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Samstag, 23. Mai 2009

Nuhr wer's glaubt wird selig





*Tränen lacht*

Sperren gegen Kinderpornographie

Ein Video, das man nicht oft genug zeigen kann:



Die absolute Höhe ist aber wohl das Argument vom Bundeswirtschaftsminister. Was für Idioten dürfen eigentlich Minister werden?

Thomas Mann und sein Dachboden

Die Kinder von Thomas Mann erzählen von ihrer Kindheit und zeigen deren Schauplätze. Dazu gehört auch ein riesiger, angeblich furchteinflößender Dachboden. Diesen möchte ich gern allein erkunden, eine Art Mutprobe sozusagen. Während ich die dämmrige Treppe hinaufsteige, komme ich an Fenstern vorbei, die aus unterschiedlich getönten Scheiben in Grau und Sepia bestehen, was den Wänden durch das einfallende Licht ein interessantes Aussehen gibt. Bei einem Blick hinaus meine ich kurz, meine alte Kirche zu sehen - das kann jedoch eigentlich gar nicht sein, denn Thomas Mann hat doch woanders gewohnt. Bei genauerem Hinsehen wird auch klar, daß es eine völlig andere Kirche ist. Beim Öffnen der schweren Dachbodentür fällt mein Blick zuerst auf einen relativ hellen und sehr chaotisch unaufgeräumten Raum, der aber nicht furchteinflössend wirkt. Doch als ich ihn einmal abgelaufen bin, sehe ich, daß es auf der anderen Seite weitergeht. Hier führen dunkle Gänge mit Holzverschlägen, so wie in einem Keller, tief in das Innere des Dachbodens. In Abständen muß ich stets erneut nach einen Lichtschalter suchen, um das funzelige Licht anzuschalten. Diese Gänge sind nun wirklich unheimlich. Trotzdem gehe ich sie bis zu ihrem Ende. Hier finde ich einen Verschlag voll mit einem großen Berg Ton. Das hier war anscheinend das Bildhaueratelier von Thomas Mann. Bildhauerei muß sein Steckenpferd gewesen sein, zumindest wußte ich davon bisher nichts. Als ich zurückgehe, komme ich in einen Raum, der voller Gips- und Tonfiguren ist - Pferdchen, Menschen und vieles mehr. Das erstarrte Leben wirkt märchenhaft, unübersichtlich und zugleich störrisch kühl. Ahhh, hier hat er wohl gearbeitet. Völlig chaotisch alles, man kommt kaum an den Figuren vorbei. Während ich mich an ihnen entlangschlängele, sehe ich IHN plötzlich. Er sitzt mit dem Rücken zu mir an einem Tisch, still, klein, und tief in Gedanken versunken. Von hinten erkenne ich seine Glatze und ein paar spärliche Haare. Es ist Thomas Mann und er ist sicher nicht sehr erbaut darüber, wenn ich auf seinem Dachboden herumschleiche. Deshalb unterlasse ich es lieber, mich bemerkbar zu machen, sondern husche vorsichtig zum Ausgang. Sein Hund, ein gescheckter und krummbeiniger, hat mich allerdings bemerkt und macht einen äußerst bissigen Eindruck. Mit lautem Gebell ist er hinter mir her. Gerade noch rechtzeitig kann ich die Dachbodentür hinter mir zuwerfen, bevor er nach meinen Beinen geschnappt hätte.

Die Kinder von Thomas Mann zeigen mir nun weitere Schauplätze ihrer Kindheit im Freien. Dazu führen sie mich über einen bepflanzten Platz eine dämmrige Straße hinunter. Schließlich läuft man darauf wie auf einer Brücke und kann unter sich ein riesiges Gelände besichtigen. Dieses Gelände gehört ebenfalls Thomas Mann und es ist mindestens genauso chaotisch wie der Dachboden. Kahl, aufgewühlt, wie eine große Baustelle, aber voller seltsamer Dinge, wie z.B. einem echten Panzer. Sogar eine Lok fährt auf dem Gelände, doch auf einmal höre ich lautes Geschrei und Aufregung. Die Lok von Thomas Mann fährt geradewegs mit vollem Tempo auf einen stehenden Zug zu, der auf einem Bahnhof pausiert. Der Bahnhof befindet sich nur wenige Meter vor mir und ich gehe trotzdem weiter auf ihn zu. Die Lok kann nicht mehr aufgehalten werden, so viel ist klar. Doch ich komme gar nicht auf den Bahnsteig, weil ich dazu eine luftige Rolltreppe ohne Geländer überqueren müßte. Und das ist mir doch etwas zu gefährlich und hoch, weshalb ich wieder kehrt mache und von ihr herunter steige. Da kracht auch schon die Lok seitlich in den Zug, frißt sich durch ihn hindurch und zerstört gleichzeitig sämtliche Zugangswege zum Bahnhof. Wie komme ich jetzt von hier weg? Ich suche nach einem Ausweg, finde aber keinen. Da sehe ich eine der Töchter von Thomas Mann. Sie steigt über eine Grasnarbe auf eine sumpfige Wiese hinunter, die halb unter Wasser liegt. Ah, hier muß ein Weg sein. Ich selbst hatte gedacht, daß das Wasser zu tief ist, um es zu durchlaufen, oder daß man im Sumpf einsinkt, aber anscheinend ist es doch nicht so tief und auch nicht gefährlich. Die Tochter von Thomas Mann muß es wissen, wahrscheinlich ist sie schon öfters diesen Weg gelaufen. In einigem Abstand folge ich ihr also, mit etwas ungutem Gefühl, da ich den Wiesenboden unter der Wasserfläche nicht sehen kann, aber er trägt.

Bemerkung: Wann hört das endlich wieder auf, daß ich dauernd von Prominenten träume? Ist das eine Nebenwirkung des Neptun/Jupiter-Transits gegenüber meiner Sonne?

Freitag, 22. Mai 2009

Liveblogging aus dem Vogelnest - Der achte Tag nach Ankunft

Heute hat sich einer der kleinen Flugsaurier das erste Mal das kaum vorhandene Gefieder geputzt.

Edit 18:00:
Es werden Reptilien oder Flugsaurier, eindeutig:

Grünfinknet, achter Tag nach Ankunft

Die Filmkonferenz in New York

Ich befinde mich in New York und laufe herum. Eine Straße, die ich durchqueren will, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, ist vollständig gesperrt, weil da gebaut wird. Anscheinend wird ein ganzer Gebäudekomplex abgerissen und wieder aufgebaut. Ich muß einen großen Umweg machen, komme aber trotzdem bei der Filmkonferenz an, zu der ich eigentlich wollte. Bei der Konferenz sitzen in einem großen Raum verteilt in Grüppchen Leute. Irgendwie nicht all zu viele, aber ein paar Gesichter fallen mir auf, wie zum Beispiel das eines jungen Mannes, der ein bekannter Reporter ist. Ganz hinten, am Ende des Saals, erkenne ich Bruce Willis, der allein an einem Tisch sitzt. Ich stehe auf und gehe zu ihm hin, um ihn um ein Autogramm zu bitten. Als ich näher komme, bemerke ich, daß er an der Schläfe blutet und auch seine Hand blutig ist. Wahrscheinlich hat er sich damit abgestützt. Irgendwie komme ich mir in dieser Situation jetzt blöd vor, nach einem Autogramm zu fragen, weshalb ich stattdessen die Frage in "Brauchen Sie ein Taschentuch?" umändere. Bruce Willis schaut mich teils erstaunt, teils spöttisch an und schüttelt nur den Kopf. "Versuchen kann man es ja mal." antworte ich und gehe an meinen Platz zurück.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Ich bin eine Hexe.

Ok, ich geb's zu. Eigentlich mag ich das Wort "Hexe" nicht, weil einem damit leicht Verbindungen zu gewissen Gemeinschaften nachgesagt werden. Ich mag ja religiöse oder verwandte Gemeinschaften überhaupt nicht, ganz egal ob sie christlich, heidnisch, buddhistisch, hinduistisch, theosophisch oder sonst irgendetwas sind. Aber meine Träume haben mich überzeugt - ich bin eine Hexe. Und wie jede ordentliche Hexe besitze ich ein ganz persönliches magisches Kartendeck. Meines besteht aus den Zigeunerkarten, die wir unter den Sachen meines Vaters gefunden haben. Es sind inzwischen meine Lieblingskarten, ich schaue gar keine anderen an, und auch Online-Tarots können mich nicht mehr locken. Das liegt wahrscheinlich an der erstaunlichen Treffsicherheit, die ich bisher erlebt habe. Ich kann mich so gut wie immer auf die Karten verlassen. Im Unterschied zum Tarot sind diese Karten nicht so stark symbolisch, was sie zur Vorhersage von konkreten Ereignissen prädestiniert, während das Tarot vielseitiger auslegbar ist und, wie ich meine, eher innere Bewegungen und Vorgänge anzeigt. Zwar kann beim Zigeunerdeck die Aussage einer Karte ebenfalls zweideutig sein, aber auch in ihrer Zweideutigkeit sind sie relativ eindeutig.
Vor meinem Vorstellungsgespräch und der neuen Stelle zog ich z.B. die Karte "Heirat", was auf den ersten Blick kaum einen Zusammenhang vermuten läßt, doch wenn man sich überlegt, daß Heirat bedeutet, einen Bund, bzw. Vertrag zu schließen, ist es wiederum logisch. Manchmal sind die Karten sehr direkt, wie z.B. als der Bericht vom Fax verschluckt wurde und ich die Karten "Botschaft" und "Verlust" zog. Als meine Berufskarte hat sich inzwischen die Karte "Treue" herauskristallisiert, was ich sehr passend finde. Aber nun würde ich gerne einmal wissen, ob die Karten nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen so gut funktionieren. Ich suche deshalb freiwillige Versuchskaninchen, die sich von mir in die Karten gucken lassen. Natürlich ohne Netz und doppelten Boden, und völlig ohne Gewähr. Wer Interesse hat, kann sich per Kommentar oder Mail bei mir melden.

Die neuen Nachbarn

unter mir müssen Kettenraucher sein. Mal ganz abgesehen davon, daß sie gerne nachts Möbel rücken oder so laut Musik spielen, daß bei mir der Boden bebt, stinkt mein Zimmer neuerdings ständig nach Zigarettenqualm, der durch die Balkontür hereinzieht. Auch im Treppenhaus steht der Qualm manchmal messerdick. Tja, vorbei mit Sommer- oder Regenduft. Ab jetzt nur noch Tabak. Warum gibt es eigentlich kein Grundrecht auf frische Luft?

Liveblogging aus dem Vogelnest - Der siebente Tag nach Ankunft

Die Kleinen haben heute zu ersten Mal ihre Augen geöffnet und ein paar Flügel sind in dem Vogelknäuel auch schon zu entdecken. Bei der Fütterung zähle ich allerdings nur fünf Schnäbel, die sich in die Höhe recken. Hab ich mich verzählt oder fehlt einer?

Edit 14:13:
Man sagt ja, daß Vögel von den Sauriern abstammen. Und wenn ich mir die ziemlich unbehaarten und ungefiederten Kleinen so anschaue, muß da irgendwas dran sein. Sie sehen fast mehr aus wie Reptilien.

Edit 18:20:
Irgendwie habe ich den Verdacht, meine stachligen Flugsaurier wachsen jetzt in Rekordzeit. Sie sehen stündlich größer aus.

Mittwoch, 20. Mai 2009

...

Immer weiter, immer mehr
kluge Konzepte müssen her:
Ein Konzept zur Vorsorge,
ein Konzept zur Nachsorge,
ein Konzept zur Übernahme,
ein Konzept zur Weitergabe,
ein Konzept zur Rücknahme,
ein Konzept zum Wasserlassen,
ein Konzept zum Futter fassen,
ein Konzept zur Kundennähe,
ein Konzept für Arbeitspläne,
und brauchen wir bald
ein Konzept für Menschlichkeit,
so haben wir verloren.


Inspiriert vom Literatur-Twitter und dem Aufruf, in Ergänzung zum 2. Literaturpreis über die Arbeitswelt zu twittern. Leider etwas zu lang geraten. Es ist eine echte Herausforderung, sich nicht nur kurz zu fassen, sondern dabei auch noch literarisch. Und langsam beginnt mir Twittern Spaß zu machen. Deswegen.

Liveblogging aus dem Vogelnest - Der sechste Tag nach Ankunft

Warten auf ein Mitbringsel:

Grünfinknest, sechster Tag nach Ankunft

Dienstag, 19. Mai 2009

Die Schweinegrippe und das Neptun/Chiron/Jupiter-Stellum

Eine Artikel unter www.astrologieheute.ch.

Neptun/Chiron/Jupiter stehen zur Zeit direkt gegenüber meiner Sonne, und es ist wohl tatsächlich so, daß diese Verbindung besonders zum Thema Krankheit und Heilung relevant ist (zumal bei mir auch auf der Spitze des achten Hauses), aber die Schweinegrippe habe ich hoffentlich nicht.

Liveblogging aus dem Vogelnest - Der fünfte Tag nach Ankunft

Ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver führte heute Herr Grünfink aus, nachdem ihm mein ständiges Geglotze wohl zu bunt wurde. Mit viel Lärm flatterte er vom Nest aus durch die Balkontür ins Wohnzimmer, nur um geschickt und heimlich wieder daraus zu verschwinden. Ergebnis: Ich rannte ihm natürlich hinterher in die Wohnung und begann sämtliche Lampen und Gardinenstangen abzusuchen. Das Nest hatte Ruhe. Recht hat er. Ich mein, ich würde es ebenfalls etwas nervig finden, wenn ständig zwei riesige Augen durch meine Fenster glotzen würden. Im übrigen muß der Sonnenblumenhausmeister, falls er mich wie sonst von gegenüber beobachtet, mich inzwischen für völlig bekloppt halten, wenn ich dauernd mit der Nase in meinem Balkonkasten herumstehe. Wahrscheinlich denkt er, ich rede nun schon mit den Regenwürmern.

Montag, 18. Mai 2009

Ich hätte es wissen müssen,

daß es an solch einem neptunischen Tag wie heute völlig sinnlos ist, komplizierte Berechnungen machen zu wollen. Den ganzen Nachmittag hab ich an so einem Vorgang gesessen, nur um kurz vor Feierabend zu merken, daß alles falsch ist, was ich gerechnet habe. Also fange ich morgen von vorne an...

Liveblogging aus dem Vogelnest - Der vierte Tag nach dem Schlüpfen

Die ersten Kleinen versuchen schon aus dem Nest zu krabbeln, obwohl sie noch nicht einmal gucken können. Trotzdem scheinen noch alle vollständig zu sein (falls ich richtig gezählt habe).

Im übrigen muß meine Grünfinkfamilie tatsächlich überaus viel Wert auf Ordnung zu legen, denn Herr N. erzählte heute von einem Nistkasten in seinem Vorgarten, wo kleine Meisenkinder direkt auf alten Eierschalen hocken. Also bei mir ist nicht ein Krümelchen Eierschale mehr zu finden. Meisen nehmen es mit der Sauberkeit wohl etwas lockerer, tse.....

Edit 21:04:

Einer der Kleinen hat gerade gegähnt. Wird langsam Zeit zum Schlafen nach einem langen Tag voller Gepurzel.

Sonntag, 17. Mai 2009

...

Sie war recht belesen in deutscher Literatur und hielt Schiller für den bedeutenderen Dichter. Überrascht war sie, daß in Deutschland Prinzen und Poeten einträchtig nebeneinander in derselben Gruft ruhen durften, was ihrer Meinung nach eine gewisse Hochachtung der Deutschen für ihre Dichter zum Ausdruck bringen würde.
Ansonsten war sie von Deutschland nicht sonderlich angetan. In Berlin schienen ihr lediglich die verschiedenen Exponate der Gemäldesammlungen und Galerien bemerkenswert. Da der Sommer 1842 extrem heiß war, herrschte Dürre, und das Wasser mußte rationiert werden. "Überflüssig", meinte Mary Shelley in einem Brief an Leigh Hunt, "denn die Deutschen halten nicht viel vom Waschen."

(aus "Mary Shelley" von Alexander Pechmann)

Liveblogging aus dem Vogelnest - Sonntag

Ah, das Männchen beteiligt sich also auch an der Aufzucht der Jungen. Beim Brüten hat er sich ja seltener blicken lassen, jetzt aber kommt er regelmäßig und es wird gemeinschaftlich gefüttert, wobei sie ausgiebig miteinander schnäbeln, vielleicht um das Futter untereinander auszutauschen. Die Geräusche dabei sind niedlich, denn jetzt wird nicht mehr laut getrillert, sondern man hört nur noch ein ganz feines, zartes Tschirpen. Allerdings ist er immer noch ein Feigling, denn wenn ich bei der Fütterung zusehen will, ist er weg und Frau Grünfink muß allein weitermachen.

Edit 16:23:
Wie man sieht, sieht man noch nicht sehr viel.

Grünfinknest, zweiter Tag nach dem Schlüpfen

"Nicht wiederbeleben - Kassenpatient!"

Gerade in einem Forum gelesen, wo es um das merkwürdige Verhalten mancher Ärzte in Bezug auf MRTs geht, und jemand schrieb, es gäbe ein Schild zu kaufen, auf dem steht: "Nicht wiederbeleben - Kassenpatient!". Sowas sollte ich mir vielleicht auch mal um den Hals hängen.

Samstag, 16. Mai 2009

Liveblogging aus dem Vogelnest - Samstag

Die Vögel haben sich kein gutes Timing zum Schlüpfen ausgesucht, denn es regnet. Frau Grünfink sitzt im Nest und hat ihre Flügel über jeden Winkel des Nestes gebreitet, damit die Kleinen geschützt sind, wird aber selbst ganz naß.

Edit 13:09:
Fünf kleine Federknäuel. Und ich muß mich korrigieren - die kleinen Vögel sehen aus wie ein Haufen stachliger Kletten, die lebendig geworden sind und jetzt von allein umherpurzeln. Nur wenn Fütterung ist, haben die Kletten plötzlich riesige Schnäbel.

Edit 14:30:
Sechs kleine Kletten mit Schnabel. Sie sind endlich vollzählig.

Freitag, 15. Mai 2009

Sie kommen! (Liveblogging aus dem Vogelnest)

Sie schlüpfen gerade! Erst hab ich mich gewundert, warum Frau Grünfink plötzlich so rege wird und dann hörte ich es ganz fein knirschen und knacken. Als ich nachsah, stand Frau Grünfink mit einer Eierschale im Schnabel neben dem Nest. Anfangs konnte ich gar nichts entdecken, doch dann - ein winziges atmendes Federknäuel, kaum sichtbar. Herrje...ich bin so aufgeregt.

Edit 15:46:
Drei kleine Federknäuel sind da. Die sehen irgendwie richtig witzig aus. Wie kleine behaarte Schnecken mit Schnabel. Ich hätte nie gedacht, daß frisch geschlüpfte Vögel sooo winzig sind.

Edit 16:00:
Ha, kaum geschlüpft, schon sperren sie ihre Schnäbel auf, als hätten sie seit zehn Tagen nichts zu fressen gekriegt!

Edit 16:52:
Vier kleine Federknäuel!

Edit 17:07:
Wenn ich sie mir genau betrachte, sehen die kleinen Vögel mehr aus wie ein großer Schnabel mit einer kleiner behaarten Murmel dran. Wenn ich nicht wüßte, daß es Vögel sind, würde ich sie kaum als solche erkennen, sondern sie für Aliens halten. Und sie purzeln und murmeln einer über den anderen weg.

Edit 17:25:
Im übrigen kann man festhalten, daß Grünfinken sehr reinlich sind. In der Umgebung des Nestes und natürlich im Nest selbst sind weder Fäkalien noch Eierschalenreste zu finden. Alles wird gründlich entsorgt.

Edit 21:13:
Kommen die anderen beiden heute nun noch oder nicht? Es wird spannend. Ich frage mich gerade, ob Vögel auch nachts schlüpfen.

Edit 22:44:
Die Vögelein schlafen und es ist dunkel draußen. Also müssen die beiden Bummler bis morgen warten.

Die Vision

Mitten im Traum, während ich mit dem Rücken auf dem Boden liege, um mich herum eine Art Jahrmarkt, habe ich eine Vision. Die Farbe der Vision ist Sepia. Eine Frau steht über mir und läßt ein Beil auf meinen Hals hinuntersausen. Als es diesen trifft, wird es schwarz. Ich habe wohl den Kopf verloren.

Ich glaube,

das Grünfink-Männchen spielt gerade Verstecken mit mir. Immer, wenn ich in der Balkontür erscheine, fliegt er schnell um die Ecke und wenn ich weg bin, ist er wieder da (was ich in der Spiegelung der Fensterscheiben sehe). So ein Feigling! Da sieht man mal wieder, daß Frauen mutiger sind, denn das Grünfink-Weibchen gluckt auf ihren Eiern, ohne sich von mir beeindrucken zu lassen.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Egon Krenz die Hand schütteln

Unterwegs in Berlin sehe ich eine Aussicht, in der der Berliner Dom durch einen runden Brückenbogen hindurch erscheint. Irgendwie hat der Anblick was und ich versuche ihn zu fotografieren. Doch ständig ändert sich etwas, Menschen laufen durch das Bild oder der Berliner Dom verwandelt sich in etwas anderes. Schwierig. Dann bemerke ich, daß ich mich mitten in einer Kundgebung befinde. Hinter mir sind gleich die Tribünen von denen jemand spricht. Ich bin etwas irritiert, weil das irgendwie an DDR-Zeiten erinnert. Bin ich vielleicht in der Vergangenheit? Egon Krenz beugt sich über den Rand der Tribüne und gibt zwei neben mir Stehenden die Hand. Zögernd strecke ich ihm auch die Hand hin, nicht weil ich sie ihm unbedingt geben will, sondern weil ich das unbestimmte Gefühl habe, daß es unhöflich wirken könnte, wenn ich es nicht tue. Ebenso zögernd und flüchtig drückt er sie und in diesem Moment meine ich mich zu erinnern, daß ich ihn persönlich kenne. Er war doch früher ab und zu bei meinen Eltern zu Gast. Etwas später, von der Tribüne herunter, lädt er mich zu einem Drink ein. Warum nicht? In einer größeren Runde sitzen wir in einem Lokal.
Ab jetzt habe ich nur noch wirre Traumfragmente im Kopf, unter anderem Bilder von einer nebligen Landschaft, die hinter dem Schleier wunderbar zart wirkt, die Zahlen 1 und 4, die ständig wiederkehren, einmal in Form der numerologischen Essenz von Namen. Es werden Männer für mich gesucht, die genau diese numerologische Voraussetzung erfüllen. Doch mein Cousin kommt dazwischen, er ist mir aber als eine 3 in Erinnerung. Später tauchen die 1 und die 4 im Zusammenhang mit der nebligen Landschaft wieder auf und bedeuten irgendein wunderschönes Ereignis, das noch
vor mir, meiner Mutter und meiner Schwägerin liegt. Meine Schwägerin kann es kaum erwarten und freut sich riesig darauf. Ich weiß nicht, ob sie es sagt oder ob es so eine Traumgewißheit ist, aber bis zu diesem Ereignis und auch währenddessen wird uns nichts Schlimmes geschehen.