für Krankengymnastik bin ich noch zu gesund. Als mich die Physiotherapeutin heute aufforderte, mal ganz vorsichtig erst das linke und dann das rechte Bein anzuheben, damit sie mir im Liegen das große Würfelkissen unter die Waden schieben kann, hob ich spontan beide Beine hoch und irgendwie schien das die Therapeutin etwas zu irritieren. Wahrscheinlich heben die meisten bei ihr auf der Liege wirklich nur ächzend erst das eine und dann das andere Bein an. Diese Situation erinnerte mich sofort an
jenen früheren Traum, denn der erste Blick auf meine Beinaktion, schien mir haargenau derselbe.
Außerdem konnte die Physiotherapeutin bei der Massage sehen, daß es mich jetzt mehr links schmerzt, obwohl es während der Krankschreibung die rechte Seite des Beckens gewesen ist. Als sie mich fragte, antwortete ich erst mit "Na ja, damals eigentlich rechts." und schob dann zögernd hinterher, daß es aber in den letzten Tagen die linke Seite ist, worauf sie sagte: "Na, das will ich doch meinen. Das ist hier etwas geschwollen." Und ich: "Wie 'geschwollen'?" Sie erklärte mir, daß man das tatsächlich an leichten Hautveränderungen sehen kann. Und ich weiß jetzt, daß es nicht nur Nordic Walking gibt, sondern auch einfaches Walking, was aber immer noch was anderes als Gehen oder Laufen ist. Zum Massieren hat sie ein Mittel verwendet, das wie Rheumasalbe riecht und dies erinnert mich wiederum an den Teddybär-Arzt aus meinem ersten Betrieb, der mir eine Rheumasalbe mit den Worten verschrieb, ich müsse mich ja nicht gerade damit einschmieren, wenn ich tanzen gehe.
Seltsam, wie heute Traum und Wirklichkeit zusammenkommen, denn genau von diesem Betrieb träumte ich letzte Nacht.
Stolz und liebesbedürftig, selbstüberzeugt und verletzlich, kindlich erkundend in Körpern von Erwachsenen, so stehen sie im Bus neben mir, sich aneinanderdrängend, gegenseitig Schutz in der Gruppe gebend. Laut und doch scheuäugig sind sie auf dem Weg zu einer Feier, die Mädchen damenhaft sexy herausgeputzt, blond-frohlockend, dunkelwellig, schwarzgelidert, die jungen Männer sich linkisch-leger gebend. Eine seltsam angenehme Atmosphäre greift von der Gruppe auf mich über. Ich kenne niemanden von ihnen und fühle mich doch fast dazugehörig, schließlich war ich auch einmal so jung und erinnere mich noch gut an meine Discobesuche in den ersten Pfennigpumps, die ich von meinem Taschengeld kaufte. Ich schaue hinunter und lächle in mich hinein, als ich die Stilettos an den jungen Füßen sehe, silber, schwarz oder lackglänzend. Die Pfennigabsätze habe ich längst aufgegeben und ziehe es vor, auf bequemen Sohlen durch das Leben zu laufen. Dennoch gibt es wohl im Leben jeder Frau eine Phase, in der Stilettos einfach sein müssen, man muß einmal erfahren haben, wie es ist, in ihnen zu laufen oder zu tanzen. Vielleicht ist das so eine Art moderner weiblicher Initiationsritus, der den Übergang zum Erwachsensein kennzeichnet und traditionsgemäß nicht unbedingt schmerzfrei ist. Ich wünsche euch einen wunderbaren Abend - trotz Stöckelschuhe, und das meine ich ganz ernst.
Solltet ihr nicht genug Geld für ein schönes Gewand haben, so seht darauf, daß alles hübsch sauber sei, insbesondere eure Schuhe, euer Gürtel und euer Dolch. Nichts gefällt mehr und nichts gibt höfischeres Aussehen. Wer im Frauendienst etwas erreichen will, muß in allem gewandt sein, damit seine Herrin nie ein Fehl an ihm findet. Bemüht euch, auch den Bekannten eurer Dame zu gefallen, damit sie nur Gutes über euch vernimmt. Das übt auf Herzen einen ganz besonderen Einfluß aus. Wenn euch eure Dame empfängt, so scheut euch nicht ihr zu sagen, daß sie euer Herz erobert hat. Und wenn sie euch wirklich gewähren sollte, worum ihr sie batet, so laßt ja niemanden davon erfahren. Beklagt euch vielmehr bei jedermann, daß ihr nichts auszurichten vermöget, denn Frauen können Schwätzer und Dämlinge nicht ausstehen.
(Troubadour Amanieu des Escas aus "Kreuzzug gegen den Gral")
Während die Haustür hinter mir ins Schloss fällt, bemerke ich, daß sie überhaupt keine Klinke hat und ich mich frage, wie ich wieder hinauskommen soll. Doch erstmal will ich nur hinein, deshalb grüble ich nicht lange darüber nach. Solches kann ich immer noch tun, wenn es so weit ist, daß ich wieder hinaus möchte. Dann fällt auch die Wohnungstür hinter mir zu und hat keine Klinke. So langsam wird mir mulmig zumute. "Haben denn in diesem Traum alle Türen keine Klinken?" fragt sich das Traum-Ich und beschließt, daß es sich wohl um ein äußerst wichtiges Traumbild handelt, welches es sich unbedingt merken und später im Traumtagebuch notieren sollte. Es sieht die Eintragung sogar schon bildlich vor sich und in diesem Traumbewußtsein verlaufen alle weiteren Träume. Zunächst schlendere ich durch eine kleine Diskothek, in der einige Paare zwischen den Tischen tanzen, weil die Tanzfläche so klein ist. Ich bin einfach hinein, ohne Eintritt zu bezahlen, vielleicht haben die ja heute Frauentag. Aber ich will mich sowieso nicht lange aufhalten, sondern nur umschauen. Wonach, das weiß ich eigentlich selbst nicht. Wieder auf der Straße fällt mir ein riesiges weißes, altmodisch verziertes M am blauen Himmel auf. Ich bin völlig überrascht, von dieser unerwarteten Erscheinung, bleibe aber sofort stehen, um mir jeden Bogen und jeden Strich genau einzuprägen, denn schließlich will ich es in mein Traumtagebuch zeichnen. Hoffentlich kann ich mir das alles merken. Ich biege in eine Allee, die an die Allee aus dem Filmende von "Der dritte Mann" erinnert, laufe aber seitlich neben den Bäumen auf eine Straße und eine Straßenbahnhaltestelle zu. Mir ist als würde ich von einem schwarzen Pferd mit Reiter verfolgt werden, welches noch sehr weit hinter mir direkt in der Mitte der Allee galoppiert, deshalb beginne ich zu rennen. Pferd und Reiter werden immer größer, da erreiche ich schon die Straßenbahn und springe, noch während sie bereits losfährt, hinein. Geschafft!
Bemerkung: Alle Türen hinter sich zuschlagen, kein Zurück mehr - kein Zurück wohin?
Die Eberesche auf meinem Hof hat sich sozusagen über Nacht verschämt knallrot gefärbt (zumindest hab ich es gestern noch nicht gesehen). Und da sich die Sonne auch endlich wieder hervorgewagt hat, leuchten die Farben um so schöner. Ich liebe dieses Rot!

Der Falkenkaiser flügelte
die Veilchenwege am satten Sonnensaum,
der Grillenkrieger schrummelte
den Kriegsgesang im gelben Ginsterbaum,
doch grämten die Lerchen sich
im stillen Baumblütenband,
wo sich der Treuetugend
tiefes Grab befand.
K., meine verstorbene Katze ist wieder da und wird künftig bei mir wohnen. Sie fühlt sich anscheinend gleich wohl, ich muß allerdings unbedingt noch ein Katzenklo besorgen. Am besten eines mit diesem ganz neuartigem Streu. Ich spiele ein bißchen mit ihr und später, ich liege bäuchlings auf dem Bett, spüre ich, wie sie mit ihren Pfoten meinen Rücken hinauftippelt, um sich dicht an meinem Gesicht zusammenzurollen. Als meine Mutter kommt, erkennt sie die seltsamerweise nicht sofort, sondern springt erst mit ziemlicher Verzögerung auf sie zu. Könnte es sein, daß sie mit zunehmendem Alter schlechter sieht?
In einem Zimmer sitzen in kleinen Grüppchen verstreut einige Blogger. Manche unterhalten sich, andere sitzen schreibend über Papier gebeugt, ich halte mich eher abseits und beobachte interessiert, was vor sich geht.
Herr Schneck, ein Käppi tragend, sitzt mit einem Bloggerkollegen oder Kumpel zusammen und schreibt an einem Brief, und zwar ziemlich ausdauernd und konzentriert. Es ist ein Liebesbrief an eine Freundin und er enthält einen "halben" Heiratsantrag. Halb deshalb, weil der Antrag in einem Code versteckt ist. Das weiß ich, weil ich einen Blick auf den Brief werfen darf und er mir die Sache mit dem Code erklärt. Dieser sieht ungefähr so aus: 4354z usw. wobei der Heiratsantrag erst "voll" ist, wenn der Code voll ist, zu dem in irgendwelchen Abständen immer noch neue Buchstaben und Zahlen hinzukommen. Ich finde diese Vorgehensweise etwas merkwürdig und frage mich, was seine Freundin wohl dazu sagt. Wenn sie das mit dem Code nicht mitbekommt oder versteht, könnte es sein, daß sie sich an der Nase herumgeführt fühlt. Aber ok, mich geht das ja nichts an, deshalb sage ich auch nichts und setze mich wieder in eine Ecke, von wo aus ich das Zimmer weiter beobachte. Herr Schneck hört gar nicht mehr auf zu schreiben und sein Kumpel verliert plötzlich die Geduld. "Was soll diese viele Schreiberei?" ruft er und springt genervt auf. Auch er hatte zwar etwas geschrieben, war aber wohl nicht wirklich so begeistert bei der Sache. Herr Schneck sieht ihn völlig erstaunt an, so als wäre das eine ganz neue Seite an seinem Bekannten und fragt irritiert: "Ja willst du denn gar nicht schreiben?"
hat recht. Der erste und fast einzige Sender, in dem man heute noch manchmal ein interessantes Programm findet, ist arte. Allerdings kann ich seine Aussage, daß 3sat vielleicht früher mal ganz gut war, nicht so nachvollziehen, da die erst in diesem Sommer, in ihrem "Doku-Sommer", recht ansprechende Sendungen hatten. Genaugenommen schaue ich von sämtlichen anderen Kanälen nur folgende regelmäßigen Sendungen (vereinzelt auch was anderes, wenn ich gerade herumzappe, was aber sehr selten vorkommt):
"Zimmer frei" - WDR
"NDR Talk Show" - NDR
Sonntag-Spätspielfilm (ab 23:00 h) in der ARD (da meistens sehr gute Sachen, nur leider viel zu spät)
"Inas Nacht" - NDR
"Polylux"
ab und zu Maybritt Illner und diverse Wissensmagazine (Galileo, Abenteuer Wissen) je nach Thema oder Kerner, je nach Gästen
Wenn man bedenkt, daß dies die einzige Auswahl aus an die zwanzig Sendern ist (arte nicht mitgezählt), ist das schon ziemlich mau, ohne daß es mich groß stört, denn inzwischen gehe ich abends eh lieber anderen Freizeitbeschäftigungen nach oder schaue Leih-DVDs.
Wirklich entsetzt vom Fernsehpreis war ich im übrigen erst, als ich sah, daß
"Das jüngste Gericht" nominiert worden war. Da gab es doch bei weitem sehr viel bessere Fernsehfilme. Glücklicherweise bekam der Film wenigstens nicht den Preis, denn dann hätte ich mich wohl auch gefragt, wo ich hier eigentlich bin.
Die Zeit läßt sich nicht brechen; darin liegt unsere schwerste Bürde. Und die größte Herausforderung besteht darin, mit und trotz dieser Bürde zu leben.
(aus "Und Nietzsche weinte" von Irvin D. Yalom)
Ich bin eine vergessene Romanfigur aus meinem eigenen Roman, sitze an einem Tisch und grüble. So ganz weiß ich noch nicht, wer ich bin, doch als neben mir eine schwarzhaarige Frau auftaucht, glänzende Kastanien auf einen anderen Tisch legt und mich völlig kalt läßt, fällt es mir wieder ein: Ich bin ein arroganter, kaltblütiger und impotenter Mann, der kein Interesse an Frauen hat und ganz am Anfang des Romans vergessen wurde, nie wieder auftauchte. Doch nein, so ganz stimmt das nicht - meldet sich jetzt mein Autoren-Ich. Denn dieses weiß sicher, da es das Ende schon kennt, daß er wieder auftauchen wird, und zwar gegen Schluß des Romans. Wenn der Text fertig ist, wird er perfekt ausgewogen sein, denn jede Person wird genau zweimal darin vorkommen.
Im nächsten Traumbild bin ich auf einer Kinomesse unterwegs. Eigentlich hoffe ich, kostenlos eine DVD zum Anschauen abzustauben, doch die werden alle gut bewacht und dürfen nur unter Glasvitrinen betrachtet werden. Wie langweilig! Ich komme an einem Tisch vorbei, an dem jemand saß und auf welchem ein aufgeschlagenes Buch liegt. Neugierig blättere ich darin. Jedem Kapitel ist ein kurzes Wörterbuch vorangestellt, da das Buch anscheinend in mehreren Sprachen bunt durcheinander geschrieben wurde. Ich drehe es um, um auf den Titel zu schauen. Es hat einen dunkelbraunen Einband. Darauf kann ich den Namen Theresa von Avila erkennen, sowie einen, wie mir scheint, französischen Titel, welcher mit "La po...." beginnt. Ich überlege, ob ich das Buch mitnehmen soll, aber erstens habe ich noch genug Lesestoff und zweitens weiß ich auch nicht, ob es mir erlaubt ist, das Buch einfach einzustecken. Also lasse ich es auf dem Tisch liegen.
Irgendwo während meines weiteren Herumstreunens treffe ich auf meinen Bruder. Dieser lädt mich in eine Schreberlaube zu einem gemeinsamen Kurzurlaub ein. Die Laube befindet sich am Rande von Berlin und spontan begeistert sage ich sofort zu und schon befinden wir uns auf dem Weg dorthin.
In einem Zimmer dieser Laube erwache ich gegen Morgen aus dem Schlaf der ersten Nacht. Etwas unangenehm fällt mir die kahle weiße Wand neben mir auf. Das ganze Zimmer, in dem ich allein liege, ist relativ spartanisch gehalten. Allerdings bemerke ich, daß es von den Abmessungen nicht ganz dem entspricht, was ich genau in dieser Nacht von dem Zimmer geträumt habe. Anscheinend war ich abends zu müde gewesen, um es genau mit allen Einzelheiten zur Kenntnis zu nehmen und habe deshalb "falsch" davon geträumt. Während ich noch im Bett liege schwirrt ein Schwarm schwarz-weißer Insekten herein. Es scheinen Fliegen mit einem tiefschwarzen Vorderteil und strahlend weißem Hinterteil zu sein. Sowas habe ich ja noch nie gesehen! Als sie mir zu nahe kommen, verscheuche ich sie schnell und sie ziehen sich zur Zimmermitte unter der recht niedrigen Decke zurück. Dort werden aus den Insekten plötzlich Puzzlestücke, welche im Raum schweben, sich dabei drehen und wenden, und sich völlig von allein, wie in einem Reigen, ineinandergreifend zu einem Bild anordnen. Das Bild besteht aus einem schwarzen Hintergrund mit darauf gezeichneten weißen Linien. Zuerst halte ich es für ein schief liegendes Porträt eines Menschen mit sehr breitem Kopf. Seltsamerweise ist der Kopf fast ebenso breit wie die Schultern und auch der Hals ist nicht so recht auszumachen. Da fällt es mir wieder ein: Es scheint eines dieser Raumfahrerbilder zu sein, wie Erich von Däniken sie auf alten Zeichnungen der Maya oder anderen Völkern gesehen haben will. Merkwürdig, daß das Puzzle ausgerechnet diese Abbildung zeigt.
Das Puzzle entschwindet meinem Bewußtsein und ich denke nun daran, aufzustehen. Dabei bemerke ich, daß ich völlig vergessen habe, irgendetwas mitzunehmen, weder Zahnbürste, noch Handtuch, noch Klamotten zum Wechseln. Ich habe nur das, was ich auf dem Leib trug, als ich hierher kam. Na ja, für die paar Tage wird es schon irgendwie gehen. Wasser ist ja da. Schließlich betrete ich zum Frühstück durch den Garten die extra gelegene großzügige Küche und muß feststellen, daß ich gar nicht allein mit meinem Bruder in der Laube bin, sondern sich sein gesamter Freundeskreis hier aufhält, das bedeutet mindestens dreißig Menschen. Dies läßt meine Stimmung etwas sinken, denn nun fühle ich mich verloren zwischen all den Menschen, die ich kaum kenne und zu denen ich auch aus verschiedenen Gründen nicht viel Kontakt bekomme. Ich nehme schnell ein kleines Frühstück zu mir, wobei ich mich ziemlich unwohl fühle und gehe wieder hinaus in den Garten. Dort werde ich ab und an von jemanden angesprochen, wechsle ein paar belanglose Worte, fühle mich aber trotzdem fehl am Platze und als Außenseiter. Irgendwie ist das genau so eine Situation, wie ich sie hasse, aber andererseits, nach Hause deshalb zu fahren, habe ich auch keine Lust. Sicher wird es mir niemand übel nehmen, wenn ich mich einfach absetze und ein paar lange Spaziergänge in die Gegend unternehme, wenn ich schon einmal hier bin. Kaum ist mir dieser Gedanke gekommen, springe ich bereits auf, um einem von zwei Wegen zu folgen, die fast parallel aus dem Garten hinausführen. Der Weg steigt sanft an, als würde ich einen Hügel besteigen und mit einem Mal hat es den Eindruck, als würde der Weg enden, denn ich befinde mich direkt auf der höchsten Spitze der Anhebung. Ich bleibe stehen, schaue in die Runde und mein Herz will vor Glück fast zerspringen, als ich das Meer sehe. Zwar weiß ich nicht, was das Meer hier macht, denn sooo weit kann ich eigentlich nicht gelaufen sein, aber ich habe keine Geduld, lange darüber zu grübeln. Stattdessen renne ich die Anhebung herunter auf das Meer zu, wie man zu einem Geliebten läuft, und lasse mich noch mit voller Bekleidung direkt in die Brandung fallen. Es ist schon herbstlich kühl, ich trage lange Hosen und eine Strickjacke, alles wird klatschnaß werden und schwer wieder trocknen, aber egal! Das Wasser ist relativ stürmisch und bewegt, ich lasse mich von der Brandung hin- und her schleudern. Weder schwimme ich, noch kämpfe ich gegen die Brandung an, noch habe ich Angst, weiter hinaus ins Meer geschwemmt zu werden. Ich lasse mich einfach mitreißen, lachend und weinend gleichzeitig vor Glück, bis ich das Gefühl habe, selbst das Meer zu sein.
Bemerkung: SO vom Meer träumen, kann man sicherlich nur, wenn man VÖLLIG hysterisch ist.
Raumfahrer
Ich träume, ich würge an nächtlichem Grauen. Oft habe auch ich mich gefragt, weshalb wohl Angst die Nacht regiert. Nach zwanzig Jahren des Nachdenkens bin ich zu dem Schluß gelangt, daß die Angst nicht aus der Dunkelheit geboren wird, sondern eher den Sternen gleicht - stets unverrückbar da, nur unsichtbar im grellen Licht des Tages.
(aus "Und Nietzsche weinte" von Irvin D. Yalom)
Stundenlang Angst und das Tageshorroskop sagt, ich soll heute um Gottes Willen keine traurigen Filme anschauen. Wenn es nur traurige Filme wären, mit denen wäre ich leicht fertig geworden. Ganz im Gegensatz zu den Sorgen und der Angst, weil meine Mutter den ganzen Tag nicht ans Telefon ging. Schließlich stand ich abends auf der Matte, wollte schon mit meinem Zweitschlüssel aufschließen, weil auf das Klingeln auch niemand reagierte, als sich plötzlich doch die Tür öffnete. Ich war eigentlich davon ausgegangen, daß sie das Telefon am Bett hat, denn wenn sie nicht mehr hochkommt nützt ihr das Telefon im Wohnzimmer auch nichts, deshalb die Sorgen, weil sie sich gestern ja wenigstens noch telefonisch gemeldet hat. Aber das Telefon stand im anderen Zimmer und auf meine Frage, warum sie es nicht am Bett habe, meinte sie: "Äh ja, morgen - morgen hätte ich es ganz bestimmt ans Bett genommen. Heute hatte ich einfach keine Lust zu telefonieren." So sehr ich das verstehen kann, aber wenn ich krank gewesen wäre und hätte mich nur zwei Stunden lang nicht mehr am Telefon gemeldet, dann hätte sie bei mir SOFORT mit Notarzt auf der Matte gestanden und mich selbst mit vierzig Fieber noch ordentlich zusammengestaucht. Aber ok, inzwischen weiß ich ja und wußte es eigentlich den ganzen Tag, daß ich einfach nur hysterisch bin und/oder zuviel blühende Phantasie habe.
Ich bin einfach nur hysterisch und alles ist gut....
Ich bin einfach nur hysterisch und alles ist gut...
Ich bin einfach nur hysterisch und alles ist gut...
*eine Packung Baldrian schluckt*
Im Traum wußte ich unverrückbar und als eine selbstverständliche Tatsache, daß meine Anwesenheit heilsam auf andere Menschen wirkt. Wenn ich also heute meine kranke Mutter besuche, würde sie garantiert wieder gesund werden. Sogar daß mein Vater bis jetzt überlebt hat und überhaupt beide so lange leben und gesund blieben, liegt allein an meiner Nähe zu ihnen. Mit mir haben sie sich sozusagen das Leben ins Haus geholt.
Bemerkung: Wenn ich wüßte, daß ich tatsächlich schuld daran bin, daß mein Vater heute noch lebt, würde ich mir bis an mein Lebensende Vorwürfe machen. Ich habe mir ja sogar schon Gedanken gemacht, wie man ihn unauffällig und schmerzlos umbringen könnte. Gestern rief mich meine Mutter an, weil sie über Nacht heimtückisch von einer schweren Virusgrippe platt gemacht wurde. Wir verabredeten, daß ich heute komme und ihr Medikamente, Obst und diverses andere besorge, was sie benötigt. Es hat sie wirklich schlimm erwischt, nicht einmal mit meiner Schwägerin wollte sie telefonieren. Sie bat mich, daß ich mit ihr spreche und den geplanten Ausflug absage. Meine Schwägerin wollte am Wochenende bei meiner Mutter anrufen, und als ich dieser das ausrichtete, rollte sie mit den Augen. Das liegt wohl daran, daß K. ziemlich viel quasselt: Normalerweise hat meine Mutter nichts dagegen und wenn sie von K. nichts wissen und nicht quasseln will, dann muß es ihr wirklich richtig schlecht gehen. Aus dem Bett stöhnte sie mir herzerweichend entgegen: "Es ist so schönes Wetter draußen und ich muß hier drinnen liegen. "
das morgige Tageshorroskop hat auch gleich die passende Erklärung für meine Stimmung (siehe voriger Beitrag):
Venus und Uranus machen hysterisch.
Heute neigen Sie zu Hysterie und empfinden alles viel schlimmer und aussichtsloser, als es eigentlich ist. Und im positiven Erleben übertreiben Sie auch total.
Anscheinend wirken beide schon heute bei mir. Aber gut zu wissen, daß ich einfach "nur" hysterisch bin und alles andere halb so schlimm. Also kein Weltuntergang. *ggg*
habe ich nur das Gefühl, daß um mich herum alles zusammenbricht und das Ende aller Tage kurz bevor steht? Im Großen ist es das Finanzsystem, welches an den überstrapazierten Sollbruchstellen zusammenknickt, aber immerhin lernt man in solchen Phasen wieder die Vorzüge schätzen, die es hat, wenn man eh nicht viel Geld besitzt. Ab Montag wird bei uns gestreikt und das Chaos nimmt seinen Lauf, welches sowieso nie fern ist, wenn ich mir dieses besch.... neue Softwareprogramm anschaue, das mit zwanzig Akten mehr Kuddelmuddel anstellt als mit den restlichen hundertsechzig. Und die sonstigen ganz persönlichen Ereignisse dieser Woche lassen mich glauben, daß der Todeskampf der Sonne sehr bald einsetzt und bis dahin die Sonnenstürme in sich steigernder Wut über uns hinwegfegen. Irgendetwas liegt in der Luft.