Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Sonntag, 3. Juni 2007

Das Leben wird komplizierter -

insbesondere auch für ältere Menschen. Gestern erzählte mir meine Mutter kopfschüttelnd von einer Werbung, die sie gelesen hatte: "Minimale Zinsen für maximale Frühlingsgefühle". Ich verstand erst nicht, was sie an dieser Werbung so aufbrachte und verwunderte, bis sie mir erklärte, da wüßten doch irgendwelche Leute nicht mehr den Unterschied zwischen minimal und maximal. Aber das wäre heutzutage wohl nicht verwunderlich. Ich habe ihr dann erklärt, dass mit der Werbung Kreditzinsen gemeint sind und nicht Sparzinsen. Aber woher soll das auch ein alter Mensch wissen, der sein Leben lang immer für das gespart hat, was er sich leisten wollte...

Gott sei Dank - die Party ist vorbei!

Und Gott sei Dank habe ich mich gestern im Laden für die Palme in Steinguttopf mit lustigen Deko-Kokosnüssen statt für die Orchidee entschieden, denn zur Geburtstagsfeier meiner Schwägerin sind noch mindestens drei andere Leute auf die Idee gekommen, eine Orchidee zu schenken.
Die Hinfahrt begann aber erstmal mit einem spatzigen Zusammenstoß. Hinter uns vor einer Bank auf dem Bahnhof hatte jemand Popcorn verschüttet und die Spatzen waren ganz wild darauf, so wild, dass sie im Tiefflug durch die ca. 30 cm Abstand zwischen mir und meiner Mutter gebrettert sind. Einer davon hatte einen leichten Linksdrall und ist voll gegen meinen Arm gedonnert. Ich habe einen richtigen Schreck bekommen, weil ich erst dachte, mich hätte jemand auf den Arm geschlagen. Also normal ist das nicht mehr mit den Spatzen.
Die Party war so ätzend wie immer, ich mag ja sowieso keine großen Geburtstagsfeiern, unter Spaß verstehe ich irgendwie was anderes. Aber diesmal war es besonders schlimm, weil wir uns eigentlich erst Fotos auf dem Fernsehschirm ansehen sollten, aber als die CD nicht funktionierte, mit einer DVD von Harry Belafonte gequält wurden. Ich saß die ganze Zeit auf dem Sofa und dachte, bitte laß es vorbei sein, bitte laß es vorbei sein. Wenn es so wie früher bei meinem Bruder bloß um die Ecke gewesen wäre, wäre ich sicherlich einfach eher abgehauen, aber den weiten Weg von Marzahn zurück nach Hause fahre ich dann auch nicht so gerne alleine. Irgendwann konnten meine Tante und ich meine Mutter von Harry Belafonte loseisen, um nach Hause zu fahren, da war aber trotz halbstündigem Telefonierens kein Taxi aufzutreiben, schlimmer als zu tiefsten Ostzeiten. Also machten wir uns per Pedes, Straßenbahn und S-Bahn auf dem Weg. Ich steige immer eine Station später als meine Mutter aus der S-Bahn und kaum saß ich alleine in der Bahn, quatscht mich doch einer von zwei Typen an, so ein schon etwas fertiger Hip-Hopper, ob er mich zu einem Bier einladen darf. Ich sage "Nein, danke." und es ist erstmal kurz Ruhe, ich bekomme aber hinter mir mit, wie sein Kumpel ihm souffliert, er solle sagen, dass es ohne Verpflichtung ist. Der andere kommt also nochmal und sagt das und ich antworte nochmal "Nein, danke." Und überhaupt denke ich bei mir, seit wann bin ich für ein Bier zu irgendwas verpflichtet. Blöderweise stiegen sie ebenso wie ich aus, ich habe extra den anderen Aufgang benutzt und sie zum Glück dann auch nicht mehr gesehen. Doch auf dem wirklich kurzen Weg vom Bahnhof zu meiner Wohnung wurde ich noch von zwei Betrunkenen angesprochen, die wissen wollten, ob es weit zum Bahnhof ist und von drei Mädels, die irgendwo auf einem Parkplatz standen und mich freundlich grüßten, obwohl ich die gar nicht kannte. Anscheinend klebt mir heute wieder so ein Zettel auf der Stirn, auf dem steht: "Sprich-mich-an!"

Samstag, 2. Juni 2007

Das Kreuz tragen.....

Schmuckkreuze gibt es in jeder erdenklichen Größe und Machart. Es gibt die reinen Kreuze, ohne irgendwelche Zusätze, die allein durch ihre symbolische Form wirken (welche übrigens älter als die Kirche und die Römer ist), aber nicht nur von Leuten getragen werden, die gläubig sind, und es gibt die Kreuze, an denen ein ganzer Mensch mit dran hängt (normalerweise Kruzifix genannt), manchmal nur angedeutet, oft aber auch sehr genau ausgearbeitet (Diskussionen, ob Jesus nun Gott oder Mensch war, verbitte ich mir an dieser Stelle - meinetwegen kann jeder glauben, was er will, das gilt auch für mich). Einen solchen goldenen Schmuckanhänger haben wir ebenfalls unter den Sachen meines Vaters gefunden und ich hatte eine absolute Abneigung dagegen, so etwas zu besitzen oder gar um den Hals zu tragen, obwohl ich normale Kreuze oft trage, aber wer hängt sich freiwillig einen gekreuzigten Menschen an den Hals, egal wer das war? Irgendwie ist das doch pervers. Es erinnert mich ein bißchen an archaische Bräuche, in denen man menschliche Skalps, Zähne, Köpfe oder Knochenteile mit sich herumtrug, vielleicht liegt uns sowas ja in den Genen. Und ich stelle mir gerade vor, wie der heutige Schmuck wohl aussehen würde, wenn Jesus durch andere Hinrichtungsarten zu Tode gekommen wäre. Dann würden wir vielleicht einen Galgen, mit einem baumelnden Galgenmännlein tragen - stelle ich mir niedlich vor, oder ein Rad, einen abgetrennten Kopf, eine Mini-Guillotine würde sich sicher auch gut machen, wenn es die damals schon gegeben hätte, einen auf einen Pfahl aufgespießten Menschen oder was weiß ich.
Ich muss gerade an diese ganzen Horrorfilme denken, in denen die Dämonen und sonstiges teuflisches Gesocks fliehen, sobald man ihnen ein Kruzifix entgegen hält. Da frage ich mich doch, ob diese Dämonen vielleicht menschlicher sind als wir Menschen, wenn sie vor so einem Anblick noch erschrecken können.

Freitag, 1. Juni 2007

Von Komplimenten am Morgen und kuchenhungrigen Spatzen

Jeder Tag sollte mit einem Kompliment beginnen - so wie heute. Kaum war ich im Büro angekommen, begann M., mein Kollege, mit ernster Miene eine Ansprache, so dass ich schon dachte, was ist jetzt wieder so Wichtiges los, allerdings nur, um mir die Neuigkeit mitzuteilen, dass seine Exfreundin findet, dass ich sehr schöne Augen hätte. Ich fragte ihn darauf, ob sie diese überhaupt gesehen hat, als sie gestern zwei Minuten in der Tür stand (die sich ja bekanntlich hinter meinem Rücken befindet), aber er hatte sie genau dasselbe gefragt und sie antwortete darauf, dass ich mich kurz umgedreht hätte und sie sofort meine schönen Augen gesehen hätte. Die er selbst im übrigen auch sehr schön findet, fügte er noch beiläufig hinzu. *gg*

Auch das zweite Highlight des Tages fand frühmorgens statt. M. hatte sich gestern ein inzwischen schon etwas hart gewordenes Stück Kuchen vom Geburtstag am Anfang der Woche aus dem Kühlschrank genommen und auf einem Teller mit einer Gabel in kleinere Stücke zerkrümelt, weil er das noch essen wollte. So stand der Teller auch heute noch neben seinem Drucker, der sich fast direkt neben dem offenen Fenster befindet. Als er kurz draußen war und wieder in das Büro kam, saß doch tatsächlich ein dicker Spatz mitten auf dem Teller und versuchte das größte Stück Kuchen in Sicherheit zu bringen. Selbst als der Spatz sich erschreckte, ließ er das größte Stück nicht los, sondern flatterte damit zum Fenster, wo er allerdings an die oberen geschlossenen Scheiben schlug und erst da den Kuchen fallen ließ. Dann erholte er sich kurz auf dem Fensterflügel und flog schließlich hinaus. M. stellte darauf den ganzen angefressenen Teller auf das Fensterbrett, wo sich auch den lieben langen Tag lang der Spatz mit seinen anderen Kumpels zum Kaffeekränzchen traf. Jetzt klauen uns diese Halunken schon den Kuchen mitten aus dem Zimmer, das gibts nicht. Berliner Spatzen eben - frech wie Bolle.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Tausendmal besser als die Vanity Fair

sind die Schlagzeilen der Twoday-Tops. Immer mittendrin in den blogosphärischen Krisengebieten, am Puls der blogotorischen Kriegsführung, in den Wirrungen der blogoranten Schlammschlachten. Angefangen mit diesem ominösen Blogfrauen-oder Frauenblog-Wettbewerb, zu dem ich trotz heldenhaften Einsatzes des Kaisers persönlich nicht zugelassen wurde, wahrscheinlich weil ich eigentlich ein Mann werden sollte, bis hin zu den jetzigen Streitigkeiten zweier mysteriöser Blogger, von denen ich bisher weder gelesen noch gehört habe und das auch nicht nachholen werde. Das Wort Blog-Codex weckt in mir Assoziationen mit dem Codex Hammurapi. Ich schlage vor, das Gottesurteil daraus zu übernehmen - jeder der es überlebt, darf weiterbloggen. Ansonsten wundert mich ein bißchen, dass zwar alle der Meinung sind, wie unwichtig das Ganze ist, aber trotzdem jeder darüber schreibt. Ich jetzt auch. Und das, obwohl ich keine Ahnung habe, wenig Interesse und überhaupt nicht recherchiert. Ist das nicht cool? Eigentlich wollte ich aber nur sagen, dass ich die Vanity Fair garantiert nicht abonnieren werde.

Dienstag, 29. Mai 2007

Klimaschutz und Strahlenschmutz

Gerade blättere ich entspannt in der Vanity Fair, die mir als Werbegeschenk kostenlos in den Briefkasten geflattert ist, da fällt aus den Seiten so ein kleines Reklameheftchen des Deutschen Atomforums e.V. heraus. Als ich es mir genauer anschaue, glaube ich zu spinnen: da will man mir doch tatsächlich Kernkraftwerke als Klimaschützer verkaufen. Ja, Leute, es ist schon super, dass Kernkraftwerke kein Kohlendioxid ausstoßen und uns unabhängig von anderen Energiequellen machen. Aber Kernkraftwerke Klimaschützer zu nennen, das ist ungefähr dasselbe, wie wenn man eine Hinrichtung als Therapie gegen Krankheiten bezeichnet. Danach ist der Delinquent garantiert frei davon. Nach einem Supergau, der nicht nur Legende ist, wird Klimaerwärmung und Treibhauseffekt kein Thema mehr sein, weil wir dann nämlich ganz andere Sorgen haben werden oder vielleicht auch gar keine mehr. Aber das Klimaschutz zu nennen, ist ja wohl wirklich der absolute Hammer. Statt sich auf dem so reinen und leise strahlendem Kissen der Kernkraftwerke auszuruhen, in dem heuchlerischem Bewußtsein, ach so tollen Klimaschutz zu betreiben, sollte man sich vielleicht lieber mal überlegen, wie man diese Benzinschleudern von den Straßen bekommt. Aber warum mit Rapsöl fahren und die Autoindustrie entsprechend erneuern, wenn die Wirtschaft gar kein Interesse daran hat? Lieber baut man da noch ein paar nette Kernkraftwerke zum Zwecke des aktiven Klimaschutzes. Bravo!

Montag, 28. Mai 2007

Etwas, was ich meinem Vater doch

irgendwie übel nehme, zumindest bei jedem Gewitter, ist der Spaß, den er daran hatte, mir mit irgendwelchen Erzählungen Angst zu machen, z.B. denen über Kugelblitze. Jedesmal, wenn es gewittert und ein Fenster steht offen, stelle ich mir vor, wie ein Kugelblitz hereingerollt kommt, an mir vorbei - hoffentlich - und sich in meinem Zimmer umsieht. Wobei Kugelblitze keine Erfindung sind - die gibts wirklich, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kugelblitz.
Ich bin schon froh, dass ich keine Phobie vor Krokodil-Handpuppen habe. Damit hat er mich nämlich auch immer erschreckt. Oder einem Menschenfresserbild in einem seiner Bücher.

Neue Entrümpelungsaktion

Meine Ausbeute besteht aus den gesammelten Werken von Tacitus - gut, dass ich die nicht gekauft habe, ich hatte schon immer ein Auge drauf geworfen, aufgrund meiner Geschichtsinteressen -, mehrere Bücher von Däniken, ein Buch über Elektrosmog, ein Bildband mit herrlichen Fotos aus dem Spreewald - schöner als meine, und ein Bildband mit ebenso wunderbaren s/w-Bildern vom Kloster Chorin. In Chorin bin ich ja vor einigen Jahren bereits im Rahmen eines Ausflugs gewesen, wo wir auch das ganze Kloster besichtigt haben. Allerdings habe ich damals noch nicht fotografiert. Das sollte man direkt mal wiederholen.

Mein Vater ist vorgestern das erste Mal in seinem neuen Rollstuhl ausgefahren. Erst hatte die Krankenkasse den Spezialrollstuhl, den er braucht, da er ein steifes Bein hat, abgelehnt, aber nach unserem Widerspruch dann doch bewilligt. Und ihm hat es sogar gefallen, auch heute wollte er wieder raus, dabei ist er sonst ein richtiger Muffel und war früher nie aus dem Haus und später aus dem Bett zu kriegen.

Freies Assozieren

Das Leben ist...hart und ungerecht
Sterben müssen heisst...leben, um zu sterben
Menschen können...grausam sein
Menschen sollten...mehr denken, und zwar selbst
Die Welt braucht...Frieden
Das Wichtigste im Leben ist...Gesundheit
Unwichtig ist...nichts. Alles hat einen Zweck oder eine Bedeutung.
Vergangenheit ist...Zukunft
Zukunft bedeutet...Gegenwart
Zeit ist...Geld=Reichtum
Liebe ist...Freude
Freunde haben ist...Glück
Glück ist...eine chemische Verbindung, die bei jedem anders ausgelöst wird.
Gefühle sind...Leiden-schaft
Konflikte bedeuten...Lernen
Hoffnung ist...ewig
Glauben können ist...Glück
Träume sind...Seele
Visionen sind...Energie
Veränderung bedeutet...Wachsen
Stagnation bedeutet...Geduld und Ungeduld
Ich brauche... liebevolles Verständnis
Angst habe ich vor...zu vielem
Mut bedeutet...Überwindung
Das Allerschwerste ist...die Balance zu halten
Es ist so leicht...zu verurteilen
Verlieren bedeutet...Erfahrung gewinnen
Gewinnen heisst...Bestätigung
Perfekt sein bedeutet...Arbeit
Versagen bedeutet...innerer Wille
Verlust ist...schmerzlich und/oder befreiend
Schmerz ist...wertvoll, aber nur von Weitem.
Arbeiten bedeutet...Frust
Geld bedeutet...Freiheit
Leistung ist..., was man daraus macht
Stärke ist...Möglichkeit
Fantasie kann...alles
Kreativität ist...Freude
Menschen, die andere nach ihrem Bild formen wollen... sind anstrengend
Gesundheit für meine Lieben...wünsche ich mir
Gerechtigkeit...bedeutet nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn
Meinen Lebenstraum...ist weit entfernt
Meine Augen...sind grün
Mangelnden Ehrgeiz...hat jeder auf irgendeinem Gebiet

Samstag, 26. Mai 2007

Online Kabbala-Kurzanalyse

Vor- und Zuname: zade (18)

Natur schafft Abhängigkeit.
Mond ist abhängig von Sonne.
Wollen bedingt Gefühl.
Leid bedingt Lösung.
Weiß und grün.
Übernimm Verantwortung.


Geburtsdatum: tet (9)

Unfall oder Einfall, das ist die Frage.
Ideenreichtum ausschöpfen.
Gegensätze abschaffen.
Auf die Nerven achten.
Alle kühlen Farben.
Schöpfe aus Deiner Genialität.


Persönlichkeit: shin (21)

Strahlen ist Deine Devise.
Das Leben in wachsenden Ringen leben.
Selbst das Missgeschick führt zu Erfolg.
Die Sonne des eigenen Lebens sein.
Orange, weiß, rosa.
"Um im unendlichen Dich zu finden
lern Unterscheiden und Verbinden" (Goethe)


HIER

...

Wie zähle ich hin und zurück
ein kleiner Schmerz nur
ein kleines Stück
Splitter mehr
im heiligwährenden Reich
Wo findet der noch Platz
Mach dich frei
zu empfangen,
du verdienst, du vergibst
wo findet er noch Platz
ein Schmerz so groß
wie die Welt
in einem Wassertropfen
Wo findet der noch Platz
wenn das Herz besetzt
breite die Arme
und die Venen
in klaglosem Blau
schmücken sich mit
reinem Willkommen
Wo findet er noch Platz
der kleine Schmerz von
nebenan

Donnerstag, 24. Mai 2007

...

Ein fernes Gefühl
in der Biegung des Mondes,
eine zarte Begegnung
in der Mitte der Nacht
Ein Gesicht, es lebt
in den klaren Wassern,
die der Nebel mir,
grau und schweigend
verbirgt.

Ferne Worte berühren,
Erdbeeren sind sie -
rot in unseren Mündern,
fruchtig und reif,
sind sie zergangen,
sind sie vergessen,
nur ihre Süße leuchtet
aus der schwarzen Tiefe
empor.

Die Reise nach Kyritz

Im Traum reise ich nach Kyritz, einer größeren Stadt nahe der Ostsee, zumindest glaube ich das in meinem Traum. Eigentlich weiß ich nicht, ob es diese Stadt überhaupt gibt und ob sie wirklich an der Ostsee liegt. Anscheinend war diese Reise, bzw. dieser Ausflug sehr spontan, denn dort angekommen merke ich, dass ich weder den Fotoapparat noch eine Rückfahrkarte dabei habe. Ein bißchen ärgert mich das, aber ich denke mir, ok, ich schaue mich halt jetzt schon ein bißchen um und komme dann ein anderes Mal wieder. Das erste, was wir auffällt, ist ein, vor dem dunklen Abendhimmel und in der Dämmerung sehr bedrohlich wirkendes, mächtiges Gemäuer, das ich für eine Burg halte, da es etwas gedrungen ist und keinen Turm wie eine Kirche hat. Es befindet sich etwas abgelegen auf einem flachen Hügel und ein ebenfalls sehr dunkler gepflasterter Weg führt dort hinauf. Irgendwie bin ich zwar furchtbar neugierig, da mich Burgen ja immer sehr interessieren, allerdings ist es mir in der Dunkelheit doch etwas zu unheimlich. Unentschlossen bleibe ich am Anfang des Weges stehen, schwanke hin und her, um mich dann doch in die andere Richtung zu wenden, wo sich einige Menschen aufhalten. Ich passiere eine leuchtende Plastik, die anscheinend aus Glas ist, zumindest denke ich das, weil sie so durchsichtig orange leuchtet, und erreiche eine niedrige Mauer, über welche ich hinüberspähe. Eine riesige Fläche ist dahinter, wo auf dem Erdboden ausgebreitet Leinentücher liegen. Anscheinend bin ich hier bei den Leinenwebern, wohl ein Handwerk dieser Stadt. Die naturfarbenen Leinentücher sind wie an Gleisen aufgereiht oder gespannt und Männer gehen hindurch, um sie zu kontrollieren, vielleicht ob sie trocken sind. Ich gehe ein Stückchen weiter, in einen Gang hinein, und jemand läd mich ein, mir genau alles anzuschauen und erklärt mir einiges dazu.
Nun verlasse ich das Handwerksgebiet wieder und befinde mich erneut auf dem tiefer gelegenen Platz neben der Burg. Anscheinend liegt dort eine große Gedenk- oder Grabplatte. Auf einmal ist meine Schulfreundin A. mit dabei und zusammen versuchen wir, die Grabplatte auseinanderzunehmen und zu öffnen. Ich vermute, dass dort wirklich jemand liegt, ich denke an einen Mann, denn unterhalb der Grabplatte ist ein kleines abgetrenntes Kästchen, in welchem sich Zähne und Knochenteile befinden. Als wir die Grabplatte heben, vermute ich erst Skeletteile oder einen Totenschädel darunter, doch da ist nichts. Also schließen wir die bemalte Grabplatte wieder. Ich denke nun an die Rückfahrt, muss jedoch feststellen, dass ich nicht nur keinen Fotoapparat, sondern auch kein Geld mitgenommen habe. Da ich auf der Hinfahrt mit dem Zug nicht kontrolliert wurde, beschließe ich einfach, mit der Hinfahrkarte auch wieder zurückzufahren und zu hoffen, dass kein Kontrolleur kommt. Außerdem nehme ich mir vor, mir irgendwann einmal eine Unterkunft in einer Jugendherberge bei Kyritz zu suchen und eine richtige Reise dorthin zu machen.

Bemerkung: Ich habe mal im Internet geschaut und tatsächlich eine Stadt namens Kyritz gefunden. Allerdings liegt die nicht an der Ostsee, sondern in Brandenburg an einer Seenplatte. Der Stadtchronik habe ich entnommen, dass es dort tatsächlich mal eine Burg gab, aber das Witzigste ist, dass Kyritz im Mittelalter hauptsächlich für seine Tuche und das "Mord und Totschlag" genannte Bier bekannt war. Die Tuchmacher gehörten dort damals zu den wichtigsten Zünften. Anscheinend habe ich nicht nur eine Reise nach Kyritz, sondern sogar in die Vergangenheit von Kyritz gemacht.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Ich habe keinen Schimmer,

was die Spinnen immer an mein Bett zieht. Sie haben wirklich den gesamten Balkon zu ihrer Verfügung, mit wunderbar schattigen Klinkersteinen und anderen dunklen Ecken, wo sie ihre Netze bauen können, ohne etwas von mir befürchten zu müssen. Aber nein, sie wandern lieber durch das ganze Wohnzimmer, um sich genau an der Decke über meinem Bett "aufzuhängen". Wie kriege ich das Vieh jetzt wieder da weg, ohne dass danach ein unschöner Fleck die frisch gestrichene weiße Decke ziert? :-/

Dienstag, 22. Mai 2007

Auf einer Seebestattung

ist mein Kumpel nächste Woche. Der Beerdigung von V. , seiner Bekannten, die ich auch bei einigen Gelegenheiten kennengelernt habe. Sie ist am 30. April gestorben und ich habe es mal wieder gewußt. Sie hatte sich eine Seebestattung gewünscht. Verabschiedet haben wir uns mit den Worten "Schön, dass du noch lebst." - "Schön, dass DU noch lebst." Mit zunehmendem Alter wird das wahrscheinlich der Standard-Gruß.