bei einer Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin war recht interessant. Natürlich hat man vieles schon einmal gehört, wie Sport und Bewegung, Streßabbau usw., es gab aber auch kleine praktische Tipps, wie zum Beispiel die vier Arten "Nein" zu sagen, die Akupressurpunkte gegen Süßhunger und anderes. Sie stellte fest, daß ab 40 die ideale Zeit ist, um noch einmal richtig durchzustarten, weil sich jetzt der Testosteronspiegel erhöht und man deshalb viel durchsetzungsfähiger ist und sich nicht mehr alles gefallen läßt. Vermutlich ist der Testosteronspiegel bei mir wohl schuld an der Reizbarkeit. Die Ernährungstipps bauen auf Phytohormone, wobei es immer auch Leute gibt, die Phytohormone bei Brustkrebs für kontraindiziert halten. Aber laut Untersuchungen wurde das inzwischen wiederlegt, weil Phytohormone statt der schädlichen Alpha-Rezeptoren die Beta-Rezeptoren ansprechen. Außerdem sind zum Beispiel auch in Äpfeln, Linsen, Erbsen, Leinsamen Phytohormone enthalten. Man dürfte ja sonst fast gar nichts, zumindest nichts Gesundes mehr essen. Angeblich sind vor allem stärkehaltige Lebensmittel die Bösewichte, die den Bauch aufquellen lassen und man solle sie durch Alternativen ersetzen und reduzieren, Nudeln durch Dinkel und Kartoffeln, zumindest in der Suppe, durch Steckrüben und Kürbis. Was Nudeln betrifft, so esse ich schon lange lieber Dinkelnudeln, weil die auch besser schmecken, aber bei den Kartoffeln bin ich ja sehr skeptisch. Sie sind sozusagen mein Hauptnahrungsmittel und ich esse gerne Kartoffeln und mir will rein logisch nicht in den Kopf, warum Kartoffeln als Wurzelgemüse nun schlechter sein sollen als zum Beispiel Rüben. Interessant war auch die Demonstration des Handlängentests, eine alte Inka-Methode, um Wasserquellen zu prüfen. Dazu legte sich eine Anwesende auf eine Reihe Stühle und es wurde einmal mit einem zuckerhaltigen Müsliriegel und mit einem Apfel getestet, indem diese auf den Solarplexus gelegt wurden und die Kursleiterin die Arme von ihr nach hinten zog und die Handlänge der "Schwerthand" und der "Schildhand" verglich. Sobald man etwas testet, das nicht gut tut, verändert sich die Handlänge der einen Hand, so daß beide unterschliedlich lang sind. Und es war tatsächlich deutlich zu sehen. Bisher kannte ich nur den Muskeltest, aber von dem hielt die Kursleiterin nicht so viel, weil man dabei schummeln könne. Nun ja, ich bin mir nicht sicher, ob man bei dem Handlängentest nicht auch schummeln kann, zumindest als Ausführender. Zum Schluß erfuhren wir, was Andy Roony, Journalist eines Fernsehmagazins, über Frauen über 50 schreibt:
"Je älter ich werde, umso mehr schätze ich Frauen über 50. Hier ein paar Gründe, weshalb das so ist. Eine Frau über 50 wird nicht neben dir im Bett liegen und fragen: Was denkst du? Es ist ihr egal, was du über sie denkst. Wenn eine Frau über 50 nicht Fußball gucken will, sitzt sie nicht da und quengelt herum. Sie macht das, was sie machen will. Und das ist gewöhnlich interessanter. Eine Frau über 50 kennt sich selbst gut genug, um sich sicher zu sein, wer sie ist, was sie ist, was sie will und von wem. Nur wenige Frauen über 50 werden auch nur andeutungsweise wissen wollen, was du von ihnen hältst oder von dem, was sie tun oder lassen.
Frauen über 50 haben Würde. Sie fangen nur selten in der Oper oder in einem teuren Restaurant lautstarken Streit an. Selbstverständlich werden sie nicht zögern, dich zu erschießen, wenn sie glauben, dass sie damit durchkommen. Ältere Frauen gehen freiwillig mit Lob um, auch wenn es oft nicht verdient ist. Sie wissen, wie es ist, wenn man nicht geschätzt wird. Eine Frau über 50 hat genug Selbstvertrauen, dich ihren Freundinnen vorzustellen. Eine jüngere Frau mit einem Mann wird oft sogar ihre besten Freundinnen ignorieren, weil sie dem Kerl bei anderen Frauen nicht traut. Frauen über 50 ist es völlig egal, ob du auf ihre Freundinnen scharf bist, weil sie wissen, dass ihre Freundinnen sie nicht betrügen. Frauen kriegen den sechsten Sinn, wenn sie älter werden. Eine Frau über 50 musst du nie deine Sünden beichten. Sie kennt sie bereits. Eine Frau über 50 sieht gut aus wenn sie einen grellroten Lippenstift trägt. Für jüngere Frauen und Drag Queens gilt das nicht. Wenn du mal ein oder zwei Falten beiseite lässt, ist eine Frau über 50 weit sexyer als ihre jüngeren Entsprechungen. Ältere Frauen sind aufrichtig und ehrlich. Sie sagen es dir sofort, wenn du ein Arsch bist oder dich wie einer aufführst! Du musst dich nie fragen, was sie von dir hält.
Ja wir preisen Frauen über 50 aus vielerlei Gründen. Unglücklicherweise beruht das nicht auf Gegenseitigkeit. Für jede hinreißende, kluge, gut frisierte, heiße Frau über 50 gibt es ein glatzköpfiges, dickbäuchiges Relikt in gelben Hosen, das sich wegen einer 18-jährigen Bedienung zum Narren macht. Meine Damen, ich entschuldige mich dafür.
Für alle Männer, die immer den Spruch draufhaben Warum soll ich eine ganze Kuh kaufen, wenn ich die Milch umsonst haben kann?, kommt hier eine neue Version: Heutzutage sind 80% aller Frauen gegen die Ehe. Warum? Weil Frauen erkannt haben, dass es sich nicht lohnt, ein ganzes Schwein zu kaufen, nur um eine kleine Wurst zu bekommen."
"Gratulation an Iris! Sie hat es durch ihr hartnäckiges Fragen geschafft, aus einem heftigen, emotionalen Vorwurf den eigentlichen Kern herauszufischen, zu überprüfen, was davon für sie relevant ist, und die knifflige Situation zu einem guten Abschluß zu bringen."
(aus "Endlich Rose statt Mimose - Wie Sie lernen nicht alles so schwer zu nehmen" von Irene Becker)
Ja super, Gratulation! Doch was man macht, wenn man auf Fragen keine Antworten bekommt, steht auch in diesem Ratgeber nicht.
Gestern lief als TV-Premiere das Remake des Filmes. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals in den Sommerferien in einem Kino in Dresden das Original mit meiner Freundin sah. Inzwischen habe ich das Original auch im Fernsehen einige Male gesehen und es gefällt mir noch immer besser. Mir kommt es vor, als würden die Filme heutzutage, je toller, aufwendiger und technisch perfekter die Effekte werden, um so weniger Persönlichkeit, Eigenart und Charme besitzen. Fast scheint es, als würde die Handlung den Effekten und Tricks auf den Leib geschrieben, statt umgekehrt und vermutlich ist es auch so. Da kann es dann schon mal vorkommen, daß Perseus mit ägyptischen Mumien durch die Gegend zieht, weil die wahrscheinlich noch von den Mumienfilmen übrig waren, und es entsteht kaum wirkliche Spannung. Wenn man sich das Original anschaut, mag dieses zwar mit den technicolorbunten Farben und den etwas eckigen und albernen Effekten antiquiert wirken, aber die Dramaturgie ist noch heute mitreißend. Es ist zwar schön, daß es jetzt so viele neue Möglichkeiten gibt, um realistische Tricks und Effekte zu generieren, doch ich möchte trotzdem keine Filme sehen, die ausschließlich mit diesen protzen und sonst nicht viel zu erzählen haben außer: oh ein Monster, oh eine Mumie, oh eine Explosion, oh ein Meeresungeheuer, oh ein Wirbelsturm usw. usf. Was den eigentlichen guten oder schlechten Film ausmacht, sind die scheinbar profanen menschlichen Geschichten, die diese Dinge zusammenfügen.
Meinem Kumpel will ich bei einer Badrenovierung helfen. Das Bad ist so heruntergekommen, daß ich meine, alles müßte herausgerissen und neu gemacht werden, aber mein Kumpel zeigt mir, daß es reicht, einzelne Fliesen auszutauschen. Nun ja, wenn er meint. Danach wollen wir für seine Mutter (die an Eierstockkrebs erkrankt ist) kochen. Die Wohnung geht übergangslos in offenes Gelände und eine Wiese über. Das Kochen läuft etwas chaotisch ab, da das Fleisch bereits vorgekocht ist und ich jetzt die Wohnung nach anderem Eßbaren absuche, während mein Kumpel ständig in den Supermarkt rennt, um irgendetwas zu holen. Doch da wir noch gar nicht genau wissen, was wir denn nun kochen wollen, fehlt immer wieder etwas. Ich stoppe das Ganze, indem ich vorschlage, wir sollten erst einmal einen Kochplan machen und dann aufschreiben, was wir benötigen. Kochen wir nun Kartoffeln zum Fleisch? Soll es eine Nachspeise geben? Pudding vielleicht? Das muß alles erst geklärt werden, bevor er zum Supermarkt geht um die fehlenden Dinge zu holen. Während ich in der Wohnung weiter nach Eßbarem suche und Puddingpäckchen sortiere, komme ich an den Rand der wilden Wiese, auf welcher mir riesige blaue Blumen auffallen. Sie sehen aus wie breite Malerpinsel, aber wenn man die zarten Blütenblätter in Form von schmalen Borsten auseinanderzieht, findet man einen hellblauen Blütenstempel.
Seit ich jeden Abend im Bett die geführte Meditation "Medizin der Engel" von Doreen Virtue höre, schlafe ich sehr gut ein, so gut, daß ich noch nie bis zum Ende der Meditation gekommen bin. In der Meditation erscheinen acht hübsche junge Priesterinnen, die ich mir in kreativer Abwandlung gerne als acht attraktive muskulöse Priester vorstelle - und dann schlafe ich ein. Oder, die bessere Variante, mir fällt plötzlich ein, daß ich aus dem Kilopack Elstar-Äpfel, die sehr gut schmecken, die ich aber wegen einer Kreuzallergie nur vorsichtig und in kleinen Mengen genießen kann, weshalb immer viele übrig bleiben, auch einen leckeren Apfelkuchen backen kann. Natürlich muß man sich dazu erst acht halbnackte muskulöse Tempelpriester vorstellen, damit man auf so eine geniale wie einfache Idee kommt. Desweiteren ist mir aufgefallen, daß mir zum absoluten Luxus-Glück noch eine zeitgesteuerte automatische Fenster- und Türen-Schließanlage fehlt. Im ersten Teil der Nacht kann ich nur mit offen stehender Balkontür schlafen, weil mich sonst die Hitzewallungen wach halten würden. Wenn allerdings die ersten Flugzeuge und frühen Vögel Lärm machen, erwache ich tiefgefrostet, manchmal zitternd unter der dünnen Bettdecke, und kann nur weiterschlafen, wenn ich die Tür wieder schließe. Bei allem gibt man sich jede Mühe, trotz eines unnatürlich hohen, aber notwendigen Schlafbedarfs noch genug vom Tag übrig zu behalten, zumindest effektiven Tag ohne Muskel- und Gehirnschwäche, und dann wird einem auch noch eine Stunde geklaut.
Ich mag die bunten Kobolde und das scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Jedenfalls kommen sie jedes Jahr wieder, obwohl ich sie manchmal gerne ärgere, indem ich den Balkon besetze. Dann hopsen sie rund um den Balkon von einem Zweig zum anderen, beobachten mich mit schiefgelegtem Kopf wie Habichte und schimpfen unflätig.
"Amoklauf" statt "Autokauf"
Ist wohl schon wieder so weit...
Eigentlich wollte ich den Nachfolgekurs vom Tanzen buchen, aber mir war bereits klar, daß es dafür viel zu spät ist. So bin ich nur auf die Warteliste gekommen. Stattdessen habe ich mich ganz spontan für einen Kurs in Lachyoga eingeschrieben. Lachen ist immer gesund und in diesem Jahr ist es mit Sitcoms nicht so gut bestellt im Fernsehen. Genau genommen wäre es perfekt, wenn es einen Kurs gäbe, in welchem man Tanzen UND Lachen könnte, pures Lebenselixier. So also nur Lachen. Überhaupt sehe ich es als meine persönliche Herausforderung an, an Ignoranz, Anmaßung, Unreflektiertheit und Vorurteilen nicht mehr zu verzweifeln, sondern darüber zu lachen. Jeder sagt mir, ich solle mir ein dickes Fell zulegen, und das soll meine Einstellung sein, eine ganz eigene Art von dickem Fell. Ich arbeite daran. Außerdem buchte ich noch eine Infoveranstaltung zum Thema "Schlank und Fit durch die Wechseljahre". Ich hoffe, die schmeißen mich da nicht raus, weil ich wie 35 aussehe.
Es wenden sich Punkte
schicksalsbeschlängelt
Blütenkelche zur Lebenssonne
und unter dem Laub
vom letzten Jahr
träumen zwei Igel
stachelbewehrt -
Morgentau verdampft
auf ihren Herzen
Idioten sterben nicht aus. Anscheinend besitzen sie eine bevorzugte evolutionäre Genmischung. Gut zu wissen, daß etwas im Leben Bestand hat.
Beim Essen halte ich plötzlich meine beiden Vorderzähne in der Hand, die mir von einem Moment zum anderen ausgefallen sind. Sie mit meiner Faust umklammernd renne ich heulend endlose Treppen hinunter und denke dauernd: "Das muß ein Traum sein. Das kann nur ein Traum sein." ohne es allerdings wirklich zu wissen. Ich lande in der Küche bei meiner Mutter, zögere aber, ihr die losen Zähne, bzw. die Zahnlücke zu zeigen, hat sie doch immer gesagt, ich solle auf meine Zähne aufpassen.
...
In letzter Zeit träume ich oft von Zähnen. Im Traumdeuter fand ich zu ausfallenden Zähnen folgendes: "Nach den neusten amerikanischen Forschungen haben sie auch etwas mit den Wechseljahren bei Frau und Mann zu tun, vor allem wenn sie in mehreren Träumen einer Person in den Wechseljahren hintereinander gesehen werden." Dann hoffe ich mal, daß diese Zahnträume wirklich nur hormonell bedingte Nebenwirkungen sind. Wobei einer dieser Träume sogar eher positiv war. Ich träumte, ich sei bei meiner Zahnärztin, damit sie mir die Krone für meinen Backenzahn macht, doch stattdessen riß sie mir die untere Brücke heraus, weil die kaputt war. Während ich mir noch Sorgen machte, wie ich jetzt auf den abgeschliffenen Zähnen kauen soll, stellte ich fest, daß mir zwei neue weiße Backenzähne nachgewachsen waren und ich gar keine Brücke mehr brauche.
Der Tanzkurs ist wirklich universell. Bei den Abschlußübungen haben wir heute Beckenbodengymnastik gemacht. Endlich mal ein Training, das nicht schweißtreibend ist, allerdings denke ich dabei immer an Schwangerschafts- oder Seniorengymnastik. *lol*
Immerhin hatte ich diesmal zumindest zum Ende des Kurses auch eine gesunde Gesichtsfarbe, so wie es sein soll.
kommt nicht über meine neue Frisur hinweg, sagt er. Schon als er mich das erste Mal mit kurzen Haaren gesehen hatte, sprach er mich darauf an, weil ihm die Veränderung sofort aufgefallen ist. Aber nun begann er erneut und meinte, er komme einfach nicht darüber hinweg. Ich fragte, ob er sich noch nicht daran gewöhnt hätte und er erklärte "Nö, das war ja jahrelang anders." - " Aber gut sieht es aus." fügte er noch hinzu, um blitzschnell die Kurve zu kriegen. Dafür hätte ich ihm eigentlich Trinkgeld geben sollen. *lol*
Gebracht hat er mir das Zumba-Fitness-Paket. Bisher habe ich neben den wöchentlichen Tanzstunden die Workouts im bodyinblance.tv angetestet. Bei den Yoga und Pilates-Workouts schaue ich nur gemütlich vom Frühstück aus zu, weil ich vormittags einfach zu keinem Sport zu motivieren bin. Ab 12 Uhr kommen dann die Tanz-Workouts und meine Erfahrung, die ich aus diversen Fitnessmitmachstunden gewonnen habe, ist die, daß mir und dem Bandscheibenvorfall generell die Workouts am besten bekommen, bei denen ich die Körpermitte und die Hüften viel bewege. Das ist eigentlich völlig im Gegensatz zur Wirbelsäulengymnastik, bei der man sich immer stabil machen mußte. Doch diese Stabil-Übungen bewirken bei mir nur, wie ich es ja auch bei den Reha-Sportstunden meistens bemerkt habe, daß der Rücken hinterher noch stärker schmerzt. Vielleicht ist das ja richtig so und soll so sein, damit es wirkt (was ich inzwischen bezweifle), aber wenn man nach jeder Sportstunde Depressionen bekommt, kann das auch nicht Sinn der Sache sein. Nach Latin Dance- oder Bauchtanz-Workouts dagegen, fühlt sich mein Rücken viel besser. Ich hätte von Anfang an auf meinen Körper hören sollen, der mir sagt, daß Wirbelsäulengymnastik bei Bandscheibenvorfällen Gift ist und er lieber die Hüften schwingen möchte. Allerdings war ich damals zu fertig und zu genervt für Musik oder Tanzen. Als besonders angenehm empfinde ich die Schlangenbewegungen beim Bauchtanz, auch wenn ich mir immer eher vorkomme wie eine Schlange, die gerade ein sehr fettes und großes Kaninchen verschlungen hat. Leider sind die Gruppen-Tanzstunden körpermittig ebenfalls ein wenig steif und der TV-Kanal ist zwar perfekt um auszuprobieren und zu testen, was einem liegt, aber mit den Zumba-DVDs bin ich dazu zeitlich unabhängig. Jetzt müßte ich es nur noch schaffen, auch täglich zu üben, doch dazu kann ich mich nicht immer aufraffen. Manchmal bin ich einfach zu müde und schwach, gerade an den Tagen, an welchen ich meine Schlafdauer auf ein normal übliches Maß begrenze, und ich kann zudem nur eine körperliche Anstrengung am Tag verkraften und hab ja auch noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Vielleicht sollte ich einen zweitägigen Rhythmus anstreben. In der Tanzgruppe erzählte mir jemand, daß genau an dem Tag, als ich geschwänzt hatte, eine Vertretung für unsere Kursleiterin da war, die aus dem Afrikanischen Tanz kam und entsprechende Übungen mit ihnen gemacht hat. Wirklich schade, daß ich das verpaßt habe, denn so eine Schnupperstunde, um abzuchecken, ob das schon zu komplex für mich oder noch koordinativ zu bewältigen ist, wäre nicht schlecht gewesen. Blöd gelaufen. Im Netz fand ich übrigens den Blog einer Leidensgenossin, die auch auf das Tanzen gekommen ist, das aber noch viel konsequenter macht als ich:
http://dreamsandme.wordpress.com/
Die Erschöpfung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen stellt nicht nur für den Patienten, sondern auch für Partner, Familie und Freunde eine große Herausforderung dar. Nachdem bereits die Phase der Therapie viel Kraft, Rücksichtnahme und Unterstützung für den Patienten eingefordert hat, steht jetzt der Wunsch wieder zu einem normalen Alltag zurückzukehren an erster Stelle. Der betroffene Patient, und auch Partner und Angehörige sind froh, die Krankheit und Behandlung erst einmal überwunden zu haben und versuchen, wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurückzukehren. Die Erschöpfung in ihrer chronischen Form erschwert nun gerade diesen Prozess der Suche nach Normalität im Alltag. Partner und Freunde müssen erkennen, dass gemeinsame Aktivitäten wegen mangelnder Energien nicht einfach umzusetzen sind. Bedingt durch die Folgen der Krankheit können sich zugleich die bisherigen Rollen verändern. Angesichts der massiven Lebensbedrohung werden die Partnerschaft und die Beziehungen neu definiert. Die sozialen Strukturen werden erneut auf den Prüfstand gestellt. Freunde bewähren sich oder ziehen sich aufgrund einer Überforderung mit dieser neuen Situation zurück, was von den Betroffenen selbst oft als eine Enttäuschung erlebt wird. In den Phasen der allmählichen Anpassung und Erprobung von notwendigen Veränderungen im persönlichen und sozialen Leben sind auch Fehlentwicklungen, Enttäuschungen und Rückschläge möglich. Wichtig für den Umgang miteinander ist es, dass man offen über die Einschränkungen durch die Erschöpfung sprechen kann.
Das kann ich nur unterschreiben...
nachdem mich gestern mehrmals Zigeunerinnen angesprochen hatten, die Geld für ihre hungrigen Kinder wollten, habe ich in der rechten Manteltasche nochmal einen Vorrat an Kleingeld angelegt. Ich ziehe dabei nicht gerne die Geldbörse, um ihnen nicht die Gelegenheit zu geben, mir diese aus der Hand zu reißen, und krame nur das offene Geld aus den Kleidungstaschen zusammen. Jetzt habe ich in der linken Manteltasche einen Vorrat Erdnüsse für vagabundierende Eichhörnchen und in der rechten Manteltasche Kleingeld für vagabundierende Fremdländer und bin so für alle Begegnungen gerüstet. Natürlich könnte man auch noch Verpflegung für vagabundierende Enten, vagabundierende Katzen und vagabundierende Füchse einpacken, aber bin ich die Wohlfahrt?
der Onkologin mußte ich im Gang warten, da das Wartezimmer voll besetzt war. Zuerst erregte ein eintretender Herr meine Aufmerksamkeit, der mit Frisur, Jackett und Bart mich sehr an einen ehemaligen Chef erinnerte, allerdings dünner und wie mir schien auch jünger als er eigentlich aussehen dürfte. Da er auf mein Anstarren nicht reagierte, war er es wahrscheinlich nicht, wenn er es aber doch gewesen ist, würde mir das schon zu denken geben. Denn irgendwie ist es merkwürdig, daß genau unter den Kollegen Krebsfälle auftreten, die damals mit mir in diesen muffigen DDR-Neubau-Büros gesessen haben. Die Kollegin, mit der ich im Zimmer zusammensaß, traf ich 2008 kurz nach ihrer Chemo, der IT-Mensch ist bereits an Krebs gestorben und eine andere Kollegin hatte ebenfalls Krebs. Wer weiß, was da noch für giftige Baustoffe drin waren, denn für Untersuchungen oder Sanierungen hat ja das Land gewöhnlich kein Geld. Das ist genauso wie mit diesem verseuchten Wasser aus den "antiken" Wasserleitungen der jetzigen alten Bauten. Einmal heißt es, man soll das Wasser nicht trinken, bzw. lange ablaufen lassen, weil da irgendwelche Sachen drin gefunden wurden, die nicht hineingehören, aber dann heißt es wieder, das sei alles gar nicht gesundheitsgefährdend. Danach betrat einer der Fahrer die Praxis, der mich damals mit dem Fahrdienst gefahren hat, aber hat mich mit den kurzen Haaren nicht sofort erkannt. Die Psychoonkologin machte mir das Angebot, das nächste Mal "mit dem inneren Kind zu arbeiten", so probeweise, was ich gerne angenommen habe. Außerdem erzählte sie von einer Frau, die selbst an Krebs erkrankt war, sogar schon Fernmetastasen hatte und irgendwann zu schwach war, um noch aufzustehen, und die trotzdem geheilt wurde, bzw. sich selbst geheilt hat. Sie gibt jetzt Seminare mit einer bestimmten Art von Familienaufstellung, welche mir ans Herz gelegt wurden. Desweiteren stellte sie fest, daß die Konflikte mit meiner Mutter ganz normal sind und sie das mit ihrer Mutter auch alles durch hat (Wobei es angenehm ist, mal mit jemanden zu reden, der wirklich mich dabei sieht und mir nicht immer nur sagt, ich solle Verständnis für meine Mutter haben. Das habe ich sowieso, aber es hilft ja nicht mir.), sowie die Müdigkeit und die Antriebslosigkeit bei mir wohl von keiner schweren Depression verursacht werden, sondern krankheitsbedingt sind. Also wie gehabt die Schlafkrankheit. Sie gab mir einen Flyer mit dem Titel "Tanzen gegen Fatigue" und ich konnte ihr berichten, daß ich schon längst tanze, allerdings nicht mit dauerhafter Wirkung. Auch frische Luft scheint die Müdigkeit eher zu verstärken, denn nachdem ich heute den ganzen Tag draußen war, bin ich nur noch am Gähnen. Ab morgen beginne ich mit einer Weleda Birken-Aktiv-Frühjahrskur aus Birkenpresssaft, die angeblich Energie geben soll. Man darf gespannt sein. Nach dem Gespräch fuhr ich gleich weiter zum Röntgeninstitut, um mir einen Termin zur Nachsorge-Mammographie zu besorgen, und von dort bummelte ich die Karl-Marx-Allee hinunter bis zum Alex, guckte dann mal, wie weit sie am Schloß sind und dachte, ich könnte bei der Gelegenheit auch in das Neue Museum gehen, das ich eigentlich schon seit der Neueröffnung immer mal besichtigen wollte. Doch genau vom 19-21.3. finden dort Wartungsarbeiten statt. Nun gut, es läuft ja nicht weg. Stattdessen legte ich mich im Lustgarten auf eine der Sonnenliegen am Wasser. So im Frühlingssonnenschein läßt es sich dort super aushalten, allerdings ist der Wind noch sehr eisig gewesen. Der Wind und der Hunger trieben mich irgendwann wieder fort.

des frisch eingerichteten Büros meiner Schwägerin fand heute statt. Die Räume liegen im 9. Stockwerk mit einigen interessanten Ausblicken.
Meine Schwägerin und Tante sind übrigens einhellig der Meinung, daß mich kurze Haare jünger machen. Hm...
Und während die einen sich ein Büro bauen, bauen die Elstern im Baum vor meinem Fenster ein Schloß, aber ein richtiges. Sogar mit Regendach, wie es aussieht. Kluge Vögel...

Auf einer breiten Treppe lasse ich mich von der Sonne bescheinen. Ich weiß nicht mehr, wie ich hierher gekommen bin, aber höre den Namen eines Bahnhofs. Erst klingt er unbekannt, doch dann fällt mir ein: die Spandauer Zitadelle muß sich hier befinden. Hinter mir sehe ich auch schon ein altertümliches Bauwerk mit großem Torbogen aufragen. Das wäre eine gute Gelegenheit, um zu fotografieren. Durch einige schmalen Gassen einer Altstadt erreiche ich das Gebäude und betrete es. Zuerst entpuppt es sich als Bahnhofsgebäude, dann als Kino. Ich verlasse es wieder und lande auf einem Platz, in dessen Mitte eine Kirche mit hohem schmalen Turm steht. Zwei Pantomimen, weiblich und männlich, stellen etwas abseits davon Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart in Casablanca dar, regungslos, so als seien sie ein Filmplakat. Vor mir fotografiert jemand diese Darbietung und ich schließe mich an und versuche ebenfalls zu fotografieren. Doch bevor ich den Auslöser drücken kann, rempelt mich eine Frau an und schimpft dann noch mit mir, weil ich ihr im Weg gestanden hätte. Ich lasse mir das nicht gefallen und gebe zurück: "Du hast doch Augen im Kopf, oder nicht?" Dann versuche ich noch einmal mit dem Foto. Die Pantomimen müssen dafür ihre Darbietung extra wiederholen, was sie bereitwillig tun.
Während ich schlafend im Bett liege, spüre ich etwas Pelziges an meinen Beinen und höre ein lautes Schnarchen, welches unter meiner Bettdecke hervorkommt. Vorsichtig schlage ich die Decke zurück und finde meine Katze zusammengerollt neben mir, welche sich unter das Deckbett geschlichen hat, etwas, was sie sonst nie tut.
Mit dem neuen Handyvertrag habe ich nicht nur bessere Konditionen, sondern auch eine neue Handynummer bekommen. Eigentlich hatte ich ja vor, die alte Nummer übertragen zu lassen und weiterhin zu benutzen, aber die neue Nummer gefiel mir auf Anhieb so gut, daß ich jetzt lieber diese behalten möchte. Zum einen konnte ich mir sie sofort merken, zum anderen ergibt sie in der Quersumme meine Glückszahl und mit den letzten beiden Ziffern meine Chi-Zahl. Und überhaupt, im Moment verschwinden alle möglichen Menschen aus meinem Leben, wie von Zauberhand dagegen finden neue Menschen herein, es ist, als würde eine große Umstrukturierung meiner sozialen Kontakte vor sich gehen, da ist es nur konsequent, die alte Mobilnummer zu entsorgen, alle einseitigen Brücken abzubrechen und ein neues Mobilnummernzeitalter einzuläuten. Sozusagen als Hoffnungssymbol für eine erfolgreiche Veränderung zum Besseren. Absurd fühlt es sich an, daß so viele Menschen glauben, eine wirkliche, existenzbedrohende Krise würde jemanden nicht verändern und er wäre hinterher dieselbe Person wie vorher. Bereits vor zehn Jahren bemerkte kaum jemand, daß ich mich schon damals in mehreren Punkten verändert hatte und das teilweise um 180 Grad. Und die letzten zwei Jahre sind ebenfalls nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Alleine die Vorstellung ist absurd, daß dabei nichts mit einem passieren würde. Natürlich kann man von den Leuten gar nichts anderes erwarten. Was sollen sie auch sonst tun, als irgendwo anzuknüpfen und zumindest so zu tun, als wäre alles wie vorher? Aber ich selbst fühle mich dabei fast ein wenig schizophren, weil ich genau merke, daß ich nicht mehr, zumindest nicht in allen Teilen, dieselbe Person wie früher bin und wahrscheinlich passen sich nur die äußeren Gegebenheiten jetzt diesen inneren Gegebenheiten an.