"Ich werde für dich da sein, wenn du mich brauchst." - Ich glaube, das habe ich in den letzten Monaten öfter gehört, als davor in meinem gesamten Leben. Geben kann ich darauf nicht immer etwas, ich würde es jedenfalls nicht immer auf einen Versuch ankommen lassen, aber am seltsamsten ist der insgeheime Eindruck, daß es bei manchen gar nicht darum geht, daß ICH jemanden brauche, sondern mehr darum, daß die andere Person mich oder zumindest irgendetwas in Zusammenhang mit mir braucht. Man könnte meinen, von einen Tag auf den anderen einer neuen Zielgruppe anzugehören, die völlig neue Erwartungen weckt. Das ist wie mit den Therapeuten, die ihren Patienten brauchen, um sich selbst zu therapieren...
ist wie immer wieder neu
fliegen zu lernen. Eigentlich ist es ganz einfach und ein winziger Schritt, eine kleine Muskelbewegung würden genügen. Und trotzdem muß man manchmal erst zweitausendmal aufgeregt seine Flügel strecken und streichen, bevor man es wagt.
http://weltentanz.twoday.net/stories/stellt-euch-vor-kinder/
Doch die Firmen treiben es teils doller. Beim ABC Russisch Brot von Bahlsen betrug der Hohlraum satte 40 Prozent. Beim Grießbrei Klassische Art Mondamin von Unilever lag die Lufthöhe bei 59 P'rozent, und bei der Jäger Sauce von Knorr (ebenfalls Unilever) war sogar 60 Prozent mehr drin als nötig. Den Vogel aber schoss das Produkt Zartbittere Kaffeebohnen dragiert von der Flensburger Dragee-Fabrik ab: Es wies eine Lufthöhe von 61 Prozent auf.
(aus "Die Qualitätslüge" von Annete Sabersky u. Jörg Zittlau)
Und sie schmecken auch nicht mehr wie früher, da jetzt am Teig gespart wird und stattdessen die Dinger viel zu cross gebacken werden.
Der Amselliebste sang in der Nacht,
unter dem Mondschiff, das still am Himmel sank.
Er sang mit seinem Herz so weit und voll,
als ob da kein Morgen wäre,
es die Erde nicht mehr gäbe,
und von der Liebe nur ein Grab.
Er sang mit seinem Herz so weit und voll,
daß es rein überfließen mußte,
sich Tropfen für Tropfen verlor,
in die erwachenden Wiesen hinein -
es blieb davon im Dämmergrün
ein funkelwarmes Leuchten stehn.
Und in der Rund das schlafende Getier,
die Schlummernden in ihren Häusern,
zwischen zwei Traumschleiern lauschend,
sie blieben stumm, damit im Klang
die Sehnsucht, diese übergroße,
die fernsten Himmel noch erweiche.
Heute keine Geschenke, sondern ein Weihnachten mit Hindernissen. In einer Schule werde ich vor einer Klassentür von zwei Musikanten und einem Geschenkeverteiler abgefangen. Anscheinend findet gerade eine Weihnachtsfeier statt und in jeder Klasse werden Geschenke verteilt. Damit ich ein Geschenk bekomme, soll ich zur Begleitung der Musikanten ein Lied vorsingen. In der Hand halte ich ein Heft mit Text und Noten. Ich bin zuversichtlich und freue mich auf das Singen. Beim ersten Blick in das Heft stelle ich nämlich fest, daß ich das Lied kenne. Als die Musikanten jedoch anfangen zu spielen, erkenne ich die Melodie nicht mehr. Es ist eine völlig andere und die richtige Melodie will mir einfach nicht mehr einfallen, soviel ich mir auch den Kopf zerbreche. "Ähm, Moment mal..." murmel ich, "ich muß mal gerade etwas nachschauen." und verziehe ich mit dem Heft in eine Ecke, wo ich weiter überlege, was hier nicht stimmt. Jetzt hab ichs! Es ist das falsche Lied, daß ich herausgesucht habe! Doch die Musikanten sind zur nächsten Tür gezogen und ich habe kein Geschenk bekommen. Na gut, deshalb kann ich ja trotzdem bei der Weihnachtsfeier mitmachen, obwohl es mir ein bißchen so vorkommt, als ob jeder über mich lacht, weil ich es nicht geschafft habe, mir ein Geschenk zu ersingen. In Gruppen schwärmen die Schüler, die meisten davon sind mir fremd, zu einem Stadion aus, wo ein Festspiel stattfinden soll. Ich gehe in dieselbe Richtung und versuche bekannte Gesichter zu finden oder Leute, denen ich mich anschließen kann, was aber nicht gelingt. Schließlich tragen alle Geschenke und nur ich habe keines. Ein junger Mann legt mir den Arm um den Rücken und schaut mich verliebt an. Ah, ich bekomme zwar kein Geschenk, aber dafür Liebe, das ist doch auch schön. Aber schon als ich das zuende gedacht habe, hat der junge Mann das Interesse verloren und sich aus dem Staub gemacht. Ich bin wieder allein und setze mich zu einer Gruppe im Stadion, die sich gegenseitig ihre Geschenke zeigen. Natürlich stehe ich außen vor, weil ich kein Geschenk habe. Ich ziehe weiter, hierhin und dorthin, und komme an einem Lagerfeuer vorbei, wo meine ehemalige Mitschülerin C. sitzt. Mich entsetzt es etwas, daß ihr Gesicht so braun ist, ich hätte sie fast für eine Farbige gehalten. Ich spreche sie deshalb gleich darauf an und frage, ob sie im Urlaub gewesen ist. Meine Wortwahl ist dabei ziemlich direkt und erst hinterher fällt mir ein, daß ihr das mißfallen haben könnte. Irgendwo in der Menge steckt mir ein Farbiger seine Zunge ins Ohr und baggert mich an. Zuerst fühle ich mich genervt, denke mir aber dann, wenn ich schon kein Geschenk und keine Liebe bekommen habe, könnte ich ja zumindest Sex in der Nacht haben. Besser als gar nichts. Und ich weiß auch sofort, wo ich mit ihm Sex haben möchte. Dort oben am Lagerfeuer, dem besten Platz. Ich ziehe ihn hinter mir her zu der Stelle, bin allerdings überrascht, als ich dort am Lagerfeuer meine Mitschülerin C. zusammen mit Mitschülerin K. im Bett, bzw. Schlafsack finde. Die Situation ist jedenfalls offensichtlich intim. Vor Überraschung habe ich meinen Begleiter vergessen und erst nach einer Weile schaue ich mich um. Er ist neben dem Lagerfeuer zu Boden gefallen und eingeschlafen. Toll! Jetzt stehe ich hier und fühle mich schon wieder wie bestellt und nicht abgeholt zwischen den beiden in der Situation gestörten Mädchen und dem schlafenden Mann.
Auch diesmal gab es wieder Geschenke. Viele Geschenke von Dieter Bohlen. Allerdings waren die nicht speziell für mich, sondern von ihm abgelegte und ungenutzte Dinge, die er mir überließ mit den Worten: "Mach was draus." Einige der Gegenstände waren teilweise vergoldet. Eine Frau bemerkte dies und schien eine kritische Meinung dazu zu haben, daß er mir wertvolle vergoldete Dinge überläßt. Auf ihre Reaktion hin sage ich, daß Dieter Bohlen bestimmt nicht zu Hause sitzt und das Gold von all den Sachen kratzt, die er verschenken will. Insgeheim amüsiert mich diese Vorstellung.
sagte der Tag und nach einem Blick in den Spiegel wußte ich endlich, woran mich mein Anblick mit den unterschiedlich lang nachwachsenden Haaren seit Wochen erinnert - an ein Küken. Ich sehe aus wie ein zerzaustes Küken. Nur der Schnabel fehlt. Ich bin eine Punk-Adaption des häßlichen Entleins...
In einem Zug nach London. In dem großen Abteil bin ich die einzige Reisende. Kurz vor Ankunft in einem wuchtigen Bahnhofsgebäude geht der Zugführer von vorne nach hinten durch den Zug, was ich seltsam finde. Gleich nach dem Aussteigen nehme ich einen tiefen Atemzug frische Luft und bemerke den Gestank nach Autoabgasen. Pfui, ist das eklig. Diese Luft kann man ja kaum atmen. Ich hätte nicht gedacht, daß hier die Luftverschmutzung schlimmer ist als in Berlin...In einer Unterkunft oder Pension. Die Vermieter wohnen mit in der Wohnung und ich muß dringend auf Toilette, weshalb ich den Vermieter frage, ob ich ihr Klo benutzen darf. Er nickt und führt mich durch ein Zimmer, in welchem der Großvater sitzt. Als dieser hört, daß ich ihre Toilette benutzen will, bestimmt er, daß ich dafür bezahlen sollte. 10 Cent. Der Vermieter guckt etwas unsicher, wahrscheinlich, weil er das selbst ziemlich frech findet, da ich aber bereits in meiner Hosentasche wühle, nickt er. Bitte schön, daran soll es nicht scheitern. Zum Glück finde ich einige Münzen und gebe statt 10 Cent 50 Cent, auch wenn ich es nicht gewohnt bin, in einer Unterkunft für die Toilette zu bezahlen...Mit drei Frauen unterwegs. Wir landen vor einer weiß gestrichenen Kellertür und erfahren irgendwie, daß dahinter der Teufel wohnt. Eine von uns soll da wohl hinein. Die Kellertür öffnet sich mehrmals einladend langsam ohne sichtbares Zutun. Gruselig. Ich habe jedenfalls keine Lust, mir den Keller anzuschauen. Den anderen geht es genauso, bis auf eine. Diese erklärt locker, ihr mache das nichts aus und marschiert schnurtracks hinein. Später kommt sie wieder hinaus, ohne daß wir erfahren, was passiert ist...Ein Berg Geschenke von einem grauhaarigen Mann. Während ich die Geschenke auspacke, schaut er zu und scheint enttäuscht, daß ich mit den Dingen nicht wirklich etwas anfangen kann. Mir tut es auch leid, daß ich mich nicht so darüber freuen kann, wie er es sich erhofft hatte, deshalb entschuldige ich mich damit, daß das ja sehr lieb von ihm gemeint sei, aber einfach nicht mein Ding und daß er es nicht wissen konnte, schließlich kennen wir uns gar nicht. Anscheinend hat er auch andere beschenkt, denn er sagt lächelnd, daß meine Reaktion ihm am wichtigsten von allen gewesen sei.
Auf dem Boden liegend, neben mir eine ehemalige Mitschülerin, welche drei Tage später als ich Geburtstag hatte. Während sie anscheinend schläft, finde ich ganz in der Nähe einen Sprühflakon, auf welchem "Weiße Schafgarbe" steht. Ah, ein Parfum aus Weißer Schafgarbe! Mit drei Sprühstößen trage ich den Duft auf.
Bemerkung: Es ist wohl kein Zufall, daß ich in den Träumen der letzten Monate dauernd auf dem/am Boden bin.
heute doch für ein Mimöschen, und das bei herrlichstem Wetter. Vielleicht ja auch deshalb. Manchmal ist es ganz gut, wenn ich mich verstecken kann, nicht wegen dem, was andere bei mir sehen könnten, sondern mehr wegen dem, was ich bei den anderen sehen könnte. Es ist seltsam, man nimmt einige Unannehmlichkeiten in die Tagesordnung auf, lebt ziemlich normal weiter, zumindest geben die Alltäglichkeiten diese trügerische Sicherheit, doch dann reicht irgendeine Kleinigkeit, eine Beobachtung, sei sie nun positiv oder negativ, ein Verhalten oder Blick, daß man sich fühlt, als wäre einem die Haut abgezogen worden, die bereits vorher viel zu dünn gewesen ist. Und das Gezicke mancher Leute erhält dabei fast die Qualität einer zusätzlichen Bestrafung, zumal es sich mit all den inneren und äußeren Verlusten sowieso schon so anfühlt, als würde man die Strafe für ein schweres Verbrechen absitzen und abarbeiten...
Ich lese gerne Feng-Shui-Bücher. Vor allem wegen ihrer Funktion als hervorragende Motivationshilfe zum Aufräumen und Putzen. Vieles finde ich auch sehr einleuchtend. Mit Türen im Rücken oder spitzen Ecken auf sich gerichtet fühlt man sich in der Tat meistens unwohl, ob bewußt oder unbewußt. Nun ist Feng Shui im Osten sehr viel mit Astrologie und Numerologie verbunden. Mit den Jahrestendenzen aufgrund der Hausstellungen der eigenen Chi-Zahl habe ich bisher ziemlich stimmige Erfahrungen gemacht. Seit Februar zum Beispiel befinde ich mich im ersten Haus, allgemein als eine Zeit des Rückzugs und Stillhaltens beschrieben. Das letzte Mal mit dieser Konstellation hatte ich einen Burnout und war ebenfalls mehr oder weniger zwangsweise außer Gefecht gesetzt. Anscheinend sind diese Jahre für mich nie einfach, insbesondere gesundheitlich. Allerdings habe ich in dieser Zeit auch viel gelernt. An Literatur gibt es zum Thema Feng Shui sehr unterschiedliche Veröffentlichungen. Letztens las ich den Feng Shui Lebensplaner von Lillian Too, einer asiatischen Feng-Shui-Expertin, welche darin die Haus-Trigramme und Fliegenden Sterne näherbringt. In den Rezensionen bei Amazon gibt es dazu ziemlich unterschiedliche Meinungen. Einige Rezensenten stören sich daran, daß in den Deutungstabellen für einige Zahlenkombinationen Aussagen vorkommen wie Tod von Familienangehörigen, schwere Krankheiten, großes Unglück und anderes. Vielleicht hätte ich das zu einem anderen Zeitpunkt ebenfalls etwas übertrieben gefunden, aber habe jetzt das Problem, daß zumindest eine Aussage davon mitten ins Schwarze getroffen hat. Im letzten Jahr hatte ich im Haus-Trigramm im Südwesten die Kombination 4 und 5. Allgemein neben Krankheiten ist das die Kombination, bei der explizit Brustkrebs genannt wird. Im Südwesten befindet sich neben meinem Lieblingsaufenthalt, dem Balkon, auch mein Fernsehsessel. Jetzt war ich vor kurzem bei meiner Mitpatientin eingeladen, da sie mir ihre Wohnung zeigen wollte. Die Wohnung ist 6 qm größer als meine, kam mir aber nicht wirklich so viel größer vor, vielleicht weil sie doch relativ dunkel ist und kleine Fenster hat, etwas, das ich überhaupt nicht mag. Ich bin in den ersten 17 Jahren meines Lebens in einer 100 qm-Altbauwohnung mit zwei Eingängen und vielen Fenstern groß geworden, deshalb bevorzuge ich eher hellere und großzügigere Wohnungen. Ich wohne zwar in einem Altneubau, die leider meistens eng wie Kaninchenställe sind und oft genauso kleine Fenster haben, aber meine Fenster sind zum Glück eine Ausnahme und relativ groß. Die Wohnung meiner Mitpatientin kam mir seltsam vertraut vor. Ganz genau dieselbe Anordnung der Zimmer, sogar die angeschrägten Zimmertüren und ein ähnlicher Grundriss. Auch die Himmelsrichtungen sind genau dieselben. Hauseingang im Osten, Wohnungseingang im Norden und Balkon im Südwesten. Wie ich hat sie neben dem Balkon ihren Fernsehsessel im Südwesten. Zweimal Bingo. So ein Zufall. Ich glaube, ich werde es in diesem Jahr gründlich austesten, ob es noch einmal so gut paßt. Diesmal habe ich im Südwesten die Kombination 4 und 4, welche mir "Viel Glück bei kreativer Arbeit und beim Schreiben. Für das andere Geschlecht sehr attraktiv." und eine "blühende Romanze" verspricht. Viel passieren kann ja bei diesen Aussichten nicht mehr, wenn ich mich an diesen Orten aufhalte, und im nächsten Februar bin ich dann schlauer. Aber ich denke, wenn sich in neun Jahren diese Kombination wiederholt, falls es mich noch gibt und ich noch immer in dieser Wohnung lebe, wäre ich so oder so etwas abergläubig. Wer übrigens eine gute Anleitung sucht, wie man die "Fliegenden Sterne" per Hand berechnet, was in obigem Buch und anderen nicht beschrieben wird, schaue sich diese Seite an:
http://www.alpine-art.de/fengshui/flyingstars/.
"Abenteuer Leben - täglich Dissen"
statt
"Abenteuer Leben - täglich Wissen"
In der Stern gelesen (Kommentar zu großformatigem Bild): "(Maria Stuart)...wurde 1587, hier während einer Beichte, enthauptet." Der Verleser fand jedoch ausschließlich in meiner geistigen Assoziationskette statt, als ich mich im ersten Moment verwundert fragte, seit wann man direkt während des Beichtens geköpft wird.
lag wie zufällig hingeworfen auf einer Fensterbank im Hausflur. Darauf stand in großen, ungelenken Buchstaben: "Nur der Dumme braucht Ordnung, denn das Genie beherrscht das Chaos." Wer wollte da wohl wem eine Botschaft übermitteln? Jedenfalls scheint es eine Person zu sein, die auch die Meinung hat, daß flüssig zu schreiben nur etwas für Dumme ist.
Die Chemotage arten so langsam in Freß- und Sauftouren aus. In der Krankenhauskantine hatten wir heute Kasslerbraten mit tschechischen Knödeln und grünen Bohnen. Leider erwischte meine Mitpatientin den letzten Schokopudding und ich mußte mit Joghurt vorlieb nehmen. Unsere Chemoschwester versteht auch nicht, warum der Pudding immer so arg rationiert ist. Den kriegen nur die Ersten. Vielleicht war das der Grund, daß ich nach der Chemo nicht an mich halten konnte, und nach langer Zeit mal wieder ein Freßpaket vom Bäcker geholt habe. (Bäckereien und Mängelbuchverkaufe hat der Teufel geschaffen - letzttägige Erkenntnisse.) Diesmal aber nicht nur Obstkuchen, sondern dicke, mit Pudding gefüllte Eclairs. Die liegen jetzt hier herum und warten darauf, in das Nirwana meiner Fettzellen einzugehen. Wenn das bis Ende der Chemo so weiter geht, schaffe ich locker noch den 80 kg-Rekord - das wäre dann eine Premiere. Wenn ich vor dem Spiegel stehe, kann ich aber seltsamerweise die 10 kg mehr nicht wirklich ausmachen. Klar, der Bauch ist eine kleine Wampe geworden, der Po und die Oberschenkel auch etwas runder, doch nach so viel mehr sieht es trotzdem nicht aus. Schließlich müssen die 10 Kilo ja irgendwo bleiben. Oder aber Fett hat enorm viel Eigengewicht. Das würde natürlich einiges erklären. Und im übrigen würde ich gerne einmal die Frage stellen, warum Adidas regelmäßig an der Länge der Kordelschnüre in den Sporthosen spart. Ich bekomme mit diesen Sporthosen nie eine vernünftige flache Schleife hin und es liegt definitiv nicht an meiner ausladenden Taille, denn dies fiel mir bereits im letzten Jahr auf.
Ein diktatorischer Staat, in welchem Menschen immer wieder spurlos verschwinden. Das wahre Außmaß der Vorgänge wird mir erst nach und nach als Bürger dieses Staates bewußt. Der Traum beginnt in der Kantine eines Betriebes. Vordergründig scheint alles in Ordnung zu sein. Es gibt eine Fülle an Speisen und ein Betriebsarzt läuft aufmerksam zwischen allen Anwesenden herum um achtet auf deren Wohlergehen. Er spricht sie an, fragt sie, wie sie sich fühlen, ob sie Probleme haben und gibt ihnen Medikamente. Allerdings kommt mir dieser Arzt gleich merkwürdig vor. Er ist viel zu neugierig und seltsamerweise tauchen die Menschen, denen er ein Husten- oder Schlafmittel aufgeschwatzt hat, nicht wieder auf. Ich vermute, daß er vom Geheimdienst ist. Als ich mit einer Kollegin irgendwo herumstehe, befindet er sich in der Nähe und will sich anscheinend auch uns zuwenden. Ich flüstere ihr warnend ins Ohr, daß er von der "Stasi" sei. Bloß nichts annehmen von ihm. Sie versteht, obwohl etwas verblüfft, aber ihr kann ich trauen. Das kann man ansonsten kaum noch jemandem, da man nicht weiß, wer Geheimdienst oder Verräter ist. Zwischendurch befinde ich mich draußen auf einem Markt und betrete danach eine andere Kantine, vielleicht die eines Wellnesscenters. In den inneren Räumlichkeiten sitzen die Menschen entspannt beim Essen, während es drumherum ein Schwimmbad mit Schwimmbecken gibt. Das ganze Gebäude ist ein bißchen wie ein Labyrinth und sehr verwinkelt. Kein Wunder, daß ich mich verlaufe und versehentlich die falschen Räumlichkeiten betrete. Es sind die Zimmer der Ärzte und hier finde ich eine Frau, deren Kopf in irgendein Gestell eingespannt ist. Eine Seite des Gesichts sieht noch ganz normal aus, aber an der anderen Seite wurden die Haut und verschiedene Schichten des Gewebes abgetragen, so daß nur noch einige Muskeln bloß liegen. Das passiert also mit den Leuten! Sie werden "verwurstet"! Obwohl ich etwas geahnt habe, schockiert es mich nun doch, den Beweis dafür zu sehen. Und auch diese Frau hatte vorher ein Mittel von den Ärzten bekommen, das sie genommen hat. Meine Nerven liegen jetzt so blank, daß ich das Gefühl habe, es hier nicht mehr länger auszuhalten, vor allem das Tun, als würde man nichts bemerken, und an Flucht denke. Doch beim ersten Vorantasten auf der Suche nach Fluchtwegen stelle ich fest, daß dies nur über die äußeren Schwimmbäder gelingen kann. Im Inneren ist alles so abgeriegelt, als solle man gar nicht mehr hinausgelangen. Meine Bemühungen, unentdeckte Wege zu finden, sind aufgefallen und man vermutet jetzt, daß ich flüchten will und alles weiß. Ein Mann des Geheimdienstes verfolgt mich deshalb. Ich renne, was ich kann, er hinter mir her, und versuche, ihn irgendwie abzuhängen. Leider renne ich in etwas, das wie ein Fahrstuhl aussieht, sich aber als eine Sackgasse entpuppt. Auch die Tür kann ich nicht mehr rechtzeitig schließen, um ihn auszusperren. Er steht nun genau vor mir, aber im letzten Moment fällt mir ein, daß ich diese Fähigkeit habe, Leute einfrieren zu lassen, so wie eine der Hexen aus "Charmed". Dazu schwinge ich einen Zauberstab, der aussieht wie ein Kochlöffel, und haue ihm diesen an die Stirn. Mit erhobenen Händen ist er erstarrt und an seiner Stirn klebt ein Postit-Zettel, auf welchem steht, daß dieser Fluch exakt 9 Stunden und 50 Minuten hält. So lange habe ich Zeit, um zu verschwinden. Unauffällig begebe ich mich in eines der Schwimmbäder, wozu ich eine lange, sehr flache Treppe hinuntergehen muß. Das Schwimmbecken befindet sich halb im Freien und auf der anderen Seite beginnen bereits die Nachbarhäuser. Zu ihnen muß ich gelangen, damit ich hier erst einmal raus bin. Einige Leute vergnügen sich im Schwimmbecken, achten aber nicht auf mich, als ich mich am Rand des Schwimmbeckens vorbeischleiche. Erst als ich den ersten Balkon der Nachbarhäuser erreicht habe und die Gegend aufmerksam betrachte, schlagen sie Alarm und stürmen hinter mir her. Ich habe also keine Zeit mehr, um nachzudenken, sondern springe in den Balkon hinein, wo ich einen Strauß Blumen umwerfe, und wieder hinaus auf die Straße. Dann renne ich und verstecke mich schließlich hinter einer Hecke. Suchhunde werden nach mir ausgesandt mit Frauen, die die Hunde an der Leine führen. Erst sind es schwarze Hunde, dann weiße Hunde und immer jeweils eine andere Rasse, weil man denkt, daß nur diese Rasse mich finden kann. Seltsamerweise kommen mir die Hunde ganz nah, sind nur durch die Hecke von mir getrennt, scheinen mich aber nicht wahrzunehmen. Vielleicht interessiert sie das Ganze aber auch gar nicht und sie schnüffeln lieber nach anderen Dingen. Da die Hecken nicht sehr hoch sind, hat mich schließlich doch eine blonde Hundeführerin dahinter entdeckt, tut aber überraschenderweise so, als hätte sie mich nicht gesehen und als ob sie fleißig weitersuche, wobei sie die anderen ablenkt. Also gehört sie gar nicht dazu und ist im Widerstand, ihr kann ich vertrauen.
Bemerkung: Heute wieder zum Essen in der Krankenhauskantine verabredet. (Mix aus Krankenhauskantine, Flucht ins 23. Jahrhundert, Charmed und Hundeshow)
in meiner Wohnung:

Ist der Fisch zu frisch, schmeckt er nicht. Das hängt mit der Totenstarre zusammen und dem Abbau von Milchzucker zu Milchsäure, der in der Muskulatur stattfindet. Das Fleisch frischer Fische ist fad. Erst nach ein paar Stunden, wenn sich die Totenstarre gelöst hat, bilden sich die Geschmacksstoffe. Deshalb verschmähen Feinschmecker tiefgefrorene Ware von Fabrikschiffen, denn die Fische werden auf hoher See noch vor dem Einsetzen der Totenstarre und deshalb viel zu frisch verarbeitet.
Alten Fisch erkennt man am typisch "fischigen" Geruch, der durch den Abbau von Fischeiweiß und Fett entsteht. "Fisch muß nach Meer riechen", sagen Spitzenköche und Kenner...
..."Man sollte den Händler fragen, ob der Fisch schon vorher gefroren war", sagt Dr. Matthias Keller vom Fischinformationszentrum in Hamburg....
...Denn das Gewicht von Fisch läßt sich manipulieren. "Wiederaufgetaute Fische bringen mehr auf die Waage, wenn der Händler sie vor dem Einfrieren mit phosphathaltigem Wasser gewaschen hat", sagt Dr. Keller.
(aus "Unser kläglich Brot" von Eva Goris)
In meiner Kindheit gab es fast um die Ecke einen Fischladen, dort waren die Fische noch superfrisch, nämlich lebendig. Sie schwammen in großen Holzfässern und wenn man welche davon wollte, wurden sie mit einem Käscher herausgeholt und von der Verkäuferin mit einem Holzhammer getötet. Als Kind war es mir immer sehr suspekt, wenn die Fische danach noch herumzappelten. Aber noch etwas war völlig anders als heute im Fischmarkt in der Nähe. Nicht nur, daß man keine lebendigen Fische mehr sieht, in dem kleinen Fischladen flog einem bei dem ersten Schritt, den man hineintat, sofort eine erfrischende Brise von Salzwasser und Meer entgegen, sowie natürlich Fisch. Diesen Geruchscocktail mochte ich. Im Fischmarkt riecht es heute nur noch nach Fisch und Essen.
wenn man sich erst beim Sport abrackert und danach eine Familienpackung Moskauer Eis vertilgt, bringt das figurtechnisch wahrscheinlich gar nichts, aber wenn ich jetzt nicht eine gründliche innere Kühlung bekomme, besteht die Möglichkeit einer Kernschmelze. Und die Folgen für die Umwelt wären nicht abzusehen.