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Samstag, 10. Juni 2017

Vom Laster überfahren, aber Seele - Teil 2

Nachdem ich also am Dienstag den Nachmittag beim Zahnarzt verbrachte, ging es gleich am nächsten Morgen um 5:30 h wieder hoch, damit ich rechtzeitig um 8 Uhr in der Klinik bin. Im Prinzip hatte dann die Aufregung wegen des Zahns zumindest die positive Wirkung, daß ich zu beschäftigt war, um viel über das Bevorstehende nachzudenken.
Zehn Minuten vor 8 Uhr in der Klinik, war ich fast die Erste dort. Es war nur eine Schwester kurz vorher gekommen, die mir auch öffnete. Später stellte sich heraus, daß es die Schwester war, die mich vorher und nachher im Aufwachraum begleiten würde. Zuerst bekam ich natürlich wieder so einen schönen Krankenhauskittel. Dann mußte ich zum OP-Raum laufen. Auch zurück, als ich noch voll im Narkoserausch war, mußte ich laufen. Aus dem anderen, großen Krankenhaus bin ich es gewohnt, eine Runde im Bett durch die Flure geschoben zu werden. Ich kam in einen Raum, wo ich mich auf eine OP-Liege legen sollte, allerdings stellte sich heraus, daß es noch gar nicht die richtige Liege war. Nachdem mir der Venenzugang gelegt worden war und mich die Chirurgin angezeichnet hatte, wobei sie mich fragte, wo sie den ernten dürften, mußte ich nach längerer Wartezeit, in der ich fast von alleine eingeschlafen wäre, von der Liege wieder aufstehen und in den richtigen OP-Raum wandern. Alles in Krankenhauskittel und mit so einer Art Plastiktütenschuh über den Füßen. Dort mußte ich mich auf ein Rechteck stellen und alles ablegen, bis auf einen Papier-String. Dann bekam ich zwei kalte Kneipp-Abreibungen am ganzen Oberkörper, während drum herum schon das gesamte OP-Team von vier oder fünf Leuten stand, alle mit Mundschutz und Haube. Die Abreibungen waren natürlich Desinfektion und die Schwester meinte, das sei schon das Schlimmste an der ganzen Sache, allerdings sollte sich herausstellen, daß dies nicht wirklich stimmte. Aus dem großen Krankenhaus kenne ich es, daß man erst in Narkose desinfiziert wird, also davon nichts mehr mitbekommt. Dann standen alle Fünf oder Sechs um mich rum und dirigierten mich zur OP-Liege: Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Liege - Nehmen Sie die Arme auf den Kopf und lassen Sie die dort - Gehen Sie jetzt einige Schritte rückwärts - Lassen Sie sich auf der Liege nieder, die Arme auf dem Kopf lassen - Nun legen Sie sich langsam auf die Liege, aber unbedingt ohne die Arme zu benutzen! Meine Schwägerin, die mich abholte, meinte hinterher, ohne Arme hätte sie das schon gar nicht hinbekommen.

Immerhin war diese Liege dann beheizt und ich bekam ein Anästhesiezelt über den Kopf, so daß ich nicht mehr mitbekam, was um mich herum vorging. Langsam wurde ich von den Opiaten auch etwas benebelt, aber anscheinend nicht genug, denn alleine bei der örtlichen Betäubung, bei der mir überall in den Bauch gestochen wurde, bin ich fast an die Decke gegangen. Die Anästhesistin mußte mir deshalb noch zusätzlich ein Schmerzmittel verabreichen. Das alles, weil man mir wegen meiner Sojaallergie kein Propofol verabreichen kann und möchte. Aber dann bekam ich wirklich nichts mehr mit, obwohl ich irgendwie wach war und im Halbschlaf merkte, wie man an mir herumstocherte. Es ging alles ganz schnell, jedenfalls kam mir das so vor, vielleicht hat aber durch den Dämmerschlaf auch mein Zeitgefühl ausgesetzt - und eh ich mich versah waren zwei Leute damit beschäftigt, mich in ein superenges Kompressionsmieder zu zwängen, welches von über dem Knie bis unter die Brust reicht, wobei sie von mir wollten, daß ich mithelfe, obwohl ich noch fast wegetreten war. Doch dann mußte ich eh aufstehen und in den Aufwachraum gehen. Eigentlich hieß es, im Aufwachraum könne ich ausschlafen, doch mit schlafen war nicht viel. Deshalb heißt es ja auch Aufwach- und nicht Ausschlafraum. Denn nach mir kamen noch zwei oder drei Patienten an die Reihe, die in denselben Aufwachraum kamen. Nach mir ein junges Mädchen, das völlig aufgedreht war: "Hach, das ging ja alles so schnell.", "Oh ging das alles schnell, das könnte man fast öfter machen!", dann konnte sie nicht liegen, wollte gehen, durfte aber nicht, wollte deshalb ihr Handy haben und fragte schließlich, ob sie eine rauchen dürfe. Spätestens da hätte ich sie gerne erschossen. Ich war nämlich beileibe nicht so munter, sondern lag noch bis mittag wie bekifft herum. Dieses Propofol scheint ein wahres Zaubermittel zu sein. Die Leute sind danach wie Stehaufmännchen. Allerdings hab ich auch schon erlebt, wie sie dann sehr viel später zusammengeklappt sind. Irgendwie war mir leicht übel, ich wußte aber nicht, ob das noch von der Narkose ist oder von dem superengen Mieder, das plötzlich auf meinen Bauch drückte. Da ich abgeholt werden sollte, quälte ich mich so langsam hoch, bekam ein kleines Lunchpaket bestehend aus einem Brötchen mit Salami, einem kleinen Milky Way, einem Apfel und einem kleinen Apfelsaftgetränk, danach besuchten mich noch einmal die Anästhesistin und die Chirurgin. Die Chirurgin meinte, genaueres könne man erst in drei Wochen zum Kontrolltermin sagen und die Anästhesistin erklärte, daß ich von der Narkose und dem Schmerzmittel noch den ganzen Tag etwas hätte, was sich aber als Irrtum erweisen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine wirklichen Schmerzen, sondern fühlte mich nur total fertig und benommen. Der Schwester erklärte ich heiter, daß mir nur der Finger weh täte, an dem der Clip für das Meßgerät befestigt war. Als ich auf die Toilette mußte, war dies auch hier nur unter Aufsicht der Schwester möglich, die mich zu diesem Zeitpunkt darüber aufklärte, daß ich im Mieder ein Loch im Schritt hätte, das ich besser vorher "justieren" sollte. Das mit dem ausgeschnittenen Schritt hatte ich noch gar nicht mitbekommen, ist aber durchaus praktisch, damit man sich nicht ständig aus dem Mieder raus und wieder reinquälen muß.

In diesem Zustand kam ich ganz gut zu Hause an, nachdem ich noch etwas länger auf meine Schwägerin warten mußte. Allerdings merkte ich bereits auf der Fahrt, wie es beim Sitzen immer mehr anfing zu zwicken. Und kaum war ich zu Hause hatte ich das Gefühl, als wenn überall in meinem Oberkörper noch Nadeln drin stecken. Ich hatte ja vorher mal bei anderen nachgelesen, wie das so ist nach einer Fettabsaugung, und las immer etwas von einem schweren Muskelkater Also ehrlich, ein schwerer Muskelkater wäre auszuhalten, doch wie ein schwerer Muskelkater fühlt es sich jetzt erst nach zwei Wochen an. Die ersten zwei Tage jedoch bin ich gekrümmt gelaufen und das Liegen war auch nicht so einfach, vor allem auf der Seite, weil sie genau an den Hüftknochen einstechen, wo es hinterher auch am meisten sticht. Das macht natürlich das Sportverbot leichter, weil man erst gar kein großes Bedürfnis danach verspürt, geschweige denn in der Lage ist. Mein ganzer Bauch und die Flanken sehen lila, grün und blau aus - halt wie vom Laster überfahren. Zum Glück hatte ich vorher noch genug eingekauft, doch nach einer Woche mußte ich mal wieder raus. Alleine das Einpacken an der Kasse mit dem linken Arm erwies sich als schwierig und ich habe die Angewohnheit, den Einkaufswagen teilweise mit Bauch oder Flanken zu dirigieren und zu schubsen, wenn ich die Hände voll habe. Da denke ich natürlich vorher nicht drüber nach, schubse den Wagen und - au weh! Beim nächsten Eingriff kaufe ich am besten vorher für drei Wochen ein. Also ehrlich - wenn ich einfach nur fett wäre, würde ich das niemals freiwillig auf mich nehmen. Dann lieber Sport!

Dazu war es in der ersten Woche auch noch richtig schön heiß. Ich habe tagsüber alles dicht gemacht, Vorhänge vor und so ist es zum Glück bei maximal 26 Grad auszuhalten, auch mit einem Mieder. Bewegen kann man sich nicht viel, so daß ich die meiste Zeit herumlag, und mal wieder zum Lesen und Vokabellernen gekommen bin und weiterhin komme. Die Brust war natürlich am Anfang sehr dick unterspritzt, fast zu dick wie mir schien, aber die machen natürlich mehr, weil ja nicht alles Fett anwächst. Eigentlich wurde mir sogar für das erste Mal wenig Hoffnung gemacht, daß da viel hängen bleibt, sondern das das nur eine Art Vorbereitung ist, eine andere Ärztin meinte jedoch, das es bei jedem ziemlich unterschiedlich ist, wieviel hängen bleibt. Am Anfang, als die "hohle" Seite voll aufgefüllt war, sah die Brust schon ganz anders und besser aus. Aber mir war klar, daß es wohl nicht so bleibt, weshalb ich ständig beobachte, was sich so tut. Es würde mich ärgern, wenn für den ganzen Sch... überhaupt nichts hängen bleibt. Es ist alles schon viel dünner geworden und ich habe das Gefühl, die Fettzellen mögen es kuschelig. Am Anfang hatte ich nämlich mehrere Lagen von so einem flauschigen Verband locker umgelegt bekommen, der dann ständig irgendwo herumbaumelte, so daß ich ihn nach einigen Tagen abmachte. Als sich dann besonders unter Narbe das Gewebe einzog und abbaute, habe ich wieder alles drum gewickelt und mir kommt es so vor, als seien die Fettzellen so niederlassungsfreudiger. Also lebe ich die ganze Zeit in Klausur, laufe ohne BH, aber mit dem dicken flauschigen Verband um die Brust herum und lege nur zu besonderen Gelegenheiten, wie einem wöchentlichen Einkauf, einen leichten Sport-BH und ein auftragendes, sowie tarnendes Shirt an, damit ich mich unter Menschen trauen kann.

Das Mieder habe ich vor zwei Tagen, also genau nach zwei Wochen, das erste Mal abgelegt und gewaschen, da ich es zwei Wochen 24 Stunden am Tag tragen sollte. Seither habe ich es nicht wieder angezogen, obwohl es eigentlich nochmal zwei Wochen für mindestens 12 Stunden am Tag getragen werden soll. Ich habe aber das Gefühl, daß ich es nicht mehr brauche, da ja eh nur eine kleine Schicht abgesaugt wurde, sich die Haut wieder voll zurückgebildet hat und ich im Gegenteil jetzt teilweise Verhärtungen unter der Haut habe, die beim Dehnen und Strecken weh tun, so als sei da irgendwie etwas verklebt. Mir scheint es, daß diese Stellen sogar besser und wieder lockerer werden, wenn ich kein Mieder mehr trage. Außerdem kommt es mir so vor, als hätte ich jetzt in der linken Flanke eine kleine Delle. Sieht zwar nicht schlimm aus, aber zumindest mir fällt es auf. Na ja, bald bin ich eh nur noch ein Sammlerstück für Nostalgiker mit jeder Menge Dellen, Rissen, Patina und Ersatzteilen. Aber ich bin ja nicht mein Körper, sondern Seele, bla!

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