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Mittwoch, 13. Juni 2007

Scherengremlins...

Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Scheren in meinem Haushalt ein sehr mysteriöses, mir unbekanntes, geheimes Leben führen. Während ich manchmal ewig nach ihnen suche und sie dann zum Beispiel in meiner Handtasche wiederfinde, habe ich heute gleich fünf entdeckt, an einer Stelle, wo es eigentlich nur zwei geben sollte. Da mir nicht bekannt ist, dass ich so viele Scheren besitze, bin ich nun leicht besorgt, dass sie sich in meinen Schubladen unbemerkt und unkontrolliert vermehren könnten.

vergesprochen

Sagen wollte ich "Stephen King", doch spontan herausgerutscht ist "Sting". Mein Kollege kommentierte das mit "Cool, singen kann der auch noch." Sting ist genau besehen eine schnelle Abkürzung von Stephen King.
*gg*

Dienstag, 12. Juni 2007

Seminarschwänzer mit Glaskugel

Wahrscheinlich an der Humboldt-Uni, zumindest erinnern mich die alten Gebäude an die HUB, auch wenn einiges etwas anders aussieht. Ich befinde mich mitten in einem Seminar und versuche den Stoß Seminarunterlagen zu lesen, die vor mir liegen. Es handelt sich um das Fach Philosophie und ich verstehe zu meinem Entsetzen beim Lesen der Unterlagen nur Bahnhof. Sofort erkundige ich mich bei den neben mir sitzenden Kommilitonen und stelle erschrocken fest, dass das Seminar anscheinend häufiger stattfindet als ich dachte und ich die Hälfte der Veranstaltungen gefehlt habe. Meine Kommilitonen kommentieren das mit "Du bist ja nie da.", was mir allerdings bis heute nicht bewußt war. Kein Wunder, dass ich nichts von dem kapiere, was ich lese. Noch schlimmer wird es, als ich erfahre, dass ich sämtliche Zwischenprüfungen versäumt habe, es geht jetzt schnurstracks auf die Abschlußprüfung zu. Ob die mich überhaupt zulassen? Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass ich ja die Seminarunterlagen habe und die immer noch auswendig lernen kann, auch wenn ich nichts davon verstehe. Wirklich optimistisch bin ich allerdings nicht. Der stellvertretenden und noch jungen Seminarleiterin scheint es ebenfalls an Freude zu fehlen, denn sie schaut aus dem Fenster, sieht die richtige Seminarleiterin kommen und sagt aus tiefsten Herzen: "Gott sei Dank!", so nach dem Motto - nicht mehr lange und ich kann hier weg. Meine Schulfreundin A. ist auch in dem Seminar, später nach Seminarschluß will sie mir auf dem Uni-Gelände irgendetwas zeigen und wir laufen einige Alleen entlang, die mich an den Platz vor dem Alten Museum erinnern. Der Traum geht in ein Bild über, in welchem ich durch einen engen Straßenzug schlendere, wo sich an beiden Seiten Marktstände befinden. Auf diesen Marktständen schillern allerlei Arten Glaskugeln in den schönsten Mustern und Farben. Neugierig betrachte ich die leuchtenden bunten Kugeln und überlege, ob ich eine kaufen soll. Da stelle ich fest, dass ich schon eine Glaskugel in der Hand halte. Es ist meine eigene, die ich mit mir herumtrage, kristallklar, durchsichtig, überhaupt nicht bunt, aber mit haarfeinsten dekorativen Gravuren, die sich weiß von der Kugel abheben. Ich habe etwas Sorge, dass sie jemand in meiner Hand sieht und vielleicht denkt, ich hätte sie gestohlen.

Sonntag, 10. Juni 2007

Wieder was gelernt....

Ich weiß zwar nicht, ob ich das für mein späteres Leben mal brauchen werde, aber ich weiß jetzt, dass Wanzen nicht zu den Käfern gehören. Wer hätte das gedacht? Gekommen ist mir diese Erkenntnis bei der Internet-Recherche nach diesem Balkonbesucher, der sich sehr auffällig für meine Beine interessierte:



Was das genau ist, weiß ich zwar immer noch nicht, aber die Form spricht sehr für eine Wanzenart. Sein Interesse an meinen Beinen musste er mit einem Sturz von der Balkonbrüstung bezahlen. Ich sollte mal vier Treppen tiefer auf dem Hof schauen gehen, ob sich da inzwischen schon ein Friedhof der Krabbeltiere gebildet hat. Nicht dass die mir irgendwann noch als Untote erscheinen.

Nachtrag: Dank des besseren Google-Händchens eines fc-Mitglieds ist es heraus: es handelt sich um die rotbeinige Baumwanze. Fragt sich nur, was die bei mir auf dem Balkon suchte, wo keine Bäume wachsen (zumindest keine lohnenden).

Samstag, 9. Juni 2007

Wenn man

den Staubsauger abends neben dem Bett stehen läßt und morgens der erste Blick aus den tiefsten Träumen heraus auf den hoch aufragenden Staubsaugergriff fällt, kann es durchaus vorkommen, dass man diesen für einen Totempfahl hält und sich mitten in tiefstem Indianergebiet wähnt.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Die an den Ecken schon eingerissene Verpackungstasche von McDonalds

trägt sie wie eine Prinzessin ihr Dior-Handtäschchen. Ängstlich hält sie sich im U-Bahn-Abteil fest, hinter ihr ihre Eltern. Erst auf deren Aufforderung hin, sich doch neben das Mädchen zu setzen, das im übrigen ein in etwa gleichaltriger Junge ist, wie seine Mutter neben mir bestimmt klarstellt, geht sie zwar zögernd, aber gehorsam zum Sitzplatz, setzt sich still neben ihn, gerade und ordentlich, die Beine nebeneinander, die Papptasche damenhaft auf dem Schoß. Den Jungen bedenkt sie mit keinem Blick, ebensowenig wie ihre Eltern. Ihre hellbraunen, mandelförmigen Augen schauen teilnahmslos unter sommerblonden Locken hervor und sind so fern, viel zu fern für ein etwa fünfjähriges Kind. Während der gesamten Fahrt sieht sie nicht ein einziges Mal zu ihren Eltern, die am anderen Ende der Sitzreihe stehen. Es ist, als wären sie gar nicht da, doch scheint sie trotzdem sehr darauf bedacht zu sein, jeder Anweisung von ihnen sofort zu gehorchen. Zaghaft öffnet sie ihr Täschchen und breitet die darin enthaltenen Gegenstände vorsichtig auf den Sitz neben sich aus. Ich erkenne einen blauen Nylonbeutel und einigen anderen Krimskrams. Mit einem Male kehrt ihr Blick zurück, als sie meinem begegnet. Lange, sehr lange, schaut sie mich aus klaren Augen an, fast ein wenig erschrocken, als wolle sie mich fragen: Was hast du gesehen? Verrätst du auch nichts?
Ihre Eltern rufen, fügsam und sorgfältig packt sie ihre sieben Sachen wieder zusammen. Dann folgt sie ihnen, mit ihrer zerfledderten Papptasche stolz in der Hand und dem einsamen Herz einer Prinzessin.

Dienstag, 5. Juni 2007

Ich will nicht mehr.

A sentence that labours. Ist heute schon wieder Vollmond, oder was? Die liebe Woche lang plapper und lache ich, tue das, was alle tun, das einzige, was ungestraft möglich ist, aber sobald ich einen Moment alleine bin, zur Besinnung komme und darüber nachdenke, was ich den ganzen Tag da mache, könnte ich nur noch heulen. Theoretisch. Praktisch kann ich nicht mal das, weil ich mich von dem vielen Geschwätz so leer fühle.

Sonntag, 3. Juni 2007

Das Leben wird komplizierter -

insbesondere auch für ältere Menschen. Gestern erzählte mir meine Mutter kopfschüttelnd von einer Werbung, die sie gelesen hatte: "Minimale Zinsen für maximale Frühlingsgefühle". Ich verstand erst nicht, was sie an dieser Werbung so aufbrachte und verwunderte, bis sie mir erklärte, da wüßten doch irgendwelche Leute nicht mehr den Unterschied zwischen minimal und maximal. Aber das wäre heutzutage wohl nicht verwunderlich. Ich habe ihr dann erklärt, dass mit der Werbung Kreditzinsen gemeint sind und nicht Sparzinsen. Aber woher soll das auch ein alter Mensch wissen, der sein Leben lang immer für das gespart hat, was er sich leisten wollte...

Gott sei Dank - die Party ist vorbei!

Und Gott sei Dank habe ich mich gestern im Laden für die Palme in Steinguttopf mit lustigen Deko-Kokosnüssen statt für die Orchidee entschieden, denn zur Geburtstagsfeier meiner Schwägerin sind noch mindestens drei andere Leute auf die Idee gekommen, eine Orchidee zu schenken.
Die Hinfahrt begann aber erstmal mit einem spatzigen Zusammenstoß. Hinter uns vor einer Bank auf dem Bahnhof hatte jemand Popcorn verschüttet und die Spatzen waren ganz wild darauf, so wild, dass sie im Tiefflug durch die ca. 30 cm Abstand zwischen mir und meiner Mutter gebrettert sind. Einer davon hatte einen leichten Linksdrall und ist voll gegen meinen Arm gedonnert. Ich habe einen richtigen Schreck bekommen, weil ich erst dachte, mich hätte jemand auf den Arm geschlagen. Also normal ist das nicht mehr mit den Spatzen.
Die Party war so ätzend wie immer, ich mag ja sowieso keine großen Geburtstagsfeiern, unter Spaß verstehe ich irgendwie was anderes. Aber diesmal war es besonders schlimm, weil wir uns eigentlich erst Fotos auf dem Fernsehschirm ansehen sollten, aber als die CD nicht funktionierte, mit einer DVD von Harry Belafonte gequält wurden. Ich saß die ganze Zeit auf dem Sofa und dachte, bitte laß es vorbei sein, bitte laß es vorbei sein. Wenn es so wie früher bei meinem Bruder bloß um die Ecke gewesen wäre, wäre ich sicherlich einfach eher abgehauen, aber den weiten Weg von Marzahn zurück nach Hause fahre ich dann auch nicht so gerne alleine. Irgendwann konnten meine Tante und ich meine Mutter von Harry Belafonte loseisen, um nach Hause zu fahren, da war aber trotz halbstündigem Telefonierens kein Taxi aufzutreiben, schlimmer als zu tiefsten Ostzeiten. Also machten wir uns per Pedes, Straßenbahn und S-Bahn auf dem Weg. Ich steige immer eine Station später als meine Mutter aus der S-Bahn und kaum saß ich alleine in der Bahn, quatscht mich doch einer von zwei Typen an, so ein schon etwas fertiger Hip-Hopper, ob er mich zu einem Bier einladen darf. Ich sage "Nein, danke." und es ist erstmal kurz Ruhe, ich bekomme aber hinter mir mit, wie sein Kumpel ihm souffliert, er solle sagen, dass es ohne Verpflichtung ist. Der andere kommt also nochmal und sagt das und ich antworte nochmal "Nein, danke." Und überhaupt denke ich bei mir, seit wann bin ich für ein Bier zu irgendwas verpflichtet. Blöderweise stiegen sie ebenso wie ich aus, ich habe extra den anderen Aufgang benutzt und sie zum Glück dann auch nicht mehr gesehen. Doch auf dem wirklich kurzen Weg vom Bahnhof zu meiner Wohnung wurde ich noch von zwei Betrunkenen angesprochen, die wissen wollten, ob es weit zum Bahnhof ist und von drei Mädels, die irgendwo auf einem Parkplatz standen und mich freundlich grüßten, obwohl ich die gar nicht kannte. Anscheinend klebt mir heute wieder so ein Zettel auf der Stirn, auf dem steht: "Sprich-mich-an!"

Samstag, 2. Juni 2007

Das Kreuz tragen.....

Schmuckkreuze gibt es in jeder erdenklichen Größe und Machart. Es gibt die reinen Kreuze, ohne irgendwelche Zusätze, die allein durch ihre symbolische Form wirken (welche übrigens älter als die Kirche und die Römer ist), aber nicht nur von Leuten getragen werden, die gläubig sind, und es gibt die Kreuze, an denen ein ganzer Mensch mit dran hängt (normalerweise Kruzifix genannt), manchmal nur angedeutet, oft aber auch sehr genau ausgearbeitet (Diskussionen, ob Jesus nun Gott oder Mensch war, verbitte ich mir an dieser Stelle - meinetwegen kann jeder glauben, was er will, das gilt auch für mich). Einen solchen goldenen Schmuckanhänger haben wir ebenfalls unter den Sachen meines Vaters gefunden und ich hatte eine absolute Abneigung dagegen, so etwas zu besitzen oder gar um den Hals zu tragen, obwohl ich normale Kreuze oft trage, aber wer hängt sich freiwillig einen gekreuzigten Menschen an den Hals, egal wer das war? Irgendwie ist das doch pervers. Es erinnert mich ein bißchen an archaische Bräuche, in denen man menschliche Skalps, Zähne, Köpfe oder Knochenteile mit sich herumtrug, vielleicht liegt uns sowas ja in den Genen. Und ich stelle mir gerade vor, wie der heutige Schmuck wohl aussehen würde, wenn Jesus durch andere Hinrichtungsarten zu Tode gekommen wäre. Dann würden wir vielleicht einen Galgen, mit einem baumelnden Galgenmännlein tragen - stelle ich mir niedlich vor, oder ein Rad, einen abgetrennten Kopf, eine Mini-Guillotine würde sich sicher auch gut machen, wenn es die damals schon gegeben hätte, einen auf einen Pfahl aufgespießten Menschen oder was weiß ich.
Ich muss gerade an diese ganzen Horrorfilme denken, in denen die Dämonen und sonstiges teuflisches Gesocks fliehen, sobald man ihnen ein Kruzifix entgegen hält. Da frage ich mich doch, ob diese Dämonen vielleicht menschlicher sind als wir Menschen, wenn sie vor so einem Anblick noch erschrecken können.

Freitag, 1. Juni 2007

Von Komplimenten am Morgen und kuchenhungrigen Spatzen

Jeder Tag sollte mit einem Kompliment beginnen - so wie heute. Kaum war ich im Büro angekommen, begann M., mein Kollege, mit ernster Miene eine Ansprache, so dass ich schon dachte, was ist jetzt wieder so Wichtiges los, allerdings nur, um mir die Neuigkeit mitzuteilen, dass seine Exfreundin findet, dass ich sehr schöne Augen hätte. Ich fragte ihn darauf, ob sie diese überhaupt gesehen hat, als sie gestern zwei Minuten in der Tür stand (die sich ja bekanntlich hinter meinem Rücken befindet), aber er hatte sie genau dasselbe gefragt und sie antwortete darauf, dass ich mich kurz umgedreht hätte und sie sofort meine schönen Augen gesehen hätte. Die er selbst im übrigen auch sehr schön findet, fügte er noch beiläufig hinzu. *gg*

Auch das zweite Highlight des Tages fand frühmorgens statt. M. hatte sich gestern ein inzwischen schon etwas hart gewordenes Stück Kuchen vom Geburtstag am Anfang der Woche aus dem Kühlschrank genommen und auf einem Teller mit einer Gabel in kleinere Stücke zerkrümelt, weil er das noch essen wollte. So stand der Teller auch heute noch neben seinem Drucker, der sich fast direkt neben dem offenen Fenster befindet. Als er kurz draußen war und wieder in das Büro kam, saß doch tatsächlich ein dicker Spatz mitten auf dem Teller und versuchte das größte Stück Kuchen in Sicherheit zu bringen. Selbst als der Spatz sich erschreckte, ließ er das größte Stück nicht los, sondern flatterte damit zum Fenster, wo er allerdings an die oberen geschlossenen Scheiben schlug und erst da den Kuchen fallen ließ. Dann erholte er sich kurz auf dem Fensterflügel und flog schließlich hinaus. M. stellte darauf den ganzen angefressenen Teller auf das Fensterbrett, wo sich auch den lieben langen Tag lang der Spatz mit seinen anderen Kumpels zum Kaffeekränzchen traf. Jetzt klauen uns diese Halunken schon den Kuchen mitten aus dem Zimmer, das gibts nicht. Berliner Spatzen eben - frech wie Bolle.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Tausendmal besser als die Vanity Fair

sind die Schlagzeilen der Twoday-Tops. Immer mittendrin in den blogosphärischen Krisengebieten, am Puls der blogotorischen Kriegsführung, in den Wirrungen der blogoranten Schlammschlachten. Angefangen mit diesem ominösen Blogfrauen-oder Frauenblog-Wettbewerb, zu dem ich trotz heldenhaften Einsatzes des Kaisers persönlich nicht zugelassen wurde, wahrscheinlich weil ich eigentlich ein Mann werden sollte, bis hin zu den jetzigen Streitigkeiten zweier mysteriöser Blogger, von denen ich bisher weder gelesen noch gehört habe und das auch nicht nachholen werde. Das Wort Blog-Codex weckt in mir Assoziationen mit dem Codex Hammurapi. Ich schlage vor, das Gottesurteil daraus zu übernehmen - jeder der es überlebt, darf weiterbloggen. Ansonsten wundert mich ein bißchen, dass zwar alle der Meinung sind, wie unwichtig das Ganze ist, aber trotzdem jeder darüber schreibt. Ich jetzt auch. Und das, obwohl ich keine Ahnung habe, wenig Interesse und überhaupt nicht recherchiert. Ist das nicht cool? Eigentlich wollte ich aber nur sagen, dass ich die Vanity Fair garantiert nicht abonnieren werde.