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Samstag, 17. September 2011

Auf Reisen

Auf Reisen
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Fordernde Katze und mangelnde Privatsphäre

Der Ort, an dem die Eltern meines Freundes oder meiner Freundin leben, gleicht einen Trümmerberg. Über einem unwegsamen Gelände aus angehäuften Trümmern, befinden sich einige halbwegs intakte Räume. Ich bin hier zu Besuch und lerne auch sogleich die Mutter kennen. Ihre schulterlangen dunklen Haare mit wenigen grauen Strähnen sind zu einem Zopf gebunden, als sie direkt auf mich zukommt. Ihr Alter würde ich auf Mitte Fünfzig schätzen. Ohne Umschweife und Begrüßung fragt sie mich, wie ich mit meiner Brustkrebserkrankung klar komme. Mein Blick fällt auf ihren grauen Pullover, unter dem sich nur eine einzige Brust abzeichnet. Die andere, die rechte Brust wurde amputiert, da sie dieselbe Krankheit hatte. Ich meine mich zu erinnern, daß man mir gesagt hätte, sie würde nicht gerne über ihre Erkrankung sprechen. Ihre offensive Frage erstaunt mich deshalb ein wenig. Und was soll man darauf antworten? Wieweit kann man damit klar kommen oder nicht klar kommen, wenn man sowieso keine Wahl hat? Hm....ganz gut....ja, antworte ich. Dann setze ich mich zu ihr und einem anderen Familienmitglied in das Wohnzimmer. Neben meinem Stuhl fällt mir eine weiße Katze auf. Spontan beginne ich sie zu streicheln, was die Katze auf den Gedanken bringt, mich ganz für sich zu vereinnahmen, indem sie auf meinen Schoß springt und meine Hand sowohl mit spitzen Krallen als auch spitzen Zähnen festhält, um immer neue Streicheleinheiten von mir zu fordern. Aua!

In einem Hotel oder einer Pension entbrenne ich in wilder Leidenschaft zu einem fast mannshohen Teddybären. Wenn er mit seinem großen Teddybärenkopf auf mir liegt und ich mein Gesicht in sein flauschiges Fell drücke, ist es, als wäre ich in einer weichen und warmen Höhle geborgen. Das macht mich ungeheuer an. Ich beginne deshalb zu masturbieren, unterbreche aber schnell wieder, weil mir einfällt, daß mir durch das Fenster wahrscheinlich jeder beim Teddybärchensex zusehen könnte. Und das wäre doch äußerst peinlich. Also stehe ich auf und untersuche die Lamellenvorhänge am Fenster, in der Hoffnung, sie irgendwie blickdicht schließen zu können. Währenddessen knallt die Tür auf und mein früherer und erster Bereichsleiter stürmt mit einer Klientin herein. Schlagartig wird mir bewußt, daß ich nur ein Nachthemd trage und keine Perücke. Eigentlich würde ich gerne im Erdboden versinken, aber bemühe mich trotzdem, mit gespielter Selbstverständlichkeit und Souveränität durch die Situation zu kommen. Aber eigentlich könnte man vorher ja auch mal anklopfen! Der Bereichsleiter will von mir, daß ich den Antrag der Klientin bearbeite und ihr helfe. Anscheinend soll sie sogar in der anderen Doppelbetthälfte meines Zimmers schlafen. Hallo gehts noch? Was ist mit meiner Privatsphäre? Und überhaupt bin ich hier nicht, um zu arbeiten! Trotzdem füge ich mich. Einmal kann man ja aushelfen, wenn es denn so dringend sein muß. Als ich durch das Zimmer auf die Frau zugehe, fällt mein Blick im Vorbeigehen auf einen bodenhohen Wandspiegel. Darin sehe ich vorwitzige tizianrote Haarsträhnen sich um meinen Nacken schlängeln und im gedämpften Licht seidig glänzen. Ich bin erstaunt, wie lang meine Haare so schnell geworden sind. Das sieht ja weniger schlimm aus, als ich dachte. Die Klientin lasse ich ein paar Papiere unterschreiben und mein Bereichleiter beginnt sich indessen den Bart zu rasieren. "Sie kommen doch wieder zu mir.." mehr Frage als Feststellung, sagt er und schaut mich hoffnungsvoll an. Damit meint er wohl in seinen Bereich, wenn ich arbeitsfähig bin. Ich antworte nicht, denn insgeheim bin ich verärgert. Wer will sich schon freiwillig solche Überfälle gefallen lassen? Ich betrachte sein Gesicht etwas genauer. Während die eine Hälfte des Bartes noch unter weißem Rasierschaum steckt, ist auf der anderen Seite des Gesichts ein kunstvoll und großzügig gezwirbelter Musketier-Bart zu erkennen.

Bemerkung: Mein früherer Bereichsleiter war in der Tat ein Schaumschläger.

Freitag, 16. September 2011

Ich liebe

meinen neuen Fernseher. Gut, wenn ich vorher mehr recherchiert hätte, hätte ich dieses Modell wahrscheinlich nicht gekauft, denn wie ich in diversen Foren lesen konnte, kann man damit ziemliches Pech haben. Auch zu mir mußte bereits der Fernsehmechaniker kommen, weil das CI+-Modul nicht funktionierte. Er tauschte die gesamte Hauptplatine aus und jetzt läuft alles wie es soll, bis auf ein paar störende Winzigkeiten. 3D wird zum Beispiel nicht als FullHD angezeigt, was mir aber alleine nie aufgefallen wäre, wenn ich es nicht im Forum gelesen hätte. Das sieht man nämlich nur, wenn man 10 cm vom Fernseher entfernt ist und einige Leute scheinen tatsächlich mit der Nase vor der Mattscheibe zu hängen und Pixel zu zählen. Mit dem Programmguide bekomme ich sämtliche Sendungen einschließlich der aller empfangbarer Radiostationen angezeigt, leider nur, wenn ich in die gewünschten Sender erst hineinzappe. Doch dafür kann ich sowohl die Wiedergabe als auch Aufnahme mit einer angehängten Festplatte programmieren. Wie ich feststellte, habe ich sogar Zugriff zu allen Mediatheken, auch vom ZDF oder diversen Radiosendern, wenn ich über die HD-Versionen (ZDF) gehe und die "Startleiste" einblende. In der Mediathek des WDR finden sich zum Beispiel alte Sendungen von "Zimmer frei" und überhaupt, mit dieser Internet-Suchfunktion lassen sich mehr Videos, Filme und Archive aufstöbern, als man je sehen möchte. Mit der Youtube-App könnte man beispielsweise alle Robbie-Williams-Konzerte auf Großbild-TV anschauen, wenn man wollte, und mit einer anderen App werden ähnlich wie bei Last.fm nur Musikvideos gezeigt, die den eigenen Musikvorlieben entsprechen, welche im übrigen von Last.fm importiert werden. Mit der SocialTV-App kann man während des Fernsehens twittern, facebooken (heißt das so?) und googletalken. Das interessiert mich nun allerdings weniger. Egal ob Internetforen oder soziale Netzwerke, nichts davon kann mich wirklich überzeugen bis auf das Bloggen. Liegt wahrscheinlich daran, daß man mit einem Blog die meisten Freiheiten und die wenigsten Gruppenzwänge hat. Und es ist entspannend zu wissen, daß es bei denjenigen aus der Bloggergemeinde, die dauerhaft dabeibleiben, ziemlich sicher nicht um Punkte-, Sternchen- oder Kommentaresammeln geht. Mehr interessiert mich da schon die neue App der Berliner Philharmoniker, mit der man, wenn man wollte, im Wohnzimmer zu einem Live-Konzert gehen könnte, bzw. in Konzert-Archiven stöbern. Allerdings kosten 24 Stunden 9,90 EUR und es ist fraglich, ob es sich so für das Wohnzimmer tatsächlich lohnt. Sogar Yoga-Trainer gibt es als App, doch hat es mir da mehr ein neuartiger Fernsehsender angetan, Body Balance, auf dem 24 Stunden lang Yoga- und Tanz-Workouts gezeigt werden. Ich würde gerne stundenlang zuschauen, vom Fernsehsessel aus versteht sich (ok, ich habe manchmal schon mitgemacht, aber pssst). Nicht zu vergessen die tolle Funktion des automatischen Einschaltens. Ich lasse mich jetzt täglich von Dr. Quincy, Gerichtsmediziner, wecken. Normalerweise mache ich ja um jedwede Arzt- oder Krankenhausserie, mit Ausnahme von "Kingdom Hospital", einen weiten Bogen, und das sogar, wenn sie lustig sind. Aber die Quincy-Serie ist so albern unrealistisch, daß mich da nicht einmal die Ärzte stören. Seit ich den Fernseher habe, sehe ich dem kommenden Winter sehr gelassen entgegen, denn immerhin steht man dann nicht mehr unter Druck, gutes Wetter ausnutzen zu müssen und kriegt auch keine Hummeln mehr, wegen denen ich bisher so richtig ausgiebig den Fernseher noch nicht probieren konnte. Und wenn ich vor dem Einschlafen beschließe, noch eine Sendung aus der riesigen Auswahl anzuschauen oder anzuhören, bin ich regelmäßig nach zehn Minuten eingeschlafen. Das bringt mich zu der EINZIGEN Funktion, die mein alter Bildröhren-TV ebenfalls konnte: den Sleeptimer. Unglaublich, daß mir so ein rudimentäres Mittelalter-Teil bisher völlig ausgereicht hat....

vergelesen

Überraschungstarif

statt

Überraschungsaperitif

Auf einen Überraschungstarif würde ich mich jedenfalls nicht verlassen. Die Überraschung könnte auch böse werden.

Donnerstag, 15. September 2011

Gerade gelesen

(in einem alten Zeitungsartikel):

"Bauen die Hände und Finger Ihres Gegenübers Hindernisse oder Gitter? Oder bilden sie ein Dach? Dann haben Sie es mit einem Besserwisser zu tun und der ist sich ganz sicher: "Nur ich weiß, wo's langgeht!" Diese Haltung wird gerne von Oberlehrern eingenommen. Die signalisieren dann auch durch nach unten zeigende Fingerspitzen, daß Sie bei der Prüfung durchgefallen sind. Danach können Sie sich jeden weiteren Flirtversuch schenken."

Da fällt mir doch sofort ein:

Handgeste

Nun ja, ich hatte auch nicht vor, mit ihr zu flirten...

Brust und Keule

Heute in der Anmeldung. Gerade habe ich mich in den Warteraum gesetzt, als eine Schwester aus einen der Bestrahlungsräume kommt und zu ihrer Kollegin sagt: "Ich bin dann mal weg. Ruf mich an, wenn meine Hüfte da ist." Immerhin wußte ich sofort, daß ich nicht gemeint sein kann, denn meine Keule ist noch in Ordnung. Ich bin die Brust...

Mittwoch, 14. September 2011

Als Ware Patient

fühlt man sich manchmal etwas eigenartig. Man heißt plötzlich "die Brust", ein Spitzname, mit welchem man in seinen kühnsten Träumen nicht während diesen Lebens gerechnet hätte. Man wird von den Fahrern 'ausgeladen'. Und es wird mehr auf die Maschinen Rücksicht genommen als auf die Bestrahlungsobjekte. Klar, die Maschinen sind teure Produktionsgeräte und wahrscheinlich sehr viel wertvoller als ein Mensch. Zumal die nur in der Masse Amortisation und Einkünfte garantieren. Auf dem Bestrahlungsgerät wird man wie eine Rinderhälfte hin- und hergeschoben. Aber als die Bestrahlungsschwester heute mit original der Geste über mir stand, die eine Verkäuferin macht, wenn sie gerade Hackfleisch abwiegt, dann wird es wirklich strange. Ich habe nur darauf gewartet, daß sie mit einem Schaber noch 100 g drauf packt. Wenn es so einfach wäre, hätte ich aber nichts dagegen.
Und der Fahrer erzählte mir, er habe gelesen, daß man aus einer Blume einen Stoff extrahiert habe, der bei Mäusen sämtliche Tumore zum Verschwinden gebracht hat. Jetzt will man ihn bald an Menschen testen. Als ich fragte, welche Blume das sei, meinte er, das habe er vergessen. Aber es sei eine stinknormale Schnittblume, die man an jeder Ecke bekomme...

Edit: Hm, habe mal gegoogelt und wurde fündig. Er meinte wohl diese Blumen hier: http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/krokuss-extrakt-soll-krebszellen-abtoeten-article1270346.html

Dienstag, 13. September 2011

Im Wagen

lief auf dem Weg nach Hause eine Radiosendung, in der es um Schönheitsoperationen ging. Die hat mich mal wieder kopfüber in ein Loch gestürzt. Überhaupt kommt es mir die ganze letzte Zeit vor, als würde ich auf einer Straße laufen, auf welcher ich alle drei Schritte in eine Grube falle. So ein Fallen und Strampeln und Klettern ohne Unterlaß. Inzwischen kenne ich ja die Sprache der Wespen ein bißchen. So touristisch eben. Wenn Wespen nicht mehr weiter wissen, sich nicht entscheiden können, in der Falle sitzen oder verwirrt sind, dann streichen sie mit ihren Vorderfüßen über die Fühler. Das bedeutet ungefähr dasselbe, wie das Kratzen am Kopf bei uns. Vermutlich bezwecken sie damit, ihre Wahrnehmungssensoren zu schärfen oder säubern. Und wenn wir uns am Kopf kratzen ist es vielleicht nur ein Überbleibsel aus Urzeiten der Evolution, als wir ebenfalls noch Fühler trugen. Es soll allerdings auch Leute geben, die sich am Kinn kratzen...

Schlechtes Betriebsklima

Obwohl krank, werde ich zu einer Dienstsitzung im Büro eingeladen. Kann ja auch nicht schaden, auf dem Laufenden zu sein. Doch merkwürdige Dinge gehen dort vor. Die Anweisungen und Regelungen werden per Bildschirm von der Leitung übertragen. Die Leute, die ich auf dem Bildschirm sehe, sind mir unbekannt. Ich frage deshalb die Kollegen um mich herum, ob es neue Chefs gibt, aber so richtig antworten möchte mir niemand. Überhaupt herrscht eine seltsame Atmossphäre. Es scheint, als würde jeder nur verdeckt und hinter vorgehaltener Hand wagen, etwas zu äußern. Wenn jemand mir etwas erzählen will, bekommt er einen Rüffel. Die meisten Kollegen scheinen ängstlich und halten sich zurück. Desweiteren erfahre ich, wie in einem Rundschreiben darauf hingewiesen wurde, daß meine Eltern wohlhabend seien und deshalb keine Hilfen erhalten dürften. Nun wären wir sicherlich auch nie auf die Idee gekommen, irgendwelche staatlichen Hilfen zu beanspruchen, aber das konkret mit den Daten in einem Rundschreiben herumzugeben, grenzt schon an eine Unverschämtheit und unerlaubte Datensammlung und -weitergabe. Und woher wissen die das eigentlich? Ist irgendwer auf mein Blog gestoßen? Von den Kollegen erhalte ich positive, wenn auch meist eher versteckte oder heimliche Rückmeldungen, doch das Klima insgesamt ist ziemlich bedrückend. Hui, was bin ich froh, daß ich mich damit hier jetzt nicht herumärgern muß.

Montag, 12. September 2011

Auf Wiedersehen

Auf Wiedersehen
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Ich habe mir

heute einen Christstollen gekauft, mit Marzipan, jawoll. Ich wollte mal wieder etwas Verrücktes, so richtig Verrücktes, total Ausgeflipptes und Spontanes tun. Das war dann der Höhepunkt meiner Anstrengungen. Ich habe nie behauptet, daß ich nicht spießig wäre. Mit dem ansonsten sehr netten Fahrer (Rettungssanitäter) mußte ich mich immerhin über Magenspiegelungen und sonstige Krankheiten unterhalten, nicht gerade mein bevorzugtes Thema zur Zeit, d.h. auf freiwilliger Basis. Man fühlt sich bald in so einer Hohlscheibenwelt, wo sich ständig alles um dasselbe dreht. Es hatte letzte Woche eine Spiegelung ohne Narkose und sein Vater besitzt schon gar keinen Magen mehr. Da wurde die Speiseröhre mit dem Darm zusammengenäht. Ich wußte gar nicht, daß sowas überhaupt geht. Letztes Jahr habe ich mich ja vor jedweder Magenspiegelung erfolgreich gedrückt, obwohl ich ständig Gastritis hatte. Doch seit der Chemotherapie, toi toi toi, merke ich vom Magen kaum noch einen Mucks. Wer weiß, wahrscheinlich habe ich während der Chemo auch noch die allerletzte Bazille in das Klo gekotzt. Die sind bei so vielen Magenbeben lieber ausgewandert. Eigentlich hätte ich Lust, mal wieder einige Jahre lang keinen Ärzten zu begegnen. Ich habe zwar nichts gegen sie, wenn man auch dauernd auf der Hut davor sein muß, mit zuviel Gutgläubigkeit als Medikamenten- oder Krankenhausnebenwirkungsprodukt im Pflegeheim zu enden wie mein Vater, aber genug ist irgendwann genug. Manchmal frage ich mich, ob man wohl ausbüxen könnte. Also ich meine, wenn ich nach fünf Jahren einfach nirgends mehr hingehe und mir völlig neue Ärzte suche, denen ich erzähle, daß ich noch nie etwas hatte, so daß sie mich weitgehend in Ruhe lassen. Aber inzwischen ist es ja leider auch von außen zu sehen und wird so wohl nicht mehr funktionieren. Und um zum Christstollen zurückzukommen, zu diesem werde ich beim Abendessen meine Sushisucht wiederbeleben. Lecker gerillte Lachshaut, Masago, Maki, Tamago, Sake, Nigiri mit Mangolassi und Christstollen. Ist zwar sicher nicht so gesund, aber wenn ich von Sushi Brustkrebs bekommen haben sollte, muß das Zeug auch schon vor Fukushima verstrahlt gewesen sein.

Sonntag, 11. September 2011

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Wespe 2

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Wespe 1

Gewitterstöckchen

1. Deine letzte Zigarette: Das ist mindestens 20 Jahre her, zumindest die letzte aktive Zigarette. Richtig geraucht habe ich aber sowieso nie.
2. Deine letzte Autofahrt: Freitag
3. Dein letzter Kuß: Vorletztes Wochenende
4. Dein letzter Weinkrampf: Heute
5. Dein letztes Buch: Marilyns letzte Sitzung
6. Dein letzter Film: Die Nacht, in der ganz ehrlich überhaupt niemand Sex hatte
7. Dein letzte(s) benutzte(s) Schimpfwort(e): Mist verdammter
8. Dein letztes Getränk: Kräutertee
9. Dein letztes Essen: Blumenkohl und Schnitzel
10. Dein letzter Anruf: Taxiunternehmen
11. Deine letzte Sendung im TV: Mario Barth im Olympiastadion
12. Deine letzte Dusche: Heute
13. Deine letzte CD: Achim Reichel live
14. Dein letzter gekaufter Gegenstand: Knoblauchschneider
15. Dein letztes Mal aufgeregt wegen: Unfairness
16. Deine letzte Enttäuschung: Gestern
17. Deine letzte sexuelle Phantasie: Vorgestern
18. Deine letzten Worte: Ciao! Schönes Wochenende!
19. Deine letzte merkwürdige Begegnung: Donnerstag
20. Das letzte Mal amüsiert: Gestern
21. Das letzte Mal verliebt: Ständig
22. Das letzte Mal umarmt: Vorletztes Wochenende
23. Das letzte Mal getanzt: Vor zwei Wochen, aber nur zu Hause
24. Dein letztes Konzert: Jan Garbarek
25. Die zuletzt besuchte Website: http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll?f=templates&fn=default.htm&vid=gestisdeu:sdbdeu

Umwelteinflüsse und Brustkrebs

Hier eine gute Broschüre dazu:

http://www.bcaction.de/pdf/ukul/umwelt_brustkrebs.pdf

Ich habe irgendwo auch mal gelesen, daß Metylparaben, wie es zur Konservierung von Kosmetika eingesetzt wird, eine östrogene Wirkung hat. Im Moment bestelle ich so viel wie möglich Bio, aber das geht halt nur, wenn man zu Hause ist. Will man als arbeitender Mensch sich schnell von gegenüber aus dem Supermarkt Lebensmittel holen, muß man wohl oder übel die Gifte mit in Kauf nehmen, bzw. hat zu tun, aus dem Sortiment die weniger belasteten Artikel herauszufinden. Theoretisch, in einer Gesellschaft, die nicht so krank ist wie unsere, müßte es andersherum sein. Man müßte überall nur über die Straße gehen können, um gesunde, unbelastete Lebensmittel zu bekommen, und die, die unbedingt Chemie für ihr Wohlbefinden brauchen, sollen sich das Gift halt aus dem Internet bestellen. Verkehrte Welt. Meine Schwägerin will, wenn sie wieder mehr Geld zur Verfügung hat, mit dem Auto regelmäßig in ein Biodorf fahren, um sich dort einzudecken, und hat gefragt, ob ich mich ihr anschließen will. Das werde ich ganz sicher tun.

Wespen und Absperrung

Ich tappere in einen halbdunklen Hotelraum, um mich schlafen zu legen, doch kaum liege ich im Bett, merke ich, daß ich nicht alleine bin. Viele kleine Tierchen befinden sich mit mir im Bett. Ich springe erschrocken wieder heraus und versuche zu erkennen, was da auf den Laken herumkrabbelt. Es sind Wespen, jede Menge Wespen, die es sich im Bett gemütlich machen. Dort hinein gehe ich nicht mehr, stattdessen suche ich lieber meinen Vater, um ihm das zu erzählen. Auf dem Weg zu ihm - eine Straße entlang, sehe ich auf einem Fensterbrett eine haustiergroße Wespe wie eine Katze auf einem Fensterbrett sitzen. Sie schaut mich auch genauso wie eine Katze an, vielleicht hat sie sogar einen Katzenkopf. Ach du meine Güte, ich wußte gar nicht, daß es soooo große Wespen gibt! Hier kann doch irgendetwas nicht stimmen! Und warum begegne ich ihnen andauernd? Bei dem Mann angekommen, der mein Vater sein soll, nehme ich ihn gleich zur Seite und flüstere ihm das Erlebte ins Ohr. Er nickt und sagt, daß er gerade die Hotelrechnung bekommen habe und das berücksichtigen werde.

Auf einer Anhöhe habe ich einen weiten Blick über die Stadt, deren schnurgerade Straße direkt zum Horizont und in einen weiten Himmel führt. Jedoch herrscht am Himmel merkwürdiges Gedränge. Gleich vier große Objekte sind dort zu sehen: eine Raumstation (die ISS?), die so groß ist, daß man Türen und Treppen erkennen kann, ein Heißluftballon und noch zwei weitere große Objekte. Das finde ich so ungewöhnlich, daß ich fotografieren will. Doch bevor ich mit dem Zoom alle vier Objekte richtig im Bild habe, kommt Militär und beginnt das Gebiet abzusperren. Auch auf der Straße sind nun überall Soldaten zu sehen. Schnell springe ich noch hinter die Abgrenzung, damit ich nicht eingesperrt bin, denn irgendwie hat das alles mit Frauen zu tun. Viele von ihnen, die Kopftücher tragen, verändern ihre Kleidung, damit sie nicht in die Absperrung geraten.

Samstag, 10. September 2011

Das hat sie nun davon...

Gerade habe ich eine Wespe in der Badezimmertür eingequetscht. Die saß wohl auf der Tür und als ich diese schloß, war sie genau in dem Spalt zwischen Tür und Rahmen. Ich wunderte mich nur, was da für ein Flügel und ein Bein hervorgucken. Als ich die Tür wieder öffnete, sah sie ziemlich fertig aus. Ich habe sie zwar gerettet, aber ich glaube beinahe, die kommen sowieso immer nur in meine Wohnung, um zu sterben. Der reinste Wespenfriedhof hier, überall liegen und hängen sie herum. Manche krallen sich sogar noch mausetot in der Gardine fest, so daß man gar nicht weiß, ob man die nun anfassen kann oder nicht. Mein Bruder meinte, als ich ihm davon erzählte, daß vielleicht in diesem Dachzwischenraum, wo sie nisten, bei der Rekonstruktion Insektengift gesprüht wurde und sie deshalb wie die Fliegen sterben. Normal kommt mir das jedenfalls nicht vor und das würde auch erklären, warum sie sich manchmal benehmen, als seien sie besoffen. Manche drehen sich auf den Rücken und zappeln mit den Beinen, andere drehen sich immer Kreis, wie ein Hund, der seinen Schwanz jagt, oder fallen wie Steine vom Himmel. Zur Fortpflanzung scheint es trotzdem noch zu reichen. Fragt sich nur, wieviel von dem Gift ich auch abbekomme...

...

Es gibt Menschen, die schaffen es tatsächlich zu verletzen, wenn sie da sind und auch wenn sie nicht da sind. Doch während sie nur unfair verarschen und aus dem Hinterhalt angreifen, sind sie, obwohl ständig hinterrücks austeilend, nicht in der Lage, selbst die kleinste ehrliche Meinung wegzustecken. Sowas nennt man Willkür oder auch Doppelmoral. Von ganz weit oben schaut jemand urteilend und strafend von seiner Wahnwolke auf einen herab und verlangt gleichzeitig, daß man gottähnlich alles von dem riechen müsse, was er will, wünscht und denkt, obwohl alle anderen Wege auf gleicher Höhe zu mir offen stehen. Ich bin aber weder ein doofes Haustierchen noch die Hexe Baba Jaga. Recht machen kann man es so nie. Und ich habe auch keine Lust mehr, benachteiligt und unwissend in der Ecke oder der zweiten Reihe abgestellt zu sein. Manchmal wundere ich mich wirklich über meine Ausdauer darin, mich verarschen zu lassen. Leider arbeitet der Auster-Schutz-Reflex bei mir nur in Zeitlupe, aber irgendwann ist es auch für mich soweit - Klappe zu, Affe tot, aus die Maus.

Traumsplitter

In einem Krankenhausbett liege ich zu zweit mit einer anderen Patientin. Wir sind so gepackt, daß ihre Füße an meinem Kopf liegen und umgekehrt. Jemand kommt mich besuchen und bringt mir eine dunkelrote Rose mit. Als ich sie nehme, spüre ich die Dornen in meine Finger stechen und bin sauer. Wie kann man mir ins Krankenhaus eine stachelige rote Rose mitbringen, wo ich doch schon genug Narben und Probleme habe und andere Dinge viel besser gebrauchen könnte?

An der Außenwand eines Schiffes hängend und über einen See segelnd. Ich habe nur einen sehr schmalen Sims, auf dem ich mit meinen nackten Füßen stehe, während ich mich an zwei Griffen festhalte. Jemand möchte mich zu Fall bringen und läßt solch einen Sturm aufkommen, daß das Schiff mit mir in rasanter Fahrt hin- und hergeschleudert wird und ich alle Kraft brauche, um mich festzuhalten. Fast ist es, als würde ich auf einem Trapez hoch über dem See stehen und ohne eigene Einflußnahme herumgeschleudert werden. Trotzdem bin ich zuversichtlich, daß man mich nicht so leicht abhängen kann. Denn der Trick besteht darin, mit den Füßen stets das richtige Gleichgewicht zu finden und dadurch die Arme zu entlasten. Mit leicht gebeugten Knien schiebe ich deshalb den Mittelpunkt meiner Füße stets so über den schmalen Sims, bis ich völlig stabil und sicher darauf stehe.

Freitag, 9. September 2011

...

Wenn man sich selbst in jemand anderem begegnet, vielleicht sogar erkennt, zeigt es sich erst, wie man wirklich zu sich steht.

Endlich Wochenende

Fünf Tage Bestrahlungen hintereinander ist echt zuviel. Mir wurde zwar gesagt, normalerweise würden nur Hautreizungen als Nebenwirkung auftreten, aber bei mir ist mal wieder alles anders. An der Haut oder der Brust merke ich noch überhaupt nichts. Sogar die Ärztin, die mich zwischendurch angeguckt hat, war erstaunt und hat gefragt, was ich mache. Dafür fühle ich mich nach den Bestrahlungen aber original so, als hätte ich einen Sonnenstich. So richtig mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit und Müdigkeit. Eigentlich geht man bei einem Sonnenstich entsprechend lange aus der Sonne, bis es einem wieder gut geht, aber ich muß mir jeden Tag einen neuen abholen. Spätestens nach dem dritten bin ich immer soweit, daß ich alles hinschmeißen möchte. Die Ärztin meint, mein Körper gewöhnt sich vielleicht noch daran. Da sind die zwei Tage am Wochenende wie ein hektisches Luftholen kurz vor dem Ertrinken. Und meine coole Kriegsbemalung sieht inzwischen eher aus wie eine dreckige Schreibtafel, auf der dauernd schnell etwas weggewischt und wieder drübergeschrieben wird - in Lila.
Da ich jetzt immer meinen eigenen Chauffeur habe (ok, ist nur ein Fahrdienst), kann ich auch gar nicht mehr richtig herumstreifen, was ich ja so gerne mache, sondern muß mich pünktlich vor der Klinik einfinden. Nun fühle ich mich sowieso nicht danach, lange durch die Wildnis zu strolchen, aber wenn ich ganz schnell fertig bin und noch eine Viertelstunde habe, haue ich durch den Hintereingang ab und streife durch das doch ziemlich weitläufige Klinikgelände. Bis auf den modernen Klinikbau, in welchem ich behandelt werde, sind dort jede Menge alte Backsteinbauten und anscheinend haben die auch irgendwelche Katakomben und Geheimlabore unter der Erde. Jedenfalls steht vor dem einen Haus eine Glaspyramide wie vor dem Louvre, natürlich nicht so groß, und wenn man da hineinschaut, sieht man unten einen Krankenhausgang. Außerdem stehen auf dem Gelände einige rätselhafte Mini-Bauten mit Lüftungsschächten (?) herum.

Als der Tag der Wahrheit ausbrach

Donnerstag, 8. September 2011

Traumsplitter

Auf einem Bahnhof sitzend und wartend, sehe ich hinter mir auf dem Bahnsteig eine weiß-graue, frei herumlaufende Katze mit ihrem Besitzer. Nur aus Spaß rufe ich sie leise, so leise, daß es zwischen den Menschenmassen gar nicht zu hören sein dürfte, doch sie spitzt die Ohren, schaut aufmerksam zu mir herüber und schleicht zielstrebig durch die Beine der wartenden Leute hindurch zu mir. Neugierig beschnuppert sie mich, sich mit den Vorderpfötchen auf meinen Knien aufstützend, um sich dann ohne jedes Zögern wie ein Hund zu meinen Füßen zusammenzurollen. Upps...