Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Dienstag, 23. März 2010

vergesprochen

"fliegender Begriff" statt "geflügeltes Wort"

Fast so schön wie mein Versprecher "es hat geweckert".

Ein gemeiner Frusttag

scheint das heute wieder zu sein, nur mit dem Unterschied, daß mir diesmal die Laune der anderen nicht wirklich etwas anhaben kann. Im Vergleich zu ihnen fühle ich mich wie der reinste Sonnenschein. Die Teamleiterin läuft erneut mit einem Gesicht zum Steine gefrieren lassen herum, aber Herr N. muß es noch viel schlimmer zu spüren bekommen haben, denn als sie einmal kurz im Zimmer war, meinte er, DIESES Gesicht ginge ja noch, ich hätte es sehen sollen, als er sie an ihrem Schreibtisch angesprochen hat und sie ihn blutdurstig anfiel. Das war aber nicht alles, auch andere belegten ihn so, daß er tatsächlich in die Flucht geschlagen wurde und für morgen einen freien Tag genommen hat. Für ihn mit seinem dicken Fell will das ziemlich etwas heißen, wenn er so lange braucht, um sich zu erholen. War vielleicht ganz gut, daß ich am Wochenende mit Weihrauch geräuchert habe. Weihrauch vertreibt Ärger und alte Hexen. Vielleicht sollte ich mir morgen zur Sicherheit noch eine Knoblauchzehe um den Hals hängen.

Gemeinheiten

Warum sind beim Sport eigentlich immer die "Sandsäckchen" dran, wenn ich mich nicht bücken kann? Beim Jonglieren kommt man aus dem Bücken gar nicht mehr raus. Aber immerhin hatte ich heute ein zweiminütiges Erleuchtungserlebnis, in welchem das Jonglieren ohne Mühe ging. Und von einer Mitstreiterin beim Sport erfuhr ich, daß in ihrer Behörde regelmäßig ein Masseur vorbeikommt, bei dem man sich während der Arbeitszeit massieren lassen kann. Auch bei den Jobcentern soll das gang und gäbe sein. Und irgendwo bei der Post, ich weiß jetzt nicht, ob hier in Berlin oder in Bayern, werden die Massagen für die Nachtschichtmitarbeiter sogar vom Arbeitgeber bezahlt. Bei uns wird immer erst etwas gemacht, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Die neue zärtliche Gnubbelmassage meines Physiotherapeuten empfinde ich im übrigen als äußerst erotisch. Irgendwie bedient sie den Urinstinkt des Lausens und wirkt sehr intim und beruhigend. Leider bezahlt die Kasse nur eine Viertelstunde Massage und ich muß ihn ständig daran erinnern, daß mir seine Gnubbelmassage allein nicht hilft. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, er möchte gar nicht, daß ich schmerzfrei werde, denn immer, wenn mir etwas besonders gut hilft oder besonders schädlich ist, leidet er plötzlich unter Gedächtnisverlust. So wird er mich natürlich nie los.

Samstag, 20. März 2010

...

Deine Hände waren die richtigen,
breit, kräftig, Geborgenheit schenkend.
Dein Herz lag offen in ihnen,
der Strom, dem du folgtest,
bis in die Spitzen deiner Finger,
zeichnete den Mond, den umhüllenden.
Jetzt stehst du da, eine Statue
im Garten meiner Seele,
und wartest, wartest Tage, Nächte,
schenkst mir ein warmes Lächeln,
wann immer ich dich erreiche,
ich gehe vorüber, so viel Leben,
flutende Zeitschnellen im Wachdickicht,
doch den flüchtigen Kuß für dich,
will ich nicht verweigern,
bist du doch die Liebe, die mich fand.

Kurztrip nach Leipzig und kopfstehende Katze (roter Jaspis)

Mit mehreren Leuten befinde ich mich auf einem Kurztrip in Leipzig. Die Unterkunft ist ein Labyrinth aus U-Bahn-Tunneln, in welchen Betten untergebracht sind. Von dort muß man nur eine Treppe hinuntergehen, um zum U-Bahnhof zu gelangen. Sehr praktisch. Ich habe mir mit jemandem ein Doppelbett an einem Käfig, groß wie ein Zimmer ausgesucht. Dieser Käfig ist von innen mit Metallbeschlägen ausgekleidet, die aber nicht bis ganz nach unten reichen. Unten zwischen den Käfigstangen sieht man weiße Aschereste herumliegen, weshalb mir klar ist, daß dies die Feuerstelle ist, mit der die Unterkunft beheizt wird. Uns fällt auf, daß eigentlich keiner so richtig weiß, was wir uns in Leipzig anschauen wollen. Ich erinnere mich im Traum an eine reale Fahrt zur Buchmesse, an die Nikolaikirche und das Hotel Astoria. Diese Orte muß ich nicht noch einmal sehen. Wir hätten uns mal eher einen Plan machen sollen. Gab es in Leipzig nicht auch ein Schloß? Zum Glück hat die Unterkunft Internet und ich google schnell nach "Leipzig" und dann "Leipzig Schloß". Dabei finde ich ein paar Bilder von einer älteren Häuserecke mit Baustelle, wo ein Restaurant untergebracht ist. Leider steht nirgends, wo sich das befindet. Nun fällt mir Wolfa ein, welche ja in Leipzig zu Hause ist, wenn ich das richtig verstanden habe. Vielleicht sollte ich sie im Blog fragen, was man sich anschauen kann? Aber nein, das würde zu lange dauern. Schließlich sind wir bereits hier und wer weiß, wann sie den Kommentar beantwortet. Ich möchte hier nicht den ganzen Tag im Internet verbringen, denn es sind nur wenige Tage Zeit. Irgendwann werde ich von diesem Problem abgelenkt, weil mir schlagartig bewußt wird, daß ein Bett direkt an der Feuerstelle wohl doch nicht so günstig ist. Wenn da das Feuer in diesem riesigen Käfig entfacht wird, werden wir uns im Bett wie in der Sauna fühlen. Ich spreche mit der Wirtin darüber, aber diese ist nicht so erfreut, daß wir es uns auf einmal anders überlegt haben, und macht auch keine Anstalten, uns ein anderes Bett anzubieten. Nun ja, vielleicht kann M. mit ihr reden. Irgendwann beschließe ich, einfach hinaus in die Stadt zu gehen, es wird sicherlich auch ohne festes Ziel einiges zu sehen geben und ich werde das im Voraus erkunden. Durch Zufall entdecke ich sehr versteckt hinter einem Marktplatz voller Asiaten einen zauberhaften Ort. Es ist eine weite wilde Wiese hinter welcher ein Wald beginnt. Die Wiese selbst ist ein wogendes weißes Blütenmeer. Vor ihr am Weg steht eine kleine Statue eines sitzenden Buddhas, umgeben von indigofarbenen Kugeldisteln, die einen reizvollen Kontrast zu den weißen Blütenwogen bilden. Ein Ort der Stille und der Schönheit. Von einigen Asiaten, die dort in der Nähe sitzen, werde ich neugierig beäugt, da sich hierher anscheinend nicht viele verlaufen. Ich bekomme mit, daß sie den Buddha nicht Buddha, sondern liebevoll wie mit einer Art Spitznamen "Didde" oder "Ditte" nennen. Wunderschön! Diesen Ort muß ich den anderen unbedingt nachher zeigen, nehme ich mir vor, und dann begebe ich mich wieder quer über den Asia-Marktplatz zur Vorderseite der Straße.

In einer anderen kleinen Traumsequenz rollt sich eine schwarz-weiße Katze auf der Tastatur eines Notebooks zusammen. Dieser Ort scheint ihr sehr zu behagen. So sehr, daß sie doch wieder munter wird und vor Freude einen sauberen Kopfstand auf dem Notebook hinlegt, die weißen Hinterbeine in die Luft gestreckt. Schnell mache ich meinen Bruder, der etwas weiter entfernt ist, darauf aufmerksam, und wir lachen uns beide scheckig über die turnerische Katze.

Bemerkung: An das Völkerschlachtdenkmal habe ich natürlich überhaupt nicht gedacht, dabei war ich dort bereits. Der Traum hat mich daran erinnert, daß ich schon länger mal wieder einen Kurztrip nach Dresden machen wollte. Dort gibt es einfach mehr zu sehen.

Das Spiel

Der Marktplatz einer kleinen Stadt. Im Ort findet ein Spiel statt, bei dem alle Plätze und Straßen miteinbezogen sind. Auf ihnen tummeln sich die Menschenmassen. Auffällig ist das Bronzestandbild eines Mannes, der seinen Kopf unter dem Arm trägt. Ich mache beim Spiel mit und muß als nächstes einen, wie mir scheint, harmlosen Bach überwinden. Doch ein kaum hörbares, unheimliches Gurgeln und Brodeln läßt mich stutzig werden. Ist der Bach wirklich so harmlos, wie er von oben aussieht? Genauere Beobachtungen zeigen mir, daß er gefährlich tief in das Innere der Erde reicht, wenn er auch nicht sehr breit ist. Doch es sind bereits einige Leute darin verschollen. Noch weiß ich nicht, wie ich ihn überwinden kann, aber finde schnell eine schmale Furt, durch welche ich auf ausgelegten Ziegelsteinen kurz unter der Wasseroberfläche den Bach überquere. Prima, daß ich diesen Weg gefunden habe! Genau an dieser Stelle entdecke ich nun unter Wasser drei Pakete mit Streichholzschachteln. Diese gehören zum Spiel und sollten gefunden werden, damit ich später irgendetwas mit ihnen entzünden kann. Erst will ich nur zwei einstecken aber denke mir dann, daß sich die Veranstalter sicher etwas dabei gedacht haben, wenn sie drei Pakete versteckten. Vielleicht reichen zwei allein nicht aus, also nehme ich das dritte auch noch mit. Mir fällt außerdem auf, daß in den Paketen Fotos enthalten sind. Wie ich feststelle, Fotos von mir, die ebenfalls während des Spieles gemacht wurden und auf denen ich professionell wie ein Model fotografiert worden bin. Ich bin erstaunt, wie gut ich auf diesen Fotos aussehe. Ich scheine zu strahlen, als sei ich mit Zuckerguß überzogen. Vielleicht bin ich das sogar.

In der nächsten Traumsequenz sitze ich mit meinem Vater auf einer Couch. Er sieht relativ gesund und jung aus. Durch diese Feststellung wird mir klar, daß er eigentlich gar nicht hier sitzen kann, da er tot ist. Provozierend, fast anklagend, mache ich ihn darauf aufmerksam, daß etwas nicht stimmen kann: "Du kannst nicht hier sitzen! Du bist ein Geist!"

Freitag, 19. März 2010

Ein guter Tag,

um schwarz zu sehen, tiefschwarz. Ich weiß nicht mehr, wie es noch weiter gehen soll. Dies war nun die erste Woche, in der ich wieder voll gearbeitet habe und ich konnte förmlich "zusehen", wie sich die Rückenschmerzen von Tag zu Tag verschlechterten, und das trotz zwei Physiotherapieterminen, Reha-Sport und zumindest bis vorletzte Woche noch täglicher Gymnastik. Diese Woche habe ich diese nicht mehr so durchgehalten, da ich immer spät zu Hause war und irgendwann auch schlafen mußte. Die ersten Tage wollte ich es nicht wahr haben, aber heute beim Wochenendeinkauf konnte ich es nicht mehr ignorieren. Im Supermarkt beim Aus- und Einpacken in den Wagen merke ich es immer zuerst. Wenn sich die Sache in diesem Tempo weiter verschlechtert, bin ich schätzungsweise in drei Wochen bewegungsunfähig und ich habe riesigen Horror davor. Ich habe Horror davor, erneut lahmgelegt zu sein, kaum etwas machen zu können und vor allem auch, schon wieder zur Ärztin gehen zu müssen. Die muß ja bald denken, ich will sie verarschen. Und gegen die Behandlungen, die erst zuletzt so gut geholfen haben, scheint der Rücken im Moment resistent zu sein, anders kann ich mir nicht erklären, wie sich das trotzdem so verschlechtern kann. Und überhaupt nervt es mich immer mehr, daß ich hier kaum noch Gelegenheit habe, über etwas anderes zu schreiben. Diese unendliche Geschichte muß unendlich langweilen, ich bin die einzige, die sie auf Trab hält. Sie frißt mich auf, ich kann seit Monaten kaum noch einen klaren Gedanken fassen vor Sorgen darüber, wie es weiter geht.

Und als würde das nicht reichen, werde ich gezwungen so viele Grenzen zu setzen, daß ich mich inzwischen wieder völlig in mich und in mein Schneckenhaus zurückgezogen habe. Nicht einmal die Fühler mag ich mehr rausstrecken. Irgendwie fühle ich mich, als sei ich eine willkommene Projektionsfläche, auf die jeder projizieren kann, was er gerade lustig ist. Für den einen bin ich der Fußabtreter, für den nächsten der undurchsichtige Feind, für den dritten eine verweichlichte Göre ohne Sorgen, der vierte poliert sein Ego an mir auf, indem er sich auf meine Eigenarten konzentriert, aber überempfindlich reagiert, wenn man ihn an seine eigenen erinnert, der nächste sieht in mir das robuste Arbeitstier, und die Männer drehen alle am Rad und benutzen mich als Testobjekt, um ihre hoffentlich noch vorhandene Wirkung auf Frauen zu überprüfen, ganz besonders die verheirateten Männer. Wo bleibe ich eigentlich dabei? Ich verstehe diese Spiele nicht. Die Skorpione verlassen das sinkende Schiff und die Mäuse tanzen auf dem Tisch. Obwohl ich bereits zurückgezogen lebe, schaffen es die Menschen immer wieder, mich vollends in die Flucht zu schlagen. Jedenfalls hätte ich große Lust, für ein paar Wochen, niemanden, aber wirklich niemanden der Gattung Mensch zu sehen.

Donnerstag, 18. März 2010

Grenzen ziehen,

sagt das Tageshorroskop, Grenzen ziehen! Gar nicht so einfach, gerade für mich. Irgendwie scheint heute jeder schlechte Laune zu haben und frustriert zu sein, gerade in unserer Führungsetage. Leider gibt es immer wieder Leute, die gerne ihren Frust an anderen ablassen und Vorgesetzte besitzen ja das zusätzliche Privileg, unter sich Leute zu haben, die sie treten können. Unsere Teamleiterin rennt mit einem Gesicht herum, das einem das Blut in den Adern gefrieren läßt, und selbst Herr N. geht lieber zum Postfach, als in ihr Zimmer, allerdings auch, weil er "ihre Fresse nicht mehr sehen will" (O-Ton). Und wenn das mit dieser "Kinderkacke" (O-Ton Herr N.), dem Zeug, was sie sich in den letzten Tagen ausgedacht haben, so weiter geht wie heute, gibt es bald eine Katastrophe, meine ich. Wahrscheinlich ist dann wieder die Hälfte der Belegschaft mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenstand. Glücklicherweise bleibe ich ja meist ziemlich gelassen, wenn mich jemand blöd anzählt und reagiere dann entweder mit sachlichen Argumenten oder es ist mir einfach zu blöd zu reagieren und ich lege es ab unter "Ja und Amen". Manchmal würde ich mir aber wünschen, mir etwas von Herrn N. abgucken zu können und auch einfach mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und ausfällig zu werden, obwohl mir klar ist, daß dies bei Frauen weit weniger toleriert wird als bei Männern.

Traumsplitter

Auf einer schmalen Prozessionsstraße, die links und recht von hohen Gebäuden eingefasst ist, welche aus unterschiedlichen historischen Epochen stammen, drängt sich eine Menschenmenge voran. Ich bin mitten unter Ihnen und betrachte interessiert die Bauwerke, die von Gründerzeithäusern bis zu römischen Triumphbögen reichen. Mitten auf der Straße steht ein seltsames Gebilde, eine Art Quader mit einem rechteckigen Schlitz. Einige Menschen quetschen sich direkt durch diesen Schlitz hindurch, um auf der anderen Seite wieder auf die Straße zu treten. Ich versuche das auch, aber mein Kopf ist einfach zu groß, ich bekomme ihn nicht in den Schlitz hinein. Sollte ich wirklich einen größeren Kopf haben als andere?
Später sitze ich irgendwo neben N.B., der freundschaftlich seinen Arm um mich gelegt hat, vor uns ausgebreitet ein ganzer Teppich voller Süßigkeiten und ein Berg Melonenstückchen. Ich nehme mir ein Stück Melone, lasse den süßen Geschmack auf der Zunge zergehen und genieße das Gefühl, gemocht zu werden.

Mittwoch, 17. März 2010

Jippieh,

der Physiotherapeut hat heute nicht sehr lange, aber dafür sehr effektiv massiert, so daß ich etwas eher zu Hause bin als ich dachte. Vielleicht komme ich ja sogar noch dazu, eine Seite zu schreiben. Lust hätte ich im Gegensatz zu den letzten Monaten wieder. Aber zuerst brauche ich eine große Portion Nudeln. Ach ja, Mäuse, zwei, gesehen. Anscheinend läuft mir die Mäusefamilie jetzt jeden Tag über den Weg.

Dienstag, 16. März 2010

Zweiter langer Tag

Heute aber wenigstens bereits um 19:30 h zu Hause. Die nächsten drei Tage werden auch nicht kürzer, mal schauen wie lange ich das die nächsten Wochen durchhalte. Ich merke jetzt bereits die ersten Erschöpfungssymptome und für den Rücken ist das sicherlich nicht förderlich. Irgendwann habe ich bloß noch vor lauter Streß Rückenschmerzen und merke es nicht einmal. Ansonsten sah ich wieder zwei Mäuse, die eine kam sogar direkt auf mich zugelaufen. Ich glaube, sobald die Mäuse weiß sind, die ich sehe, sollte ich mir Sorgen machen. Und mir ist das Kamasutra ins Haus geflattert. Eigentlich ein Buch, das ich mir niemals kaufen wollte. Ich hatte mir jedoch erneut so ein Bücherüberraschungspaket mit fünf Restposten für 12,50 EUR bestellt, weil ich immer neugierig bin, was mir der Zufall so bringt. Und diesmal war es das Kamasutra. Nun gut - dann soll es wohl so sein. Witzig auch, daß ein Buch dabei ist, welches ich bereits länger auf meiner Amazon-Wunschliste hatte, aber doch nie gekauft habe.

Montag, 15. März 2010

Langer Tag

Von der Arbeit zur Physiotherapie gehetzt und von der Physiotherapie zum Reha-Sport. Rückenleiden sind echt Streß pur. Um 20:30 h endlich wieder zu Hause und das erste Mal am Tag etwas gegessen. Beim Sport wurden wieder kräftig die Halsmuskeln trainiert und der Physiotherapeut meinte heute zu mir, ich erinnere ihn immer an Keira Knightly. Nun habe ich keine direkte Vorstellung von Keira Knightly, aber wenn das die Schauspielerin aus "Fluch der Karibik" ist, meine ich, daß ich die ziemlich hübsch fand. Der Physiotherapeut hat allerdings auch selten seine Brille auf. Keira Knightly in "Fluch der Karibik I" wäre ich schon gerne gewesen. Auf die zwei anderen Teile hätte ich verzichtet. Bei der Massage hat er sich leider nicht mit Ruhm bekleckert. Auch wenn ich wie Keira Knightley aussehe, bin ich nicht aus Marzipan.

Sonntag, 14. März 2010

Traumsplitter

Auf Reisen tut sich vor mir urplötzlich ein gigantischer Ausblick in eine weite Landschaft auf. Hügel und Täler von atemberaubender Schönheit. Irgendwo gegenüber stürzt ein Wasserfall in schwindelerregende Tiefe. Die ganze Szenerie wandelt sich bei genauerem Hinsehen in das Kirchenschiff einer riesigen Kathedrale. Die Spur des Wasserfalls ist nun ein außergewöhnlich hohes Wandbild hinter dem Altar. Ich wandere weiter, an einer Autobahn entlang, auf dem schmalen, sandigen Pfad, den Fahrräder dort hinterlassen haben. Links von mir hochstehende ausgedehnte Felder. Ich entdecke A. in einem der Felder und er lockt mich mit Gesten von meinem Weg ab. Mitten im Feld führt er mich zu einem versteckten Ort, wo wir auf dem Rücken liegen, uns bei den Händen halten und in den Himmel schauen. Er erklärt mir, daß er alle paar Jahre auf die Erde kommt, um mich zu suchen und eine Nacht mit mir zu verbringen. Wenn er jedoch nicht da sei, schicke er andere. Ich würde sie daran erkennen, daß sie ein Zeichen am Rücken in Höhe des Herzens tragen und sich nicht scheuen, mein Handgelenk zu packen und festzuhalten.

...

Meine Zelte schlage ich auf
in den weiten Steppen deiner Sehnsucht,
ruhe unter den Sternen deiner Augen,
bade in der Wärme deiner Arme,
wenn dann der Schatten des Nachtfalken
deinen strahlenden Himmel verdunkelt,
rufe ich ihn zu mir und zähme ihn
allein mit den Worten, bestimmt für dich,
die ich bewahre in flüchtigen Versen
der Zärtlichkeit.

Samstag, 13. März 2010

Der unterwürfige Lycopodier

Die Co-Abhängigkeit von der Mutter entspricht emotionalem Mißbrauch, denn die Mutter, für die er sich aufopfert, trennt ihn von anderen Frauen ab und nimmt ihn über Gebühr in Anspruch. Er wird immer schwächer und ist bald gezwungen, seinerseits überviel von einer anderen weiblichen Person zu nehmen, etwa indem er so oft wie möglich in ihrer Nähe ist und ihr Komplimente macht; Letzteres ist seine besondere Stärke (zu Männern geht er nicht, vor ihnen hat er Angst)...
Wie eine Motte tankt er im strahlenden und wärmenden Licht einer warmherzigen Frau Energie (Hinweis: Lycopodium neigt zu kalten Händen und Füßen). Lycopodium kann selbst nicht strahlen, er blendet...
Diesen Marlon Brandos und Jack Nicholsons wird der Lycopodier nach dem Mund reden, dafür aber keinen Respekt erhalten.

(aus "Homöopathie und Astrologie" von Gerhard Miller)

Irgendwie denke ich bei der Beschreibung SOFORT an Herrn K. und Herr N. würde mir recht geben.

vergelesen

"geheimnisumtwittert" statt "geheimnisumwittert"

Muß ich wohl nicht mehr viel dazu sagen...

Therapie gegen Libido (Venus tr Opposition Uranus r)

Im alten Pfarrhaus bewohne ich noch immer ein Zimmer zur Untermiete und bin zu einer gescheiterten Existenz geworden. Ich habe es bisher nicht geschafft, mir eine eigene Wohnung zu suchen und alles, was ich den ganzen Tag mache, ist trinken und mich hemmungslos selbstbefriedigen. Ab und zu schleiche ich mit einer Flasche Wodka durch das Haus und versuche diese zu verstecken, wenn ich jemandem begegne, was aber meist nicht gelingt. Dann höre ich hinter den Türen solche Sätze wie "Die ist schon wieder besoffen." Noch mehr Ärger als Trinken, scheint den Leuten allerdings die Selbstbefriedigung zu bereiten, zumal mein Zimmer durch eine obere Galerie jederzeit einsehbar ist und jeder, der auf der Galerie landet, alles sieht, was ich dort tue. Einzig ein jüngeres Ehepaar ist sehr nett zu mir und versucht mir beizustehen, dafür schauen sie aber auch gerne hautnah zu, wenn ich es mir selbst mache. Der Mann starrt dabei nur auf mein Gesicht, während die Frau wohl mehr allgemeineres Interesse hat. Irgendwann beschließt die Hausgemeinschaft, daß man mir helfen müsse, allerdings nicht, was das Trinken betrifft, sondern meine überschießende Libido. Dafür werde ich zu einem Arzt gebracht, der in einem Bretterverschlag haust. Dieser Bretterverschlag macht mehr den Eindruck der dreckigen Hintehofpraxis eines illegalen Abtreibungspfuschers und ist von außen durch gleich vier Hängeschlösser gesichert. Nacheinander werden diese Vorhängeschlösser von innen geöffnet und ich trete ein. Der Arzt ist ein älterer Mann und die Therapie beginnt damit, daß meine Vagina mit irgendeinem Kräutersud gespült wird. Danach kommt ein junger Mann dazu, der noch nie mit einer Frau geschlafen hat, also sozusagen Jungfrau ist. Er soll nun mit mir sein erstes Mal erleben, wobei ich selbst gar nicht viel machen muß, sondern der Arzt alle Anweisungen gibt, während er den Vorgang überwacht. Anscheinend denkt der Arzt, er kann mit dieser Therapie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - meine Libido mit einem unerfahrenen Mann zum Erliegen bringen und gleichzeitig einen jungen Mann in den Sex einweisen. Wahrscheinlich hat er wohl nicht damit gerechnet, daß es mir Spaß machen würde, zumal sich der junge Mann teilweise nicht an die trockenen, auf wenig Körperkontakt reduzierten Anweisungen hält, sondern vom Arzt unbemerkt zärtliche Berührungen wie Morsezeichen auf meinem Körper hinterläßt und mir einen heimlichen Kuß auf das Ohr drückt, welcher wie ein Versprechen wirkt. Diese Therapie ging ja wohl gründlich daneben.

Notiz: In der NDR-Talkshow erzählte Christine Kaufmann gestern, man hätte festgestellt, daß Frauen mit flachem Po und mehr Bauch weniger Spaß am Sex hätten. Diese Aussage hatte mich kurzzeitig etwas verwirrt. *gg*

Freitag, 12. März 2010

...

Du mußt mir keine
schönen Worte sagen,
mußt nichts versprechen,
mußt nichts reden,
auch nicht glänzen,
mit was auch immer
Eindruck schinden,
du mußt nur da sein,
wenn niemand mehr
die schönen Worte
für mich findet.

...

Außerhalb

Außerhalb der Zeit stehe ich schon fast,
fern von euch, schaue noch zu,
doch wie lange mag ich sehen?
Nicht greifbar für euch entgleite ich,
entwirre mich, bleibe ein Traum,
entsetzlich und verlockend,
der Spiegel eurer Abgründe,
bleibe ein Traum für dich.

Langsam

mache ich mir Sorgen. Von meinem Glücksklee ist noch immer nicht das kleinste Zipfelchen zu sehen. Dabei hat er jetzt seit ca. zehn Jahren pünktlich jedes Jahr den Frühlingsbeginn angezeigt.

Das blühende Leben

Mußte heute wieder mit dem Sonnenblumenhausmeister nach Hause fahren und dieser hatte mitbekommen, daß ich krank gewesen bin, fragte mich so ein bißchen aus. Als ich sagte, daß ich länger krank gewesen sei, guckte er mich an und meinte: "Also ich weiß nicht. Du siehst immer aus wie das blühende Leben. Irgendwie so gesund." "Ja, ich weiß." antwortete ich, "Deshalb glaubt mir auch nie jemand, daß ich krank bin." Und ich weiß, daß es tatsächlich so ist. Seit Jahren schon fragen mich meine Kolleginnen regelmäßig, ob ich verliebt bin, weil ich so gut aussehe. Na ja, ganz so gut sehe ich nicht immer aus, aber anscheinend traut man mir einfach nicht zu, daß es mir schlecht gehen könnte. Es ist eine Angewohnheit von mir, mir möglichst nie etwas anmerken zu lassen, wenn es mir schlecht geht. Reden tue ich sowieso nicht darüber, weil ich mir dabei blöd vorkomme, und erkennen kann man es eigentlich nur daran, daß ich noch ruhiger bin als sonst und mich sehr zurückziehe. Allerdings will ich dann auch wirklich in Ruhe gelassen werden. Nervt man mich, werde ich bissig. Als ich solch starke Rückenschmerzen hatte, daß ich mich nicht mehr bewegen konnte, und weiter gearbeitet hatte, habe ich ständig auf dem Klo so lange gewartet, bis der Toilettenraum leer war, damit ich mir die Hände waschen konnte. Normal bin ich nämlich nicht mehr zum Waschbecken runtergekommen, es ging nur noch, indem ich breitbeinig halb davor kniete, und dabei wollte ich mich nicht erwischen lassen.
Dann fragte mich der Sonnenblumenhausmeister, ob ich mich nicht gelangweilt hätte. Er würde immer gucken, ob bei mir Licht brennt, und wenn ich so lange nachts noch wach bin, fragt er sich ständig, was ich eigentlich die ganze Nacht so mache. Ich konnte ihn beruhigen, daß ich mich jedenfalls garantiert nicht langweile. "Ich muß mir also keine Sorgen machen?" fragte er. "Nein, du mußt dir wirklich keine Sorgen machen, daß ich mich langweile." - vielleicht wollte er ja etwas anderes hören....