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Die Reise nach Kyritz

Im Traum reise ich nach Kyritz, einer größeren Stadt nahe der Ostsee, zumindest glaube ich das in meinem Traum. Eigentlich weiß ich nicht, ob es diese Stadt überhaupt gibt und ob sie wirklich an der Ostsee liegt. Anscheinend war diese Reise, bzw. dieser Ausflug sehr spontan, denn dort angekommen merke ich, dass ich weder den Fotoapparat noch eine Rückfahrkarte dabei habe. Ein bißchen ärgert mich das, aber ich denke mir, ok, ich schaue mich halt jetzt schon ein bißchen um und komme dann ein anderes Mal wieder. Das erste, was wir auffällt, ist ein, vor dem dunklen Abendhimmel und in der Dämmerung sehr bedrohlich wirkendes, mächtiges Gemäuer, das ich für eine Burg halte, da es etwas gedrungen ist und keinen Turm wie eine Kirche hat. Es befindet sich etwas abgelegen auf einem flachen Hügel und ein ebenfalls sehr dunkler gepflasterter Weg führt dort hinauf. Irgendwie bin ich zwar furchtbar neugierig, da mich Burgen ja immer sehr interessieren, allerdings ist es mir in der Dunkelheit doch etwas zu unheimlich. Unentschlossen bleibe ich am Anfang des Weges stehen, schwanke hin und her, um mich dann doch in die andere Richtung zu wenden, wo sich einige Menschen aufhalten. Ich passiere eine leuchtende Plastik, die anscheinend aus Glas ist, zumindest denke ich das, weil sie so durchsichtig orange leuchtet, und erreiche eine niedrige Mauer, über welche ich hinüberspähe. Eine riesige Fläche ist dahinter, wo auf dem Erdboden ausgebreitet Leinentücher liegen. Anscheinend bin ich hier bei den Leinenwebern, wohl ein Handwerk dieser Stadt. Die naturfarbenen Leinentücher sind wie an Gleisen aufgereiht oder gespannt und Männer gehen hindurch, um sie zu kontrollieren, vielleicht ob sie trocken sind. Ich gehe ein Stückchen weiter, in einen Gang hinein, und jemand läd mich ein, mir genau alles anzuschauen und erklärt mir einiges dazu.
Nun verlasse ich das Handwerksgebiet wieder und befinde mich erneut auf dem tiefer gelegenen Platz neben der Burg. Anscheinend liegt dort eine große Gedenk- oder Grabplatte. Auf einmal ist meine Schulfreundin A. mit dabei und zusammen versuchen wir, die Grabplatte auseinanderzunehmen und zu öffnen. Ich vermute, dass dort wirklich jemand liegt, ich denke an einen Mann, denn unterhalb der Grabplatte ist ein kleines abgetrenntes Kästchen, in welchem sich Zähne und Knochenteile befinden. Als wir die Grabplatte heben, vermute ich erst Skeletteile oder einen Totenschädel darunter, doch da ist nichts. Also schließen wir die bemalte Grabplatte wieder. Ich denke nun an die Rückfahrt, muss jedoch feststellen, dass ich nicht nur keinen Fotoapparat, sondern auch kein Geld mitgenommen habe. Da ich auf der Hinfahrt mit dem Zug nicht kontrolliert wurde, beschließe ich einfach, mit der Hinfahrkarte auch wieder zurückzufahren und zu hoffen, dass kein Kontrolleur kommt. Außerdem nehme ich mir vor, mir irgendwann einmal eine Unterkunft in einer Jugendherberge bei Kyritz zu suchen und eine richtige Reise dorthin zu machen.

Bemerkung: Ich habe mal im Internet geschaut und tatsächlich eine Stadt namens Kyritz gefunden. Allerdings liegt die nicht an der Ostsee, sondern in Brandenburg an einer Seenplatte. Der Stadtchronik habe ich entnommen, dass es dort tatsächlich mal eine Burg gab, aber das Witzigste ist, dass Kyritz im Mittelalter hauptsächlich für seine Tuche und das "Mord und Totschlag" genannte Bier bekannt war. Die Tuchmacher gehörten dort damals zu den wichtigsten Zünften. Anscheinend habe ich nicht nur eine Reise nach Kyritz, sondern sogar in die Vergangenheit von Kyritz gemacht.

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