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Freitag, 13. Juli 2007

Männliche Feueralarm-Handtaschen-Alpträume

Gestern habe ich meinem Kollegen erzählt, dass ich am Montag, während des Feueralarms, nochmals zurück in das Haus gegangen bin, um meine Tasche zu holen. Er selbst hatte seinen Rucksack nicht mitgenommen und musste deshalb so lange warten, bis er wieder auf das Gelände durfte. Er hatte sich schon gewundert, warum ich zweimal aus dem Haus gekommen bin und meinte dann so: "Typisch Frauen! Die rennen sogar noch in das brennende Haus, um ihre Handtasche zu retten." Ich erklärte ihm, dass ich ja zu dem Zeitpunkt schon wußte, dass es nur eine Bombe war und kein Feuer, und dass es eher unwahrscheinlich sei, dass eine Bombe, die nicht direkt beim Fund explodiert ist, dies ausgerechnet während der Absperrmaßnahmen macht.
Irgendwie muss ihn das wohl sehr beschäftigt haben, denn letzte Nacht hatte er einen Traum, den er mir heute erzählte und über den ich Tränen gelacht habe. Er träumte, es sei wieder Feueralarm, er steht draußen und versucht erneut in das Haus zu kommen, um seine Tasche zu holen. Irgendwie findet er keinen richtigen Weg und versucht über einen Zaun zu steigen, wobei er aber mit dem Bauch quer über dem Zaun hängenbleibt. So hängt er also auf dem Zaun rum, da kommt Polizei vorbei und er denkt bei sich, er müsse sich jetzt ganz unauffällig verhalten, damit ihn die Polizei nicht bemerkt. Also bleibt er völlig unauffällig auf dem Zaun hängen und versucht sich möglichst nicht zu bewegen. Und wenn er nicht aufgewacht ist, so hängt er immer noch.
Der Traum zeigt den feinen Unterschied zwischen Männern und Frauen:
Frauen rennen in das brennende Haus zurück und retten ihre Handtasche, ohne später den kleinsten Alptraum zu haben, und Männer tun es nicht, sondern träumen nur davon, schaffen es aber nicht einmal dann. *lol*

Donnerstag, 12. Juli 2007

Freitag der 13. wurde vorverlegt,

nämlich auf heute, denn ich habe heute erfahren, dass ich bereits ab nächste Woche in die andere Gruppe soll. Nun war das zwar von Anfang an so angedacht gewesen, dass ich dort, wo ich jetzt bin, nur eingearbeitet werde, aber nach allem, was ich über die andere Gruppe gehört habe, bin ich nicht wirklich scharf dort hinzukommen. Die Gruppenleiterin meiner jetzigen Gruppe wollte versuchen, dass ich bleiben und schon einige Akten einer ausgefallenen Kollegin übernehmen kann, aber als die andere Gruppenleiterin gemerkt hat, dass man mir schon Akten übergeben und mich behalten will, ist sie plötzlich aufgewacht und will mich nun doch haben, nachdem sie mich vorher nie wollte, wenn wegen mir angefragt wurde. Nicht nur ich bin bedient, sondern auch mein Kollege, er meinte, Fr. G. hat bei ihm verschissen, denn er wollte gerne, dass ich bleibe, obwohl ihm klar gewesen sein muss, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich weg bin.
Mir dagegen ist mehr oder weniger schlecht, weil ich dauernd höre, wie die sich dort bekriegen und gegenseitig mobben. In zwei der drei Zimmer soll Eiseskälte herrschen, da muss ich mich ja warm anziehen, bemerkte ich dazu scherzhaft, ohne dass mir wirklich nach scherzen zumute ist. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass ich bisher überall klargekommen bin und selbst die gräßlichsten und bösartigsten Kollegenexemplare überlebt habe. Dass meine Seele dabei Schaden genommen hat, ist wahrscheinlich ein unkalkulierbares Risiko, welches einem überall dort im Leben begegnet, wo man mit Menschen zu tun hat. Ich habe mich nicht einmal aus meiner vorletzten Abteilung vergraulen lassen, wo sonst garantiert JEDER, der neu kam, nach spätestens drei Monaten wieder gegangen ist. Manchmal wundere ich mich selbst über meine Fähigkeit, mich jeder Umgebung und jeder Gesellschaft anzupassen, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob ich darauf stolz sein soll. Dann denke ich, dass dies wohl mehr auf einer Unfähigkeit, Konflikte auszutragen, beruht. Stattdessen sitze ich sie lieber aus, aber wo ich sitze, da sitze ich dann auch - naiv und unberührbar. Jedenfalls hoffe ich, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie es sich jetzt anhört. Auf den Schreck habe ich mich erst einmal mit einer Tafel grüner (!) Klosterschokolade getröstet, Versuchsobjekt Nr. 1 mit Zitronenaroma, die schmeckt unnachahmlich sahnig und fruchtig.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Die Bombe in der Zeitung

Mein Kollege brachte heute einen kleinen Zeitungsschnipsel mit, in welchem die Bombe erwähnt worden ist. Und zwar handelte es sich um eine 30 kg-Bombe, von der vor Ort der Zünder abgeschraubt wurde, damit die Bombe dann in den Grunewald transportiert und auf einem Sprengplatz gesprengt werden konnte.
Da haben wir wahrscheinlich Glück gehabt, dass sie nicht losgegangen ist, so wie die Bombe vor einigen Jahren bei den Bauarbeiten in der Frankfurter Allee, die ausgerechnet dann hochging, als ich ganz zufällig an diesem Tag ausnahmsweise nicht um die entsprechende Zeit dort vorbeikam. Dafür habe ich aber ungefähr vier Stunden gebraucht, um von der Fachhochschule nach Hause zu kommen, weil nichts mehr fuhr. Man staunt immer wieder, was aus dem zweiten Weltkrieg in und um Berlin noch in der Erde schlummert. Aber man vergißt es auch immer wieder.

Dienstag, 10. Juli 2007

...

Der Tod ist genauso natürlich wie das Leben, und genauso muß man einfach an ihn herantreten. Wer das Leben gut verstanden hat, der ist auch imstande zu sterben. Das Wichtigste ist - Haltung bis zum Ende zu bewahren, sich nicht im letzten Augenblick von irgendeinem tierhaften Lebensinstinkt übermannen zu lassen, nicht vor dieser Sekunde physischen Schmerzes zu erschrecken. Aber das wird uns gewiß gelingen, dazu muß unsere Kraft ausreichen. Wir sterben frei, ja frei! Denn das Gefängnisleben hat uns gelehrt, uns all der kleinen Dinge zu entledigen, deren Gefangene die Menschen da draußen sind. Die menschliche Seele kann niemand zwingen, wenn der Mensch selbst sie nicht einschließt in die vier Wände enger Begriffe und Vorurteile.
(aus "Zeit, die mir noch bleibt. Briefe aus dem Gefängnis." - Krystyna Wituska)

Schweiß und Lachtränen

Da war ich heute nun schon um 7:30 h im Büro, um den Streiks zu entgehen, aber dafür funktionierte mehrere Stunden lang unser Computerprogramm nicht, so dass wir erneut mehr oder weniger dumm rumsitzen mussten. Die Zeit wurde genutzt, um einige Scherze zu reißen, eine Kollegin meinte so "Könnten die heute nicht wieder eine Bombe finden?", worauf alle begannen rumzuspinnen, dass sie dann unseren Abteilungsleiter vorschicken würden, um die Bombe abzuklopfen, weil er doch der Mann fürs Grobe sei, zuständig für die Einsparungen, denn wir brauchen keine Bombe, wir brauchen die Bombe nicht. Die Scherze wurden immer böser und ich konnte mich kaum noch halten vor Lachen, da wurde mir gesagt, dass ich nichts gehört haben soll. Also hielt ich mir die Ohren zu und sagte immer "Ich höre nichts, ich höre nichts..."
Später rief eine Kollegin aus meiner ehemaligen Abteilung an und war vollkommen fertig, weil sie das gleiche Schicksal wie mich ereilt hat - sie wurde ebenfalls gefragt und hat ja gesagt. Jetzt soll sie Hals über Kopf hierher in eine andere Gruppe. Ich habe versucht ihr klarzumachen, dass es nicht ganz so schlimm ist, wie sie sich vorstellt. Ich kenne sie noch aus ganz alten Zeiten, von meiner ersten Stelle her, und ich weiß genau, wie ihre Horrorvisionen gerade aussehen, weil sie denselben Ursprung haben.
Der Kollege in meinem Zimmer verströmt zur Zeit einen äußerst männlich-markanten Schweißgeruch, den er selbst anscheinend gar nicht wahrnimmt, und auch andere haben noch nichts gesagt. Vielleicht bin ich ja die einzige, die das riecht. Ich habe mal irgendwo gehört, dass Frauen auf männlichen Schweiß total abfahren, aber das ist dann wahrscheinlich doch zuviel des Guten. Allerdings kann er nichts dafür, weil er Freitag und am Wochenende krank gewesen ist und auch jetzt noch extrem viel rumhustet, da ist das Schwitzen normal und man riecht auch genau, dass er nicht in Ordnung ist. Ich habe überlegt, ob ich etwas sagen soll, hab es aber gelassen und versuche jetzt immer unauffällig das Fenster aufzureißen, wenn er nicht im Zimmer ist, denn während er am Schreibtisch sitzt, will ich das auch nicht, da er nur im dünnen T-Shirt rumläuft und es draußen ziemlich kalt ist.

Montag, 9. Juli 2007

Was wir tragen

Wenn in dem hohen Himmelsrund
in der frühen Dämmerung
der Abendstern so stille flammt
strahlenköpfig, glutentbrannt
und die schnellen Segler ziehen
sichelnd das warme Zwischenblau
voran den längst Entflog'nen...

Wenn im Spiel des Abendfriedens
Grillenkrieger sorglos siegen
und besingen ihre Feste
zwischen schwankendem Geäste
und der Heumond blasst im Felde
inmitten grünen Lichterklanges
wo die Sonne zuletzt sang...

so thront doch und noch die Nacht
dieser große Rabenvogel
im kleinsten Keim der Farbigkeiten
und fällt heraus, hernieder
mit onyxem Sternenmund
und bleigrauem Gefieder

Bombenalarm und Verkehrschaos

Tja, beim letzten Mal hab ich über die Anweisungen noch gelacht, aber heute wurde es ernst, wenn es auch keine telefonische Drohung war, sondern ein echter Fund. Dank einer Bombe oder Granate auf der Baustelle zwischen zwei Häusern unseres Dienstgeländes dauerte mein Arbeitstag "leider" nur bis Mittag. Die Evakuierung des Geländes verlief relativ schleppend, bei Feuer würde das wohl nicht so gut ausgehen. Zuerst hatte ich Feueralarm auf meinem Telefon, das mir aber noch Haus 2 anzeigte, obwohl ich da gar nicht mehr sitze. Mein Kollege und ich sind dann raus auf den Gang, um am Fenster zu sehen, ob dort irgendwo Rauch aufsteigt, da aber alles normal aussah, sind wir wieder ins Zimmer und ich sage noch so "Pff, ich sitz ja nicht im Haus 2." Fünf Minuten später geht der Alarm auf den anderen Telefonen für Haus 3 los und alle laufen wie aufgescheuchte Hühner umher. Ich selbst hab mir nur meine Jacke geschnappt und alles stehen und liegen lassen, weil ich fälschlicherweise in der Annahme war, dass das eh nur wieder so eine Übung ist, wie immer. Vor dem Haus musste ich dann allerdings erfahren, dass es alles andere als eine Übung ist und dass die Polizei gerade dabei ist, das ganze Gelände abzusperren. Sofort war mir klar, dass es sich nur um Stunden handeln kann, bis wir da wieder rein können, und ich dachte an meine Tasche, die ich oben liegen gelassen hatte. Nun war ja kein Feuer und es waren auch noch Leute im Haus, also überlege ich mir, sprintest du schnell nochmal hoch und holst sie. Während ich die Treppe hinaufrenne baut sich schon fast auf den vorletzten Stufen die ziemlich beleibte Vorgesetzte einer anderen Abteilung vor mir auf und pflaumt mich an, wo ich denn jetzt noch hin möchte. Ich pflaume ziemlich verärgert zurück, dass ich meine Tasche holen will, fast hätte ich noch dazu gesagt, dass sie mir im Weg steht. Sie hat mich dann auch durchgelassen und als ich mit der Handtasche wieder rauskam, hatte ich noch Glück gehabt, weil inzwischen eine Polizistin vor dem Haus stand und niemanden mehr reingelassen hat. Viele Kollegen kehrten aber gerade von ihrer Mittagspause zurück oder sind nicht rechtzeitig zurückgegangen, so dass sie ihre Wohnungsschlüssel usw. noch im Büro hatten, aber nicht mehr drankamen. Natürlich total blöd, weil die dann auch nicht nach Hause können oder was anderes machen als warten.
Nun stand die gesamte Belegschaft erstmal ca. eine Stunde orientierungslos auf der Straße herum und die Polizei war auch nicht schätzungsweise in der Lage mitzuteilen, wie lange das alles dauern wird. Darauf bekamen wir gesagt, dass wir uns als Arbeitsende 15 Uhr eintragen dürfen, alles darüber hinaus fällt in die Verlustzeit, man kann aber später auch nochmal hinfahren und weiterarbeiten. Ich fange immer erst spät an, so dass ich dadurch einen Haufen Minusminuten mache, allerdings habe ich keine Lust, jetzt wieder eine Dreiviertelstunde bis dorthin zu fahren, um dann nochmal zwei Stunden zu arbeiten.
Außerdem muss ich am morgigen Tag sowieso zu einer unchristlichen Zeit aufstehen, da zwischen 8 und 11 Uhr die Bahn streikt und ich nirgendwohin komme, so wie schon am letzten Dienstag, wo sie aber wenigstens kurz nach 9 Uhr wieder anfingen zu fahren. Also werde ich heute früh ins Bett gehen, früh aufstehen und die Zeit gezwungenermaßen wieder rausarbeiten. Das heißt, falls morgen das Bürogebäude noch steht....

Sonntag, 8. Juli 2007

Ich habe den Eindruck,

die letzten verregneten Tage haben der Mückenpopulation einen enormen Auftrieb gegeben, denn eben fühlte ich mich wie King Kong auf dem Empire State Building, als ich eine Schlacht gegen hundert blutdrünstige Monster schlug, die mich umzingelten. Leider weiß ich nicht, ob sich noch irgendwelche Luftstaffeln im Hintergrund halten, um mich so lange zu belagern bis meine Aufmerksamkeit nachläßt und sie über mich herfallen können.

...

Ich glaube, das alles was geschiet, alle menschlichen Schmerzen sind nötig für die Vollendung eines grossen Zieles, den wir aber mit unserem menschlichem Verstand nicht begreifen können.
(Aus "Zeit, die mir noch bleibt. Briefe aus dem Gefängnis" - Krystyna Wituska)

Samstag, 7. Juli 2007

Ein Care-Päckchen von Elsa

erreichte mich heute aus Italien mit echter Klosterschokolade in drei ausgefallenen Sorten und Honigbonbons. Lieben Dank dafür. Probiert hab ich die Schokolade noch nicht, weil ich die Verpackung so cool finde.

Ansonsten war ich heute Blumengießen und danach mit meinem Bruder im Pflegeheim, um meinem Vater das Fotobuch zu bringen. Der hat sich auch sehr gefreut und meinte: "Ich habe doch heute gar keinen Geburtstag!". Das weiß er also noch. Allerdings dachte er wohl erst, dass es ein gekauftes Buch ist, denn er bemängelte sofort, dass das Buch kein Register und keine Erklärungen enthält. Das ist natürlich sträflich und unverzeihlich. Als ich ihm aber erklärte, dass die Fotos von mir sind, schien er schwer beeindruckt und er hat auch einiges aus seinem Dorf wiedererkannt. Er scheint etwas Probleme mit der Zeitrechnung zu haben, denn er dachte, dass schon der 14. ist und meine Mutter heute zurückkommen wollte. Wir haben versucht ihm zu erklären, dass es noch eine Woche hin ist, aber ich glaube, das hat er nicht verstanden. Ich hoffe, er wartet jetzt nicht die ganze Zeit auf sie. Jedenfalls war er recht gut gelaunt und munter, er wartete schon hungrig auf das "Nachmittagshäppchen", einen Pfannkuchen oder ähnliches, was die Schwestern um die Kaffeezeit vorbeibringen. Es geht also auch ohne meine Mutter, was sie ja immer nicht glauben will. Er hatte schon zwei Karten von ihr, während wir noch keine bekommen haben. Auf Hiddensee regnet es glücklicherweise nicht so viel wie hier, denn sonst wäre die ganze Insel wahrscheinlich schon weggespült. Sie schreibt auch, dass einmal am Strand ein Hubschrauber gelandet ist, der einen Mann in das Krankenhaus nach Stralsund gebracht hat und sie die ganze Zeit warten mussten. Klar, mit Rettungswagen ist dort nicht viel zu machen.

Hier könnte der Regen aber ebenfalls endlich mal aufhören. Das Wetter ist wirklich seltsam. Es regnet nicht die ganze Zeit durch, sondern zwischendurch wird es regelmäßig sonnig und klart auf, aber kaum denkt man, die Regenstrecke ist vorbei, geht es schon wieder von vorne los. Ich weiß gar nicht, woher der Regen immer so schnell kommt. Es wird in sekundenschnelle zappenduster. Auf Pro7 läuft ja heute ein Tag zur Klimaerwärmung und da habe ich gerade erfahren, dass Brandenburg inklusive Berlin in vierzig Jahren wie afrikanische Steppe aussehen könnte und genauso wasserarm wäre, während sich an anderen Orten die Tornados und Flutkatastrophen häufen. Der einzige Fleck in Deutschland, wo man vor Dürre oder Sturm noch sicher wäre, wäre ein Ort im Harz. Ok, vielleicht sollte ich in den Harz ziehen, ist eh ein schönes Fleckchen.
Und irgendwie sind die Schmerzen, die ich sonst immer hinter dem linken Auge habe, heute mal hinter das rechte Auge gewandert. Wahrscheinlich nomadisierende Augenwürmer...:-/

Meinen ersten wirklichen, echten Horror,

weit entfernt von albernen Wallace- oder Vampirfilmen, bescherte mir in meiner Kindheit der Roman "Das Durchdrehen der Schraube" von Henry James. Es war ein Buch aus der Bibliothek meines Vaters und natürlich las ich es heimlich, ohne zu wissen, was mich erwartet. Das Grauen kam dann auch langsam, aber gewaltig. Ich kann mich nicht an viel erinnern, allerdings werde ich nie die Atmosphäre vergessen, die es um mich herum aufgebaut hat und mir das Gefühl gab, mitten in der Handlung und an den Schauplätzen zu sein. Es muss also gut geschrieben sein, trotzdem werde ich es nicht noch einmal lesen, weil ich fürchte, dass es mich heute nicht mehr so beeindrucken würde wie damals und ich enttäuscht wäre. Es diente im übrigen als Vorlage für diverse Horror-Klassiker, die ich wohl alle mehr oder weniger gesehen habe und die durchaus ebenfalls sehr gruselig sind, dieses subtile Grauen jedoch, wie ich es beim Lesen des Buches erfahren habe und welches ohne jede Schockeffekte auskommt, konnte keiner der Filme auch nur im entferntesten erreichen.

Freitag, 6. Juli 2007

Positiver Klatsch

Heute war ich alleine im Büro, wenn auch nicht wirklich alleine, da in den vier Durchgangszimmern immer jemand ist, aber die Kollegin aus meinem Zimmer arbeitet Freitags nie und mein Kollege hat sich krankgemeldet, da kam eine Kollegin herein, mit der ich sonst noch nicht so viel zu tun hatte und meinte zu mir: "Und Sie halten hier also die Stellung...."
Ich darauf: "Na ja, notgedrungen." und sie: "Ach, das machen Sie schon, Sie sind ja schon firm.". Hier fange ich nun an zu erzählen, dass ich manchmal in einige Akten wie ein Schwein ins Uhrwerk gucke, in manchen Akten gar nicht durchsehe und überhaupt das ganze Gebiet sehr komplex und umfangreich finde usw., da sagt sie zu mir und zwinkert verschwörerisch: "Ach, machen Sie sich da mal keine Sorgen, man hört nur Gutes."

Hm, jetzt frage ich mich, hat sie das einfach so daher gesagt oder hat man tatsächlich über mich gesprochen? Ich vermute letzteres, allerdings ist es schon beruhigend zu wissen, dass es Positives ist, was erzählt wird. Das ist sehr viel angenehmer als zu erfahren, dass sich irgendwelche Leute die Mäuler über einen zerreißen, um einen schlecht dastehen zu lassen und bei anderen anzuschwärzen. Gabs alles schon. Ich habe in den vierzehn Jahren meiner "Betriebszugehörigkeit" eine ganze Menge erlebt und während ich früher noch so naiv war zu glauben, dass niemand über mich reden wird, wenn ich nicht über andere rede und mich aus allem raushalte, und dass mir damit niemand etwas anhaben kann, wenn es mich nicht interessiert, bin ich heute schlauer und reagiere fast schon seismographisch auf kleinste Anspielungen, ob sprachlicher oder mimischer Art.

Uranus im 3. oder 9. Haus (Uranus r 3.Haus, Uranus tr 9. Haus)

Widerstand gegen geistige Disziplin, Auflehnung gegen das Auswendiglernen, die Weigerung, sich auf Dinge oder Aufgaben zu konzentrieren, die langweilig erscheinen sowie eine höchst ausgefallene Art des Sprechens oder Schreibens können sich bei Kindern zeigen, deren Uranus in einem dieser Häuser ist...
...Mit Uranus im 3. Haus hat man gelegentlich das schreckliche Gefühl, dass niemand versteht, worüber man spricht. Man spürt, dass man die eigene Wahrnehmung anderen Menschen nicht vermitteln kann. So kann Uranus im 3. Haus, obwohl er dort in mancher Hinsicht zu Hause ist, durch das Gefühl der Isolation auch eine Menge Leid bringen....
...Wenn Sie bereit sind zu akzeptieren, dass eine Menge Leute Sie für übergeschnappt halten, dann können Sie Uranus im 3. oder 9. Haus richtig genießen. Wenn Sie unbedingt von einer Gesellschaft akzeptiert werden möchten, die in eher praktischen und oberflächlichen Begriffen denkt, dann werden Sie wahrscheinlich leiden.

(aus "Uranus im Horoskop" von Liz Greene)

Donnerstag, 5. Juli 2007

Ja, ich weiß,

mein Blog bietet zur Zeit einen etwas ungewohnten Anblick, was an den gemeinen Viren liegt, die überall herumschwirren und, sobald ich sie mir eingefangen habe, bei mir extreme Wahnsymptome hervorrufen. Wenn ich infiziert bin, ist es immer das gleiche, ich esse trinke und schlafe nicht mehr, seien nun der hinterhältige Liebesvirus oder sich rasant im Netz verbreitende Viren, wie der gemeine youtube-Virus schuld. Seit Tagen ernähre ich mich nur noch von Bananen und gehe frühestens um drei Uhr morgens ins Bett, obwohl ich früh aufstehen muss. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte, aber wenn ich youtube hinter mich gebracht habe und nicht vorher an Entkräftung gestorben bin, wird das Blog garantiert wieder anders aussehen. Betet für mich.

Es gibt Musik

die hört man von CDs und es gibt Musik, die hört man besser live. P.J. Harvey ist nur pur geniessbar, finde ich. Dafür dann aber um so mehr.

Wie wäre es,

wenn man jeden Tag vom Computer mit diesem Walzer begrüßt werden würde? Da kommt selbst nach einem Arbeitstag wieder Stimmung auf. Wobei mir diese Aufnahme nicht so sehr gefällt wie die andere, die ich vor einiger Zeit mit Google aus dem Netz gepopelt habe. *beschwingt durchs Zimmer tanz*

Smell the witch

Mittwoch, 4. Juli 2007

100% Ekel+Schleim

Meine Mutter hat vor dem Urlaub ihren Kühlschrank ausgeräumt und mir einen riesigen Becher 100% vegetarischen Bio-Joghurt aus Soja mitgegeben. Inzwischen habe ich mir schon Johannisbeeren und zig Bananen hineingetan, aber das Zeug ist und bleibt einfach eklig. Es schmeckt wie etwas, das ich nicht kenne und auch nicht kennenlernen will, mit einem leichten Nachgeschmack von Pappe. Wenn da nicht auf der Packung Soja stehen würde, würde ich denken, sie haben inzwischen eine Möglichkeit gefunden, aus Altpapier Joghurt herzustellen. Ich frage mich, warum sich meine Mutter sowas immer freiwillig antut (nicht nur Joghurt). Es muss ihr nur irgendjemand weismachen, dass etwas gesund ist (was sie natürlich JEDEM glaubt), schon quält sie sich heldenhaft die gräuslichsten Dinge hinunter. So viel länger leben wird sie dadurch aber auch nicht.