Den Jeziden verbietet nämlich ihre Religion, Salat zu erwähnen oder etwas anzufassen, was damit in Berührung gekommen ist; nach ihrem Glauben hielt sich Satan ehemals im Salat auf...
...Die Jeziden sind merkwürdige und auffallend freundliche Leute, die den Satan hauptsächlich verehren, um ihn gnädig zu stimmen. Ihm wurde, wie sie glauben, von Gott die Welt übergeben, und auf die Zeit Satans soll die Zeit Jesu folgen, den sie wohl als Propheten anerkennen, aber einen Propheten bislang ohne Macht. Satans Name darf nie genannt werden und auch kein anderes Wort, das ähnlich klingt...
...Ihr Heiligtum, die Grabstätte von Scheich 'Adi, liegt in den kurdischen Bergen bei Mosul, und als wir dort in der Nähe gruben, haben wir es besucht. Ich glaube, kein Ort der Welt besitzt solche Schönheit und solchen Frieden...
...Im Innenhof befindet sich der Eingang zum Tempel, auf dessen rechter Seite eine geschnitzte schwarze Riesenschlange zu sehen ist. Die Schlange ist ein heiliges Tier, denn als die Arche Noah nach jezidischem Glauben auf dem Gebirge Sindschar strandete, rollte sich die Schlange zusammen, um das entstandene Loch zu stopfen. So konnte die Arche wieder weiterschwimmen.
Wir zogen dort unsere Schuhe aus und wurden in den Tempel geführt, wobei wir vorsichtig über die Schwelle stiegen, da man nie auf eine Schwelle treten darf. Man darf auch nicht seine Schuhsohlen zeigen - so ist das Sitzen auf dem Boden mit gekreuzten Beinen kein geringes Kunststück.
Das Innere ist dunkel und kühl, und man hört Wasser rieseln aus der Heiligen Quelle, die in den Tiefen bis hin nach Mekka reichen soll. An hohen Festtagen wird in diesen Tempel der Kandelaber mit der Figur eines Pfauen gebracht. Der Pfau ist das Symbol Satans, einige meinen, weil dieses Wort sich von dem Verbotenen Namen am meisten unterscheidet. Jedenfalls stellt er Lucifer, den Sohn des Morgens dar, der Engel Pfauhahn des jezidischen Glaubens.
(aus "Erinnerung an glückliche Tage" von Agatha Christie)
Ein Klassentreffen und eine Weiterbildung oder Konferenz in einem. Es ist nicht genau festzustellen, was überwiegt. Wieder ein weiter Überblick, wie in
diesem Traum, allerdings diesmal aus einem geöffnetem Fenster und überhaupt nicht beängstigend. Ich sitze ganz hinten neben einem jungen Mann, von dem ich mich nicht erinnern kann, daß ich ihn irgendwoher kenne. Soll der auch in meiner Klasse gewesen sein? Doch er scheint mich genau zu kennen, denn als würde er mich wiedererkennen, zieht er mich ohne viel Worte zu sich auf seinen Schoß. Na sowas! Aber gut, er ist süß, athletisch, ein fein geschnittenes Gesicht und blonde Haare, trägt eine Lederjacke. Was soll ich mich da lange sträuben oder fragen. Ich setze mich also auf seinen Schoß und lege den Arm um seinen Rücken. Es ist ein wenig seltsam, so erhöht zu sitzen, während alle anderen ganz normal auf ihren ehemaligen Klassenstühlen sitzen und wirkt wahrscheinlich so, als wären wir ein Paar. Aber sollen die anderen ruhig schauen. In der Klasse sitzt auch R. und ich frage mich, was er wohl denkt, wenn er das sieht. Das Klassentreffen dauert anscheinend sehr lange oder ist langweilig, jedenfalls liegt jetzt eine Matratze auf dem Boden und ich schlafe. Dabei habe ich mich richtig breit gemacht, er soll ja nicht denken, daß ich jetzt wegen ihm wieder zusammenrücke und mich klein mache. Ich liege auf dem Bauch, die Arme zu beiden Seiten angewinkelt, das rechte Bein schräg ausgestreckt und das linke Bein seitlich angehoben und im Knie gewinkelt. Dabei achte ich darauf, daß mein Knie mit ihm in Berührung bleibt, der neben mir liegt. Soviel Nähe muß sein. Er schläft tief und fest und scheint sich an nichts zu stören. Irgendwo im Traum erfahre ich jetzt von einer (inneren?) Stimme auch seinen Namen. Er heißt Ralf Schmid und ich weiß genau, daß es so jemanden in meiner Klasse nicht gab. Seltsam. Noch im Traum fällt mir ein, daß wohl der Dozent, bei dem ich dieses Jahr eine Weiterbildung hatte, so hieß. Er hat aber keine Ähnlichkeit mit ihm.
In einem weiteren Traumbild sehe ich, wie ich die Blavatsky-Biographie aus dem Bücherregal nehme, das Buch in meiner Hand anschaue und sorgfältig wieder zurückstelle. Es ist, als sei dieses Buch etwas besonderes oder wolle mir etwas wichtiges sagen.
Bemerkung: Ich fragte mich gestern wegen eines kursierenden Fragebogens, welches Buch wohl für mich das wichtigste in 2007 gewesen ist. Mir fiel darauf allerdings keine Antwort ein.
Der Dozent hieß garantiert mit Nachnamen nicht Schmid,
aber ansonsten scheint Weihnachten für mich wohl diesmal ganz träumerisch zu einem Fest der Liebe zu werden. *gg*
ist eine undankbare Tätigkeit. Dies sage ich aus Erfahrung, auch wenn ich die letzten zwanzig Jahre keinen mehr geschmückt habe. In meiner Kindheit jedoch wurde mir jedes Jahr aufs neue diese Aufgabe übertragen. Und es machte mir sogar Spaß, weshalb ich mich nicht gewehrt habe, sondern diesen Auftrag jedesmal gewissenhaft und voller Hingabe erledigte. Erst heute wird mir klar, daß es durchaus nicht nur Spaß gewesen ist, sondern für meine Eltern auch eine enorme Entlastung darstellte. Nachdem mein Vater mit meiner Hilfe (ich mußte immer die Aufwicklung hinter ihm her tragen) alle elektrischen Weihnachtsbaumkerzen angebracht hatte, blieb der blanke Baum mir überlassen. Allzuviele Abwandlungen des Designs gab es nicht, da derselbe sorgfältig gehütete Weihnachtsschmuck jährlich zur Anwendung kam. Etwas Stimmung brachte nur dann und wann meine Katze hinein, wenn sie den ganzen Baum umriß und so mal wieder einige Kugeln zu Bruch gingen. Aus den mir gegebenen Möglichkeiten versuchte ich aber stets das beste zu machen. Doch sobald der Baum fertig war und von den weihnachtlich hysterischen Elternteilen begutachtet wurde, bekam ich in etwa folgendes zu hören:
- Das Lametta liegt viel zu dick.
- Diese Kugeln hängen zu eng beieinander.
- Diese Kugeln hängen zu weit auseinander.
- Warum hast du an der Stelle keine rote Kugel genommen, damit es gleichmäßiger aussieht?
- Der Vogel sieht doch auf dem Zweig da oben viel besser aus.
- Hier hast du eine Lücke gelassen.
- An der kahlen Stelle hättest du aber ruhig etwas mehr Lametta anbringen können.
- Warum hast du denn die (inzwischen nur noch zweistrahligen und zerknickten) Strohsterne nicht an den Baum gehängt?
- Hängen auch ein paar Süßigkeiten am Baum oder hast du schon alle aufgegessen?
- Wo ist denn die Kugel xyz? Hast du die etwa kaputt gemacht?
Einem erst die Arbeit überlassen und dann rummeckern. Grmpf!
*Tigertee trinkt* -Rooibos, Zitronengras, Zitronenverbene, Pfefferminze, Apfel, Orangenschale
In einem kleinen Ort mit spitzen Türmen und alten Häusern. Ich treffe A., freudig begrüßen wir uns, und erzähle von den kleinen Balkons und Treppen, die von den Türmen abgehen, wobei ich mit dem Finger darauf zeige. Wir stehen nun vor einem wirklich winzigem Haus, es ist kaum größer als wir selbst, ebenso der Turm, mit dem es abschließt. A. kann die kleinen Balkone gerade einmal als Tritte benutzen, aber die Türen und Fenster sind viel zu klein. Er klingt deshalb nicht so begeistert. Dem Haus fehlen auf einmal alle Wände. Es ist noch kleiner geworden und sieht aus wie eine sehr große Puppenstube. Es hat zwei Stockwerke und in das obere passen wir bestimmt nicht, aber in das untere vielleicht schon, wenn wir uns sehr klein machen. Als Liebeshöhle dürfte es reichen. Dort drinnen befinden wir uns jetzt. Seine Küsse tun gut, sie sind vertraut und irgendwie auch fremd, wir lieben uns sehr verspielt und leicht. Stille Fröhlichkeit zeichnet sich in unseren Gesichtern ab, wobei sein Gesicht der Spiegel des meinigen ist. Wir wissen, daß wir nur diesen Tag (oder diesen Traum) haben und sich unsere Wege danach wieder trennen, doch daß unsere Liebe nichts trennen kann. Es ist die uneingeschränkte Liebe zweier Kinder, die ihren liebsten Kameraden niemals vergessen. Das winzige Haus hat es wohl weggeweht, zumindest sitzen wir jetzt im Freien, mitten beim Liebesspiel. Ich auf seinem Schoß und er umarmt mich fest, um so meine Blöße zu bedecken. Ein Kollege und ehemaliger Mitstudent schaut um die Ecke und sieht uns ungeniert zu. Wie er sich so zur Seite beugt, dasteht und schaut, wirkt er fast wie eine Statue. Toll - denke ich sarkastisch, jetzt weiß jeder, daß ich Sex habe. Wieder im Ort unterwegs, schauen wir uns den Hungerturm an (also wird der Ort wohl Bernau sein). Ich könnte mir ja den Hungerturm durchaus auch gut als Liebeshöhle vorstellen, aber A. lehnt das sofort ab. Hier bleibt er nicht, sagt er. Ein Silberfaden spinnt sich von ihm weg durch die Luft.
Im nächsten Traumfragment bin ich in einer achtsitzigen überdachten Kutsche unterwegs. Die Sitze sind parallel zum Weg angeordnet. Drei Männer mit Waffen steigen ein und schicken denjenigen, der neben mir saß, hinaus, um sich selbst in der Kutsche breit zu machen. Dabei quetschen sie sich so hinein, daß wir alle auf unseren Sitzen wie in einer Sardinendose sitzen. Wirklich unverschämt, aber da sie Waffen haben, sagt niemand etwas. Nun bin ich mit einem Koffer zum Bahnhof unterwegs. Ich begegne einem athletischen, blonden und attraktiven Mann, der die Kleidung des ausgehenden 19. Jahrhunderts trägt, einschließlich eines eleganten Spazierstockes. Ich selbst trage wohl auch entsprechende Kleidung. Er hält mich an, will irgendwas über andere Sprachen wissen oder sehen und da ich mindestens eine andere Sprache kann, wie er feststellt, ruft er: "Ausgezeichnet! Sie kommen mit mir!". Völlig bestimmt und von seiner Autorität überzeugt, macht er mich zu seiner Reisebegleiterin und ich bin von seiner Bestimmtheit so perplex, daß ich tatsächlich seinen Anweisungen folgte. Er wies mir ein Abteil in einem altertümlichen Zug zu, doch langsam werde ich ärgerlich, weil ich mich so von ihm habe überrumpeln lassen. Als seine Reisebegleiterin steht mir nämlich kein Schlafwagenabteil zu, sondern nur drei oder vier Sitze eines normalen offenen Abteils, auf denen ich mich ausstrecken kann. Sicher ist er irgendein Graf oder sonstiger Adliger, der Kommandieren gewöhnt ist.
Eisiger Wind und Regen,
grau und schweigend verbirgt
sich der Bruch der Figuren.
Ferne Worte berühren,
Erdbeeren sind sie
und manche Stelle faulig ist.
Sternleuchten im Zodiak -
Was ist dein Wesen?,
die Stimme fragt.
Es ist ein Spiegel,
die Eselsbrücke der Liebe,
der Mystiker sagt.
So kehrst du auf den Straßen um,
die sich deinen Füßen gaben,
kehrst dich hin und kehrst dich her,
blockierst jeglichen Verkehr,
bis sich auf dem müden Pfade
verkehrt der Wille hin zu Gnade.
Und die Tauben ziehn vorüber,
taub jedoch ist nur dein Ohr,
findet keine Wegsignale
aus der Verkehrsleitzentrale
und das Herz funkt immer lauter
- ach du Trottel, hör doch her!
stelle ich immer wieder fest. Aber eine Flucht fast unmöglich, zumindest, wenn man Weihnachten trotzdem mag.
Mein Kollege M. wollte mir ja nun schon seit September oder so ein paar Holzscheite für meine Ofenattrappe mitbringen. Irgendwann hatte ich die Hoffnung aufgegeben und ihn auch nicht weiter daran erinnert, bis er sich von selbst in Erinnerung brachte und erklärte, er hätte schon welche rausgelegt gehabt, die sein Vater verheizt habe, aber nun bringe er mir ganz bestimmt welche mit. Na ja, heute traf ich ihn, inzwischen ist es einige Wochen her, und er sagte, er hätte es wieder vergessen, ob ich ihm böse bin. Nein, natürlich bin ich nicht böse, allerdings habe ich bisher auch noch keine andere Holzquelle entdeckt. Immer, wenn ich bei irgendwelchen Baumärkten gewesen bin, hatten die dort weder Holzpaletten (und so viel brauche ich ja eh nicht), und noch weniger einzelne Holzscheite. Vielleicht schickt mir ja irgendjemand ein Weihnachts-Care-Paket mit fünf dekorativen Holzscheiten, oder aber, ich kaufe mir ein Beil und gehe damit in den Wald. Das wäre mal eine ganz neue (illegale) Erfahrung.
wurde ich letzte Nacht. Vor meinen Augen ein mosaikartiger Teppich von hunderten winzigen einzelnen Bildern, die wie in einem Schiebepuzzle oder auf einem Rechenbrett verschoben werden konnten. Dies tat ich auch, Mosaikstück für Mosaikstück, wobei ich den Gedanken der Defragmentierung im Kopf hatte. Mein Gehirn dürfte jetzt wie neu sein. Aber vielleicht wäre eine Formatierung doch besser gewesen. *gg*
Unter
http://www.handywerte.de/ findet man die Strahlungswerte fast aller auf dem Markt erhältlichen Handys.
Das Leichte ist richtig.
Beginne richtig, und es ist leicht.
Fahre leicht fort, und es ist richtig.
Der richtige Weg, das Leichte zu finden,
ist den richtigen Weg zu vergessen
und zu vergessen, dass er leicht ist.
(Dschuang Tsu)
Your path is hard, but will be amply rewarding.
Toll. Ich will aber SOFORT den Lottogewinn.
Nächste Woche sollen bei mir neue fernablesbare Heizkostenverteiler installiert werden. Erst fand ich das ja ganz gut, da dann endlich der nervige Ablesetermin entfällt, allerdings gibt es einige Fragen, zu denen ich mir Gedanken mache, ohne aber den geringsten Hinweis im Internet dazu zu finden. Dabei meine ich nicht einmal die Sache mit dem Datenschutz (was mein Bruder gleich unkte) - noch mehr Überwachung mit täglicher Information über Zeitpunkte und Mengen des Wasserverbrauchs, Heizhochzeiten usw. usf. - gut, wenn man sich die Möglichkeiten bewußt macht, wird einem schwindelig, aber mich interessieren eigentlich trotzdem viel mehr die gesundheitlichen Aspekte. Es heißt, daß diese Systeme über Mobilfunk betrieben werden, deshalb wüßte ich gerne, ob diese Geräte dann die ganze Zeit pulsen und ich sozusagen in jedem Zimmer eine kleine, ständig sendende Funkstation habe. Wenn der Funk nur zu einem bestimmten Ablesetermin aktiviert werden würde, um dann die Ergebnisse zu funken, wäre das ja ok. Aber wenn die andauernd senden oder auch strahlen, ohne zu übertragen, frage ich mich schon, ob das nicht eine unnötige Strahlenbelastung ist. Ich mein, ich bin nicht unbedingt der Mobilfunkgegner, auf mein WLAN würde ich nicht freiwillig verzichten, aber andererseits muß man es ja auch nicht übertreiben, so lange man die wirklichen Spätfolgen noch nicht kennt, die sich, wenn sie z. B. auf Genveränderungen beruhen, erst in Jahrzehnten zeigen und nicht in ein paar Jahren, und ein Ablesetermin im Jahr ist ja nun auch kein Beinbruch. (Wobei ich irgendwo gelesen habe, daß die enorme Zunahme von ADHS, bzw. Hyperaktivität bei Kindern im Zusammenhang mit der Zunahme an Elektrosmog und Strahlenbelastung stehen soll.)
Andererseits wird man aber noch nicht einmal eine Einverständniserklärung des Mieters eingeholt, geschweige denn, daß man irgendwelche Informationen bekommt. Deshalb gehe ich mal davon aus, daß diese Geräte zumindest soweit unbedenklich sind, daß sie nicht gerade Herzschrittmacher stören oder so. Da müßte man ja sonst als Mieter gezwungenermaßen wieder in Wohnungen mit Kachelofen ziehen, wenn es die noch irgendwo gibt, falls einen das Kammerflimmern nicht schon vorher erwischt. Seltsam ist aber wirklich, daß man nirgends im Internet darüber Informationen findet, obwohl es doch bereits Mieter geben muß, die sich damit beschäftigt oder dieselben Fragen haben. Ich sehe vor meinem geistigen Auge gerade die vollkommen rundum funkgesteuerte Wohnung, von Heizungen, Fensteröffnern, über Fernsehsessel, Geschirrspüler, selbsttätigem Staubsauger mit Infrarotauge, bis hin zum Klodeckel und Kühlschrank, der regelmäßig zum nächsten Supermarkt funkt, was gerade an Lebens Eßmitteln ausgegangen ist, damit sie dort schon entsprechend kalkulieren und nachbestellen können. So als Vision klingt das eigentlich gut, aber wenn es anfängt wahr zu werden, bleibt ein ungutes Gefühl.
Im WDR lief heute eine
Dokumentation über den Keller des ägyptischen Museums in Kairo. Dort lagern noch völlig unentdeckt, vergessen und unregistriert tausende von Artefakten, die noch kein Mensch gesehen hat und deren Herkunft zum Teil auch nicht mehr rekonstruierbar ist. Zum Beispiel gibt es dort noch 2000 ungeöffnete Kisten, 600 Sarkophage und 170 bereits neu entdeckte Mumien und es werden ständig neue gefunden. So kommt es, daß ein Museum selbst zur Ausgrabungsstätte von Artefakten wird, die eigentlich schon längst gefunden wurden. Ein Filmteam erhielt erstmals Zutritt zu den unterirdischen Gewölben und den in ihnen verborgenen Schätzen. Ich würde ja ebenfalls mal gerne da unten im Keller stöbern, wobei mich weniger die Mumien interessieren, als vielmehr die ungeöffneten Kisten. Wer weiß, was für Reliefs, Statuen und andere Kunst- und Alltagsgegenstände dort noch schlummern.
Aber da wir gerade bei Artefakten sind - heute war ich mal wieder in der Stadt unterwegs und wenn ich so an diesen überlebensgroßen, drei Metern hohen Arbeiterstandbildern vorbeikomme, die man da und dort noch antreffen kann, kommen mir immer so ulkige Gedanken, wie zum Beispiel, daß diese in ca. 5000 Jahren, nach der nächsten Eiszeit, von unseren Nachfahren aus der Endmoräne gebuddelt werden. Unter den Geschichtsforschern heißt es dann entweder, daß im 20. Jahrhundert Riesen auf der Erde wandelten oder aber, daß in einer bestimmten Periode der Geschichte vor allem ein sehr beliebter Gott der Handwerkskunst angebetet wurde, der stets mit Werkzeugen in der Hand dargestellt wird. Doch auch unsere Wandmalereien dürften ihnen zu denken geben. Sie werden sich sicher fragen, wer dieser gewisse Sky Walkers, dessen Namenszug überall an den Dachfirsten erscheint, wohl war - wahrscheinlich ein mächtiger Herrscher, und ob sie dann noch wissen, was der Hammer und die Sichel symbolisieren? Vielleicht interpretieren sie das als Fruchtbarkeitssymbol, wobei die Rundung der Sichel das weibliche Gefäß und der Hammer den Phallus darstellt. Aber schließlich müssen sie sich ja auch in 5000 Jahren noch über irgendwas den Kopf zerbrechen.
extrem nerven. Gestern war mir die Nachmittagssprechstunde über ziemlich warm und leider hab ich das auch öfters gesagt, weshalb sich Herr N . bemüßigt fühlte, als Heizungsregulationsbeauftragter an den Heizungen rumzuschrauben, obwohl ich die auf meiner Seite schon längst runtergedreht hatte. Daß mir zu warm ist, kann ab und zu vorkommen, aber genauso oft, daß mir zu kalt ist - das wechselt sozusagen von einer Minute zur anderen, weshalb ich beim Heizungsregulieren auch eher und erfolgreich spontan bin. Herr N. nahm also mein Erhitzungsproblem mit aller Konzentration in Angriff und erinnerte mich daran, daß ich die Heizung nach dem Gehen wieder auf "2" stellen solle, damit es am nächsten Morgen nicht ganz ausgekühlt ist. Das fand ich auch o.k. und hätte ich sowieso gemacht, weil sie bei uns eh immer am Morgen heizen und ich der Meinung bin, lieber morgens ein bißchen zu warm, denn auskühlen geht noch, aber geheizt wird im Laufe des Tages nicht mehr viel. Allerdings schraubte Herr N. weiter an den Heizungen rum, prüfte mit fachmännischer Genauigkeit die Handwärme aller Rohre und revidierte dann sein Urteil - ich brauche nach dem Gehen die Heizung doch nicht auf "2" zu stellen, sondern könne sie abgedreht lassen. Was er dazu zu sagen hat, war mir eigentlich egal, da ich die Heizung auf meiner Seite halt immer gerade so drehe, wie ich es brauche und über Nacht nie ganz abgedreht lasse, gerade weil eben immer am Morgen geheizt wird. Im übrigen würde es mir auch nicht einfallen, mich drei Stunden am Tag mit dem Heizungsthermostat zu befassen, weshalb ich seinem Heizungsgerede gar nicht mehr zuhörte, sondern mich auf die Arbeit konzentrierte.
Heute Morgen komme ich ins Büro, er prüfte mal wieder genauestens die Heizungen, und meint zu mir in einem "Wie konnten Sie nur"- Tonfall, ich hätte ja doch die Heizung auf "2" gedreht und nicht abgestellt gelassen. Hallo? Schließlich war ICH es, dem zu warm gewesen ist! Und er kann mir schon zutrauen, daß ich weiß, was ich mache und wie ich auch als Frau die Heizung zu regulieren habe, damit mir weder zu warm noch zu kalt ist. Leicht aufgebracht machte ich mir einen Spaß daraus zu behaupten - aber ER hätte doch gesagt, ich solle die Heizung auf "2" stellen. Das sollte noch scherzhaft sein, so nach dem Motto "ich mache immer, was der Chef sagt", aber er begann doch tatsächlich mit mir zu diskutieren, wann er das gesagt hätte und dann was anderes gesagt hätte. Boah, ich habe gemerkt, wie ich beim Diskutieren etwas lauter wurde, weil mich diese Erbsenzählerei total abnervte, und seltsam, vielleicht habe ich mir das nur eingebildet, aber ich hatte den Eindruck, etwas wie Angst in seinen Augen aufflackern zu sehen, was ich mir aber bei ihm gar nicht vorstellen kann. Außerdem halte ich mich nicht gerade für besonders furchterregend, selbst wenn ich wütend bin, vielleicht lag es einfach daran, daß ich stand und größer bin als er. (Im übrigen war ich froh, die Heizung nicht abgestellt gelassen zu haben, denn es war wieder sehr viel kälter als gestern.)
Bin ich dankbar, daß ich sowas nicht zu Hause habe. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte einen Mann, der stundenlang am Tag an den Heizungen rumdreht, ständig hinter Fernseher und Schränke krepelt, um täglich alle Stecker aus den Steckdosen zu ziehen und wieder einzustecken (das macht er bei sich zu Hause, hat er mal erzählt, wegen Blitzschlag) und dreimal oder öfters am Tag zum Briefkasten rennt - ich würde WAHNSINNIG werden. Da lob ich mir doch meine elektronischen Thermostate. Die drehen zwar auch ständig an der Heizung, aber machen dabei keinen Wind und nörgeln nicht rum, wenn man ihr vorgesehenes Programm ignoriert.
das scheint der neue Look der jungen Leute zu sein. Überall wo man hinschaut sieht man schräge lange Ponys an extremen Seitenscheiteln. In den achtziger Jahren hatte ich auch mal so einen Pony.
Ansonsten schien heute jemand Plapperpulver bei uns im Zimmer verstreut zu haben, oder aber, es waren die Dämpfe des seltsamen Gebräus der Sozialarbeiter. Die hatten gestern abend eine Feier, auf der sie laut tröteten und kreischten, während ein ekliger Geruch durch die Gänge zog. Es roch wie eine Mischung von erhitztem Alkohol und alter Salami. Vielleicht Salamipunsch. *gg* Auch heute roch es noch danach. Jedenfalls kamen ständig Leute in unser Zimmer und blieben oft stundenlang um zu reden. Normalerweise machen die meisten einen großen Bogen um unser Zimmer, da viele Herrn N. nicht gerne begegnen. Heute dagegen war ein ständiges Kommen und Gehen, mir war vom dauernden Reden schon fast wirr im Kopf. Da das Zimmer so kahl war (Herr N. ist der Meinung, daß darin gearbeitet werden soll und nicht gewohnt. Ich bin eigentlich derselben Meinung und würde mir das Büro nicht gerade wie ein Wohnzimmer einrichten. Ich hab nur etwas Nippes auf dem Schreibtisch.), habe ich eines meiner Potsdamer-Platz-Fotos als Poster drucken lassen und in einer nackigen Ecke aufgehängt. Eine Kollegin betrachtete das Poster und fragte: "Wo ist das? Irgendwie kommt mir das bekannt vor." Als ich "Potsdamer Platz" antwortete, schlug sie sich vor den Kopf und meinte nur "Peinlich!"
In einer fremden Stadt, in der die Menschen eine andere Sprache sprechen als ich (russisch, polnisch oder ungarisch?), komme ich an einem tristen Haus mit vorverlegtem, rechtsseitigem Eingang vorbei. Es ist ein Kinderkrankenhaus, das weiß ich sofort, auch wenn es nicht an dem Gebäude steht. Ich bin mir sicher, dort schon einmal gewesen zu sein. Nämlich in meiner Kindheit mit der Mutter. Ich kann mich nicht wirklich erinnern, aus welchem Grund sie mit mir dorthin gegangen ist und was darin geschehen ist. Woran ich mich erinnere sind weniger Geschehnisse, als vielmehr eine dunkel-brütende, kalte Atmosphäre. Diese Atmosphäre schiebt sich bildhaft in meine Gedanken. Ich überlege, ob ich vielleicht mal hineinschauen sollte, vielleicht erkenne ich ja etwas wieder und es wäre interessant, ob dabei noch weitere Erinnerungen kommen, aber ich entscheide mich dagegen. So besonders einladend finde ich das Haus nicht. Doch entweder war diese Entscheidung falsch oder meine Neugier hat gesiegt, jedenfalls erlebe ich genau diese Situation im Traum ein zweites Mal, wobei zwischendurch, wie ich glaube, einige Zeit vergangen ist. Auch jetzt stehe ich vor genau dem gleichen Gebäude, aber diesmal gehe ich hinein. Die Atmosphäre ist nicht anders, als ich sie vor meinem inneren Auge sah, nur etwas belebter. Sehr viele junge Menschen sitzen auf Bänken in den Fluren und warten wohl auf eine Behandlung. Seltsamerweise sind die Ärzte und Schwestern ebenfalls sehr jung. Ich gehe einige Gänge entlang und Treppen hinauf, ohne daß sich bei mir großartige Deja-Vus einstellen oder neue Erinnerungen kommen, deshalb verlasse ich das Haus wieder.
Im nächsten Traumfragment schwänze ich mal wieder, ich weiß jedoch nicht, ob Schule oder Arbeit. Mir ist bewußt, mir ein paar freie Tage (mit Krankheit?) gestohlen zu haben und ich fühle mich deshalb leicht und beschwingt und ohne jedes schlechte Gewissen. Mitten auf der Straße stehend lege ich ein völlig anderes Gewand an, wobei mir unklar ist, woher ich dieses genommen habe. Es besteht aus einer langen Bluse, bodenlangem Rock und aus demselben Stoff gearbeitete, dazu passende Schuhe in Clogform. Alle Teile bestehen aus einem Stoff, auf dessen schimmerndem Lila unzählige kleine feine Blüten in weiß und anderen dezenten Farben verstreut sind. Die Bluse hat außerdem einen Bindegürtel. Bei den Clogs ist seltsamerweise der Stoff an der Ecke über dem großen Zeh zurückgeschlagen und darunter kommt der grellorangefarbene Zipfel eines Netzstoffes zum Vorschein. Noch immer auf der Straße erreiche ich einen sehr klar abgegrenzten Abschnitt, auf dem das Plaster zugefroren ist, während es daneben ganz normal ist. Ich mache mir ein Vergnügen daraus, auf diesem gefrorenen Straßenabschnitt mit meinen Clogs juchzend hin- und herzuschlittern.
Bemerkung: Vielleicht die Aufforderung eine neue Flower-Power-Bewegung zu gründen und nur noch in Clogs auf der Straße rumzuhängen? *gg*