Du sprichst von Liebe,
ich rede von anderem,
reiße Stück um Stück
dir die Masken vom Gesicht,
doch die letzte läßt
du dir nicht nehmen
du hörst mich nicht
du siehst mich nicht
Liebe macht taub
Liebe macht blind
Liebe denkt nur an sich
Liebe tut Wichtigeres,
kümmert sich nicht
um festen Grund,
hängt in Wunschwolken
bis das Liebesobjekt,
zurückgelassen mit
uneinholbarer Geschwindigkeit
in lästigen Gruben,
die sie selbst gegraben hat,
ihr ein Bein stellt
Wie soll ich mit
dir Schritt halten,
wenn du dich nie umblickst
nach mir?
Auch weiße Lilien werfen schwarze Schatten. (ungarisches Sprichwort)
Auf der Flucht vor etwas mit dem Ballon. Ein Professor steuert ihn, vielleicht derselbe aus "Fünf Wochen im Ballon", und noch ein oder zwei andere Leute befinden sich mit in der Gondel. Abgehoben sind wir ohne Probleme. Jetzt überfliegen wir ein sumpfiges Seen-Gebiet. Ist die Frage, ob wir den Ballon lange genug oben halten können bis wir es überquert haben und in Sicherheit sind.
Ein schwerer weißer Koffer mit schwarzer Aufschrift steht auf meinen Knien, während ich im Beifahrersitz eines Wagens sitze. Der Koffer ist so riesig, daß er mir völlig den Blick nach vorne versperrt. Neben mir am Steuer ein Mann, den ich für meinen Cousin halte. Mit einer Hand hält er ununterbrochen meine Hand fest, vielleicht um mich zu beruhigen, weil ich nichts sehe, und fährt nur mit der Linken. Ich denke bei mir, daß er besser mit beiden Händen lenken sollte und entziehe ihm deshalb schließlich meine Hand. Doch zu spät. Eine Polizeistreife mit drei blonden Polizistinnen hat uns gestreift und auf den Gehweg abgedrängt.
wie ich es liebe, wenn meine Mutter sich mal eben selbst "nachher" zu einem Besuch bei mir einläd. Da ist die Tagesplanung futsch, man hat gerade noch eine halbe Stunde, schnell etwas aufzuräumen und wünscht sich, man wäre nicht ans Telefon gegangen. Und natürlich habe ich vergessen, die Haribo-Lakritzmischung vom Tisch wegzunehmen und zu verstecken, was zur Folge hatte, daß sie mich gleich mit entsetztem Blick über die teuflische Schädlichkeit dieser Süßigkeiten aufklärte. Allerdings nur so lange, bis ich ihr erzählte, daß Lakritz sowohl gegen Krebserreger als auch gegen Magenbakterien wirkt - dann war Ruhe. Und beides habe ich tatsächlich einmal gelesen, wieviel Wahrheit hinter solchen Zeitungsmeldungen steckt, weiß ich natürlich nicht. Aber Lakritze wird ja aus Süßholz, einem Pflanzenextrakt, hergestellt und ist damit sicher, zumindest um Nuancen, besser als diverse andere Süßigkeiten aus purem Zucker. Daß meine Mutter sich über jede Praline und jede Süßigkeit so entsetzt, liegt, so glaube ich, vor allem daran, daß sie selbst nicht an sich halten kann, wenn sie so etwas im Haus hat. Innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen ist alles weggeputzt und dann schimpft sie um so mehr über die bösen Süßigkeiten. Meine Haribo-Lakritzmischung dagegen habe ich schon seit Dezember im Haus und sie ist immer noch fast voll. Wie immer macht hier die Dosis das Gift, aber das ist etwas, was sie nicht hören möchte. Ich für meinen Teil habe als Schluß aus meinen früheren Ernährungsgewohnheiten vor allem gezogen, daß Einseitigkeit mehr schadet als eine maßvolle, möglichst basenüberschüssige Vielseitigkeit, während meine Mutter ständig von einem Wundermittel und einen Extrem ins nächste fällt und sich schon manches Mal selbst sehr damit geschadet hat. Das Schlimmste daran ist, daß sie dann immer anfängt zu missionieren und alles nachzubeten, was man ihr in den Werbeversprechungen des neuesten Naturheilhypes verspricht. Dabei sind diese ebenso mit Vorsicht zu genießen wie alle anderen Werbeversprechungen, selbst wenn da ominöse Forschungen mit beteiligt sind, da es sich genauso um eine Industrie handelt, die um neuen Profit zu machen immer mal wieder eine neue Pflanze oder eine neue Beere aus der Versenkung holen und mit wundersamen Wirkungen bestücken muß. Und auf einmal rennen alle nach dieser Wunderpflanze, dabei gibt es ein riesiges Angebot an Pflanzen und Kräutern, die mindestens genausogut, wenn nicht besser sind. Super-Cystus hin oder her, in meinen Tee kommen im Moment Schafgarbe, Ringelblume und Salbei, weil die einfach viel besser gegen Hitzewallungen und diverse Wechseljahresbeschwerden helfen. Doch am meisten nervt es, wenn sie bei jedem, aber wirklich jedem Gespräch anfängt, über die bösen Tabletten zu jammern, die ich nehmen muß und immer wieder mit den Nebenwirkungen kommt. Hallo? Ich kenne die Nebenwirkungen, ich habe mich informiert, aber entschieden, die Tabletten zu nehmen, schließlich geht es hier nicht um eine Grippe. Da muß ich es nicht haben, daß mich jemand ständig noch geradezu krank redet. Und dieses Drama zieht sich genauso bereits über die Chemo-und Strahlentherapie hin. Ich habe das Gefühl, sie konditioniert mich richtig darauf, es ganz schlimm mit den Knochen zu bekommen, so wie sie mich in meiner Kindheit dazu konditioniert hat, auf keinen Fall und niemals zu heiraten. Ich frage mich, ob es ihr lieber gewesen wäre, wenn ich gar keine Therapie gemacht hätte? Helfen tut mir dieses ständige Herumreiten auf möglichen Schäden jedenfalls nicht, im Gegenteil, jedes dieser "Gespräche" ist eine psychische Belastung für mich und hat mir weder im letzten Jahr noch im heutigen irgendwie geholfen. Warum ist es eigentlich so schwer, wenn man sich ein- oder zweimal mit dem Thema auseinandergesetzt hat, die Therapieentscheidung dann zu akzeptieren und einen zu unterstützen? Doch wenn ich ihr das sage, bringt es immer nur zeitweise etwas, indem sie sich vielleicht für ein-zwei Wochen zurückhält, und es dann genauso weitergeht, weil sie nichts davon verstanden hat. Ist das normal, daß Mütter so unsensibel sein können? Zuhören konnte sie ja früher bereits nicht, bzw. hat nur gehört, was sie hören wollte, aber es heißt ja immer, daß Mütter am besten wissen, was man Krisensituationen braucht. Meine allerdings nicht.
Die Blogbauarbeiten sind abgeschlossen und noch ein nagelneuer Header prangt über dem Blog. Der gefällt mir jetzt jedenfalls besser als beide vorherige zusammen und hoffe, er findet uneingeschränkte Zustimmung.
In einem kleinen Raum ohne Fenster erwache ich. Drei Wände des Raumes sind von oben bis unten mit Regalen verkleidet, in welchen ausschließlich dicke Gesetzessammlungen stehen. An der vierten Wand steht mein Krankenbett, in welchem ich liege. Kollegin T. beaufsichtigt diesen Raum und die Gesetzessammlungen sind sehr interessant einsortiert. Die unteren liegend und die oberen darauf diagonal stehend. Ungewöhnlich, aber vielleicht ist das eine ihrer geheimen Ordnungen. Außerdem scheint sie es auch übernommen zu haben, sich um mich zu kümmern. Ziemlich dunkel, trist und ungemütlich ist es hier zwischen all den Gesetzessammlungen, aber wahrscheinlich hatten sie woanders kein Platz für ein Bett. Mit einem Plan tritt sie an mein Bett und erklärt mir, man habe mich endlich für einen bestimmten Zeitraum im Krankenhaus untergebracht. Erschrocken frage ich sie, was ich da soll. Ich war doch gerade erst im Krankenhaus, warum soll ich also wieder dorthin? Sie erklärt mir lächelnd, daß dies nötig sei, weil ich ein neues Kleid bekommen solle und das könne man nur besorgen, wenn ich im Krankenhaus sei. Das verstehe ich zwar immer noch nicht, doch sage nichts mehr. Eigentlich kann ich mit Kleidern gar nichts anfangen, die stehen mir nicht. Aber gut, vielleicht wollen sie mir damit nur etwas Gutes tun und es würde undankbar wirken, wenn ich jetzt herummäkel. Eine lange Hose wäre mir aber trotzdem lieber. Andere Kollegen gehen ein und aus oder stehen beeinander, alle in Besetzung einer früheren Abteilung und nicht der jetzigen. Kollegin P. kommt herzlich an mein Bett geeilt, umarmt mich, fragt wie es mir geht und flüstert: "Jetzt bekommst du ja bald dein neues Kleid!" Schon wieder! Was meinen die nur damit? "Da ist doch irgendetwas im Busch. Eine Überraschung, oder so." sinniere ich laut vor mich in und merke zu spät, daß die Teamleiterin diese Gedanken mitbekommen hat. Sie reagiert jedoch nicht weiter darauf. Etwas später hat man mich aus dem Krankenbett herausgeholt und ich sitze mit den anderen Kollegen, unter ihnen K. und der Große, zusammen. Es werden jede Menge Geschenke ausgepackt, vielleicht ist das hier gerade ein Julklapp, muß wohl so sein, was sollten sonst diese vielen Geschenke. Ein dunkelhaariger Mann kommt hinzu, der mich an einen ehemaligen Seminarleiter erinnert. Er scheint eine Art Kopfjäger zu sein, denn er offeriert dem Großen einen neuen Job. Dann fällt sein Blick auf mich, er drückt mir ein liniertes Blatt und einen Stift in die Hand und fordert mich auf, meinen Namen aufzuschreiben. Fragend schaue ich ihn an, ziemlich perplex, weil ich nicht weiß, was das werden soll. Als er meine Verwirrung bemerkt, erklärt er wie nebenbei, als sei es schon beschlossene Sache, daß er für mich auch einen neuen Job hat und fragt mich, ob ich Samba tanze. Er scheint großes Interesse daran zu haben, mit mir tanzen zu gehen und mich attraktiv zu finden. Daß er mir nur deshalb gleich einen Job anbietet ohne mich zu kennen, ist schon ziemlich kühn von ihm. Spontan, um ihn vor einem großen Fehler zu bewahren, möchte ich etwas über meine Krankheit sagen, beiße mir dann aber auf die Zunge. Warum soll ich mir die Chance verbauen? Selbst schuld, wenn er nur nach dem Äußeren geht. Stattdessen sage ich nur, daß ich nicht wirklich gut tanzen kann. Dann beginne ich meinen Vornamen in Großbuchstaben auf das Papier zu schreiben. Kollegin T. und ich stehen mit einem Kinderwagen in einem Flur mit geschlossener Fensterwand. Mein Blick fällt auf einen grauen Himmel, an welchem Funken regungslos verharren, so als sei gerade ein Feuerwerk am hellichten Tag fotografiert worden. Was ist hier los? Eine Explosion? Kaum habe ich das gedacht, beginnt es von oben Gegenstände herunterzuprasseln. Einige durchschlagen das Fensterglas und das Dach. Mit einem Brett versuchen wir das Baby im Kinderwagen zu schützen, damit es keine Glassplitter oder gefährlichen Gegenstände abbekommt, was wohl auch gelingt.
In einer Küche brate ich mir ein Spiegelei, esse aber nur das gestockte Eiweiß. Mein Vater kommt hinzu und sagt, daß er auch ein Spiegelei möchte. Er geht hinüber zur Spüle und macht sich dort an etwas zu schaffen, wobei er mir den Rücken zukehrt. Während ich seinen Rücken betrachte, kommt mir Gedanke, daß hier etwas nicht stimmen kann. Doch was ist es? Nach mehreren Überlegungen weiß ich es. Mein Vater ist tot und dies hier kann deshalb nur ein Traum sein. Dann erwache ich.
Mein Partner, eine seltsame Mischung aus zwei Ex-Freunden, hat mich zu meiner Zahnärztin begleitet und im Wartezimmer während der Behandlung ausgeharrt. Wieder zu Hause sitzen wir beieinander, unterhalten uns, während ich die Hose ausziehe, wobei mir meine schneeweiß leuchtenden Beine auffallen. Er erzählt mir, daß er an den Geräuschen, die während des Schleifens der Zähne entstanden sind, hören konnte, daß meine Zahnärztin eine sehr gute und akkurate Arbeit leistet. Hm, merkwürdig, wie er darauf kommt, dies aus den Schleifgeräuschen heraushören zu können, aber andererseits beruhigt es mich, daß er diesen Eindruck hat.
Ein Wellnesscenter mit Sportangeboten und einem Thalasso-Pool. Ich möchte in das mit dunklen Algen versetzte Wasser steigen und erfahre, daß dieses 52 Grad Wassertemperatur hat. Ist das nicht etwas viel? Da verbrüht man sich ja! Doch als ich mit dem Fuß vorteste stelle ich fest, daß das Wasser eher zu kühl als zu heiß ist.
Für wenig Geld habe ich mir so einen Vokabel-Karteikasten gekauft, um meine Französisch-Kentnisse aufzufrischen. Ich dachte mir, wenn man jeden Tag nur eine Vokabel wiederholt oder lernt, sind das im Jahr schon 365 und bei zwei Vokabeln das Doppelte. Nicht zu verachten und dauert am Tag nicht mehr als 10 Minuten. (Und endlich habe ich auch herausgefunden, wie man dieses Accent mit der Tastatur schreibt!)
Une abeille m'a piqué.
Jetzt brauche ich sowas noch für Russisch und eigentlich auch für Englisch. Aber auf Englisch habe nicht wirklich Lust, obwohl man mich in englischen Foren, wenn ich dort etwas schreibe, vermutlich für sprachgestört hält.
Manchmal nervt es mich wirklich, daß ich zwar nur über die Straße gehen muß, um drei Tankstellen und eine Burger King-Filiale zu erreichen, aber zur nächsten Apotheke 20 Minuten laufen muß. Nach 20 Minuten hin und 20 Minuten zurück in dieser Kälte braucht man mindestens drei Stunden, um wieder aufzutauen. Ich stelle mir dann vor, wie es wohl wäre, mitten in der Stadt zu wohnen, die Apotheke gleich um die Ecke, und vielleicht auch eine Bar und ein Kino. Was man halt so braucht. Auch solch ein
Gaga-Ausblick wäre nicht zu verachten. Für Nightlife gibt es etwas abseits auf meinem Hof nur einen alten Bunker, dessen Besucher sich geschätzt nahe dem Alter einer Schuldisko bewegen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob dort tatsächlich noch etwas stattfindet oder ebenfalls schon die Sparmaßnahmen zugeschlagen haben, da als Beschäftigungsmaßnahme staatlich bezuschusst und über eine meiner ehemaligen Arbeitsabteilungen mit Veranstaltern und Türstehern besetzt. Diese Abteilung gibt es jedenfalls nicht mehr. Aber wozu ein Kino, wenn darin sowieso nichts Sehenswertes läuft? Wenn ich das Programm des "nächstgelegenen" Kino-Centers betrachte, ist da nicht viel, das mich hinter dem Ofen hervorlocken würde: Die Muppets, Drive, J. Edgar, The Descendants, Zettl, Dame, König, As, Spion, Star Wars, Sherlock Holmes und Rubbeldiekatz, sowie diverse andere. Eigentlich eine große Auswahl und mag sein, daß einige Filme, wenn ich erst im Kino sitze, mir sogar gefallen würden, aber um mich bis dorthin zu bewegen, muß ich schon vorher wirklich neugierig auf einen Film sein. Wenn das Kino dagegen um die Ecke wäre, würde ich mich dann und wann einfach so in einen Film setzen, so wie früher, als es noch das kleine, von den großen Kino-Centern inzwischen verdrängte Kino gab, für das man sich schnell mal abends außer Haus begab. Ohne lange Anreise zum städtischen Kino-Center und so wie ich es aus meiner Jugend in der DDR kenne. Aber gut, sobald es Sommer ist, bin ich wieder froh, daß ich nur 15 Minuten Fußweg bis zum nächsten Naturpark habe, 30 Minuten bis zum nächsten Imker und eine gegenüberliegende Straßenseite mit ländlichem Flair.
Headerbild-Umfrage
Wie sicher schon einige bemerkt haben, installierte ich kürzlich ein neues Headerbild (das über der Überschrift). Nun würde ich gerne wissen, wie passend ihr dieses findet. Ich selbst kann mich nicht recht entscheiden.
Nachtrag: Den Footer habe ich übrigens vollständig gelöscht, aber ich schätze, den vermisst auch keiner.
In einer Reisegruppe erhalte ich einen Mantel, den ich überziehen soll. Leider ist er etwas zu klein und vor allem an den Ärmeln zu eng, so daß ich an ihm zerren muß, um ihn richtig um die Schultern zu bekommen. Dabei reiße ich ein kleines Loch in die Kragenkante. Sofort entschuldige ich mich und biete an, den Schaden zu ersetzen, zumal der Mantel nur geliehen ist. Statt einer Antwort ernte ich böse Blicke und bissige Bemerkungen über meine Ungeschicklichkeit, dabei ist es mir so schon peinlich genug. Die Reisegesellschaft setzt sich an eine Gruppe Tische, plaudert und lacht durcheinander. Ich sitze am Rande und bin still. Aus der Gruppe heraus schaut mich ein Mann böse an und sagt etwas zu mir. Im Stimmengewirr habe ich ihn nicht verstanden und frage nach. "Du bist eine unsympathische Frau." sagt er noch einmal. Aha, nun - man kann nicht von jedem sympathisch gefunden werden - denke ich und zucke mit den Achseln. Jetzt beginnt mit einem Schlag die gesamte Reisegruppe über mich herzuziehen, so als sei ich gar nicht da. Wie ich esse, wie ich gehe, wie ich aussehe, wie ich bin. Ich sitze wie paralysiert daneben und fühle mich immer elender. Doch dann schlägt die Hilflosigkeit in Wut um. Ich mag zwar unsympathisch sein, aber Respekt kann ich, sollte ich, wie jeder andere erwarten. "Ihr habt wohl den A... offen, hier über mich zu reden, als sei ich gar nicht anwesend!" schimpfe ich in die Gruppe, trete dann hinein, packe einige Leute am Kragen und haue ihnen eine runter. Danach verlasse ich die Situation, wende mich noch ein letztes Mal um und sage triumphierend: "JETZT bin ich unsympathisch!" Seltsam, auf einmal fühle ich mich gut. Es ist doch ein Unterschied, ob man den Leuten einen echten Grund dafür gibt, einen unsympathisch zu finden, oder ob man für sie unsympathisch ist ohne daß man weiß, was sie gegen einen haben.
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Ich halte zwar generell Gewalt für keine Lösung, aber manchmal frage ich mich, ob mein Leben einen etwas anderen Verlauf genommen hätte, wenn ich einer gewissen Person aus meiner Kindheit mal so richtig eine aufs Maul gehauen hätte. Andererseits ist und handelt man zu jedem Zeitpunkt immer genau so, zu was einem das Leben vorher gemacht und wie es einen geformt hat, von daher ist jedes "hätte", müßig.
Seit meiner Kindheit schon hege ich eine Vorliebe für geschmorte Paprika. Die gefüllten Paprika von meiner Mutter gehörten immer zu meinen Lieblingsgerichten. Inzwischen habe ich selbst einige Male gefüllte Paprika zubereitet und finde, die schmecken fast noch besser als bei meiner Mutter. Und ich habe NIE, wirklich noch NIE, erlebt, daß dieses Gericht irgendwo anders ebenfalls geschmeckt hätte, deshalb esse ich es nirgendwo mehr außer zu Hause. Doch das Füllen und Schmoren ist ziemlich aufwendig. Wenn man nur den Geschmack haben will, kann man auch super einen Gemüsegulasch machen. Dazu brate ich geschnittene Wiener oder Tofuwürfel leicht in etwas Öl an, gebe Paprika- und Tomatenviertel hinzu und lasse alles kurz angaren. Danach wird mit Wasser aufgegossen, Tomatenmark hinzugegeben und alles nach Geschmack gewürzt. Ich nehme dazu Salz, Oregano, eine winzige Prise Chili (scharf darf es nicht werden) und immer auch etwas Vollrohrzucker. Das unterstreicht den fruchtigen Geschmack der Tomaten. Man läßt alles schmoren, bis ein sämiger Gulasch entstanden ist. Am besten schmeckt es, wenn sich teilweise beginnt, die Außenhaut von der Paprika zu lösen. Dazu Kartoffeln oder Reis. Das ist soooo lecker! Ein Traum, der mich immer wieder begeistert.
Was ich auch sehr gerne esse sind Brötchen mit Leinöl und Zucker. Mit dem pulvrigen, teuren Vollrohrzucker sind sie sogar noch besser, weil zum einen dieser Zucker einen leicht karamelligen Geschmack hat und zum anderen nicht so leicht wieder vom Brötchen herunterkrümelt wie der gewöhnliche Kristallzucker. Leider schmeckt aber das Leinöl, welches man zu kaufen bekommt, nie so, wie ich das frische Leinöl aus dem Dorf meiner Großeltern in Erinnerung habe, welches von den im Spreewald üblichen weiten Leinfeldern umwogt wurde. Deshalb sollte man, wenn man in dieser Gegend ist, unbedingt bei der Straupitzer Mühle haltmachen und sich einen Vorrat frischgepresstes Leinöl einfüllen lassen. Das war die Rubrik Haushaltstipps.
Ich weiß, daß es einige wenige Leser gibt, die fast jeden Eintrag meines Blogs lesen und immer schon auf den nächsten warten. Irgendwie ist es ein seltsames, aber auch gutes Gefühl, wenn das eigene Leben für andere so interessant ist. Und da macht man gerne den Unterhalter, aber natürlich schreibe ich nicht nur, um zu unterhalten, sondern auch für mich selbst. Doch manchmal wird die Tatsache, Leser zu haben, auch zu einem verpflichtenden Selbstläufer, wegen dem man fälschlicherweise meint, in den Einträgen immer noch humorvoller, poetischer, brisanter und intelligenter sein zu müssen. Vermutlich ist das nicht so, denn ich selbst stelle gerade fest, was für ein Vegnügen es ist, wenn man endlich etwas aus dem Leben dieser bisher nur aus Namen bestehenden Leser erfährt, von denen man vorher gar nichts oder wenig wußte. Es ist wahrscheinlich einfach ein menschliches Bedürfnis, am Leben anderer teilzuhaben, vielleicht weil es in jeder Hinsicht beruhigt. Ist es ähnlich dem eigenen, beruhigt es, weil man merkt, daß das eigene noch normal ist, ist es dramatisch, beruhigt das, weil man sieht, wovon man bisher verschont geblieben ist, ist es schöner, regt es dazu an, sich neue Ziele zu setzen und in Angriff zu nehmen. Das Leben anderer ist also eine Art Orientierungspunkt, an welchem man erkennen kann, wo man selbst steht und wohin man will. Und es relativiert so manches, wenn man offensichtlich nicht der Einzige ist, der ein bestimmtes Problem hat. Das macht wohl das Bloggen allgemein so faszinierend, unabhängig von speziellen Themenblogs. Um so mehr begrüße ich es, wenn Leser selbst zu Bloggern werden und an ihrem Leben teilhaben lassen. Schließlich brauche ich ebenfalls Bloglesefutter als Leuchttürme und will damit versorgt werden. Im Moment sorge ich mich mehr um mein Unterhaltungspotential für die Psychoonkologin, bei der ich wieder Termin habe. Ich fühle mich dabei wie ein Entertainer, der sein Programm durchgeht und sich fragt, was er in der Show bringen sollte und was nicht. Stoff für das Unterhaltungsprogramm gäbe es genug. Und das, obwohl es beim letzten Mal bereits wie ein Wasserfall aus mir herausgesprudelt ist. Ich habe mich beim Reden selbst beobachtet und dachte innerlich immer, upps, jetzt hast du das gesagt und upps, jetzt hast du jenes gesagt, Dinge, die ich nicht einmal meiner Familie erzählen würde. Daß ich bei ihr so gesprächig werde, liegt wahrscheinlich daran, daß sie gut zuhören kann und auch die richtigen Reaktionen zeigt, im Gegensatz zu der ersten Psychoonkologin aus der Klinik, die einem mit ihrem Schulterzucken und lapidaren "Was soll sein?" sofort das Gefühl gab, das Problem sei es gar nicht wert, darüber zu reden. Nun habe ich ihr also bereits eine ganze Reihe der Katastrophen der letzten Jahre berichtet und schon damit hatte sie mehr als genug zu tun. Das, was an Problemen nach außen sichtbar und erklärbar ist, ist ja oft nur die Spitze des Eisbergs. Und ich hätte noch viel mehr im Angebot, das mich belastet und zur Zeit Thema ist. Doch es gibt Dinge, über die möchte man einfach nicht reden, weil sie so, ja im Grunde komisch sind und einen trotzdem in stürmische Tiefen mitnehmen. Und ich glaube, wenn ich ihr wirklich alles und jedem Zusammenhang berichten würde, dann würden ihr nur noch die Ohren schlackern, vielleicht wäre sie sogar überfordert. Innerlich stelle ich mir immer vor, wie ich reagieren würde, wenn mir jemand meine ganze Geschichte der letzten Jahre erzählen würde. Ich denke, ich würde nur die Hälfte davon glauben und wäre irgendwann so geschockt, daß ich gar nichts mehr davon würde hören wollen. Wie gut, daß es Blogs gibt, die strapazierfähiger sind und sich nicht wehren können, aber selbst hier kommen einige Ereignisse nur andeutungsweise zur Sprache.
habe ich heute die Tanzstunde. Bei so viel Kälte muß man schon ziemlich masochistisch sein, um sich freiwillig nach dem Sport 20 min in die Kälte zu stellen und auf den Bus zu warten. Und mit Zahnschmerzen habe ich erst recht keine Lust dazu. Durch die innere Anspannung und die Krisenlasten auf meinen Schultern knirsche ich zur Zeit beim Schlafen gerne mit den Zähnen und das muß einen Nerv sehr verärgert haben. Nachts bin ich schon von den Schmerzen aufgewacht und tagsüber ist es noch schlimmer geworden, sowohl in Ober- und Unterkiefer. Immerhin eine gute Gelegenheit, einen Tee- und Gemüsesuppentag zu machen. Nach mehrstündigem Spülen mit Tee ist es inzwischen zwar schon viel besser, aber benutzen möchte ich meine Zähne immer noch nicht.