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Montag, 7. Mai 2007

Ein Film-Stöckchen für mein neues Film-Blog

1. Ein Film, den du mehr als zehnmal gesehen hast.
Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass ich irgendeinen Film mehr als zehnmal gesehen habe, aber wenn doch, dann ist es wahrscheinlich ein Hitchcock.

2. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast.
Keinen, da ich mir die meisten Filme sowieso nicht mehr als einmal anschaue.

3. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen.
Johnny Depp, Sean Connery

4. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen.
Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger

5. Ein Film aus dem du regelmässig zitierst.
Akte X - Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen und
Twin Peaks - Die Eulen sind nicht, was sie scheinen,
sind allerdings beides Serien.

6. Ein Musical, von dem du alle Texte der darin gesungenen Songs auswändig weisst.
Also bis auf "Summertime" aus "Porgy and Bess" kenne ich überhaupt keine Musicaltexte auswendig, kann aber bei diversen Songs trotzdem mitsummen, wenn ich sie höre.

7. Ein Film, bei dem du mitgesungen hast.
"Singin' in the rain" und mitgetanzt natürlich auch. *gg*

8. Ein Film, den jeder gesehen haben sollte.
Ich würde niemanden dazu verdonnern, irgendeinen Film gesehen haben zu müssen, zumal mein Geschmack da sowieso sicher anders ist, aber wenn es denn sein muss, würde ich den Klassiker-Stummfilm "Nosferatu" empfehlen. Ein Film, den man unbedingt im Kino gesehen haben sollte, und NUR im Kino, ist "Schlafes Bruder". Auf der Heimkinoanlage bringt es nicht viel, aber im Kino ist er ein unvergessliches Erlebnis.

9. Ein Film, den du besitzt.
Das sind einige, unter anderem einige der unbekannteren Filme von Hitchcock wie "Die rote Lola", "Der falsche Mann" und "Der Fremde im Zug".

10. Nenne eine/n Schauspieler/in, die ihre Karriere nicht beim Film startete und die dich mit ihren/seinen schauspielerischen Leistungen positiv überrascht hat.
Wüßte ich jetzt keine.

11. Hast du schon einmal einen Film in einem Drive-In gesehen?
Nein.

12. Schonmal in einem Kino geknutscht?
Nein. Dafür gibt es wirklich bessere Orte.

13. Ein Film, den du schon immer sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist.
Im Moment bin ich auf den neuen Lynch gespannt, hiepere alle zwei Wochen der neuen "Twin Peaks"-DVD entgegen, allerdings nicht ohne einen gewissen Schrecken, da sich die Serie bald dem Ende neigt und meinetwegen nie zu Ende sein sollte, außerdem wollte ich mir schon längst "Das Leben der Anderen" anschauen - steht auch schon auf meiner Verleihliste.

14. Hast du schon jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?
Nö. Ich bin Optimist. Selbst "Mexican" habe ich durchgehalten.

15. Ein Film, der dich zum Weinen gebracht hat.
Im Kino nicht, zu Hause kommt das schon mal vor. Leider verdränge ich solche Filme danach, so dass sie mir dann nicht mehr einfallen. Ich glaube, "Schindlers Liste" war auch dabei.

16. Popcorn?
Nichts. Ich mag es nicht, im Kino zu essen. Das lenkt zu sehr ab.

17. Wie oft gehst du ins Kino?
Selten, allerdings nur aus Faulheit. Eigentlich mag ich Kino.

18. Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen?
Noch immer "Kill Bill". Das sollte ich endlich mal ändern.

19. Welches ist dein Lieblingsgenre?
Mystery/Drama/Tragikkomödien

20. Was war dein erster Film, den du im Kino gesehen hast?
Puh, zumindest weiß ich noch, welchen Film ich als ersten völlig alleine im Kino gesehen habe und das war "Abwärts".

21. Welchen Film hättest du lieber niemals gesehen?
Ich bereue nichts. Nicht mal "Casino Royale", denn jetzt habe ich wenigstens meine Neugier befriedigt.

22. Was war der merkwürdigste Film, den du mochtest?
"Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam", wobei der Film nicht wirklich merkwürdig ist, sondern ganz entzückend, aber die Handlung beinhaltet allerhand Merk- und Denkwürdigkeiten.

23. Was war der beängstigendste Film, den du je gesehen hast?
Das war so ein B-Horrorfilm, ich glaube, der hieß "The Witch", den ich billig im Kaufhaus gekauft hatte. Nach zehn Minuten hielt ich mir die Augen zu und hörte nur noch, könnte aber schwören, dass von Anfang bis Ende nur Geschrei und Gekreische zu hören war - an Dialoge kann ich mich nicht erinnern. Danach habe ich die Laschen überklebt, die Kassette sofort überspielt und das Papp-Cover weggeworfen.

24. Was war der lustigste Film, denn du je gesehen hast?
Also bei "Arsen und Spitzenhäuptchen", mit dem umwerfend komischen Cary Grant, konnte ich mich früher ständig wegwerfen. Legendär ist auch die Szene aus "Ein Hauch von Nerz", als sich Cary Grant versucht, in einen ultaminikleinen Wagen zu quetschen - bei dieser Szene liege ich regelmäßig unterm Tisch. Überhaupt finde ich, dass Cary Grant enorm viel komisches Talent hatte. Da gibt es ja auch noch den Film, in dem er im Neglige zu sehen war. Welcher Film war das noch? "Leoparden küsst man nicht"? Leider nimmt die Lustigkeit mit der Häufigkeit des Sehens ab, was ich sehr schade finde, da es wahnsinnig wenige tatsächlich witzige Komödien gibt, gerade auch neueren Datums, zumindest solche, die meinem Humor entsprechen. Und dabei lache ich wirklich gerne.

Interessant finde ich,

dass die Post jetzt ganz neue Werbeflächen für sich entdeckt hat, nämlich die Pakete, die sie versendet. Ist ja auch gar nicht so abwegig, allerdings würde ich schon gerne wissen, nach welchem Prinzip sie sich die Pakete raussuchen, auf welche sie dann die neusten Kreditzinssätze der Postbank mit Büroleim pappen. Ikea-Pakete bieten wahrscheinlich von Größe und Motivation her eine ausreichende Kosten-Nutzen-Angriffsfläche, wenn man voraussetzt, dass gerade jemand dabei ist, seine Wohnung einzurichten. Allerdings dürfte die Postbank ziemlich in die Röhre gucken, wenn Ikea weiter so großzügig ist. Wer braucht da noch Kredite - in meinem Paket waren, außer der bestellten Gardinen-Garnitur, gleich noch zwei andere Garnituren, die ich weder bestellt habe noch bezahlen muss. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das einfach nur enorm großzügige Gratis-Geschenke sind, oder ob es sich um ein Versehen handelt. Irritierend finde ich, dass es gleich zwei Stück derselben Sorte sind. Jedenfalls finde ich es so herum aber sehr viel besser, als wenn die Hälfte im Paket fehlt oder die falschen Sachen verschickt wurden. Sollte die Garnituren niemand zurückhaben wollen, hätte ich die nächsten Hundert Jahre mit Gardinen ausgesorgt, denn mein Angebot an Fenstern reicht dafür bei weitem nicht. *gg*

Sonntag, 6. Mai 2007

...

"Das durch das Gewackel der Erde bei ihren Drehungen im All verursachte Vorrücken der Tagesundnachtgleichen bedeutete, dass sie (die Ekliptik) sich beständig verschob und sich seit der ersten Aufstellung des Tierkreises um nicht weniger als ein ganzes Haus weiterbewegt hatte."

aus "Prophezeiungen" von Tony Allan

Mir ist schon ganz schlecht von diesem vielen Gewackel...

Freitag, 4. Mai 2007

Die Entscheidung ist gefallen

Nach einer schlaflosen Nacht habe ich beschlossen, der ganzen griechischen Tragödie ein Ende zu bereiten. Ich werde meinen Quasselauftrag annehmen und mich nicht mehr zwischen sechs Fronten aufreiben, sondern alles an den Nagel hängen, was mich von meiner Pflichterfüllung irgendwie ablenken könnte. Ich glaube, das Quasseln ist DIE Tätigkeit der Zukunft, den überall, wo ich hinkomme, sehe ich Menschen in ihre Freisprecheinrichtungen murmeln, ob beim Einkaufen, beim Einparken, auf der Straße, in der U-Bahn, beim Radfahren oder in der Post. Ich frage mich immer, wie die das schaffen, Ihr Denken, Ihr Reden und Ihre sonstigen nebenherlaufenden Tätigkeiten miteinander zu koordinieren. Sie schaffen es aber nicht wirklich. Das erkennt man daran, dass sie immer wieder völlig unkoordiniert in einen hineinlaufen, oder aber so abrupt vor jemandem stehenbleiben oder ihn schneiden, dass derjenige gar nicht anders kann, als sie anzurempeln. Meine Theorie geht nun dahin, dass sich durch die Evolution irgendwann, wenn die Menschen noch einige tausend Jahre lang mit dieser hochentwickelten Form der Kommunikation fortfahren, neue Gene entwickeln werden, die uns dazu befähigen, gleichzeitig zu telefonieren, fernzusehen, Musik zu hören, Auto zu fahren, Playstation zu spielen, zu essen und die Brille zu putzen. Wer weiß, vielleicht ist sogar genau das der geheime Plan Gottes. Denn wenn alle Tätigkeiten einmal gleichzeitig ablaufen und lineare Zeit nicht mehr notwendig ist, sind wir wieder in die Einheit zurückgekehrt.

Ich werde nicht mehr schreiben, nicht mehr fotografieren, außer zu ganz besonderen Anlässen wie der goldenen Hochzeit der Großtante Berta, und keine Bücher mehr lesen, um mir keine schädlichen Denkwürmer zu holen. Statt dessen werde ich quasseln und arbeiten, bis ich als 80iger Jubilar mit einem wohlverdienten Fußtritt meines Arbeitgebers in den Sarg versetzt werde. Meine nun gigantisch viel freie Zeit werde ich damit verbringen, vor dem Fernseher zu hängen, zu quasseln oder sonstwie zu betäuben, ich werde die angenehme Dumpfheit in meinem Kopf genießen und ich werde mein Bewußtsein zurückentwickeln, um nicht mehr zu träumen und wie ein Stein zu schlafen. Das bewahrt mich davor, auch nur ansatzweise mit Dingen wie Freiheit oder Phantasie in Berührung zu kommen. Ich werde keine Vögel mehr kennen und sie erst recht nicht beobachten, und dem Adler im Tierpark werde ich fragen, wozu er die komischen Dinger an seiner Seite hat. Und dieses Blog wird es in dieser Form auch nicht mehr geben, es wird ein youtube- und Filmblog werden.

Das Gingsterbäumchen

hat heute Gesellschaft von einem dunkelroten japanischen Fächerahorn, blutroten Mittagsblumen, himmelblauen Hängeverbenen und pinkfarbiger japanischer Scheinmyrte bekommen. Im Baumarkt entdeckte ich übrigens, dass es eine Pflanze namens "Verpiss dich" gibt, die eigentlich gegen Hunde-, Katzen-, Marder- und Maulwurfbesuche wirken soll, aber ich finde, das wäre für manche Zeitgenossen ein hübsches, aussagekräftiges Mitbringsel.

Von wegen Vollmond!Ha!

(Dies wird wieder ein Eintrag der Kategorie "modernes Blogabhören")

Ein Brief einer wissenschaftlichen Astrologin hat mich heute aufgeklärt, was wirklich schuld an meinen intensiven Glücksgefühlen der letzten Zeit ist:

"Liebe S.,

Sie haben bestimmt in der Nacht vom 27. April auf den 28. April 2007 ein besonderes Hochgefühl gehabt. (Oh ja, es war unglaublich, obwohl das Datum ein paar Tage zu früh angesetzt ist.) Vielleicht haben Sie deshalb auch unruhiger geschlafen als sonst. Das verwundert mich nicht, denn diese astrologische Nacht wird Ihr ganzes Leben positiv verändern.....
Fachpresse, Radio und Fernsehen berichteten über dieses astrologische Ereignis, das für Sie persönlich von allergrößter Bedeutung ist....
In der Nacht der seltenen peripheren Mondfinsternis in unseren Breitengraden waren meine gesamten Energien auf dieses bedeutende astrologische Ereignis gerichtet. Plötzlich, Frau XXX, als ich die Messgeräte und mein Orbit- Fernrohr aufbaute, hatte ich ohne nennenswerten Grund eine Zahlenreihe vor Augen. Es waren die Zahlen XXXXX (identisch mit meiner Postleitzahl - tolle Leistung, zumal ich von ihr vorher schon ständig nette Briefe bekommen habe). ...
Ich baute mein Fernrohr weiter auf und gab genau diese Zahlen unbewusst in die Justiereinheit ein. Warum ich das tat, weiß ich nicht. Daraufhin geschah etwas sehr Bedeutendes und Wirkungsvolles. Denn mit dieser Zahlenreihe stellte sich mein Fernrohr präzise in den Zenit des Erdtrabanten ein. Das konnte kein Zufall sein. Dass die Zahlenkombination XXXXX eine ganz besondere übernatürliche Kraft und Bedeutung hat, das fühlte ich sofort.
Nach intensiven astrologischen Berechnungen entdeckte ich, dass die mystische Zahlenreihe Ihrem Lebensumfeld, Frau XXX in Berlin, zuzuordnen ist (kleiner Tip - das wäre einfacher mit einem Postleitzahlenverzeichnis gegangen)....
Die mystische Kraft des Mondes wird Ihr Leben verändern. Das spüre ich. Ich gebe Ihnen ein sehr guten Rat - nehmen Sie mein Angebot an. Bei so viel Vorbestimmung können Sie jetzt nur noch glücklicher werden."

Das Angebot besteht aus einen Zwölf- oder Sechs-Monats-Horoskop und als Gratis-Geschenk erhalte ich obendrein ein astrologisch wirksames Mondphoto, das aus der Nacht der peripheren Mondfinsternis stammt.

PS.: Ich wußte gar nicht, dass Astrologen heute noch mit Orbit-Fernrohren und Messgeräten arbeiten.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Die Sache mit dem Schlüssel

Wie ich letztens schon schrieb hatte ich ja bisher keinen Schlüssel zu meinem Zimmer, da der letzten Azubi diesen verschlampt hat. Die Gruppenleiterin war deshalb ganz aufgeregt, redete von Stellungnahmen und ähnlichem Zeug und wollte, dass das noch nicht gleich publik gemacht wird, versprach aber, sich um den Schlüssel zu kümmern. Nachdem es heute noch immer nicht so aussah, als ob irgendetwas wegen des Schlüssels passiert ist, rief ich kurzerhand selbst beim Hausmeister an und fragte nach dem Schlüssel für das Nebenzimmer, das mit unserem Zimmer verbunden ist. Der Hausmeister kam auch sehr schnell, fragte mich aber dann natürlich, warum ich den Schlüssel für das Nebenzimmer will, wenn ich im anderen Zimmer sitze. Ich kam schließlich nicht umhin, ihm zu verklickern, dass ein Schlüssel verlorengegangen ist, womit ich aber nichts zu tun habe, und dass ich auch einen Schlüssel für mein Zimmer nehme, wenn noch einer da ist. Und - siehe da, er hatte tatsächlich noch einen, den er mir überließ. Als er das Zimmer betrat, hatte er irgendwas von Azubi gemurmelt und ich hab das auf mich bezogen, weshalb ich deutlich klarstellte, dass ich kein Azubi bin, obwohl ich damit gar nicht gemeint war. Er hatte einfach nach dem letzten Azubi in dem Zimmer fragen wollen, aber da ich ständig selbst mit 36 noch für einen Azubi gehalten werde, bin ich darauf gleich angesprungen. Eigentlich hatte ich nicht den Eindruck, besonders heftig oder verärgert reagiert zu haben, aber der Hausmeister entschuldigte sich noch einmal extra und erklärte, dass er mich nicht Azubi nennen wollte. Sollte ich vielleicht doch überreagiert haben?
Ich bin ganz froh, gleich am Anfang gesagt zu haben, dass ich mich selbst um den Computer kümmere, obwohl das eigentlich ebenfalls die Gruppenleiterin machen wollte. Aber ich glaube, dann hätte ich bis heute noch keinen eingerichteten Computer. Irgendwie sind die dort alle etwas umständlich und normalerweise müßte ich gut da rein passen, da ich ja auch immer etwas umständlich bin, aber bei diesen Umständlichkeiten werde sogar ich ungeduldig. Da der Hausmeister schon mal anwesend war, zeigte ich ihm gleich das kleine Schränkchen, das schon leer seit Ewigkeiten in dem Zimmer steht, das aber keiner aufbekommt, weil es keinen passenden Schlüssel dafür gibt. Er telefonierte mit dem Schlosser und ich hoffe, dieser kommt morgen vorbei und macht den Schrank zugänglich, damit ich endlich meine Sachen irgendwo unterbringen kann.

Apropos

Eselsbrücken .... heute hat mir mein Einarbeiter erklärt, wie er die Schlüsselung für vollstationäre Einrichtungen und Tageseinrichtungen unterscheidet: Das X hat noch zwei Beine, geht also in die Tageseinrichtung und das Y hat nur noch ein Bein, weshalb es vollstationär untergebracht ist.

Sprüche meines Lebens

Durch Xchens Eintrag dazu angestiftet, suchte ich, neugierig geworden, meinen Tauf- und Konfirmationsspruch heraus. Ein Poesiealbum habe ich nie besessen, da ich es nicht besonders erstrebenswert fand, mir von anderen immer dieselben Sprüche irgendwo reinschreiben zu lassen und die meisten Einträge hätte ich sowieso nie ersammelt. Ich fand es auch stets ätzend, in die Poesiealben von anderen Kindern etwas schreiben zu müssen. Also gibt es in meinem Leben nur zwei Sprüche.
Der Taufspruch lautet:

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Römer 5,5b

Diesen Spruch finde ich sehr schön, schade nur, dass er mir nicht eingefallen ist, als so ein Seelenfängerretter mir erzählen wollte, dass der heilige Geist ausschließlich auserwählte, bibelgläubige Personen "bewohnt". Dass der Spruch in der Bibel steht, hat zwar nicht unbedingt etwas zu bedeuten, aber wenn mit Bibelsprüchen geschossen wird, sollte man scharf mit Bibelsprüchen zurückschießen, die Welt ist eben ein großer Kindergarten und manche verstehen es nicht anders.

Mein Konfirmationsspruch lautet:

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6,8

Dieser Spruch gefällt mir sehr viel weniger, was zum einen daran liegt, dass es mir relativ egal ist, was irgendjemand von mir fordert, zum zweiten frage ich mich, warum uns gesagt werden muss, was gut ist, wenn wir doch gerade deshalb, WEIL wir eben vom Baum der Erkenntnis gegessen haben und so selbst gut von böse unterscheiden konnten, aus dem Paradies gejagt wurden, und zum dritten ahne ich sehr genau, warum mein Vater gerade diesen Spruch ausgesucht hat, denn ich war immer sehr aufmüpfig ihm und seinen totalitären Herrschaftsansprüchen gegenüber, nur blöd, dass er dabei übersehen hat, dass er als Verkünder Gottes nicht Gott selbst ist.

Bei dieser Gelegenheit ist mir ebenfalls wieder der dicke Stapel von Glückwunschkarten zu meiner Geburt in die Hände gefallen, welche mir meine Eltern irgendwann überreicht haben und die ich seitdem aufhebe. Allerdings ist es ein eher unangenehmes Gefühl, das mich beschleicht, wenn ich diese vielen Karten und Briefe anschaue. Zum einen kenne ich die meisten Schreiber gar nicht und zum anderen macht es mich nachdenklich, dass sie alle so freudig und hoffnungsvoll klingen. Ich frage mich, ob ich nicht viele der glücklichen Erwartungen, die mit meiner Geburt verknüpft waren, enttäuscht habe - die Erwartung meiner Großeltern an ein herziges Enkelkind, die Erwartungen diverser entfernter Onkel, Tanten und sonstiger Verwandten, an ein beliebtes und kommunikatives Familienmitglied, die Erwartungen der Gemeinde an ein sittsames und gewinnendes Pfarrertöchterchen und so fort. Ich war schon als Kind schwer zu lieben, weder herzig noch anschmiegsam, sondern scheu, teilweise auch wild und naseweis, und die meisten Erwachsenen auf Distanz haltend. Ich kann nichts dafür, dass ich so geboren bin und ich kann auch nichts für die Erwartungen anderer, aber wenn man sich überlegt, was für eine Last von Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen auf einem neugeborenem Leben liegt, ist es fast erstaunlich, dass man dabei noch groß werden kann.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Die knuddeligen Katzenfotos

von Allegra haben mich auf eine weitere Möglichkeit gebracht, mehr freie Zeit zu haben. Es ist erstaunlich, wie viele Lösungen sich bieten, wenn man nur darüber nachdenkt. Und in meinem Horoskop steht:
Bleiben Sie Ihren Plänen treu, auch wenn es momentan nicht den Anschein hat, als ob sich etwas davon verwirklichen ließe. Aber Sie finden neue Lösungen, um voranzukommen.
Also bitte - da mein Heiratsgesuch nicht wirklich Begeisterungsstürme der anwesenden Herren ausgelöst hat, mache ich hiermit das Angebot, mich als Katze zu adoptieren. Das meiste, was Katzen können, kann ich auch, ausgenommen vielleicht auf Fensterbrettern herumklettern. Ich habe grüne Augen, kann im Dunkeln sehen und höre das Gras wachsen, habe zwar kein kuscheliges Fell, bin dafür aber garantiert flohfrei, vielleicht etwas zu groß gewachsen, brauche also einen XXL-Kuschel- und Schlafplatz, aber da der Platzbedarf für das Katzenklo entfällt, gleicht sich das wieder aus und obendrein mache ich meinen Dreck selbst weg. Ich liege gern den ganzen Tag faul herum, döse oder beobachte Vögel, mag gerne gestreichelt werden, bin sehr verspielt, wenn man mich lässt, schleiche wie eine Katze und rede genausowenig, kann aber miauen, fauchen, beißen und kratzen, knabbere kein Grünzeug an, esse wenig, komme auch mal ein paar Tage mit wenig Nahrung aus, aber nasche gerne, stöbere gerne in Kartons, Körben und Kisten, bin neugierig und eigensinnig, notfalls würde ich auch Mäuse fangen, aber niemals Vögel - und das ist der absolute Clou, den Katzen nicht zu bieten haben: man kann mich auch als Kühlaggregat verwenden.

Mein heutiger Arbeitstag

sah so aus, dass ich ca. halb neun Uhr anwesend war, bis halb zehn Uhr die Chance ergriff, einige Fragen zu speziellen Akten zu stellen, die ich am Freitag wegen des kommunikativen Hochbetriebs zurückstellen mußte, sich um halb zehn jedoch die Kollegin U. aus meinem Zimmer bereits daran machte, Brötchen für eine Geburtstagsrunde einer anderen Kollegin zu schmieren. Von um 11 bis um 12 Uhr fand die Geburtstagsrunde statt, von kurz nach 12 bis halb zwei war ich damit beschäftigt meine persönlichen Sachen aus dem anderen Haus herüberzutransportieren, da es auf einmal hieß, ich solle das alte Büro bis zum Ende der Woche ausgeräumt haben. Vorher hieß es, dass da erstmal niemand reinkommt und ich die Sachen noch stehen lassen kann, bis sich geklärt hat, wo ich die unterbringen werde. Hier an meinem Praktikantenplatz habe ich nur einen Rollcontainer und der quillt schon über, weshalb ich das Zeug jetzt überall in Beuteln verteilt rumzustehen habe. Es ist aber auch erstaunlich, was sich im Laufe der Zeit so ansammelt, von Wasserkocher, Schreibtischlampe, diversen Tassen und jede Menge Löffel, Kollege M. aus dem Zimmer und ich stellten übrigens fest, dass wir dieselben, keineswegs gewöhnlichen Löffel benutzen. Wenn ich in mein altes "Luxusbüro", zwar arschkalt, aber mit eigenem Waschbecken und ruhig, komme und in die schönen grünen Bäume schaue, die ich vom Schreibtisch aus sehen konnte, wird mir richtig wehmütig zumute. Ab ca. 15 Uhr suchte Kollege M. sich mangels anderer Anwesender mich als Gesprächspartner aus und fragte, welchen Film ich zuletzt im Kino gesehen habe. Wir quasselten bis kurz vor 17 Uhr, wobei wir feststellten, dass wir beide James Bond, Kill Bill und Geschichtsdokumentationen mögen. Er erklärte mir, dass er ein SS-Experte sei, aus der weiteren Unterhaltung schloss ich aber, dass es bei ihm wohl tatsächlich nur geschichtliches Interesse ist und kein ideologisches. Außerdem schwärmte er mir von seinem superluxuriösen Flat-TV vor und fragte mich sogleich, ob ich ein Foto davon sehen möchte. Dieses trägt er immer auf dem Handy mit sich herum und bei dieser Gelegenheit zeigte er mir auch gleich seinen Schreibtisch mit den fünf PCs. Da er sich in seinen vielen Handyfotos nicht zurechtfand, zog ich ihn ein bißchen auf und fragte, ob er mir die fünf einzeln fotografierten PCs auch noch zeigen möchte. Blöderweise hatte ich die Sprache auf eine Sendung des History Channels über die 100 bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte gebracht und er wollte nun unbedingt wissen, wer die bedeutendste war, woran ich mich aber überhaupt nicht erinnern kann. Nicht mal im Internet fand ich mehr etwas dazu, aber ich habe ihm die Sache anscheinend so schmackhaft gemacht, dass er sich jetzt auch ein Kabeldigital-Abo holen will. Aber so nett das alles ist, diese zwei Stunden Dauerquasseln fand ich echt anstrengender, als wenn ich zehn Akten bearbeitet hätte, zumal er für einen Mann ungewöhnlich gesprächig ist. Ich bin richtig fertig.
Zwischendurch habe ich mal kurz mitbekommen, wie im Nebenzimmer die Gruppenleiterin ihn und eine andere Kollegin fragte, wie ihr Eindruck von mir ist. Dabei verstand ich mit meinen hellhörigen, gemarterten Ohren die Worte "positiv" und "cool". Dass ich einen positiven Eindruck mache, ist ja ganz schön, ich gebe mir auch wirklich jede Mühe, meinen Frust nicht dort auszukotzen und dafür in meinem Blog so richtig negativ zu sein, aber cool? Als cool hat mich in meinem Leben noch nie irgendjemand bezeichnet. Aber wer weiß, vielleicht war das in einem ganz anderen Zusammenhang gemeint.
Inzwischen habe ich auch mitbekommen, dass es dort in der Abteilung eine Ahh-Gruppe und eine Bähhh-Gruppe gibt. Zur Zeit bin ich in der Ahh-Gruppe, soll aber später in der Bähhh-Gruppe eingesetzt werden. Da heute die Gruppenleiterin der anderen Gruppe wieder da war und ich schon diverse Post für das brachliegende Sachgebiet bekomme, fragten wir sie, wie das weiter angedacht ist, worauf sie erwiderte, dass ich frühestens in einem Vierteljahr nach eigenen Akten fragen dürfe, wenn überhaupt. Die anderen Kollegen reden sogar von einem ganzen Jahr. Nun bin ich auch wirklich nicht scharf darauf, irgendwelche chaotischen Akten von heute auf morgen übergeholfen zu bekommen, aber das bedeutet wahrscheinlich ebenfalls, dass ich genau so lange in meiner Praktikantinnen-Volk ohne Raum-Stellung ausharren muss. Vielleicht sollte ich mir als meine persönliche Herausforderung das Ziel setzen, bald 7 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durchquasseln zu können.

Dienstag, 1. Mai 2007

Gerade ist mir noch

eine ganz andere und eigentlich die naheliegendste Möglichkeit der Finanzierung einer Arbeitszeitverkürzung eingefallen, nämlich Heiraten. Alle Frauen, die bei uns verkürzt arbeiten, sind verheiratet. Also starte ich hiermit jetzt ein offizielles Heiratsgesuch:
Suche einen gutverdienenden Mann, nicht zu alt oder aber seeeehr alt, gebe jedoch zu bedenken, dass ich nicht Kochen kann - eigene Kochkünste wären also vorteilhaft, ebenso wie handwerkliche Fähigkeiten -, wenig sonstige hausfrauliche Eigenschaften besitze, dass ich Steine mit ins Bett nehme und gerne alleine bin. Das bedeutet, dass ich nichts dagegen habe, wenn jemand sich den ganzen Tag auf dem Fußballfeld herumtreibt oder den Mount Everest besteigt, solange ich meine Ruhe und die Kreditkarte habe.

Montag, 30. April 2007

Besonders prickelnd

finde ich es, wenn ich endlich mal ein paar Nächte ausschlafen kann und dann am frühen Morgen, noch ehe es richtig hell geworden ist, ein Vogel dauernd meint, so laut vor meinem Fenster trillern zu müssen, dass ich es sogar durch die fast geschlossenen Fenster höre und davon direkt im Bett zu stehen komme. Wenn er denn regelmäßig zur gleichen Zeit Lärm machen würde, könnte man ihn wenigstens als Wecker gebrauchen, aber darauf möchte ich mich nicht verlassen. (Wobei ich ja nun weiß, dass die Vögel deshalb immer lauter werden, weil sie den zunehmenden Straßenlärm übertönen müssen - wenn dieser wegfällt, kann man sich über die Stimmgewalt nur noch wundern.)

Ich suche gerne -

deshalb bringe ich mich immer wieder gerne in entsprechende Situationen. Gestern verzog ich mich mit meinem neuen Smartphone auf den Balkon, um einen Text zu tippen, wofür ich dieses aus seiner Hülle nahm und diese achtlos beiseite legte. Dann machte ich es mir halb liegend auf der Bank bequem und ging irgendwann, als es mir zu kühl wurde, wieder hinein. Erst abends begann ich halbherzig die Hülle zu suchen, fand aber keine. Heute suchte ich nun systematisch meine gesamte Wohnung inklusive Balkon ab und fand immer noch keine. Ich rekapitulierte, dass es auf dem Balkon gewesen ist, wo ich die Hülle zuletzt gesehen habe, aber so viel ich auch suchte, unter Kissen, auf dem Boden, hinter der Bank, ich fand nichts und argwöhnte, ich hätte die Hülle mit einem kühnen Schwung meines Fußes irgendwie über die Balkonbrüstung katapultiert. Ich machte einen letzten Suchvorstoß und fand die Hülle schließlich in einem leeren Blumentopf. Keine Ahnung, wie die dorthin gekommen ist, aber heute habe ich vom Suchen genug.

Was mich am jetzigen Ereignishorizont

wirklich am allermeisten nervt und regelrecht ankotzt, ist die Tatsache, dass ich nun kaum noch Muße zum Schreiben habe, damit meine ich weniger die Zeit an sich (wobei die bei Vollzeitarbeit auch knapp gesät ist und ich früher wenigstens in der Mittagspause ein bißchen schreiben konnte - heute darf ich zwar 5 Stunden am Stück quasseln, aber wenn ich mich in der Zeit hinsetzen würde um zu schreiben, was wegen der Geräuschkulisse eh nicht geht, hätte ich in nullkommanix eine Abmahnung am Hals, weil ich während meiner Arbeitszeit was anderes mache; nun ist zwar Quasseln normalerweise auch was anderes, aber das wird überall als notwendig anerkannt, während Schreiben gesellschaftlich außerhalb der Norm steht, selbst wenn man zu den Menschen gehört, die sich viel lieber schriftlch mitteilen), als viel mehr die gedankliche Freiheit oder anders gesagt, den freien Kopf. Auf einmal heißt es ständig wach zu sein, aufzupassen und zu lernen, ohne Möglichkeit zu träumen, was bei mir der grundnotwendigste Zustand zum Schreiben ist. Genaugenommen ist Schreiben nichts anderes als Träumen, zumindest wenn es darum geht, sich Geschichten zu erdenken oder eben zu erträumen. Und ausgerechnet jetzt spukt mir so eine neue Idee für eine absolut skurrile und abartige Geschichte im Kopf herum, noch skurriler und abartiger als die Luchterhandsche, wobei ich letztere vorher noch unbedingt beenden wollte, was aber mindestens nochmals 100 Seiten bedeutet. Es fühlt sich ein bißchen so an, als sei ich schwanger, nur leider sehe ich nicht viel Überlebenschancen für das Kind. Schade, dass man für solche Art Schwangerschaften keinen Schwangerschaftsurlaub beantragen kann, dabei hab ich sowas noch nicht mal für ein leibliches Kind in Anspruch genommen. Irgendwie ist das alles ziemlich ungerecht. Mich nervt das so, dass ich jetzt schon dabei bin, sämtliche Optionen und Konstellationen für eine Arbeitszeitverkürzung durchzurechnen, nur leider ist die leidige Frage des Geldes damit nicht wirklich geklärt.
Spiele ich sämtliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel den bisher unbekannten reichen Großonkel in Amerika durch, der mir eine monatliche Leibrente von 500 Euro vermacht, oder auch die Möglichkeit des Lottogewinns, muss ich zugeben, dass das eine wie das andere ähnlich unwahrscheinlich ist. Dann gäbe es da noch das Fotografieren. Meine Schwägerin hat mich schon einige Male gefragt, ob ich nicht damit mein Geld verdienen möchte. Allerdings hat sie keine Ahnung davon, denn sonst könnte sie meine Fotos von professionellen unterscheiden und um professionell zu werden, müßte ich das absolut ernsthaft und nicht nur expermentell betreiben und sehr viel dazuzulernen. Das wiederum würde bedeuten, das ich genauso wenig Zeit zum Schreiben hätte. Die letzte aller Möglichkeiten wäre die, mir wie Kafka oder Mörike eine schöne Krankheit zu beschaffen, die mich in ein Sanatorium oder in die Verberentung zwingt. Dies ist aber nicht wirklich eine Möglichkeit, die ich in Betracht ziehe, denn ich hasse es, krank zu sein.
Nun ja, das Leben ist halt nicht dazu da, um beim Schreiben Spaß zu haben, sondern um mit Arbeit zu überleben, und ein Weiser würde sagen, man muß mit dem Fluß des Lebens schwimmen und nicht gegen ihn. Mein Pech, dass ich anscheinend immer gerade etwas anderes möchte als das Leben mit mir vorhat, und in eine andere Richtung paddeln will als die Strömung verläuft. Jedenfalls werde ich trotzdem am 12. Mai nicht nur viele Fotos machen, sondern mir auch diverse Örtlichkeiten gut einprägen. Vielleicht bekomme ich ja doch noch mal ein großzügiges Zeitgeschenk solange ich motiviert bin.

...

Was immer wieder am meisten erstaunt, ist das Erleben von Harmonie und Aufgehobensein jenseits von Gefühlen. Diese Gefühllosigkeit, die kein Verlust ist, sondern ein Sein jenseits von Gefühlsgebundenheit, ein Sein in Gefühlsfreiheit, ein reines Kraft-Sein.
(aus "Der schamanische Weg des Träumens" von Carlo Zumstein)

Und hier noch einige Ratschläge zum Umgang mit anorganischen Wesen, wie Castaneda sie nennt, bzw. Traemos (Transemotionale) nach Zumstein, die sich von den Emotionen des Träumers nähren:

- Freundlich begegnen, keine Geschenke, kein Essen, keine Liebschaft annehmen.
- Keine Versprechen abgeben.
- Mit Absicht immer weiterstreben, nie verweilen.

Sonntag, 29. April 2007

vergelesen

"eingebildete Bürokauffrau" statt "ausgebildete Bürokauffrau"

vergesprochen

"es ist zum Träume melken" statt "es ist zum Mäuse melken"

Es gibt so Menschen,

die meinen, mir mit kleinen und feinen Andeutungen, welche sie unauffällig in diversen Gesprächen verpacken, unbedingt etwas mitteilen zu müssen, und sich dann wundern, dass ich diese zwischentönigen Botschaften überhöre und nichts raffe. Ich bin kein Mensch für subtile und feingeistige Andeutungen. Als verdientes und oberflächliches Mitglied der Spaßgesellschaft, das manchmal etwas schwer von Begriff ist, brauche ich es direkt und mit der Holzhammermethode, Leute!

Freitag, 27. April 2007

Der Freitag

Der Praktikant hat heute an seinem letzten Tag für alle einen alkoholfreien Longdrink mit pürierten Erdbeeren und Crasheis gemixt, was bei dieser Hitze genau das richtige war. Meine ehemalige Gruppenleiterin rief an, nachdem sie jetzt aus dem Urlaub zurück ist, um sich bei mir für die schöne Zusammenarbeit zu bedanken. Na ja, Zusammenarbeit würde ich das nicht nennen, aber ich weiß, was sie meint. Sie sagte, dass ich ja vielleicht irgendwann wieder in ihrer Abteilung lande, wenn ich an mein schönes ruhiges Büro denke, würde ich auch sofort wieder rübergehen, aber wer A sagt, muss auch B sagen, erklärte mein Kumpel zu meinem Ja-Sprachfehler. Hauptsache mir passiert sowas nicht bei meiner Hochzeit. Erst am Nachmittag war ich endlich das erste Mal in dieser Woche alleine im Büro, aber auch nur, weil mir M. seinen Schlüssel da gelassen hat, denn ich selbst habe ja keinen, da der Praktikant seinen verschludert hat. Nach der Arbeit bin ich noch zum Baumarkt um Blumenerde zu holen und habe mich stattdessen in ein Ginsterbäumchen verliebt. Das steht jetzt auf meinem Balkon, denn ich habe es eigenhändig nach Hause getragen.



Dann meine Mutter angerufen und eiuen Schreck bekommen, weil sie sich so schlimm am Telefon anhörte. Sie sagt, sie hat sich einen Grippeinfekt geholt und den ganzen Tag im Bett gelegen. Aber als ich fragte, ob ich kommen und irgendwas besorgen soll, erklärte sie, dass sie selbst nochmal raus wolle, das ginge schon. Also hoffe ich mal, dass es nicht wirklich so schlimm ist, wie es sich am Telefon angehört hat. Morgen ist sowieso mein Bruder da und es steht jetzt schon der nächste Termin für den Spreewalddorf-Ausflug und den Rekonvaleszenten-Besuch fest, es soll am 12. Mai sein. Im übrigen schön, dass endlich wieder zumindest das Internet über Kabel funktioniert.

Große Ereignisse werfen ihre Katastrophen voraus (Die erste Woche)

Der erste Tag begann, na ja sagen wir, recht eigenwillig. Nach einer kurzen und wie erwartet schlaflosen Nacht stand ich extra eine halbe Stunde eher auf, um auch jede Möglichkeit eines Zuspätkommens auszuschließen. Überpünktlich traf ich an der Bushaltestelle ein, wartete 10 Minuten, 20 Minuten, als die halbe Stunde voll ward, wurde es schon klar, dass ich es nicht mehr pünktlich schaffen würde, weder zu Fuß noch mit dem Bus. Da ich jedoch nicht mehr glaubte, überhaupt noch einen Bus zu sehen, lief ich 20 Minuten bis zur U-Bahn. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon bedient, denn gleich am ersten Tag zu spät zu kommen, ist etwas, das selbst in meinen Augen etwas merkwürdig aussieht und meistens entpuppen sich solche Tage durchgehend als rabenschwarz, was sich auch diesmal wieder bewahrheiten sollte. Die Umstände waren aber insofern günstig für mich, dass die Gruppenleiterin, bei der ich mich melden sollte, erkrankt war und nur ein Zettel für mich an der Tür hing, mit dem Hinweis, wo ich mich melden soll, und so irrte ich noch ein wenig durch die Gänge und es fiel anscheinend nicht weiter auf, dass ich 8 Minuten später kam.

Ich meldete mich in dem Zimmer, wo ich nun auch sitze, und muss sagen, dass ich nicht sehr begeistert bin. Dies hat allerdings wenig mit den Leuten zu tun, als vielmehr mit den Umständen. Zuerst war nur so ein abgebrochener Praktikantentisch da, die Männer machten sich aber sogar die Mühe, diesen gegen einen höhenverstellbaren PC-Schreibtisch auszutauschen, damit ich mit meinen fast 180 cm meine Beine irgendwo unterkriegen kann, nachdem die Hausmeister ewig nicht auftauchten. Nur leider ist in diesem Zimmer die Hölle los, ich sitze genau zwischen drei Türen, links, rechts und hinter mir und vor mir gehen die Fenster auf eine viel befahrene Straße hinaus. Der Lärm ist unbeschreiblich, zumal auch noch neben oder hinter mir alle Nase lang irgendeine Tür aufgeht und ständig Leute in den Nachbarzimmer oder in meinem durcheinanderquasseln. Nebenbei läuft noch das Radio des Mitarbeiters, der mich einarbeiten soll, und als dieser der Meinung war, mal ganz laut Musik aus "Tanz der Vampire" aufzudrehen, war ich zwei Stunden lang auf dem rechten Ohr taub. Am Telefon verstehe ich kaum etwas und mir fiel wieder ein Traum ein, den ich vor kurzem hatte. Anscheinend bin ich sowas nicht mehr gewöhnt und vermisse jetzt um so mehr mein ruhiges Einzelbüro mit Blick in die Bäume und Vogelfenster. Ich ärgere mich immer mehr über mich, denn wenn ich nicht so laut "Ja" geschrien hätte, hätte ich dort wahrscheinlich noch mindestens bis Herbst 2008 bleiben können. Es ist klar, dass es irgendwann ein Ende gehabt hätte und ich irgendwo anders hingekommen wäre, aber bis dahin hätte ich das noch genießen können.

Der Mitarbeiter, der mich einarbeitet, ist sehr nett und auch seine Kollegin. Er ist 28 Jahre, wollte aber, dass ich sein Alter schätze, wobei ich erst auf 35 Jahre kam. Er fand das nicht schlimm und meinte, Männer finden das gut, wenn sie älter geschätzt werden. Irgendwie scheint das so ein Hans Dampf in allen Gassen zu sein, jedenfalls sehe ich ihn selten arbeiten und ständig wuseln irgendwelche Frauen um ihn herum. Es gab wohl schon die ersten Eifersüchteleien, weil ich da nun bei ihm im Zimmer sitze, man scheint mich als Konkurrenz zu betrachten. Dabei habe ich echt kein Interesse an ihm, sondern versuche bloß die ganze Zeit, mich soweit abzuschirmen und in mich selbst zurückzuziehen, damit mich diese ganze Unruhe dort nicht wahnsinnig macht. Ein bißchen Quasseln zwischendurch ist ja ganz schön, aber 8 Stunden am Stück, sowas ist für mich mörderisch. Weiterhin war in dieser Woche noch sein Praktikant da, von dem er mir im Vertrauen erzählte, der hätte lieber Animateur auf Mallorca statt Bürokaufmann werden sollen, der die Kinder der Kollegin im Zimmer als Rollbraten und Schinken bezeichnet, jedem seine Sexabenteuer erzählt, der die nicht hören will und außerdem den Zimmerschlüssel verbummelt hat, den ich hätte bekommen sollen. So sitze ich nun wie blöd ohne Schlüssel da und muss immer aufpassen, dass mich keiner einschließt. Die nächsten Monate werde ich wohl damit beschäftigt sein, meine so gesammelten Minusminuten wieder abzuarbeiten. Dafür hat mir der Praktikant aber eine Visitenkarte der Orientalischen Bar, wo er als Barkeeper arbeitet, lässig auf meinem Schreibtisch hinterlegt. Außerdem gibt es hier einen weiteren männlichen Kollegen, der behauptet mich irgendwoher zu kennen, mir aber zuerst völlig unbekannt war. Erst als M., mein Einarbeiter, erzählte, dass dieser glaubt, dass ich in seinem Studienjahrgang war, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich, der war an der Fachhochschule in einigen Kursen mit mir zusammen und in einem der Kurse habe ich immer die Gespräche belauscht, die er mit seinem Kumpel über mich und die vorteilhaftesten Sexualstellungen geführt hat. Einmal erzählte sein Kumpel ihm, dass er mich "süss" findet, worauf er so meinte, dass ich aber ziemlich ruhig wäre. Daraufhin antwortete sein Kumpel, dass das ja gerade gut wäre und besser als wenn......- den Rest habe ich leider trotz meiner überempfindlichen Ohren nicht mehr mitbekommen, dabei hätte es mich auch interessiert, warum das gerade gut ist. *gg* Jedenfalls bin ich dabei geblieben, dass ich mich nicht erinnern kann, ihn zu kennen. Ich wunder mich eh immer darüber, wer mich ständig alles wiedererkennt, selbst aus dem Kindergarten.

Der erste Tag schloss damit ab, dass ich nach Hause kam, den Computer anwarf und dieser auf einmal frech behauptete, er finde kein Betriebssystem. Das kam mir Spanisch vor, aber als ich versuchte, mit der Wiederherstellungs-CD zu reparieren, was zu reparieren geht, zeigte mir der Bildschirm die Partition als völlig unbelegt an. Ich vermute mal, dass zwar das Betriebssystem noch drauf war, dass es aber ein Virus gewesen ist, der einem vorgaukelt, dass das Betriebssystem weg ist. Doch auch hier waren mir die Umstände hold, indem ich vor Monaten eine zweite Partition für meine ganzen Dateien angelegt hatte, so dass ich kalt lächelnd formatieren und das OS neu auflegen konnte, ohne Verluste zu beklagen. Das war wirklich das Beste, was ich in letzter Zeit getan habe, denn wenn meine Dateien mit auf der Software-Partition gewesen wären, hätte ich wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch gekriegt, alles weg einschließlich 105 Seiten Luchterhand. So bestand der Schaden nur aus der Zeit, die ich erneut investieren musste und leider funktioniert das Internet und WLAN noch immer nicht so richtig. Auch auf Arbeit funktionierte der PC die ersten Tage nicht und musste erst eingerichtet werden, so dass ich dort ebenfalls keine Möglichkeit hatte, mal kurz ins Internet zu gehen oder eine Email abzusetzen, was aber auch so nicht mehr wirklich geht, ohne dass es jemand mitbekommt, weshalb ich es lasse, da ich nicht will, dass jemand hinter meinem Rücken mitliest, was ich schreibe und ich auch in der Mittagspause dort nicht alleine bin.

Montag, 23. April 2007

Ansuz auf allen Wegen

Eigentlich frage ich mich, wozu ich überhaupt noch Runen ziehe, wenn ich sowieso immer die gleiche erwische. Ich denke mir stets, irgendwann muss das doch mit der Ansuz auch mal vorbei sein und eine andere Rune kommen, das wird ja auf Dauer langweilig, aber es bleibt bei Ansuz. Na gut, wenigstens ist es eine relativ positive Rune. Also warum meckern.

Ansuz - Macht der Worte und Kommunikation mit dem Göttlichen

Diese Rune stellt den Mund des weisen Gottes Odin dar, des Entdeckers der Runen. Ratsuchende, die Ansuz ziehen, sollten achtgeben: Sie könnten eine wichtige Botschaft erhalten. Diese Rune ist ein Symbol für Wahrheit, sprachlichen Ausdruck und Klärung.

Zukunftsdeutung: Glück in zwischenmenschlichen Angelegenheiten, die Vorurteile werden verschwinden.

Diese Rune sichert Ihnen die Gunst des Publikums - günstig im Bereich der Kommunikation.

Zunehmender Mond: bei zunehmendem Mond kann diese Rune zum aufbauen der Karriere die mit der Öffentlichkeit (Politiker, Schriftsteller, Sänger/in...) zusammenhängt beitragen.

Abnehmender Mond: Man kann bedrückendes vertreiben - Ängste und Haß überwinden.

Die magische Kraft der Rune: Ansuz verleiht der Sprache Anziehungskraft und Ausstrahlung. Sie eignet sich zur Abwehr bei Intrigen, indem man sie als Amulett nutzt. Sie ist unter anderem die Rune der Dichter und fördert die Sprache.

Als Heilrune: Das Intonieren dieser Rune berührt das Herz und erwärmt den Körper. Auf diese Weise lassen sich Angstzustände mildern.