nach Hiddensee verabschiedet. *Neid* Dort macht sie zwei Wochen Urlaub, hoffentlich nicht bei Windstärke 12 und stillgelegter Fähre wie in der letzten Woche. Vorher hieß es noch, bei ihr die Geräte abschalten und Stecker aus den Steckdosen ziehen, Anweisungen zum Blumengießen entgegennehmen und wie immer auch wieder einige Bücher entsorgen, die sie aussortiert hatte. Unter anderen schleppte ich dabei nun noch Goebbels Tagebücher von 1945 nach Hause, nachdem ich mir ja schon Hitlers Tischgespräche mitgenommen hatte. Mein Vater hat sehr viel mehr Bücher über das Dritte Reich und Hitler, auch diverse Guido Knopp-Ausgaben, doch obwohl ich an Geschichte interessiert bin, reizen mich diese weniger sie zu lesen, da es für mich vor allem die psychologische Seite ist, die ich am spannensten finde, und da kommen Tagebücher gerade recht. Nur wahrscheinlich muss ich aufpassen, dass mein Blog nicht irgendwann in den Ruf eines Naziblogs kommt, da ich ja immer so gerne zitiere. Aurisa und wer weiß noch alles würden sicher keinen Fuß mehr hierhersetzen. ;o) Und dabei überlege ich nun schon wirklich bei jedem Zitat der Tischgespräche hundertfünfzigmal hin und her, ob ich das schreiben kann, ohne dass sich jemand davon gestört gefühlt oder irgendwelche Hohlköpfe sich durch die herausgepickten Sätze in ihren begrenzten Denkschablonen bestätigt fühlen und diese zur Propaganda weiterverwenden. Ich denke mir allerdings, dass sie sogar, wenn sie das gesamte Buch lesen und das Gesamtbild sehen würden, es trotzdem nicht besser verstehen würden und wollten, da es genau ihrem einfachen Denkschema entspricht. Von daher ist es wahrscheinlich vollkommen unerheblich, ob ich da zusammenhanglos ein paar Zitate fallen lasse.
Mein Vater hat meiner Mutter wieder ein paar seltsame Sachen erzählt. Einmal meinte er zu ihr, wenn sie beide irgendwann mal alt wären, könnte sie ja auch hier (im Heim) wohnen und dann fragte er sie einen anderen Tag, wer sie eigentlich sei, seine Frau oder seine Schwester. Das wirklich seltsame daran ist aber, dass er wieder mehr liest und sich ganz genau erinnern kann, welche Bücher er irgendwo hat, oder auch seine Solitär-Spielkonsole genau kennt, die er verlangt hat. Ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich sein Erinnerungsvermögen in Bezug auf Menschen und auf seine gesammelten Schätze ist.
Arte hat ja im Juli einen neuen Themenschwerpunkt mit "The summer of love" und der Hippiebewegung. Da werde ich wahrscheinlich noch viel öfter arte schauen, als ich es jetzt schon tue. Blöd daran ist nur, dass ich dann kein Gesprächsthema mehr mit meinen Kollegen habe. Wenn ich im Büro irgendjemandem erzähle, was ich auf arte geschaut habe, ernte ich regelmäßig verständnislose Blicke und eine Bemerkung mit der immer gleichen Aussage: "Nee, arte, sowas schau ich nicht, igitt igitt."
Dabei verstehe ich gar nicht, was die alle gegen arte haben. Schließlich bemühen die sich wirklich, auch anspruchslosere Gemüter zu befriedigen und senden in ihrer neuen Reihe arte-Trash die kultigsten und dümmsten Trash-Filme. Ich persönlich mag jedoch gerade an arte, dass das Programm sich so angenehm von den üblichen Sendern abhebt. Aber anscheinend bin ich damit die einzige.
Eine ganze Seite voller Ostseewebcams:
http://www.ostseecam.com/
Das gleiche für die Nordsee:
http://www.nordseecam.com/
Und auch für Leuchttürme:
http://www.luechthuus.de/webcam/webcam.htm
Lustig ist dieser Leuchtturm (unter Warnemünde / Leuchtturm und Molenfeuer):
http://www.rostock-sport.de/baeren-stop.jpg
Und sehr schön 360 Grad Panorama-Webcam vom Warnemünder Leuchtturm:
http://www.derwarnemuender.de/ipix_2_high.shtml
Meine Favoriten sind jedoch
diese und
diese.
Den Film habe ich zwar schon mehrmals gesehen, aber ich staune immer über die Detailgenauigkeit. Ob Notizrolle an der Tür, Wandklappbett, Club Cola, Abschnittsbevollmächtigter, die Puhdys oder Multifunktionstisch, da fühlt man sich fast wieder wie ein junger FDJodler (damalige Humbugbezeichnung). Wenn jemand allerdings bei einem Dealer nach Tangerine Dream fragt, muss er schön blöd sein, denn die gab es auch als AMIGA-Ausgabe, wie ebenfalls ausgewählte andere "West-Musik". Wirklich wegschmeißen vor Lachen könnte ich mich aber stets über den Typen mit dem Nylonbeutel. "Sagen Sie, reden Sie mit Ihrem Nylonbeutel?"
Nein, dass ich das noch miterleben durfte! Seit Jahren nehme ich mir vor, einmal Einsicht in meine Stasiakten zu beantragen, aber will ich wirklich wissen, was die da in ihre Nylonbeutel gesprochen haben? Das erscheint mir einfach viel zu lächerlich.
Heute habe ich es endlich in Angriff genommen, ein Gardinenbrett vor meinem Hängeboden zu befestigen und mit einem Vorhang zu bestücken. Und durch einen spontanen Geistesblitz bin ich sogar um das Nähen herum gekommen. Als ich nämlich den gekauften Vorhangstoff aus dem Schrank nehmen wollte, fiel mir zufällig gleichzeitig ein Pashima-Schal in die Hand, den ich einmal geschenkt bekommen habe. Dieser Schal, aus Kaschmir und Seide, mit orientlischen Motiven und in den genau passenden roten Farbtönen, sollte eigentlich gut in den Flur passen, dachte ich mir, zumal ich sonst nichts anderes mit ihm anzufangen weiß. Wenn ich ihn um den Hals trage, sieht er wegen des Musters, der Farben und der Breite wie ein Teppich aus, den ich mir herumgeschlungen habe, und als Tischläufer wirkt er auch etwas merkwürdig. Deshalb lag er die ganze Zeit nur im Schrank rum, obwohl mir Farbe und Muster eigentlich gut gefallen. Nach Augenmaß geurteilt, hatte ich den Verdacht, dass er nicht groß genug wäre, doch mein Augenmaß scheint schlecht zu sein und Probieren geht über Studieren - er passt perfekt in Länge und Breite. Ich musste nur in der Höhe ein kleines Stückchen umschlagen und normalerweise hätte er vielleicht etwas länger sein können, um mehr Faltenfall zu haben, aber dadurch, dass das Ornament mittig ist, würden zuviel Falten eher stören, da man das Muster nicht mehr sieht. Außerdem stören mich nicht mal die Fransen an den Seiten. Erst dachte ich, das sieht bestimmt äußerst seltsam aus, wenn da an den Seiten senkrecht Fransen herunterhängen, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil, dadurch sieht es weniger nach einem normalen Vorhang aus, sondern mehr wie ein aufgehängter Teppich und das passt irgendwie gut zu meiner indischen Tänzerin und dem indischen Elefanten in meinem Flur. Ich finde, es sieht richtig gut aus, hat mir außerdem das Nähen erspart und dem ungenutzten Schal doch noch einen glänzenden Auftritt gegeben. Hach, ich liebe Geistesblitze. Die dürften mich gerne viel öfter beehren.
Ich liege irgendwo aufgebahrt, mit dem Gesicht nach unten. Irgendeine Stimme gebietet mir zu beten. Bin ich denn in einer Kirche? Tatsächlich, ich sehe vor mir ein großes offenes Kirchenfenster mit dekorativem Rundbogen. Also beginne ich zu beten.
Etwas später im Verlagshaus meiner Mutter. Ich befinde mich im Büro des Typografen. Eine große Krähe von den Grenzanlagen fliegt zum Fenster herein und bleibt auf einem der Fensterflügel sitzen.
Ich habe noch viel mehr geträumt, kann mich jedoch nur an diese beiden Bruchstücke erinnern, sowie daran, dass ich im Traum sehr viel in Englisch gesagt und gedacht habe. Einen englischen Satz wollte ich mir eigentlich merken, aber nach dem Aufwachen war er wieder weg. Ich weiß auch gar nicht, ob er wirklich einen Sinn ergeben hätte, obwohl ich ihm im Traum viel Bedeutung zumaß.
Wenn man Ruhe sucht, findet man sie niemals.
(Christine von Schweden)
Nicht nur das Wetter ist nicht mehr normal, auch die Massen von Menschen mitten am Tag, die sich in Bus, in der Post oder auf der Straße drängen. Das ist schlimmer als ich es im tiefsten Berufsverkehr jemals erlebt habe. Meine Kollegin hat letztens ebenfalls gesagt, dass sie findet, in den früheren Sommern war es viel leerer auf den Straßen. Und ich frage mich, aber nicht nur ich, jemand hinter mir im Bus stellte dieselbe Frage - haben die alle nichts zu tun? Die sehen nicht wirklich alle wie Rentner aus. Aber natürlich, ich vergaß, sie beantworten Fragebögen. Oder wird vielleicht schon das Eschaton immanentisiert und ich habe noch nix davon mitgekriegt? Dann dürfte es ja nicht mehr lange dauern....
Also hier in den Blogs kursieren ja schon endlos viele Fragebögen und Stöckchen, aber was da bei Ciao.de los ist, das ist ja echt der Hammer. So viele und vor allem so lange Fragebögen habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Und vor allem werden die auch noch massenhaft beantwortet. Ich frage mich da ernsthaft, woher die Leute diese viele Zeit nehmen. Irgendwas muss ich falsch machen. Oder sollte es inzwischen ein Berufsbild geben, das sich nur mit dem Abfassen und Beantworten von Fragebögen befasst? Habe ich etwas verpasst? Na egal, einen davon habe ich mir für den Blog stibitzt. Aber das bleibt der einzige, versprochen...
01. Welches Buch / welche Bücher liest Du gerade (inkl. Lehr- und Fachbücher)?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Hitlers Tischgespräche" von Henry Picker, die Bedienungsanleitung meines Festplattenrecorders, "Licht-Arbeit" von Barbara Ann Brennan und noch einige andere, die ich zwar angefangen, aber schon längere Zeit nicht mehr angefasst habe.
02. Hast Du außerhalb privaten Interesses viel mit Büchern zu tun?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Seit es Intranet und Internet auf Arbeit gibt, nicht mehr so viel. Die Gesetzeskommentare sind aber auch nicht wirklich interessant.
03. Wie viele Bücher besitzt Du ungefähr?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich vermute, für meine Bücherwurm-Familie viel zu wenig. Aber da ich nur wenig Platz habe, ist das auch gut so. Inzwischen gibt es ja auch E-Bücher und so unbequem sie sich lesen mögen, in manchen Buchkategorien sind sie für kleine Wohnungen ein wahrer Segen. Ohne E-Bücher schätze ich, sind es wohl um die 2000.
04. Wie viele Bücher davon etwa sind
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
80 % sind Sachbücher, 10 % Belletristik, 10 % Bildbände und es gibt außerdem ca. 10 fremdsprachige Bücher.
05. Beschreibe Deinen Lebensraum nur anhand der Anordnung der Bücher dort!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ok. Linkes Regal im Wohnzimmer, fünftes Fach von unten:
Handbuch der Ornamentik, Christliche Ikonographie in Stichworten, Die Heilkraft der Musik, Der Hexenwahn, Die Geschichte Schottlands, Weltgeschichte der Philosophie, Die Werke von Tacitus, Germanische Mythologie, Die schönsten Heldensagen usw. usf.
Linkes Regal im Wohnzimmer, sechstes Fach von oben:
Vom Winde verweht, Scarlett, Sherlock Holmes, Edgar Wallace, Stephen King usw.
06. Woran erkennt man, welches davon Deine Lieblingsbücher sind?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wahrscheinlich gar nicht. Ich habe mir jedoch in einem Regal so eine Art Schatzfach eingerichtet, wo ich Sachbücher, die mir besonders gut gefallen haben und in die ich öfters mal wieder hineinschaue, hineinstelle, damit ich nicht lange danach suchen muss.
07. Gibt es ein besonderes Literaturgenre, das Du sehr schätzt?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Es gibt ein Genre, das ich nicht sehr schätze, und das ist Science Fiction. Ich weiß auch nicht, woher diese Abneigung kommt, vielleicht an dem Mangel von Büchern aus diesem Genre, die mich wirklich zu fesseln vermögen.
08. Welches ist Dein (rein münztechnisch gesehen) wertvollstes Buch?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Also ich hab einige alte Bibeln und Gesangsbüchern, außerdem ein paar wenige kleine Bücher aus dem 19. Jh., ich weiß aber nicht, ob die viel wert sind, aber ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht. Mich interessieren nur die ideellen Werte.
09. Welches ist Dein mit persönlichen Erinnerungen am stärksten angereichertes Buch?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Märchen von H. C. Andersen.
10. Würdest Du von Dir selbst sagen, dass Du Bücher sammelst? Falls ja: nach welchen Kriterien sammelst Du - bestimmte Reihen, Verlage, Editionen, Illustratoren etc.?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht wirklich. Ich mag es nicht, meinen wenigen Platz mit Büchern vollzustellen, die ich doch nie lese oder die nicht viel Inhalt haben, nur um sie zu sammeln. Bei sehr schön gestalteten Buchreihen reizt es mich manchmal aber schon.
11. Welches ist Deine (bzgl. des Druckdatums) älteste Buchausgabe?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die "Histoire de France" von 1894, ganz in Französisch und deshalb nie gelesen. *gg*
12. Von welcher Autorin / welchem Autoren besitzt Du die meisten Bücher?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eigentlich gibt es keine bevorzugten Autoren, von denen ich besonders viel Bücher besitze. Die meisten dürfte ich zur Zeit von Däniken haben, allerdings nur, weil wir so viele davon bei meinem Vater gefunden haben.
13. Und ist das auch Dein/e Lieblingsautor/in?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nö. Siehe oben.
14. Auf einer Skala von 1 bis 10: welche Bedeutung haben Bücher in Deinem Leben?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ganz weit oben, nahe 10..
15. Beschreibe Deine bevorzugte Leseposition bzw. Deinen liebsten Leseplatz!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Also früher habe ich ja bevorzugt im Liegen gelesen, während meiner Schulzeit war das fast wie ein Ritual, dass ich mich sofort nach der Schule auf mein Bett geschmissen und dort gelesen habe. Auch der Sonntagmorgen war meistens dem Lesen im Bett vorbehalten. Und natürlich abends im Bett. Doch seit ich als Erwachsener im Liegen zumindest in meinem normalen Arbeitsalltag fast augenblicklich einschlafe und gerademal einen Satz weit komme, habe ich es mir notgedrungen angewöhnt, im Sessel zu lesen. Jetzt im Sommer lese ich außerdem gerne auf dem Balkon. Dazu quetsche ich mit mit meinem Oberkörper liegend so auf die ein Meter breite Sitzbank, dass mein Kopf auf der Lehne und zwei Kissen zu liegen kommt, während ich die Beine anziehe und entweder schräg herunterbaumeln lasse, an der Wand abstütze oder sonst irgendwie verknote. Das hört sich zwar höchst unbequem an, empfinde ich aber nicht so.
16. Hast Du bestimmte Buch- oder Leserituale?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich lese generell immer erst nochmal den Klappen- und Umschlagtext, bevor ich richtig anfange, sowie vollkommen pedantisch garantiert immer ganz der Reihe nach von vorne bis hinten ohne eine Kleinigkeit auszulassen, selbst wenn es zum Brechen langweilig ist. *gg*
Übrigens, vielleicht interessant, da ich das gerade gelesen habe, die Art Hitlers ein Buch zu lesen:
"Er lese ein Buch immer in der Weise, daß er sich zunächst den Schluß ansehe, dann in der Mitte einige Stellen lese und erst, wenn er dabei einen positiven Eindruck gewonnen habe, das ganze Buch durcharbeite."
17. In welchen Situationen außerhalb der eigenen Wohnung liest Du?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eigentlich nicht sehr gerne. Vor allem nicht in Verkehrsmitteln. In U- und S-Bahn geht es gerade noch so, aber auch nur dann, wenn ich lange fahren muss. Wenn ich die Möglichkeit an meinem Arbeitsplatz habe, gehe ich in der Mittagspause manchmal gerne ins Grüne, um mich dort auf eine Bank zu setzen und zu lesen.
18. Wie viele Bücher hast Du aktuell von irgendwoher ausgeliehen?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Keine.
19. Und wie hältst Du es selbst mit dem Verleihen Deiner Bücher?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gerne. Es nervt mich aber insgeheim, wenn es zu lange dauert, bis ich sie wiederbekomme.
20. Welche(s) Nachschlagewerk(e) sind/ist für Dich besonders unentbehrlich?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Der Duden. Der alte. *gg*
21. Wonach richtest Du Dich bei der Auswahl neuer Lektüre?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das sind oft ganz spontane Inspirationen oder "Zufälle", wie ich an ein Buch komme, oft durch Blogs oder andere Literatur, aber ich grabbel auch gerne mal nach Schnäppchen und lass mich überraschen.
22. Wie gelangst Du an Informationen zu für Dich vielleicht interessanten Büchern?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fast ausschließlich bei Amazon, manchmal auch durch googeln.
23. Welche Kriterien sind Dir beim Buchkauf in Bezug auf die Gestaltung des Buches am wichtigsten (nehmen wir an, es gibt das Buch in diversen Editionen)?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Also eigentlich mag ich ja die sehr schön gestalteten Bücher mit festem Bucheinband, je edler das Papier, die Gestaltung und der Druck um so besser. Aber wegen des geringen Platzes und NICHT wegen des Geldes, greife ich wenn möglich doch auf das Taschenbuch zurück.
24. Welcher Satz darf NICHT auf einem Buchcover stehen, wenn ein Werk für Dich interessant bleiben soll?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Liebevolle Lenkung in Partnerschaften", "Zur Bewältigung scheinbar aussichtsloser Situationen", "Das Leben glücklich gestalten", "Loslassen und glücklich sein" und überhaupt alles, wo die Worte Männer und Frauen darin vorkommen.
Eigentlich bin ich sehr psychologisch interessiert, aber um diese Form der Selbsthilfebücher mache ich in der Regel einen großen Bogen, da ich finde, wenn man einmal eines gelesen hat, hat man alle gelesen.
25. In welchen Sprachen liest Du Bücher?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Deutsch und sehr selten Englisch.
26. An welche Schullektüren erinnerst Du Dich? Hat Dich die Schule für bestimmte Werke oder Autor/innen begeistern können?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich muss gestehen, dass ich mich an viele Bücher, die wir im Untericht gelesen haben, vom Inhalt her nicht wirklich mehr erinnern kann. Über "Effi Briest" musste ich einen Vortrag halten und eine Diskussion leiten. Ich weiß zwar, worum es ging, aber die konkrete Handlung - alles weg. Auch über "Im Morgengrauen ist es noch still" habe ich mal einen Kurzvortrag gehalten, aber frage mich keiner nach der Handlung. Ebenso bei "Mario und der Zauberer" und "Faust". Ich mochte Theodor Storm sehr gerne, dessen Schimmelreiter wir auch im Unterricht gelesen haben, allerdings kannte ich seine Novellen schon vorher, da sie meine Lieblingslektüre zu Hause waren. Und während des Abiturs lasen wir "Hundert Jahre Einsamkeit", das sofort zu einem meiner Lieblingsbücher wurde. Ich mochte als Kind am liebsten regionale Sagen, aus dem Harz, aus Berlin usw., und zum Glück wurden im Unterricht eine ganze Menge davon behandelt.
27. Kommst Du selbst aus einer Vielleserfamilie? Oder waren Bücher bei Euch früher Mangelware? Wann und wie hast Du zum Lesen gefunden?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Oh ja, ich bin zwischen Unmengen von Büchern groß geworden. Mein Vater hatte eine Bibliothek von ca. 40 000 Büchern und er, wie auch meine Mutter, haben sehr viel gelesen. Da es in der DDR eine Zensur gab und man nur beste Literatur zu kaufen bekam, bestand dementsprechend die gesamte Bibliothek aus hochwertigen Büchern. Mein Vater sah es nicht gerne, wenn ich die Bücher anfasste, bzw. nur, wenn er mich dabei im Auge behielt, aber ich tat es natürlich trotzdem und las Storm, Balzac, Fontane, Mörike, Hawthorne, Bechstein, Korczak, Proust, Verne, Gerstäcker, Hamsun, Meyrink, Mann und vieles mehr. Gelesen habe ich so lange ich denken kann, natürlich zuerst Kinderbücher.
28. Haben Orte, an denen sich viele Bücher befinden - Buchhandlungen, Antiquariate, Bibliotheken - einen besonderen Reiz für Dich? Welches ist der schönste "Buch-Ort", den Du kennst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja, schon. Allerdings verjagt mich ein Überangebot schnell, da ich mich davon überfordert fühle. Das war definitiv ein Vorteil der gut sortierten Buchhandlungen in der DDR. *gg*
Der schönste Buchort ist die Bibliothek meines Vaters. Der Reiz des Verbotenen. ;o)
29. Gibt es ein Werk, von dem Du sagen würdest, 'Ohne dieses Buch wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin'?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Also ich kann mich nur wiederholen, aber Storm hat mich schon sehr stark beeinflußt. Ob ich jedoch ein anderer Mensch wäre, wenn ich ihn nicht gelesen hätte, das weiß ich nicht. Und natürlich die Andersen-Märchen, besonders "Die wilden Schwäne". Manchmal frage ich mich, ob sie noch irgendeine ganz verborgene, metaphysische Bedeutung für mich hatten, die ich als Kind unbewußt gespürt habe.
30. Gibt es ein Buch, in dessen Besitz Du auf besonders interessante oder originelle Weise gelangt bist?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Na ja, ich besitze eine uralte Bibliotheksausgabe eines Edgar Wallace-Romans, die ich einmal von meinem Cousin geborgt und nie zurückgegeben habe. *schäm* Aber ob das so originell und interessant ist, wage ich zu bezweifeln.
31. Gibt es eine besonders bemerkenswerte Literaturverfilmung für Dich? Du kannst besonders positive oder auch besonders negative Beispiele nennen - bitte mit Begründung!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Das Geisterhaus", "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", "Der Name der Rose" und "Chronik eines angekündigten Todes" haben mir gut gefallen, weil sie großes Kino sind. Weniger mag ich diese Pilcher- und George-Fernsehverfilmungen. Das liegt aber vielleicht nicht an den Verfilmungen, sondern an den Inhalten.
32. Was schätzt Du, wie viele Gedichte (in beliebiger Sprache - keine Liedtexte!) Du auswendig kennst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich kenne noch nicht mal meine eigenen auswendig. *gg*
Genaugenommen kann vollständig nur ein einziges auswendig, das ich auch heute noch manchmal vor mich hin rezitiere, und das ist "Die Stadt" von Theodor Storm.
33. Welches ist Deine allerfrüheste Leseerinnerung?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Andersen-Märchen.
34. Vervollständige den Satz: "Lesen ist für mich"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
wie Atmen
35. Gibt es irgendeine Stelle in einem Buch, die Dich schlichtweg immer wieder zum Heulen bringt (und sei es, weil sie so schön ist)?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja, das Ende der kleinen Seejungfrau.
36. Gibt es ein Buch, das Du eigentlich magst, an dem Du jedoch - wenn Du dürftest - auch die eine und andere Stelle ändern würdest?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Vielleicht.
37. Gibt es ein Buch, das Du mit sehr großen Erwartungen zu lesen begonnen hast, um dann davon richtig enttäuscht zu sein?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Sehr wahrscheinlich. Aber sowas vergesse ich wieder.
38. Gibt es Literatur, die Du am liebsten verbieten würdest?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Meinetwegen mag jeder lesen, was er will. Wenn ich allerdings sehe, wie einige Idioten den Inhalt mancher Bücher entstellen und verdrehen, hätte ich schon manchmal Lust dazu.
39. Gibt es eine/n Schriftsteller/in, dessen/deren Werke Dir so richtig von Herzen zuwider sind?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht dass ich wüsste. Ich lamentiere zwar gerne über Proust, aber dass mir eine Werke absolut zuwider sind, kann ich nicht behaupten.
40. Gibt es eine/n Deiner Leseerfahrung nach völlig überbewertete/n Vertreter/in der Weltliteratur? Bitte mit Begründung!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Also ich persönlich halte ja Goethe für unglaublich überbewertet, zumindest im Vergleich zu anderen Größen der Weltliteratur. Ich kann bei ihm zwar ein großes rationales Intellekt erkennen, jedoch wenig kreatives Gespür. Aber wahrscheinlich darf ich das nicht laut sagen. *gg*
41. Achtest Du jemals auf Übersetzer- und Illustratorennamen? Falls ja: kannst Du aus beiden Bereichen jemanden nennen, der Deiner Meinung nach besonders gute Arbeit leistet?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nein.
42. Nenne das überflüssigste (leider dennoch reale) Buch, das Dir gerade einfällt!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Es gibt so viele überflüssige Bücher! Doch so lange sie nur für mich überflüssig sind, sind sie es ja vielleicht noch nicht für andere.
43. Hast Du ein Buch, das Du besonders gerne verschenkst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nein.
44. Nenne einen Deiner Ansicht nach besonders gelungenen ersten Satz (es muss kein Lieblingsbuch sein) eines Buches!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Erste Sätze interessieren mich nur sekundär, deshalb merke ich sie mir auch nicht. Aber "Illuminatus" ist immer gut:
"Es war in jenem Jahr, in dem man schließlich das Eschaton immanentisieren wollte, was etwa soviel heißt, wie den Weltuntergang heraufbeschwören."
45. Ein Verlag beauftragt Dich, ein schönes Buch für die nächste Herbstedition auszuwählen - vielleicht ein Buch, das seit Jahrzehnten vergriffen ist oder eines, das nur als Taschenbuch existiert und Deiner Meinung nach eine schönere Ausgabe verdient hätte. Welches Werk würdest Du wählen?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eine Gesamtausgabe der Werke von Jens P. Jacobsen, die ich noch nie gelesen habe, von welchen Rilke aber so viel hielt. Leider gibt es aber außer "Niels Lyhne" nichts davon aktuell im Buchhandel.
46. Gibt oder gab es ein Buch, bei dem es Dir besonders am Herzen liegt / lag, das Deine Lebensgefährtin / Dein Partner es ebenfalls mag?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nein.
47. Gibt es eine Autorin, die / einen Autoren, den Du gerne einmal persönlich treffen würdest (auch bereits verstorbene Autoren oder solche, mit denen Du eigentlich sprachbedingt gar nicht reden könntest, dürfen genannt werden - wir wollen ja nicht feilschen)?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Rilke
48. Gibt es eine literarische Figur, der zu begegnen für Dich reizvoll wäre?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Sherlock Holmes
49. Gibt es einen fiktiven Ort, den Du gerne einmal bereisen würdest?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nö. Es gibt nur reale. Aber als Kind habe ich davon geträumt, auch einmal bei den schwarzen Steinen das Zauberland von A. Wolkow zu betreten und dort viele Abenteuer zu erleben.
50. Welches ist das lustigste Buch, das Du kennst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Illuminatus".
51. Über welches Buch hast Du zuletzt so richtig lebhaft (und evtl. kontrovers) diskutiert?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"
52. Gibt es völlig zerfledderte, zerlesene und demolierte Bücher bei Dir, von denen Du Dich aber trotzdem nicht trennst? Begründe!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja. Der Edgar-Wallace-Roman. Weil es nicht mein Buch ist. *gg*
53. Auf welches - von Dir noch nicht besessene oder noch gar nicht erschienene - Buch freust Du Dich derzeit am meisten?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich freue mich erstmal auf die Bücher, die ich schon besitze, aber noch nicht gelesen habe. Und da wechselt es immer nach Lust und Stimmung, worauf ich mich am meisten freue.
54. Fällt Dir ein (unfreiwillig) besonders witziger oder missratener Buchtitel ein?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Die Glut der Leidenschaft"
55. Und gibt es ein Buch, das vermutlich nie existieren wird, dessen Erscheinen Du jedoch sehr begrüßen würdest?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja. Ein Bestsellerroman von mir. *ggg*
56. Gibt es etwas, das in einem Buch, das Du liest, besser NICHT vorkommen sollte?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Kann ich pauschal nicht sagen. Allerdings mag ich es nicht, wenn mich zu drastische Sexszenen vom eigentlichen Inhalt ablenken.
57. Gibt es einzelne Sätze oder Ausdrücke aus Büchern, die Du aus irgendeinem Grunde nach Jahren noch erinnerst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Die arme, kleine Elisa stand in der Stube des Landmannes und spielte mit einem grünen Blatt; anderes Spielzeug hatte sie nicht. Und sie stach ein Loch in das Blatt, sah hindurch und gegen die Sonne empor, und da war es, als sähe sie ihrer Brüder klare Augen." aus "Die wilden Schwäne"
58. Gibt es ein Werk, das Du seit Jahren immer wieder in Angriff nimmst, aber immer wieder daran scheiterst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Bibel.
59. Welches ist das verrückteste oder seltsamste Buch, das Du kennst?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
James Joyce, "Ulysses"
60. Gehst Du gern zu Literaturveranstaltungen (von der Buchmesse bis zum Poetry Slam)? Wenn ja, welche - und was gefällt Dir daran?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nein.
61. Du lernst jemand Nettes kennen, der von sich sagt, "überhaupt nicht zu lesen". Wie reagierst Du?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Überrascht.
62. Gibt es ein Buch, 'das man gelesen haben muss'?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Fibel.
63. Es gibt Fernsehen, Internet, DVD´s, Kino … hat das Medium Buch nicht allmählich ausgedient?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nein. Filme sind zwar auch ganz nett, aber Bücher sprechen andere Gehirnzentren an. ;o)
64. Ein Sprichwort sagt "Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt." - Wie findest Du diesen Satz?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Sehr schön und so wahr.
65. Schreibst Du selbst? Hast Du evtl. sogar schon Bücher (oder in Büchern) veröffentlicht?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja. Ja.
66. Zerstören Buchverfilmungen die Phantasie?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Manchmal vielleicht.
67. Was ist Deiner Ansicht nach eigentlich Sinn und Zweck des Lesens - Unterhaltung, Bildung, Ablenkung, …?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Hauptsächlich für mich Bildung. Erst danach kommt Unterhaltung.
68. Was hältst Du davon, Klassiker stilistisch aufzupeppen, um sie jüngerem Publikum zugänglicher zu machen?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht mein Fall.
69. Du betrittst erstmals eine fremde Wohnung. Wie lange dauert es, bis man Dich mit schräggelegtem Kopf vor dem Bücherregal im Wohnzimmer findet?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Augenblicklich. ;o)
70. Welches Buch würdest Du heute, jetzt, ganz spontan, den Dir völlig unbekannten Leser/innen Deines Fragebogens empfehlen? Und warum dieses?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich finde, dass Storm viel zu wenig gelesen wird. Vor allem die Novellen sind sehr zu empfehlen.
Construct time again
Bäuche im Düsterfeeling
Grenoble und Paris
Hilton in Garbadge
just to laber
Endlich mal wieder ein kleines Filmschätzchen nach meinem Geschmack. Düster und schrill zugleich, mit mystschen Elementen und - skurril. Natürlich skurril, denn die habe ich ja für mich abonniert. Der gesamte Film spielt in den Tunneln der Budapester Untergrundbahn. Bulcsu führt das bedauernswerte Leben eines erfolglosen Fahrkartenkontrolleurs, der allerhand Gemeinheiten der Passagiere über sich ergehen lassen muss und von diesen nicht für voll gehalten wird. Doch er arbeitet nicht nur in der U-Bahn, sondern lebt auch dort und hat schon seit Ewigkeiten nicht mehr das Tageslicht gesehen. Außerdem treibt in den Schächten aber auch ein mysteriöser Kapuzenmann sein Unwesen, der arglose Fahrgäste vor U-Bahn-Züge stößt und dabei die Überwachungskameras geschickt umgeht. Bulcsu lernt eines Tages die Tochter eines der U-Bahn-Fahrer kennen, die stets ein Teddybärenkostüm trägt, und verliebt sich in sie. Und er ist regelmäßig auf der Jagd nach einem jungen notorischen Schwarzfahrer, der die Kontrolleure immer wieder an der Nase herumführt. Als er ihn mal wieder verfolgt, wird dieser plötzlich von dem schwarzen Kapuzenmann vor die U-Bahn gestoßen. Da der Kapuzenmann auf den Kameras nicht zu sehen ist, wird nun Bulcsu als U-Bahn-Schubser beschuldigt. Dann begegnet ihm der Kapuzenmann in einer seiner Visionen erneut, er folgt ihm und bringt ihn schließlich zur Strecke - wie wird nicht verraten.
Man begegnet in dem Film diversen merkwürdigen Personen, was den Film fast mehr zu einer schwarzen Komödie macht, als zu einem Thriller. Während zum Beispiel die matschigen Überreste und Organe eines der "Selbstmordopfer" in einer Plastiktüte zusammengesammelt werden, unterhalten sie sich über die beste Art, einen Gulasch zuzubereiten. Trotzdem ist es kein Splatter oder Shocker. Alles gut verträglich.
Ein bißchen erinnert der Film in seinen skurrilen Gestalten und mit seinem Humor an Twin Peaks und in den Eulen meine ich sogar regelrechte Anspielungen auf Twin Peaks zu sehen. Aber vielleicht bin ich auch so Twin Peaks-infiziert, dass ich den Wald vor lauter Eulen nicht mehr sehe.
Das Berichte schreiben auf
http://www.ciao.de stellt einen wirklich vor unerwartete Herausforderungen. Die Herausforderung ist nicht das Schreiben an sich, sondern dieser nette Bewertungskatalog mit vorgegebenen Antworten, der sich am Ende eines jeden Berichtes befindet und ausgefüllt werden muss. Wenn ich über mein neues Bett schreibe, werde ich da zum Beispiel gefragt, was ich von den Treibern meines Bettes halte. Hm, brauche ich etwa Treiber für mein Bett? Als Antwort steht zur Auswahl: nichts als Systemabstürze, konfliktträchtig, ausreichend, stabil und ideal.
Nun, ich hoffe nicht, dass mein neues Bett konfliktträchtig ist und auch Systemabstürze hoffe ich nicht in ihm zu erleben. Ich entscheide mich für stabil, denn das ist es wirklich, wenn ich auch noch immer nicht weiß, welche Treiber mein Bett braucht.
Ich muss aus meinem Zimmer im Pfarrhaus ausziehen, habe jedoch noch keine Wohnung. Aus diesem Grund ziehe ich wieder zu meinen Eltern, die mir extra ihr größtes Zimmer freigemacht haben. Das Zimmer ist düster, vollgestellt und hat an den Wänden ganz genau so eine schäbige Blumentapete, wie ich sie mir gestern abend beim Schreiben vorgestellt habe. Meine Sachen habe ich inzwischen zu meinen Eltern gebracht, doch dann fällt mir ein, dass doch noch einige Sachen im alten Zimmer liegen müssen. Habe ich den Schlüssel etwa schon abgegeben? Oder sind die Sachen vielleicht schon weg? Einige Zeit ist ja bereits vergangen. Ich mache mir Gedanken darüber, dass ich anscheinend kein Zuhause habe. Denn das Wohnen bei meinen Eltern empfinde ich nicht so. Meine Gedankengänge gehen in astrologische Überlegungen über. Wenn ich jetzt kein Zuhause habe, dann habe ich diesen Part hinter mir und abgehakt, danach wird es wieder besser. Mir fallen die großen Fenster im gegenüberliegenden Haus auf. Genaugenommen besteht die gesamte Front aus Glas. Ein sehr hübsche junge und blonde Frau geht direkt am Fenster nackt zu ihrem Kleiderschrank, um sich umzuziehen. Sie zieht nur eine Nylonstrumpfhose an und verschwindet wieder. Sie muss wissen, dass sie von gegenüber bei eingeschaltetem Licht zu sehen ist, doch es scheint sie nicht zu stören. Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass sie es darauf anlegt. Die traut sich ja was! Eine Etage tiefer ist jetzt auch ein nackter älterer Mann mit Bierbauch am Fenster zu sehen. Das kann ja heiter werden!
In der nächsten Traumfrequenz sitze ich mit anderen in einem Kellerloch. Wir versuchen über eine Leiter und einem winzigen hohen Fenster nach draußen zu sehen und auch nach draußen zu kommen. Auf der anderen Seite des Fensters geht es endlos in die Tiefe, es scheint eine Hochhausfront zu sein. Ich will es trotzdem versuchen irgendwie herauszukommen, aber die Leiter verschiebt sich immer, so dass ich nicht dort heranreiche, wo ich mich richtig festhalten könnte.
Prachtvoll ist die Zeitung "Das Reich". Im Frieden müssen wir noch eine dem "Reich" entsprechende Sonntagszeitung für das Land bekommen. Sie erscheint am Samstag und liegt den Bauern am Sonntag vor. Sie soll viel Bildwerk enthalten, so gesetzt sein, daß sie leicht zu lesen ist, und auch einen Roman bringen, damit die Dirndln was davon haben.
(Hr. H. am 22.2.1942, Wolfsschanze aus den Tischgesprächen von Picker)
Woran erinnert mich das bloß?
Während der Dienstzeit meines Vaters als Pfarrer gehörte über einige Jahre hinweg zu seinen Aufgaben die Leitung eines Männer-Bibelkreises, von uns kurz "Männerkreis" genannt. Zu diesem Männerkreis gehörten, abgesehen von meinem Vater, ca. zehn Männer im Alter ab 70. Ich weiß nicht mehr genau, wie oft dieser Bibelkreis stattfand, ich vermute, es war einmal im Monat, aber wenn er stattfand, dann, bis auf einige Ausnahmen wie Weihnachtsfeiern, in unserer Wohnung. Ich als Kind hatte bei dem Männerkreis natürlich nichts zu suchen, aber da ich ebenfalls in der Wohnung wohnte, blieb es nicht aus, dass ich die alten Herrschaften ab und zu begrüßen musste und einige Male durfte ich auch zu besonderen Anlässen, wie sie z.B. eine Feuerzangenbowle darstellte, bei der Zusammenkunft teilnehmen. Eigentlich war ich darauf nicht wirklich sehr erpicht, aber die Feuerzangenbowle wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal diese doch höchst selten bei uns auf den Tisch kam. Genaugenommen kann ich mich nur an zwei bis drei Male erinnern. Überhaupt hatte ich mit alten Männern nicht viel am Hut, trotzdem wurde ich regelmäßig genötigt, bunte Weihnachtskarten aus Servietten für sie zu basteln, immerhin wurde ich durch diverse zugesteckte Tafeln West-Schokolade dafür entschädigt. Der Männerkreis bestand aus einem harten Kern, der regelmäßig teilnahm, und einigen, die nur sporadisch vorbeischauten und an die ich mich deshalb nicht mehr erinnern kann. Der harte Kern bestand zuerst aus dem "Leitwolf", der gleichzeitig der Jüngste war und noch dazu ein Clown - also kein echter Clown, aber eben immer zu Scherzen aufgelegt. Sein Sohn, ungefähr gleichaltrig mit mir und in meine Christenlehregruppe gehend, war ganz sein Vater und "Klassenkaspar". Heute ist er übrigens Konditor. Desweiteren gehörte zum harten Kern ein älterer Herr, der in seiner Wohnung wertvolles chinesisches Porzellan sammelte. Mein Vater nahm mich einmal zu einem Hausbesuch mit, außer Unmengen chinesischen Vasen gab es dort einen Porzellanchinesen gegenüber der Eingangstür, der mit dem Kopf nicken konnte, wenn man ihn anstubste. Es gibt ein Märchen von Andersen, das mich immer an diesen Porzellanchinesen erinnert, nämlich
"Die Hirtin und der Schornsteinfeger".
Diese beiden Herren sind mir am stärksten in Erinnerung geblieben und ich kenne noch ihre Namen.
Der Bibelkreis war keineswegs so fromm, wie er sich anhört. Zwar wurden anfangs einige Bibelstellen und -sprüche vorgelesen, doch mit fortgeschrittenem Abend wurde es dann lustiger, es wurden Witze gerissen, geplaudert, Cocktails geschlürft, die mein Vater ab und zu mixte, oder es gab halt sogar mal eine Feuerzangenbowle. Irgendwann begann das Ende dieses Männerkreises. Es begann mit dem Abend, als einer der alten Herren schon krank bei uns ankam. Er klagte darüber, dass ihm nicht gut sei, auf der Couch sitzend übergab er sich und als schließlich der Notarzt kam und ihn abholte, verstarb er auf dem Weg ins Krankenhaus. Meine Eltern wunderten sich, dass er sich noch bis zu uns geschleppt hatte, denn es muss ihm vorher bereits nicht sehr gut gegangen sein. Natürlich habe ich davon nur aus ihren Erzählungen erfahren, denn ich lag zu dieser Zeit schon im Bett. Da mein Zimmer jedoch genau gegenüber der Wohnungstür lag, konnte ich an diesem Abend lange nicht einschlafen, weil es ständig klingelte, viele fremde Stimmen zu hören waren und es ein dauerndes Hin und Her zwischen Wohnzimmer und Eingangstür gab. Jetzt waren es nur noch neun. Der nächste war der alte Herr mit dem Porzellanchinesen. Er erhängte sich am Fensterkreuz seiner Wohnung. Meist hielt mein Vater auch die Beerdigung der Verblichenen ab, doch irgendwann gab es mehr Beerdigungen als Männerkreise. In dieser Weise ging es weiter, bis nur noch zwei übrig waren und der Männerkreis aufgelöst wurde. Immer mal wieder denke ich an die Zeit der alten Männer zurück.
Wenn ich es mir überlege, gab es in meinem Leben nur einen alten Mann, den ich wirklich sympathisch fand und das war mein Großvater väterlicherseits. Ich weiß nicht, warum ich ihn sympathisch fand, denn eigentlich hat er nie mit mir gesprochen, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Dies lag zum einen wohl daran, dass ich spät geboren wurde und er früh starb, so dass dazwischen nur dreizehn Jahre lagen, in denen man sich aber nur alle zwei Jahre sah, da es weder meinen Großeltern, noch meinem Vater leichtfiel zu reisen, zum anderen hatte ich aber bereits in meinen ersten Erinnerungen an meinen Großvater den Eindruck, als hätte er eine gewisse Scheu vor mir, obwohl er selbst drei Kinder großgezogen hatte. Ich sehe ihn noch stumm auf dem Sofa in ihrer kleinen Stube sitzen, während ich mich auf dem Teppich mit der Spielkiste beschäftigte. Und auch als ich zwischen meinen Großeltern im großen Ehebett schlief, kann ich mich nicht erinnern, dass er etwas zu mir gesagt hätte. Nur dass er sehr kalte Füße hatte, worauf mich meine Großmutter lachend hinwies. Vielleicht war er ja schüchtern oder er interessierte sich nicht für Kinder. Oder vielleicht war es auch mein Neptun auf seiner Sonne und seinem Merkur, der mich für ihn nicht fassbar machte. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass er mich nicht mochte. Da ich als Kind ebenfalls sehr schüchtern war und nie fremde Erwachsene von alleine ansprach - fremd waren für mich fast alle außer meine Eltern - , kamen wir nie zusammen. Und trotzdem, selbst heute finde ich ihn auf Fotos noch sehr sympathisch und auf manchen von ihnen sehe ich außerdem eine andere, ausgelassene Seite an ihm, die ich nie persönlich kennengelernt habe. Ich berichtete bereits einmal, dass mein Großvater Gedichte geschrieben hat, zumindest bis zu seiner Heirat. Danach ist ihm das Dichten anscheinend vergangen. Mein Vater hat mir einmal das Heft mit seinen Gedichten gegeben und vor allem dieses eine, das im Refrain immer lautet: "Mein Mädchen hört ich singen", womit wahrscheinlich meine Großmutter gemeint ist, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Auch mein Vater hat früher Gedichte geschrieben, zumindest behauptet er dies, ich habe aber noch nie eines von ihm gelesen. Irgendwie scheine ich die väterliche Linie meiner Familie weiterzuführen, während mein Bruder ganz nach der mütterlichen und weiblichen Seite kommt. So kann es gehen.
zugeschaut, wie eine Spinne ihr Opfer, einen kleinen Käfer, zugesponnen und gut verpackt mit den Hinterbeinen in ihre Vorratskammer unter meinem Balkonbalustradenabdeckblech (was für ein Wort) geschleift hat. Dem war nicht mehr zu helfen. Und wer weiß, was da noch alles gut versponnen hängt....
Ich bin wieder an der Fachhochschule in einem Seminar. Die Dozentin meine ich zu kennen, jedoch fällt mir der Name nicht mehr ein. Sie versucht redlich, uns irgendwas zu vermitteln, jedoch macht fast der ganze Seminarraum Seins. Es ist furchtbar laut, weil alle durcheinander quatschen und keiner zuhört. Der Liebling der Seminarleiterin ist deshalb ein braunhaariges Mädchen, das außen allein an einer Bank sitzt. Anscheinend ist sie die einzige, die bei dem Seminar noch mitmacht. Allerdings scheint sie auch nicht viel Spaß dabei zu haben. Mein Kollege M. ist ebenfalls in dem Seminar. Als er mich sieht, sagt er meinen Namen und umarmt mich kurz. Wir gehen nun zu Mittagspause hinaus in die Kantine. Seltsamerweise trägt er im Traum einen langen Mantel und einen Ohrring. Auch ich trage einen langen braunen Mantel, was für mich gar nicht üblich ist. Nach der Kantine möchte ich die Fachhochschule verlassen, gehe dazu lange Treppen hinunter, die keine Stufen haben, sondern nur Fahrrampen, aber kurz vor dem Ausgang fällt mir ein, dass ich meinen Mantel irgendwo habe liegenlassen. Es ist kalt draußen, deshalb möchte ich nicht so gehen. Ich kehre also um und beginne meinen Mantel und auch meine Tasche zu suchen. Zwischendurch verwandelt sich die Fachhochschule in eine Art Krankenhaus und ich liege dort auf dem Gang und schaue in einen Spiegel an der Wand. Plötzlich höre ich laut diesen Song von Rammstein:
Man sieht ihn um die Kirche schleichen
seit einem Jahr ist er allein
die Trauer nahm ihm alle Sinne
schläft jede Nacht bei ihrem Stein
Dort bei den Glocken schläft ein Stein
ich alleine kann ihn lesen
und auf dem Zaun der rote Hahn
ist seinerzeit dein Herz gewesen
Die Furcht auf diesen Zaun gespießt
geh ich nun graben jede Nacht
zu sehen was noch übrig ist
von dem Gesicht das mir gelacht
Gleichzeitig sehe ich im Spiegel eine ganz in Schwarz gekleidete Gestalt zu mir herüberkommen. Erst ist die Situation beklemmend und angsteinflößend, da ich nicht weiß, wer das ist und was sie von mir will. Doch dann löst sich alles in Wohlgefallen auf, als mir einfällt, dass diesen Song "Die Ärzte" singen (was natürlich nicht stimmt) und die schwarzgekleidete Gestalt Bela B. von den Ärzten ist. Als er nähergekommen ist, plaudert er dann auch nur ganz locker und ich mache mich weiter auf die Suche nach meinem Mantel und meiner Tasche, welche mich noch in alle möglichen und unmöglichen Winkel führte.
Mantel
Psychologisch:
Je nach der Persönlichkeit des Träumenden ist der Mantel ein Traumsymbol für den Schutz, aber auch für die Verhüllung. Aber auch auf die Schutzbedürftigkeit von dem Träumenden bekannten Personen kann durch dieses Bild hingewiesen werden. Etwas wird verhüllt - ein Geheimnis, das man sich nicht entreißen lassen möchte, die Liebe, die man sich bewahren will. Zieht man sich einen neuen Mantel an, wird man nach außen hin glänzen und viel Verständnis für sich finden können. Ein zu weiter oder zu kurzer Mantel deutet an, daß man zwar den guten Willen hat, ein Geheimnis für sich zu behalten, daß es uns aber irgendwann einmal entfleuchen könnte. Wer sich selbst oder einen anderen mit einem Mantel zudeckt, möchte im Wachleben über irgend etwas den Mantel des Schweigens breiten. Spirituell: Der Mantel ist Sinnbild des Schutzes.
Volkstümlich:
(arab. ) : Dünkt es einen, er habe seinen Mantel verloren, wird er seines Reichtums verlustig gehen, in Not geraten und seine Macht verlieren, jemanden mit einem Mantel verhüllt sehen: Verstellung.
(europ.) : verlieren: Betrübnis und Not; man muß sein Glück zurückerobern, nachdem man bei Spekulationen zu gutgläubig war; - jemanden fest darin eingehüllt sehen: es besteht die Gefahr, durch Unaufrichtigkeit hintergangen oder geschädigt zu werden; auch Ankündigung eines Geheimnisses;
die Späher von den oberen Plätzen verziehen sich jetzt langsam in ihre Betten, äh Nester. Endlich bin ich ungestört und unbeobachtet. Hoffe ich doch.
wirklich seinen Namen verdient. Absolut super!
vom 25.6.2007 bis 1.7.2007:
Ihre Seele wächst
Die aktuell laufenden Sterne verunsichern Sie. Aber: Sie lernen viel! Es passieren Dinge und Vorfälle in dieser Woche, die Sie irgendwie aus dem Konzept bringen, die Ihnen klar machen, dass man sich auf nichts und niemanden verlassen kann. Es werden zwar keine dramatischen Dinge passieren, keine Angst, aber die Energien reichen doch aus, um Sie gehörig aus der Bahn zu werfen, Sie kräftig zu verunsichern, Sie ins Wanken zu bringen. Zum Teil läuft es in der Arbeit nicht so rund, häufen sich die Probleme, andererseits aber kommt es auch auf der privaten Ebene zu einer gehörigen Verunsicherung.
Saturn und Neptun wirken in den ersten Tagen der Woche. Die Wirkung der beiden Planeten könnte unterschiedlicher nicht sein. Saturn ist konkret und Neptun löst genau das auf. Sie verlieren den Überblick und auch den Glauben an eine Sache. Sie werden so richtig verunsichert. Ende der Woche verbindet sich dann Neptun, der Bösewicht in diesem Fall, mit Venus in Ihrem Zeichen. Dann schwappt diese Verunsicherung auch auf Ihr Privatleben über. Gehen Sie also eher von einer schwierigen Woche aus!
Im übrigen tragen Saturn und Neptun ihr Gefecht auch noch genau auf meinem Mars aus. Kein Wunder, dass ich mich seit Wochen wie ein schlaffer Sack fühle, mein Energie- und Kraftlevel irgendwo am Nullpunkt hängt, was die kleinsten Handlungen zu einer Herausforderung macht und ich nicht zuletzt meine Zukunft rabenschwarz sehe, manchmal sogar gar keine mehr. Saturn begleitet mich ja nun seit über einem Jahr, was bisher noch recht glimpflich von statten ging, bis auf die Sache mit meinem Vater, schweißtreibenden Renovierungsarbeiten, bei denen er mich aber sehr gut mit Konzentration und Ausdauer unterstützt hat, und unzähligen kleineren Ärgernissen. Aber die letzten drei Monate scheint er im Verein mit Neptun die Zügel noch einmal anzuziehen.
Gerade fällt mir eine astrologische Entsprechung zu meinem heutigen Traum auf, nämlich der Feuersalamander als Symbol für Feuer=Mars und der Totenkopf auf ihm als Symbol für Saturn.
scheint bei Vögeln sehr viel beliebter zu sein als Sesam. Wenn ich Sesambrösel ins Futterhäuschen tue, holen sie sich das Futter noch relativ gesittet und gemächlich. Sobald ich aber Mohnbrösel nehme, wirkt es, als würden sie sich am Futterhäuschen gegenseitig die Augen aushacken, zumindest hört es sich so an. Wahrscheinlich mögen sie den Opiumrausch.
Witzig ist auch, dass sie anscheinend Menschen an ihren Gesichtern erkennen, meine letzten Versuche lassen mich zu diesem Schluß kommen. Liege ich nämlich auf meiner Bank und halte ein Buch vor mein Gesicht, scheinen sie mich gar nicht zu bemerken, kommen angeflogen und lassen sich nur einen Meter entfernt am Häuschen nieder ohne sich stören zu lassen. Liege ich jedoch mit unbedecktem Gesicht auf der Bank, kommen sie zwar angeflogen, schlagen jedoch kurz vor dem Futterhäuschen einen panischen Haken in der Luft, um wild flatternd zu verschwinden. Aber vielleicht liegts ja auch nur daran, dass mein Gesicht so grauslich ist. *gg*
Außerdem habe ich festgestellt, dass die Berliner Spatzen nicht nur Kuchen aus Zimmern klauen, sondern noch ganz andere Tricks draufhaben. Setzt man sich irgendwo auf eine Bank, kommt sicherlich recht bald ein Rudel Spatzen angeflogen, welche sich rund um die Bank niederlassen, diese umzingeln und betont geschäftig auf dem Boden herumpicken. Nur ein einziger pickt nicht, sondern bleibt still sitzen, schaut nach oben und tschiept ohrenbetäubend und unaufhörlich. Hilft dieses Betteln nichts, dann fliegen die anderen fort und nur der Schreihals bleibt immer noch still sitzen, lässt seine Flügel hängen und tschiept noch kläglicher, so dass man glauben muss, er sei verletzt oder krank, vollkommen verlassen und kurz vor dem Hungertod. Hilft das aber immer noch nichts und hat er endlich die Schnauze voll von seinem Theaterspiel, sieht man ihn munter davonflattern und sich zu seinen anderen Komplizen gesellen. Ich frage mich, von wem sich die Spatzen dieses Verhalten wohl abgeschaut haben....
Nicht Twin Peaks ist es, das mich heut erheitert,
denn der große Coopaccio hat geendet
in des Bösen dunkler Nacht, vollbracht ist es,
so hielt ich es mit den lieblich Folgen
die hier "Das Model und der Schnüffler" heißen.
Gleich vier an der Zahl tat ich mir an, o weh,
unschwer ist's zu sehen, was es hat getan,
zu sehen meinen Lieblings-Willis reimen
in shakespearlicher Manier, Lieblingsfolge,
mich deucht, ich tät besser es zu lassen,
nur eines will ich gerne noch erwähnen,
traf ich doch alte Bekannte wieder -
der Hotelchef aus Twin Peaks killte auch hier.
Spät ist es, deshalb verlasse ich nun
das tolle reimende Detektivbüro
und bis zum nächsten Male wünsche ich
eine gute Nacht allen dort und hier.
Es ist Krieg und ich sitze mit vielen anderen zusammen tief geduckt in irgendwelchen Gräben. Seltsamerweise finden die Kämpfe nicht mit Waffen, sondern mit Papier statt. Wir haben beschriebene oder bedruckte Papierfetzen in der Hand, aus denen wir einzelne Stellen vorlesen. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie ein Krieg geführt werden kann, in dem Massen an eine Front drängen, vollkommen abgeschottet, chaotisch und getrennt von ihrem einstigen Leben, wie das funktionieren soll. Dies sage ich auch meinem Kollegen L., der neben mir kriecht, und dieser antwortet: "Warts nur ab!". Anscheinend hat er schon etwas mehr Erfahrung. Ich kämpfe also an der Papierfront und tatsächlich, auf einmal beginne ich innere Zusammenhänge und Strukturen zu erkennen, und vor allem begreife ich fast körperlich die ungemeine Wichtigkeit des "Hinterlandes". Ohne die Personen, die hinter einem, zu einem stehen, Menschen die einen mit ihrer Liebe oder auch nur mit ihrem da sein unterstützen, mit dem Wissen darum, dass es sie gibt, wäre so ein Kampf nicht möglich. Sie geben die Kraft, die Ausdauer, das Wissen und die Ideen für die Menschen an der Front, ohne sie würde der Kampf an der Front nicht funktionieren. Aber mit ihnen lichtet sich das Frontchaos und wird klar und einfach.
In der nächsten Traumsequenz lese ich irgendwelches geschichtliches Material.Vielleicht in einem Seminar? Ein Probe-Seminar? Anders als bei dem
Philosophieseminar bin ich total begeistert, von dem was ich lese, da es so unglaublich spannend und interessant ist. Ich überlege sogar im Traum, nochmal ein Studium der Geschichte zu beginnen - warum, eigentlich nicht? -, allerdings habe ich Bedenken dahingehend, dass ich durch ein Studium der Geschichte meine Offenheit für unkonventionelle Theorien und Denkweisen verliere und akademisch starr werde. Ob man die Gefahr bannen kann, wenn man sich ihrer bewußt bleibt?