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Donnerstag, 29. Juni 2017

Geschenke, Sintflut und frische Luft

In der letzten Nacht gab es erneut Geschenke, nämlich einen halben rohen und großen Broiler von der Raubmaus. Der war nicht einmal eingepackt und sie legte ihn neben meine Schulbank, an der ich saß, direkt an eine Heizung. Dann lief sie sofort wieder weg und ich wunderte mich und rief ihr hinterher, und fragte ob der für mich ist. Sie kam zurück und nickte und erklärte mir irgendwas dazu. Aber ich war zu sehr damit beschäftigt, mich zu fragen, was ich von diesem Geschenk halten soll.
Einen ganzen Bio-Broiler vom Bauern bekam ich ja tatsächlich einmal geschenkt, aber einen halben? Das erinnerte mich allerdings, daß ich heute noch ein paar Einkäufe im Supermarkt erledigen wollte. Und ich wartete, weil es in Strömen goß, daß es aufhört und ich losgehen kann. Doch es hörte und hörte nicht auf. Als es bereits auf 18 Uhr zuging und gerade etwas weniger regnete, wurde mir klar, daß ich heute wohl noch lange darauf warten kann, trockenen Fußes zum Supermarkt zu kommen und schnappte mir stattdessen meine Regenjacke, wild entschlossen, notfalls eben naß zu werden. Kaum hatte ich jedoch meinen Hof hinter mir gelassen, goß es bereits wieder wie aus Kannen, so daß ich, noch bevor ich beim Supermarkt war, in den Taschen meiner Regenjacke kleine Wasserspeicher hatte, weil sich der Regen in ihnen sammelte. Alles, was ich in diesen Taschen hatte, schwamm in Wasser, einschließlich meiner Hände. Natürlich war der Rest ebenfalls nass - durchgeweichte Jeanshose, durchgeweichte Schuhe, aber zum Glück trug ich keine Strümpfe, sondern war barfuß in den halboffenen Schuhen, mit denen ich auch schon am Ostseestrand spaziert bin. Die Straßen waren völlig überschwemmt, weil das Wasser nicht mehr in die Rinnsteine abfloß und in den Supermarkt wurde ich gar nicht erst reingelassen, weil vermutlich durch das Wasser die Automatik versagte. So stand ich noch schön einige Minuten im Regen, bevor jemand heraus kam und sich die Tür öffnete, denn der Supermarkt war, wen wundert's, erstaunlich leer und an der Kasse tropfte Wasser von der Decke. Und als ich die Einkaustasche auspackte, die eigentlich wasserfest ist, aber anscheinend nur unten und nicht oben, hatte ich bestimmt einen halben Liter Regenwasser mit nach Hause geschleppt.

Es regnet jetzt immer noch unaufhörlich kräftig und man hört ständig Sirenen die Straße entlangsausen. Aber so viel Regen hat auch seine guten Seiten. Ich glaube, den ganzen Tag haben sie unter mir nicht eine einzige Zigarette auf dem Balkon geraucht und ich habe herrlich frische Luft in meinem Zimmer. Gerade nach gestern ist das sehr erholsam, denn so langsam wird es mit der Raucherei unerträglich. Ich habe ja nun schon einige Jahre verschiedene Raucher unter mir zu wohnen und ich stopfte den Abfluss meines Balkons mit Lappen zu, weil dort besonders gerne schnell Rauch durchzieht, und tolerierte ansonsten das Rauchen, wenn es mich auch ab und an ärgerte, wenn der Geruch mal wieder in meinem Zimmer stand. Doch inzwischen ist es so, daß nicht nur durchweg den ganzen Tag geraucht wird, sondern oft gerade jetzt im Sommer abends so viel, daß es unmöglich ist, abends die Balkontür aufzumachen und zu lüften. Sobald die offen ist, sammelt sich der Rauch im Zimmer und über meinem Bett. Aber gerade bei Hitze brauch ich abends auch mal kühle Luft, um vernünftig schlafen zu können. Mir bleibt also nur die Wahl, entweder im Qualm zu schlafen oder in einer Sauna oder bis nachts um 2 Uhr aufzubleiben, um dann zu lüften, wenn die unter mir endlich schlafen. Aber ich muß Durchzug auf beiden Seiten machen und selbst dann, dauert es im Prinzip eine Stunde, bis alle Gerüche verschwunden sind. Wenn das so weiter geht, werde ich meinen Vermieter mit einer Mietminderung belästigen. Das kann ja nicht sein, daß ich mich zu Hause verbarrikadieren und schwitzen muß, damit sich die Raucher auf ihrem Balkon frei entfalten können, zumal ich auf Rauch direkt allergisch reagiere und außerdem bei diesen Ops Rauchen das Ergebnis beeinträchtigt und nicht geraucht werden darf, mal abgesehen davon, wie unangenehm es ist, im Qualm zu schlafen. Das mögen die Raucher ja ebenfalls nicht, sonst würden sie einfach mal in ihrer Wohnung rauchen. Manchmal möchte ich den Rauchern wirklich heftiges Asthma an den Hals wünschen, aber das schlimme ist ja, daß sie selbst dann noch rauchen. Ich habe das erst letztens auf der Beerdigung gesehen. Meine Cousins und ihre Familien, bzw, Freundin rauchen alle. Und ich weiß noch, daß der eine Sohn meines älteren Cousins bereits als kleines Kind schlimm unter Asthma und Allergien gelitten hat, was mich bei den rauchenden Eltern nicht wundert. Doch im Restaurant saß er, inzwischen ein erwachsener Mann, ebenfalls draußen und hat gepafft. Vielleicht denkt er sich, ist eh alles zu spät und der Schaden schon da, da kann ich auch einfach selbst so weiter machen. Es soll ja jeder tun, was er möchte und womit er glücklich wird. Wenn Raucher gerne leiden und stinken, ihr Geld in die Luft pusten und immer nur an die nächste Zigarette denken wollen, habe ich überhaupt nichts dagegen. Nur habe ich etwas dagegen, dabei gezwungenermaßen mitzumachen oder aber mich in Rücksicht auf die Sucht von anderen einschränken und in meiner Wohnung einsperren zu müssen. Schließlich bin nicht ich es, der die Emissionen aussendet. Darüber gibt es natürlich bereits endlose Diskussionen in diversen Foren. Dort habe ich auch eine für beide Seiten ausgesprochen praktische Lösung gefunden:

Raucher

Piratinnen

In meinem Roman hatte ich ja das Thema Frauen als Piratinnen bereits aufgegriffen und daß dies nicht nur erdacht ist, sondern auf historischen Tatsachen beruht, zeigt auch diese Geschichte aus "Pilawas Zeitreise":

"Typischerweise steckten viele Piratinnen, von denen wir wissen, in Männerkleidern. So auch Mary Read, die sich schon in ihrer Kindheit in England gerne als Junge verkleidete. Als »Mann« landete sie später sogar bei der Armee und heuerte schließlich auf einem holländischen Frachter an. Als deren Besatzung nach einigen Wochen auf See ein herannahendes Schiff sah, auf dem die Piratenflagge gehisst wurde, ergab sich die Mannschaft kampflos. Nicht so Mary Read, die ja immerhin als »Soldat« Kampferfahrung hatte. Dem Kapitän des Piratenschiffes imponierte der mutige »Kerl«, der deshalb verschont und in seine Mannschaft aufgenommen wurde (die übrige Besatzung des gekaperten Schiffes wurde in Beibooten ausgesetzt, was auf offener See damals den sicheren Tod bedeutete).
Die Ironie der Geschichte will es, dass Mary Read an Bord des Piratenschiffes auf eine andere Piratin traf, auf Anne Bonny, die als Geliebte des Kapitäns mit an Bord war - und sich auch in Männerkleidung verbarg. Als sich beide näher anfreundeten, stellten sie schließlich zu ihrer großen Überraschung fest, dass sie sich beide als Frauen in diese Männerwelt eingeschlichen hatten. Sie kämpften fortan weiter verkleidet an der Seite ihres

Kapitäns. Und doch kam 1720 das Ende, als das Schiff vor Jamaika aufgebracht wurde und die Piraten überwältigt wurden.
Mit den Männern machte das Gericht dort kurzen Prozess - sie wurden zum Tode verurteilt und aufgehängt. Als allerdings offenbar wurde, dass auch zwei Frauen unter den gefürchteten Piraten waren, war das Aufsehen groß. Selbst im fernen England wurde die Verhandlung mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. So erfuhr man auch, dass die beiden von Zeugen schwer belastet wurden - gerade sie hätten bei den Kaperungen eine besonders aktive Rolle gespielt. Und so blieb dem Gericht kaum etwas anderes übrig, als Mary Read und Anne Bonny schließlich auch zum Tode zu verurteilen.
Doch das wirkliche Ende der beiden Piratinnen verliert sich im Dunkel der Geschichte. Ob sie tatsächlich hingerichtet wurden, lässt sich nicht mehr ermitteln. Ob sie im Gefängnis starben oder auf Umwegen wieder in Freiheit gelangten - all das gehört ins Reich der vielen Legenden und Geschichten von der Seefahrt."

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Meine Kommentare

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