erfuhr ich gerade von meiner Mutter. Während ich
dieses vom Reisen träumte, träumte sie ebenfalls vom Reisen, und zwar folgendes:
Sie ist mit mir verreist und in einer fremden Stadt unterwegs. Ich bin wie immer noch sehr klein (sie träumt nur von mir als kleinem Kind, während sie von meinem Bruder überhaupt nicht träumt) und hatte aber trotzdem schon einen kleinen Rollkoffer, den ich hinter mir her zog. Aus irgendeinem Grund mußte sie einen Tag früher nach Hause fahren, wollte aber, daß ich noch bleibe und alleine hinterherkomme. Als sie dann zu Hause war, lag sie auf dem Bett und machte sich große Sorgen, daß ich es vielleicht allein nicht schaffe, daß sie mich nicht hätte zurück lassen dürfen und mich besser hätte mitnehmen sollen. Plötzlich sah sie Schatten über sich, öffnete die Augen, und da stand ich, mit meinem kleinen Rollkoffer in der Hand, und beugte mich über sie. Sie meinte, sie ist nach dem Traum richtig froh aus dem Bett gesprungen.
Sie war froh, daß ich angekommen bin - ich war in meinem Traum ebenfalls froh, daß ich angekommen bin. Fast wäre es ja auch schiefgelaufen, weil ich noch am Meer rumbummeln mußte. Die Sorgen waren also nicht unberechtigt. *gg*
Ein Klient steht im Zimmer und erklärt, daß er in die "stationäre Entlüftung" müsse. Erst nach einigen Sekunden dämmert mir, daß ich mich wohl verhört habe und er "stationäre Entgiftung" gesagt hat. Ich hatte mich schon gefragt, was man wohl mit den Leuten in der stationären Entlüftung macht. Die Luft aus dem Kopf lassen?
Im Traum hatte ich die unumstößliche Gewißheit, daß ich eines nicht mehr allzu fernen, besser gesagt - erschreckend nahen Tages, der bereits feststeht und mir im Traum bekannt war, mit jemandem schlafen und schwanger werden würde. Dieses Wissen war keine bloße Ahnung inneren Ursprungs, sondern steht offen festgeschrieben und ist als etwas normales und alltägliches jedem zugänglich, in etwa so, als würde man auf einen Fahrplan schauen, außerdem ist es unabwendbar. Selbst, wenn ich nun mit diesem Wissen jeglichem Sex aus dem Weg gehen würde, geschähe es trotzdem, es ist nicht beeinflußbar. Allerdings wunderte ich mich darüber, woher man vorher wissen könne, daß ich genau an diesem Tag tatsächlich Sex haben würde, auch wenn ich mir vornehme, keinen zu haben.
Bemerkung: So langsam werden mir diese vielen Schwangerschaften unheimlich.
Im letzten Licht des Tages betrachte ich das Meer. Es dunkelt schon, doch auf dem Wasser selbst liegt ein zauberhaftes Leuchten, rosa und silberhell changierend. Die Möwen über dem Wasser dagegen sind in der Ferne nur noch als schwarze Silhouetten auszumachen, erst wenn sie näher kommen, beginnen ihr Gefieder und ihre Augen mondfarben zu schimmern. Eine Möwe nach der anderen segelt über mich hinweg, wobei sie gefährlich tief fliegen, so daß ich jedesmal meinen Kopf einziehe in der Befürchtung, sie könnten dagegenprallen. Ihre Bäuche leuchten wie der Vollmond in der Nacht. Da sie so nah sind würde ich sie gerne mit dem Fotoapparat einfangen. Ich knipse verschiedene Bilder vom Meer und versuche auch die Möwen auf das Bild zu bekommen. Auf einmal werden es so viele, daß sie Himmel und Meer verdunkeln, eine riesige schwarze Wand, die über mich hinwegzieht. Ich hocke mich hin, die Hände schützend über dem Kopf und schaue nach unten, ebenfalls zum Schutz. Tief streift der Schwarm über mich hinweg, fast kann ich ihre Flügel an meinen Haaren spüren und der Lärm, den sie machen, ist ohrenbetäubend. Ich fühle mich an "Die Vögel" von Hitchcock erinnert, glücklicherweise greifen sie aber nicht an, auch wenn sie nicht viel Rücksicht auf Hindernisse nehmen. Dies geht minutenlang so, im Traum schätze ich eine Viertelstunde - es müssen Millionen von Möwen sein. Langsam verebbt der Lärm und das Meer liegt wieder leuchtend und still vor mir. Nur einige Zurückgebliebene kreisen noch darüber. Wieder versuche ich zu fotografieren, befürchte aber, daß es jetzt zu dunkel ist und suche das Nachtprogramm an der Kamera. Auf dem Display erkenne ich nicht nur das Meer und die Möwen, sondern auch den Schattenriß einens Segelschiffes. Klasse!
Nun befinde ich mich in einem Bus, der durch den Spreewald fährt, und siedend heiß fällt mir ein, daß ich dadurch, daß ich mich so lange am Meer aufgehalten habe, wahrscheinlich die Station verpasst habe, wo ich aussteigen wollte, als wäre dieses ganze Erlebnis mit den Möwen im Bus geschehen. Gerade jetzt hält der Bus an einer Haltestelle und im letzten Moment springe ich hinaus. Ich habe vor, zurückzulaufen, allerdings weiß ich gar nicht genau, wo ich mich befinde. Auf einer Schautafel lese ich "Stadt Kärchen". Die kenne ich gar nicht und weiß auch nicht, wie weit sie vom Dorf meiner Großeltern entfernt ist, wo ich eigentlich hin möchte. Hm.
Ich wandere die Straße weiter, die der Bus gekommen ist - sie beschreibt jetzt eine recht enge Kurve - und tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf. Was ist, wenn ich mich verlaufe und die Strecke nicht mehr wiedererkenne, die der Bus gefahren ist? Was ist, wenn ich noch durch mehrere Dörfer muß und dazwischen durch Wald und Flur, obwohl dann schon die Nacht hereingebrochen ist? Ich befürchte, daß es eine dumme Idee war, zurücklaufen zu wollen, und daß es besser wäre, an der Haltestelle, wo ich ausgestiegen bin, nach einem Bus zu schauen, der zurückfährt. Entschlossen mache ich kehrt und überquere die Straße direkt an der Kurve, was sich als recht gefährlich erweist, denn es ist jetzt keine Straße mehr, sondern eine Bahntrasse und ein blauer Zug brettert direkt hinter mir um die Kurve, so daß ich erschrocken auf den Gehsteig springe. Die linke Seite des Gehsteiges ist mit einer hohen Holzpalisade begrenzt, welche über und über mit blauen Clematisblüten übersät ist, die wie Trauben daran hängen. Ich halte jetzt Ausschau nach Bushaltestelle oder Bahnhof, aber selbst, als ich meine, an den Punkt zurückgekehrt zu sein, wo ich ausgestiegen bin, kann ich nichts derartiges erkennen. Meine Unruhe steigert sich. Hier irgendwo muß doch etwas sein, wo ein Zug oder Bus hält. Der Gehsteig geht in eine seltsame hölzerne Plattform über und überall sind Geländer. Ein tiefergelegtes Häuschen, welches ein Bahnhof sein könnte, entpuppt sich als leere Fahrerkabine, auch wenn mir nicht klar ist, was diese mitten auf dem Gehsteig macht. Ich gehe um ein Geländer herum und auf der anderen Seite finde ich Wasser, das gegen einen schrägen Kai schwappt. Noch immer habe ich keine Idee, wo ich mich befinde, aber mein Bruder steht plötzlich da, zeigt auf das Wasser am Kai und fragt: "Erinnerst du dich noch daran, als das Wasser viel höher stand?" Ich nicke, ja, ich erinnere mich, aber ich habe jetzt andere Sorgen. Noch immer schaue ich aufgeregt umher, um eine Bushaltestelle oder einen Bahnhof zu finden. Mein Bruder beobachtet mich dabei und erklärt schließlich: "Nun komm doch endlich mit rein. Wir sind hier auf einem Schiff und können damit ganz gemütlich bis nach Potsdam schippern. Es gibt auch Schlafmatten." Ui, wir sind hier auf einem Schiff? Erst jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Und die Vorstellung mit einem Schiff auf Hängematten bis nach Potsdam zu schippern, hat was. Das ist super! Puh, da bin ich aber froh, daß ich keinen Bus und keinen Weg mehr suchen muß, sondern sozusagen schon angekommen bin. Meine Unruhe ist verflogen. Ich fühle mich jetzt ruhig und sicher, und gehe ins Schiff hinein. Dort erwartet mich auf einem Stuhl sitzend meine verstorbene Großmutter, dieselbe, die in dem Spreewalddorf wohnt, wo ich hin wollte. Sie ist also auch hier und grinst schelmisch, während sie eine rosa Flüssigkeit in ein Likörglas mit Stiel gießt. Dann zieht sie ein dummes Gesicht und dreht das Glas mit einem Ruck um, so daß die Öffnung nach unten zeigt. Aber das Erstaunliche ist, daß kein Tropfen Flüssigkeit hinausläuft. Die rosa Flüssigkeit schimmert weiterhin im Glas und scheint fest wie Gel. Das wiederholt sie, noch einmal ein besonders dummes Gesicht ziehend, so als wüßte sie überhaupt nicht, wie sowas sein kann, und ich beginne lauthals zu lachen, zeige mit dem Zeigefinger auf das Glas, als mein Bruder eintritt. Das muß doch bestimmt irgendein Scherzlikör sein, solchen Unfug hat sie ja schon immer gerne getrieben. Es stehen jetzt vier Gläser mit rosa Likör bereit und ein Mann kommt zu uns dreien hinzu. Vielleicht mein Großvater, aber ich erkenne ihn nicht als diesen, es scheint ein Fremder zu sein. Meine Großmutter reicht mir und den anderen ein gefülltes Likörglas und wir vier stoßen feierlich zusammen auf die Schiffsreise an.
Es ist überaus wichtig, sich bei der Mitteilung der Tranceerfahrungen nicht verleiten zu lassen, die Bilder zu analysieren, als handle es sich nicht um wirkliche Erfahrungen...
...Jungianer betrachten Tranceerfahrungen oft als symbolische Ereignisse. Diese Erfahrungen sind jedoch nicht symbolisch im Sinne des Wortes, in dem Symbole "bloße Wegweiser für die Kommunikation über abstrakte Dinge" sind. Es handelt sich hier nicht um abstrakte Ereignisse, sondern um Wahrnehmungen einer Wirklichkeit, die wir sehen, riechen, schmecken, berühren und hören können. Im metamorphischen Sinn hingegen kann man Tranceerfahrungen manchmal sehr wohl "symbolisch" nennen. Sie zeigen auf, was für den einzelnen am wichtigsten ist, so wie auch Träume sich in Symbole kleiden, die aufgrund der persönlichen Lebenserfahrung ganz bestimmte Assoziationen hervorrufen.
Die Überlieferung der Puebloindianer ist ein weiteres Beispiel dieser metaphorischen Symbolik. Die Puebloindianer glauben, Menschen könnten einem Geist nicht direkt ins Gesicht blicken und weiterleben; deshalb tragen die Geister Masken, damit die Menschen sie unbeschadet ansehen können. Außerdem weiß man, daß sie bestimmte Masken als Erkennungszeichen für ihre Menschenfreunde tragen...
...Die Traumdeutungsmethoden sind Hilfsmittel, , die sich gut auf das Verständnis von Tranceerfahrungen übertragen lassen.
(aus "Ekstatische Körperhaltungen" von Belinda Gore)
Eine Kollegin betrat heute das Büro, streckte die Nase in die Luft und meinte: "Hmmm, das riecht ja so anders hier......so....so blumig. Hach, ist das schön." Dabei schnüffelte sie begeistert herum. Kein Wunder, Herr N. hatte ja Urlaub, kein Mottenkugelmief wie sonst. Sie sagte, daß man im Treppenhaus immer genau riecht, wo Herr N. entlanggegangen ist. Das kann ich mir gut vorstellen, wobei ich den Unterschied allerdings kaum noch merke. Da ist wohl schon eine Gewöhnung eingetreten. Ich hoffe nur, daß mein Geruchssinn nicht bereits wegen des Mottenkugelangriffs verkümmert ist, denn so wird es viel schwieriger der Spur der Mottenkugeln zu folgen.
Der Kaiser des südlichen Meeres hieß Shu (Kurz). Der Kaiser des nördlichen Meeres hieß Hu (Plötzlich) und der Kaiser der Mitte hieß Hun-tun (Chaos). Shu und Hu trafen sich von Zeit zu Zeit im Gebiet des Hun-tun und Hun-tun war sehr großzügig zu ihnen. Shu und Hu berieten, wie sie seine Freundlichkeit erwidern könnten. "Alle Menschen", sagten sie, "haben sieben Öffnungen. Zum Sehen, Hören, Essen und Atmen. Allein Hun-tun hat keine. Versuchen wir doch, ihm welche zu bohren!" Jeden Tag bohrten sie ein Loch, und am siebenten Tag starb Hun-tun.
(Chuang-Tzu)
Mal abgesehen davon, daß hier offensichtlich Öffnungen vergessen wurden, fällt mir dazu seltsamerweise
DAS und
DAS ein.
Es gibt etwas an meiner Bereichsleiterin, die in der Hierarchie schon etwas über meiner unmittelbaren Vorgesetzten steht, was mich enorm irritiert. Immer, wenn wir uns begegnen und grüßen, schaut sie SOFORT auf meine Schuhe. In selteren Fällen auch auf das Oberteil, das ich gerade trage. Das finde ich irgendwie merkwürdig. Ich mein, ich trage weder besonders ausgefallene, noch besonders unpassende Schuhe oder Oberteile. Wenn mir andere Kollegen ebenfalls auf meine Schuhe starren würden, ok, dann würde mir das vielleicht zu denken geben, daß irgendwas nicht stimmt, aber es ist absolut nur meine Bereichsleiterin. Alle anderen schauen mir ins Gesicht. Ich muß ehrlich sagen, daß dies etwas ist, was sie mir unsympathisch macht, weil ich mich stets frage, was denkt sie wohl, wenn sie derart interessiert an meinem Schuhwerk ist und dabei vergißt, mir ins Gesicht zu schauen. Ist sie vielleicht so oberflächlich, daß Klamotten und Äußeres für sie am wichtigsten sind? Braucht sie etwas zum Tratschen? Ein bißchen fühle ich mich bei dem prüfenden Blick auch kontrolliert. Ungefähr so wie früher, wenn meine Mutter nachgeschaut hat, ob meine Ohren sauber sind. Ich habe keine Ahnung, was sie an meinen Schuhen so magisch anzieht, aber das nächste Mal sollte ich vielleicht einfach mal fragen. Schon beim letzten Mal konnte ich mir ein "Warum starren Sie eigentlich immer auf meine Schuhe?" kaum verkneifen.
Eines der Bilder vom ersten selbstentwickelten Film. Belichtet mit der Pentacon FM von meinem Vater. Film HP5, ISO 400.
Das Stoppbad habe ich ganz profan mit Essigessenz angesetzt und als Netzmittel destilliertes Wasser mit etwas Spülmittel benutzt.
Die Fotos sind schrecklich geworden. Man sieht, daß das Ganze mehr experimentellen Charakter hat. Aber spannend war es trotzdem, besonders, wenn man dann nach dem "Auspacken" tatsächlich Bilder auf dem Film sieht. *gg*
Kafka hatte im Haus seiner Eltern Pornos versteckt. Welch eine Sensation! *gähn*
Am meisten wundert mich an diesem Artikel jedoch die Aussage, daß man mit einem "Heiligen-Image" des Literaten aufräumen müsse. Ja lesen denn die Leute Kafka nicht???
Mir ist es schon ein Rätsel, wie so ein Image überhaupt entstehen konnte. Wer solche Sachen wie "Die Verwandlung", "Der Prozeß" und "In der Strafkolonie" geschrieben hat, der kann beim besten Willen kein Heiliger sein, nicht im Sinne sexueller Reinheit. Das strotzt doch alles vor Lust, Lust am Leiden, masochistischer geht es schon nicht mehr. Ein Masochist möchte zwar manchmal vielleicht ein Heiliger sein, steigt aber dafür um so tiefer in die Abgründe menschlicher Triebe hinab. Ein wirklicher Heiliger, unberührt, schreibt wie Jane Austen. Und das soll absolut keine Wertung für einen von beiden sein, sondern nur eine Feststellung.
zeigt unentdeckte Qualitäten als Gärtner. Während meines Urlaubs hat er die Topfpflanze auf meinem Schreibtisch so gehegt und gepflegt, daß sie nach vier Wochen fast doppelt so hoch ist und riesige glänzende Blätter bekommen hat. Ich habe zu ihm gesagt, er sollte bei uns Blumenbeauftragter werden. Jedenfalls scheint er einen grüneren Daumen zu haben als ich. Auf Klienten allerdings, übt er eine völlig andere Wirkung aus. Während sie sonst immer nur bei ihm sterben und bei mir bisher kein einziger verschieden ist, muß er mich nur vier Wochen im Urlaub vertreten und schon sterben sie auch bei mir wie die Fliegen. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.
Etwas will aus mir heraus. Es ist ein Kind und ich hatte bisher keinen Schimmer, daß ich schwanger war. Im Moment befinde ich mich in einem Zwischenzustand, in welchem schon ein Stückchen vom Kopf zu sehen ist, aber das Baby noch nicht da ist. Ich habe zwar überhaupt keine Schmerzen, was mich etwas wundert, aber ich hatte mir auch nicht vorgestellt, daß das alles so langsam gehen würde. Denn soviel ist klar - es wird noch eine sehr lange Zeit dauern, bis es ganz auf der Welt ist, Tage, Wochen oder mehr... Vielleicht steckt es ja irgendwie fest? Doch eine innere Gewißheit sagt mir, daß alles in Ordnung ist und die Natur schon ihren vorgesehenen Lauf nehmen wird. Ok, es ist zwar etwas unbequem, aber ich habe trotzdem absolut keine Lust, irgendetwas zu beschleunigen. Stattdessen schlendere ich auf dunklen Waldwegen umher oder döse versteckt in einem Autowrack...und warte.
Gibt es also doch eine exakte Wiederkehr in der Natur, also das vielzitierte "Murmeltier"? Die Antwort ist Nein. Schon die Berechnungen von Fermi, Pasta und Ulam wiesen nach, daß die Wiederkehr nicht vollständig erfolgt. Der Ausgangszustand erhält nur etwa 97 % der ursprünglichen Energie zurück, der Rest bleibt sozusagen im chaotischen Rauschen. Die belgischen Forscher beobachteten Ähnliches. Möglicherweise könnte dies bedeuten, daß in unserer Realität zwischen der zyklischen und der progressiven Variablen der Zeit ein Gewichtsverhältnis von 97:3 besteht. Das würde heißen, daß in unserer Welt etwa 3 % freie Willensentscheidungen existieren, während der Rest aus Wiederholungen von bereits Dagewesenem besteht. ....
Interessant ist vor allem, wenn man untersucht, wie die DNA mit Hilfe dieser fraktalen informationsstrukturen mit der Außenwelt kommuniziert. Dies geschieht nämlich nicht einfach nur durch bloßes Aussenden elektromagnetischer Strahlung. In solch einem Fall könnte die DNA eines Organismus nur mit der genetischen Information unmittelbar benachbarter anderer Organismen in Kontakt treten.
Statt dessen erfolgt die Kommunikation nichtlokal,d.h. die DNA kann, ohne an Zeit und Raum gebunden zu sein, auch mit weit entfernten Informationsträgern kommunizieren. Auch dieser Effekt geht auf ein berühmtes Paradox der Wissenschaftsgeschichte zurück, das sogenannte Einstein-Podolski-Rosen-Paradox, kurz EPR-Paradox. Es besagt, daß zwei Materieteilchen, die irgendwann einmal zusammen waren und dann getrennt wurden, für immer miteinander verbunden bleiben....
Garjajev geht noch einen Schritt weiter und vermutet, auch Information aus dem Kosmos habe mit Hilfe der Wellengenetik die Evolution des Lebens entscheidend beeinflußt. Seiner Ansicht nach erfolgt die Kommunikation nicht nur über die kosmische Strahlung, sondern auch in Nullzeit per Hyperkommunikation unter Benutzung des Einstein-Podolski-Rosen-Paradoxons...
(aus "Zeitfalle" von Fosar und Bludorf)
"Wir müssen jetzt aus der Theorie in die Praxis gehen. Sie kennen doch bestimmt den physikalischen Satz von der Erhaltung der Energie. Es kann niemals Energie verlorengehen, sondern nur umgewandelt werden. Streng genommen gilt das jedoch nur für sogenannte konservative Systeme, in denen keine Reibungsverluste auftreten."...
"In der Realität gibt es immer solche Reibungsverluste. Ein Teil der Energie verwandelt sich in Wärme, die nicht hundertprozentig zurückverwandelt werden kann. Diese Systeme nennt man dissipativ. Früher glaubten die Wissenschaftler, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt, wie sich ein solches dissipatives System verhalten kann. Eine Möglichkeit ist, daß es auf einen Fixpunkt zustrebt, wie ein Pendel, das mit der Zeit immer schwächer schwingt und schließlich stehenbleibt, wenn die gesamte Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt ist. Die zweite Möglichkeit ist ein sogenannter Grenzzyklus. Der Endzustand ist dann eine regelmäßige periodische Bewegung.
Heute weiß man: Es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Das System kann auch in einem seltsamen Attraktor, oder neudeutsch: einem strange Attractor, enden. Das ist eine unglaublich komplizierte Figur, die einen bestimmten Bereich ausfüllt. Egal, von wo und mit welcher Geschwindigkeit man startet, man wird am Ende immer in diesen Attraktorbereich hineingezogen (daher der Name), das System bleibt aber nicht stehen und vollführt auch keine regelmäßige Bewegung. "....
"Das bekannteste Beispiel ist der Lorenz-Attraktor. Es ist eine Art doppelter Spirale."..."Solche Bahnen treten zum Beispiel in der Atmosphäre auf, etwa bei der Konvektion, also bei der Strömung kälterer und wärmerer Luftmassen.
Wenn man seltsame Attraktoren aus dem Blickwinkel der Dynamik betrachtet, sind sie ganz einfach chaotisch. Sehr interessant wird es jedoch, wenn man ihre geometrischen Eigenschaften untersucht - kurz gesagt: Wie sie aussehen. Das sind nämlich immer sogenannte Fraktale."...
"Die Formen sind fast unendlich kompliziert, d.h. egal wie stark man so eine Form auch vergrößert, man erhält immr wieder neue Informationen.
Fraktale sind auch zu irregulär, um mit den Regeln der herkömmlichen Geometrie beschrieben zu werden. Speziell kann ein Fraktal nicht aus einfachen geometrischen Formen wie Dreiecken, Quadraten, Kreisen und Linien zusammengesetzt werden. Aber das Merkwürdigste ist sicher die Selbstähnlichkeit. Das bedeutet, bei Vergrößerung wiederholt sich die Form immer wieder. Also ist es eine Form in der Form in der Form usw. bis ins Unendliche...."
"Mit Rückkopplung meine ich, man bildet einen Gegenstand ab, kopiert ihn sozusagen, und macht dann sofort von dem Bild wieder eine Kopie usw. Auf diese Weise sind Fraktale so aufgebaut, daß sich alles, was man im Großen sieht, im Kleinen identisch oder zumindest fast identisch wiederholt."...
"So erhät man jedoch auch eine ganz einfache Möglichkeit, Fraktale mathematisch zu beschreiben. Man nimmt sich irgendein Ausgangsobjekt, z.B. ein Quadrat.... Es ist vollkommen egal für die später entstehende Fraktalform, wie dieses Objekt aussieht. Dann definiert man eine Fransformation, also eine Abbildungsvorschrift....eine Abbildungsvorschrift ist nie exakt identisch mit dem Original. Es gibt immer kleine Fehler (im Sinne von Abweichungen)....
Am Ende, also im Prinzip nach unendlich vielen Wiederholungen, ist das Ausgangsobjekt verschwunden, man sieht nur noch eine Struktur, die aus den sich überlagernden Abbildungsfehlern zusammengesetzt ist - eine Fraktalform."
"Man muß also nur diese Abbildungsvorschrift definieren"...."Man nennt so etwas in der Mathemathik auch eine Matrix."...
"Man muß es nicht unendlich oft tun. Hundert Mal reichen meistens voll und ganz. Danach würden sich nur noch so feine Details an dem Bild ändern, daß man den Unterschied nicht mehr sieht. Dieses Fraktal, das als Endzustand entsteht, ändert sich nicht mehr, wenn man es weiter abbildet. Es ist der Attraktor des Systems, ein stabiler Endzustand."...
"Die Fehler sind keine Unzulänglichkeiten des Computers oder des Menschen, der ihn bedient. Sie sind integraler Bestandteil der Matrix. Sie sind übrigens notwendig, damit in der Natur überhaupt etwas Sichtbares und Lebendiges entsteht."...
"Aber unsere wahrnehmbare Realität entsteht tatsächlich durch eine Matrix, oder viele Matrizen, wenn man es genau nimmt. Nun sehen Sie aber, daß das Entscheidende bei der Entstehung einer Fraktalform die Rückkopplung ist, also ein Betrachtungsvorgang. Noch dazu einer, wo der Beobachter und das beobachtete Bild identisch sind. Es ist nicht eine Frage, wie unsere Realität wirklich aussieht - das weiß sowieso keiner - sondern, wie wir sie wahrnehmen."...
"Unsere Welt ist im Grunde gar nicht stabil."..."Sie ist ein unaufhörlicher Tanz von Energiequanten. Unsere Wahrnehmung stabilisiert diese Bewegungsmuster mit Hilfe der Matrix. Da wir selbst Teil dieser Realität sind, betrachten wir im Grunde uns selbst, wenn wir die Außenwelt betrachten. Das führt zu einer Rückkopplung, durch die in der Außenwelt Fraktalformen entstehen. Sie erscheinen uns stabil, obwohl in ihnen natürlich auch unablässig Bewegung ist. Doch sie ziehen jedes bewegte Teilchen als Attraktoren wieder in ihren Einflußbereich, der dadurch als Ganzes stabil aussieht."...
"Fraktale Zeit ist in der Wissenschaft nichts Neues."...."Und da wir Zeit über die Abfolge von Erreignissen definieren, gäbe es dann auch eine fraktale Geschichte."
(aus "Zeitfalle" von Fosar und Bludorf)