Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Freitag, 24. Dezember 2010

Heiligabend auf dem Sofa

Aber immerhin mit Engel, sogar eigenem Weihnachtsbaum, wenn auch nur in Miniausgabe, sowie gratis Weihnachtschorsingen meiner Nachbarn. Dafür ist die Vorfreude auf das Ende des Jahres jetzt schon um so größer. Es kann nur noch besser werden. Ich wünsche allen Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

Heiligabend

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Das Chemo-Kaffeekränzchen

ist vorüber. Man sitzt dort in einem Zimmer zusammen mit zwei anderen Chemo-Kandidaten, schlürft Infusionen und quasselt, während einen die Schwester bedient. Als ich kam, saßen zwei Leute bereits da, unter anderem dieselbe Patientin, die ich schon aus dem Krankenhaus kenne. Natürlich wurden zuerst einmal die Perücken begutachtet, da man sich ja noch mit echten Haaren kennt, und festgestellt, daß wir alle drei im gleichen Haaratelier und bei der gleichen Beraterin eingekauft hatten. Als die eine wissen wollte, wie alt ich bin, konnte sie die 40 nicht glauben, sondern meinte, sie hätte mich allerhöchstens auf 30 geschätzt. Anscheinend macht der Pony an der Perücke noch ein bißchen jünger als ich eh schon aussehe. Frau K. war ziemlich schnell fertig und wir nur noch zu zweit, worauf mir dieselbe Patientin ihr Leid über den Freund klagte, der sie nach der Chemo nicht abholen wolle. Das verletze sie so, daß sie darüber mehr grüble als über das K, weil sie nicht weiß, was sie davon halten soll. Und sie meinte, es sei besser in dieser Situation alleine zu sein, als sich noch mit Partnerschaftsproblemen herumzuärgern. Manchmal bin ich ja froh, daß ich zumindest einige Probleme nicht habe, deshalb hat sie wohl recht. So ein Chemo-Kaffeekränzchen ist übrigens ein ziemlich teurer Spaß. Alleine für die Medikamente gegen die Nebenwirkungen habe ich 35 EUR zugezahlt und für die Infusionsbeutel kommen angeblich auch noch je 10 EUR dazu. Da könnte man die Flüssigkeit und das Gift auch locker an einer Bar über den Mund zu sich nehmen. Kurz nach der Chemo habe ich mich noch recht gut und nur ein wenig high gefühlt, so als wäre ich etwas beschwipst, doch inzwischen spüre ich schon die ersten Nebenwirkungen. Gliederschmerzen in den Beinen wie bei einer Grippe, Kopfschmerzen und anziehende Übelkeit. Bin gespannt, wie die Nacht wird.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Wow...

Es ging heute weiter mit vorfristigen Weihnachtsgeschenken, diesmal sogar ein Päckchen und - so eine Überraschung - von einer mir sehr geschätzten ehemaligen Bloggerin, die seit Jahren wie vom Erdboden verschwunden ist. Welch eine Freude, ganz besonders über das Lebenszeichen! Danke, danke, danke!

PS. Und es duftet so schön aus dem Päckchen...hmmm. Ich muß dauernd daran schnüffeln.

Überraschungspäckchen

Nur ein Traum...



Die Filmemacherin Amy Hardie führt ein bewegtes und erfülltes Leben. Sie dreht Wissenschaftsfilme, unterrichtet Film an der Hochschule und wohnt mit ihrem Mann, drei Kindern und mit Pferden, Hund und Katze in den Bergen Schottlands. Alles ist gut - wäre da nicht eine Verkettung merkwürdiger Umstände, die Amys Leben plötzlich auf den Kopf stellen.
Eines Nachts träumt sie, dass ihr Pferd George stirbt. Der Traum ist so intensiv, dass sie aufsteht und George sucht. Sie findet ihn tatsächlich tot. Kurz darauf erscheint Amy ihr früherer Mann, Vater ihres ältesten Sohnes und mit Anfang 50 verstorben, im Traum. Er hat nur eine Botschaft für sie: "Es tut mir leid, aber ich muss es dir sagen: Du wirst vor deinem 49. Geburtstag sterben." Das geschieht, kurz bevor Amy 48 wird. Obwohl sie nicht zur Esoterik neigt, ist Amy von der Intensität dieses Traums schockiert und verunsichert. Die Angst lässt sie nicht mehr los. Allen rationalen Erklärungen zum Trotz beginnt der Traum, ihr Leben zu überschatten.
Als ihr 49. Geburtstag näher rückt und sie wegen einer schweren Lungenerkrankung, die sich die Ärzte nicht erklären können, ins Krankenhaus muss, beginnt Amy, sich intensiv mit der Möglichkeit ihres baldigen Todes auseinanderzusetzen. Amy Hardie, Regisseurin und Hauptperson dieses Films über ihr Leben und angekündigtes Sterben, sucht nach Antworten und Erklärungen in der Neurowissenschaft, Psychoanalyse, Traumdeutung, Naturwissenschaft und schließlich sogar im Schamanismus.

Montag, 20. Dezember 2010

Kopfshopping und Sport

Heute vormittag war ich im Internet auf der Suche nach Alternativen zur Perücken, da ich keine Lust habe, diese auch zuhause ständig zu tragen, und bin fündig geworden. Diese beiden Modelle habe ich bestellt:

http://www.on-top-shop.com/modules/wsShop/article.php?article_id=252462&location_id=234&cat_id=63107

http://www.on-top-shop.com/modules/wsShop/article.php?article_id=279022&location_id=108&cat_id=52506

Zum Schlafen habe ich mir folgende "Nachtmütze" gesucht, allerdings ist sie ebenfalls zweimal in der Nacht abgerutscht und ich bin jedes Mal aufgewacht, weil die Glatze so kalt war. Vielleicht würde ja eine Katze auch hier gute Dienste leisten, wenn man ihr beibringt, an der Glatze zu schlafen und sozusagen als Glatzenwärmer zu fungieren. *gg*

Schlafmütze

Außerdem fand ich in der Post ein vorfristiges Weihnachtsgeschenk. Ich hatte mich schon über diesen riesigen Umschlag im Briefkasten gewundert. Vielen Dank dafür!

Abends war ich das erste Mal seit vier oder fünf Wochen wieder beim Sport. Und es tat gut, nicht nur dem Rücken. Immerhin sieht man dort mal andere Leute als Ärzte und man wird auch nicht gepiekst. Ich hatte von Anfang an vor, den Sport weiterzumachen und hoffe, das funktioniert künftig, ohne daß ich allzuoft wegen der Chemo ausfalle. Es ging trotz der Narben schon recht gut. Ich war mir erst nicht schlüssig, ob ich nur mit einem Tuch oder mit Perücke hingehen sollte. Beim Sport nur Tuch oder Mütze zu tragen würde mir wohl nichts ausmachen, aber im Bus wäre es mir unangenehm, deshalb entschied ich mich doch für Perücke. Ich habe jedoch beim Sport gleich gesagt, daß ich eine Perücke trage, denn wenn das Teil abfallen sollte oder ich dauernd daran rumzupfe oder sie festhalte, fällt es ja doch auf. Aber ich glaube, sie sitzt ziemlich sicher. Nur als wir uns gegenseitig massieren sollten, fürchtete ich, daß mein Sportkollege die Haare mitnimmt, allerdings hatte ich ihm vorher ebenfalls gesagt, daß es eine Perücke ist, so daß er nicht wirklich stark überrascht gewesen wäre. Eine Mitsportlerin hatte sich vor mich hingestellt, mich angeschaut und gemeint: "Irgendwas ist anders." Ich hätte natürlich sagen können, es ist ein neuer Haarschnitt...- Ich denke, wenn mich jemand auf die Haare anspricht, müssen sie wohl relativ natürlich aussehen, denn wenn man auf den ersten Blick sähe, daß es eine Perücke ist, würde man es wahrscheinlich nicht wagen, eine Bemerkung zu machen. Ich habe in den Ansatz aber auch jede Menge Haarwachs und Glanzöl verteilt, um natürliches Haarfett zu simulieren und die Haare damit schwerer zu machen, damit sie mehr hängen und sich nicht so bauschen.

Sonntag, 19. Dezember 2010

...

Worte fand ich,
dahingeworfen wie Almosen,
von dir und deiner Liebe.
Worte träumt ich, die ich fand,
dahingeworfen wie Almosen,
von dir und deiner Liebe.
Worte verlor ich,
die ich träumte,
die ich fand,
dahingeworfen wie Almosen,
von dir und deiner Liebe.
Und da ist nur ein
Erziehungsunberechtigter,
der mich mit Strafen verwalten,
mit Spielen zerbiegen,
mich wert machen möchte
für dahingeworfene Almosen.

Meine erste Verlobung

Immer wenn ich Überraschungseier auspacke, was heutzutage eher selten vorkommt, muß ich spontan an die im nachfolgenden Link erzählten Ereignisse denken:

http://weltentanz.twoday.net/stories/grisslibaer/

Überraschungseier standen in meiner DDR-Kinderzeit in besonders hohem Kurs des kindlichen Begehrens, man mußte aber Westverwandte oder Großeltern haben, um an welche zu kommen. Ich hatte zwar Westverwandte, die aber so etwas nicht schickten. Mein Sandkastenfreund war da mit den Großeltern besser dran. Schade übrigens, daß jetzt anscheinend keine Ringe in den Eiern mehr enthalten sind. Diesmal war es ein Füchslein mit Streichelbauch. Zufall? Sollten die Ratten vom Fuchs abgelöst werden?

PS: Und eigentlich würde es alleine schon die Lösung einer Verlobung rechtfertigen, wenn man Grißlibär genannt wird...

Samstag, 18. Dezember 2010

Haarlos

So, habe heute den Antrag auf einen Behindertenausweis ausgefüllt und danach meine Glatze glatt gemacht. Zum Glück hatte ich irgendwo noch einen kaum benutzten Ladyshaver herumzuliegen, hat aber eine ganze Weile gedauert. Ich stelle fest, daß mein Hinterkopf von der Seite ziemlich ansehnlich ist, ich hinter dem linken Ohr ein etwas größeres Muttermal habe und daß der Kopf von hinten irgendwie verbeult aussieht, so als wäre jemand hineingefahren. Eine völlig neue Erfahrung ist es, mit der Hand über die rasierte Kopfhaut zu streichen, weniger für die Hand als für die Kopfhaut. Es fühlt sich ganz anders an als wenn man mit der Hand über das Bein, den Bauch o.ä. streicht, vielleicht weil die Kopfhaut enorm sensibel ist. Sie fühlt sich außerdem sehr verletzlich an, dadurch, daß sie direkt über den Knochen liegt. Komisch ist es ebenfalls, wenn ich zum Lesen den Kopf in das Schaffell lehne. Das kitzelt dann lustig am Hinterkopf, so wie ich es bisher nicht kannte. Ich stelle fest, daß ohne Haare meiner Gesichtsform sogar besser steht als mit, vielleicht weil der Haaransatz verschwindet und das Gesicht länger wird. Nur leider bekommt man durch die Chemo so einen Heroinleichenlook mit Augenringen bis zum Knie, was nicht so gut dazu paßt. Im übrigen ist es das erste Mal in meinem Leben, daß ich am Kopf friere. Sonst friere ich nie am Kopf, nicht einmal im Winter ohne Mütze draußen (und ich trage trug nie Mützen). Meine Haare sind ja auch normalerweise recht dick - aber heute ist es sogar in der beheizten Wohnung am Kopf ziemlich kühl, so daß ich mir ein Tuch umgebunden habe. Ich befürchte, ich werde künftig eine Nachtmütze benötigen.

Traumsplitter

Von meiner obersten Chefin geträumt. Diese sah im Traum furchtbar alt aus, so alt, daß ich direkt einen Schreck bekam. Und mir fällt ein, daß es "alt aussehen" auch als übertragene Redewendung gibt. Jetzt sieht sie alt aus, sozusagen. Wenn ich von der katastrophalen Personalsituation zur Zeit höre, könnte das der Wahrheit entsprechen.

Freitag, 17. Dezember 2010

Abstieg

Abstieg

Literatur-Konditionierung

Man sollte niemals ein Buch, das man wirklich gerne lesen möchte, mit in ein Krankenhaus mitnehmen. Ich hatte "Ein Yankee aus Connecticut an König Artus' Hof" von Mark Twain eingepackt, in der Hoffnung, daß mich der Humor Twains, welchen ich sehr gerne mag, etwas aufheitern würde, allerdings war ich viel zu fertig und zu traumatisiert um viel zu lesen. Und nun habe ich eine Abscheu dagegen, das Buch überhaupt anzufassen, weil es mich an die gräßlichen Krankenhaustage erinnert. Es ist, als würde einem sofort der beißende Geruch des Krankenhauszimmers nach Desinfektionsmittel wieder in die Nase steigen, man hört das fremde, geschäftige Klappern in der Stationsküche und erinnert sich an viel zu helle Nächte mit dauernden Neonlichtduschen aus dem Flur. Nun ja, vielleicht ist das Buch noch zum Zeitvertreib während der stundenlangen Infusionen der Chemo zu gebrauchen. Aber in guter Erinnerung werde ich es sicher nicht behalten.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Haarausbeute

des morgendlichen Kämmens:

Haare

Mein Staubsauger kollabiert, sogar im Kühlschrank finde ich schon Haare und es wäre möglich, daß sich in den eingepackten Weihnachtsgeschenken auch einige Haarsträhnen als Zugabe befinden. Vielleicht möchte ja jemand solidarisch mit mir mithaaren?

Ausgerechnet heute fiel mir der erste Liebesbrief wieder ein, den ich von meinem allerersten Freund erhielt. Auf dem DinA-4-Blatt war unter dem eigentlichen Text ein kleines Täschchen, bzw. Kuvert aus Papier geklebt. In diesem Täschchen befand sich ein Zettel. Auf der Vorderseite stand: "Ich mag dich." und auf der Rückseite: "Laß dir bitte bitte wieder lange Haare wachsen." Ich hatte mir nämlich die Haare nackenkurz mit einem mohrrübenroten Igel schneiden lassen und er kannte mich noch mit halblangen Haaren. Seit dieser Zeit hatte ich immer halblange bis lange Haare, allerdings nicht wegen dieses Zettels. Doch spätestens am Wochenende ist es wohl Zeit, daß auch die letzten übrigen Strähnen fallen.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Neuer Dialekt von Elsa

In einem Vorraum des Büros lege ich mich mit nackten Schultern zur Ruhe um zu schlafen. Meine Mutter beugt sich über mich, während ich auf meiner linken Seite liege. Ich höre sie sagen: "Sie ist tot." und wundere mich darüber. Ich bin doch gar nicht tot, bekomme alles mit und atme noch. Ich bin zwar krank, aber nicht tot. Meine Mutter beugt sich tiefer über meine schneeweiße Schulter und ich denke, daß sie gleich meinen Puls tasten wird und dann erkennt, daß ich noch lebe. Doch das tut sie nicht, sondern scheint mich nur zu betrachten.
Etwas später betrete ich einen Büroraum, in welchem sämtliche Kollegen versammelt und so beschäftigt sind, daß sie mein Eintreten gar nicht bemerken. Eigentlich verstehe ich selbst nicht, warum ich trotz Krankschreibung und ausfallender Haare ins Büro gehe. Ich verziehe mich wieder still und leise und setze mich woanders an einen Bürocomputer. Auf dem Bildschirm klicke ich ein paar Bilder an, der Hintergrund ist ein dunkelrotes Rosenmeer. Es wird ja wohl niemand erwarten, daß ich arbeite, wenn ich mit Krankschreibung hierher komme. Schräg hinter mir sitzt an einem Schreibtisch Elsa und ist ihrerseits mit einer Schreibtätigkeit beschäftigt. Der Mann auf einem winzigen Schwarzweißfoto kommt mir bekannt vor. Ist das Sean Connery? Ich bin mir nicht sicher. Es könnte auch jemand anderes sein. Ich möchte das Foto vergrößert ausdrucken, um es besser betrachten zu können, aber statt des Fotos halte ich einen sechseckigen Ausdruck des roten Rosenmeeres in den Händen. Elsa hat meine Bemühungen beobachtet und steht nun neben mir, um mir zu helfen. Sie läßt einen längeren Wortschwall auf mich niederprasseln, von dem ich aber so gut wie nichts verstehe. Das muß ein deutscher Dialekt sein, vielleicht Fränkisch? Hatte sie früher nicht Hochdeutsch gesprochen? Der Dialekt muß jedenfalls neu sein und ich frage sie deshalb verblüfft, ob sie einen neuen Dialekt gelernt hat, obwohl mir nicht klar ist, warum man so etwas tun sollte. Sie antwortet jedoch nicht auf die Frage.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Narben

Narbe

über und darunter...

Al und Marcy im Bett