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Samstag, 20. Oktober 2007

Stichpunkte zum heutigen Tag

Windmühlen eignen sich auch außerordentlich gut als Wassermühlen.

Wenn man einen 3D-Wale-Bildschirmschoner laufen läßt, sollte man sich nicht wundern, wenn plötzlich seltsame Laute und Pfeiftöne erklingen.

Am Nachmittag fiel mir ein merkwürdiger Geruch in meiner Wohnung auf, allerdings so schwach, dass ich mir nicht sicher war, ob ich ihn tatsächlich rieche oder mir das nur einbilde. Der Geruch hatte etwas vertrautes, ich konnte ihn aber nicht zuordnen, bis es mir plötzlich aufdämmerte - es roch genauso wie früher in der Wohnung meiner Großeltern. Und das verwunderte mich.

Nachdenken über die Tragik dessen, dass ich früher die Römergläser aus der Annahütte überhaupt nicht mochte, was vielleicht daran lag, dass ich diese Meinung mir habe von meiner Mutter anerziehen lassen und diese Römergläser in der DDR so etwas wie ein Statussymbol waren, das in fast jeder DDR-Schrankwand herumstand. Heute jedoch könnte ich mich für die Römergläser begeistern und würde sie sogar als Weingläser kaufen, aber heute gibt es sie nicht mehr (ebensowenig wie die Glashütte), bzw. nur noch zu Liebhaberpreisen. Also müssen die drei Römer-Likörgläser reichen, die ich einst von meiner Patentante bekam und die ich glücklicherweise nicht verschenkt habe, obwohl sie jahrelang verachtet in einem Karton schlummerten.

Freitag, 19. Oktober 2007

Ich finde es

immer wieder bemerkenswert, wie vielen Dumpfbacken man auf Ciao.com begegnet. Ok, man begegnet ihnen eigentlich überall, aber dort scheinen sie gehäuft aufzutreten. Die Plattform an sich ist ja ganz nützlich, vor größeren Anschaffungen schaue ich gerne in die entsprechenden Produktberichte. Irgendwann dachte ich, ich könnte selbst ebenfalls mal anderen meine Erfahrungen zu Verfügung stellen, hauptsächlich aus Überzeugung an dem verbraucherbasierten Informationssystem. Von den paar Cents, die man dafür erhält, könnte ich meinen gutbezahlten Bürojob eh nicht an den Nagel hängen und um mein Ego aufzupolieren, dazu habe ich ja schon ein anderes Medium.
Anfangs noch völlig unerfahren in den dort herrschenden Mafiamethoden, staunte ich nicht schlecht, als ich mit den dortigen Be- und Empfindlichkeiten näher bekannt wurde. Das Bewertungssystem aus "besonders hilfreich", "sehr hilfreich", "hilfreich", "weniger hilfreich", "nicht hilfreich" und "Thema verfehlt" erschien mir auf den ersten Blick einleuchtend, ich ahnte jedoch bald, dass es wohl noch ein anderes internes und unsichtbares Bewertungssystem geben muss. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass ich auf eine "Hilfreich"-Bewertung einen anmaßenden privaten Gästebucheintrag mit der subtilen Androhung von entsprechenden Rachebewertungen bekomme (uhhhh, wie ich zittere). Was nun? Kommen irgendwann zwei Herren mit Sonnenbrille bei mir vorbei, die mich höflich mit einem Maschinengewehr darauf hinweisen, dass ich mich bei der Bewertung versehentlich im Button geirrt habe? Muß ich gar untertauchen und mir eine neue Identität zulegen? *schon mal die Koffer pack*

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Zucker sagt,

Rosmarin für die Römer!

Zucker sagt,

ich erwarte, dass er vom Sternzeichen Schütze ist.

Zucker sagt,

in Prag geht es ein bißchen wilder und unwissenschaftlicher zu.

Der zerbrochene Schlüssel

Im Traum in einem Sessel eingeschlafen mit über dem Kopf gekreuzten Armen. Etwas unbequem, sogar so unbequem, dass ich aufwache und feststelle, dass ich tatsächlich mit über dem Kopf gekreuzten Armen daliege und mir schon die Schultern schmerzen. Wie ich das gemacht habe, ist mir unklar, da ich während des Lesens eingeschlafen bin und das Buch noch neben mir liegt. Wieder schlafen und davon träumen, dass ich von einer Klassenfahrt nach Hause komme. Ich schlafe erst einmal tief, da ich müde bin, und werde dann wach, weil mein Vater neben dem Bett wartet. Es gibt zwei Probleme, die ich ihm erzählen muß, das zweite habe ich vergessen, aber das erste ist, dass ich den Schlüssel für das Sicherheitsschloß zerbrochen habe. Es sind jetzt zwei Teile und ich frage mich, wie ich überhaupt in die Wohnung gekommen bin, ohne dass er es schon erfahren hat. Ich erzähle es ihm und erstaunlicherweise bleibt er total ruhig statt sich aufzuregen, so wie ich erwartet hätte. Er nimmt die beiden Teile und verschwindet damit. Ich gehe in das Wohnzimmer, wo ein kleiner Weihnachtsbaum brennt - es ist wohl schon wieder soweit. Neben dem Wohnzimmer verläuft eine lange Terasse, eine ganze Herde rosiger Schweine stiebt wie wild darauf entlang. Man sollte sich ihnen nicht in den Weg stellen, sonst könnte es sein, dass man umgerannt wird.
Dann bleibt von der Nacht noch eine Erinnerung an einen Traum, eigentlich mehr an einen Traum in einem Traum, so unwirklich und wie aus einer anderen Nacht, dass A. bei mir war. Er war bei mir zu Besuch und anscheinend wieder in Berlin.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zucker sagt,

wir könnten auf viele giftige Behandlungsmethoden verzichten, wüßten wir uns noch im Schneckentempo fortzubewegen.

Zucker sagt,

das Gehirn von Kleinkindern hat in der Kapelle gestanden, dort bei den Predigermönchen, wo es wie in einem Saustall aussieht.

Zucker sagt,

es ist kein Zufall, dass Gegensätze paarweise auftreten.

Über Mechthild von Magdeburg und ihre Schrift "Das fließende Licht der Gottheit"

Mit den großen Mystikern teilt Mechthild die Erfahrung der Nacht, der Abwesenheit Gottes, als Gegensatz zur Liebes-Unio. Doch trägt diese Erfahrung bei ihr ganz eigene, spezifische Züge. Dem Aufstieg der Seele zum "hohen Bergder gewaltigen Minne" muß auf der anderen Seite notwendig der Abstieg entsprechen....
...Die Freiheit Gottes, der sich der Seele schenkt, aber auch entzieht, wie und wann er will, ist der Grund für dieses der Seele unbegreifliche Geschehen, das gleichwohl zur mystischen Erfahrung unabdingbar dazugehört...
...Sie bringt, hierin kühner als Bernhard von Clairvaux, selbst in das Geheimnis der göttlichen Trinität ihre persönliche mystische Erfahrung ein. Im Bewußtsein von unendlicher Distanz bei unendlicher gnadenhafter Nähe von Gott und Seele sagt sie über die Liebes-Unio: Dies "wage ich kaum zu nennen...Das ist spielende Minneflut, die von Gott heimlich in die Seele fließt, und sie ihm wieder entgegen mit seiner Kraft nach ihrer Macht" (VI,22)....
....Erst die Annahme der Gottesentfremdung, die vorübergehend auch den Unglauben einschließt, erfährt die Seele die "vollerwachsene" Liebe.

(aus "Der Berg der Liebe. Europäische Frauenmystik.")

Sonntag, 14. Oktober 2007

Wo Fürst Pückler residierte

Obwohl Samstag, war diesmal keine Zeit zum Ausschlafen, denn pünktlich mußte ich am Treffpunkt für unseren jährlichen Ausflug sein. Es ging diesmal zum Anwesen von Fürst Pückler, der durch das gleichnamige Eis in aller Munde ist. Auf unserer Hinfahrt machten wir Zwischenstopp an einem Bekleidungsgeschäft in Königs-Wusterhausen. Ich habe dort keine Sachen gesehen, die mir gefielen, bis auf eine ecrufarbige, sportliche Jacke mit ziemlich vielen silbernen Nieten, die ich aber nicht gedachte zu kaufen, weil ich genug Jacken besitze. Als meine Mutter mit so einer komischen anderen Jacke anfing, wie gut mir die sicher stehen würde usw., erwähnte ich beiläufig, dass mir die ecrufarbene besser gefällt. Meine Mutter inspizierte daraufhin die Jacke eingehend und erklärte mir kategorisch und naserümpfend: "Das ist eine Jacke für 16-jährige, du gehst auf die 40 zu." Toll! Ich liebe es, mit der Familie unterwegs zu sein. Man wird immer wieder auf den Boden der Tatsachen gestellt.*gg* "Ist sie nicht heute wieder nett?" fragte mich meine Tante lachend. Gegen Mittag endlich im Spreewald angekommen, nahmen wir erst einmal ein Essen am Stammtisch ein, wo uns der Wirt noch jeweils ein Fläschchen "Mückenblut" offerierte.

Meine Tante ist auch lustig. Als wir die Hofgebäude so betrachteten, meinte sie:
"Das sieht irgendwie russisch aus."
Ich: "Russisch?"
Sie: "Na ja, oder irgendwie chinesisch."
Ich: "Chinesisch? Hm, vielleicht eher englisch?"
Sie: "Ja, oder englisch."
*grins*

Fürst Pückler war etwas extravagant und ließ sich als letzte Ruhestätte eine Pyramide mitten im Wasser errichten. Dort ruht er mit seiner Gattin, nachdem sein Herz in Schwefelsäure aufgelöst und sein Körper in Ätznatron gebettet worden ist.

Nach dem Rundgang im Park waren wir noch im Schloß selbst. Es ist zwar im Gegensatz zu anderen nicht wirklich sehr groß und protzig, aber trotzdem auf eine eigene Art auserlesen und mit allem nötigen Komfort, wie eine Heißluft-Zentralheizung und einer eigenen Rennbahn im Garten, ausgestattet. Fürst Pückler wußte, was gut ist und war außerdem weitgereist. Davon zeugen die Räume des Schlosses, wo es außer dem roten, blauen und gelben Salon, einem mintfarbigen Musizierzimmer und weiteren Räumlichkeiten, ebenfalls zwei orientalische Zimmer gibt. Fürst Pückler hat natürlich von seinen Reisen diverse Souvenirs mitgebracht unter anderem eine 12jährige äthopische Sklavin, die er von einem Sklavenmarkt kaufte und welche seine Geliebte wurde. Allerdings starb sie schon 16jährig an Auszehrung. Angeblich soll ihr das kühle Klima in der Lausitz nicht bekommen sein. Neben seinen Möbeln, seiner Bibliothek und seiner Souvenirsammlung kann man im Schloß auch eine Totenmaske ihres Gesichts und ihrer Hand besichtigen.

Freitag, 12. Oktober 2007

Herr N. und der Kürbis

Gestern bekam Herr N. von einer Kollegin einen großen Kürbis, allerdings in Grün. Er erklärte, er wolle daraus Kürbissuppe und -gemüse machen. Heute fragte ich ihn, ob er den Kürbis schon geschlachtet hat, oder ob er bis Halloween wartet. Er erwiderte, dass Halloween seinethalben in Amerika bleiben könne. Da zögen ja dann wieder die rotzigen Kinder durch die Gegend und klingeln überall. Im vierten Stock (das hat er sich also gemerkt) könne ich ja den Kürbis aus dem Fenster auf die Kinder werfen, aber er im Paterre könne ihnen den Kürbis höchstens vor die Füße rollen. Ooch, meinte ich darauf, wenn der Kürbis groß genug ist, reicht das schon. Das ist dann wie Kegeln. (Genaugenommen hatte ich aber an DIESEN Verwendungszweck eines Kürbis zu Halloween nicht gedacht. *gg*)

Mein Timing war heute mal wieder unschlagbar.

Kurz nach vier Uhr wache ich auf und kann nicht mehr einschlafen. Ich wälze mich hierhin, wälze mich dorthin und denke mir schließlich - he, bevor ich mich hier sinnlos im Bett herumwälze könnte ich eigentlich auch aufstehen und ausnahmsweise mal SEHR pünktlich auf Arbeit sein. Zwar habe ich nur drei Stunden geschlafen, aber egal, schließlich gab es auch schon Nächte, in denen ich überhaupt nicht geschlafen habe. Ich also los, mitten in der Nacht, Bus, U-Bahn, alles wie am Schnürchen. Dann komme ich zur S-Bahn - nix fährt, Streik. Prima. Ich mitten in der Nacht die wirklich lange Strecke zu Fuß und das auch noch in dieser dunklen "Milieuecke". Keine Ahnung, was das nun wieder für ein Karma ist, aber IMMER, wenn ich absichtlich oder unabsichtlich eher aufstehe, brauche ich für meinen Fahrtweg doppelt so lange, weil irgendwas nicht fährt, ausfällt, ein Hubschrauber landet, sich jemand vor die S-Bahn schmeißt oder ein anderer eine Fliegerbombe ausgräbt. ES BRINGT EINFACH NICHTS! Die einzige Möglichkeit, den Fahrtweg so kurz wie möglich zu halten, ist tatsächlich, bis 7:30 h zu schlafen und auf den letzten Drücker im Büro zu erscheinen. Nun war ich diesmal allerdings trotzdem immer noch SEHR pünktlich auf Arbeit, so pünktlich, dass mich mein Computer nicht rein lassen wollte - "Ihr Konto erlaubt Ihnen keinen Zugriff um diese (nachtschlafene) Zeit". Äh, sag mal, gehts noch? Ich träume wohl. Erst um 6 Uhr bequemte er sich endlich, aus dem Tiefschlaf zu erwachen. Tja, und zurück bin ich dann heute eine andere Strecke mit dem Schienenersatzbus gefahren, der für eine Straßenbahn eingesetzt wurde, die ebenfalls nicht fährt. Wie nicht anders zu erwarten, stand er die meiste Zeit im Stau rum und der Bus, in den ich umsteigen wollte, fuhr mir vor der Nase fort. Also lief ich wieder eine lange Strecke bis nach Hause, im Grippewetter, obwohl es mir Herr N. strengstens untersagt hat. Er ist der Meinung, immer noch besser ich komme früh um Sechs, als dass ich krank werde....

Mittwoch, 10. Oktober 2007

...

Die Primaten führten gerade eine ihrer periodischen Stammesreinigungen von Angst durch, bei der man Jagd auf dreckige Scheißer machte, die man dann fertigmachen konnte. Domestizierte Primaten haben immer irgendwelche dreckigen Scheißer in ihren Reihen, die sie fertigmachen können. In einem Jahrhundert sind es Jugendliche, die masturbieren, im nächsten die Ideologen irgendeiner neuen Politik und im dritten die, die das falsche Gras rauchen. Im Moment waren es die Twinkiesfresser. Furbish Lousewart war der erste, der Twinkies denunzierte. Er war der Vorsitzende der People‘s Ecology Party, aber er denunzierte so viele, daß die Twinkiesfresser unter seinen Anschuldigungen zunächst nicht allzuviel zu leiden hatten. 1979 heuerte jedoch ein Primat namens Dan White, der zwei andere Primaten erschossen hatte, einen besonders cleveren Anwalt an, um sich vor Gericht zu rechtfertigen. Der Anwalt schaffte es, die Jury davon zu überzeugen, daß White nach einer Überdosis Twinkies vorübergehend nicht Herr seiner Sinne gewesen war. Gewiefte Primatenjournalisten haben einen Riecher für Ideen, die die Primatenhorde verunsichern, und so hatten sie nichts Besseres zu tun, als auf die Gefahren hinzuweisen, die von Twinkies ausgehen. Unzählige Reportagen über die White-Morde wurden in billigen Revolverblättchen abgedruckt. Danach hatte der twinkiessüchtige Primat erst Bürgermeister George Moscone ermordet und war dann, immer noch unter dem Einfluß des hohen Zuckeranteils dieser Süßigkeiten, in die Halle heruntergestürzt, wo er den Supervisor Harvey Milk erledigte. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wurden siebzehn Angeklagte in anderen Teilen von Unistat entweder freigesprochen oder auf Grund des Twin-kies-Einspruchs zu geringeren Strafen verurteilt. Mittlerweile waren Twinkies in vierzehn Staaten verboten. Die Entscheidung des Kongresses zur Gesetzgebung gegen sie stand noch aus. Das Resultat war unausweichlich, nachdem Präsident Hubbards Revision der Strafgesetzgebung buchstäblich die komplette frühere Gesetzgebung für Verbrechen ohne Opfer abgeschafft hatte. Die Bevölkerung von Unistat, allmählich fast aller dreckiger Scheißer (Sündenböcke) traditionellen Kalibers beraubt, erhoben den Twinkiessüchtigen zum neuen nationalen Monster. Junkies, Homosexuelle und frühere Sündenböcke waren natürlich die eifrigsten Verfolger der Twinkiesfresser. Sie hatten schon lange auf die Chance gewartet, ihre Moral unter Beweis zu stellen. Alle Primaten glauben, ihre Moral dadurch beweisen zu können, daß sie bei der Jagd auf ausgewählte dreckige Scheißer kräftig mitmischen.
(aus "Schrödingers Katze - Der Zauberhut" von Robert Anton Wilson)

Wenn ich gewußt hätte, dass der Zauberhut ein Porno ist, dann hätte ich mir für das Lesen und genaue Studieren extra frei genommen. Und ich frage mich, was oder wer wohl Wilson dabei geritten hat. Ist ihm nichts anderes mehr eingefallen? Hatte er gerade seine Leidenschaft für Hardcore-Pornos entdeckt? Ist sein Alter Ego Markoff Chaney, der zynische Zwerg, der seine Jungfernschaft nicht los wird? Oder erst im fortgeschrittenen Alter losgeworden ist? Wie auch immer, der Orgasmusmarathon und selbstlose Einsatz Rhoda Chiefs für die Wissenschaft ist wirklich bewundernswert, und da ich noch nicht ausgelesen habe, bin ich neugierig, wer länger durchhält - Rhoda oder der ACE. Rein quantenmechanisch betrachtet würde ich sagen, dass Sex wohl hier die Rolle des unkontrollierbaren Zufallvektors, bzw. der variierenden Variabel, einnimmt, der den Zustandsvektor zusammenbrechen läßt.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Ich frage mich,

ob es wohl irgendeine freud'sche Bedeutung hatte, dass sich die Apothekerin versprach und statt "für die Schilddrüse" "für die Schildkröte" sagte. Hoffentlich habe ich bei ihr nicht entsprechende Assoziationen ausgelöst. Tolle Beratung übrigens: "Diese Tabletten sind für die Schildkröte." Und was ist, wenn man keine Schildkröte hat? Bekommt man die dann auch von der Krankenkasse bezahlt? *ggg*

Gerade

kam eine Kollegin, um mir von den neuesten Todesfällen zu erzählen, das, was alle immer am meisten interessiert - wer hat zuletzt ins Gras gebissen? - und das sind immer eine ganze Reihe, gerade wenn man schon 15 Jahre dabei ist. Unter anderem diesmal ein ehemaliger Systembetreuer aus meinem alten Arbeitsbereich, der erst vor knapp zwei Jahren in Rente gegangen ist. Viel hat er davon ja nicht mehr gehabt und wenn ich sowas höre, dann frage ich mich immer - was mache ich hier eigentlich?

Ich krieg den Film

einfach nicht aus meinem Kopf. Gestern dran hängen geblieben, erst heftigst amüsiert (Kenn ich diese Intrigenspiele nicht genauso aus dem Büro?), bezaubert von den schönen Kameraaufnahmen und dann vom kalten Entsetzen gepackt. Der bunte, fremdartige Schein wandelt sich schlagartig zum grauen Horror. Der Film ist schon von 1994, muss mir damals entgangen sein, man findet eben doch immer mal wieder ein Filmjuwel.

Rote Laterne

Sonntag, 7. Oktober 2007

Ich weiß, ich weiß,

aber ich habe als Kind tatsächlich geglaubt, eine Kartause sei eine adlige Dame, die diesen Titel trägt. Und die Kartause von Parma eine adlige Dame aus Parma. Das fand ich so langweilig (ich konnte adligen Damen und Romanen über sie noch nie viel abgewinnen), dass ich das Buch aus der Bibliothek meines Vaters nie angefasst habe. Bemerkenswert ist aber trotzdem, dass Stendhal diesen tausendseitigen Roman, wie sie auch Dickens schon bekehrten, in nur 53 Tagen verfasst hat.

Freitag, 5. Oktober 2007

Der byzantinische Kapellenfahrstuhl

Wohne wieder in meinem alten Zimmer, wo ich vor Jahren zur Untermiete wohnte. In meinem Bewußtsein denke ich zuerst, dass ich keine andere Wohnung mehr habe, weder die jetzige, noch ein Zimmer bei meinen Eltern. Doch dann meine ich mich dunkel zu erinnern, dass ich doch noch eine Wohnung habe (die jetzige). Das verwirrt mich. Wieso bin ich dann nicht in der Wohnung sondern hier? Ich verlasse das Haus und bin nun in einer völlig fremden Umgebung. Ich überquere einen großen Platz und gehe auf ein altes Gebäude zu. Was ich dort wollte, habe ich vergessen, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, was mich dort erwartet. Schon als ich einen Eingang des Gebäudes betrete, sehe ich mich neugierig um, da der Raum, in dem ich mich jetzt befinde, so ungewöhnlich aussieht. Es ist ein eher kleiner Raum, aber auch nicht kleiner als ein gewöhnliches Zimmer, rechteckig langgestreckt und mit einer gewölbten halbrunden Decke. Keine Fenster, die Wände sind aus Stein und ringsherum ab mittlerer Höhe mit bunten, aber schon etwas verblassten Mosaiken verziert. Sofort wird mir klar, dass der Raum sehr byzantinisch wirkt, wie eine byzantinische Kapelle. Das verwundert mich. Da merke ich auf einmal, wie der Raum sich hebt und nach oben fährt. Oh, ein Fahrstuhl! Ist der nicht etwas zu groß und schwer? Ich frage mich, ob der Fahrstuhl wegen seines Gewichts und seiner Größe sicher ist, weshalb ich auch ganz erleichtert bin, als er in irgendeinem Stockwerk anhält. Neugierig warte ich, wo sich den nun ein Durchgang öffnet. Hoffentlich ist es nicht so ein kleines Loch im Mauersims, wo ich durchkrabbeln muss. Aber nein, auf der gegenüberliegenden schmalen Seite öffnet sich ein normale Tür. Ich trete hindurch, doch was ich jetzt sehe, beeindruckt mich noch mehr. Ich befinde mich in einem riesigem, aber total verlassenem und verwüstetem Bürogebäude. Der Anblick ist wirklich unbeschreiblich. Eine Seite des Hauses fehlt ganz, so dass ich vom Gang aus hinunter in die Bäume schauen kann. Auf der anderen Seite des endlosen Ganges stehen unzählige weiße Türen halb offen, teilweise wehen Papierfetzen im Wind, Schutt liegt auf dem Fußboden, Gerümpel und kaputte Möbel sind überall verstreut. Es ist menschenleer und sehr still. Was ist hier denn geschehen? Wurde das Haus ausgebombt? Der Anblick ist unheimlich und trostlos zugleich.
Erst zögere ich, weiter in den Gang hineinzugehen, weil es dort so gruselig ist, tue es aber doch und will jetzt fotografieren. DAS muss ich unbedingt mit meinem Fotoapparat festhalten. Hab ich ihn überhaupt mit? Ja, er müßte in meiner Tasche sein. Doch bevor ich ihn herausholen kann, höre ich von irgendwoher aus den schweigend daliegenden Räumen Schritte. Ich bekomme es mit der Angst zu tun, das kann nichts gutes bedeuten. Schnell husche ich durch eine der offen stehenden Türen in einen der verwüsteten Büroräume, in der Absicht, mich dort zu verstecken. Hier möchte ich niemandem begegnen. Doch sobald ich hineinkomme, sehe ich aus einer zweiten Tür zum gleichen Gang hin, einen Schatten hinaushuschen. Anscheinend sind die Schritte genau aus diesem Zimmer gekommen. Nochmal Glück gehabt, dass ich nicht gesehen wurde. Aber ich hab mich zu früh gefreut, denn dieselbe Gestalt kommt noch einmal zurück. Es ist eine schwarzhaarige junge Frau. Das erleichtert mich jetzt und ich frage sie, was sie hier macht. Sie erzählt es mir und wir kommen ins Gespräch. Der Inhalt desselben liegt völlig im Vergessen.