Alien
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Montag, 21. Januar 2008

Mein Großvater,

der Vater meiner Mutter, war wohl gar nicht so gesund, wie ich immer dachte. Man erfährt stets wieder neues. Er ist 96 Jahre alt geworden und sagte einmal zu meiner Mutter, daß er sich nie hätte träumen lassen, so alt zu werden. Denn in jüngeren Jahren hat er geraucht wie ein Schlot, dem Alkohol gerne zugesprochen und aß am liebsten Eisbein. Deshalb litt er in den mittleren Jahren unter Angina Pectoris und seine Leber war auch schon so angegriffen, daß die Ärzte eine Leberpunktion machen wollten. Er weigerte sich jedoch, hörte von einem Tag zum anderen auf zu rauchen, zu trinken und Eisbein zu essen - und wie man sieht, hat es tatsächlich geholfen, denn er ist mit 96 friedlich im Fernsehsessel eingeschlafen, ohne Leberpunktion und ohne Bypass. Geht doch.

Sonntag, 20. Januar 2008

Hm,

ich habe gerade mal die Zigeunerkarten ausprobiert und eine kleine Legung gemacht, da kam für die Personen-, bzw. Themenkarte der Witwer. Das verstehe ich nun überhaupt nicht und habe auch keinerlei Einfälle dazu. Für die Vergangenheit kam Verdruß - ok, wenn ich an Freitag denke, stimmt das sicherlich, und für die Zukunft zog ich das Haus.
Haus, hm, Haus, Haus, Haus......

Edit am 01.02.2010: Tja, heute weiß ich, was es bedeutet. Im August 2008 war ich zum ersten Mal im "Haus".

Mein Vater

hat von einer Pflegerin das Kinderbuch "Heidi" geborgt bekommen und war so begeistert davon, daß er es gleich dreimal gelesen hat. Jetzt möchte er unbedingt auch noch "Biene Maja" lesen und will, daß wir ihm das Buch besorgen. Es soll aber derselbe Verlag wie "Heidi" sein. Ich werde mal bei Amazon schauen. Er hatte zwar eine Buchsammlung von 40.000 Büchern, aber keine Biene Maja. Wer hätte auch ahnen können, daß er auf seine alten Tage Biene Maja lesen will. Stattdessen hat mir meine Mutter heute eine riesige Rollschublade voller Tarotdecks und Tarotbücher gezeigt, die kein Mensch im Leben lesen kann und gar nicht braucht. Ich frage mich, wann er vor hatte, die alle zu benutzen. Allerdings sind auch sehr besondere Ausgaben dabei, wie das Dali-Tarot, da ist es viel zu schade, sowas wegzuwerfen. Deshalb hab ich die schönsten Bücher und Decks heute nach Hause geschleppt, und zwar das Dali-Deck, das Crowley-Deck, Zigeuner-Wahrsagekarten, ein wunderschönes, goldgestanztes Visconti-Deck und diverse Bücher, wie "Das Tarot der Zigeuner", "Farbe, Tarot und Kabbala", "Das Crowley-Tarot" von Akron/Banzhaf, "Die Geheimnisse des Tarot", "Das Rad des Lebens" und "Der Baum des Lebens", einige ander Bücher, wie "Der Yoga", "Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten" und "Von Gott zu Allah?". Außerdem auch jede Menge Steine. Ich habe ja so einen kleinen Spleen für Steine, hab schon als Kind aus jedem Ostseeurlaub mindestens drei Kilo Steine nach Hause gewuchtet, deshalb komme ich auch jetzt nicht dran vorbei. Jade-Qi Gong-Kugeln, Bergkristallobelisken, einen riesigen Steintresor voller Halbedelsteine (stattdessen hätten gerne auch lupenreine Diamanten drin sein dürfen *gg*), Bergkristallkugeln und und und....In einer Kiste fanden wir zwei Sparräder voller Euromünzen, ordentlich geordnet nach Wert und Größe. Meine Mutter wollte die ebenfalls wegwerfen, weil sie nicht wußte, wie sie die Münzen da heraus bekommt, obwohl man die einfach abziehen konnte. Ich habe ihr gesagt, daß sie damit doch noch einkaufen gehen kann und habe ihr die Münzen in einen Beutel gefüllt. Jetzt räumen wir schon seit über einem Jahr auf, aber es ist immer noch erstaunlich, was man so alles findet.

Samstag, 19. Januar 2008

Das Recht auf atomaren Erstschlag

Russland behält sich das Recht auf einen präventiven atomaren Erstschlag vor - ähm....:

Was für ein Recht soll das bitte sein?

Habe ich vielleicht das Recht bekloppte Regierungsoberhäupter jeglicher Art auszurotten, die eine Bedrohung für die Menschheit darstellen - rein präventiv, versteht sich?

Freitag, 18. Januar 2008

Reise in die Matrix

Ich bin in meiner Wohnung, die anders aussieht als meine wirkliche. Es gibt eine Art abgetrennten großen gläsernen Erker, in welchem Couch und Fernseher stehen, und erst, wenn man durch den Erker hindurchgegangen ist, öffnet sich das Zimmer zu Terasse oder Balkon. Ich überlege, ob ich Fernseher und Couch vielleicht anders hinstellen sollte, aber zwei mögliche Richtungen habe ich schon durch und bei der dritten würde die Sonne direkt auf den Fernseher fallen, was ich auch nicht für sinnvoll halte. Zurück im Zimmer sehe ich meine verstorbene Katze. Ich streichel sie ein bißchen und dann fällt mir schreckartig ein, daß ich ihr ja schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu Fressen hingestellt habe, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Um Gotteswillen, ein Wunder, daß sie noch lebt. Sieht sie nicht tatsächlich sehr abgemagert aus? Ihr scheint es aber trotzdem noch gut zu gehen, wenn man ihr Verhalten betrachtet. Erstaunlich, wie lange Katzen überleben können. Wahrscheinlich haben sie eingebaute Fettreserven für magere Zeiten. Ich stelle ihr schnell einen Teller mit Milch hin und suche auch noch etwas Eßbares, finde aber nichts. Na ja, vielleicht reicht ja die Milch erstmal aus. Die Katze schlabbert sie und rollt sich danach zufrieden unter dem Bett zusammen. Später breitet sie sich auf einem knallroten Teppich aus, der bei mir im Zimmer liegt. Ich selbst lege mich aufs Bett und schaue Fernsehen. Im Fernsehen laufen Bilder, als würde eine Kamera durch eine Art Gang oder Tunnel fahren, in welchem sich verschiedene Türen (Flügeltüren) befinden, die von allein aufschwingen, sobald die Kamera hindurchfährt. Jetzt nehme ich selbst die Stelle der Kamera ein und fahre oder fliege in hoher Geschwindigkeit durch den Gang. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Gefährt gesessen zu haben, weshalb fliegen der Sache näher kommt, es erinnert aber auch ein bißchen an Geisterbahn. Anfangs bin ich bei dieser Fahrt etwas ängstlich, weil ich ständig sehr schnell auf irgendwelche Hindernisse, wie Türen, Fenster und auch anderes undefinierbares zurase, aber immer schwingt alles, wenn ich nur millimetergenau davor bin, rechtzeitig auf. Eine Tür öffnet sich nach der anderen, so daß ich ungehindert passieren kann. Es scheint sehr genau abgestimmt und funktioniert auch gut, weshalb ich mich nach dem ersten Stückchen Fahrt etwas mehr entspanne. Wahrscheinlich ist das so ein 3D-Erlebnisfilm, wo halt ein bißchen Nervenkitzel dabei sein soll. Die werden schon geprüft haben, daß es nicht zu einem Crash kommen kann. Manchmal durchquere ich Hindernisse aber auch einfach so, als wären sie gar nicht da, wie zum Beispiel mitten im Raum angeordnete Quadrate, die wiederum aus vielen einzelnen farbigen Würfeln bestehen und auf denen jeweils eine Zahl erscheint. Irgendwoher durch eine Stimme erfahre ich, daß dies alles die Matrix ist. Aha. Schließlich lande ich in der Bekleidungsabteilung eines Kaufhauses. Ich schlendere ein bißchen umher und schaue mir die Sachen an. Die Umgebung verändert sich und auf einmal bin ich im Tierpark. Dort steht eine Mauer, in der zu Besichtigungszwecken sehr viele verschiedene Steine eingelassen sind, jeder Farbe und Form. Ich polke eine Handvoll Steine heraus, gerade habe ich einen durchsichtigen in der Hand, der zwei weiße "Polkappen" oben und unten besitzt, als ich sehe, wie sich der Sonnenblumenhausmeister hinter einem Vorsprung versteckt und mich beobachtet. Vielleicht will er mich erschrecken, aber da ich ihn längst gesehen habe, rufe ich ihn und er kommt auf mich zu. Schnell versuche ich den Stein wieder in die hinterlassene Lücke zu fummeln, da es nicht gelingt, stecke ich ihn mitsamt der anderen Steine unauffällig in die Hosentasche. Ich hoffe, der Hausmeister hat nicht gesehen, daß ich die Steine hab mitgehen lassen, denn das ist verboten. Wir laufen durch den Tierpark und statt des Hausmeisters ist es nun mein Kumpel, mit dem ich unterwegs bin. Dabei habe ich das Gefühl, daß ich sehr froh bin, daß er an meiner Seite ist, obwohl es dafür keinen konkreten Anlaß gibt. Wir kommen zu einem Teich oder Wasserlauf, an welchem zwei schneeweiße Enten sitzen. Ich sage irgendwas, daß ich sie gefüttert hätte, wobei ich aber hoffe, daß dies in dem offenen und mit rosa Kunstblumen geschmücktem Haus gegenüber niemand hört, da ich vermute, daß dessen Bewohner die Enten ebenfalls füttern. Wir befinden uns nun direkt am Rand des Tierparks, welcher mit Häusern und Gärten abschließt, ohne daß eine Mauer dazwischen wäre. Ein Stück des Weges wird sehr beengt, da jetzt auch von links eine Begrenzung da ist und der Weg selbst hügelig ist und nur aus festgetretenem Sand besteht. Vor einem Haus wurden drei quadratische Körbe mit Sand aufgestellt und der Weg führt direkt dort hindurch. Ich vermute, daß dies der Vorgarten des Hauses ist, weshalb ich zu meinem Kumpel die Bemerkung mache, daß wir wohl gerade durch einen Vorgarten latschen. Doch der Hauseigentümer steht daneben und ihn scheint das nicht zu stören, denn er sagt, als wolle er uns extra darauf aufmerksam machen und auch, daß wir hindurchlaufen, wie tief man doch in den Sand einsinke.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Fliegen und Singen

Ich wache in meinem Bett liegend auf und bemerke, allerdings erst nach einiger Zeit, daß mein Zimmer etwas anders aussieht als sonst. Das verwirrt mich, denn ich frage mich, ob ich tatsächlich in meinem Zimmer bin oder woanders und überlege, ob ich wirklich wach bin. Dennoch bin ich im Traum überzeugt davon, wach zu sein und komme schließlich auf die Idee, daß man mich während des Schlafes wegen der Bauarbeiten in einen anderen Raum umgesetzt hat. Das macht mich ziemlich ärgerlich. Ich gehe zum Fenster, sehe seltsame Pflanzen mit großen, in der Mitte etwas verfaulten Blüten davor wachsen. Dann laufe ich hinaus und komme über einen Flur in eine Küche, wo mehrere sehr alte Frauen beim Abwaschen und Kochen sind. Ich frage sie wegen des Zimmers, aber sie schauen mich ungläubig an und schütteln den Kopf. Da wird mir klar, daß ich doch träume und sofort befinde ich mich auf einer nächtlichen Straße. Ich beginne zu fliegen und dabei laut das Lied "Engel der Muse" aus "Das Phantom der Oper" zu singen. Ich fliege mit rasender Geschwindigkeit dunkle Straßen entlang und singe mit voller Inbrunst und hoher Kopfstimme dieses Lied, so laut es mir möglich ist, während jemand (wer?) zu mir sagt, daß ich meine Stimme üben soll, damit ich lauter bin als die anderen.

Dieser Traum aus dem Jahr 2004 fiel mir heute wieder ein, als ich mit diesem Lied im Kopf aufwachte. Die Version bei youtube gefällt mir nicht wirklich, meine Lieblingsversion ist immer noch die mit Peter Hofmann.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Zucker sagt,

im Vendîdâd werden die Blätter gesammelt und in die Lotusblüte der spirituellen Ebene auf einer Bank angeordnet, dann kommt sicherlich recht bald ein Rudel Spatzen angeflogen, welche sich offenbaren.

Gewebe der Welt

Interessante Träume hatte ich letzte Nacht: abenteuerliche Baustellen, ägyptische Artefakte und Sarkophage, und ein hauchzartes Netz, einem Spinnennetz nicht unähnlich. Dieses war allerdings quadratisch und von jeder Seite gingen Fäden ab, die in einem gebogenen Halbkreis schwebten. Diese Fäden waren Zahlen (wobei ich mich im Wachbewußtsein frage, wie man diese Zahlen unterscheiden soll, wenn die Fäden alle gleich aussehen) und bildeten oder stellten das Gewebe der Welt dar. Blöderweise habe ich mir mal wieder kaum etwas gemerkt, so daß nur diese wenigen Bilder und ein kribbelndes, neugieriges Gefühl aus der Nacht geblieben sind.

Die Sprachgewohnheiten

meiner Chefin sind ja auch recht interessant. Als sie bei der Dienstberatung das erste Mal das Verb "überleiten" mit "übergelitten" beugte, hielt ich das noch für einen Hörfehler meinerseits, beim vierten Mal jedoch, 'leidete' ich.

Montag, 14. Januar 2008

Seit einigen Wochen werde

ich von einem massiven Ordnungswahn geschüttelt. Ich meine, für ausgeklügelte Ordnungssysteme hatte ich ja schon immer ein Faible, sie sind sozusagen meine heimliche Liebe, die ich aufgrund von Prioritätensetzung nur auf wenige Rendevouz beschränke, da mein Motto lautet, das Leben ist zu kurz, um es mit solchem Kram zu verschwenden. Materielle Dinge sind eh endlich - die schönste katalogisierte Kassettensammlung wäre zum Beispiel jetzt schon lange in den Müll gewandert, wenn ich eine gehabt hätte (und ich wollte immer eine). Und ob meine Bücher nach Buchstaben oder Themen geordnet sind, interessiert keinen mehr, wenn ich das Zeitliche gesegnet habe. Mitnehmen kann ich sie jedenfalls nicht. Doch seit ich die Bücher-Computerkatalogisierung innerhalb nur weniger Monate erfolgreich abgeschlossen habe, fallen mir tausend Dinge ein, die ebenfalls noch ein wenig mehr Struktur und Übersicht gebrauchen könnten. Ich vermute, daß Saturn in der Jungfrau und zur Zeit durch mein zweites Haus laufend daran nicht unschuldig ist. Zeit zur Bestandsaufnahme der Besitztümer und lichten des "kreativen" Chaos. Als nächstes will ich deshalb, die durch diverse Dateien und Programme verstreuten Träume mehrerer Jahre in die Alchera Suite übertragen. Die bietet einfach am meisten Potential, auch wenn das englischsprachige Programm des nicht allerneuesten Baujahrs anfangs gewöhnungsbedürftig ist. Inzwischen habe ich mich gewöhnt und alles an meine Bedürfnisse angepasst. Da hat man einiges an Möglichkeiten. Und das Anlegen von Labels mit Statistikanzeige, sowie den integrierten Hall und Van de Castle Skalen zur Contentanalyse, mit welcher untersucht werden soll, mit welcher Häufigkeit man von bestimmten Personen, Objekten oder Orten träumt, findet man sonst nirgends. Auch die Mondphasen und der sofortige Überblick über luzide, telepathische oder animierte Träume ist toll. Das wird sicherlich wieder ein Projekt für mehrere Monate, ob ich dann noch Lust habe, die deutschen Symbole einzutragen, weiß ich nicht, aber die Symboldeutung ist für mich sowieso mehr zweitrangig. Der Effekt dieser Übung ist, daß ich jetzt nicht mehr träume, bzw. ich träume schon, erinnere mich aber kaum noch, da ich wieder vollkommen in die Ordnungsstrukturen der materiellen Welt abgetaucht bin und nichts anderes mehr im Kopf habe.*gg*

Sonntag, 13. Januar 2008

Fünf Worte

Und fühlt ich auch das Nahen der Geschichte
- der Hoffnung Nahrung wollt ich sein
und formen so der Zukunft Bild
nach meinem gewünschten Gesichte.
Fünf Worte nur verführten zum Schnitte,
der Vergessenheit anheim fallend,
so sollt es sein, niemals wird wahr,
was nicht Erlaubnis hat zum nächsten Schritte,
von mir persönlich abgesegnet.
Fünf Worte warten in gedenkender Ablage,
auf neuerliche, zwiespältige Ehren,
traurige Ehre wird das sein, fürwahr,
doch straften sie mich bereits für die Absage
und ließen zurück im Gefühl eine Lücke,
das falsche Setzen des Endes,
das spontane Enden der Sätze,
auf daß die schlaue Überlistung glücke -
sie tat es nicht.

...

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

(Rainer Maria Rilke)

Donnerstag, 10. Januar 2008

Die namenlose Prophezeiung

Das Lied der Linde, um 1850 in einer hohlen Linde bei Bad Staffelstein gefunden, sagt die Zukunft Deutschlands voraus:

Alte Linde bei der heiligen Klamm,
Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm,
Karl den Großen hast du schon gesehn,
Wenn der Größte kommt, wirst du noch stehn.

Dreißig Ellen misst dein grauer Saum,
Aller deutschen Lande ält’ster Baum,
Kriege, Hunger schautest, Seuchennot,
Neues Leben wieder, neuen Tod.

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,
Roß und Reiter bärgest einst du wohl,
Bis die Kluft dir sacht mit milder Hand
Breiten Reif um deine Stirne wand.

Bild und Buch nicht schildern deine Kron',
Alle Äste hast verloren schon
Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,
Blätter freudig in die Lüfte steigt.

Alte Linde, die du alles weißt,
Teil uns gütig mit von deinem Geist,
Send ins Werden deinen Seherblick,
Künde Deutschlands und der Welt Geschick!

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht,
Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit,
Hundertsechzig, sieben Jahre Frist,
Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Fremden Völkern front dein Sohn als Knecht,
Tut und läßt, was ihren Sklaven recht,
Grausam hat zerrissen Feindeshand
Eines Blutes, einer Sprache Band.

Zehre, Magen, zehr' vom deutschen Saft,
Bis mit einmal endet deine Kraft,
Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin,
Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,
Und der Bruder gegen Bruder ficht,
Mit der Sens' und Schaufel sich bewehrt,
Wenn verloren gingen Flint' und Schwert.

Arme werden reich des Geldes rasch,
Doch der rasche Reichtum wird zu Asch',
Armer alle mit dem großem Schatz.
Minder Menschen, enger noch der Platz.

Da die Herrscherthrone abgeschafft,
Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,
Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt,
Wer berufen wird zu einem Amt.

Bauer heuert bis zum Wendetag,
All sein Müh'n ins Wasser nur ein Schlag,
Mahnwort fällt auf Wüstensand,
Hörer findet nur der Unverstand.

Wer die meisten Sünden hat,
Fühlt als Richter sich und höchster Rat,
Raucht das Blut, wird wilder nur das Tier,
Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,
Schonet nicht den Greis im Silberhaar,
Über Leichen muß der Höchste fliehn
Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Gottverlassen scheint er, ist es nicht,
Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,
Leistet auch in Not er nicht Verzicht,
Bringt den Gottesstreit vors nah' Gericht.

Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß,
Bet' daheim, verlasse nicht das Haus!
Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein,
Wofern sie brennen will, dir Schein.
Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht,
Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

Gleiches allen Erdgebor'nen droht,
Doch die Guten sterben sel'gen Tod.
Viel Getreue bleiben wunderbar
frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,
Eine andre mit dem Feuer ringt,
Alle Städte werden totenstill,
Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Zählst du alle Menschen auf der Welt,
Wirst du finden daß ein Drittel fehlt,
Was noch übrig, schau in jedes Land,
Hat zur Hälfte verloren den Verstand.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff,
Preisgegeben einem jeden Riff,
Schwankt herum der Eintags-Herrscherschwarm,
macht die Bürger ärmer noch als arm.

Denn des Elends einz'ger Hoffnungsstern
Eines bessern Tags ist endlos fern.
"Heiland, sende den Du senden mußt!"
Tönt es angstvoll aus der Menschen Brust.

Nimmt die Erde plötzlich ändern Lauf,
Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?
"Alles ist verloren!" hier's noch klingt,
"Alles ist gerettet," Wien schon singt.

Ja, von Osten kommt der starke Held,
Ordnung bringend der verwirrten Welt.
Weiße Blumen um das Herz des Herrn,
Seinem Ruf folgt der Wack're gern.

Alle Störer er zu Paaren treibt,
Deutschem Reiches deutsches Recht er schreibt,
Bunter Fremdling, unwillkommner Gast,
Flieh die Flut die du gepflügt nicht hast.

Gottes Held ein unzertrennlich Band
Schmiedest du um alles deutsche Land.
Den Verbannten führest du nach Rom,
Großer Kaiserweihe schaut ein Dom.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil,
Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel,
Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,
Daß nun reich und arm sich nicht mehr würgt.

Deutscher Nam', du littest schwer,
Wieder glänzt um dich die alte Ehr',
Wächst um den verschlung'nen Doppelast,
Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutsche Kinde vertraut,
Und am Tiber - wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund von Hermannsland.

Wenn der engelgleiche Völkerhirt'
Wie Antonius zum Wanderer wird,
Den Verirrten barfuß Predigt hält,
Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

Alle Kirchen einig und vereint,
Einer Herde einz'ger Hirt' erscheint.
Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,
Schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz.

Reiche Ernten schau' ich jedes Jahr,
Weiser Männer eine große Schar,
Seuch' und Kriegen ist die Welt entrückt,
Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

Dieses kündet deutschem Mann und Kind
Leidend mit dem Land die alte Lind',
Daß der Hochmut mach' das Maß nicht voll,
Der Gerechte nicht verzweifeln soll!

Mittwoch, 9. Januar 2008

Zwei schwarze Männer

balancierten heute gegenüber von unserem Fenster auf den Dachgiebeln. Da die Schornsteinfeger nicht gingen, sondern scheinbar aus der Ferne nur weit weg voneinander still standen, wirkte es irgendwie sehr surreal und erinnerte mich stark an die Dali-Sequenz aus dem Hitchcock "Ich kämpfe um dich", obwohl ich nicht genau weiß, wieso.