Jedenfalls erklärte die IT-Stelle, dass sie für Computerumzüge nicht zuständig sei und die Hausmeister lehnten es ebenfalls ab, weil sie für die Technik nicht zuständig seien. Nun gibt es tatsächlich eine Anweisung, dass Installation und Deinstallation immer von den IT-Menschen durchzuführen ist, wir selbst dürfen dabei eigentlich nichts anfassen, ebensowenig die Hausmeister. Schließlich erbarmte sich der Sonnenblumenhausmeister indem er vorher einen Systembetreuer fand, der den Computer schnell entstöpselte, und brachte ihn (den Computer, nicht den Systembetreuer - leider) mit einem Leiterwagen zu mir. Nun hätte ich eigentlich darauf warten müssen, dass die IT-Stelle so in drei Tagen mal Zeit findet, die Kabel wieder anzustöpseln, aber ich habe das einfach schnell selbst gemacht. Lustig finde ich, dass die IT-Stelle sich zwar um solche Computerumzüge nicht kümmert, bzw. erst nach vielen Tagen des Bettelns wenigstens die Kabel anstöpselt, aber wenn es dann wieder ans Inventarisieren geht, kriegt man jedes Mal eins auf die Nase, weil die IT-Stelle angeblich nicht informiert ist und nichts von dem Umzug weiß.
Nun hatte der Sonnenblumenhausmeister, da er ja kein Computerwissender ist, das Netzwerkkabel vergessen, weshalb ich selbst nochmal in das andere Gebäude ging und hoffte, jemanden zu finden, der den Schlüssel für mein altes Zimmer hat. Das gelang und ich griff mir das Netzwerkkabel, sowie kurzentschlossen auch gleich das schwere Hängeregister aus einem der Rollis, die jetzt dort verwaist sind, in der tollkühnen Hoffnung, dass es vielleicht in den Rolli passt, der jetzt bei mir unter dem Tisch steht und total hirnlos ist, da er nur zwei kleine Schubladen hat und eine große für eine Hängeregistratur, die sich dort aber nicht befindet (in welche man leider auch nicht viel anderes packen kann, da sie nur niedrige Innenwände hat). Leider verfehlte die Registratur um wenige Millimeter ihr Ziel, zum Glück fand ich aber in der anderen Gruppe einen Abnehmer, der sie haben wollte, nachdem ich sie im Schweiße meines Angesichts über den großen Hof geschleppt hatte. Nun stand ich immer noch ohne da, aber die Gruppenleiterin verriet mir, dass sich in einem der leerstehenden Nebenzimmer zwei Rollis befinden. Einen davon, mit einer schweren Hängeregistratur, bugsierten wir gemeinsam bis an meinen Arbeitsplatz. Danach trug ich wieder ein paar Schüsseln voll Krempel von dem letzten Büroplatz an meinen neuen. Herr N. beobachtete diese schweißtreibenden Aktivitäten mit gehörigem Mißtrauen, zumal er ja keine Unordnung mag. Irgendwann standen gleich zwei Rollis, diverse Hängeregistraturen und Stapel von Einhängern wild im Raum herum, was ihn zu der leicht vorwurfsvollen Bemerkung veranlasste, dass der Raum eben noch leer war und nun immer voller wird. M. bot mir an, dass ich seine Schüssel mit einigen Sachen auch behalten und auf einen der Schränke stellen kann, aber nicht nur in Hinblick auf Herrn N. lehnte ich ab. Ich sah Herrn N. förmlich zittern, dass dieses Chaos so bleibt, aber da kennt er mich schlecht, inzwischen hat alles seinen Platz. Er war ebenfalls wieder wegen Herrn K. genervt, weil der letzte Woche beim Umzug dauernd angeklopft und sich nicht reingetraut hat. Ich kann mir den verwirrten Herrn K. richtig gut vorstellen, wie er zitternd vor der Tür steht und sich nicht rein traut, um seine Sachen zu holen. Vielleicht hätte er vor Herrn N. nicht zu schnell kuschen sollen, ich glaube, das hat den erst recht zu seinen Gemeinheiten provoziert.
....macht Musik bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht....
Der Wecker klingelt. Ich wache in meinem alten Kinderzimmer auf. Es ist gegen 8 Uhr. Ich muss zum ESP-Unterricht und als ich ins Wohnzimmer gehe, bemerke ich, dass die Uhr meiner Mutter auf dem Klavier gegen 7 Uhr zeigt. Hat sie etwa keine Sommerzeit eingestellt? Ich finde eine andere Uhr, die gegen 9 Uhr zeigt und schließlich eine dritte, die endlich die richtige Zeit anzeigt. Anscheinend bildet meine Mutter immer die Halbsumme zwischen zwei Zeiten, um die richtige zu wissen. Nun ja, ziemlich umständlich, wundert mich bei ihr aber nicht.
Auf dem Weg zum ESP-Unterricht treffe einen Ausländer namens Said, der wohl in meine Klasse geht, denn er will ebenfalls in den ESP-Unterricht. Wir gehen gemeinsam den Weg und verlieren uns wieder aus den Augen, als ich einige von meinen ehemaligen Klassenkameraden sehe. Im Raum angekommen, wo der Unterricht stattfinden soll, empfängt mich meine jetzige Gruppenleiterin, die dort auch den Unterricht leitet. Sie fragt mich, ob sie mich kurz in ESP einführen soll, worauf ich abwinke und sage, dass ich schon in der 6. Klasse eingeführt worden bin (mit Bewußtsein über mein jetziges Alter).
Mir fällt auf, dass sich Raum hauptsächlich ehemalige Kollegen aus dem Bekleidungskombinat befinden. Jetzt wird mir klar, dass es kein ESP-Unterricht ist, sondern die Ausbildung im Nähen. Am Müggelsee findet demnächst ein großer Wettbewerb statt (vielleicht auch eine Prüfung?), wo alle teilnehmen. Eine ehemalige Mitschülerin vom Abitur, B., die sich ebenfalls im Unterricht befindet, bemerkt trocken, dass es zu dieser Zeit am Müggelsee wahrscheinlich wieder mächtig heiß ist. Ich nicke, das wird bestimmt kein Zuckerschlecken.
Danach verliere ich mich in verwirrten Gedanken über mein Abitur. Mir fällt auf, dass es schon vier Jahre her ist, dass ich das Abitur begonnen habe, also die Prüfung schon hätte vor zwei Jahren ablegen müssen. Ich kann mich aber gar nicht erinnern, in letzter Zeit beim Unterricht gewesen zu sein. Sollte ich diesen vielleicht versäumt und die ganze Zeit geschwänzt haben? Ich kann mich ebenfalls überhaupt nicht an meinen Stundenplan erinnern, nicht einmal das - und ich weiß nicht, wo ich wann zu welcher Schulstunde muss.
Bemerkung: Meine praktische Ausbildung zum Kleidungsfacharbeiter fand in einem Gebäude direkt am Müggelsee statt. Diese Abi-Träume habe ich desöfteren. Im Traum habe ich dann meist noch keine Abiturprüfung abgelegt, jedoch ist mir mehr oder weniger bewußt, wieviel Zeit vergangen ist und dass ich nicht mehr zum Unterricht gehe, so dass ich denke, ich habe den Unterricht vergessen und verpasst. Oftmals bemühe ich mich umsonst, mich an meinen Stundenplan zu erinnern. Es ist immer die Empfindung, etwas lang Vergessenes und Versunkenes kommt plötzlich wieder an die Oberfläche, wobei sich herausstellt, dass es noch gar nicht abgeschlossenen ist. Mein Abiturzeugnis habe ich allerdings schwarz auf weiß in meinen Unterlagen. Wahrscheinlich ist das die späte Strafe dafür, dass ich damals immer so viel geschwänzt habe.*gg*
fand letzte Woche statt, wie mir meine Mutter gerade erzählt hat. Mein Vater wurde schon am Vormittag angezogen und im Rollstuhl in den Garten gebracht. Dann wurden einige Spiele für Senioren durchgeführt, wie Bindfäden um die Wette aufwickeln u.ä. Mein Vater hat sich beim Dosenwerfen betätigt, wo er tatsächlich alle abräumte und damit eine kleine Piccolo-Sektflasche gewann. Später wurde Musik aufgelegt, alte Schlager aus den 20iger Jahren, und die, die sich noch bewegen konnten, tanzten fleißig. Außerdem gab es eine Pfirsich-Bowle, von der mein Vater gleich vier oder fünf Tassen vertilgte. Auch in die abendlichen Grillwürstchen mit Kartoffelsalat haute er mächtig rein.
Mein Bruder sagt schon immer, wenn er mal alt ist, dann zieht er auch in dieses Heim und schreibt sich für die Strick- und Bastelkurse ein. *gg*
Ein stiller Geist ist hilfreich, aber er genügt nicht für eine tiefe Transformation. Nach buddhistischer Überzeugung erhellt die analytische Meditation den Kontext des Selbst und der Welt im Großen....
...Nach buddhistischer Auffassung kann der Geist genutzt werden, um die Entwicklung einer soliden spirituellen Praxis zu unterstützen. Es genügt nicht, sich auf einen Glauben oder eine Lehre zu verlassen. Eine Diskussion über die letztendliche Natur der Wirklichkeit kann zwar als Spekulation abgetan werden, aber sie ist dennoch wichtig, um einen Erkenntnisrahmen zu schaffen. Wenn es gilt, das Absolute zu erkennen, muss es in einem Kontext ausgedrückt werden, denn sonst wird es bedeutungslos. Man kann nicht über etwas reden, wenn es nicht ausgedrückt werden kann.
(aus "Buddhistische Astrologie" von Jhampa Shaneman)
Das passt gut zu den
Gedanken, die ich mir darüber mache, Dinge auszudrücken, die eigentlich unaussprechlich und unbeschreiblich sind. Sobald man versucht, sie in Worte zu fassen, verlieren sie ihre Macht, sind vielleicht bestenfalls bildlich nachvollziehbar, aber ansonsten dröge.
Ich glaube, dass es eine der wichtigsten, aber vielleicht nicht so erkannten Aufgaben der Religionen ist, und zwar aller Religionen, einen gewissen Kontext mit festgelegten Begrifflichkeiten zu bieten, um sich über die Unaussprechlichkeiten des menschlichen Bewußtseins austauschen zu können. Insofern sind sie von einiger Bedeutung, wenn es darum geht, Begriffe in Bildern und Allegorien zu vereinheitlichen. Das Problem dabei ist nur, dass sich diese Bilder im Laufe der Zeit verselbstständigen, ein Eigenleben entwickeln und sich im Bewußtsein vieler Menschen von ihrer eigentlichen Botschaft abspalten. Es wundert dann auch nicht mehr, dass dieses Eigenleben von Nichtgläubigen als Humbug angesehen wird, da die Bilder und Begriffe nur noch ein hohle Schale sind, deren Sinn auf den ersten Blick nicht mehr auszumachen ist, allerdings nicht nur von den Nichtgläubigen, sondern auch von vielen Gläubigen, die diese Bilder, Begriffe und Allegorien als eigene, auf die einfache materielle Sichtweise der Welt "hinabgezogene" Botschaft nehmen, ohne diese zu hinterfragen.
Man kann also wohl davon ausgehen, dass es so gut wie unmöglich ist, das unsichtbare Geistleben der Welt auf Dauer in einen einheitlichen begrifflichen Kontext zu bringen, in welchem jeder genau das in einem Wort oder Bild versteht, als das es ein anderer gebraucht, da dabei die jeweilige innere Dimension des Erlebens außer acht gelassen wird, aus der heraus die Bilder und Allegorien entstanden sind, die dieses Erleben aber nicht greif- und fühlbar für jeden und über tausende von Jahren hinweg transportieren können. Oder, um es kurz und undiffernziert zu sagen, jeder versteht, was er verstehen will, und jeder sieht, was er sehen will, egal wie sehr sich eine Religion bemüht oder auch nicht. Deshalb ist es die einfachere "Notlösung" mancher Religionen, an einen imaginären Glauben zu appellieren, dessen Macht nicht unterschätzt werden darf, während z.B. der Buddhismus zu einem eigenen Erkenntnisweg ermutigt, auch wenn dieser in den einzelnen Strömungen mehr oder weniger orthodox aufgezeigt wird.
Auf das Schreiben übertragen bedeutet das wohl, dass es völlig unmöglich ist, eine ganz bestimmte eigene emotionale und geistige Wahrnehmung so darzustellen, dass absolut jeder, der das liest, genau diese Empfindung erkennt oder erlebt. Stattdessen sollte man mehr nach einem Rahmen und hilfreichen "Außenbedingungen" suchen, der ein eigenes Erleben des Lesers, egal welcher Art, fördert (was vielleicht sogar besser gelingt, wenn man mehr unterschwelliges offen läßt). Wenn das tatsächlich so ist, dann ist Schreiben aber alles andere als eine egozentrische Ausdrucksart des Kreativ- und Mitteilungssüchtelnden, sondern wäre eine zutiefst emphatische, dienstbare und mit Verzicht verbundene Angelegenheit, da es nicht mehr sich selbst und das eigene Erleben in den Mittelpunkt stellt, sondern das des Lesenden.
Das ist jedoch nur graue Theorie und ob man wirklich beides so voneinander trennen kann, bezweifle ich. Wahrscheinlich ist auch hier, wie überall, der Mittelweg der klügste.
muss doch eigentlich ganz nett sein. Man baut sich ruckzuck ein feines Netz zwischen schattigen Bäumen, hängt sich in die Mitte und lässt sich vom Wind schaukeln. Ab und zu bessert man mal ein paar Fäden aus oder wickelt eine Fliege ein, die sich verfangen hat, um sie dann in die Vorratskammer zu verfrachten, hockt sich wieder ins Netz und lässt sich vom Wind schaukeln. Wenn man Hunger hat, schlurft man in die Vorratskammer, saugt ein paar Futterpuppen aus, hängt sich wieder ins Netz und lässt sich vom Wind schaukeln....
hat doch enorm positive Auswirkungen auf die Geschmacksnerven. Danach schmeckt man plötzlich wieder, wie süß oder künstlich manches Nahrungsmittel ist, was man sonst so zu sich nimmt. Es erscheint einem geradezu eklig und man entwickelt Appetit auf die natürlichen und gesunden Dinge. Von daher würde ich sagen, dass Fasten an sich zwar nicht zum Abnehmen durchgeführt werden sollte, aber ein Tag Fasten vor jeder Diät ist wahrscheinlich hilfreich, um den Körper von den künstlichen und ungesunden Nahrungsmitteln zu entwöhnen. (Nur mal so, ich selbst mache ja keine Diäten.)
Sie haben 655 Punkte.
Sein Sie ehrlich: Ihnen geht's prima, hm? Na gut, nicht immer. Aber mit den kleinen Schlaglöchern kommen Sie zurecht. Die federn Sie doch locker im Knie ab. Sie glauben an sich. Schon, manchmal sind sie auch selbstkritisch irgendwie. Manchmal spenden Sie für Greenpeace oder äußern sich beim Brunch womöglich kritisch über die Bundesregierung. Und Ihre Eier kaufen Sie immer aus Bodenhaltung. Steht auf der Packung. Was wollen Sie eigentlich hier? Wenn Sie aus Versehen mal einen schlechten Tag haben, kaufen Sie sich doch ein neues Auto, lassen Sie sich trösten, brüllen ihre Mutter/Kinder/die Kellnerin an oder machen was Sport. Aber gehen Sie weg.
Ich hab hier leider niemanden zum Anbrüllen, deshalb mache ich Frusttests. *lol*
Historische Migränetherapie
Erste Versuche der Behandlung migräneartiger Kopfschmerzen lassen sich bis in die Mittelsteinzeit (ca. 8500-7000 v. Chr.) zurückverfolgen. In dieser Zeit wurden Dämonen und böse Geister im Kopf der Patienten als Ursache der Migräne angesehen. Mit Hilfe der Trepanation, der chirurgischen Eröffnung der Schädeldecke, unter Verwendung von Steinwerkzeugen wurde versucht, diese Dämonen entweichen zu lassen. Auch wenn die Erfolgsquote dieser Methode undokumentiert blieb, konnten zumindest archäologische Funde belegen, dass über 50% der Patienten diese Maßnahme überlebten. Dieses Verfahren wurde bis in das 17. Jahrhundert angewendet.
Was bin ich froh, dass ich nach dem 17. Jahrhundert geboren wurde und man mir kein Loch in den Kopf bohrt. So ein bißchen Kotzen geht da gleich viel leichter.
krankgeschrieben, und die Vertretung von meiner Hausärztin, die zur Zeit wie immer im Urlaub ist, wußte sofort, wovon ich spreche. Sie hat selbst auf dieses Schmerzmittel nämlich genauso reagiert. Also hab ich zur Migräne jetzt noch eine nette Schmerzmittelvergiftung - wenn man nicht schon krank ist, dann sorgen die Ärzte ganz bestimmt dafür, dass man es wird. Auf meine Nachfrage erklärte sie mir, dass Schmerzmittel mit Phenazon alle vom Markt genommen wurden, weil das angeblich so schwere Nebenwirkungen haben soll. Toll! Ich habe dieses Schmerzmittel 25 Jahre lang genommen (natürlich nicht regelmäßig, sondern nur bei Bedarf), wahrscheinlich bin ich eine einzige wandelnde Nebenwirkung, aber immerhin hat es mir geholfen und ich mußte mich nicht den ganzen Tag übergeben wie mit diesen Opiathämmern. Jetzt muß ich erst mal zusehen, ob ich doch noch was runterkriege und bei mir behalte, denn mein Magen hängt mir bis sonstwohin, da ich seit dem Morgen weder Essen noch Trinken konnte.
Dies besch...Kopfschmerzen seit Sonntag reichen ja eigentlich schon. Und eigentlich wollte ich heute wieder arbeiten gehen, doch leider sind die Schmerzen hinter dem linken Auge letzte Nacht so stark geworden, dass ich dauernd nachts aufgewacht bin. Deshalb dachte ich mir, ok, nimmst du jetzt mal die stärkeren Tabletten. Diese hatte meine Hausärztin mir extra für die Migräne gegeben, die sind mit Opiaten und wie ich dachte, vielleicht wirkungsvoller. Also habe ich in der Nacht zu verschiedenen Zeiten zwei davon genommen, und heute morgen waren die Schmerzen tatsächlich etwas besser. Allerdings habe ich mich dafür ziemlich merkwürdig gefühlt, so wackelig auf den Beinen und schwindlig. Dann habe ich ein paar Schlucke Tee getrunken und mich zehn Minuten später übergeben. Auch ein leichtes Frühstück wollte ich nicht bei mir behalten. Deshalb gehe ich nun nachher doch zum Arzt. Ich frage mich, was das schon wieder für ein Sch.... ist. Bei Migräne mich übergeben habe ich mich bisher noch nie. Vielleicht vertrage ich diese Schmerztabletten nicht, wobei ich davon ausgegangen bin, dass zwei davon nicht wirklich problematisch sein dürften. Aber ich glaube, ich weiß jetzt schon, dass ich die Dinger nie wieder nehme.
Das erste, was mich im Traum beschäftigt, ist eine "Murkelbrücke". Ich weiß nicht mehr, woher ich den Begriff habe, aber ich frage mich im Traum, ob es wirklich so eine Brücke gibt. Verbunden ist dies mit einer riesigen Halle mit Textilien, um die mir bekannte Leute herumstehen und sie anstarren. Es werden immer mehr Leute, die nun in einer langen Schlange in der Halle stehen, ich sehe darunter enorm viele, die ich kenne, wie zwei ehemalige Klassenlehrerinnen. Es überfordert mich, so viele bekannte Gesichter zu sehen, weshalb ich mich still und ungesehen verdrücke.
Ich laufe nun durch einen mir noch unbekannten Teil meines Wohnviertels und treffe auf ein Kaufhaus, das ich dort nicht erwartete. Wenn man eintritt, befindet man sich zuerst im dritten Obergeschoß. Dort gibt es aber nur Klamotten, die interessieren mich nicht, weshalb ich mit der Rolltreppe nach unten fahre. Im zweiten Geschoß befinden sich Möbel. Es gibt nicht allzuviel. Ich gehe durch die Verkaufsräume, sehe aber nichts, was ich irgendwie gebrauchen könnte. Ich gelange in eine Art Lager, wo mir auffällt, dass an einige Schränke Schwanenfedern geklebt sind, und zwar jeweils eine weiße und eine schwarze gekreuzt.
Ich bekomme mit, dass die Schwanenfedern Windammer oder Winneammer heißen - das wußte ich bisher noch nicht. Ich hätte gerne so eine weiße Schwanenfeder, da sie aber unverkäuflich sind, frage ich neugierig einen Mitarbeiter danach, woher die stammen. Dieser erzählt mir, dass ein Kollege mal drei oder vier Stück mitgebracht hätte. Da nicht viel davon vorhanden sind, traue ich mich nicht zu fragen, ob ich eine bekommen darf. Stattdessen verlasse ich das Kaufhaus und befinde mich nun in einem kleinen angelegten Park mit Blumenrabatten. Der Park ist anscheinend nach Benedikt IIX. benannt, denn ich lese ein Schild, auf dem dieser Name steht. Es ist Frühjahr und die ersten Tulpen blühen. Es sind jedoch ziemlich exotische Tulpen, die ich so noch nie gesehen habe. Sie sind dunkelbraun mit einem gelben Streifen, aber das Faszinierendste ist, dass sie einen goldenen Schein um sich herum verbreiten. Ich frage mich, ob das wohl die Aura ist, die ich sehe und nenne sie für mich Benediktinertulpen mit Heiligenschein, was ich sehr witzig finde.
Die nächste Traumsequenz beginnt damit, dass ich aus einer Unbewußtheit durch die Stimme von Herrn N. geweckt werde. Ich finde mich nun hinter dem Computermonitor in meinem Büro wieder und Herr N. spricht zu mir. Er erzählt mir irgendwas, was gestern los gewesen ist, wohl mit einigen Klienten. Ich schaue hinter dem Monitor hervor und er hinter seinem - im Traum wirkt er etwas anders auf mich, irgendwie jünger und die Art, wie er redet, erinnert mich ein wenig an ein Kind. Er erzählt und erzählt und wirkt auf mich wie ein kleiner Junge, der Anschluß und/oder Anerkennung sucht. Er ist so bemüht, dass er extra einige Akten raussucht, um sie mir zu zeigen, als er sie wegnimmt, aber meine mitgreift. Ich mache ihn darauf aufmerksam, wobei ich feststelle, dass meine Akten anscheinend mit B und M beginnen.
Der Traum beginnt damit, dass ich erwache. Ich liege in meinem Bett, habe aber das Gefühl, dass jemand im Zimmer ist. Dieser jemand setzt sich auf mein Bett und betrachtet mich ganz genauso wie es meine Mutter früher getan hat, wenn ich krank war. Ich selbst habe meinen Kopf zur Wand gerichtet, weshalb ich nur aus dem Augenwinkel den Umriß eines Kopfes wahrnehme. Da ich weiß, dass eigentlich niemand im Zimmer sein dürfte, versuche ich mit aller Kraft, meinen Kopf zu drehen, was aber nicht gelingen will. Ich bin wie gelähmt und kann mich nicht bewegen. Mir ist unheimlich, gleichzeitig ist aber auch ein warmes, umsorgtes Gefühl da, eben so, wie wenn meine Mutter an meinem Bett saß, als ich krank war. Ist sie es vielleicht wirklich? Sie hat ja einen Schlüssel zur Wohnung. Endlich schaffe ich es mit größter Anstrengung den Kopf zu drehen (im Traum oder wirklich - ich weiß es nicht mehr) und sehe, dass ich anscheinend meine Deckenlampe für einen Kopf gehalten habe. Aber was ist mit dem Gefühl, dass sich jemand auf mein Bett setzt?
Nun befinde ich mich auf einmal im Bademantel auf Arbeit und das, obwohl ich heute gar nicht gehen wollte und mich krankgemeldet habe. Ich habe keinen Schimmer, wie ich da hin gekommen bin. Es ist eine ganze Menge los, Klienten sind da, um die ich mich aber nicht kümmere, da ich eigentlich gar nicht dort sein sollte, zwei Frauen von der Kasse (die es eigentlich nicht mehr gibt), wollen was wegen einer Zweitunterschrift von mir und ein mir wildfremder Kollege überreicht mir ein Zeitung mit einer Seite über verschiedene Kolleginnen. Er scheint mich zu kennen und mich extra aufgesucht zu haben, ich kenne ihn aber nicht, tue jedoch so, als wüßte ich Bescheid. Leider habe ich die Seite mit den Kolleginnen verblättert und finde sie nicht mehr wieder. In dem Büro, in dem ich mich befinde, hat man direkt einen Blick auf den Hof mit mehreren Bäumen und einem kleinen Häuschen. Das Häuschen erinnert mich an das Küsteramt vom Hof meiner Kindheit. Die Bäume sind ohne Blätter, aber was mir zuallererst auffällt ist, dass eine getigerte Katze in den Bäumen totalen Rabatz macht und sich wie ein Affe benimmt. Sie klettert in Windeseile die Bäume herauf und herunter, springt von Ast zu Ast, schlägt dabei Purzelbäume und spielt total verrückt. Es ist lustig anzusehen, schließlich fällt sie aber von einem der oberen Äste, der sich fast vor meinem Fenster befindet, herunter auf den Boden. Doch sie scheint sich nichts getan zu haben und ist immer noch putzmunter. Ich mache mich nun auf den Weg nach Hause, wird auch langsam Zeit.