Endlich habe ich auch einen Kamin.
Für alle, die denken, dass ich im Wohnzimmer kokle - natürlich ist das nur eine Attrappe. Der Ofen ist mit beleuchteten Salzkristallen gefüllt. Für einen richtigen Kamin habe ich keinen Platz, aber dieser Terracotta-Ofen hat eine perfekte Größe, weder zu groß, noch zu klein, und passt sogar bei mir noch in die Ecke. Da er mit 50 cm Höhe auf dem Fußboden nicht so unmittelbar zur Geltung kommt, werde ich mir noch einen einfachen Holzregalwürfel besorgen und diesen mit Holzscheiten füllen, natürlich auch nur als Attrappe - fertig ist die Kaminecke.
ist heute gekommen. Nämlich dieses hier
http://www.tojo.de/cms/front_content.php?idcatart=9 .
Und ich muss schon sagen, dieses Bettsystem ist ebenso genial wie einfach. Anfangs, als ich diese drei einzelnen Teile so betrachtete, war ich ja etwas skeptisch. Sie bestehen nur aus reinstem Holz ohne das kleinste Schräubchen. Doch die beiden "Böcke" werden einfach hingelegt, mit dem Nut nach oben und den Rost legt man so drauf, dass die Ausparungen die Nute umschließen. Fertig ist das Bettgestell - und das beste daran, man kann es in jede gewünschte Breite von 90 cm bis 180 cm völlig problemlos verstellen. Genau aus diesem Grund habe ich mich für dieses System entschieden, da ich gerne auf 120 cm Breite schlafen wollte, aber ein normales 120 x 200 Bett schon nicht mehr in meine Schlafecke passt, da diese Betten IMMER ein paar Zentimeter mehr in Länge und Breite haben. Also war dies die einzige Alternative für mich, aber auch die weiteren Vorteile finde ich wirklich gut, es ist ganz ohne Metall verarbeitet und äußerst praktikabel handhabbar. Wenn man nämlich in einer kleinen Wohnung bereits Möbel räumen muss, wenn man nur mit der Leiter in irgendeine Ecke reichen will, ist es von Vorteil, wenn man die Möbel alle selbst bewegen kann und sie einem nicht als unüberwindliche Hindernisse im Weg rumstehen. Der Lattenrost ist zwar trotzdem relativ schwer, aber problemlos zusammenschiebbar und auch von mir bis an die Wand zu bewegen.
Leider habe ich jetzt noch meine ätzenden Federkernmatratzen dazu, aber die werden sofort ausgetauscht sobald ich mich entschieden habe. Federkern werde ich auf keinen Fall mehr nehmen - da ich jetzt alles vollkommen natürlich habe, hatte ich an Naturmatratzen gedacht, die es aus Naturlatex gibt. Allerdings liebäugle ich ebenfalls mit Kaltschaummatratzen, da mir hier das geringere Gewicht gut gefällt. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob das Klima- und Elektrostatische Verhalten von Kaltschaum so positiv ist. Jedenfalls werde ich, sobald die neue Matratze da ist, mich endlich auf 120 cm ausbreiten können, bei meiner bevorzugten Schlafstellung "Toter Mann" ein wahrer Segen. *gg*
Nicht dass jetzt irgendjemand denkt, ich möchte Herrn Lagerfeld mit Herrn H. vergleichen (wobei mich letzterer stark an Lord Valdemort aus den Harry Potter-Büchern erinnert, dessen Name nicht genannt werden darf - nur nicht zuviel Aufsehen erregen), es ist nur so, dass mir beide Zitate zufällig fast zeitgleich begegnet sind und sich negativ über Berlin äußern.
"Der Zauber von Florenz und Rom, Ravenna und Siena oder Perugia, wie schön die Toskana und Umbrien! Jeder Palast in Florenz oder Rom ist mehr wert als das ganze Windsor Castle. Wenn die Engländer Florenz oder Rom zerstören, so ist das ein Verbrechen. Um Moskau ist es nicht schade, und leider wäre es heute auch bei Berlin kein Verlust."
(Herr H. 1941 in der Wolfsschanze bei einem Tischgespräch, aufgezeichnet von Ministirialrat Heinrich Heim, veröffentlicht von Dr. H. Picker)
"Berlin ist zu sehr verunstaltet worden. Es gibt zu viele tote Flächen, und man hat keine guten Architekten genommen. Die Intensität der Stadt ist verloren. Der Esprit ist weg, Im Gegensatz zu Hamburg oder München."
Karl Lagerfeld 2007 in einem Interview mit der Vanity Fair)
Eigentlich hatte ich überlegt, mal wieder einen Tag zum großen großen Wasser zu fahren, aber mit zig-Mal umsteigen ist mir das zur Zeit etwas zu anstrengend, der ICE fährt von Stralsund nur einmal am Tag durch, und wahrscheinlich kriegt man da bei diesen Temperaturen sowieso nur Bierbäuche zu sehen. Also bin ich heute zum kleinen großen Wasser gefahren, mitten in Berlin. Ich muss gestehen, dass ich in Friedrichshagen schon seit Ewigkeiten nicht mehr war. Zuletzt bei meiner witzigen Crash-Ausbildung zum Kleidungsfacharbeiter, deren praktischer Teil über zwei Wochen ging und die Herstellung eines Puppenröckchen beinhaltete. Das Gebäude stand damals fast am Wasser und ich habe versucht mich an irgendwas zu erinnern oder etwas wiederzufinden, aber umsonst. Ich muss alles total verdrängt haben.
Ansonsten bin ich als Kind öfters in Friedrichshagen gewesen, wenn wir unsere Wochenendausflüge gemacht haben, und ich weiß noch, dass es damals ein bestimmtes Cafe mit sensationell leckerem Eis gab. Aber schon zu Ausbildungszeiten gab es das nicht mehr. Doch dafür ist die fröstelige Kühle des Spreetunnels bei Temperaturen ab 30 Grad eine willkommene Erfrischung. Schließlich führt er auch tief genug unter der Spree entlang.
jetzt nur noch dieser komischer Vogel, der mir regelmäßig jeden Morgen ein großartiges musikalisches Werk tiefer Sinnhaftigkeit und Tragik in drei Teilen zum besten gibt. Das Hauptthema, ich nenne es das Grillenthema, beginnt mit einem gleichmäßigen rhythmischen Zirpen, wie etwa das einer Grille mit Megaphon. Es symbolisiert meines Erachtens die kleinen Anfänge des Lebens und jeder wahren Meisterschaft. Im zweiten Teil des Werkes geht das rhythmische Zirpen in das allerschönste melodische Flöten von erstaunlichem Tonleiterumfang und mit fröhlich-sprunghaften Akkorden über, ein Ausdruck überschäumender Lebensfreude. Im dritten Teil meldet sich wieder das Grillenthema zu Wort, diesmal jedoch in seltsam entstellter Form, vollkommen unrhythmisch, abgewürgt und heiser. Genaugenommen klingt es so, als sei die zirpende Grille mit Megaphon gerade ihrem natürlichen Feind, einem Vogel, begegnet, und würde nun in allerletzter Panik noch einmal wie wild und völlig unkontrolliert zirpen, um gleich darauf auf immer im gierigen Schlund des Vogels (vielleicht sogar des Sängers?) zu verschwinden. Ich frage mich, ob das wohl ein Schlachtlied ist, oder aber eine Beschwörungsformel in der Art, wie die ersten Jäger ihre Beute auf Höhlenwände verewigt haben, nur dass hier die Beute in Form eines Liedes beschworen wird. Oder vielleicht bilde ich mir das alles nur ein und es handelt gar nicht von Grillen. Jedenfalls singt er leider nur morgens und da fällt noch keine Sonne auf die Windmühle, weshalb der Kunstgenuss gänzlich unpsychedelisch bleibt.
Krieg ist reiner Menstruationsneid (schließlich wollen Männer auch mal bluten).
Man kaufe einen großen wasserfesten Blumenkasten, fülle Erde hinein und lasse ihn den Winter über vor dem Fenster ordentlich zuschneien und -regnen, so dass das Tauwasser schließlich bis zum Rand steht. Doch auch jetzt heißt es weiter abwarten und nichts anzufassen, denn das Wasser verflüchtigt sich bei höheren Temperaturen von alleine, so dass man bald wieder einige Erdinselchen erkennen kann. Noch immer lasse man den Blumenkasten so rumstehen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden sich einige wandernde Samen den Blumenkasten auserwählen, um sich darin niederzulassen. Man warte also weiter und mit etwas Glück hat man innerhalb eines Jahres solch ein niedliches, naturgetreues Sumpfbiotop vor seinem Zimmerfenster, wie man es sonst nur in der Nähe von Wald und See findet:
Ein Blick hinaus reicht, und man landet mitten in der Wildnis. Mir gefällts.
das sich mir von der hintersten Zimmerecke vom Bett aus am Himmel bietet, ist wirklich mehr als beeindruckend. Dabei ist glücklicherweise noch die Klinkerwand meines Balkons im Weg, um den ganzen Himmel zu sehen. Aber das grellweiße, blendende Licht daneben reicht aus, um über das Weltende und das jüngste Gericht zu spekulieren. Mehr will ich auch gar nicht sehen. Überhaupt finde ich, dass Gewitter bei Tag schon beängstigend genug sind. Aber bei Nacht sind sie das bizarrste, grandioseste und erschreckenste Fegefeuer und Feuerwerk, das man sich vorstellen kann, zumindest, wenn man geradewegs hineinschaut. Und ich frage mich ernsthaft, wie Mensch bei so viel grellem Licht und Lärm schlafen soll. *wieder wach, sowie blind und taub ist*
dass ich keinen Spaß hätte. Mein Kollege fragt mich aus unerfindlichen Gründen immer, wenn er eine Fliege erschlagen möchte, ob er das darf - anscheinend bin ich wohl leicht zu durchschauen - und ich antworte stets - "Nein! Hier werden keine Fliegen totgeschlagen!". Dies führt dann wiederum zu den abstrusesten Rettungsaktionen und Dialogen, die die Fliege letzten Endes an einem Herzinfarkt sterben und mich vor Lachen unter dem Tisch liegen lassen. Wäre ich zehn Jahre jünger, würde es mir da wahrscheinlich super gefallen. Bin ich aber nicht. Kann es sein, dass Schreiben alt macht?
könnte ich mich jeden Tag nach der Arbeit hier auskotzen, wie genervt ich bin. In Rücksicht dessen, dass ab und an Leute mitlesen, tue ich es nicht, denn wahrscheinlich wären diese bald ebenso genervt von mir. Aber es ist einfach so, ich kann es geradezu körperlich spüren, wie sich Tag für Tag mehr Gehirnzellen von mir verabschieden und in irgendein vakuumverpacktes Gehirnzellen-Nirwana verschwinden, in das absolute Nichts. Wenn ich von einer ehemaligen Kollegin höre, wie die Kontrolle in der alten Abteilung immer mehr angezogen wird, kann ich ja vielleicht sogar froh sein, dort weg zu sein und mir hier nur den ganzen Tag sinnloses Gequassel anhören und gelangweilt in Akten blättern zu müssen. Ich habe immer über zuviel Arbeit und Stress gejammert, doch dieses ist eine ganz andere Art von Stress, die bei weitem nicht besser ist. Im Gegenteil. Mich interessiert es wie die Wasserstandsmeldung vom letzten Jahr, wer mit wem im Büro Beischlaf hatte, wer auf wen eifersüchtig ist, dass bei Fr. M. die Pobacken unterm Rock hervorgucken und sie auch ansonsten gräuslich aussieht, und was es sonst noch Wichtiges zu bereden gibt. Ich kann mich dort leider nirgendwohin zurückziehen, um mich auf etwas zu konzentrieren und um einfach meine Arbeit zu machen und dann, wenn Zeit bleibt, vielleicht auch das zu tun, was ich gerne möchte, mal ganz abgesehen davon, dass ich völlig abhängig von den anderen bin, da ich noch nicht wirklich so richtig durchsehe und diese oft fragen muss. Dadurch muss ich mich natürlich auch deren Tempo anpassen, was meine Geduld manchmal auf das Äußerste strapaziert. Mir fehlt mein ruhiges Einzelbüro und vor allem auch die Möglichkeit, meine Arbeit größtenteils unabhängig, kompetent und in meinem eigenen Tempo zu bewältigen, und dabei die Arbeitszeit so zu nutzen, wie ich es gerne täte.
Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Scheren in meinem Haushalt ein sehr mysteriöses, mir unbekanntes, geheimes Leben führen. Während ich manchmal ewig nach ihnen suche und sie dann zum Beispiel in meiner Handtasche wiederfinde, habe ich heute gleich fünf entdeckt, an einer Stelle, wo es eigentlich nur zwei geben sollte. Da mir nicht bekannt ist, dass ich so viele Scheren besitze, bin ich nun leicht besorgt, dass sie sich in meinen Schubladen unbemerkt und unkontrolliert vermehren könnten.
Sagen wollte ich "Stephen King", doch spontan herausgerutscht ist "Sting". Mein Kollege kommentierte das mit "Cool, singen kann der auch noch." Sting ist genau besehen eine schnelle Abkürzung von Stephen King.
*gg*
Wahrscheinlich an der Humboldt-Uni, zumindest erinnern mich die alten Gebäude an die HUB, auch wenn einiges etwas anders aussieht. Ich befinde mich mitten in einem Seminar und versuche den Stoß Seminarunterlagen zu lesen, die vor mir liegen. Es handelt sich um das Fach Philosophie und ich verstehe zu meinem Entsetzen beim Lesen der Unterlagen nur Bahnhof. Sofort erkundige ich mich bei den neben mir sitzenden Kommilitonen und stelle erschrocken fest, dass das Seminar anscheinend häufiger stattfindet als ich dachte und ich die Hälfte der Veranstaltungen gefehlt habe. Meine Kommilitonen kommentieren das mit "Du bist ja nie da.", was mir allerdings bis heute nicht bewußt war. Kein Wunder, dass ich nichts von dem kapiere, was ich lese. Noch schlimmer wird es, als ich erfahre, dass ich sämtliche Zwischenprüfungen versäumt habe, es geht jetzt schnurstracks auf die Abschlußprüfung zu. Ob die mich überhaupt zulassen? Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass ich ja die Seminarunterlagen habe und die immer noch auswendig lernen kann, auch wenn ich nichts davon verstehe. Wirklich optimistisch bin ich allerdings nicht. Der stellvertretenden und noch jungen Seminarleiterin scheint es ebenfalls an Freude zu fehlen, denn sie schaut aus dem Fenster, sieht die richtige Seminarleiterin kommen und sagt aus tiefsten Herzen: "Gott sei Dank!", so nach dem Motto - nicht mehr lange und ich kann hier weg. Meine Schulfreundin A. ist auch in dem Seminar, später nach Seminarschluß will sie mir auf dem Uni-Gelände irgendetwas zeigen und wir laufen einige Alleen entlang, die mich an den Platz vor dem Alten Museum erinnern. Der Traum geht in ein Bild über, in welchem ich durch einen engen Straßenzug schlendere, wo sich an beiden Seiten Marktstände befinden. Auf diesen Marktständen schillern allerlei Arten Glaskugeln in den schönsten Mustern und Farben. Neugierig betrachte ich die leuchtenden bunten Kugeln und überlege, ob ich eine kaufen soll. Da stelle ich fest, dass ich schon eine Glaskugel in der Hand halte. Es ist meine eigene, die ich mit mir herumtrage, kristallklar, durchsichtig, überhaupt nicht bunt, aber mit haarfeinsten dekorativen Gravuren, die sich weiß von der Kugel abheben. Ich habe etwas Sorge, dass sie jemand in meiner Hand sieht und vielleicht denkt, ich hätte sie gestohlen.