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Samstag, 26. März 2011

Traumsplitter

Ein Flieger ans Meer steht für mich bereit. Kein großer, nur ein kleiner exclusiver für vielleicht dreißig Leute. Innen ist er mit rotem Teppich und dunklem Holz ausgestattet, die Sitze wie in einem Veranstaltungsraum in verschiedene Richtungen zeigend.
Hochzeitsvorbereitungen. Jemand zeigt mir sehr häßliche braune Pumps, die jedoch extrem weich gepolstert und deren Absätze abgebrochen sind. Er meint, ich sollte sie bei meiner Hochzeit tragen, da sie ein Symbol dafür seien, daß ich auch nach der Heirat frei sei, überall hin zu gehen und bequeme Schuhe zu tragen. Aber sie gefallen mir nicht.
Ein kleiner verspielter Bär, mit dem ich herumtolle.

Hm,

die Besucher meines Vogelhäuschens scheinen der Meinung zu sein, daß ein Meisenknödel nicht in das Häuschen, sondern auf das Dach des Häuschens gehört. Jedenfalls liegt er jetzt dort. Klar - das Wetter ist schön, da möchte man beim Futtern wahrscheinlich die Aussicht genießen. Das gibt für den säumigen Vogelhotelservice mindestens einen Stern Abzug.

Freitag, 25. März 2011

vergelesen

"ich stricke gerade ein Gedicht"

statt

"ich schicke gerade ein Gedicht"

Der Kassierer

im Supermarkt wollte von mir wissen, was man mit Bio-Ahornsirup anstellt, von dem ich gleich mehrere Flaschen im Korb hatte, da es den nie im Sortiment, sondern immer nur bei halbjährigen Aktionen gibt. Na zum Beispiel auf Eierkuchen essen. (Eierkuchen sind in Berlin das, was woanders Pfannkuchen oder Plinsen sind, während Pfannkuchen in Berlin das sind, was woanders Berliner oder Krapfen sind.) Von zu Hause kenne ich Eierkuchen eigentlich mit Konfitüre oder Apfelmus. Und ich bin auch nicht unbedingt ein Fan der amerikanischen Küche, falls man die überhaupt so nennen kann. Aber an Ahornsirup bin ich kleben geblieben, Ich esse nichts anderes mehr zu Eierkuchen und auch allgemein zum Süßen, wie zum Beispiel den Tee, mag ich Ahornsirup lieber als Honig, weil Honig immer so einen traubig-süßen Nebengeschmack hinterläßt, denn ich noch nie besonders mochte.

Donnerstag, 24. März 2011

Höfischer Winter

Höfischer Winter
...

Über den Dächern

...
Kathedrale 1

Codec 4CC iv50 - Lösung

Habe heute ein altes Computerspiel hervorkramt, aber wie üblich bei veralteten Spielen ist nichts mit einfach ein- und loslegen. Die Videosequenzen wurden nicht abgespielt. Das Programm GSpot erklärte mir, daß der Codec 4CC iv50 nicht installiert ist. Also machte ich mich auf die mühselige Suche danach, denn es scheint kaum möglich zu sein, diesen Codec irgendwo zu finden, bzw. wird an kostenpflichtige Seiten verwiesen, die nicht mehr existieren. Doch schließlich in einem Forum fand ich eine andere, verblüffend einfache Lösung, jedoch etwas schwierig und auf Spanisch erklärt, deshalb hier noch einmal für alle Suchenden deutsch und einfach:

- Eingabekonsole (cmd.exe) als Administrator ausführen (funktioniert nur so)

- "regsvr32 ir50_32.dll" eingeben (natürlich ohne Anführungszeichen)

- Enter

Fertig und läuft. Schade, daß man sich für sowas oder überhaupt für alte Spiele immer erst dumm und dämlich suchen muß.

Irgendwo

habe ich gelesen, gegen Zukunftsängste solle ich mir täglich die Affirmation: "Meine positive Zukunft ist sicher." aufsagen.
Komischerweise muß ich bei diesem Satz immer auch an "Die Renten sind sicher." oder "Die Atomenergie ist sicher." denken. Keine gute Idee.

Mittwoch, 23. März 2011

Und morgen,

äh heute, wieder fest in den Händen der Ärzte - stechen, scannen, wiegen, messen, dopen und betäuben.

Dienstag, 22. März 2011

Could it be magic



Ich mag die Jungs, wenn sie so naß sind. Bei Depeche Mode könnte es auch mal regnen...

Try walking in my shoes

Testdesaster

Da hab ich irgendwo so einen Psycho-Test gesehen "Welcher Mann passt zu mir?" und dachte mir 'Ok, mal schauen was man mir vorschlägt..', und was bekomme ich:

Leider erlaubt es unser System nicht, mehr als einen Mischtypen zu definieren. Klicken Sie sich durch die anderen Typen und schauen Sie, welche Ergebnisse Ihnen am "vertrautesten" erscheinen.

Wußt ich's doch - das System gesprengt, weil es den noch nicht gibt.

Sonntag, 20. März 2011

Hund, Ratte, Enten in Hosen

In meinem Bezirk ist es mit den Jahren immer belebter geworden. In der Mitte befindet sich ein großer Park mit Sportplätzen, vielen Ecken und Winkeln, sowie sogar einem Flugplatz. Zuerst bewege ich mich seltsamerweise mit einem Schlitten über die Wege, obwohl sommerliches Wetter ist. Neben dem Schlitten her läuft stets ein kleiner Hund, mein neues Haustier. Er heißt "mein treuer Hund", denn genauso nenne ich ihn, ist still, liebenswert und immer an meiner Seite. Wir durchqueren einen Sportplatz, auf dem die Senioren eines Altersheims äußerst mobil ein Ballspiel spielen, so daß ein Durchkommen schwierig ist, doch schließlich wird mir Platz gemacht. Dann liege ich mehr als daß ich sitze auf einer winkligen Parkbank und betrachte krabbelnde Käfer auf dem Erdboden. Hinter mir höre ich sich zwei Männer unterhalten. Sie reden so laut, daß ich sofort mitbekomme, es geht um mich. Einer erklärt dem anderen, wie Frauen es anstellen, die Männer auf sich aufmerksam zu machen. Dabei benennt er meine "grünen Kulleraugen" und die runde Hüfte, die sich in der Seitenlage besonders hervorhebt, was angeblich Absicht sein soll. Ich fühle mich unwohl, denn ich liege hier halb auf der Bank, weil ich nicht mehr laufen konnte und an einer Wand zusammengebrochen bin. Ich war mit einer dunkelhaarigen Frau zusammen, die an die Exfreundin meines Bruders erinnert. Sie hat mich hier auf die Bank gebracht und ist kurz weggegangen. Ich habe ganz andere Probleme als Männer anzulocken und sogar mit den Augen die ganze Zeit auf den Boden geschaut. Aber in einem kleinen Moment muß der Mann trotzdem etwas von ihnen gesehen haben. Doch das ist noch immer kein Grund, mir irgendetwas zu unterstellen. Endlich kommt meine Begleiterin wieder und ich fühle mich jetzt sicher, erleichtert erzähle ihr, was ich gehört habe. Wir gehen weiter, fast scheint es, als seien wir ein Liebespaar, jedenfalls fühle ich mich gut mit ihr und an einem gußeisernen Tor, komplimentiert uns ein schwarz-weißer Heinz Rühmann mit Hut und Trenchcoat durch das Tor hindurch mit einer Bemerkung über Romanzen. An einem großen Parkgehege für Ratten, von Wasser umgeben, beuge ich mich neugierig über den nur halbhohen Zaun, viel zu weit hinüber, so daß ich mit der Wange schon fast das Wasser berühre, als ich plötzlich etwas spüre. Eine Ratte, die sich unter Wasser aufhielt, hat mich gerade geküßt! Als ich verwirrt nach dieser Ratte suche, sind es plötzlich Watschelvögel (Enten?) in kurzen Hosen, die davonmarschieren. Schließlich erreiche ich meine Mutter, die gerade sehr konzentriert und ernsthaft eine Veranstaltung vorbereitet. Es wird eine zweite Trauerfeier für meinen Vater. Warum die nach über einem Jahr noch einmal stattfinden soll, ist mir unklar. Ersichtlich wird jedoch, daß es sich um eine äußerst wichtige und bedeutende Veranstaltung handelt. Die eigentliche Bedeutung bleibt mir verborgen, was wohl auch so sein soll. Ich folge der Trauerfeier relativ ungerührt, da ich ja schon getrauert habe, als mir eine Botschaft meines Vaters übermittelt wird. Diese Botschaft ist anscheinend die geheime Bedeutung der Veranstaltung und irgendeine Art von Einweihung. Sie lautet: "Du bist schön, schön wie eine Lemone." und dies in einem Singsang, der mich an eine ähnliche Zeile aus einem Lied erinnert (welches ich jedoch nicht benennen kann). Ich kann die Botschaft zwar nicht deuten, bin aber gerührt.

Noch ein arte-Film

Die Wolke Tschernobyl:

Albtraum Atommüll (arte-Film)

und eine verheimlichte Atommüllexplosion:

Welcome to the Pleasuredome!

Knut ist an gebrochenem Herzen gestorben, meine Mutter kauft Babynahrung für mich, der Nachbar will seine Pakete nicht, Japan strahlt mit dem Mond um die Wette, allein der eingelagerte Atommüll der Erde würde ausreichen, um aus ihr den hellsten Stern von allen zu machen, niemand fordert mehr Atomkraftwerke für Gaddafi wie noch in 2007, die Welt steht Kopf und ich immer noch mitten drin.

Dienstag, 15. März 2011

Traumsplitter

Ein Geschäft in der Innenstadt, welches sich irgendetwas mit "Frühling" nennt. Vielleicht "Frühlingsmarkt" oder ähnlich. Es ist sehr beliebt zum Kramen, da man dort neben Kleidung vor allem Selbstgemachtes bekommt. Ich schaue ebenfalls hinein. Über Treppen geht es durch mehrere kleine Verkaufsräume. In einem liegen Lammfell-Winterjacken gestapelt, die mich aber nicht so sehr interessieren, da ich ja eine besitze. Stattdessen erregt eine kurze Jacke in samtigen strahlenden Weiß mit weißen Fellpuscheln meine Aufmerksamkeit. Bei genauerem Hinsehen erkenne ich eine hauchfeine, leicht durchsichtige goldene Zickzackborte an Ärmel- und Jackenabschluß. Ja, das würde mir gefallen. Überraschend fällt mir ein, daß Gris, aus jenem Traum: http://weltentanz.twoday.net/stories/stoerenfreunde/, gar nicht mehr angerufen hat. Allerdings habe ich ihn meinerseits ebenfalls völlig vergessen, obwohl unser Treffen gerade erst höchstens eine Woche, (oder zwei?), her ist. Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, die inzwischen vergangen ist, was ich seltsam finde. Auch, daß mir zwischendurch alles entfallen ist. Vielleicht hat er ja doch angerufen - ich hatte die ganze Zeit mein Handy ausgeschaltet. Das Handy mußte man irgendwo abgeben und ich bekomme mit, daß ein Kind fast darüberlatscht, weshalb ich schnell hinzuspringe und es rette. Oder nicht, denn das Handy ist bereits kaputt. Ein breiter Riß zieht sich vertikal über das Touchdisplay und es ist nichts mehr darauf zu erkennen, auch nicht, ob jemand angerufen hat. So ein Mist. Dafür ist das Handy jetzt in einen breiten Rahmen zum Aufhängen an die Wand gebettet. Dieser enthält einen Stadtplan und Pins zum Markieren. Immerhin, gar nicht so schlecht dieses Offline-Teil. Ich stecke beides ein, da ich inzwischen argwöhne, es ist nicht mein Handy, sondern wurde vertauscht. Aber meines finde ich wahrscheinlich eh nicht mehr. Irgendwo sehe ich Gris mit einer Frau sitzen, anscheinend eine Neue, die er umgarnt hat. Erwartungsgemäß läßt es mich völlig gleichgültig, da ich nicht in ihn verliebt war. Ich kann nun wohl davon ausgehen, daß er nicht angerufen hat, aber frage mich, ob er mich noch kennen will oder nicht und ich ihn ansprechen soll. Immer so tun, als ob man sich nicht kennt, ist auch doof. Doch ich störe lieber nicht und kaufe stattdessen eine rot-weiße Sommerjacke aus einem Mix von kleinen Karos und Blumenmuster. Leider habe ich sie vorher nicht anprobiert und stelle erst auf der Straße fest, daß die Ärmel viel zu klein und kurz sind. Ich kriege da nicht einmal meine Hand hinein, weshalb ich noch einmal das Geschäft betrete und reklamiere. Die Dame am Verkaufstand ist etwas verärgert, aber mein Gott, ich kann ihr auch nicht sagen, warum ich die Jacke vorher nicht anprobiert habe. Und das ist ja wohl unrelevant, denn ich möchte schon eine Jacke haben, die paßt.

Montag, 14. März 2011

Und das

waren die noch haarigen Zeiten. (Ich sollte nicht so viel in alten Fotos kramen.)

http://weltentanz.twoday.net/stories/then-the-night-comes/

Darauf hab ich jetzt das letzte Stück Schokotorte vertilgt.

Aus aktuellem Anlaß...

und immer wieder die zwei Fäuste aufs Auge. Das Foto wurde 2005 aufgenommen.

Ein neuer Anfang (wieder ausgebuddelt)

Books und die Tyrannosaurius

Mit Booksandmore befinde ich mich in einer speckigen Spelunke. Der Wirt hinter der Theke, vor der wir anstehen, ist schmierig und seine langen zotteligen braunen Haare werden von einer glänzenden Halbglatze gekrönt. Mir ist dieser Ort suspekt, aber Books behauptet, daß es hier die besten (Pommes? Kartoffelplätzchen?), jedenfalls irgendeine Spezialität gibt, auf die er schwört. Eigentlich ist die Kneipe sogar für zwei Spezialitäten bekannt, aber Books schwört vor allem auf dieses Kartoffelgericht. Mein Blick fällt zufällig unter die Theke, wo kiloweise faulige, halb schwarze Kartoffeln lagern, die anscheinend für das Essen verwendet werden, denn ein Schälmesser liegt mit dabei. Mir ist der Appetit vergangen und ich frage mich, ob Books das nicht sieht oder ob es ihm egal ist. Da ich ihm aber auch nicht die Freude nehmen möchte, wage ich nur zu sagen: "Laß uns woanders hingehen, hier schmeckt es nicht.", was natürlich keinen Erfolg hat. Es käme ihm gar nicht in den Sinn, auf seine Lieblingsspezialität zu verzichten und schließlich hat es ihm bisher immer geschmeckt. Nur leider haben wir jetzt ein Problem, denn der Wirt hat gehört, was ich gesagt habe. Für einen Moment befürchte ich fast, wir bekommen Ärger. Doch statt zu schimpfen beläßt es der Wirt dabei, uns vollständig zu ignorieren, obwohl wir an der Reihe gewesen wären. Stattdessen sagt er sogar zu einem Angestellten, ich vermute um uns eins auszuwischen, er solle ihm die besten fünf Stücke der Spezialität zurücklegen. Langsam verziehe ich mich in den hinteren Teil des Raumes, auf die erste Reihe an der Wand entlanggeführter Sofasitze, denn ich habe zum einen ein schlechtes Gewissen, weil ich Books den Spezialitätengenuß vielleicht vermasselt habe, und zum anderen, weil es, falls er doch noch etwas bekommt, wohl noch dauern wird. Zufällig weiß ich, daß sich genau unter dem Sitz, auf den ich mich gesetzt habe, der Alarmknopf befindet. Man muß deshalb immer vorsichtig sein, ihn beim Hinsetzen nicht versehentlich auszulösen. Doch es ist alles gut gegangen. Neben mir in einer Nische lassen mehrere Männer kleine Gummisaurier die Wand hinauflaufen. Sie laufen ganz von alleine, so als wären sie lebendig. Vielleicht sind sie das sogar? Als sie meine Neugier bemerken, jagen sie die Saurier zu mir. Schnell drehe ich ihnen den Rücken zu, spüre jedoch, wie eine Horde Tyrannosaurius Rex genau meine Wirbelsäule entlang hinauffegt bis zu meinem Kopf, wo sie scheinbar im Gehirn verpuffen, und ich erwache.

Bemerkung: Hm, ich habe den Eindruck, Taxol wirkt auf das zentrale Nervensystem inklusive Gehirn und frage mich, ob dieser Traum wohl auch eine Auswirkung davon ist. Das Komische ist, daß ich irgendwann später im Halbschlaf die perfekte Deutung für diesen Traum hatte, die mir aber wieder entfallen ist.

In die Nacht ven die Levune hot geschaint (Budapescht)

Sonntag, 13. März 2011

Es ist offiziell:

Der Frühling ist da! Wer das sagt? Mein Glücksklee. Er zeigt bereits fünf Triebe mit winzigen Kleeblättern, nachdem ich mir letztes Jahr um diese Zeit schon Sorgen machte:

http://weltentanz.twoday.net/stories/langsam/

Ich hoffe, er gibt sich dieses Jahr ein bißchen mehr Mühe mit dem Glück.

PS: Mein Horrorskop sagt für heute: "Ihre Zimmerpflanzen sind für Ihre Zuwendung jetzt besonders empfänglich.". Also werde ich mal ein paar klärende Worte mit dem Klee wechseln. *gg*

...

Geduld und Ungeduld haben keinen Wert für sich, sondern einen funktionellen Nutzen. Die jeweilige Herausforderung muss bestimmen, ob ich ungeduldig fordere oder geduldig reifen lasse. Nicht der geduldige Mensch ist der reife Mensch, sondern derjenige, der fähig ist, angepasst sowohl geduldig als auch ungeduldig zu sein. Entwicklungsaufgaben bemessen sich zudem nicht an einer allgemein verbindlichen Norm, sondern an der persönlichen Ausgangssituation; somit kann diese Aufgabe für einen Menschen "Geduld", für den anderen aber "Ungeduld" heißen.
(aus "Die Kunst der langen Weile" von Ulrike Zöllner)

Traumsplitter

Meine Eltern haben eine Zwangsheirat zwischen mir und einem entfernten Cousin namens Cairo organisiert. Wir haben uns noch nie vorher gesehen und lernen uns erst während der Festlichkeiten zur Hochzeit kennen. Diese sind eher reduziert und finden im kleineren Kreis, aber über längere Zeit statt. Das erste, was ich von Cairo sehe, ist sein royalblau leuchtender Pullover auf meinem Bett und ich denke genervt bei mir, daß ich jetzt nicht mehr nur meine Pullover, sondern auch seine waschen muß. Und ich vermute, daß er ebenfalls nicht sehr begeistert über diese Heirat und über mich ist und sein wird. Ein Großteil der im Dunkeln bleibenden Handlung findet nun im Garten meiner Großmutter statt, der mehr einem orientalischen Zaubergarten gleicht, mit vielen versteckten Winkeln, Springbrunnen und Wasserbecken. Irgendwo ein niedriger Baum, in welchem ich eine graue Tigerkatze und einen schneeweißen Vogel entdecke. Erst überlege ich, was für eine Vogelart das ist, doch dann beschäftigt mich, daß er von der Katze eindeutig belauert wird. Ob sie ihn wohl fangen wird?

Samstag, 12. März 2011

Auf der Straße

traf ich heute R. und in solchen Momenten bin ich immer froh, daß sich Männer in der Regel nicht für Frisuren interessieren und auch nicht danach fragen. Trotzdem bleibt stets ein Quentchen Zweifel, ob er die verräterischen Indizien nicht doch bemerkt hat und nur zu feinfühlig war, mich darauf anzusprechen. Schließlich habe ich an Stelle der Augenbrauen und Wimpern nur noch ein paar Borsten und fühle mich insgesamt wie ein gerupftes Huhn, das die fremden Federn eines Goldfasans auf dem Kopf trägt. Zumindest sind die Ponyfedern aber so lang, daß man das Gesicht dahinter ein bißchen verstecken kann. Mehr als ein bißchen verstecken geht jedoch nicht. Ich fühle mich alles andere als begehrenswert und bei gewissen Begegnungen nervt das. Natürlich könnte ich mir sagen, wer sich jetzt plötzlich von mir abgeschreckt fühlt, auf den kann ich eh verzichten, aber so einfach ist das nicht. Und natürlich könnte ich mir auch Wimpern ankleben und Augenbrauen malen, so wie eine der anderen Chemopatientinnen, müßte aber Angst vor jedem Tropfen Regen haben, weil die Wimpern mir auf einmal schräg im Auge hängen könnten. Am Mittwoch sprach mich jemand im Chemoraum an, weil meine Fingernägel noch alle normal aussehen. Bei ihr sind sie braun geworden und sie übermalt sie jetzt mit Nagellack. Eventuell blüht mir das später ebenfalls. Und wenn ich mir vorstelle, ich wäre bereits zwanzig Jahre älter und müßte neben Perücke, falschen Wimpern und Augenbrauen, Nägel lackieren, auch an meine falschen Zähne denken, und dazu vielleicht noch an eine Brustprothese, meine Güte, ich glaube, da wäre ich bereits erschöpft, bevor ich einen Schritt nach draußen getan hätte. Was macht man eigentlich, wenn in dieser Situation das Gedächtnis nachläßt? Abhaklisten schreiben und vervielfältigen? Obwohl - noch ein paar Reaktorunfälle und radioaktiver Fallout mehr, und schon sehen alle so aus wie ich....

Die Nacht

hindurch vom Bett aus einen hellen Stern in der oberen rechten Ecke des Fensters beobachtet, dessen Licht kühl blinzelte. Doch immer, wenn ich an das Fenster ging und hinausschaute, war er verschwunden.