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Mittwoch, 2. Mai 2007

Die knuddeligen Katzenfotos

von Allegra haben mich auf eine weitere Möglichkeit gebracht, mehr freie Zeit zu haben. Es ist erstaunlich, wie viele Lösungen sich bieten, wenn man nur darüber nachdenkt. Und in meinem Horoskop steht:
Bleiben Sie Ihren Plänen treu, auch wenn es momentan nicht den Anschein hat, als ob sich etwas davon verwirklichen ließe. Aber Sie finden neue Lösungen, um voranzukommen.
Also bitte - da mein Heiratsgesuch nicht wirklich Begeisterungsstürme der anwesenden Herren ausgelöst hat, mache ich hiermit das Angebot, mich als Katze zu adoptieren. Das meiste, was Katzen können, kann ich auch, ausgenommen vielleicht auf Fensterbrettern herumklettern. Ich habe grüne Augen, kann im Dunkeln sehen und höre das Gras wachsen, habe zwar kein kuscheliges Fell, bin dafür aber garantiert flohfrei, vielleicht etwas zu groß gewachsen, brauche also einen XXL-Kuschel- und Schlafplatz, aber da der Platzbedarf für das Katzenklo entfällt, gleicht sich das wieder aus und obendrein mache ich meinen Dreck selbst weg. Ich liege gern den ganzen Tag faul herum, döse oder beobachte Vögel, mag gerne gestreichelt werden, bin sehr verspielt, wenn man mich lässt, schleiche wie eine Katze und rede genausowenig, kann aber miauen, fauchen, beißen und kratzen, knabbere kein Grünzeug an, esse wenig, komme auch mal ein paar Tage mit wenig Nahrung aus, aber nasche gerne, stöbere gerne in Kartons, Körben und Kisten, bin neugierig und eigensinnig, notfalls würde ich auch Mäuse fangen, aber niemals Vögel - und das ist der absolute Clou, den Katzen nicht zu bieten haben: man kann mich auch als Kühlaggregat verwenden.

Mein heutiger Arbeitstag

sah so aus, dass ich ca. halb neun Uhr anwesend war, bis halb zehn Uhr die Chance ergriff, einige Fragen zu speziellen Akten zu stellen, die ich am Freitag wegen des kommunikativen Hochbetriebs zurückstellen mußte, sich um halb zehn jedoch die Kollegin U. aus meinem Zimmer bereits daran machte, Brötchen für eine Geburtstagsrunde einer anderen Kollegin zu schmieren. Von um 11 bis um 12 Uhr fand die Geburtstagsrunde statt, von kurz nach 12 bis halb zwei war ich damit beschäftigt meine persönlichen Sachen aus dem anderen Haus herüberzutransportieren, da es auf einmal hieß, ich solle das alte Büro bis zum Ende der Woche ausgeräumt haben. Vorher hieß es, dass da erstmal niemand reinkommt und ich die Sachen noch stehen lassen kann, bis sich geklärt hat, wo ich die unterbringen werde. Hier an meinem Praktikantenplatz habe ich nur einen Rollcontainer und der quillt schon über, weshalb ich das Zeug jetzt überall in Beuteln verteilt rumzustehen habe. Es ist aber auch erstaunlich, was sich im Laufe der Zeit so ansammelt, von Wasserkocher, Schreibtischlampe, diversen Tassen und jede Menge Löffel, Kollege M. aus dem Zimmer und ich stellten übrigens fest, dass wir dieselben, keineswegs gewöhnlichen Löffel benutzen. Wenn ich in mein altes "Luxusbüro", zwar arschkalt, aber mit eigenem Waschbecken und ruhig, komme und in die schönen grünen Bäume schaue, die ich vom Schreibtisch aus sehen konnte, wird mir richtig wehmütig zumute. Ab ca. 15 Uhr suchte Kollege M. sich mangels anderer Anwesender mich als Gesprächspartner aus und fragte, welchen Film ich zuletzt im Kino gesehen habe. Wir quasselten bis kurz vor 17 Uhr, wobei wir feststellten, dass wir beide James Bond, Kill Bill und Geschichtsdokumentationen mögen. Er erklärte mir, dass er ein SS-Experte sei, aus der weiteren Unterhaltung schloss ich aber, dass es bei ihm wohl tatsächlich nur geschichtliches Interesse ist und kein ideologisches. Außerdem schwärmte er mir von seinem superluxuriösen Flat-TV vor und fragte mich sogleich, ob ich ein Foto davon sehen möchte. Dieses trägt er immer auf dem Handy mit sich herum und bei dieser Gelegenheit zeigte er mir auch gleich seinen Schreibtisch mit den fünf PCs. Da er sich in seinen vielen Handyfotos nicht zurechtfand, zog ich ihn ein bißchen auf und fragte, ob er mir die fünf einzeln fotografierten PCs auch noch zeigen möchte. Blöderweise hatte ich die Sprache auf eine Sendung des History Channels über die 100 bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte gebracht und er wollte nun unbedingt wissen, wer die bedeutendste war, woran ich mich aber überhaupt nicht erinnern kann. Nicht mal im Internet fand ich mehr etwas dazu, aber ich habe ihm die Sache anscheinend so schmackhaft gemacht, dass er sich jetzt auch ein Kabeldigital-Abo holen will. Aber so nett das alles ist, diese zwei Stunden Dauerquasseln fand ich echt anstrengender, als wenn ich zehn Akten bearbeitet hätte, zumal er für einen Mann ungewöhnlich gesprächig ist. Ich bin richtig fertig.
Zwischendurch habe ich mal kurz mitbekommen, wie im Nebenzimmer die Gruppenleiterin ihn und eine andere Kollegin fragte, wie ihr Eindruck von mir ist. Dabei verstand ich mit meinen hellhörigen, gemarterten Ohren die Worte "positiv" und "cool". Dass ich einen positiven Eindruck mache, ist ja ganz schön, ich gebe mir auch wirklich jede Mühe, meinen Frust nicht dort auszukotzen und dafür in meinem Blog so richtig negativ zu sein, aber cool? Als cool hat mich in meinem Leben noch nie irgendjemand bezeichnet. Aber wer weiß, vielleicht war das in einem ganz anderen Zusammenhang gemeint.
Inzwischen habe ich auch mitbekommen, dass es dort in der Abteilung eine Ahh-Gruppe und eine Bähhh-Gruppe gibt. Zur Zeit bin ich in der Ahh-Gruppe, soll aber später in der Bähhh-Gruppe eingesetzt werden. Da heute die Gruppenleiterin der anderen Gruppe wieder da war und ich schon diverse Post für das brachliegende Sachgebiet bekomme, fragten wir sie, wie das weiter angedacht ist, worauf sie erwiderte, dass ich frühestens in einem Vierteljahr nach eigenen Akten fragen dürfe, wenn überhaupt. Die anderen Kollegen reden sogar von einem ganzen Jahr. Nun bin ich auch wirklich nicht scharf darauf, irgendwelche chaotischen Akten von heute auf morgen übergeholfen zu bekommen, aber das bedeutet wahrscheinlich ebenfalls, dass ich genau so lange in meiner Praktikantinnen-Volk ohne Raum-Stellung ausharren muss. Vielleicht sollte ich mir als meine persönliche Herausforderung das Ziel setzen, bald 7 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durchquasseln zu können.

Dienstag, 1. Mai 2007

Gerade ist mir noch

eine ganz andere und eigentlich die naheliegendste Möglichkeit der Finanzierung einer Arbeitszeitverkürzung eingefallen, nämlich Heiraten. Alle Frauen, die bei uns verkürzt arbeiten, sind verheiratet. Also starte ich hiermit jetzt ein offizielles Heiratsgesuch:
Suche einen gutverdienenden Mann, nicht zu alt oder aber seeeehr alt, gebe jedoch zu bedenken, dass ich nicht Kochen kann - eigene Kochkünste wären also vorteilhaft, ebenso wie handwerkliche Fähigkeiten -, wenig sonstige hausfrauliche Eigenschaften besitze, dass ich Steine mit ins Bett nehme und gerne alleine bin. Das bedeutet, dass ich nichts dagegen habe, wenn jemand sich den ganzen Tag auf dem Fußballfeld herumtreibt oder den Mount Everest besteigt, solange ich meine Ruhe und die Kreditkarte habe.

Montag, 30. April 2007

Besonders prickelnd

finde ich es, wenn ich endlich mal ein paar Nächte ausschlafen kann und dann am frühen Morgen, noch ehe es richtig hell geworden ist, ein Vogel dauernd meint, so laut vor meinem Fenster trillern zu müssen, dass ich es sogar durch die fast geschlossenen Fenster höre und davon direkt im Bett zu stehen komme. Wenn er denn regelmäßig zur gleichen Zeit Lärm machen würde, könnte man ihn wenigstens als Wecker gebrauchen, aber darauf möchte ich mich nicht verlassen. (Wobei ich ja nun weiß, dass die Vögel deshalb immer lauter werden, weil sie den zunehmenden Straßenlärm übertönen müssen - wenn dieser wegfällt, kann man sich über die Stimmgewalt nur noch wundern.)

Ich suche gerne -

deshalb bringe ich mich immer wieder gerne in entsprechende Situationen. Gestern verzog ich mich mit meinem neuen Smartphone auf den Balkon, um einen Text zu tippen, wofür ich dieses aus seiner Hülle nahm und diese achtlos beiseite legte. Dann machte ich es mir halb liegend auf der Bank bequem und ging irgendwann, als es mir zu kühl wurde, wieder hinein. Erst abends begann ich halbherzig die Hülle zu suchen, fand aber keine. Heute suchte ich nun systematisch meine gesamte Wohnung inklusive Balkon ab und fand immer noch keine. Ich rekapitulierte, dass es auf dem Balkon gewesen ist, wo ich die Hülle zuletzt gesehen habe, aber so viel ich auch suchte, unter Kissen, auf dem Boden, hinter der Bank, ich fand nichts und argwöhnte, ich hätte die Hülle mit einem kühnen Schwung meines Fußes irgendwie über die Balkonbrüstung katapultiert. Ich machte einen letzten Suchvorstoß und fand die Hülle schließlich in einem leeren Blumentopf. Keine Ahnung, wie die dorthin gekommen ist, aber heute habe ich vom Suchen genug.

Was mich am jetzigen Ereignishorizont

wirklich am allermeisten nervt und regelrecht ankotzt, ist die Tatsache, dass ich nun kaum noch Muße zum Schreiben habe, damit meine ich weniger die Zeit an sich (wobei die bei Vollzeitarbeit auch knapp gesät ist und ich früher wenigstens in der Mittagspause ein bißchen schreiben konnte - heute darf ich zwar 5 Stunden am Stück quasseln, aber wenn ich mich in der Zeit hinsetzen würde um zu schreiben, was wegen der Geräuschkulisse eh nicht geht, hätte ich in nullkommanix eine Abmahnung am Hals, weil ich während meiner Arbeitszeit was anderes mache; nun ist zwar Quasseln normalerweise auch was anderes, aber das wird überall als notwendig anerkannt, während Schreiben gesellschaftlich außerhalb der Norm steht, selbst wenn man zu den Menschen gehört, die sich viel lieber schriftlch mitteilen), als viel mehr die gedankliche Freiheit oder anders gesagt, den freien Kopf. Auf einmal heißt es ständig wach zu sein, aufzupassen und zu lernen, ohne Möglichkeit zu träumen, was bei mir der grundnotwendigste Zustand zum Schreiben ist. Genaugenommen ist Schreiben nichts anderes als Träumen, zumindest wenn es darum geht, sich Geschichten zu erdenken oder eben zu erträumen. Und ausgerechnet jetzt spukt mir so eine neue Idee für eine absolut skurrile und abartige Geschichte im Kopf herum, noch skurriler und abartiger als die Luchterhandsche, wobei ich letztere vorher noch unbedingt beenden wollte, was aber mindestens nochmals 100 Seiten bedeutet. Es fühlt sich ein bißchen so an, als sei ich schwanger, nur leider sehe ich nicht viel Überlebenschancen für das Kind. Schade, dass man für solche Art Schwangerschaften keinen Schwangerschaftsurlaub beantragen kann, dabei hab ich sowas noch nicht mal für ein leibliches Kind in Anspruch genommen. Irgendwie ist das alles ziemlich ungerecht. Mich nervt das so, dass ich jetzt schon dabei bin, sämtliche Optionen und Konstellationen für eine Arbeitszeitverkürzung durchzurechnen, nur leider ist die leidige Frage des Geldes damit nicht wirklich geklärt.
Spiele ich sämtliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel den bisher unbekannten reichen Großonkel in Amerika durch, der mir eine monatliche Leibrente von 500 Euro vermacht, oder auch die Möglichkeit des Lottogewinns, muss ich zugeben, dass das eine wie das andere ähnlich unwahrscheinlich ist. Dann gäbe es da noch das Fotografieren. Meine Schwägerin hat mich schon einige Male gefragt, ob ich nicht damit mein Geld verdienen möchte. Allerdings hat sie keine Ahnung davon, denn sonst könnte sie meine Fotos von professionellen unterscheiden und um professionell zu werden, müßte ich das absolut ernsthaft und nicht nur expermentell betreiben und sehr viel dazuzulernen. Das wiederum würde bedeuten, das ich genauso wenig Zeit zum Schreiben hätte. Die letzte aller Möglichkeiten wäre die, mir wie Kafka oder Mörike eine schöne Krankheit zu beschaffen, die mich in ein Sanatorium oder in die Verberentung zwingt. Dies ist aber nicht wirklich eine Möglichkeit, die ich in Betracht ziehe, denn ich hasse es, krank zu sein.
Nun ja, das Leben ist halt nicht dazu da, um beim Schreiben Spaß zu haben, sondern um mit Arbeit zu überleben, und ein Weiser würde sagen, man muß mit dem Fluß des Lebens schwimmen und nicht gegen ihn. Mein Pech, dass ich anscheinend immer gerade etwas anderes möchte als das Leben mit mir vorhat, und in eine andere Richtung paddeln will als die Strömung verläuft. Jedenfalls werde ich trotzdem am 12. Mai nicht nur viele Fotos machen, sondern mir auch diverse Örtlichkeiten gut einprägen. Vielleicht bekomme ich ja doch noch mal ein großzügiges Zeitgeschenk solange ich motiviert bin.

...

Was immer wieder am meisten erstaunt, ist das Erleben von Harmonie und Aufgehobensein jenseits von Gefühlen. Diese Gefühllosigkeit, die kein Verlust ist, sondern ein Sein jenseits von Gefühlsgebundenheit, ein Sein in Gefühlsfreiheit, ein reines Kraft-Sein.
(aus "Der schamanische Weg des Träumens" von Carlo Zumstein)

Und hier noch einige Ratschläge zum Umgang mit anorganischen Wesen, wie Castaneda sie nennt, bzw. Traemos (Transemotionale) nach Zumstein, die sich von den Emotionen des Träumers nähren:

- Freundlich begegnen, keine Geschenke, kein Essen, keine Liebschaft annehmen.
- Keine Versprechen abgeben.
- Mit Absicht immer weiterstreben, nie verweilen.

Sonntag, 29. April 2007

vergelesen

"eingebildete Bürokauffrau" statt "ausgebildete Bürokauffrau"

vergesprochen

"es ist zum Träume melken" statt "es ist zum Mäuse melken"

Es gibt so Menschen,

die meinen, mir mit kleinen und feinen Andeutungen, welche sie unauffällig in diversen Gesprächen verpacken, unbedingt etwas mitteilen zu müssen, und sich dann wundern, dass ich diese zwischentönigen Botschaften überhöre und nichts raffe. Ich bin kein Mensch für subtile und feingeistige Andeutungen. Als verdientes und oberflächliches Mitglied der Spaßgesellschaft, das manchmal etwas schwer von Begriff ist, brauche ich es direkt und mit der Holzhammermethode, Leute!

Freitag, 27. April 2007

Der Freitag

Der Praktikant hat heute an seinem letzten Tag für alle einen alkoholfreien Longdrink mit pürierten Erdbeeren und Crasheis gemixt, was bei dieser Hitze genau das richtige war. Meine ehemalige Gruppenleiterin rief an, nachdem sie jetzt aus dem Urlaub zurück ist, um sich bei mir für die schöne Zusammenarbeit zu bedanken. Na ja, Zusammenarbeit würde ich das nicht nennen, aber ich weiß, was sie meint. Sie sagte, dass ich ja vielleicht irgendwann wieder in ihrer Abteilung lande, wenn ich an mein schönes ruhiges Büro denke, würde ich auch sofort wieder rübergehen, aber wer A sagt, muss auch B sagen, erklärte mein Kumpel zu meinem Ja-Sprachfehler. Hauptsache mir passiert sowas nicht bei meiner Hochzeit. Erst am Nachmittag war ich endlich das erste Mal in dieser Woche alleine im Büro, aber auch nur, weil mir M. seinen Schlüssel da gelassen hat, denn ich selbst habe ja keinen, da der Praktikant seinen verschludert hat. Nach der Arbeit bin ich noch zum Baumarkt um Blumenerde zu holen und habe mich stattdessen in ein Ginsterbäumchen verliebt. Das steht jetzt auf meinem Balkon, denn ich habe es eigenhändig nach Hause getragen.



Dann meine Mutter angerufen und eiuen Schreck bekommen, weil sie sich so schlimm am Telefon anhörte. Sie sagt, sie hat sich einen Grippeinfekt geholt und den ganzen Tag im Bett gelegen. Aber als ich fragte, ob ich kommen und irgendwas besorgen soll, erklärte sie, dass sie selbst nochmal raus wolle, das ginge schon. Also hoffe ich mal, dass es nicht wirklich so schlimm ist, wie es sich am Telefon angehört hat. Morgen ist sowieso mein Bruder da und es steht jetzt schon der nächste Termin für den Spreewalddorf-Ausflug und den Rekonvaleszenten-Besuch fest, es soll am 12. Mai sein. Im übrigen schön, dass endlich wieder zumindest das Internet über Kabel funktioniert.

Große Ereignisse werfen ihre Katastrophen voraus (Die erste Woche)

Der erste Tag begann, na ja sagen wir, recht eigenwillig. Nach einer kurzen und wie erwartet schlaflosen Nacht stand ich extra eine halbe Stunde eher auf, um auch jede Möglichkeit eines Zuspätkommens auszuschließen. Überpünktlich traf ich an der Bushaltestelle ein, wartete 10 Minuten, 20 Minuten, als die halbe Stunde voll ward, wurde es schon klar, dass ich es nicht mehr pünktlich schaffen würde, weder zu Fuß noch mit dem Bus. Da ich jedoch nicht mehr glaubte, überhaupt noch einen Bus zu sehen, lief ich 20 Minuten bis zur U-Bahn. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon bedient, denn gleich am ersten Tag zu spät zu kommen, ist etwas, das selbst in meinen Augen etwas merkwürdig aussieht und meistens entpuppen sich solche Tage durchgehend als rabenschwarz, was sich auch diesmal wieder bewahrheiten sollte. Die Umstände waren aber insofern günstig für mich, dass die Gruppenleiterin, bei der ich mich melden sollte, erkrankt war und nur ein Zettel für mich an der Tür hing, mit dem Hinweis, wo ich mich melden soll, und so irrte ich noch ein wenig durch die Gänge und es fiel anscheinend nicht weiter auf, dass ich 8 Minuten später kam.

Ich meldete mich in dem Zimmer, wo ich nun auch sitze, und muss sagen, dass ich nicht sehr begeistert bin. Dies hat allerdings wenig mit den Leuten zu tun, als vielmehr mit den Umständen. Zuerst war nur so ein abgebrochener Praktikantentisch da, die Männer machten sich aber sogar die Mühe, diesen gegen einen höhenverstellbaren PC-Schreibtisch auszutauschen, damit ich mit meinen fast 180 cm meine Beine irgendwo unterkriegen kann, nachdem die Hausmeister ewig nicht auftauchten. Nur leider ist in diesem Zimmer die Hölle los, ich sitze genau zwischen drei Türen, links, rechts und hinter mir und vor mir gehen die Fenster auf eine viel befahrene Straße hinaus. Der Lärm ist unbeschreiblich, zumal auch noch neben oder hinter mir alle Nase lang irgendeine Tür aufgeht und ständig Leute in den Nachbarzimmer oder in meinem durcheinanderquasseln. Nebenbei läuft noch das Radio des Mitarbeiters, der mich einarbeiten soll, und als dieser der Meinung war, mal ganz laut Musik aus "Tanz der Vampire" aufzudrehen, war ich zwei Stunden lang auf dem rechten Ohr taub. Am Telefon verstehe ich kaum etwas und mir fiel wieder ein Traum ein, den ich vor kurzem hatte. Anscheinend bin ich sowas nicht mehr gewöhnt und vermisse jetzt um so mehr mein ruhiges Einzelbüro mit Blick in die Bäume und Vogelfenster. Ich ärgere mich immer mehr über mich, denn wenn ich nicht so laut "Ja" geschrien hätte, hätte ich dort wahrscheinlich noch mindestens bis Herbst 2008 bleiben können. Es ist klar, dass es irgendwann ein Ende gehabt hätte und ich irgendwo anders hingekommen wäre, aber bis dahin hätte ich das noch genießen können.

Der Mitarbeiter, der mich einarbeitet, ist sehr nett und auch seine Kollegin. Er ist 28 Jahre, wollte aber, dass ich sein Alter schätze, wobei ich erst auf 35 Jahre kam. Er fand das nicht schlimm und meinte, Männer finden das gut, wenn sie älter geschätzt werden. Irgendwie scheint das so ein Hans Dampf in allen Gassen zu sein, jedenfalls sehe ich ihn selten arbeiten und ständig wuseln irgendwelche Frauen um ihn herum. Es gab wohl schon die ersten Eifersüchteleien, weil ich da nun bei ihm im Zimmer sitze, man scheint mich als Konkurrenz zu betrachten. Dabei habe ich echt kein Interesse an ihm, sondern versuche bloß die ganze Zeit, mich soweit abzuschirmen und in mich selbst zurückzuziehen, damit mich diese ganze Unruhe dort nicht wahnsinnig macht. Ein bißchen Quasseln zwischendurch ist ja ganz schön, aber 8 Stunden am Stück, sowas ist für mich mörderisch. Weiterhin war in dieser Woche noch sein Praktikant da, von dem er mir im Vertrauen erzählte, der hätte lieber Animateur auf Mallorca statt Bürokaufmann werden sollen, der die Kinder der Kollegin im Zimmer als Rollbraten und Schinken bezeichnet, jedem seine Sexabenteuer erzählt, der die nicht hören will und außerdem den Zimmerschlüssel verbummelt hat, den ich hätte bekommen sollen. So sitze ich nun wie blöd ohne Schlüssel da und muss immer aufpassen, dass mich keiner einschließt. Die nächsten Monate werde ich wohl damit beschäftigt sein, meine so gesammelten Minusminuten wieder abzuarbeiten. Dafür hat mir der Praktikant aber eine Visitenkarte der Orientalischen Bar, wo er als Barkeeper arbeitet, lässig auf meinem Schreibtisch hinterlegt. Außerdem gibt es hier einen weiteren männlichen Kollegen, der behauptet mich irgendwoher zu kennen, mir aber zuerst völlig unbekannt war. Erst als M., mein Einarbeiter, erzählte, dass dieser glaubt, dass ich in seinem Studienjahrgang war, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich, der war an der Fachhochschule in einigen Kursen mit mir zusammen und in einem der Kurse habe ich immer die Gespräche belauscht, die er mit seinem Kumpel über mich und die vorteilhaftesten Sexualstellungen geführt hat. Einmal erzählte sein Kumpel ihm, dass er mich "süss" findet, worauf er so meinte, dass ich aber ziemlich ruhig wäre. Daraufhin antwortete sein Kumpel, dass das ja gerade gut wäre und besser als wenn......- den Rest habe ich leider trotz meiner überempfindlichen Ohren nicht mehr mitbekommen, dabei hätte es mich auch interessiert, warum das gerade gut ist. *gg* Jedenfalls bin ich dabei geblieben, dass ich mich nicht erinnern kann, ihn zu kennen. Ich wunder mich eh immer darüber, wer mich ständig alles wiedererkennt, selbst aus dem Kindergarten.

Der erste Tag schloss damit ab, dass ich nach Hause kam, den Computer anwarf und dieser auf einmal frech behauptete, er finde kein Betriebssystem. Das kam mir Spanisch vor, aber als ich versuchte, mit der Wiederherstellungs-CD zu reparieren, was zu reparieren geht, zeigte mir der Bildschirm die Partition als völlig unbelegt an. Ich vermute mal, dass zwar das Betriebssystem noch drauf war, dass es aber ein Virus gewesen ist, der einem vorgaukelt, dass das Betriebssystem weg ist. Doch auch hier waren mir die Umstände hold, indem ich vor Monaten eine zweite Partition für meine ganzen Dateien angelegt hatte, so dass ich kalt lächelnd formatieren und das OS neu auflegen konnte, ohne Verluste zu beklagen. Das war wirklich das Beste, was ich in letzter Zeit getan habe, denn wenn meine Dateien mit auf der Software-Partition gewesen wären, hätte ich wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch gekriegt, alles weg einschließlich 105 Seiten Luchterhand. So bestand der Schaden nur aus der Zeit, die ich erneut investieren musste und leider funktioniert das Internet und WLAN noch immer nicht so richtig. Auch auf Arbeit funktionierte der PC die ersten Tage nicht und musste erst eingerichtet werden, so dass ich dort ebenfalls keine Möglichkeit hatte, mal kurz ins Internet zu gehen oder eine Email abzusetzen, was aber auch so nicht mehr wirklich geht, ohne dass es jemand mitbekommt, weshalb ich es lasse, da ich nicht will, dass jemand hinter meinem Rücken mitliest, was ich schreibe und ich auch in der Mittagspause dort nicht alleine bin.

Montag, 23. April 2007

Ansuz auf allen Wegen

Eigentlich frage ich mich, wozu ich überhaupt noch Runen ziehe, wenn ich sowieso immer die gleiche erwische. Ich denke mir stets, irgendwann muss das doch mit der Ansuz auch mal vorbei sein und eine andere Rune kommen, das wird ja auf Dauer langweilig, aber es bleibt bei Ansuz. Na gut, wenigstens ist es eine relativ positive Rune. Also warum meckern.

Ansuz - Macht der Worte und Kommunikation mit dem Göttlichen

Diese Rune stellt den Mund des weisen Gottes Odin dar, des Entdeckers der Runen. Ratsuchende, die Ansuz ziehen, sollten achtgeben: Sie könnten eine wichtige Botschaft erhalten. Diese Rune ist ein Symbol für Wahrheit, sprachlichen Ausdruck und Klärung.

Zukunftsdeutung: Glück in zwischenmenschlichen Angelegenheiten, die Vorurteile werden verschwinden.

Diese Rune sichert Ihnen die Gunst des Publikums - günstig im Bereich der Kommunikation.

Zunehmender Mond: bei zunehmendem Mond kann diese Rune zum aufbauen der Karriere die mit der Öffentlichkeit (Politiker, Schriftsteller, Sänger/in...) zusammenhängt beitragen.

Abnehmender Mond: Man kann bedrückendes vertreiben - Ängste und Haß überwinden.

Die magische Kraft der Rune: Ansuz verleiht der Sprache Anziehungskraft und Ausstrahlung. Sie eignet sich zur Abwehr bei Intrigen, indem man sie als Amulett nutzt. Sie ist unter anderem die Rune der Dichter und fördert die Sprache.

Als Heilrune: Das Intonieren dieser Rune berührt das Herz und erwärmt den Körper. Auf diese Weise lassen sich Angstzustände mildern.

Sonntag, 22. April 2007

Also ich weiß nicht,

immer wenn ich diese Unmengen, aber in Abwandlungen stets gleichen Fantasyfilme im Fernsehen laufen sehe, denke ich mir, irgendwann müssen die Leute doch mal genug haben von von schuppigen Mutanten, schmarotzenden Aliens, entarteten Riesenkraken, jagenden Dinosauriern und ähnlichem Krimskrams, doch anscheinend ist das nicht der Fall, denn warum werden sonst immer wieder neue Filme in der Art gedreht? Leider schlafe ich bei Herr der Ringe, Harry Potter & Co. regelmäßig ein, man hört dann mitten im heftigsten Kampfgeklirr nur noch ein Schnarchen von mir, was insofern für den Film ein Gewinn ist, weil es den Eindruck erweckt, dass irgendwo in der Nähe ein gräßlicher Drache schnaufend in seiner Höhle liegt. Mir muss da irgendein Gen fehlen vielleicht so eine Art Urzeit-Gen. Wenn man mich nach einem Lieblingsfantasyfilm fragen würde, würde ich ziemlich in der Klemme stecken und wahrscheinlich würden mir zuerst ganz alte Filme einfallen, wie "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde", die noch fast vollständig ohne Genmutationen, Aliens und Schießereien auskommen, aber auch Akte X, die Serie, nach der ich eine zeitlang süchtig war, die aber zum großen Teil eher angenehm leise als laut wirkte und deren Basis nicht auf Effekten beruhte. Nach Fantasyromanen befragt, sähe es noch schlechter aus, genaugenommen würde mir da nur ein einziger einfallen, der mich einigermaßen beeindruckt und den ich nicht vergessen habe, nämlich "Germelshausen, 0.00 Uhr". Und denn kennt natürlich kein Schw...äh....Leser.

...

Ich bitte nicht um Glück der Erden,
Nur um ein Leuchten nun und dann,
Daß sichtbar deine Hände werden,
Ich deine Liebe ahnen kann;
Nur in des Lebens Kümmernissen
Um der Ergebung Gnadengruß:
Dann wirst du schon am besten wissen,
Wieviel ich tragen kann und muß.


(Annette von Droste-Hülshoff)

Geisterstunde (Fluorit)

In meiner Wohnung, die sehr groß ist, mit riesigen Zimmern, und völlig anders aussieht.
Meine alte Schulfreundin A. ist zu Besuch. Ich befürchte, dass sie nur wenig Zeit hat und versuche mich mit einigen Arbeiten zu beeilen, wobei ich besorgt bemerke, dass meine Wohnung anscheinend die Einflugschneise für einige Vögel ist. Insbesondere ein riesiger, fetter Pinguin in meiner Badewanne ist mir aufgefallen. (Oder ist es eine Elster? Jedenfalls schwarz/weiß und von der Form eher Pinguin.) Es scheint so, als wäre er wegen ausgelaufenem Wasser in mein Bad geflogen, was wieder eher auf Pinguin hindeutet, auch wenn diese normalerweise nicht fliegen können. Überraschenderweise bleibt meine Freundin doch viel länger, als ich dachte, sogar bis spät in die Nacht. Es ist fast so wie früher, als ich bei ihr immer zu Besuch war, bevor sie geheiratet und ein Kind bekommen hat. Ich finde das richtig schön, aber irgendwann geht sie und in meiner Wohnung ist auf einmal die Hölle los. Alle möglichen Leute, bekannt und unbekannt, laufen darin umher. Das allein finde ich nicht verwunderlich, aber es irritiert mich, dass sie alle behaupten, hier verschiedene Geister sehen zu können. Ich wohne schon lange in der Wohnung und habe noch nie Geister gesehen, worüber ich auch ganz froh bin, denn eigentlich grusel ich mich nicht gerne in meiner eigenen Wohnung. Nun sehe ich aber Leute, die immer ganz vorsichtig über eine bestimmte Stelle des Fussbodens laufen, weil sie sagen, dass Geister erscheinen, wenn man dort entlang läuft. Auch in vielen anderen Ecken sollen Geister hausen. Das alles beunruhigt mich und ich weiß nicht genau, ob ich mir wünschen soll, die auch zu sehen, oder besser nicht, aber neugierig bin ich schon etwas. Schließlich liege ich neben einer früheren Mitschülerin (C.S.) im Bett, welche ebenfalls behauptet, überall Geister sehen zu können. Plötzlich sehe ich vor dem Bett eine helle Lichtgestalt, die genauso aussieht wie meine Mitschülerin. "Das bist du ja!" sage ich und frage, ob sie sich selbst auch sieht. Sie nickt und rollt sich schützend zusammen. Auf einmal wird mir klar, dass die Nähe mit ihr das "Geistersehen" auf mich übertragen hat und ich nun das sehe, was sie auch sieht.

Nachtrag: Zwischendurch im Traum las ich einen längeren Blogkommentar, der sprachlich sehr gewandt formuliert war, den ich mir aber in der Originalform nicht gemerkt habe. Sinngemäß lautete er, dass das, was ich schreibe nicht das Beste ist, dass es jedoch mein Verdienst wäre, dadurch einige Dinge in die Wirklichkeit gebracht zu haben. (aus dem Traum in die Wirklichkeit?)

Samstag, 21. April 2007

...

Ich begehrte Aldrian B. wie eine Fliehende die Freiheit. Das Wasser kroch die gläsernen Wände meines Aquariums hinauf und drohte über mir zusammenzuschlagen. Auf meinem Aquariumbett liegend blickte ich hinaus und beobachtete die wirbelnden Fluten seines dreckigen Reiches, in denen der Meeresgott mich gefangenhielt. Sein Kopf, umzüngelt von grünschuppigen Seeschlangen, die sich in seinem lange Barte wanden, hatte die Farbe schleimigen Seetangs und er roch ebenso. Um meinen Widerstand gegen die Gefangenschaft zu brechen, schickte er Aldrian B. zu mir, jung und hochgewachsen, der mich sogleich nahm, so wie ein Mann eine Frau und ein Kater eine Katze. Während ich mein Gesicht in die Kissen presste, schleuderte er seine Sterne in mich, bis in mir ein Himmel schwoll. Nach dreißig Tagen und dreißig Nächten ließ er ab, um mir auf hohen Stengeln wippend, von der sonnenwarmen Friedhofsmauer zu erzählen, hinter der er lebte, von den pickenden Kleibern und singenden Pirolen, und den flinken Eichhörnchen, welche von den Astgabeln aus mit Nüssen warfen. Durstig hörte ich ihm zu und erträumte für ihn die Friedhofsmauer, die Sonne, die Kleiber, Pirole und Eichhörnchen. Dann versteckte ich diese vor dem Meeresgott, der nichts davon wissen durfte. So vergingen viele Wochen und Monate in denen Aldrian B. erzählte und ich seine Erinnerungen erträumte, welche wir in Kleidern, Möbeln, Allegorien versteckten. Ich liebte seine Erinnerungen und er liebte meine Träume. Die Träume durften nicht gefunden werden, doch so gut wir sie verbargen, die Orte dafür wurden immer knapper und der Meeresgott musste gespürt haben, dass etwas fremdes wuchs, denn er kam und entdeckte sie. Sofort entfernte er Aldrian B. aus meinem Gefängnis, fesselte mich und riss den Himmel aus mir heraus. Er durchschritt ihn, trennte das Oberste vom Untersten, die Finsternis vom Licht und entschied, dass es schlecht war. Auf meinem Aquariumbett liegend blickte ich hinaus in die finsteren Wogen. Einige weiße Blüten schwammen darin und wurden gegen das Glas gewirbelt. Sie leuchteten wie Sterne.

Freitag, 20. April 2007

Je älter man wird,

um so mehr scheinen einen von allen Seiten die Horrormeldungen einzuholen. Gerade habe ich eine Stunde lang mit meinem Kumpel telefoniert und er hat mir von seiner Bekannten berichtet, die Darmkrebs hat und jetzt im Sterben liegt. Sie ist genauso alt wie ich und wenn man dann sowas hört und sich selbst dabei noch so jung fühlt, ist das richtig erschreckend, obwohl ich mit ihr als Person nicht sehr viel zu tun hatte. Sie war nur zwei oder drei Mal bei unseren früheren nächtlichen Diskobesuchen und bei einer der Silvesterpartys dabei und ich war nicht mit ihr befreundet, aber trotzdem tut mir das so unendlich leid. Es ist jetzt wirklich nichts mehr zu machen - der Krebs wurde viel zu spät entdeckt - und sie bekommt nur noch schmerzstillende Medikamente im Krankenhaus. Sie hätte gerne aktive Sterbehilfe bekommen, aber die Ärzte lehnen das ab.

Nachdem ich Wochen

vergeblich versucht habe, meinen Kumpel zu erreichen, kam ich heute endlich auf die Idee, ihm eine sms zu schreiben. Ich hatte gerätselt, ob er vielleicht in einem besonders langen Urlaub ist und normalerweise schreibe ich genauso selten sms, wie ich telefoniere, doch jetzt habe ich ein neues Smartphone, mit einer zwar winzigen, aber richtigen Tastatur, so dass ich keine fünf Stunden mehr dafür brauche. Ich schrieb, ob er mit mir telefonieren mag und bekam sogar prompt eine Antwort: "Ich mag immer mit dir telefonieren."
Gut zu wissen. Er ist also doch nicht verschollen. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass er endlich zu Hause ist. Und warte, und warte....

Wow,

jetzt hab ich gerade noch von der Vertretung meiner Chefin und meiner zweitobersten Chefin Blumen zur Verabschiedung bekommen. Das wirkt nun so richtig offiziell. Und wenn meine Chefin nächste Woche aus dem Urlaub zurückkommt und ich nicht mehr da bin, wird die voll aus den Latschen kippen, weil sie natürlich noch gar nichts davon ahnt.

Donnerstag, 19. April 2007

Uhrentausch und Schlüsselrückgabe (Fluorit)

Meine Schwägerin gibt mir eine Kaminuhr von sich und ich gebe ihr im Gegenzug dazu eine Kaminuhr von mir aus weißem Schiefer, die ihr gut gefällt. Wir sind beide zufrieden mit dem Tausch.
Später gebe ich den Schlüssel für eine Wohnung zurück, die nicht die meine ist. Die Schlüsselrückgabe macht mich ein wenig traurig und in einiger Entfernung schaue ich wie bei einem kleinen Puppenspiel einem Rechtsanwalt oder Mietberater zu, der in und auf allen möglichen Häusern und Ruinen herumklettert, oftmals in schwindelerregender Höhe und dabei darüber doziert, was man bei einem Auszug und der Schlüsselrückgabe beachten sollte.
Daraus merke ich, dass ich irgendwas falsch gemacht habe und das ist mir etwas peinlich, aber trotzig denke ich, dass diese Situation auch gar nicht so genau auf meine passt, sondern anders ist. Besser ist, so sagt er, erst alles fertigzumachen und dann den Schlüssel abzugeben, als umgekehrt. Meine Mutter, die neben mir steht, ist darüber begeistert, wie er so tollkühn herumklettert und gleichzeitig Vorträge hält. Ich stehe nun vor dem Fahrstuhl eines Hauses und spüre plötzlich so etwas kaltes, nasses an meinem Mittelfinger der rechten Hand. Als ich hinunterschaue, macht sich gerade ein schwarzer Hund aus dem Staub. Anscheinend habe ich ihm mit meinem Finger auf der Nase herumgestochert, kein Wunder, dass er Reißaus nimmt.
Ein weiteres Traumfragment ist hängengeblieben, in welchem ich mich in meinem alten Kinderzimmer befinde. Meine Katze liegt zusammengerollt dicht am Ofen auf meinem Bett. Ich streichel sie und merke, dass es furchtbar heiß im Zimmer ist. Es ist eine Hitze, wie in einem Backofen, der Kachelofen wurde wohl überheizt. Der Katze scheint das nichts auszumachen, aber ich öffne die Ofentür einen Spalt, weil ich meine, dass die Hitze so entweicht und der Ofen sich etwas abkühlt.

Noch eine Traumdeutung

Mir ist eben spontan die Idee gekommen, wie man die Dachantenne in meinem Propeller-Feuer-Katastrophen-Traum deuten kann. Und zwar ist mir aufgefallen, wie oft mein Medium Coeli zur Zeit aspektiert ist. Den Traumerlebte ich kurz vor einem Neumond, der fast direkt am Medium Coeli
stattfand. Nun wird das Medium Coeli umgangssprachlich auch der "höchste Punkt" im Horoskop genannt. Die Dachantenne war ebenfalls der höchste Punkt an dem Haus und wenn Sonne und Mond sich im Widder treffen, kann es wahrscheinlich tatsächlich etwas explosiv und feurig werden. Der Schutzengel in diesem Traum war eventuell Jupiter, der ja zur Zeit positiv zum Medium Coeli steht. Das Wasser war Neptun in positivem Aspekt zum Medium Coeli, sowie auch in Opposition zu meinem Mars (Herrscher des 10. Hauses) im Löwen(wiederholt durch den transistierenden Mars in den Fischen). Wenn man das so astrologisch betrachtet, ist es fast erstaunlich, wie gut alles passt, nur mit dem Propeller kann ich noch nicht viel anfangen. Es scheint beinahe so, als würde ich wirklich astrologisch träumen und als hätte mich der Traum auf diese Art darauf aufmerksam machen wollen, dass in meinem Beruf etwas Neues ansteht. Nun habe ich diese Botschaft, trotz enormer astrologischer Kenntnisse, dennoch nicht gleich verstanden (vielleicht habe ich es auch verstanden, wollte es aber nicht wahrhaben). Ich finde es schon seltsam, wie verwickelt und kompliziert Träume sich manchmal gebärden, allerdings, wenn man ehrlich hinschaut, merkt man, dass es genau genommen nicht die Träume sind, die es kompliziert machen, sondern wir. Denn wenn wir Worte wie "der höchste Punkt" für etwas benutzen, was nur berechnet auf dem Papier existiert, muss man sich nicht wundern, wenn der Traum diese Worte dann allegorisch ihrem wirklichen Sinn entsprechend sichtbar macht. Überhaupt ist mir diese "Übersetzungsart" der Träume schon oft aufgefallen, besonders was ganz konkrete Worte und Wortgruppen betrifft, ich finde es immer wieder faszinierend. Manchmal frage ich mich fast, ob viele Träume vielleicht so eine Art verschlüsselte Schrift sind, bzw. eine Symbolschrift wie die
Hieroglyphen, die man nur entschlüsseln muss, um die richtigen Worte zu lesen. Und doch schreibt jede Seele im Traum ihre eigene Schrift.