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~~~~~~~~~~~~~
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Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen; wenn es ihnen übel ergeht, werden sie mich suchen.... (Hosea 4.5.6)

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Donnerstag, 29. Mai 2008

Gabriel Garcia Marquez über "Ulysses"

Jorge Alvaro Espinosa, ein Jurastudent, der mich gelehrt hatte, die Bibel zu durchschiffen, und der mich alle Namen der Begleiter Hiobs auswendig lernen ließ, legte mir eines Tages einen erschreckenden Wälzer auf den Tisch und erklärte mit seiner bischöflichen Autorität: "Das ist die andere Bibel." Es war, wie konnte es anders sein, der Ulysses von James Joyce, den ich stückweise und stolpernd las, bis meine Geduld am Ende war. Es war verfrühter Wagemut. Jahre später, als ich schon erwachsen und demütig war, stellte ich mich der Aufgabe, den Ulysses ernsthaft wieder zu lesen, und es war für mich die Entdeckung einer eigenen Welt, die ich nie in mir vermutet hatte, und darüber hinaus eine unschätzbare technische Hilfe, was die Freiheit der Sprache, die Behandlung der Zeit und die Struktur meiner Bücher anbelangte.
(aus "Leben, um davon zu erzählen" von Marquez)

Ein Hauch Sahara

Nachdem ich heute die Nachrichten gesehen habe, weiß ich endlich, was das für komische gelbe Sandflecken auf dem Holzboden meines Balkons sind. Allerdings sind diese schon vor zehn Tagen mit dem letzten Regen heruntergekommen und ich hatte mich arg gewundert, da ich in KEINEM meiner Balkonkästen gelben Sand habe, aber auch noch nicht erlebt habe, daß Regen gelbe Flecken hinterläßt.

Außerdem fiel mir auf, daß ich, wenn ich mit Heimwerken beschäftigt bin und ständig in Baumärkten unterwegs, auch dauernd von Leuten nach dem nächsten Baumarkt gefragt werde, selbst und sogar dann, wenn nichts an mir nach Baumarkt aussieht. Doch seitdem Baumarkt mich nicht mehr beschäftigt, vorerst zumindest, hat mich seit Monaten kein Sch.... mehr nach einem Baumarkt gefragt.

Matratzenselbsthinrichtung und Matratzenzirkus

Eine junge Frau möchte sterben und mir wird im Traum ausführlich von anderen erklärt, wie sie das anfangen kann oder angefangen hat, so daß es absolut sicher ist, ohne daß sie selbst Hand an sich legen muß oder die Helfer. In zwei übereinanderliegenden dicken Matratzen wird eine Höhlung geschnitten, in die sie genau hineinpasst. Die Matratzen ähneln dabei einer Abgußform. Bevor sie sich da hinein legt, nimmt sie dreierlei Tropfen: Tropfen, die das Herz ruhigstellen und verlangsamen, Tropfen, die schläfrig machen und den Muskeltonus herabsetzen (Clonazepam?) und noch irgendwas anderes, an das ich mich nicht mehr erinnere. Wenn sie jetzt in der Matratze liegt, hat sie keine Chance mehr, lebendig herauszukommen, zumal sie da drinnen auch keine Luft bekommt. Während mir das erklärt wird, bin ich ein wenig skeptisch. Sie könnte doch einfach die Matratze anheben, aber nein, mir wird gesagt, das könnte sie wegen der Tropfen dann nicht mehr. Hm, ich finde es ja ein wenig aufwendig und grausam, zwischen zwei Matratzen zu ersticken. Aber zumindest wenn es funktioniert, umgeht es die Situation, daß man selbst Hand an sich legen muß oder andere, die sich dabei strafbar machen.

In der Ferne sehe ich eine Veranstaltung, auf welcher Menschen auf Matratzen in der Luft herumgewirbelt werden. Schließlich landen die Matratzen - es ist ein erstaunlicher Stapel von ziemlicher Höhe, fast wie ein Turm - und eine junge Frau steht darauf. Durch das Gewirbel ist sie wohl ziemlich aus dem Gleichgewicht, weshalb sie rücklings herunterfällt und mit so geknicktem Kopf aufprallt, daß ich schon vermute, sie hätte sich das Genick gebrochen. Aber nein, sie lebt noch. Ich und mein Kumpel wollen jetzt auch bei diesem Zirkus mitmachen, besser gesagt, ich bin mir nicht wirklich sicher, lasse mich aber überreden. Doch dann dürfen gar nicht alle mitmachen und mein Kumpel landet im Publikum, während ich mit anderen zusammen in Reihen auf dem Fußboden sitze. Vorne befindet sich eine Wandtafel und bevor der ganze Zirkus losgeht, müssen wir sechsunddreißig nummerierte Songs von der Tafel abschreiben. Manche kenne ich davon nicht, kann mich aber noch an Jethro Tull erinnern. Irgendwie fällt mir das Abschreiben enorm schwer, weil ich das da vorne nicht lesen kann. Ich muss immer wieder einen jungen Mann neben mir fragen, der mir auch bereitwillig Auskunft gibt. Mir ist mulmig, wenn ich an den bevorstehenden Zirkus denke, wo ich durch die Luft geschleudert werde, aber anscheinend geht es immer noch nicht los, sondern jetzt müssen die Kandidaten alleine einen der Songs singen und interpretieren. Auch das noch! Wäre ich nur nie hierher gekommen! Ich kenne ja nicht mal die Texte von den Songs. Soll ich meinen Kumpel fragen, ob er mit mir tauscht? Ich weiß aber nicht, ob das möglich ist. Jeder, der einen Song gesungen hat, gibt eine zerknüllte McDonald-Tüte an einen anderen weiter, der dann als nächstes singen muß. Zum Glück geht die zerknüllte Tüte knapp an mir vorbei.

Im obersten Stockwerk eines Hauses, das ein Kaufhaus zu sein scheint. Im obersten Stockwerk ist aber alles leer. Nur ein schimmernder blauer Fußboden ist vorhanden. Meine ehemalige Mitschülerin C. erzählt etwas über meinen ehemaligen Mitschüler R. Sch., nämlich daß dieser so lichtempfindlich gewesen sei. Dies sagt sie in sehr herablassendem und spöttischem Tonfall, was mich dazu bringt, völlig ernst zu erklären, daß ich ebenfalls sehr licht- und lärmempfindlich bin. Dies stimmt ja auch, allerdings betone ich es extra, um zu zeigen, daß es etwas normales bei manchen Menschen ist und nichts, worüber man sich lustig machen muß.

Der kleine Herr Luchterhand und das große Vergessen - Teil 73

Als ich erwachte, war ich ein neuer Mensch. Genau so wie ich eingeschlafen bin, schlug ich die Augen auf, aber irgendetwas war anders. Es war die ungeheure Kraft und Wachheit, welche ich fühlte, und die mich überraschte. Die Kopfschmerzen waren verflogen, es war, als wäre ich gerade geboren worden und hätte noch nie Müdigkeit gespürt. Gut gelaunt sprang ich aus dem Bett und machte mich für das Frühstück bereit.

Im Speisezimmer erhielt ich einen kleinen Dämpfer, als ich Robert sah, der nur ein mürrisches „Guten Morgen!“ murmelte und mich nicht ein einziges Mal ansah. Ich vermied es jetzt ebenfalls, ihn anzuschauen, aber Albert merkte dummerweise sofort, dass etwas nicht stimmte. „Wie lange habt ihr denn noch vor, euch anzuschweigen?“

Ich zuckte ratlos mit den Schultern und Robert biss ungnädig in sein Toastbrot.

„Wenn ihr in meinem Alter wärt, dann wüsstet ihr, dass das Leben zu kurz ist, um es sich auch nur eine Stunde durch Kleinlichkeiten zu vermiesen.“

Ich schwieg und löffelte mein Ei.

„Mach dir da mal keine Sorgen, Albert.“ antwortete Robert, dabei noch immer jeden Blick in meine Richtung vermeidend.

Schließlich schwiegen alle bis auf Neda, welche die Pläne für das Mittagessen erläuterte und sich über einen defekten Wasserhahn in der Küche beschwerte.

Ich nippte, mein Frühstück beendend, an einem Glas Milch, da spürte ich unter dem Tisch Roberts Hand auf der meinen. Er drückte sie fest und seine Finger schlossen sich warm um meine. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Noch immer schaute er mich nicht an und ich tat es ihm nach, doch dies wurde nun zu einer geheimen Verschwörung gegen Albert, ohne Worte beschlossen. Wir würden ihn kräftig an der Nase herumführen.

Mit angespannten Gesichtern und mit einigem Abstand verließen wir den Tisch, nur um uns auf meinem Zimmer lachend in die Arme zu fallen. „Wie geht es deinem Kopf?“ wollte Robert wissen.

„Großartig.“

„Das ist gut. Dann brauche ich ihn dir nicht mehr abzureißen.“

Wir neckten uns einige Minuten ausgelassen, da fiel mir schlagartig das gestrige Ereignis ein und daß ich als nächstes zurück auf das Festland mußte.

„Du wirst es nicht glauben, was ich gestern in den Ordnern gefunden habe.“

„Was denn?“ fragte Robert mäßig interessiert.

„Meinen Nachbarn!“

„Wie jetzt?“ Er schien jetzt wach geworden zu sein.

Ich klärte ihn kurz über die Zeitungsartikel und den Einbruch auf, was er ziemlich fassungslos zur Kenntnis. „Findest du es nicht auch ein wenig merkwürdig, dass ausgerechnet dein Nachbar es war, der versucht hat hier auf der Insel einzubrechen? Solche Zufälle gibt es doch gar nicht.“

„Sag ich ja. Was meinst du, wie ich geguckt habe.“ Ich zögerte kurz.

„Ich habe beschlossen, dass ich mit ihm reden muß.“

„Mit deinem Nachbarn?“
„Ja. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich den Schlüssel zu allem, was mir geschehen ist, bei Herrn Luchterhand finde. Als ich die Zeitungsartikel las, ist mir das klar geworden.“

„Willst du, dass ich dich begleite? Ich mein, ich lasse dich ungern allein dort hin – du weißt schon.“ Er grinste entschuldigend.

„Ich glaube, sprechen muß ich mit ihm allein, sonst könnte er verunsichert sein. Aber ich würde mich freuen, wenn du mich hinbringen könntest und auf mich wartest. Notfalls kannst du mich dann retten.“ Ich zwinkerte verschwörerisch.

„Ob ich dich rette muß ich mir erst noch überlegen.“ entgegnete er frech.

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zuckerwattewolkenmond - 2008/12/02 00:25
Wann
kommt denn nun eigentlich das Ende, das so nahe sein...
A. (anonym) - 2008/12/02 00:15

Meine Kommentare

Ist ja nett,
daß du mir das zutraust, aber solche schwierigen...
weltentanz - 2008/12/04 00:04
Natürlich
mit einem Anagramm-Generator. Ich habe ja schließlich...
weltentanz - 2008/12/03 23:54
Hilferufe
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weltentanz - 2008/12/03 21:22
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ja immer unheimlicher heute. Soll ich diesem automatisch...
weltentanz - 2008/12/03 20:45
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Herr Books?
Sind Sie noch da? Oder hat Sie das mysteriöse...
weltentanz - 2008/12/03 20:24
*freut mich* :-)
weltentanz - 2008/12/03 00:42
Der Spruch könnte...
Der Spruch könnte beinahe, aber nur beinahe, auch...
noemix - 2008/12/02 21:49

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