Alien
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Samstag, 5. November 2011

Es reicht!

Seit Tagen werde ich regelmäßig des Morgens von einer Meisenbande überfallen, die es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hat, meinen Balkon zu verwüsten. Ich hatte mich bereits gewundert, warum ständig überall Erdklumpen herumliegen und sie einmal auf frischer Tat erwischt. Sie saßen überall in den Kästen und Blumentöpfen und warfen emsig die Erde heraus. Vielleicht picken sie auch nach Insekten, denn ich habe den Verdacht, daß sich einige frierende Wespen in den Töpfen versteckt haben. Aber trotzdem - jedesmal, wenn ich alles sauber gemacht habe, ist am nächsten Tag wieder alles voller Erde, sogar auf meiner Sitzbank. Was macht man gegen ungezogene Meisen? In den Topf schräg über meiner Bank, wo sowieso keine Pflanze mehr drin ist, habe ich jetzt richtig viel Wasser geschüttet. Wenn die Meisen morgen da hinein fliegen, bekommen sie sehr nasse Füsse. So, ätsch....

Der müde Junge

In einer Einrichtung für kranke Menschen findet ein großes öffentliches Fest statt. Ich bin ebenfalls anwesend, vielleicht von meinem Job her, und treffe in einem Saal jemanden mit einem ca. achtjährigen, schwarzhaarigen Jungen. Dieser sieht sehr verängstigt, aber vor allem müde aus. Er hat riesige Augenringe und sagt kein Wort, schaut mich nur traurig an. Ich bin richtig erschrocken darüber, wie fertig das Kind wirkt. Während ich mich mit seinem erwachsenen Begleiter unterhalte, streiche ich ihm über dem Kopf und sage: "Der Junge muß unbedingt ins Bett! Es ist viel zu spät für ihn." Darauf erfahre ich, daß dies nicht möglich ist, sondern der Junge noch die ganze Nacht hindurch bis früh um 8 Uhr aus irgendwelchen Gründen aufbleiben muß. Ach du meine Güte! Ich bin voller Mitleid und verspreche ihm, daß ich eine Matratze für ihn auftreiben werde. Ich weiß zwar noch nicht wo, mache mich aber gleich auf den Weg. Leider muß ich feststellen, daß vor den Schränken, in welchen Matratzen gelagert werden, Verkaufstische aufgestellt wurden, so daß hier kein Herankommen ist. Unterwegs laufe ich an den Aufgängen für verschiedene WGs und einer Musikschule vorbei. Die Musikschule interessiert mich, deshalb bleibe ich stehen und versuche Informationen über die Veranstaltungen zu finden. Eine blonde Frau ohne Beine spricht mich an. Ihr Oberkörper endet direkt mit dem Gehweg. Trotzdem scheint sie sehr selbständig und integriert zu sein, denn sie erzählt mir, daß sie selbst in einigen Musikkursen ist, was sie dort macht und daß sie auch noch anderen Aktivitäten nachgeht. Dabei ist sie aufgeräumt und fröhlich. Ich bedanke mich bei ihr für die Informationen, verabschiede mich und mache mich weiter auf die Suche nach einer Matratze. Doch alles was ich finde, sind ein paar dicke große Pappen und einzelne Kissen in unterschiedlichen Größen. Nun ja, die Pappen mit einigen Kissen darauf dürften vielleicht auch schon genügen, um sich darauf auszuruhen, wenn man sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Also werde ich sie dem müden Jungen bringen.

Freitag, 4. November 2011

Funkloch

In den vergangenen Tagen versuchte ich dauernd, die Zeit wieder zum Laufen zu bringen, indem ich regelmäßig nagelneue Batterien in die Funkuhren setzte. Ihre Reaktion darauf war, daß sich die Zeiger eine Runde drehten und erneut Punkt 12 Uhr zu stehen kamen. Ich war schon kurz davor, alle in den Müll zu kloppen oder für die nächste Uri-Geller-Show zu lagern. Da mein Kumpel heute Geburtstag hat, telefonierten wir über eine Stunde miteinander und ich erzählte ihm von dem 12-Uhr-Mysterium. Er riet mir, die Uhren an irgendeinen entfernten Platz zu bringen, also stellte ich erst einmal den Wecker in die westlichste Ecke meiner Wohnung. Und siehe da, als ich eine Stunde später vorbeischaute, ging er wieder. Die Wanduhr in der Küche war allerdings sehr resistent. Erst legte ich sie in die westlichste Ecke und nichts passierte, dann stellte ich sie aufrecht an das westlichste Fenster und endlich begann auch sie wieder zu laufen. Solche umständlichen Prozeduren mußte ich noch nie veranstalten bei einer Zeitumstellung. Mir scheint, ich bin in irgendein Funkloch gerutscht und das nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn. Funkstille in meinem Leben und auch ich habe Sendepause. Vor dem Telefonat hatte ich nach dem Namen von meinem Kumpel im Internet gegoogelt und dabei festgestellt, daß es seit dem letzten Sommer einen neuen Fußball-Superstar gibt, welcher nicht nur jung ist und gut aussieht, sondern auch genauso heißt wie mein Kumpel. Ich fragte ihn deshalb, ob er jetzt immer Anrufe von weiblichen Fußball-Fans bekommt, aber da er keine eingetragene Rufnummer hat, können die sich leider nicht zu ihm verirren.

Traumsplitter

Ein tellergroßer Schwalbenschwanzfalter hat sich in meinem Zimmer verflogen und präsentiert sich in seiner schönsten Pracht an einem Kachelofen sitzend. Ich suche nach meiner Kamera um ihn zu fotografieren und finde dabei einen Holz-Mariechenkäfer, den man in der Mitte wie eine Matrjoschka aufschrauben kann. Während ich ihn halte, spüre ich in der Hand ein Vibrieren und Summen wie das einer asiatischen Klangkugel. Neugierig schraube ich ihn auf und finde darin mehrere lebende Marienkäfer. Wie witzig, daß sie sich ausgerechnet in einen Holz-Marienkäfer eingenistet haben!

Donnerstag, 3. November 2011

Weiße Blüten und die verborgene Tür

Eintönige Wohnhäuser schmiegen sich von beiden Seiten dicht an die schmale Wohnstraße, auf welcher ich gehe, bis ich zu einer Absperrung komme. Anscheinend wird hier gebaut und ein Durchkommen ist nicht mehr möglich. Irgendwie muß ich aber auf die andere Seite gelangen, weshalb ich die Strecke zurücklaufe und nach einem Umweg Ausschau halte. Diesen finde ich sofort: Ein Weg führt in eine Einfahrt hinein, biegt nach links ab und verläuft hinter den Wohnblöcken an einer grünen Hofwiese entlang. Ich vermute und hoffe, daß es am anderen Ende einen Ausgang gibt, der zurück auf die Straße hinter der Absperrung führt. Während ich an der Wiese entlanglaufe, fallen mir am Rande fremdartige, schöne Pflanzen mit großen weißen Blüten auf. Die Form der Blüten erinnert an Zistrosen, nur sind sie vollkommen weiß. Seltsam, diese Blumen habe ich bisher noch nirgends gesehen. Inzwischen wuchern regelrechte Büsche mit weißen Blüten bis in den Weg hinein, diese Blüten sehen allerdings mehr aus wie Orchideen oder Lilien, und ich muß mich mit Kopf und Händen mitten durch sie hindurchschlagen. Hier scheint lange niemand mehr gegangen zu sein, wundere ich mich, und auch sonst sind der Hof und die Wohnblöcke wie ausgestorben. Der Wohnblock am Ende des Weges führt L-förmig weiter, aber es muß doch möglich sein, in einen der Hausflure zu gelangen und dort einen Ausgang zur Straße hin zu finden. Ich öffne eine Tür zum Haus und bekomme mit, daß mir jemand folgt. Er trägt einen blauen Kittel und scheint ein Hausmeister zu sein. Bis auf ihn ist auch im Haus alles wie ausgestorben. Es sieht hier weniger wie in einem Hausflur aus, als viel mehr wie in einem Saal mit verschiedenen Einrichtungsgegenständen. So richtig kann ich keine Tür auf der gegenüberliegenden Seite entdecken, es wäre aber gut möglich, daß sie sich hinter einem der Schränke oder in einem Winkel verbirgt, deshalb frage ich den Hausmeister nach ihr, denn der muß es ja wissen. Er bestätigt zwar, daß eine Tür existiert, gibt aber ständig ausweichende und langatmige Antworten, so als wolle er mir nicht sagen, wo sie sich befindet. Warum tut er das? Will er mir einen Streich spielen? Sich für irgendetwas rächen? Oder will er vielleicht, daß ich bei ihm bleibe?

Mittwoch, 2. November 2011

12 Uhr?

Etwas Sorgen macht mir, daß seit dem Wochenende trotz neu eingelegter Batterien alle meine Funkuhren genau bei 12 Uhr stehengeblieben sind. Was soll das schon wieder werden? Ein schlechter Halloween-Scherz? Eine Folge der neuerlichen Kernspaltung in Fukushima? Oder streiken die jetzt einfach, weil es ihnen zu blöd ist, sich dauernd umzustellen? Wenn es nur eine wäre, würde ich denken, die Uhr ist kaputt, aber alle gleichzeitig?
Seit genau diesem Zeitpunkt sitzt auch ein Marienkäfer an der Decke über dem Sofa und bewegt sich nicht mehr. Vielleicht ist er schon in Winterstarre. Jedenfalls lasse ich ihn dort, denn so einen Glückskäfer über dem Sofa finde ich irgendwie sehr beruhigend. Ich hoffe nur, im Frühjahr nicht festzustellen, daß er das Zeitliche gesegnet hat, was in mir die Frage aufwirft, ob ein toter Marienkäfer wohl weiter an der Decke kleben bleibt oder herunterpurzelt. Sogar Google liefert mir keine Antwort darauf, jedoch las ich, daß es wohl zur Zeit bei einigen Leuten eine Marienkäferplage gibt, insbesondere mit eingeführten Käfern der asiatischen Art. Meiner ist aber ein "Echter", würde ich behaupten:

Marienkäfer

Desweiteren konnte ich doch noch zwei rote Erdbeeren ernten und dabei feststellen, daß jemand Erdnüsse auf meinem Balkon frühstückt. Jedenfalls wurde mir eine extra große Erdnußschale in einem der Balkonkästen hinterlassen. Vielleicht ist das aber auch so eine Art Bestellung für die Winterfütterung, nach dem Motto: "Da! Guck! Sowas erwarten wir baldigst als Tagesmenü im Vogelhaus!"

Dienstag, 1. November 2011

Teilluzide Kellertreppe

Lange Träume, die größtenteils ohne Erinnerung bleiben. Mittendrin gehe ich eine Kellertreppe hinunter. Als ich mich umsehe, steht am oberen Ende mein Vater. Sofort wird mir klar - dies hier ist ein Traum, denn er ist ja tot. Aber in einem Traum, und dann noch zu Halloween, sollte ich auf keinen Fall Kellertreppen hinunter gehen. Entschlossen kehre ich um und steige die Treppe wieder nach oben. Dort angekommen gehe ich etwas unschlüssig herum und überlege, was ich wohl mit einem luziden Traum anfangen könnte. So recht will mir nichts einfallen, nebenbei registriere ich überrascht, daß ich erstaunlich ruhig bleibe. Zumindest habe ich nicht den Wunsch, sofort aufzuwachen, was aber daran liegen kann, daß ich mich nicht in der Umgebung meines Bettes befinde. Ich erinnere mich im Traum sehr gut an meinen letzten luziden Traum, in welchem ich noch etwas Panik geschoben hatte. Fast scheint mir, als ob mit jedem luziden Traum die Kontrolle besser funktionieren würde, und das, obwohl ich gar nichts dazu tue. Ich habe aus verschiedenen Bedenken heraus nie aktiv versucht, Luzidität herbeizuführen oder damit zu experimentieren. Jetzt scheint alles von alleine zu passieren. Fast kommt es mir vor, als wäre es irgendwie vorgesehen oder von jemandem gewollt, daß ich dies nun lerne. Langsam gehen die belanglosen Geschehnisse in den nächsten Traum über, mit welchem auch die Luzidität wieder verschwindet.

Montag, 31. Oktober 2011

Metallicrote Hypersensibilität

Inzwischen habe ich eine ganze Sammlung Thermoskannen und Thermosbecher zuhause, welche ich nie benutze. Und alles nur, weil sie metallicrot sind. Mein drittes Notebook, das ich eigentlich gar nicht brauche, ist übrigens auch metallicrot. Ich kaufe alles - es muß nur metallicrot sein. Dieses Metallicrot treibt mich noch in den Ruin. Oder aber meine Eigenart, mir jeden Schuh anzuziehen, wie heute wieder im Supermarkt. Ich gehe an die Kasse und bekomme mehr aus den Augenwinkel mit, wie ein Mann sich knapp hinter mir an die Kasse stellt, der da vorher bereits zwei Meter davor gestanden und irgendetwas in seinen Kartons sortiert hatte. Ebenfalls zwei Meter vor der Kasse ein irgendwie herrenlos herumstehender Einkaufswagen. Als ich mich zufällig umwende, schaut mir ein so böses Gesicht entgegen, daß ich fast zu Stein gefrieren möchte. Natürlich beziehe es gleich wieder auf mich, denn wenn der mich so böse anguckt, muß ich doch irgendetwas verbrochen haben - vielleicht vorgedrängelt? Da ich es nicht ertragen kann, solch einen Blick in den Nacken gebohrt zu bekommen und vielleicht Schuld an seiner schlechten Laune zu sein, frage ich also freundlich, ob er an der Kasse angestanden hätte. Die Antwort lautet 'Nein', wird allerdings mit einem noch etwas böserem Gesicht gegeben, so nach dem Motto "Was will die denn von mir?" Das böse Gesicht blieb mir also erhalten, aber ich hoffte doch sehr, daß ich nicht der Verursacher war, auch wenn ich es nicht lassen kann, alles auf mich zu beziehen. Manchmal möchte ich mich am liebsten nur noch unsichtbar machen. Das wird immer schlimmer und weitergehen kann es so auf keinen Fall. Ich frage mich, woher das kommt. Die (nichtvorhandenen) Hormone? Ist das vielleicht so eine Art Dauer-PMS? Normal ist das jedenfalls nicht. Wenn ich weiter noch hypersensibler werde, als ich sowieso schon bin, dann löse ich mich entweder irgendwann vor lauter Empfindsamkeit in Luft auf, oder ich werde depressiv und hänge mich schließlich auf, nur weil mich jemand schief von der Seite angeguckt hat. Ich brauche unbedingt ein sehr sehr dickes Winterfell.

Das Tageshorroskop für morgen macht wirklich Mut:

Schlimme Sterne.

VORMITTAG
Heute hat sich der Himmel gegen die Welt verschworen. Es sieht wirklich übel aus. Lassen Sie sich nichts einreden!
NACHMITTAG
Machen Sie sich auf zu einem Spaziergang, gehen Sie über einen Friedhof. Da relativiert sich so manches.
ABEND
Teilen Sie Ihre Gefühle mit jemandem, den Sie für würdig erachten.

Ich glaube, ein Spaziergang auf dem Friedhof hätte unter diesen Umständen bei mir gegenteilige Wirkung.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Wie gelähmt

fühle ich mich zur Zeit. Diese Antriebslosigkeit ist bleiern. Ich wüßte eigentlich tausend Dinge zu tun, jetzt, wo ich endlich mal Zeit habe, tue sie auch ständig in meinem Kopf, aber finde keinen Anlauf, nicht einmal zum Essen. Manchmal, wenn der Hunger zu sehr plagt, stehe ich vor dem geöffneten Kühlschrank und denke mir - das mußt du erst kochen und ein Brot mußt du erst schneiden und schmieren - dann mache ich ihn wieder zu und lutsche ein Halsbonbon, weil ich mich überfordert fühle. Ich hoffe nicht, daß dies die ersten Nebenwirkungen der Antihormontherapie sind und nun fünf Jahre lang so geht. Vielleicht ist es aber auch dieses berühmte Loch, wie es nach starken Belastungen auftritt, wenn die Spannung langsam abfällt. Auch zum Lesen hält der Antrieb, bzw. die Konzentration nicht lange, stattdessen wälze ich lieber schwarze Gedanken. Aber während das früher nur unerfreulich und erdrückend war, kommt nun eine dritte Komponente ins Spiel - die Schuldgefühle. Eine kleine neunmalkluge Stimme in meinem Kopf, die mir ständig sagt: "Na SO wird das nie etwas mit dem Gesundwerden." Eigentlich sollte ich für mich sorgen, mir gesundes Essen kochen und mich mit positiven Dingen beschäftigen. Wie ich es hasse, daß sie es schafft, mir immer noch zusätzlich Angst zu machen. Dabei dürfte es ja auch in Zukunft notwendig werden, sich mit negativen Gefühlen auseinanderzusetzen, denn ganz ohne geht es im Leben leider nicht. Und gerade im Moment fühle ich mich von Ablehnung und Feindseligkeit umzingelt. Es ist seltsam, manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich denken soll und was alles Einbildung ist und was nicht. Vielleicht werde ich langsam paranoid. Wenn man einen Tritt nach dem nächsten erhält, von Menschen, die einem wichtig sind und anderen, die einem egal sind, ist es ab einer bestimmten Frustrationsschwelle kaum noch wichtig, von wem das kommt, dann reicht jede kleine Andeutung, jede falsche Tonlage, um überempfindlich zu reagieren und sich noch mehr wie ein Igel einzurollen. Vielleicht sollte ich mehr Verteidigungslinien aufbauen und einfach alles an mir abprallen lassen. Das ist aber leichter gesagt als getan, vor allem, wenn einem noch nicht einmal die Chance gegeben wird zu erfahren, was man eigentlich verbrochen hat. Gerade dann scheint mir, wenn ich nichts richtig mache, und alles an mir ein Problem ist, sowohl das, was ich bin, als auch das, was ich nur in den Vorstellungen anderer bin, daß das Problem gar nicht bei mir selbst liegt.

Samstag, 29. Oktober 2011

Belagerung

Werde den ganzen Tag schon von einem Schwarm Mariechenkäfer belagert. Sie kleben an den Scheiben oder wandern in Karawanen um die Fenster herum. Einer hat es bis in das Zimmer geschafft. Vermutlich suchen sie ein Winterquartier.

"Die Käfer überwintern gerne in großen Gruppen (Aggregation) und können so vor allem zwischen Doppelfenstern sehr lästig werden. Normalerweise sammeln sie sich an Hügeln, unter Berggipfeln oder auf Ebenen und weiten Tälern. Vor allem lausfressende Arten, deren Beute nur kurz auftritt, bilden große Aggregationen, auch um die Nahrungsknappheit bzw. heiße Sommer mit der Dormanz zu überbrücken. Vor ihrem Schlaf sammeln sie Fett, Lipoide und Glykogen in ihrem Körper an, um davon während des Ruhens zu zehren. In Kalifornien wurden schon einmal an einem Überwinterungsplatz geschätzte 42 Millionen Tiere der Art Hippodamia convergens gesichtet. Das sind allerdings Einzelfälle."

Marienkäfer vor dem Fenster

Und genau zu Halloween habe ich Vorsorgeuntersuchung. Paßt irgendwie. Horror pur. Mehr Grusel geht nicht....

Freitag, 28. Oktober 2011

Vor dem Fenster

Vor dem Fenster
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Aus dem Statut

des Vereins zur Verzögerung der Zeit:

"Der Zweck dieses gemeinnützigen Vereines, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, ist es, wo es sinnvoll erscheint, Zeit zu verzögern.
Seine Mitglieder verpflichten sich zum Innehalten, zur Aufforderung zum Nachdenken dort, wo blinder Aktivismus und partikulares Interesse Scheinlösungen produzieren.
"

Dann bin ich wahrscheinlich inoffizelles Mitglied, mit meinem natürlichen Schneckenlebenstempo mache ich das ganz automatisch.

Traumsplitter

In der vergangenen Nacht dekorierte Sonya Kraus meine Wohnung um. Das Ergebnis warf mich nicht aus den Socken, jedoch gefielen mir einige der verwendeten Accessoires: Transparente, zarte Windlichter, Schalen und Vasen - alle im gleichen Stil zueinander passend - mit einfachen Formen, aber weißen, teils vergoldeten Stuckverzierungen in Art griechischer Vasenmalereien. Um eine flache bauchige Schale herum windet sich zum Beispiel ein Band stilisierter Krokodile. Außergewöhnlich auch eine fast tischgroße ägyptische Pyramide mit Bildern aus changierend schillernden Einlegearbeiten, vermutlich aus Perlmutt und Metall, welche ziehende Karawanen und Wüstenoasen darstellen.

Montag, 24. Oktober 2011

Luzides Mehrfach-Erwachen

Ich erwache in meinem Bett mit etwas Kuscheligem im Arm, natürlich! - meine Katze. Doch irgendetwas stimmt nicht. Mir fällt ein, daß sie tot ist, also muß das hier ein Traum sein. Andererseits war sie doch gestern noch hier, meine ich mich zu erinnern. Verwirrung. Eine Welle geht durch meinen Körper, ich spüre das Auftauchen in ein neues Erwachen. Noch immer halte ich etwas Kuscheliges im Arm. Puschel, klar. Das andere war nur ein Traum, aber jetzt sollte ich aufstehen. Seltsam, mitten im Zimmer stehen drei leere Betten nebeneinander und an der Decke kleben zwei große Libellen (oder Elfen aus dem Samstagstraum?). Verflucht, ich muß schon wieder in einem Traum-Zwischenraum steckengeblieben sein. Sofort geht erneut eine Erwachenswoge durch mich. Ich liege im Bett mit Puschel neben mir. Na endlich! Doch wenn ich mir Puschel genau anschaue - warum hat sie so rote Augen? Ich beobachte die Augen genau von allen Seiten und sie bleiben rot statt schwarz. Oh nein, ich träume immer noch! So langsam reicht es mir. Die Erwachenswogen folgen so schnell hintereinander, daß mir fast schwindelig wird, aber jedes Erwachen scheint nur eine neue Illusion zu sein. Dieses Ding, das sich Realität nennt, schlägt die ausgebufftesten Haken, um mich abzuhängen, oder aber die Träume wollen mich nicht gehen lassen. Doch statt hier zu warten, daß ich endlich wach werde, könnte ich auch einfach aktiv werden. Vielleicht geht es dann schneller. Zum Beispiel könnte ich Puschel testen. Aufmerksam schaue ich ihr ins Gesicht, wenn dies ein Traum ist, dann wird sie mich gleich anblinzeln können. Erst passiert gar nichts. Sollte ich mich getäuscht haben? Sollte dies bereits die Wachebene sein? Doch dann - tatsächlich - sie blinzelt! Cool! Sie verwandelt sich in ein zweidimensionales Tuch mit einem gemalten Katzengesicht. Mit dem Mund forme ich einen Kuß und sofort formt das Katzengesicht ebenfalls einen sehr menschlichen Kuß. Cool! Vielleicht könnte ich sie etwas fragen? Nach ein paar eher dummen Fragen, die ich gleich wieder verwerfe, frage ich, ob sie mich lieb hat. Ein Satz erscheint auf dem Tuch, in welchem das Böse genannt wird, und eine Art Standbild aus einem Splatterfilm - ein hocherhobenes blitzendes Messer unter dunklen Gestalten. Oh, oh - die Botschaft ist ziemlich deutlich. Ich sollte sie schnell in Ruhe lassen und mich anderem zuwenden. Meine Aufmerksamkeit fällt auf große durchgehende Zimmerfenster. Auf der Straße laufen zwei oder drei elegante, schwarzgekleidete Menschen herum. Ich könnte mich jetzt einfach durch eines dieser Fenster werfen. Augenscheinlich ist es nicht sehr tief und da dies ein Traum ist, kann mir ja nichts passieren, egal was dort draußen ist. Doch mein Schwung ist nicht sehr groß und eher halbherzig, weshalb überhaupt nichts geschieht. Ich bemerke zwei Handwerker im Zimmer und bedeute ihnen, einen Hammer zu nehmen und in eines der Fenster ein Loch zu schlagen. Sie nicken, lassen sich jedoch Zeit, bzw. tun gar nichts. Im Zimmer steht nun eine große Tafel mit weißem Tischtuch, gedeckt mit Kuchen und Kaffeegeschirr. Einer der Handwerker setzt sich an den Tisch, während ich noch überlege, was ich für Traumunsinn anstellen kann. Ich beschließe sie zu verführen und wende mich erst an den, der noch mit seiner Arbeit beschäftigt ist, um mit ihm zu flirten. Aber er ist muffelig und springt nicht an. Nun gut, der andere ist auch noch da. Lasziv lehne ich mich auf seine Schulter und gebe ihm Feuer. Er hält meine Hand mit dem Feuerzeug fest, sehr fest, fast verbrenne ich mir die Finger, bevor er sie losläßt, sie öffnet und sich von meiner Handfläche zu meiner Ellenbogenbeuge küßt. Mitten im Geschehen höre ich meinen (realen) Fernseher knacken und sich einschalten. Gott sei Dank, denke ich enorm erleichtert, daß ich gestern die Weckfunktion eingestellt habe! Damit ist dieser Traum endlich wirklich vorbei. Der Handwerker war sowieso alt und hatte einen Bauch...