Alien
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Samstag, 17. Dezember 2011

Liebe ist...

wenn man trotz voller Einkaufstaschen noch eine große Tüte Erdnüsse für die Meisen nach Hause schleppt. Schließlich haben sie die ja bestellt und Meisenknödel lassen sie links liegen, wenn sie Erdnüsse bekommen können. Die Folge ist, daß ich jetzt immer, wenn die Erdnüsse im Häuschen weggefuttert sind, am frühen Morgen von einem metallischen Klopfen geweckt werde. Drei Tage lang konnte ich nicht feststellen, woher das kommt, weil nichts auf dem Balkon zu entdecken war. Am vierten Tag kam ich auf die Idee mal nach oben zu schauen. Anscheinend lieben sie auch meine Turnstange. Nun ja, ich kann mich jetzt sowieso nicht mehr dranhängen...

Meisenbesuch

Seit ich immer mit einer Manteltasche voller Erdnüsse aus dem Haus gehe, treffe ich allerdings nicht ein einziges Eichhörnchen. Gerade denke ich so, durch den laubberaubten Wald schlendernd: "Blöde Eichhörnchen! Die lassen sich überhaupt nicht blicken.", als ich überfallartig von einem Specht erschreckt wurde, den ich wohl an seinem Stammbaum aufstörte. Es ist aber nicht sicher, wer den größeren Schreck bekam.

Flüchtender Specht

Die Bienen dagegen schlafen jetzt vermutlich, während sich noch eine letzte Wespe auf dem Balkon an den immergrünen Ginsterstrauch klammert.

Bienenquartier

Späte Wespe

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Allein in Budapest

Ich warte. Auf die anderen. Auf einem großen Platz. Ich warte vor einem spezellen (Gothic?)-Kaufhaus mit einem großen Werbegesicht an der Fassade. Um mich herum strömt das Leben, Menschen die das Kaufhaus verlassen. Einem Pärchen stehe ich im Weg, dessen Hände sich, wenn auch widerwillig, trennen, um an mir vorbeizukommen. Ein Mann mit deformiertem Kopf fährt als Tombola-Gewinn das Fahrrad einer Kundin fort. In Gedanken ziehe ich das Fazit, daß ich die ganze Zeit während dieses Kurzurlaubs nichts anderes getan habe, als irgendwo zu warten. Allein in Budapest. Doch immerhin gibt mir dieser Standort hier ein gewisses Gefühl von Sicherheit und Eingebundensein.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Bildversteck

Das Fenster der Toilette im Keller ist sehr klein und quadratisch, neben der ausladenden Treppe eines großen öffentlichen Gebäudes gelegen. Ich hocke davor und erinnere mich an die vielen Male, die ich mich durch diese enge Öffnung gezwängt habe, um in das Gebäude zu schlüpfen. So kann ich die große Treppe und den Pförtner umgehen. Auch jetzt will ich eigentlich wieder hindurchschlüpfen, aber mir kommen Bedenken. Schließlich habe ich zugelegt, was ist, wenn ich stecken bleibe? Innen versperrt die offen stehende Tür einer Toilettenzelle die Sicht, welche sich aber langsam in Richtung Türrahmen bewegt, und ich kann nun erkennen, daß die Tür zur Sanitäreinrichtung ebenfalls einen Spalt offen steht. Was ist, wenn mich jemand entdeckt, gerade wenn ich mitten im Fenster stecke? Das wäre sehr peinlich. Ich entschließe mich nun doch, die Treppe zu benutzen, lasse aber aus unerklärlichen Gründen meine hellbraunen Halbschuhe unten am Treppenansatz stehen. Erst als ich schon kurz vor der Pförtnerloge angekommen bin, fällt mir ein, daß ich schlecht ohne Schuhe in das Haus gehen kann und mache kehrt, um diese wieder anzuziehen. Dabei bleibe ich im Vorübergehen mit dem kleinen Finger in der Manteltasche eines Mannes hängen. Schnell enthake ich ihn wieder und entschuldige mich. Hoffentlich denkt er jetzt nicht, ich wollte klauen. Im Haus habe ich eine Toilette benutzt, stehe am Waschbecken und mache kehrt, um zu gehen. Ein altes, grauhaariges Ehepaar ist mit mir im Raum und die Frau fragt mich streng, ob ich mir die Hände gewaschen hätte. Zwar stand ich gerade am Waschbecken und gehe deshalb davon aus, daß ich es tat, jedoch muß dies so unbewußt gewesen sein, daß ich mich kaum erinnern kann. Ich antworte deshalb, daß ich es vergessen hätte und wasche sie mir noch einmal und ganz bewußt mit zwei gelben Seifenwürfeln. Die Frau tadelt mich wegen meines Versäumnisses, aber ich antworte nichts darauf. In einer anderen Ecke des Zimmers fällt mir plötzlich auf, daß ein leerer Kinderwagen, der mitten im Zimmer stand, sich beginnt, von alleine fortzubewegen. Erst denke ich, daß unten an das Gestell eine Schnur zum Ziehen gebunden wurde, aber auch, als ich mir den Hals ausrenke, kann ich nichts erkennen. Der Kinderwagen fährt links in den Korridor hinein und verschwindet in einem anderen Zimmer. Verwundert rufend zeige ich ihm hinterher. Das grauhaarige Ehepaar zeigt mir nun vier Bilder. Sie sagen, daß ein Geist hinter mir her sei und ich mich in einem der Bilder verstecken soll. Eines bildet eine Kuh auf einem Weg ab, ein anderes eine Menschenmenge. So eine Menschenmenge ist wahrscheinlich am besten geeignet, um sich zu verstecken, aber wie ich in solch ein Bild hineinkommen soll, ist mir ein Rätsel. Doch kaum habe ich das gedacht, bin ich bereits von einer Menschentraube umgeben, unter ihnen eine Person mit einer aufgeschlagenen Zeitung. Die Bilder der Zeitung verändern sich zu dem Schwarzweißbild einer Frau, welche Hut, Frisur und Kleidung aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts trägt. Sofort weiß ich, daß der Geist mich gefunden hat, es ist der Geist dieser Frau. Ich flüchte aus der Menschentraube in den großen Saal, in welchem an allen Wänden Gemälde hängen. Auch hier zeigt sich in einem Bild diese Frau, so daß ich durch die Saaltür flüchte und wieder in einem Raum mit Gemälden an den Wänden lande. Erneut ist die Frau in einem der Bilder zu erkennen, es ist, als sei sie immer schon vor mir da und als wüßte sie genau, wo ich mich aufhalte. Ich flüchte in ein drittes Zimmer, welches an den Wänden mit Holz verkleidet ist und mit einem repräsentativen, antiken Schreibtisch ausgestattet. Hier sind ebenfalls alte Gemälde über die ganze Fläche der Wände verteilt aufgehängt worden und sofort erkenne ich sie wieder in einem Bild hinter dem Schreibtisch. Während ich mit dem Finger auf das Bild deute, verwandelt sich das Gemälde und wird zum Portrait eines Säuglings. Eine Stimme neben mir merkt an, wenn ich schon im Büro des Bürgermeisters sei, solle ich jetzt sagen, was ich auf dem Herzen habe. Büro des Bürgermeisters, hm....was soll ich erzählen? Daß ich vom Geist einer Frau aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts verfolgt werde, der sich in immer anderen Bildern zeigt und sich darin verwandelt? Hm, hm....

Sonntag, 11. Dezember 2011

Die gefährliche Spannung,

unter der ich mich gerade befinde, zeigt sich bis in meine Haarspitzen hinein. Seit Monaten stehen mir meine Haare zu Berge, ganz wörtlich gesehen, senkrecht nach oben. Inzwischen, ich habe nachgemessen, haben sie eine Länge von knapp 9 cm und stehen immer noch. Ich sehe aus, als hätte ich in die Steckdose gegriffen und so fühle ich mich auch. Sollten die Haare nach den nächsten 10 cm weiterhin senkrecht stehen, habe ich ein ernsthaftes Problem.

Samstag, 10. Dezember 2011

Tänzerin auf dem Vulkan

müßte das Blog zur Zeit richtiger heißen und der Vulkan bin ich selbst. In mir brodelt, dampft und grollt es, vielleicht dank des Pluto-Quadrats zu meinem Uranus. Das, was mich in den letzten Jahren nur traurig gemacht oder enttäuscht hat, macht mich nun wütend, richtig wütend - und es fühlt sich irgendwie gesund an. Es scheint fast, als wären das die auferstandenen Lebensgeister, die vorher viel zu erschöpft waren, um sich noch zu regen. Andererseits fürchte ich wirklich, daß ich, sollte ich plötzlich ausbrechen, alles um mich herum einschließlich meiner selbst in Schutt und Asche lege. Die Vorstellung ist irgendwie belustigend, daß diese katastrophenartigen Stimmungsschwankungen alleine der hormonellen Reizbarkeit aufgrund der Anti-Hormon-Therapie zu schulden sind. Mich würde interessieren, ob es bereits ernsthafte wissenschaftliche Untersuchungen über etwaige Häufungen von Kapitalverbrechen, Brandstiftungen, Geiselnahmen, Terroranschlägen und Scheidungsraten unter Einnahme von Tamoxifen gibt. Auf Dauer ist dieses Brodeln aber ziemlich anstrengend, da scheint die Taktik der verbrannten Erde fast verlockend - kurz, effektiv und befriedigend.
Obwohl ich kaum belastbar bin und mein Leben sowie meine mühsam eingehaltene Regelmäßigkeit beim Essen bei mehr als drei Terminen pro Woche bereits im Chaos versinkt, fühle ich mich auf eine spezielle Art stark. Es ist die Art von Stärke, welche die Redewendung "was uns nicht umbringt, macht uns stark" beinhaltet. Schließlich war besonders das vergangene Jahr wie eine extreme Konfrontationstherapie mit fast allem, das mir Angst macht. Beinahe möchte ich übermütig werden und dem Schicksal entgegenrufen: "Na komm - war das schon alles? Hast du nicht noch mehr Steine und Herausforderungen für mich? Mich kriegst du nicht klein!", aber natürlich meine ich das nicht wirklich so. Schließlich wird das Schicksal von ganz alleine darauf kommen, da muß ich es nicht noch extra auffordern. Allerdings hätte ich zur Abwechslung gerne einmal ein paar andere Herausforderungen als immer nur Krankheiten. Wie man auf nachfolgendem Foto sieht, früh übt sich, was ein tüchtiger Patient oder ein tüchtiger Arzt werden will. Ich bin natürlich der Patient, war ja nicht anders zu erwarten.

Doktorspiele

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Friedenstaube?

Ich erwache in meinem Bett. Miauen dringt an mein Ohr. Die Katze schleicht durch das Zimmer und benimmt sich ziemlich ungezogen und mißgelaunt. Fast aggressiv scheint sie mich provozieren zu wollen. "Katze!" rufe ich gebieterisch, "Katze!", dann stehe ich auf und gehe zur Balkontür. Durch die noch zugezogenen Vorhänge fällt ein leuchtendes Lichtquadrat. Dahinter taucht plötzlich der furchterregende Schattenriss eines riesigen Vogels auf - spitzer Schnabel und ein Knäuel von Flügeln und Hälsen. Die Form erinnert an das Haupt der Medusa oder an den mythischen Vogel Phönix. Auf den Fußboden gekauert beobachte ich hinter der Tür diesen unheimlichen Schatten. Er macht sich auf meinem Balkon zu schaffen und fliegt wieder fort. Als ich, nun mutig geworden, auf den Balkon hinaustrete, fällt mir auf, daß der Vogel einen alten Blumentopf mit vertrockneten Pflanzenresten mitgenommen und dafür ein kleines Olivenbäumchen zurückgelassen hat. Er hat es aber nicht nur zurückgelassen, sondern sogar in einen Steinguttopf eingepflanzt. Das Grün des Bäumchens ist dunkel, gesund und glänzend. Jetzt wird mir auch klar, warum der Schatten des Vogels so furchteinflößend aussah - es war das Olivenbäumchen, das er mit sich trug und welches mit dem Vogelschatten zu jener monströsen Kreatur verschmolz.

Schneckenhaus

Schneckenhaus
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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Kartoffelessen mit Herrn Schneck

Es ist nicht genau auszumachen, ob sich die kulinarische Räumlichkeit, in welcher ich Herrn Schneck gegenüber an einem rustikalen, rechteckigen Holztisch sitze, drinnen oder draußen befindet. Uns wurde bereits das Essen serviert. Auf meinem Teller liegen ein Häuflein Bratkartoffeln und daneben ein Häuflein Salzkartoffeln, sonst gar nichts. Herr Schneck dagegen ißt lediglich einen großen Berg Salzkartoffeln. Man unterhält sich entspannt, stochert in den Kartoffeln, als ein ungewöhnliches Vorkommnis im Lokal das Gespräch auf französische Bestatter lenkt. Ich bemerke dazu, daß unter dieser Gruppierung Patriotismus eine große Rolle spielt. Ja, denke ich bei mir selbst überzeugt, Franzosen und Patriotismus sind nicht voneinander zu trennen. Schneck stimmt mir zu und erklärt mir jetzt unerwarteterweise, ich sollte ein französischer Bestatter werden. Hm, ich und Bestatter? Wie kommt er darauf? Bestatter war bisher ein Beruf, den ich nicht einmal im entferntesten für mich in Erwägung gezogen habe. War ich da vielleicht zu voreilig oder habe ich etwas übersehen? Während ich noch über die Bedeutung dieser Aussage mutmaße, probiere ich das erste Mal die Salzkartoffeln. Sie schmecken absolut eklig, eigentlich nach gar nichts, wie Mehlklumpen. Die Bratkartoffeln dagegen haben bisher sehr gut geschmeckt. Neugierig beobachte ich Schneck beim Essen, aber er scheint nichts zu bemerken und haut tüchtig rein. Nun ja, ich bleibe doch lieber bei den Bratkartoffeln.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Atomare Kekse

Auf der Suche nach ansehnlichen Vorratsdosen zwecks Komplettierung meines Weihnachtswunschzettels stieß ich auf diese formschöne Atommülltonne mit Blinklicht und Alarmsirene zur Aufbewahrung von Keksen:



"Sollte der rechtmäßige Besitzer der Kekse oder sonstigen Inhalts in der Nähe sein, ist er gewarnt und kann den Dieb auf frischer Tat ertappen. Eine originelle und effektive Art, deine Kekse oder was sonst dir lieb und teuer ist, zu schützen und zu bewachen."

So steht es in der Beschreibung, aber ich finde, dies ist auch eine tolle Möglichkeit, die Kekse vor dem Eigentümer selbst zu beschützen. Sollen die Kekse dagegen vor anderen Langfingern beschützt werden, fehlt der Dose ein wichtiges Detail um perfekt zu sein, nämlich die Möglichkeit zur Deaktivierung des Alarms mittels Pincode. Hätte die Dose solch eine Funktion, wäre sie bestens als Büro-Grundausstattung geeignet.

Mittwoch, 30. November 2011

N.a.n.a M.o.u.s.k.o.u.r.i

war wirklich eine Überraschung. Wenn ich mir ihre früheren Auftritte mit den weißen Rosen anschaue, dann lösen ihre scharfe Artikulation und ihre Atemtechnik bei mir immer Presswehen aus. Doch heute sah ich eine ganz andere Nana - eine mollige griechische Mama mit entspannter Freude am Singen und fast souliger Stimme. Und ich finde, sowohl die griechische Mama als auch ihr "neuer" Gesang stehen ihr ausgezeichnet. K., als N.M.-Fan, erklärte mir, es wäre ein bißchen sehr durch die Nase gesungen, doch gerade das macht es für mich besser. Und im Verein mit den anderen großen Stimmen war es ein Ohrenschmaus. Ich würde sagen, sie ist jetzt reif, reifer geht nicht, und es wäre eine Schande gewesen, wäre sie nicht noch einmal mit dieser Jubiläumstournee auf die Bühne gegangen. Sie sagt selbst, sie war froh, endlich trotz Abschiedskonzert wieder einen Grund dafür zu haben - 50 Jahre weiße Rosen. Aber selbst wenn es keinen Grund gäbe, erfindet man halt einen...

Sonntag, 27. November 2011

Immer

diese ätzenden Adventskerzenbilder. Ob man mir daraus einen Dolch basteln kann?

Erste Kerze