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Mittwoch, 5. November 2008

When the music's over

When the music's over

turn out the lights...

Am Rheinfall (hoffentlich mit H), zartgrünes Bambuspapier und ein zahmer Grünfink

Ein Familienausflug in eine Stadt mit Wasserfall. Meine Mutter, meine Schwägerin, mein Bruder und meine Tante sind dabei. Ich sehe die Stadt zuerst von oben, als würde ich über ihr schweben. Man sieht den sogenannten Rheinfall, einen sehr großen Wasserfall, sogar der Größte in Europa, wie ich im Traum weiß. Über diesem Rheinfall hängen zur Vergnügung runde, reifenartige Schaukeln, in welche man sich setzen kann. Sie sind angeordnet wie ein großes Mobile, schlenkern hin und her oder drehen sich um sich selbst. Zum Schluß kann man von der Schaukel abspringen, direkt in den Wasserfall hinein. Meine Schwägerin ist sofort begeistert und möchte das machen. Sie sagt, wir brauchen nur ein paar Boote, falls jemand nicht schwimmen kann. Noch einmal werfe ich einen Blick von oben auf die Stadt. An drei Stellen leuchtet ein Licht, als wären einige Häuser riesige Lampen. Unter anderem fällt mir eine langgestreckte Halle auf, die wohl schon aus früheren Jahrhunderten stammt. Sie ist ebenfalls stark beleuchtet und trägt zwei Kuppeln, die einen warmen, gelblichen Schein ausstrahlen. Nun befinden wir uns mitten in der Stadt. Zuerst halten wir uns in einem Lokal auf, welches eigentlich nicht geöffnet hat, aber trotzdem offen steht. Es ist Tradition, daß sich dort müde Gäste an den Tischen ausruhen und ihre mitgebrachten Stullen essen können. Ein Streit bricht zwischen zwei Männern aus und es geht hoch her. Wir ziehen weiter durch die Gassen der Altstadt. Diese Gassen sind wirklich sehr eng und beiderseits an den Häusern befinden sich alte schmiedeeiserne Schilder, ab und zu auch Marktstände, an denen man sich vorbeidrängeln muß. Bald haben wir einen Aufsichtspunkt auf Treppen erreicht, links von uns die langgestreckte, große Halle. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und ich mache Fotos vom Panorama, zuerst mit der Digitalkamera, aber ich habe auch die analoge Pentacon mitgeschleppt, mit der ich nun die gleichen Bilder machen möchte. Leider habe ich den Film noch nicht eingelegt und das jetzt auf der Tteppe zu machen, ist mir irgendwie zu fummelig, weshalb ich die Kamera resigniert zuklappe. Allerdings habe ich in ihr noch ein Stückchen belichteten und entwickelten Film gefunden. Genau drei Negative, welche Zwillinge (?) zeigen. Bin ich der eine Zwilling? Die Bilder müssen uralt sein. Ich beachte sie nicht weiter. Jetzt wird wieder der Rheinfall aktuell. Wir betreten das Gebäude, von dem aus es zu den Schaukeln und zum Wasser geht. Man läuft hier über erhöhte Gänge und schaut seitwärts hinunter auf riesige Badewannen mit Wasser. Die Badewannen sehen wie ganz normale weiße Badewannen aus, scheinen aber für haushohe Riesen gemacht worden zu sein. Man bekommt das Gefühl, daß jeden Moment solch ein Riese herbeikommt und sich in eine der Badewannen legt. Dabei sind diese eigentlich für die Besucher gedacht. Eine ist zum Tauchen, eine zum Sprudeln usw. Nur daß hier nirgendwo ein Besucher zu sehen ist. Wir sind die Einzigen in diesem Haus und mein Bruder zeigt begeistert auf die einzelnen Wannen, während ich skeptisch bleibe und mir der Gedanke unangenehm ist, in einer dieser Badewannen zu schwimmen oder zu tauchen. Wir verlassen das Gebäude wieder und landen in einem Shop, in welchem ganz besonderes Zeichenpapier in Stapeln aufgeschichtet ist. Es ist Bambuspapier und man bekommt es in vielen Variationen und Größen, auch mit zarten Tönungen. Mir gefällt besonders das Papier mit zartgrüner Tönung. Eigentlich habe ich ja das Zeichnen aufgegeben, aber diese reinen, leeren Papierblöcke reizen mich. Ob ich einen mitnehmen sollte?

In der nächsten Traumsequenz finde ich in meinem Zimmer einen Grünfinken. Ich vermute, daß er sich einfach verflogen hat und ganz schnell flüchten wird, aber überraschenderweise trippelt er stattdessen auf mich zu. Er kommt so nah, daß er meinen Schuh berührt und ich halte ihm einen Finger hin. Vorsichtig pickt er daran herum, als suche er Kontakt und streicht mir jetzt fast wie eine Katze um die Beine. Ich beginne ihn zu streicheln und er scheint es tatsächlich zu mögen. Könnte es sein, daß der Grünfink mein Haustier sein möchte? Ich bekomme fast den Eindruck, er legt es darauf an.

Bemerkung: Aus der Wikipedia habe ich gerade gelernt, daß es wirklich einen Rheinfall gibt und dies tatsächlich der größte Wasserfall in Europa ist. Ich schwöre, ich habe das bisher nicht gewußt. Stattdessen habe ich an meinem Traum gezweifelt und gedacht, na ja, wer weiß, vielleicht der größte Wasserfall Deutschlands oder so (dabei liegt er aber gar nicht in Deutschland). Da sieht man mal wieder, daß auf Träume Verlaß ist. Ich staune aber auch jedesmal, an welchen Orten ich mich nachts so herumtreibe, die ich eigentlich gar nicht kenne und die es dann wirklich gibt. Kyritz habe ich ebenfalls so kennengelernt. Jetzt frage ich mich nur noch, was es mit diesen Schaukeln über dem Wasserfall auf sich hat. Die wird es ja wohl in Wirklichkeit nicht geben.

Es tut mir sehr leid,

aber ich kann die allgemeine Euphorie über den Wahlsieg von Barack Obama nicht teilen. Zwar halte ich ihn für das kleinere Übel, aber mehr auch nicht. Und das liegt nicht daran, daß er farbig ist - würde Louis Armstrong noch leben und hätte kandidiert, was ja auch unter Unterhaltungskünstlern vorkommen soll, hätte ich keinerlei Bedenken. Aber Barack Obama ist mir irgendwie nicht geheuer, ich könnte jedoch nicht benennen, woran das liegt. Er ist ebenso glatt wie seine Wahlkampfmethoden und der Ehrgeiz, der in ihm steckt, muß immens sein. Wobei das bei amerikanischen Präsidenten sicher nichts Neues ist, aber trotzdem - ich glaube rein intuitiv, er ist noch einen Zacken schärfer als manch anderer. Ich weiß, dies ist ein völlig unqualifizierter Beitrag zu diesem Thema, aber ich schreibe ja hier sowieso keine qualifizierten Beiträge, wie allgemein bekannt ist.

Dienstag, 4. November 2008

Am Brunnen

Am Brunnen

Unter Wölfen

Manchmal fühle ich mich, als befände ich mich mitten unter Wölfen, die nur darauf warten, daß ich irgendeinen Fehler mache, um sich dann sofort auf mich zu stürzen. Das Problem ist allerdings, daß ich einfach zu gut bin, was zwar nicht bedeutet, daß ich keine Fehler mache, aber in Verbindung mit meinen Leistungen zumindest von der Leitung noch niemanden gestört hat. Man weiß, was man an mir hat, trotz der Schwächen, die auch ich in einigen Bereichen, die nicht zu meinen Fähigkeiten gehören, an den Tag lege. Ich habe den Eindruck, daß dies manchen ein Dorn im Auge ist, ebenso wie die Tatsache, daß ich für mich gekämpft habe, um nicht weiter wie ein alter Schindergaul ausgebeutet zu werden. Wenn ich trotz dieser kleinen gewonnenen Freiheit noch immer mehr Leistung bringe als manch anderer, so spricht das eigentlich nur für mich, finde ich. Trotzdem bleiben die Neider nicht aus und so sehr ich sie verstehen kann, so kann ich ihnen doch den Weg nicht abnehmen, selbst für sich einzutreten und zu handeln, wie auch immer das dann aussieht. Sie sehen nur die paar Privilegien, die ich jetzt genieße, aber nicht das, was ich dafür auf mich genommen habe und wie ich mich durchsetzen mußte, um überhaupt ernst genommen zu werden. Jedem steht es frei, den gleichen Weg zu gehen oder es zu lassen. Dann sollte er sich aber auch nicht beschweren, wenn er nichts geschenkt bekommt. Niemand bekommt in diesen Zeiten etwas geschenkt. Das Einzige, was man mir vorwerfen kann, ist - wie nennt man das heute? - mangelnde Teamfähigkeit. Das bedeutet nicht, daß ich unsozial, unfreundlich oder rücksichtslos wäre, im Gegenteil, es bedeutet einfach nur, daß ich meine Ruhe haben will. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich alles getan, um so zu sein wie andere, um möglichst nicht aufzufallen oder anzuecken. Da war ich sehr teamfähig. Bis ich gemerkt habe, daß es viel zu viel Kraft kostet, etwas anzustreben, wenn es nicht wirklich dem entspricht, was man ist oder möchte. Das Leben ist zu kurz und weder habe ich Lust, ständig Verantwortung für andere zu übernehmen und deren Arbeit zu machen, nur weil ich weniger Ellenbogen habe, noch meine Freizeit mit Leuten zu teilen, die mich nicht so akzeptieren wollen oder können wie ich bin, bzw. mir etwas neiden und nur darauf warten, etwas zu finden, womit sie an meinem Image kratzen können. Manchmal ist mir dieses Interesse an meinen Fehlern, aber auch dahingehend suspekt, daß ich mich frage, womit ich so viel Interesse eigentlich verdient habe. Ich bin doch im Grunde so völlig uninteressant und harmlos...

Montag, 3. November 2008

Californication -

das "Sex and the City" für Männer betitelt, ist mit Abstand witziger als "Sex and the City". Zwar habe ich von letzterer Serie nur drei oder vier Folgen gesehen, da es mir zu Kitsch- und Mädchenstorymäßig war (Schuhe, Make-up, Kleider, Frauenmagazine *gähn*), aber da ich von "Californication" bisher auch nur fünf Folgen gesehen habe, ist das vielleicht der richtige Zeitpunkt für einen Vergleich. Anfangs war ich ja skeptisch, zumal mich Sex nicht wirklich interessiert (im Fernsehen meine ich, in Büchern aber ebenfalls) und die ersten beiden Folgen noch mit mehr Californication als Witz daher kamen, doch bei den letzten Folgen habe ich sehr gelacht. Ich beginne es zu mögen. Da scheint eine vielversprechende Steigerung drin zu sein. Ok, David Duchovny sieht zwar mit zunehmendem Alter aus wie seine eigene Großmutter, aber immerhin merkt man, daß er auch komisches Talent hat. Könnte es außerdem sein, daß "Californication" die erste Serie ist, in der es ums Bloggen geht? Natürlich nur sekundär. Primär geht es um Sex, schon klar.

Mit etwas Glück

bin ich bald 1,80 m groß. Wirklich. Heute war zur Abwechslung wieder Massage fällig, aber der etwas anderen Art. Die Physiotherapeutin stand an meinem Kopfende, lehnte sich mit vollem Gewicht auf meinen Rücken und versuchte, meinen Po zu meinen Füßen runterzuschieben. Ich hatte das Gefühl, ich werde immer länger und länger, deshalb sagte ich irgendwann scherzeshalber: "Nicht daß ich hinterher noch 5 cm größer bin." Darauf antwortete sie völlig ernsthaft: "Das kann passieren. Vielleicht nicht gleich 5 cm, aber etwas weniger wäre schon drin." Gab es für sowas früher nicht Streckbänke?

Bevor es richtig zur Sache geht, muß ich jedesmal erst eine halbe Stunde auf einer heißen Moorpackung liegen. Ich werde außerdem mit einer weichen Kuscheldecke zugedeckt, das Klassikradio dudelt leise im Hintergrund und heute hat sie noch extra eine Salzkristalllampe geholt um gemütliches Licht zu machen. "Sie sollen es ja schön haben bei mir." sagt sie immer. Inzwischen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, während dieser halben Stunde zu meditieren. An so eine halbe Stunde nach der Arbeit könnte ich mich gewöhnen. Theoretisch kann man sowas natürlich auch zu Hause gut machen, aber praktisch sieht das völlig anders aus. Wenn ich zur Physiotherapeutin komme, dann ist da alles schon aufgeräumt und sauber. Ich muß weder irgendwas wegräumen noch putzen, werde bedient und muß mich um nichts kümmern. Wenn ich nach Hause komme, sehe ich erst mal, was noch zu erledigen ist und wo ich aufräumen muß. Räume ich nicht auf, würde ich mich nicht so richtig wohl fühlen. Klar, die eigentliche Wellnessoase liegt im Kopf. Wenn man es drauf hat, kann man sich mitten im Chaos wie im siebenten Himmel fühlen. Aber ich mag es um mich herum lieber übersichtlich und so viele Stunden hat ein Tag leider nicht, wenn man ihn auch noch mit solchen Nebensächlichkeiten, wie Arbeiten und Schlafen füllen muß. Bei der Frage allerdings, was wohl besser ist, eine eigene Putzfrau oder eine eigene Physiotherapeutin, komme ich nicht so recht zu einem Ergebnis.

Gerade

in einem Werbeblättchen gelesen:

Kind erzählt vom Zoobesuch - "Der gefährliche Löwe im Zoo hat mir ganz toll gefallen." - "Und dem Vati?" - "Das süße Mäuschen an der Kasse."

Sonntag, 2. November 2008

Rabenkönig

An Tagen wie diesen,
wenn es nichts zu sagen gibt,
da fliegen die Worte wie Raben,
sie lassen sich nieder
und ziehen wieder fort.

An Tagen wie diesen,
wenn es nichts zu träumen gibt,
vorbei ist die Nacht, lichterbefleckt
und du bist nicht erwacht.
Schwarz beschwingt breitet er,

an Tagen wie diesen,
die fremd gewohnte Welt um dich,
den lockenden Spiegelsee der Feen
und hockt in den Poren
deiner verstaubten Sinne.

An Tagen wie diesen
hebt der Rabenkönig sein Haupt
und wartet auf Begleitung.
Auf sein Roß steig ich nicht,
doch einen Kuß behalt ich.

Samstag, 1. November 2008

Bei der Laterne

Bei der Laterne

Freitag, 31. Oktober 2008

Halloween auf dem Dachboden

Seit Monaten schon hören wir über unserem kleinen Büro in dem großen, alten Haus merkwürdige Geräusche. Es klingt, als würde etwas umherrollen oder über den Boden schleifen, als wäre jemand da oben. Über uns ist aber nur der Dachboden. Keine Kegelbahn, auch wenn es sich so anhört. Ich habe seit längerem vor, der Sache auf den Grund zu gehen, vergaß es jedoch, bis es mir drei Tage vor Halloween wieder einfiel. Hm, das trifft sich gut, dachte ich bei mir, Halloween ist am Freitag und da ist abends niemand mehr im Haus. Die doppelt passende Gelegenheit, um einmal nachzuschauen und sich gegebenenfalls zu gruseln. Also wartete ich vor meinem Dienstcomputer, bis die Laternen auf der Straße angingen und kein einziger Laut mehr aus den langen, leeren Fluren des Hauses drang. Ich beschloß, den Hinteraufgang zu benutzen, auch wenn dort das Licht nicht funktioniert. Im Dunkel des Treppenhauses, nur ab und zu durch das wenig hellere Restlicht des Abendhimmels durchbrochen, tastete ich mich eine Etage nach oben, bis auf dem obersten Treppenabsatz die Dunkelheit so undurchdringlich wurde, daß in der Schwärze absolut nichts mehr zu unterscheiden war, weder Tür noch Wand. Trotzdem spürte ich gleich darauf eine Klinke unter meinen Fingern und wußte sofort, daß die Dachbodentür nur angelehnt war.

Irgendwie hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, sondern erwartet, daß die Tür fest verschlossen sein würde. Ich hätte daran gerüttelt, wäre unverrichteter Dinge, aber nicht unbedingt enttäuscht nach Hause gegangen und hätte die Sache vergessen. Doch die Tür stand offen und ich jetzt mitten in ihr, ohne in der Schwärze um mich herum irgendetwas ausmachen zu können. Zögernd taste ich nach einer Wand neben mir und dem möglicherweise existierenden Lichtschalter. Ich fahre mit der Hand die Wand hinauf und hinunter. Fühlt sich nach einfachem Putz an. Weiter unten treffe ich auf einen klappernden metallenen Gegenstand. Was ist das? Das werde ich im Dunkeln sicher nicht herausfinden, deshalb weiter nach dem Lichtschalter gesucht. Hoffentlich ist es hier einigermaßen sauber und es hängen nicht überall Spinnen herum. Etwas weiter in die Wand hineintastend spüre ich plötzlich etwas Pelziges. Erschrocken ziehe ich die Hand zurück. War das wirklich pelzig oder habe ich mir das nur eingebildet? Vorsichtig suche ich die Stelle noch einmal. Nein, es ist nichts Lebendes, es ist nur der Lichtschalter aus Plastik, der sich im Vergleich zum kühlen und glatten Metall pelzig anfühlt. Schnarrend springt das Licht an und es bleibt trotzdem dunkel. Nur in geschätzten hundert Metern Entfernung ist ein schaler Lichtschein auszumachen, der sich um düstere Balken herumschlängelt. Wenn ich es bis dort hin schaffe, hätte ich Licht. Aber in völlig fremdem Gelände bis zu diesem Punkt vorzudringen erscheint mir zu riskant. Schließlich möchte ich mir nicht die Beine brechen, erkläre ich mir selbst vernünftig. Andererseits ist da aber auch noch die unbestimmte Angst davor, im Dunkeln durch einen bis dahin unbekannten riesigen Raum zu stolpern, während ich keinerlei Vorstellung habe, was mich dort erwartet. Sich eine Treppe hinauf- oder hinunter zu tasten ist dagegen vergleichsweise harmlos. Ich steige also wieder hinunter und beschließe, es noch einmal auf der Vordertreppe zu probieren. Immerhin gibt es dort Licht.

Auch hier steht die Dachbodentür offen. Doch als ich sie aufstoße, stehe ich unerwarteterweiser in einem schäbigen Bürokorridor. Das Licht knallt krachend an und wirft aus Neonröhren einen grünbleichen Schein auf die gelben Wände.

Halloween auf dem Dachboden 1

Erstaunt schaue ich mich um und erschrecke, als der morsche Boden unter dem abgenutzten Linoleum verräterisch laut zu meinen Schritten knarrt. Der schmale flackernde Gang wirkt unheimlich. Ganz am Ende kann ich eine Tür mit Knauf ausmachen und meine zu erkennen, daß sie ebenfalls nur angelehnt ist.

Halloween auf dem Dachboden 2

Ob ich dort hindurch muß? An den Türen entlang des Ganges lese ich seltsame Schilder. Damit meine ich nicht die, auf welchen 'Archiv' oder 'Kasse' steht, sondern die, auf denen "Bitte nicht abschließen" steht, denn jede einzelne Tür ist - fest verschlossen. Endlich erreiche ich die allerletzte Tür und ziehe sie mit einem klumpigen Gefühl im Magen auf. Wieder erwartet mich eine Überraschung. Eine kleine hölzerne Treppe führt über Rohre und Kabel auf ein hölzernes Podest, welches sich im Dunkel zwischen alten Balken verliert.

Halloween auf dem Dachboden 3

Geht es dort hindurch zum Dachboden? Vorsichtig steige ich über Treppe und Kabel. Die Neonröhren aus dem Gang hinter mir spenden hier nur noch wenig Licht, aber immerhin mehr, als ich vorher auf der anderen Seite des Hauses hatte.

Halloween auf dem Dachboden 4

Das verlebte Holz knirscht gefährlich. Und gibt kurz darauf zu meinem Schrecken fast lautlos unter mir nach. Sekundenbruchteile später höre ich etwas dumpf und in meinen Ohren fürchterlich laut gegeneinanderprallen. Gleichzeitig halte ich mich geistesgegenwärtig an der splittrigen, aber geraden Kante des Holzbodens fest. Eine Falltür! Es muß eine Falltür sein. Mühsam rolle ich mich zur Seite, bis ich auf dem Rücken liegen bleibe. Splitter haben sich unter meine Nägel gebohrt, wie ich ganz nebenbei bemerke. Mein Blick fällt nach oben. Über mir sehe ich einen schwarzen Balken von dem herab etwas baumelt. Oh, mein Gott! Sehr langsam begreife ich und eine eisige Kälte kriecht über meine Arme bis in die schmerzenden Fingerspitzen. Ein Galgen! Es ist ein Galgen! Leise und ungerührt wiegt sich die Schlinge in eintönigen Kreisen.

Halloween auf dem Dachboden 5

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Inland Empire

Inland Empire

Dieser Flur weckt in mir immer Assoziationen mit David Lynch-Filmen. Warum wohl?

Aufgelesen




Ein allerwinziges Blatt klebte heute mitten im strömenden Regen an der Glasscheibe einer Bushaltestelle und schien mich direkt von draußen anzuschauen. Es sah so schutzbedürftig aus, daß ich es mit nach Hause nahm.

Traumsplitter

Herr N. ist mein Wohnungsnachbar und ich kann einen Blick durch seine Tür erhaschen. Dabei sehe ich Socken auf dem Boden herumliegen. Völlig untypisch für ihn!

Ich kann mit meiner Kamera in Filme hineinsteigen und Filmsets fotografieren. Dabei lande ich im Traum in einem modernen mexikanischen Pueblo (Dorf).

Herr Schneck erzählt über einen sich unförmig ausdehnenden Saturn (oder war es Jupiter?), der dadurch ins Trudeln und Taumeln gerät.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

So oder so

Im Büro arbeiten wir zur Zeit mit zwei Softwaresystemen. Dies noch so lange, bis die Umstellung auf die neue Datenbank abgeschlossen ist. Zu bestimmten Zeiten erfolgen für beide Systeme nachmittags die Buchungsläufe, für welche wir das Programm beenden müssen, damit es nicht zu Datenverlusten kommt. Dazu werden wir vorher über eine Netzwerknachricht informiert. Die Nachricht für das alte Programm lautet ungefähr so und wird ca. zwanzig Minuten vorher gesendet:
"Bitte denken Sie daran, daß heute um 17 Uhr (bla bla bla) und beenden Sie rechtzeitig das Programm, da es sonst zu Datenverlusten kommen kann. Einen schönen Feierabend!"

Die Nachricht für das neue Programm wird kurz vor Toreschluß, mit viel Glück zwei Minuten vorher gesendet und lautet dagegen so:

"Beenden Sie SOFORT das Programm!!!" (Terrorgefahr!!!!! Dieses Programm zerstört sich in drei Minuten von selbst!!!!)

Sollten mal wieder unsere Verbesserungsvorschläge gefragt sein, werde ich vorschlagen, daß es schon ein guter Anfang wäre, wenn wir rechtzeitiger und freundlicher vorgewarnt werden würden. Ich mag es nämlich nicht, von meinem PC angeschrien zu werden.

vergelesen

"Zentrum für Freude" statt "Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik"
Oh man, bin ich fertig.

Dienstag, 28. Oktober 2008

...

Türen

Der Feige stirbt vielmal bevor er stirbt,
die Tapfern kosten einmal nur den Tod.

(Shakespeare)

Getrennte Bänke

Getrennte Bänke

Umnachtet

Frühmorgens gewundert, warum ich den Wecker nicht gehört habe. Ich hatte ihn doch extra zehn Minuten zurück gestellt, um eher aufzuwachen. Keine Zeit, um dem weiter nachzugehen. Dann abends neuerliches Weckerstellen und ich stelle fest, daß ich den Wecker nicht zehn Minuten, sondern drei Stunden zurück gestellt hatte, genau auf vier Uhr früh. Was für ein Glück, daß ich so einen tiefen Schlaf habe.

Montag, 27. Oktober 2008

Alles nur Tarnung

Gespräch während der heutigen Krankengymnastik:

Ich, mit Beinen und Oberkörper freischwebend über Bauch zusammengeklappt (Bauchmuskeltraining).

Physio: Die Übungen strengen Sie überhaupt nicht an...

Ich: Hä? (denkend, ich hätte mich verhört)

Physio: Die Übungen strengen Sie nicht an, ne?

Ich(immer noch freischwebend): Wie bitte? Natürlich strengen mich die an!

Physio: Sie sehen aber gar nicht so aus, als ob die Sie anstrengen.

Ich: Doch! Sehen Sie nicht, wie ich zittere? (mit dem Kopf in Richtung freischwebende Beine nickend)

Physio: Wo zittern Sie? Ich sehe nichts. Also andere zittern mehr.

Ich (noch immer freischwebend): Ich zittere wirklich.

Physio: Sie können ja sogar noch sprechen!!!

Ich lache los (freischwebend, versteht sich).

Physio: Und jetzt lachen Sie auch noch! Also wenn Sie die Übungen wirklich anstrengen, dann können Sie sich aber sehr gut tarnen. Nicht mal mit der Wimper zuckt se, wenn se die Übungen macht....


Immerhin war ich nach dem Sport tatsächlich nicht fertig genug, um nicht noch den halben Lidl leer zu kaufen. Wie es der Zufall so will, fand ich genau passend zu der Nachricht, daß ab 17.11. die Rückenschule beginnt, rutschhemmende, flauschige Angora-Relax-Socken mit Gratis-Entspannungs-CD und eine Winterjacke. Eigentlich habe ich ja schon genug Winterjacken, aber für 29,90 € kann man sich auch noch die dritte oder vierte kaufen, zumal dann, wenn sie einem auf Anhieb gefällt und man schon immer so eine Jacke wollte (um mir dieselbe in Lederausführung zu suchen, wäre ich sowieso zu faul). Außerdem könnte es in diesem Winter ja seeeeeehrrrr seeeeeeeehrrrrr kalt werden. Wirklich.

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