Ich kenne ihn irgendwo her und kenne ihn auch nicht. Ist er ein Kumpel meines Bruders? Wenn er der ist, an den ich denke, kann er es aber nicht sein, weil dieser graue Haare hat und nicht dunkle. Ich komme einfach nicht dahinter, woher ich ihn kenne. Alles beginnt damit, daß ich ein Museum besichtige. Es erinnerte mich von den Räumlichkeiten her an das Schloß des Fürsten Pückler. Als ich es verlassen will, bleibe ich mitten im Türrahmen stehen und unterhalte mich auf einige Entfernung mit einem jungen Mann. Da kommt er dazu, stellt sich neben mich und legt seinen Arm um meinen Rücken. Er fragt mich, ob ich Lust habe, mit ihm abends in ein bestimmtes Lokal zu gehen. Ich habe keine Lust und antworte deshalb nur, daß ich nicht kann. Das reicht ihm aber nicht, auf etwas ironische Art will er wissen, warum ich nicht kann. Ich sage deshalb genauer aber falsch, daß ich schon etwas anderes vor habe. Er fragt nicht weiter, nimmt aber auch nicht seine Hand von meinem Rücken. Statt dessen schiebt er sie weiter, bis er damit meine, ihm abgewandte Hand erreicht und ergreift sie. Kein Wort fällt mehr. Unsere Händen spielen zärtlich miteinander, umfassen sich und trennen sich wieder, um sich erneut ineinander zu verhakeln. Es ist, als ob sie miteinander sprechen würden, während wir schweigen. Von meiner Seite aus ein wenig halbherzig, da ich eigentlich nicht so vertraulich mit ihm werden möchte, aber andererseits finde ich diese Nähe irgendwie sehr angenehm. Jetzt fällt mir auch wieder ein, was ich an ihm nicht mochte und mich abschreckte - er war in meiner (Traum)Erinnerung ziemlich manipulativ und dabei besitzergreifend, ohne daß wir jemals zusammengewesen wären. Ich spürte, daß er nicht frei ist, daß er nicht liebt, sondern aus Ängsten und Eigennutz heraus handelt. Und da er nicht frei ist, würde er es mich ebenfalls nicht sein lassen. Ob sich das inzwischen geändert hat?
Wir befinden uns nun bei irgendeiner Gartenparty in einer Reihenhaussiedlung. Der Garten der Gastgeberin ist groß, aber anscheinend ist das in der Siedlung nicht üblich und nur eine Ausnahme. Jedenfalls erfahren wir dies, als wir den Garten verlassen und eine kurzhaarige blonde Frau treffen, mit der wir uns unterhalten. Während ich mich umschaue, bemerke ich, daß die Gärten vor den Reihenhäusern tatsächlich klein wie Handtücher sind. Abgegrenzt sind sie jedoch nicht durch Zäune, sondern nur durch in den Boden eingefurchte Linien. Es ist hier wohl noch nicht alles fertig. In einem der kleinen Gärten steht ein grau geflecktes Pferd. Kein sehr großes, aber auch kein Pony, vielleicht so eine Shetland-Rasse. Dafür ist es aber um so ungestümer und kaum zu bändigen. Ein Mädchen reitet darauf, und für die ungestüme Kraft des Pferdes ist der handtuchgroße Garten natürlich viel zu klein. Ruckzuck hat es in wilder Geschwindigkeit die Begrenzungslinie übersprungen. Oh je! So geht das aber nicht, höre ich schon die Eltern des Mädchens und die Nachbarn sagen.
Wir haben hinter den Gärten eine grüne Wiese mit rot belaubten Bäumen gefunden. Zumindest halte ich das Terrakotta-Rot der Bäume für Herbstlaub, auch wenn es mich wundert, daß es so gleichmäßig ist. Der Himmel hat sich etwas verdunkelt, da es Abend wird. Wir haben uns auf der Wiese niedergelassen, aber auch das Pferd hat die grüne Fläche jetzt entdeckt. Im wilden Galopp rast es auf mich zu und springt über mich hinweg. Du meine Güte! Da ich mich eh schon flach gemacht habe, strecke ich mich jetzt auf dem Rücken aus und blicke in den Himmel. Die beiden anderen legen sich neben mich und so liegen wir zu dritt auf der Wiese und schauen in den Himmel. Während ich so schaue, bemerke ich, wie sich das Rot der Bäume langsam zu kleinen rechteckigen Fallschirmen aufbläht. Zart schimmert der Himmel durch terrakottarote Organzastoffbahnen. Anscheinend ist ein Wind aufgekommen. Die Fallschirme sind mit Schnüren jeweils am Baum befestigt und heben sich in den Himmel, ohne jedoch wegzufliegen. Gleichzeitig denke ich auch über ihn nach, der jetzt neben mir auf der Wiese liegt und überlege, ob ich eine Affäre mit ihm anfangen soll. Bevor ich zu einer Entscheidung komme, richtet er sich auf und beginnt an einem Bild herumzukritzeln. Ich richte mich ebenfalls auf und sehe mit Erstaunen, daß es ein von mir gemaltes Bild ist. Er muß es von irgendwoher mitgenommen und dann reproduziert haben. Es befremdet mich ein wenig, daß es in seinem Besitz ist und noch mehr, daß er darin herummalt. Das Bild zeigt zum Teil ein Publikum, welches aus dem Bild und zwei Vorhängen herausschaut, so als wären die Betrachter des Bildes auf einer Bühne. Mir fällt auf, daß er nicht nur in den Gesichtern und Details herumgemalt hat, sondern sogar ein Paßfoto von sich ausgeschnitten und mitten unter die Zuschauer geklebt hat. Was soll ich davon nur halten?
In einem anderen Traumfragment stehe ich auf meinem grau-schwarzen Terrazzo-Küchenfußboden und bemerke verwundert, daß er auf einmal ein unregelmäßiges, aber reizvolles Muster aus großflächigen, dekorativ gerankten blauen Blüten enthält. Allerdings waren weder Handwerker da, noch habe ich selbst irgendwas an dem Fußboden gemacht. Ich vermute, daß dieses Muster von unten durch den Boden gedrungen ist, genauso, als wären die Blumen aus Erde hervorgewachsen. Vielleicht eine neue Technologie, um Fußböden von unten, bzw. der anderen Seite aus zu legen oder wachsen zu lassen?
Bemerkung: Das zweite Fragment erinnert mich zum einen an die Geschichte aus meiner Kindheit, als ich den guten Linoleumfußboden meiner Eltern mit Blümchen bemalte, die nicht mehr zu entfernen waren, und zum anderen an die gestern gelesene Aussage aus dem Buch über den Lichtkörperprozeß, daß man in höheren Dimensionen in aus Gedanken geschaffenen Räumen wohnt, welche nur mit Gedankenkraft umgestaltet werden.
"Guten Tag! Wir haben Inland Empire an Sie verschickt." steht in der Mail, die ich gerade im Postfach fand. *auf die Knie fällt und in ekstatische Zuckungen ausbricht*
Das war heute ganz gewiß nicht mein Tag, das wußte ich schon nach dem Aufwachen. Doch da Nichtaufstehen in dieser Dimension sanktioniert wird, bin ich dann doch mehr schlecht als recht meinen terrestrischen Tätigkeiten nachgegangen. Diese Nachricht versöhnt mich aber wieder mit den schweren Schwingungen.
Wenn du Leute triffst, wirst du vielleicht gefragt: "Wie machst du das nur, du siehst einfach großartig aus!" Gib diesen Menschen die Information, daß der Planet ins Licht geht und wir uns in einem Aufstiegsprozeß befinden. Gib ihnen ruhig eine Buchempfehlung. Oder sage ihnen, welche Leute sie beraten könnten. Oder biete deine Telefonnummer an, damit die Person darüber sprechen kann, wenn sie will....
....Bitte iß auch immer, was dein Körper verlangt. Wirf alle Bücher mit Ernährungsregeln fort. Du bist hier, um dem Geist zu folgen, nicht irgendwelchen spirituellen Regeln. Wenn du Vegetarier bist, dein Körper aber ein zweipfündiges Steak essen möchte, dann iß es bitte. Wenn du Keimlinge haßt, dein Körper sie aber gerne essen würde, iß sie bitte. Es kann sein, daß du dich verleitet fühlst, Bier zu trinken. Das liegt daran, daß Bier Bestandteile enthält, die den Körper im Mutationsprozeß unterstützen können. Wirf in bezug auf Ernährung alle begrenzenden Regeln über Bord, denn du wirst finden, daß du sehr merkwürdige Dinge essen möchtest, wie zum Beispiel Spinat mit Zimt. Du wirst auch feststellen, daß dein Schlafrhythmus unregelmäßiger wird. Einmal brauchst du zwei Stunden Schlaf, ein anderes Mal zwölf. Vielleicht wachst du auf und bist müde. Vergiß nicht, daß du ein ungeheures, multidimensionales Wesen bist, das im Schlaf hart arbeitet. Wenn du dich dafür öffnest, auf anderen Ebenen mehr und mehr bewußt zu sein, wird dein physischer Körper so müde werden, als hätte er die Arbeit im Schlaf selbst getan. Wenn dies passiert, sage einfach: "Bitte zieht den Schleier etwas straffer, ich brauche eine freie Nacht."....
...Arbeite mit der Gnade in jedem Bereich deines Lebens. Wenn dein Auto stehenbleibt, rufe: "Gnade, der Motor, bitte!" Wir nennen Gnade den göttlichen Schmierstoff. Wir können dies auch begründen. Erinnerst du dich an die Tetraeder in deinen Feldern, die durch karmische Muster blockiert werden? Wenn du mit irgend jemandem Probleme hast und die Gnade anrufst, läßt sie ihre Energie wie funkelnden Schnee auf die Tetraeder fallen, die sich sofort wieder deblockieren. Du kannst die Gnade wirklich in jeder Situation nutzen, und sie freut sich, helfen zu können - schließlich ist das ihr göttlicher Ausdruck.
(aus "Der Lichtkörperprozeß" von Tashira Tachi-ren)
Wirklich super Ratschläge! Wenn das nächste Mal eine Kollegin zu mir sagt, ich sehe aus wie glücklich verliebt, dann antworte ich einfach: "Äh du, die Erde geht in das Licht und wir gehen alle mit ihr."
Wenn mich das nächste Mal jemand fragt, warum ich ständig müde bin und das sogar nach dem Aufwachen, dann antworte ich einfach, daß ich einen langen Arbeitstag im Multiuniversum hinter mir habe. (Und das ist nicht lustig, ich fühle mich nach dem Schlafen tatsächlich manchmal, als hätte ich zwölf Stunden lang geschuftet. Was für ein Leben! Du arbeitest bis zum Umfallen in höheren Dimensionen und mußt hier dann auch noch stempeln gehen. Gibt es eigentlich irgendwo eine Dimension, in der man nicht arbeiten MUSS?) Und wenn das nichtvorhandene Auto (schließlich kann ich mich ja sowieso bald beamen, bzw. teleportieren) liegenbleibt, dann rufe ich laut: "Gnade, der Motor, bitte!" Mal sehen, wie lange ich noch frei herumlaufe. *gg*
Zulagennummer, Steuernummer, Sozialversicherungsnummer, Personalnummer usw. usf.
Und immer, wenn ich denke, ich hab alle Nummern beisammen, fehlt garantiert noch irgendeine. Kann mir nicht mal jemand so einen Computerchip ins Gehirn einbauen, auf dem alle meine 2000 Nummern gespeichert sind?
schicke meiner Leiterin einen sensationellen Liebhaber, der es ihr von vorne, hinten und von der Seite besorgt, damit sie sich endlich darin erinnert, daß es einen Feierabend gibt und irgendwo auch noch eine Wohnung, die ihr gehört, damit ich abends im Büro endlich meine Ruhe habe und ungestört meine Steuererklärung machen und 300 Anträge ausfüllen kann, ohne dort übernachten zu müssen.
aber die wahre göttliche Erleuchtung, welche die materialistische Wissenschaft gläubig annimmt, obwohl man sie als kühl und reserviert einschätzt, irrt sich gewaltig.
Durch viele Träume hindurch, die ich wieder vergessen habe, begleitet mich wie ein Mantra der Satz "Trauen Sie sich doch!", den ich ständig im Hintergrund zu hören scheine. Schließlich befinde ich mich in einem Lokal, das mich von den Verwinkelungen und Durchgängen her ein wenig an meine ehemalige Stammdisko erinnert. Nur gibt es hier nicht Tanz und Musik, sondern überall kleine Minikameras, ausgelegt auf Tischen und dünn wie ein Papierblättchen, mit denen man sich selbst filmen kann, wenn man möchte. Ich trinke sehr leckere (alkoholfreie?) Cocktails und schlendere durch die vielen Räume, setze mich nirgends hin. Dabei öffne ich eine Tür, die anscheinend zu den Toiletten führt, denn vor mir sehe ich eine Reihe Toilettenabteile. Allerdings höre ich hinter den Abteilen Männerstimmen, deshalb vermute ich, dass ß dies die Männertoilette ist, schließe die Tür und schaue auf das Schild. Es ist zwar ein Männchen zu sehen, aber ein sehr eigenartiges, es ist irgendwie verknotet oder springt gerade, jedenfalls trägt es keinen Rock. Ich finde noch eine zweite Tür mit einem Männchen, auch dieses trägt keinen Rock, aber ich bin mir jetzt sicher, dies muß die Frauentoilette sein. Ich gehe jedoch nicht hinein, sondern vorbei in die Küche. Eine sehr freundliche Frau dort begrüßt mich und bietet mir ein großes, kostenloses Glas Saft an. Sie haben noch welchen übrig, der weg muß. Wow, das ist ja nett! Aber ich winke erst ab und sage, ich wolle sowieso gleich nach Hause gehen. Die Frau antwortet, daß sie sich das schon gedacht hat und irgendwie halte ich dann doch das Glas Saft in der Hand. Das Getränk ist sehr erfrischend. Ich gehe mit dem Glas vor die Tür, dorthin, wo sonst Tische stehen. Jetzt sind sie alle eingeräumt, da es zu kalt geworden ist, um draußen zu sitzen. Mir fällt auf, dassß ich hier erhöht stehe, wie auf einem Berg. Es gibt auch keine andere Straßenseite mit Häusern, sondern ich kann bis zum Horizont eine weite Landschaft überblicken. Gerade geht die Sonne auf (oder geht sie unter?), ein einzelner roter Ball am fast noch schwarzen Himmel und der Anblick, der sich mir jetzt bietet, ist wirklich atemberaubend. Ich bemerke jetzt, daß es geschneit hat, die ganze Landschaft vor mir leuchtet weiß im Halblicht der Sonne, während der Horizont noch im Dunkel liegt. Es ist wunderschön, dauert aber nicht lange, denn kaum wird es heller (oder dunkler), bietet sich wieder ein fast normaler Anblick, der zwar auch schön ist, aber nicht mehr so besonders leuchtet. Ich nehme mir fest vor, hier noch einmal mit dem Fotoapparat vorbeizukommen. Allerdings muß ich dazu die richtige Zeit abpassen und auf einmal bin ich mir nicht sicher, ob das nun ein Sonnenaufgang oder ein Sonnenuntergang war und wie spät es überhaupt ist. Es ist, als hätte ich jegliche Zeit und das dazugehörige Zeitgefühl verloren, was mich leicht verwirrt. Ich denke mir dann aber, daß es jedenfalls die Grenze zwischen Tag und Nacht sein muß, von welcher Seite aus gesehen, dürfte wahrscheinlich egal sein. Jetzt treffe ich im Lokal eine ehemalige Kollegin von mir. Sie trinkt einen Cocktail und will gleich wieder weiter. Wir stellen uns draußen vor das Lokal, wo ich die schöne Aussicht hatte, und unterhalten uns. Während sie ihr Glas hält, fällt mein Blick einige Male auf einen breiten silbernen Ring, den sie am Finger trägt. Schließlich zieht sie weiter und ich sehe sie von oben nur noch als winzig kleine Gestalt auf der Straße unter mir laufen. Sie zieht einen Rolli hinter sich her und trägt einen sehr breiten und sehr langen Poncho mit mexikanischen bunten Mustern. Er reicht fast bis auf den Boden und darunter schauen nur ihre nackten Füße hervor. Mir fällt auf, daß sie sehr schlanke Fesseln hat. Der Poncho ist mir vorher gar nicht aufgefallen.
Bemerkung: Der Anblick der leuchtenden Landschaft erinnert mich im unteren Teil ein wenig an dieses Foto, welches ich gestern in einer Dokumentation über den Fotografen Rene Groebli sah.
Die Rechtschreibreform, bzw. die Reformen, denn inzwischen sind es ja schon mehrere, habe ich von Anfang an mehr als so eine Art Spießbürger Schildbürgerstreich gesehen. Wenn ich jetzt so nach und nach auf die einzelnen Regeländerungen treffe (was sich deshalb bis heute hinzieht, da mir dieser Käse eigentlich am A... vorbeigeht), dann frage ich mich nur noch, was die verantwortlichen "Experten" eigentlich dafür bekommen haben, sich diese große Sch..... auszudenken.
Was bitte schön soll denn "aufwändig" mit ä? Man kann zwar sagen, es komme von "Aufwand", aber für mich kommt es erst einmal von "aufwenden" oder heißt es neuerdings "aufwanden"? Und wieso werden die Endungen von "notwendig", "inwendig", "auswendig" usw. dann immer noch mit e geschrieben? Wie soll man denn so noch vernünftig dichten können?
Jetzt muß ich mir bloß endlich wieder angewöhnen, statt diesem beknacktem ss, dass- einen ganz sssssssssenil macht, wieder ß zu tippen. Das ist eh viel praktischer, gelingt aber noch nicht immer.
Ich habe wirklich seit langem keinen so guten Film mehr gesehen. Anfangs habe ich mich kurzzeitig gewundert, warum Grenouille so sympathisch dargestellt wird, aber dann stellte ich fest, dass gerade dies diese subtile Spannung aufbaut, die weniger aus der Handlung als vielmehr aus den ambivalenten Gefühlen beim Zuschauen entsteht. Genau das macht den Film auch so nachdenkenswert. Die Handlung ist eine Parabel und den Schlüssel dazu erhält man nur, wenn man nicht nur auf die äußeren, sondern auch auf die inneren Vorgänge schaut. Aus diesem Grund sind für mich die "Schnüffelszenen", die von manchen als unnötige Längen gesehen werden, unbedingt notwendig, denn sie geben dem Zuschauer die Gelegenheit, sich in die Wahrnehmungwelt Grenouilles hineinzuversetzen. Dies ist ungeheuer faszinierend und auch gar nicht so schwer. Durch Kamera, Regie und Schnitt, wurden diese Szenen so gut dargestellt, dass man die vielfältigen Gerüche bald selbst wahrzunehmen meint. Ich kenne das Buch noch nicht, aber der Film hat mich darauf so neugierig gemacht, dass ich es auf jeden Fall lesen werde.
Nachdem im Sommer freitags, wenn Herr N. nicht auf Arbeit war, oft ein Spatz durch das offene Fenster bis in das Büro hineinhüpfte und sich neugierig umschaute, besuchte uns heute abermals ein Spatz, wahrscheinlich derselbe. Wegen der Kälte hatten wir die Fenster geschlossen, da hörten wir plötzlich so ein leises Picken an der Scheibe. Der Spatz hatte sich bis an diese herangewagt und drückte nun seine Nase den Schnabel an das Glas, äugte neugierig hindurch und pickte dagegen. Das tat er eine ganze Weile, fast, als wolle er auf sich aufmerksam machen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Und auch Herr N. meinte, sowas sei ihm noch nicht untergekommen. Das sei jetzt das Highlight des Tages gewesen und wir könnten nach Hause gehen. *gg*
Viele Türen und viele Räume, ein flaches Wasser, durch welches man zumindest am Ufer auf den Grund schauen kann. Ein Schutzdraht an einigen Holzpfosten grenzt das Ufer ab, jedoch sind Pfosten so locker und wacklig, dass der Draht schon fast auf dem Wasser aufliegt. Mein Blog und ein neues Blog von mir, das niemand liest, weil es niemand kennt. Statt in Anthrazit ist es ganz in Grau gehalten. Familienausflug mit Kaffeetrinken in einem Garten (vielleicht den von Tante Christa, wie im letzten Jahr). Eine Gartenparty soll stattfinden und ich sage, dass ich bald gehe. Auf Nachfrage erkläre ich meiner Schwägerin, dass ich keine Gartenpartys mag, zumindest nicht solche, mit vielen und fremden Menschen. Zwischen den zahlreichen Türen treffe ich Kollegin K.. Wir gehen zu einer Sitzecke mit Tisch und nehmen Platz zum Mittagessen. Außer uns sitzen noch andere Leute am Tisch, auch ein Blogger mit blauer Latz(Arbeits-)hose, von dem ich aber nicht weiß, wer das ist. Trotzdem weiß ich, dass es ein Blogger ist. Beim Essen schaut er ständig in meine Richtung, als ob er mich beobachten würde. Es gibt Milchreis mit Zimt und auf dem Tisch stehen viele Schüsseln, keine Teller. Es wird auch aus Schüsseln gegessen. Ich bin der Meinung, dass ich zu wenig Milchreis abbekommen habe, denn die Schüsseln sind schon wieder leer. Aber egal, diesmal kümmert es mich nicht sehr. Jemand zieht mich vom Tisch weg. Ich habe etwas schlechtes Gewissen, das schmutzige Geschirr einfach stehen zu lassen, doch das ist wohl ok so, hoffe ich.
Bemerkung: Ich sollte mal wieder Milchreis kochen. Welcher Blogger trägt eine blaue Arbeitshose mit Latz?
Wie man wahrscheinlich merkt, schwelge ich gerade in Erinnerungen, wobei "schwelgen" eigentlich das falsche Wort ist, denn ich kann absolut nicht mehr nachvollziehen, was ich während meiner Pubertät an A-ha so super toll fand. So wie ich heute das wandelnde Kühlaggregat für meinen Kumpel bin, war ich damals der wandelnde Plattenspieler für meine Schulfreundin, weil ich ALLE Lieder in der richtigen Reihenfolge und mit sämtlichem Text auswendig konnte und auch immer freiwillig in kargen Jugendherbergen vorgesungen habe, wenn ihr nach Musik war. Und ich kann sie heute noch, merke ich gerade.
Bei Traumzeit fand ich gerade einen tollen Link zu einer umfangreichen Horoskopdatenbank mit ausgefeilten Suchmethoden. Natürlich habe ich das gleich mal ausgetestet und gesucht, wer ebenso wie ich Sonne und Aszendent im Löwen, Mond und MC im Widder hat. Und wen finde ich?
welche mich heute besonders beschäftigt, ist diese, warum es Oblaten-Lebkuchen immer nur in zwei Verpackungskonstellationen gibt - entweder alleine mit ausschließlich Schoko-Oblaten-Lebkuchen oder eine Mischung aus Schoko- und Zuckerguß-Oblaten-Lebkuchen. Nun mag ich aber die Zucker-Oblaten-Lebkuchen am liebsten und will die Schoko-Oblaten-Lebkuchen gar nicht kaufen. Ich kaufe sie nur gezwungenermaßen mit, da es aus mir unerfindlichen Gründen keine Verpackungen mit ausschließlich Zucker-Oblaten-Lebkuchen gibt. Und so viel ich auch grüble und grüble, ich kann nicht wirklich einen zwingenden Grund für diese Zwangs-Schoko-Verordnung erkennen. Da ich zuviel Wilson gelesen habe, tippe ich auf eine geheime Verschwörung.
Tatsächlich war der Roboter früher einmal ein menschliches Wesen gewesen. Dann trat er ins U. S.-Marinekorps ein, wo sie ihn ins Rekrutenlager schickten und ihm eine Gehirnwäsche verpaßten. Natürlich hatten die Marinesoldaten keine Ahnung, was eine Gehirnwäsche ist. Sie nannten diesen Prozeß «aus einer Landratte einen Seemann machen». Er bestand darin, Prägungen und Reflexe des Gehirns durch Stress, Schock und ständige Demütigung zu knacken und ihm dann ein neues Programm von Prägungen und Reflexen aufzuzwingen. Alle militärischen Organisationen verfuhren so, ohne zu wissen, daß es sich dabei um Gehirnwäschen handelte. Das halb roboterisierte, halb menschliche Produkt des Rekrutenlagers war dann einer von den glücklichen zwanzig - oder unglücklichen zwanzig -, die vom Geheimdienst für ein Spezialtraining ausgewählt worden waren. Dort wurde es ein zweites Mal einer Gehirnwäsche unterzogen. Die Fachleute, mit denen es diesmal zu tun hatte, waren intellektueller als die Schleifer im Rekrutenlager, aber auch sie hätten ihre Arbeit nie als Gehirnwäsche bezeichnet. «Gehirnwäsche » war das, was der Feind machte, glaubten sie. Was sie machten, nannten sie «aus einem dummen Seemann einen cleveren Geheimdienstler machen». Sie operierten mit Stress, Schock, Indoktrination, Hypnose, LSD und anderen Konditionierungstechniken. Der daraus resultierende Humanoid wanderte anschließend nach Rußland ab, wo ihm der KGB eine dritte Gehirnwäsche verpaßte. Was dabei herauskam, war dann wirklich ein Komischer Dreh: unter normaler Hypnose schien er genau das zu sein, was er behauptete, ein aufrichtiger Anhänger des russischen Lebens; unter bewußtseinsverändernden Drogen und tieferer Hypnose war er Agent der amerikanischen Naval Intelligence, wie der KGB von Anfang an vermutet hatte. Sie gaben nicht auf und unterzogen ihn einer vierten und fünften Gehirnwäsche, bis er nach Unistat zurückkehrte, um seinen Vorgesetzten Bericht zu erstatten und dem KGB als Perspektivagent zu dienen. Daraufhin reprogrammierte ihn der amerikanische Geheimdienst der Marine noch einmal und stieß dabei auch auf die dritte Schicht, an die nicht mal der KGB rangekommen war. Diese Schicht funktionierte wie der Falltür-Code im Computer und war für jeden, einschließlich des programmierten Agenten selbst, unerreichbar, mit Ausnahme derjenigen, die sein Losungswort kannten, in diesem Fall zufällig «Fischhändler », weil der Psychologe der Naval Intelligence, der dieses System erfunden hatte, ein Fan von Charles Fort war. Jetzt verfügte der Geheimdienst der Marine also über einen Mann, beziehungsweise das, was einmal ein Mann gewesen war, der vom KGB voll akzeptiert wurde und sich sogar vor sich selbst als einer der ihren identifizierte, der aber auf das Kommando «Fischhändler» automatisch zu einem objektiven Beobachter der Naval Intelligence wurde. Sullivan war genau der dreiundzwanzigste, der diese Komischen Drehs durchlaufen hatte. An diesem Punkt schnappten ihn sich die Zeitzwerge von Zeta Reticuli mit einer klassischen Begegnung der dritten Art. Alles, an was er sich später erinnern konnte und entweder dem KGB oder der Naval Intelligence erzählte, war, daß ein blitzendes Licht aus dem Himmel geschossen war und ihn gelähmt hatte, bis er sich plötzlich drei Tage später in einer völlig fremden Stadt wiederfand. Man erklärte sich das mit einer Art Gehirnzuckung, die auf die vielen Prägungen und Neu-Prägungen zurückzuführen war, die er durchlaufen hatte. Aber die Reticulaner führten ihn jetzt als Nummer 137 ihrer terranischen Agenten. Sein Ausweis identifizierte ihn als Frank Sullivan aus Dublin, Irland, und selbst, als man ihn einer Gehirnwäsche oder «Grundausbildung», wie es hieß, in der provisorischen Irisch-Republikanischen Armee unterzog, blieb diese Maske bestehen. Weder er noch sonst jemand konnte sich erinnern, daß er als Lee Harvey Oswald zur Welt gekommen war...
...Absonderliche Botschaften erschienen auf dem Bildschirm des Computers: SL LR MS GRÜNE TRÄUME BEFRAGEN X1826 PCS M. Y. o. B. (KÜMMER DICH UM DEINEN EIGENEN DRECK). Simon Moon ergriff das Mikrophon und stürzte sich in eine lange zusammenhanglose Rede über das Drogenproblem. In jeder größeren Stadt, schien er sagen zu wollen, leben Tausende von Leuten, die unbedingt Dope brauchen. Aus allen möglichen Gründen können alle diese Leute einfach nicht leben, ohne high zu sein. Er schätzte die Zahl der betroffenen Erwachsenen in ganz Unistat auf gut über hundertfünfundzwanzig Millionen. Ihre Sucht umfaßte, beschränkte sich aber nicht auf Valium, Marihuana, Miltown, Aufputschmittel, Beruhigungsmittel, LSD, Zigaretten, Alkohol, Aspirin, DMT, Kokain, Peyote und Coca-Cola. Er rief alle verantwortungsbewußten Bürger auf, ihr überschüssiges Dope zu spenden und in jeder Stadt einen riesigen Stapel davon anzulegen, den man «öffentlichen Trog» nennen wollte und aus dem sich die Bedürftigen das nehmen konnten, was sie brauchten, um überhaupt zu funktionieren. Plötzlich flammte im Fenster neben ihm Licht auf und gab den Blick auf eine indische Prinzessin in tantrischer Verzückung mit einem UFOnauten frei. «Ewige Schlangenkraft», tobte Simon. «Wenn wir alle auf einmal die Kundalini erheben, stoßen wir vielleicht durch die dunkle Nacht der Seele vor zur goldenen Dämmerung. Drei Uhr früh ist die schlimmste Zeit - der Gipfel aller UFO-Kontakte, Morde, Selbstmorde und schlechten Trips.» Eine brutale Herde von Cromagnons kam über den Hügel gestürmt und fing an, die Alten Astronauten zu Tode zu prügeln. Die Cromagnons waren groß, blond und arisch, die Astronauten hatten die blaue Haut von Krishna und Quetzalcoatl.
(aus "Schrödingers Katze - Die Brieftauben" von Robert Anton Wilson)
Ich sah Koba zur vereinbarten Zeit kommen. Aber Koba kam immer zur vereinbarten Zeit, wo, wann und bei welchem Wetter auch immer. Im übrigen kam er auch nicht wirklich. Er war plötzlich da, ohne daß man ihn hätte kommen sehen. Er nahm Gestalt an, wie die Personen einiger biblischer Geschichten. Vielleicht weil er Jude war, besaß er diese biblische Kraft plötzlicher Inkarnation.
(aus "Schreiben oder Leben" von Jorge Semprun)
Ich finde mich in einer mir unbekannten großen Wohnung wieder, von der ich realisiere, dass es wohl meine eigene neue Wohnung ist. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob sie mir tatsächlich schon gehört oder ob ich sie erst besichtige. Außerdem liegt sie wohl in meinem ehemaligen Elternhaus und ich frage mich, warum man mir wohl dort eine Wohnung geben sollte, denn schließlich arbeite ich ja nicht bei der Kirche. Doch ich stehe in dieser Wohnung und je mehr ich sehe, um so sicherer bin ich, dass ich sie unbedingt haben will. Der Wohnraum, den ich jetzt überblicke, ist riesig. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Möbel so klein sind, sie sehen richtig etwas verloren darin aus. Ich überlege mir, dass ich bei so viel Platz auch noch einen Eßtisch mit Stühlen hineinstellen könnte. Neben dem großen Zimmer liegt ein sehr viel kleineres, in welchem ich meinen Schreibtisch unterbringen möchte. Dann fällt mir auf, dass ich noch gar kein Schlafzimmer gesehen habe. Sollte es etwa gar kein anderes Zimmer mehr geben? Außerdem beunruhigt es mich ein bißchen, dass ich bisher keine Verbindung zur Natur gefunden habe, weder etwas Grünes noch einen Balkon. Ich weiß nicht, ob ich so auf Dauer leben könnte. Ich suche in dem großen Wohnzimmer nach weiteren Türen zu anderen Zimmern und werde fündig. Dabei bemerke ich eine Meise, die gegen das Wohnzimmerfenster fliegt. Also gibt es hier wohl zumindest Vögel. Durch die neue Tür gelange ich in einen riesigen Gang, von dem ich erst meine, dass er anscheinend nicht mehr zur Wohnung gehört, denn er wirkt wie ein Hausflur. Dann entscheide ich aber mehr oder weniger, dass er doch zur Wohnung gehört. Vom Gang geht eine Tür ab, hinter der ich hoffe, das Schlafzimmer zu finden. Was ich hinter der Tür entdecke überrascht mich. Es ist eine Art offener Wintergarten. Die Wand am anderen schmalen Ende des Zimmers fehlt gänzlich und der Raum geht nahtlos in eine große Terrasse über. Das Zimmer selbst ist wie ein verwunschener Garten mit grünen Pflanzen und dekorativen Ruinenresten eingerichtet. Griechische Säulen ragen zerbrochen in die Luft. Um den Garten zu betreten muss man einige flache Steinterrassen hinunterschreiten. Wow, wie klasse! Nun bin ich mir absolut sicher, dass ich diese Wohnung will, egal ob mit Schlafzimmer oder ohne. Zurück auf dem Gang bemerke ich, wie eine Gestalt schattenhaft an mir vorbeihuscht. Ich drehe mich um und sehe noch eine zweite Gestalt vorbeigehen. Latschen hier etwa fremde Leute durch meine Wohnung? Ich rufe ihnen etwas hinterher und sie wenden sich mir zu. Leider kann ich mich nicht erinnern, was sie antworteten. Auffällig ist ihre Kleidung. Es sind lange bunte Gewänder und auf dem Kopf tragen sie eine Art flachen Turban. Sie wirken irgendwie altertümlich.
Bemerkung: Kein Wunder, dass ich das Schlafzimmer nicht finde. Ich schlafe ja eh nicht mehr. *fg*
auf dem Balkon im Winter macht alleine deshalb schon keinen Spaß, weil man in den Zeiten, in denen man zur Gartenarbeit kommt, nichts mehr sieht. Woher soll ich wissen, ob ich gerade die dunkelrote oder die orangefarbene Heide pflanze, wenn es stockduster ist?
Zu Ehren der Muttergöttin Kybele kastrierte sich der syrische Vegetations-Gott Attis. Seine Jünger machten es ihm nach und kastrierten sich gleichfalls. Schließlich infiltrierte die Sekte auch Rom und übte großen Einfluß auf die frühe Christenheit aus, wo Origen, ein bedeutender Theologe seiner Zeit, sich nach dem Vorbild der Attis-Sekte kastrierte. Später schworen die christlichen Priester den Eid des Zölibats und erhoben die Kastration damit in einen psychologischen Bereich. In Rußland kastrierten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein (manchmal heißt es sogar, bis ins 20.) die Skopsi, eine gnostisch-christliche Sekte. Ähnliche Überzeugungen und Praktiken haben wir auf über 23 Millionen Planeten gefunden, wo man daran glaubte, daß Geschlechtsverkehr schlecht für die Ernte sei. Umgekehrt haben wir aber auch auf über 17000 Planeten Verherrlichung der Sexualität und phallische Götter entdeckt. Dort verkündeten die Schamanen, daß Geschlechtsverkehr gut für die Ernte sei. Die Erde war einzigartig, denn auf ihr predigten miteinander wetteifernde Schulen von primitiven Magiern und Theologen beide Theorien. Fast ein ganzes Jahrhundert vor der Wilson-Ära demonstrierte sogar ein englischer Anthropologe namens Sir James George Frazer in seinem epochalen zwölfbändigen Werk Der Goldene Zweig, daß alle einander widersprechenden Systeme der terranischen Religion von einer dieser beiden primitiven schamanisti-schen Ideen abstammten. Die Puritaner waren Attisianer, die dem Klüngel von Ideen und Assoziationen folgten, die dem Glauben entsprangen, daß Geschlechtsverkehr schlecht für die Ernte ist. Die tantrischen Hexen und andere Untergrundsekten, mit denen unser erhabener Barde offensichtlich engen Kontakt pflegte, glaubten dagegen, daß Geschlechtsverkehr gut für die Ernte ist. Und so ist es der politischen Macht der Puritaner zuzuschreiben, daß ein Großteil der Brieftauben in verschlüsselter Form abgefaßt wurde.
(aus "Schrödingers Katze - Die Brieftauben" von Robert Anton Wilson)