Irdische Ketten, mal süß und mal schwer,
sind der Ballast der Unendlichkeit.
Die Süßen sind leichter zu tragen,
doch schwerer abzustreifen.
anderen beim Arbeiten zuzusehen. Habe eine halbe Stunde lang den Ameisen auf dem Balkon beim Melken meiner Blattläuse zugeschaut. Jetzt weiß ich auch, warum sie den langen Weg von vier Stockwerken auf sich nahmen. Wahrscheinlich haben sie den Braten bereits vor der Kellertür gerochen. Die Kreuzspinnen dagegen lassen sich dieses Jahr überhaupt nicht blicken. Ich glaube fast, das sind Frostbeulen. Einerseits ist es mir ja lieber so, andererseits ist es kein gutes Zeichen.
ich abends über den Hof laufe und in die Fenster schaue, scheine ich so gut wie die Einzige zu sein, die Türen und Fenster noch immer sperrangelweit offen hat. Also mir ist warm, angenehm warm, könnte eigentlich immer so bleiben. Bis auf die Füße. Ich glaube, die sind bald gar. Bin schon am überlegen, ob ich die Moorpackung in den Eisschrank stecke und heute mit ins Bett nehme. Ich habe mal ein bißchen gegoogelt und festgestellt, daß ich anscheinend nicht alleine bin mit diesem Problem. Habe von einer Frau gelesen, die im Schlaf die Füße nicht nur nicht zudeckt, sondern sie gleichzeitig noch mit einem Ventilator belüftet. Nun ja, ich gehe mal davon aus, daß meine Füße spätestens im Winter wieder ihre Normaltemperatur erreichen, wobei ich mich sehr gut noch an jene Zeiten erinnern kann, als meine Füße ständig kalt waren. Ist auch nicht besser.
war meine letzte Nacht. Sie wäre vielleicht etwas besser gewesen, wenn ich nicht eine Banane vor dem Einschlafen gegessen hätte. Ich wußte nicht, daß die so schwer im Magen liegen können. Nach gerade zwei Stunden Schlaf erwachte ich mit leichten Bauchschmerzen und kochenden Füßen. Mir passiert es in letzter Zeit öfters, daß meine Füße plötzlich nachts um drei so glühend heiß werden, daß ich es im Bett nicht mehr aushalte und aufstehen muß, um die Füße abzukühlen. Keine Ahnung, ob das Hitzewallungen sind, allerdings habe ich noch nie davon gehört, daß man die an den Füßen bekommt. Und dabei decke ich im Sommer die Füße meistens nicht einmal zu. Nach einigem Herumlaufen und Wiedereinschlafen erwachte ich eine Stunde später erneut. Diesmal grummelte und rumorte es im Bauch deutlich gefährlicher. Auf dem Klo wäre ich fast im Sitzen eingeschlafen. Vielleicht bin ich es auch. Neuerlich im Bett und nach geschätzt noch einer Stunde Schlaf, erwachte ich, weil mein neues Vertragsverlängerungshandy piepste. Es piepste einmal, zweimal, und beim dritten Mal dachte ich, ok, bevor das jetzt die ganze Nacht so weiter geht, stehste doch lieber nochmal auf und siehst nach. Es schrie nach Saft, aber ich gab ihm keinen, sondern schaltete es aus. Wobei ich eigentlich vorher schon gemeint hatte, es wäre aus. Bei diesem LG KP500 stört mich, daß es keinen Screensaver hat, sondern immer ein schwarzes Display anzeigt, so daß man nie auf den ersten Blick erkennen kann, ob es nun aus- oder eingeschaltet ist. Im Bett versuchte ich weiter zu schlafen, doch irgendjemand, hinter irgendeinem offenen Fenster, begann in regelmäßigen Abständen so laut zu pupsen, daß es über den ganzen Hof schallte. Statt einzuschlafen wartete ich jetzt lauschend auf die nächste Böe. Schließlich doch wieder weggeschlummert, wurde ich gerade einmal zwei Stunden später von kreischenden Rasenmähern und Heckensägen geweckt, die zur unchristlichsten Zeit und in aller Herrgottsfrühe sowohl vor dem Haus, als auch hinter dem Haus über alles zu hoch gewachsene Grün herfielen, und das mehrere Stunden lang. Manchmal könnte man wirklich den Eindruck bekommen, einige Leute langweilen sich am Wochenende so furchtbar, daß sie es kaum erwarten können, bereits Montags im Morgengrauen in ihre übliche Betriebsamkeit zurückzufallen.
Alles beginnt damit, dass ich auf dem Rücken mit großzügiger Zeitzugabe in 110 Gedichten schwimme. Ich hatte auf meinem neuen Smartphone nach oben gerichtete kleine Lichtstrahler anbringen können und sehe, wie die Hexe Ssolocha eine Hand voll Sterne vom Himmel stiehlt, um sich Akten herauszusuchen und meine Eltern aus "Der Wein des Mystikers" (eine Übersetzung mit Deutungen von Paramahansa) zu zitieren: "Es findet sich mehr Weisheit unter den Gästen, als ich Tränen gelacht habe."
Eine hübsche junge Frau erfährt gerade, dass die IT-Stelle sich zwar zahlreich eingefunden hat, ist aber ein bißchen skeptisch, besonders weil sie nicht süß schmecken, sondern scharf pfefferminzig. Lernen von den IT-Menschen, wir selbst dürfen dabei eigentlich nichts anfassen, ebensowenig die Hausmeister. Sie fragt, was der Wahrheit entspricht, und ist dann doch zu alt, um Nähen, Klöppeln oder Latein zu lernen. Heute ist es ihr auf die Östrogene zuzubilligen. Also bleibe ich zum Kurswert und wie nicht abgeholt im Flur stehen. Ich mache den Vorschlag, den Schreibtisch besser neben das Mädchen zu setzen, das im Juni geliefert werden sollte und bekomme sogar prompt eine Antwort: "Ich mag immer mit Herrn N." (wobei mich letzterer stark an unsere letzte Inkarnation als Adonai, Genius der Sonne; Tao, des Mondes; Eloi, des Jupiter; Sabaoth, des Mars; Orai, der Venus; Astaphai, des Merkur; und Ildabaoth erinnert). „Aber eine Frau hat sich auf die Bank zu setzen und zu heulen" sagt sie weiter und grüßt. Ich grüße zurück, übers Treppengeländer.
Mein Kumpel nennt einen Bekannten von ihm 'Phonotelephot'. So wie auch Botticelli in den Bergen und Hitchcock im Tierpark habe ich die Aufgabe, ihn jeden Dienstag irgendwohin zu bringen. Das muss immer ein anderer versteckter Platz sein. Mein Kollege versucht Essen zu organisieren und es sind keine Abfälle, sondern riesige Hechte. Deshalb sah ich einmal seine rote Gestalt die Baumallee entlanggehen. Die Wangen im sonst bleichen Gesicht des Alten glühten. Wie nicht anders erwartet, fielen Benediktinertulpen vom Sturm zerpflückt, leuchtend auf seine Wege. Zwar hoppelte manchmal ein Spaziergänger am Eingang, als wollte er mich fragen, ob ich auch die Zeit und Muße zum Fotografieren finde, um sie mit einem bunten, manchmal aberwitzigen, und lehrreichem Abenteuer zu unterhalten, aber es ist mir durch vielfache Beobachtungsgelegenheiten klar geworden, dass mein Kopf ab ist, und das half mir galant aus dem Lot.
Im Jahre 1692 ließ der Bischof von Ayre in Santiago de Compostela fünf Mönche lebendig einmauern, weil sie vertikal in die Hände der Jesuiten gefallen waren. Er ließ sie mit einem hübschen Band um ihre Aura verschnüren, so wie man sie früher in Truhen und Schränke gehängt hat, um sich daran zu erinnern, daß Liebe aus dem einsehbaren Teil der Nacht kommt. Es war ein alter steinerner Kamin. Der Ofen hatte eine Hintertür.
Seit 15 Jahren studiere ich nun die Heizung und den Füllstand des Samowars. Kähne, Yachten und Motorboote liegen bewegungslos auf dem Büroschreibtisch. Irgendeine Art schlechtes Karma? Oder eine Spiegelung meines inneren begrenzten Horizonts? Die Installation funktionierte sogar noch in meiner letzten Stunde nicht.
kann man sich die große Vier relativ gut versüßen lassen. Deshalb habe ich mir gleich auch noch selbst eines spendiert, nämlich dieses
Tür-Reck.
Ich dachte bisher, in meiner kleinen Wohnung hätte ich keine Möglichkeit, irgendetwas zu finden, wo ich mich dranhängen kann, da wußte ich aber noch nicht, daß es solche praktischen Sportutensilien gibt, die quasi völlig ohne Schrauben halten und die man einfach zwischen zwei Türrahmen klemmen kann. Für die inneren Türen käme das allerdings höchstens für Zwerge in Frage, aber ich habe ja die hohe Balkontür mit stabilem Klinkersteinrahmen. Bei Holzrahmen hätte ich außerdem Bedenken, daß entweder der Rahmen beschädigt wird oder aber das Teil nicht wirklich richtig hält. Doch zwischen den Steinen hängt das Teil bombensicher. Ich habe schon so viel daran gezappelt, daß ich wohl davon ausgehen kann. Ich werde jedoch trotzdem versuchen, es mit den vorsorglich beigefügten Sicherungsschrauben zu befestigen, einfach um mich noch sicherer zu fühlen. Und ich habe nicht vor, die Stange ständig abzunehmen und wieder anzubringen. Dann würde ich sie nicht benutzen, das weiß ich. Zum Verschrauben muß ich aber erst prüfen, ob ich überhaupt zwei parallele Fugen habe, denn mit dem Schlagbohrer komme ich in Klinkerstein nicht rein. Ich bin ebenfalls gespannt, wie sie die Witterung ab kann, denn für Outdoor ist sie eigentlich nicht gedacht. Dort direkt unter dem Balkondach bekommt sie immerhin in der Regel keinen Regen ab. Na ja, wir werden sehen. Das Baumeln hatte ich irgendwie einfacher in Erinnerung. Das liegt wahrscheinlich daran, daß man als Kind den Affen noch näher steht und sich öfters mal mit den Armen fortbewegt, was dann mit dem zunehmenden Erwachsenenalter nachläßt.
Klimmzüge werde ich daran sicher keine machen, denn wenn man es gerade mal 2 mm hoch schafft, zählt sowas vermutlich noch nicht als Klimmzug. Aber dazu habe ich sie ja auch nicht gekauft, sondern einfach nur, um meinen Rücken ab und zu zu entgräten. Ich habe festgestellt, daß ich, so wie die Stange jetzt befestigt ist, mich oft fast automatisch dranhänge, wenn ich entweder den Balkon betrete oder ihn verlasse. Jetzt muß ich mir nur noch überlegen, was ich mache, wenn die Bäume ihr Laub verlieren und mich die Leute von gegenüber sehen können. Die werden sich sicherlich wundern, wenn ich wie ein nasser Sack ständig in meiner Tür hänge. Mit drei bis vier sportlich eleganten Klimmzügen sähe die Sache natürlich schon anders aus, aber so ist es wohl das Beste, wenn ich dann einfach das LIcht im ZImmer ausmache.
Ein eigenartiges Geburtstagsgeschenk habe ich dagegen von meiner Mutter erhalten. Sie hat mir nämlich das erste Mal, seit ich überhaupt denken kann, etwas in die Geburtstagskarte hineingeschrieben. Sonst gab es die Karten immer "blank" mit einem Schein drinnen. Ich habe mich zwar einerseits gefreut, andererseits war ich mir nicht sicher, ob ich mir deshalb Sorgen machen muß. An ihrem Bett habe ich dann ein Buch von Kübler-Ross liegen sehen. Das erklärt einiges. Außerdem hing an ihrer Wohnungstür innen ein weißer Zettel und als ich sie fragte, warum sie leere Zettel an die Tür hängt, erklärte sie, daß sie immer vergißt ihre Zähne mitzunehmen, wenn sie vor die Tür geht. Und da ja nicht jeder wissen muß, worum es geht, habe sie nichts auf den Zettel geschrieben. Aber er erinnert sie jetzt immer daran, ihre Zähne einzusetzen. Nun ja, so lange es nur ein einziger Zettel ist und die Wohnung nicht damit gepflastert ....
Witzig war es, als ich ihr zum Geburtstag gratulierte und meinen Blumenstrauß auspackte. Da fing sie lauthals an zu lachen und kriegte sich kaum wieder ein. Ich fragte sie verdutzt, was denn an dem Strauß so lustig sei und sie zeigte zu einer Vase, in der genau derselbe Strauß stand, welchen sie mir zum Geburtstag schenken wollte. So haben wir dann einfach mal den Strauß getauscht. Ich bestreite ja immer, daß wir den gleichen Geschmack haben, aber manchmal ist es wohl doch so.
In der Ecke eines Raumes finde ich einen großen, grünen Edelstein, vermutlich ein Aventurin. Ich gebe ihm jemandem, der sich im gleichen Raum befindet, da ich selbst bereits einen Stein besitze, allerdings einen roten. In seinen Händen verwandelt sich der Stein in ein hellgrün schimmerndes Handy aus Edelstein. Ob es auch funktioniert?
Ich gratuliere einem Vogel, der nicht vorhanden ist, schriftlich zum Geburtstag. Den Text sehe ich direkt vor mir. Ich weiß nicht, ob es da zur nächsten Traumsequenz einen Zusammenhang gibt, aber plötzlich bin ich von Ärzten und Krankenschwestern umzingelt. Alle wuseln um mich herum, während ich in einem Bett liege. Man hat mir irgendetwas um den Hals gelegt, vermutlich einen feuchten Halswickel, unter dem ich kaum Luft bekomme. Ich habe Angst zu ersticken. Als man mich mit einer weißen Daunendecke zudeckt, nehme ich trotzdem meine letzte Kraft zusammen und rufe, mich dabei etwas aufrichtend: "Ins Bett? Warum ins Bett? Ich bin doch gerade noch herumgelaufen. Ich kann das. Ich hab doch gar nichts!" Die Chefärztin schaut mich ungläubig an, so als könne sie nicht glauben, daß ich in meinem Zustand noch protestiere und als wüßte sie mehr als ich. Sie zuckt nur mit den Schultern. Es hat den Anschein, als hätte sie keine andere Wahl und könne daran nichts ändern. Ich ergebe mich meinem Schicksal, hoffe aber, daß die Leute um mich herum wissen, was sie tun und mich nicht vollends unter Halswickeln und Daunendecken ersticken. Das ständige Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, macht mich leicht panisch. Und ich muß an meinen Vater denken und daran, was sie mit ihm im Pflegebett alles angestellt haben. Aber das hier ist ja wohl kein Pflegebett, sondern nur vorübergehende Bettruhe. Hoffentlich. Ganz bestimmt.
Bemerkung: Ok, ich bin zwar immer auf Leute neidisch, die so viel schlafen dürfen wie sie wollen und brauchen, aber Bettruhe ist so ziemlich das Schlimmste, was man mir verordnen kann. Bettruhe ist wie lebendig begraben sein.
Auf einem Stuhl sitzend nähert sich mir ein Hund, dessen Kopfform an Snoopy erinnert, stellt sine Vorderpfoten auf meine Beine und legt zutraulich, wobei er die Augen schließt, seinen Kopf auf meinen Knien ab. Und alle um mich herum so: "Oh! Ist das süß!"
Ich bekomme eine sehr entspannende Rückenmassage von einer älteren Frau. Dabei liege ich genau ausgerichtet im rechten Winkel zum Meer auf einem Strand, der Kopf Richtung Brandung, und auch mein Körper selbst ist absolut gerade und gleichmäßig ausgerichtet. Ich wurde von ihr extra so hingelegt und einzelne Körperteile und Muskeln entsprechend in Form gedrückt und gezogen. Dies scheint von einiger Wichtigkeit zu sein, denn die Frau betont ebenfalls, daß ich nun absolut gerade sei.
was sich die Ei- und die Samenzelle dabei gedacht haben. Ich weiß auch nicht, was sich meine Eltern dabei gedacht haben. Vielleicht sollte ich mich bei den Leuten beschweren, die nicht zum 40. Geburtstag meines Vaters erschienen sind und meine Eltern damit auf dumme Gedanken gebracht haben. Und vermutlich habe ich mal wieder zu laut JA statt NEIN geschrien. Jetzt sitze ich hier zwischen lauter Verrückten und Ratten in einem merkwürdigen, bedrückenden Traum und weiß manchmal nicht, wozu das gut sein soll. Als zweifaches Geburtstagspräsent hat man es nicht leichter, es verhilft auch nicht zu besserer Gesundheit. Und eigentlich hat man seinen Zweck bereits in den ersten zwanzig Jahren des Lebens erfüllt. Ab heute zähle ich von 40 rückwärts. Der Countdown hat begonnen.
Während eines Urlaubs in Rumänien machen meine Mutter und ich mit einem kleinen Flugzeug einen Rundflug über eine größere Stadt. Wir fliegen dabei so tief, daß wir sogar teilweise an Sehenswürdigkeiten vorbeifliegen anstatt darüber hinweg. Die Stadt ist wirklich spannend, man sieht überall Burgen, mächtige alte Bauten, runde, pagodenartige Gebäude, deren einzelnen Abstufungen bewachsen sind und manchmal auch mitten in der Stadt Felsen, die von niedlichen Schlössern mit vielen Türmen gekrönt werden. Da wir gerne mehr sehen würden, als mit so einem Flugzeug möglich ist, lassen wir uns vorübergehend absetzen. Das Flugzeug schwirrt in Zickzacklinien und mit atemberaubender Geschwindigkeit davon, wir sind allerdings der Meinung, daß es irgendwo in einiger Entfernung wartet. Als wir genug gesehen haben, schauen wir uns suchend um. Ich bin der Meinung, es ist nach rechts geflogen, meine Mutter meint, geradeaus. Aber egal wohin wir auch schauen, nirgends findet sich ein wartendes Flugzeug. Jetzt müssen wir zu Fuß zu unserer Herberge laufen. Unterwegs bekommen wir durch Radio oder Fernsehen mit, daß ein Flugzeug über der Stadt abgestürzt ist. Wir wissen sofort, daß dies unser Flugzeug ist und wir nur dadurch, daß wir ausgestiegen und es ohne uns weitergeflogen ist, dem Absturz entkommen sind. Doch werden sich die Herbergsleute, welche denken, daß wir in diesem Flugzeug saßen, sicher große Sorgen machen. Aus diesem Grund beeilen wir uns nun sehr und hetzen so schnell wie möglich zu unserem Quartier. Aber die Leute dort wissen bereits bescheid, denn das Flugzeug ist ganz genau über diesem Quartier abgestürzt. Überall liegen leblose Menschen, die von Sanitätern und Feuerwehr notversorgt werden. Da wir nicht darunter waren, hatten sich die Wirtsleute denken können, daß wir wohl doch nicht in diesem Flugzeug waren. Es werden aufgeregte und erleichterte Worte gewechselt. Während ich mich betroffen im Absturzgebiet umschaue, bemerke ich eine alte rumänische Frau mit runzeligem Gesicht und grauem Haar, welche mich ohne Unterlaß mit unwirklich stahlblauen Augen mustert. Da ich irritiert zurückschaue, versucht sie mir radebrechend etwas zu sagen, kann aber nicht viel Deutsch und nimmt immer wieder neuen Anlauf.
"Du hast.... - du hast....." Hm, was habe ich? Mir kommt der Gedanke, daß es eine Wahrsagerin sein könnte, zumal sie mich zwar anschaut, aber auch auf eigenartige Weise an mir vorbei, als würde sie etwas erkennen, das sich neben mir befindet. Was will sie wohl orakeln? Daß ich einen Schutzengel habe? Schließlich scheinen ihr die Worte plötzlich eingefallen zu sein. "Du hast Papier-Finger." sagt sie lächelnd. Papier-Finger? Was meint sie wohl damit?
Uns wurde heute in einer Beratung ein fakultativer Kurs offeriert, in welchem man lernen kann, Emails zu schreiben und zu verwalten. Die meisten rollten nur mit den Augen, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Ich machte darüber unter uns eine Bemerkung, daß sowas Kindergarten ist und die meisten heute in der Schule schon Emails schreiben können. Selbst habe ich mir das ebenfalls ziemlich schnell alleine angeeignet, inklusive Verwaltung. Auch Herr N. schüttelte den Kopf über dieses Angebot, bei ihm liegt es allerdings daran, daß alles, was mit Computer und Emails zu tun hat, "Dreck" ist. Deshalb hat er nicht wirklich so viel Ahnung und antwortete, daß ihm solch ein Kurs nicht schaden würde, aber er sowas Schwachsinn findet. Das nahm ich dann zum Anlaß, ihn über seine technische Wohnraumausstattung auszufragen. Ich hatte in Erinnerung, daß er keinen Computer besitzt, und ließ mir das nochmal bestätigen. Handy verneinte er ebenfalls.
Er: "Was soll ich denn mit so'nem Dreck?"
Ich: "Haben Sie einen Festplattenrecorder?"
Er: "Was is'n das?"
Ich: "Dann haben Sie sicher noch einen Videorecorder."
Er: "Nö. Entweder es läuft was im Fernseher oder nicht."
(Die Surround-Anlage verkniff ich mir.)
Ich: "Und Sie haben bestimmt einen Plattenspieler."
Er: "Ja. Den behalt ich auch. Ist ja sogar wieder in."
Ich: "Aber nur, wenn man Scratchen kann."
Er: lacht und will mich in ein Gespräch über zerkratzte Schallplatten verwickeln, aber ich lasse mich nicht ablenken
und frage weiter: "Haben Sie noch so ein Telefon mit Wählscheibe?"
Er: (lacht wieder) "Nein, ein paar Tasten hat es schon."
Ich: "Aber nicht schnurlos?"
Er: "Für zehn Meter in der Wohnung brauche ich nicht so'n Zeug."
Ich vermute mal, daß er auch keinen Fotoapparat hat, zumal die Fotografen im Haus gegenüber für ihn immer "Schwuchteln" sind.
Jetzt muß ich ihn bei der nächsten passenden Gelegenheit nur noch über seine Küchengeräte ausfragen. Wenn er Kürbisse verarbeitet, dürfte die Ausstattung zumindest nicht rudimentär sein.
mußten ihn anziehen, weil er es selbst nicht mehr konnte, erzählt ein Rückengeschädigter. Da kann er noch von Glück reden, daß er überhaupt jemanden hat, der ihm beim Anziehen hilft. Wenn man niemanden hat, bleibt nur noch, im Bademantel den Pizzaservice zu empfangen oder sich einen Sack über den Kopf zu ziehen. Zum Glück habe ich immerhin genug Goldmünzen zur Stelle, falls das Geld ausgehen sollte. Eigentlich versuche ich, nicht an solche Horrorszenarien zu denken, um mich nicht verrückt zu machen. Aber kaum schaltet man den Fernseher ein, springt einem das nackte Grauen wieder ins Gesicht. Da sind mir Horrorfilme wirklich lieber, die Leute haben da ganz andere Probleme.
Ich träumte von einer neuen erotischen Spielart, nämlich sich von einem Phönix den A.... lecken zu lassen, wobei es auch im Traum nur bei einer Idee, die sich in Worte formte, blieb. Allerdings erschien diese Möglichkeit im Traum sehr viel reeller als nach dem Aufwachen, wahrscheinlich weil es in der Traumwelt keine Zweifel daran gab, daß man Phönixen tatsächlich begegnen kann, wenn man nur möchte.
"Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören."
(Kurt Tucholsky)
Eigentlich würde ich diesen Ausspruch gerne durch eine dritte Leidenschaft erweitern:
"Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, drei Leidenschaften: Krach zu machen, nicht zuzuhören und die Luft zu verpesten."
Der Vater und Betreuer eines Klienten stattete uns heute einen Besuch ab und fragte Herrn N., ob er Urlaub gehabt hätte, er sähe so erholt aus. Dabei war ICH es, die Urlaub hatte und er hatte damit natürlich Urlaub von mir. Ich glaube, das bekommt ihm richtig gut. Sobald ich längere Zeit da bin, sieht er ganz elend aus. :-))
Auf dem Nachhauseweg traf ich einen ehemaligen Kommilitonen von mir, den ich fast gar nicht wiedererkannt hätte. Früher war es ein ranker und schlanker, schnuckliger und wirklich, WIRKLICH, gutaussehender Typ. Er ist ungefähr vier oder fünf Jahre älter als ich und war damals bereits verheiratet. Vermutlich wurde dies sein Untergang und Verhängnis. Als ich ihn vor ca. drei Jahren öfters traf, da er auf dem gleichen Dienstgelände arbeitet, war er schon schwieriger zu erkennen, da pummelig und stämmiger. Allerdings waren die Züge des schönen Gesichts immer noch auszumachen. Heute dagegen war ich vor Schreck richtig perplex. Ein graues, aufgeschwemmtes Etwas von Gesicht, die dunklen Augen kaum noch erkennbar, ebenfalls stumpf und grau, eine Zigarette im Mund. Alles fort. Nichts mehr übrig. So viel verschwendete Schönheit bricht einem das Herz.
Auf einer Klassenfahrt, an der bunt gemischt Kollegen und ehemalige Mitschüler teilnehmen. Als sich einige Leute an Sachen von mir vergreifen, und das mehrmals, beschließe ich, etwas zu sagen und mache ihnen sachlich, aber bestimmt klar, daß ich das nicht in Ordnung finde. Diejenigen, mit denen ich spreche, reagierten für meine Begriffe extrem eingeschnappt, zumal ich sie nicht einmal angegriffen, sondern nur meinen Standpunkt und meinen Besitz verteidigt habe. Eine feindliche Atmossphäre baut sich auf, die mich aber erstaunlich wenig belastet, wie ich feststelle. Es ist sogar so, daß ich über das Verhalten der anderen eher schmunzeln muß, wenn sie mir verächtliche Blicke zuwerfen, über mich tuscheln und alles versuchen, damit ich mich mit meinem eigenen Verhalten schlecht fühle. Den ersten Tag nach der Klassenfahrt komme ich wieder ins Büro und Herr N. fragt, wie es gewesen ist. Er selbst war bei der Reise nicht dabei. Achselzuckend antworte ich ihm: "Ich habe ab jetzt vier Feinde."
Bemerkung: Wieder die Vier. Und dann auch noch gleich vier Feinde.
Habe mich heute beim Verdrängen ertappt. Eine Sportkollegin fragte, daß ich doch im August Geburtstag hätte und ich antwortete - ja, nächste Woche. Schön wär's, er ist schon diese Woche.
mit ganzen 180 Fragen, die ich teilweise etwas seltsam finde. Woher soll ich zum Beispiel wissen, ob ich irgendeine Empfindung mehr oder weniger als andere habe, denn schließlich kann ich ja nicht in andere Köpfe schauen. Auch hier bekomme ich wieder den
Typ 5.
Bei einem anderen
Eneagrammtest war ich auch schon die 5, also muß es wohl stimmen.
Enneagramm-Typ 5 - Der Forscher
"Denker", die zum Rückzug und zum Beobachten neigen
Der Forscher 5.Menschen dieses Persönlichkeitstyps fürchten tief im Inneren, dass sie nicht genug Stärke haben, um dem Leben standzuhalten. Deshalb neigen sie dazu, sich zu entziehen und den Rückzug in die Sicherheit und Geborgenheit ihres eigenen Bewusstseins anzutreten, wo sie sich geistig auf ihren Eintritt in die Welt vorbereiten können. Fünfen fühlen sich im Bereich des Denkens wohl und zuhause. Im Allgemeinen sind sie intelligent, belesen und nachdenklich und werden häufig zu Experten in den Bereichen, für die sich interessieren.Während einige von ihnen eine naturwissenschaftliche Orientierung haben, insbesondere jene mit einem Sechser-Flügel, fühlen sich genauso viele von ihnen zu den Geisteswissenschaften hingezogen, und es ist nicht ungewöhnlich für Fünfen, eine künstlerische Neigung zu besitzen. Fünfen sind häufig ein wenig exzentrisch; sie verspüren wenig Neigung, ihre Überzeugungen zu ändern, um sich der Mehrheitsmeinung anzupassen. Sie lehnen es ab, ihre Freiheit, zu denken wie es ihnen beliebt, zu kompromittieren. Fünfen fühlen sich im Bereich des Denkens wohl - problematisch und weit weniger angenehm wird es für sie, wenn es um ihre Gefühle geht, wenn die Beziehung Anforderungen stellt oder sie einen Platz in der Welt für sich finden müssen. Fünfen sind tendenziell schüchtern, unaufdringlich und unabhängig. Sie sind zögerlich, um die Hilfe zu bitten, die andere ihnen sehr gerne geben würden.
Fünfen sind empfindlich; sie fühlen sich gegen die Welt nicht ausreichend gewappnet. Um ihre Sensitivität zu kompensieren, übernehmen sie manchmal eine Haltung teilnahmsloser Gleichgültigkeit oder intellektueller Arroganz, was leider zur Folge hat, dass dies eine Distanz zwischen ihnen und den anderen schafft. Diese Distanz zu überbrücken, kann für Fünfen schwierig werden, weil sie ihrem sozialen Geschick nicht sehr vertrauen. Aber wenn es ihnen gelingt, dann sind sie wirkliche Freunde und lebenslange Verbündete.
Fünfen sind für gewöhnlich etwas gehemmt, wenn es um den emotionalen Ausdruck geht, aber sie haben oft stärkere Gefühle, als sie sich anmerken lassen. Nur wenige Menschen wissen, was unter der Oberfläche vorgeht, weil Fünfen oft ein übertrieben starkes Bedürfnis nach Abgrenzung und eine tief sitzende Angst vor Zudringlichkeit haben. Wegen ihrer Sensitivität und ihrer Angst vor Unzulänglichkeit fürchten sich Fünfen davor, überwältigt zu werden: sei es durch die Anforderungen anderer oder von ihren eigenen Emotionen. Manchmal gehen sie so damit um, dass sie einen minimalistischen Lebensstil entwickeln, durch den sie wenig von anderen verlangen und im Gegenzug wenig von ihnen verlangt wird. Andere machen ihren Frieden mit der Unübersichtlichkeit des Lebens und engagieren sich mehr, aber sie behalten zumeist ihre Angst, dass das Leben irgendwie mehr von ihnen fordern könnte als sie bieten können.
Fünfen - besonders die mit einem Vierer-Flügel - halten sich manchmal irrtümlich für eine Vier. Solche Fünfen erkennen, dass sie starke Gefühle haben, und sie identifizieren sich nicht mit dem oftmals extrem "hirnigen" Bild der Fünf. Aber die Fünfen, anders als die Vieren, behalten immer einen Rest Unbehagen, wenn es darum geht, ihre emotionale Befindlichkeit auszudrücken. Und ganz gleich, wie viel Geschick sie darin erwerben - die Sprache der Gefühle ist nicht ihre Muttersprache.
"voll trotzmundiger Sprüche"
statt
"trotz vollmundiger Sprüche"
Habe eine ganze Zeit lang in der Nacht rückwärtige Liegestütze gemacht, hinterrücks aufgestützt auf eine Stange. Bei jeder Liegestütze dachte ich, jetzt ist es vorbei, das war die letzte, nun kann ich nicht mehr, aber dann ging es doch immer noch. Ich wunderte mich selbst darüber, daß ich so viele Liegestütze schaffe und die mich gar nicht anstrengen. (Kein Wunder, war ja nur ein Traum.)
Danach in einer Stadt unterwegs, die mir wie eine Stadt der Zukunft oder auch eine auf einem fremden Planeten vorkam. Die Innenstadt sieht noch ganz normal aus, doch am Stadtrand entdecke ich Gebäude wie dicke weiße Klötze, die sich ringförmig als Mauer um die gesamte Stadt ziehen. Ich denke zuerst an Kraftwerke, vielleicht sind sie es teilweise auch, doch in manchen Abschnitten sind auch Wohnungsfenster zu erkennen. Dann folgen Straßen voller winzigen Bungalows, die eigentlich mehr die Größe eines Spindes haben, in welchen sich ein schmales Fenster und eine Tür befinden. Ein Bungalow gleicht hier dem anderen, nur daß bei einigen wenigen die Türen offen stehen, vielleicht weil hier niemand wohnt. Von dieser Straße gehen immer wieder Abzweigungen zu Durchgängen oder Siedlungen ab, wobei auffällig die vielen Türen überall sind. Türen befinden sich auch in Mauern und Felsgestein, allerdings bemerke ich, daß manche nirgendwohin führen, sondern ebenfalls nur Mauer oder Stein dahinter ist. Das Ganze ähnelt einem Labyrinth und zu allem Überfluß wird mir klar, daß es verboten ist, bestimmte Abschnitte zu betreten. Man sollte sich nicht dabei erwischen lassen, denn dann bekommt man Ärger mit den Aufpassern und Hütern des Gesetzes, die dort patroullieren. Irgendwoher ist mir klar, daß dies nicht nur wenig Ärger ist, sondern eine echte Gefahr darstellt.
Bemerkung: Wenn ich in der Nacht schon so viel Sport gemacht habe, dann muß ich ja jetzt keinen mehr machen. *gg*
Vielleicht war die Übung aber auch ein Vorschlag für meine Neuerwerbung.
Ich bin ja gespannt, wie lange es die Katholische Kirche durchzieht, die Leute sonntags neuerdings um 8:40 h aus dem Bett zu glöcknern, bevor sich die ersten Anwohner beschweren. Da haben alle Schiß wegen der Moschee und den eigentlichen Lärm machen ganz andere.
Wenn man noch nicht wegen der Kirchenglocken oder der Flugzeuge wach ist, hat man gute Aussichten, durch kreischende Kinder geweckt zu werden. Normalerweise stören mich Kindergeräusche relativ wenig, da ich 17 Jahre lang einen Kindergarten auf dem Hof hatte, in welchem wochentäglich 20 - 30 Kinder spielten. Ich bin also einiges gewöhnt und höre sowas kaum, bzw. verbinde es eher mit angenehmen Gefühlen wie Heimat, Zuhause usw. Einmal gab es allerdings unter den Kindern einen Jungen, der konnte täuschend echt die Polizeisirene nachahmen und hat damit meine Mutter um den letzten Nerv gebracht. Seit unser Vermieter einen kleinen Spielplatz in den Hof gebaut hat, hört man hier jetzt auch öfters Kinder spielen. Es sind "nur" zwei, nämlich eine Marie und ein Marco. Leider scheint die kleine Marie ausschließlich schreiend zu kommunizieren, denn während ich vom kleinen Marco noch nie einen Ton gehört habe, höre ich Marie ständig. Sie muß einige Aufgänge links von mir wohnen, der Spielplatz befindet sich 200 m weiter rechts von mir, so daß sie immer mit ihren Beinchen den Weg unter dem Fenster entlangtrappelt und ungefähr in meiner Höhe entweder ihre Eltern lauthals schreiend vorwarnt, daß sie im Anmarsch ist, oder aber in der anderen Richtung ihren Spielfreund, daß sie nun wieder den Spielplatz beehren wird. Es können sich aber auch solche Dramen abspielen, wie heute vor meinem Fenster, als man sie entzückt ausrufen hörte (man hätte meinen können, sie hätte die neue Mutation einer Waldsegelohreule gefunden) - Eine Ameise! Meine Ameise, meine Ameise! - Dann ein lautes Aufstampfen, ein gellender Schrei und eine Empörung, die wahrscheinlich noch drei Straßen weiter zu vernehmen ist - Ohhhhh, Marco! Du bist sooooo gemein! - Spätestens jetzt ist man hellwach.