hat recht. Der erste und fast einzige Sender, in dem man heute noch manchmal ein interessantes Programm findet, ist arte. Allerdings kann ich seine Aussage, daß 3sat vielleicht früher mal ganz gut war, nicht so nachvollziehen, da die erst in diesem Sommer, in ihrem "Doku-Sommer", recht ansprechende Sendungen hatten. Genaugenommen schaue ich von sämtlichen anderen Kanälen nur folgende regelmäßigen Sendungen (vereinzelt auch was anderes, wenn ich gerade herumzappe, was aber sehr selten vorkommt):
"Zimmer frei" - WDR
"NDR Talk Show" - NDR
Sonntag-Spätspielfilm (ab 23:00 h) in der ARD (da meistens sehr gute Sachen, nur leider viel zu spät)
"Inas Nacht" - NDR
"Polylux"
ab und zu Maybritt Illner und diverse Wissensmagazine (Galileo, Abenteuer Wissen) je nach Thema oder Kerner, je nach Gästen
Wenn man bedenkt, daß dies die einzige Auswahl aus an die zwanzig Sendern ist (arte nicht mitgezählt), ist das schon ziemlich mau, ohne daß es mich groß stört, denn inzwischen gehe ich abends eh lieber anderen Freizeitbeschäftigungen nach oder schaue Leih-DVDs.
Wirklich entsetzt vom Fernsehpreis war ich im übrigen erst, als ich sah, daß "Das jüngste Gericht" nominiert worden war. Da gab es doch bei weitem sehr viel bessere Fernsehfilme. Glücklicherweise bekam der Film wenigstens nicht den Preis, denn dann hätte ich mich wohl auch gefragt, wo ich hier eigentlich bin.
Die Zeit läßt sich nicht brechen; darin liegt unsere schwerste Bürde. Und die größte Herausforderung besteht darin, mit und trotz dieser Bürde zu leben.
(aus "Und Nietzsche weinte" von Irvin D. Yalom)
Ich bin eine vergessene Romanfigur aus meinem eigenen Roman, sitze an einem Tisch und grüble. So ganz weiß ich noch nicht, wer ich bin, doch als neben mir eine schwarzhaarige Frau auftaucht, glänzende Kastanien auf einen anderen Tisch legt und mich völlig kalt läßt, fällt es mir wieder ein: Ich bin ein arroganter, kaltblütiger und impotenter Mann, der kein Interesse an Frauen hat und ganz am Anfang des Romans vergessen wurde, nie wieder auftauchte. Doch nein, so ganz stimmt das nicht - meldet sich jetzt mein Autoren-Ich. Denn dieses weiß sicher, da es das Ende schon kennt, daß er wieder auftauchen wird, und zwar gegen Schluß des Romans. Wenn der Text fertig ist, wird er perfekt ausgewogen sein, denn jede Person wird genau zweimal darin vorkommen.
Im nächsten Traumbild bin ich auf einer Kinomesse unterwegs. Eigentlich hoffe ich, kostenlos eine DVD zum Anschauen abzustauben, doch die werden alle gut bewacht und dürfen nur unter Glasvitrinen betrachtet werden. Wie langweilig! Ich komme an einem Tisch vorbei, an dem jemand saß und auf welchem ein aufgeschlagenes Buch liegt. Neugierig blättere ich darin. Jedem Kapitel ist ein kurzes Wörterbuch vorangestellt, da das Buch anscheinend in mehreren Sprachen bunt durcheinander geschrieben wurde. Ich drehe es um, um auf den Titel zu schauen. Es hat einen dunkelbraunen Einband. Darauf kann ich den Namen Theresa von Avila erkennen, sowie einen, wie mir scheint, französischen Titel, welcher mit "La po...." beginnt. Ich überlege, ob ich das Buch mitnehmen soll, aber erstens habe ich noch genug Lesestoff und zweitens weiß ich auch nicht, ob es mir erlaubt ist, das Buch einfach einzustecken. Also lasse ich es auf dem Tisch liegen.
Irgendwo während meines weiteren Herumstreunens treffe ich auf meinen Bruder. Dieser lädt mich in eine Schreberlaube zu einem gemeinsamen Kurzurlaub ein. Die Laube befindet sich am Rande von Berlin und spontan begeistert sage ich sofort zu und schon befinden wir uns auf dem Weg dorthin.
In einem Zimmer dieser Laube erwache ich gegen Morgen aus dem Schlaf der ersten Nacht. Etwas unangenehm fällt mir die kahle weiße Wand neben mir auf. Das ganze Zimmer, in dem ich allein liege, ist relativ spartanisch gehalten. Allerdings bemerke ich, daß es von den Abmessungen nicht ganz dem entspricht, was ich genau in dieser Nacht von dem Zimmer geträumt habe. Anscheinend war ich abends zu müde gewesen, um es genau mit allen Einzelheiten zur Kenntnis zu nehmen und habe deshalb "falsch" davon geträumt. Während ich noch im Bett liege schwirrt ein Schwarm schwarz-weißer Insekten herein. Es scheinen Fliegen mit einem tiefschwarzen Vorderteil und strahlend weißem Hinterteil zu sein. Sowas habe ich ja noch nie gesehen! Als sie mir zu nahe kommen, verscheuche ich sie schnell und sie ziehen sich zur Zimmermitte unter der recht niedrigen Decke zurück. Dort werden aus den Insekten plötzlich Puzzlestücke, welche im Raum schweben, sich dabei drehen und wenden, und sich völlig von allein, wie in einem Reigen, ineinandergreifend zu einem Bild anordnen. Das Bild besteht aus einem schwarzen Hintergrund mit darauf gezeichneten weißen Linien. Zuerst halte ich es für ein schief liegendes Porträt eines Menschen mit sehr breitem Kopf. Seltsamerweise ist der Kopf fast ebenso breit wie die Schultern und auch der Hals ist nicht so recht auszumachen. Da fällt es mir wieder ein: Es scheint eines dieser Raumfahrerbilder zu sein, wie Erich von Däniken sie auf alten Zeichnungen der Maya oder anderen Völkern gesehen haben will. Merkwürdig, daß das Puzzle ausgerechnet diese Abbildung zeigt.
Das Puzzle entschwindet meinem Bewußtsein und ich denke nun daran, aufzustehen. Dabei bemerke ich, daß ich völlig vergessen habe, irgendetwas mitzunehmen, weder Zahnbürste, noch Handtuch, noch Klamotten zum Wechseln. Ich habe nur das, was ich auf dem Leib trug, als ich hierher kam. Na ja, für die paar Tage wird es schon irgendwie gehen. Wasser ist ja da. Schließlich betrete ich zum Frühstück durch den Garten die extra gelegene großzügige Küche und muß feststellen, daß ich gar nicht allein mit meinem Bruder in der Laube bin, sondern sich sein gesamter Freundeskreis hier aufhält, das bedeutet mindestens dreißig Menschen. Dies läßt meine Stimmung etwas sinken, denn nun fühle ich mich verloren zwischen all den Menschen, die ich kaum kenne und zu denen ich auch aus verschiedenen Gründen nicht viel Kontakt bekomme. Ich nehme schnell ein kleines Frühstück zu mir, wobei ich mich ziemlich unwohl fühle und gehe wieder hinaus in den Garten. Dort werde ich ab und an von jemanden angesprochen, wechsle ein paar belanglose Worte, fühle mich aber trotzdem fehl am Platze und als Außenseiter. Irgendwie ist das genau so eine Situation, wie ich sie hasse, aber andererseits, nach Hause deshalb zu fahren, habe ich auch keine Lust. Sicher wird es mir niemand übel nehmen, wenn ich mich einfach absetze und ein paar lange Spaziergänge in die Gegend unternehme, wenn ich schon einmal hier bin. Kaum ist mir dieser Gedanke gekommen, springe ich bereits auf, um einem von zwei Wegen zu folgen, die fast parallel aus dem Garten hinausführen. Der Weg steigt sanft an, als würde ich einen Hügel besteigen und mit einem Mal hat es den Eindruck, als würde der Weg enden, denn ich befinde mich direkt auf der höchsten Spitze der Anhebung. Ich bleibe stehen, schaue in die Runde und mein Herz will vor Glück fast zerspringen, als ich das Meer sehe. Zwar weiß ich nicht, was das Meer hier macht, denn sooo weit kann ich eigentlich nicht gelaufen sein, aber ich habe keine Geduld, lange darüber zu grübeln. Stattdessen renne ich die Anhebung herunter auf das Meer zu, wie man zu einem Geliebten läuft, und lasse mich noch mit voller Bekleidung direkt in die Brandung fallen. Es ist schon herbstlich kühl, ich trage lange Hosen und eine Strickjacke, alles wird klatschnaß werden und schwer wieder trocknen, aber egal! Das Wasser ist relativ stürmisch und bewegt, ich lasse mich von der Brandung hin- und her schleudern. Weder schwimme ich, noch kämpfe ich gegen die Brandung an, noch habe ich Angst, weiter hinaus ins Meer geschwemmt zu werden. Ich lasse mich einfach mitreißen, lachend und weinend gleichzeitig vor Glück, bis ich das Gefühl habe, selbst das Meer zu sein.
Bemerkung: SO vom Meer träumen, kann man sicherlich nur, wenn man VÖLLIG hysterisch ist.
Ich träume, ich würge an nächtlichem Grauen. Oft habe auch ich mich gefragt, weshalb wohl Angst die Nacht regiert. Nach zwanzig Jahren des Nachdenkens bin ich zu dem Schluß gelangt, daß die Angst nicht aus der Dunkelheit geboren wird, sondern eher den Sternen gleicht - stets unverrückbar da, nur unsichtbar im grellen Licht des Tages.
(aus "Und Nietzsche weinte" von Irvin D. Yalom)
Stundenlang Angst und das Tageshorroskop sagt, ich soll heute um Gottes Willen keine traurigen Filme anschauen. Wenn es nur traurige Filme wären, mit denen wäre ich leicht fertig geworden. Ganz im Gegensatz zu den Sorgen und der Angst, weil meine Mutter den ganzen Tag nicht ans Telefon ging. Schließlich stand ich abends auf der Matte, wollte schon mit meinem Zweitschlüssel aufschließen, weil auf das Klingeln auch niemand reagierte, als sich plötzlich doch die Tür öffnete. Ich war eigentlich davon ausgegangen, daß sie das Telefon am Bett hat, denn wenn sie nicht mehr hochkommt nützt ihr das Telefon im Wohnzimmer auch nichts, deshalb die Sorgen, weil sie sich gestern ja wenigstens noch telefonisch gemeldet hat. Aber das Telefon stand im anderen Zimmer und auf meine Frage, warum sie es nicht am Bett habe, meinte sie: "Äh ja, morgen - morgen hätte ich es ganz bestimmt ans Bett genommen. Heute hatte ich einfach keine Lust zu telefonieren." So sehr ich das verstehen kann, aber wenn ich krank gewesen wäre und hätte mich nur zwei Stunden lang nicht mehr am Telefon gemeldet, dann hätte sie bei mir SOFORT mit Notarzt auf der Matte gestanden und mich selbst mit vierzig Fieber noch ordentlich zusammengestaucht. Aber ok, inzwischen weiß ich ja und wußte es eigentlich den ganzen Tag, daß ich einfach nur hysterisch bin und/oder zuviel blühende Phantasie habe.
Ich bin einfach nur hysterisch und alles ist gut....
Ich bin einfach nur hysterisch und alles ist gut...
Ich bin einfach nur hysterisch und alles ist gut...
*eine Packung Baldrian schluckt*
Im Traum wußte ich unverrückbar und als eine selbstverständliche Tatsache, daß meine Anwesenheit heilsam auf andere Menschen wirkt. Wenn ich also heute meine kranke Mutter besuche, würde sie garantiert wieder gesund werden. Sogar daß mein Vater bis jetzt überlebt hat und überhaupt beide so lange leben und gesund blieben, liegt allein an meiner Nähe zu ihnen. Mit mir haben sie sich sozusagen das Leben ins Haus geholt.
Bemerkung: Wenn ich wüßte, daß ich tatsächlich schuld daran bin, daß mein Vater heute noch lebt, würde ich mir bis an mein Lebensende Vorwürfe machen. Ich habe mir ja sogar schon Gedanken gemacht, wie man ihn unauffällig und schmerzlos umbringen könnte. Gestern rief mich meine Mutter an, weil sie über Nacht heimtückisch von einer schweren Virusgrippe platt gemacht wurde. Wir verabredeten, daß ich heute komme und ihr Medikamente, Obst und diverses andere besorge, was sie benötigt. Es hat sie wirklich schlimm erwischt, nicht einmal mit meiner Schwägerin wollte sie telefonieren. Sie bat mich, daß ich mit ihr spreche und den geplanten Ausflug absage. Meine Schwägerin wollte am Wochenende bei meiner Mutter anrufen, und als ich dieser das ausrichtete, rollte sie mit den Augen. Das liegt wohl daran, daß K. ziemlich viel quasselt: Normalerweise hat meine Mutter nichts dagegen und wenn sie von K. nichts wissen und nicht quasseln will, dann muß es ihr wirklich richtig schlecht gehen. Aus dem Bett stöhnte sie mir herzerweichend entgegen: "Es ist so schönes Wetter draußen und ich muß hier drinnen liegen. "
das morgige Tageshorroskop hat auch gleich die passende Erklärung für meine Stimmung (siehe voriger Beitrag):
Venus und Uranus machen hysterisch.
Heute neigen Sie zu Hysterie und empfinden alles viel schlimmer und aussichtsloser, als es eigentlich ist. Und im positiven Erleben übertreiben Sie auch total.
Anscheinend wirken beide schon heute bei mir. Aber gut zu wissen, daß ich einfach "nur" hysterisch bin und alles andere halb so schlimm. Also kein Weltuntergang. *ggg*
habe ich nur das Gefühl, daß um mich herum alles zusammenbricht und das Ende aller Tage kurz bevor steht? Im Großen ist es das Finanzsystem, welches an den überstrapazierten Sollbruchstellen zusammenknickt, aber immerhin lernt man in solchen Phasen wieder die Vorzüge schätzen, die es hat, wenn man eh nicht viel Geld besitzt. Ab Montag wird bei uns gestreikt und das Chaos nimmt seinen Lauf, welches sowieso nie fern ist, wenn ich mir dieses besch.... neue Softwareprogramm anschaue, das mit zwanzig Akten mehr Kuddelmuddel anstellt als mit den restlichen hundertsechzig. Und die sonstigen ganz persönlichen Ereignisse dieser Woche lassen mich glauben, daß der Todeskampf der Sonne sehr bald einsetzt und bis dahin die Sonnenstürme in sich steigernder Wut über uns hinwegfegen. Irgendetwas liegt in der Luft.
Ich lese gerne die Bücherrezensionen bei Amazon und gerade fand ich eine besonders hübsche zu "Augustschnee":
Verzicht auf introvertiertes Gefasel.
SCHÖN!
Dasjenige Gegenstück zu Houellebecq, wonach ich immer gesucht habe!
Absolutes MUSS für alle, die Literatur mit GESUNDER PSYCHOLOGIE lieben. Es handelt sich nicht um eine exzentrische, kranke, neiderfüllte Autorenpersönlichkeit wie Thomas Mann, Houellebecq oder Kafka. Sondern um jemandem, der/die am Leben teilnimmt, normale Entwicklungen genießt und quasi um die Figuren, die von besagten 3 Männern insgeheim beneidet werden.
Dieses Buch trägt zur psychischen Heilung der Gesellschaft bei!
"Exzentrische, kranke und neiderfüllte Autorenpersönlichkeiten" - nein, ist das drollig...*sich kringelt*
Bis jetzt wußte ich nicht einmal, daß es so etwas gibt, aber man kann tatsächlich bei lebendigem Leib verschimmeln. Heute bekamen wir ein Gutachten zu einer 23jährigen Klientin, welche ein Jahr lang in einer Wohnung gelebt hat, ohne sich zu waschen und zu bewegen. Sie hat sich so wenig bewegt, daß ihr ganzer Körper mit Schimmel überzogen war. Aber noch viel kurioser finde ich, daß sie nicht einmal allein in der Wohnung war, sondern mit vier Personen, ich glaube sogar Familienangehörigen lebte. Ich mein, spätestens wenn mein Mitbewohner im Bett langsam Schimmel ansetzt, oder meine Tochter, Schwester oder wer auch immer, würde ich denjenigen sicher aus dem Bett werfen und mit einem Eimer Wasser anrücken, denke ich mir. Oder so...
Ich liebe ja die vielen Statistikfunktionen der Alchera-Traumsoftware. Obige bezieht sich auf meine Träume zwischen 1990 und 2008 und verblüffend ist, daß ich im März jeweils die meisten und auch die längsten Träume erlebe. Nun ist der März der Fische/Neptun-Monat, aber allein dies dürfte dafür nicht verantwortlich sein, zumal man dann davon ausgehen müßte, daß die Mehrzahl der Menschen im März mehr träumt (wobei solch eine Untersuchung sicher mal interessant wäre). Zudem gehört der März aber auch zu meinem 8. Haus, dem Haus des Unterbewußtseins und der Grenzerfahrungen. Zufall? Interessanterweise ist der März außerdem ein Monat, in dem ich am häufigsten und manchmal auch besonders schwer erkranke. Scheint so, als hätten Krankheiten und Träume etwas gemeinsam. Vielleicht weil beide eine Botschaft für uns enthalten?
Um mich herum ein einsamer, nächtlicher Wald. Fahles Mondlicht zwischen den Bäumen und sprechende Stille. Ich beginne laut zu schreien, in langgestreckten, immer höheren Tönen schreie ich in den Wald hinein, weiter und weiter. Der Klang erinnert mich an das Heulen eines Wolfes. Bin ich ein Wolf? Ich meine mich zu erinnern, daß ich ein Mensch bin, aber vielleicht bin ich auch ein Wolf. Das Schreien verfolgt einen ganz bestimmten Zweck, ähnlich wie in diesem Aufwachtraum. Etwas soll damit vertrieben werden, doch damit es funktioniert, muß ich mich sehr anstrengen, meine Töne immer lauter und reiner werden lassen. Je mehr dies geschieht, um so mehr ähnelt es einem Singen, wenn auch aus voller Kraft. Es ist, als würde ich versuchen, das letzte Quentchen Atemluft aus mir herauszupressen, um damit den Klang zu formen, bis ich mich selbst darin verströme. Dabei schaue ich stets auf ein Stückchen Himmel zwischen dunklen Bäumen, das von dem Mond hinter den Wolken rötlich beleuchtet wird. Insekten schwirren um mich herum, eine Zecke läßt sich an einem Faden herunter, befindet sich immer in meiner Nähe, bis ich sie schließlich erschlage. Ich schreie weiter. Etwas Unheimliches, ein transzendentes Sein soll damit aufgelöst werden. Es ist die Seele des Grafen Dracula, die diesen Wald völlig ausfüllt, in jedem Atom mitschwingt. Je höher, lauter und reiner ich schreie, um so eher wird sie sich verflüchtigen und erlöst sein.
Bemerkung: Die Bilder des Waldes erinnern mich an den Film "Hotel". Wenn ich sowas noch öfters träume, weiß ich nicht, ob das meine Stimmbänder auf Dauer mitmachen. Beim Aufwachen tat mir vor Anstrengung der Hals weh.
Der Schrei im Traum deutet auf Verzweiflung aber auch auf ein Erwachen (im Traum) als Gegenbild zum Schlaf. Bisweilen regt der Schrei den Träumer an, sich klar zu äußern.
Nicht selten fühlen wir uns im Traum bedroht und möchten schreien, doch kein Laut kommt über unsere Lippen. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass wir uns in unseren ursprünglichen Bedürfnissen, zumeist zu Gunsten anderer übergehen, da wir nicht wagen uns gegen die Erwartungen abzugrenzen und zu wehren.
Töne sind selten im Traum, obwohl Komponisten schon ihre Kompositionen geträumt haben. Töne sprechen meistens den Sinn für unsere innere Stimme an. Im Mythos erzeugen die Engel Sphärenklänge, also besondere Töne, welche die Seelen der Hörer öffnen. Der Ton ist außerdem wie die Farbe ein symbolischer Ausdruck für Stimmungen.
In der Kirche meiner Kindheit. Es ist dunkel, nur schmale Streifen von Licht fallen über die Empore in bizzaren Streifen, während die Gänge unter der Empore ganz im Dunkel verschwimmen. Jemand spielt Orgel. Die Klänge wirken in der leeren Kirche zugleich unheimlich, aber auch wunderschön. Es ist, als würde ich die Töne nicht nur hören, sondern mit meinem Körper wahrnehmen. Obwohl ich einige Meter vom Altar entfernt stehe, scheint das verzerrte Gesicht des riesigen "Barlach"-Christus direkt über mir zu schweben. Ein Spatz sitzt auf einer der Dornen seiner Krone, pickt wie selbstverständlich von hier nach dort und fängt die Würmer aus dem Holz. Ich warte auf meinen Vater. Er ist auf den Turm gestiegen, um die Glocken zu läuten, aber bis auf die Orgel ist nichts zu hören. Ich setze mich auf eine der Holzbänke und warte. Auch die Holzbänke sind von Würmern durchlöchert. Plötzlich höre ich Schritte, aber nicht die hinkenden meines Vaters. Die Kirche ist bis auf die Tür zur Sakristei abgeschlossen. Angestrengt starre ich in das Dunkel um mich herum. Ein altes Mütterchen tritt hervor, setzt sich direkt neben mich. Ihre Augen leuchten veilchenblau und sind mit Tränen gefüllt. "Was ist mit Ihnen?" frage ich. Da reißt sie sich blitzschnell beide Augen aus dem Kopf, mit blutschwarzen Höhlen sitzt sie vor mir, streckt mir die Hände entgegen, in welchen die Augäpfel liegen. "Für dich!" Erschrocken wehre ich ab und will weglaufen. Andererseits möchte ich sie auch nicht allein so sitzen lassen. Was tun? Während ich aufgesprungen bin und panisch überlege, hat sie mir schon in jede Hand einen der Augäpfel gedrückt, als würde sie noch immer sehen können. Das Seltsame ist, daß die Augen mit meinen Händen verschmelzen, bis schließlich aus jeder Hand ein veilchenblaues Auge herausschaut. Ich habe ein ungeheuer schlechtes Gewissen. Wenn das mein Vater sieht, wird er mich fragen, was ich wieder angestellt habe. Er wird bestimmt sauer sein, daß ich der alten Dame die Augen geklaut habe und dabei war ich das gar nicht. Erst nach minutenlangem Grübeln fällt mir auf, daß mich die Frau wieder mit zwei völlig gesunden Augen anschaut. Puh, da bin ich aber froh. Vor Erleichterung möchte ich sie fast küssen. Sie lacht und zeigt zu den Fenstern. Das Glas zerschmilzt im Morgenlicht, ein bunter Schwall fließt schillernd die Wände hinunter. Vögel flattern hinein und hinaus und auf einmal ähnelt die Kirche mehr einer schimmernden Grotte. Der Anblick ist hinreißend.
geht jetzt ins Fitnessstudio (erzählt sie mir stolz am Telefon), mit 74. Natürlich noch neben ihrem Töpferkurs, ihren "Bridge"-Runden, ihren Seniorenfahrten und Verlagstreffen, ihren Kinogängen, ihren Reisen, ihren Computer-Volkshochschulkursen, ihren täglichen Besuchen im Pflegeheim, ihren Entrümpelungsaktionen zu Hause und Shoppingtouren. Und dann höre ich sie immer seufzen: "Als Rentner ist man einfach nur noch im Stress und hat überhaupt keine Zeit mehr..."
So langsam verstehe ich, woher mein Bruder das hat. Ich schlage da ziemlich eindeutig nach der phlegmatischen Art meines Vaters. Allerdings frage ich mich immer, jetzt, wo diese Anlage meiner Mutter so richtig zum Ausbruch kommt, da mein Vater nicht mehr im Weg ist, wie sehr sich die beiden wohl tatsächlich über 50 Jahre angenervt haben. Vielleicht noch heftiger, als ich mir überhaupt vorstellen kann.
für eine Kaminofenattrappe ist es jetzt wieder. Den Balkonplatz habe ich den Vögeln überlassen (welche ihn gleich lustvoll mit Körnern vollgesaut haben, wie man sieht).
„Ein Verwundeter liegt im Sterben und will wissen, wofür er stirbt. Er lässt die Krankenschwester rufen und sagt ihr: 'Ich sterbe als Soldat und möchte wissen, für wen ich sterbe.' Die Schwester antwortet: 'Sie sterben für Führer und Volk.' Der Soldat fragt dann: 'Kann dann nicht der Führer an mein Sterbebett kommen?' Die Schwester antwortet: 'Nein, das geht nicht, aber ich bringe Ihnen ein Bild des Führers.' Der Soldat bittet dann, dass ihm das Bild zur Rechten gelegt wird. Weiter sagt er dann: 'Ich gehöre der Luftwaffe an.' Da bringt ihm die Schwester das Bild von Reichsmarschall Göring und legt es zur Linken. Daraufhin sagt der Soldat: 'Jetzt sterbe ich wie Christus - zwischen zwei Verbrechern.'„
Das Lachen bleibt einem im Halse stecken, wenn man weiß, daß für das Erzählen dieses politischen Witzes Priester Joseph Müller am 11. September 1944 durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Er hat sich übrigens bei den Vernehmungen immer geweigert, den Namen desjenigen zu nennen, der ihm diesen Witz erzählt hatte.