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Sonntag, 26. Oktober 2008

Gabriel Garcia Marquez

schreibt in seinen Memioren, daß er den Roman "Der Herbst des Patriarchen" unter Hören des Dritten Klavierkonzertes von Bartok geschrieben habe und daß dieses dem Werk anzumerken sei. Tatsächlich ist das der Teil der Memioren, der mich am meisten beeindruckt hat und an den ich bei jeder Gelegenheit und besonders beim Musikhören immer denken muß.

Ich frage mich jetzt gerade, wie wohl ein Buch klingt, daß unter Hören der Schostakowitsch-Jazzsuiten geschrieben wurde.

Lafayette

Lafayette

Das Familiengeheimnis und Peter Quandt

Ein Haus, das nicht das unsrige ist. Ich erfahre, daß meine Mutter einmal etwas mit dem Cousin meines Vaters hatte. Wann ist das denn gewesen? Sie steht neben einer Uhr und dreht am Zeiger, um mir zu verdeutlichen, wie weit in der Vergangenheit das war. Allerdings dreht sie den Zeiger vorwärts in die Vergangenheit und nicht zurück, sehr weit sogar, also so weit in der Vergangenheit lag das. Jetzt wird mir einiges klar. Vielleicht ist mein Vater gar nicht mein Vater, sondern ich hab einen ganz anderen. Hab ich überhaupt einen Vater? Ist anzunehmen, aber ist es wirklich der, von dem ich es bisher glaubte? In einem vollgerümpelten Zimmer des Hauses finde ich eine Geschenkkiste und Liebesbriefe für meine Mutter. Alles frisch dort abgelegt, anscheinend hat sie wieder heimlich Kontakt aufgenommen. Ich möchte die Briefe zu gerne lesen, vielleicht erfahre ich darin mehr, deshalb nehme ich sie an mich und überlege mir, daß ich sie nach dem Lesen ja unauffällig wieder zurück legen kann.

Zwischendurch auf einem Hof oder Garten im Dorf meiner Großeltern. Jemand erklärt mir, daß dies nicht wirklich ein richtiger Hof sei, weil ihm ein Ententeich fehle. Jeder Hof im Dorf hat einen Ententeich, hat er keinen, ist es kein vollwertiger Hof. Ein Ententeich gehört in jeden. Aha. Der Hof ist von einem dunklen, dichten und schweigenden Wald umgeben (wieder "Hotel") und meine Begleiterin steigt barfuß über die Hecke in diesen hinein, um dort Dinge zu suchen, die wir für einen Ententeich brauchen. Die Idee, barfuß in den Wald zu laufen, halte ich nicht für so gut, trotzdem folge ich ihr ebenfalls barfuß und siehe da, eine glatt gegossene Treppe tut sich auf, auf welcher man bequem gehen kann. Wahrscheinlich wußte meine Begleiterin das schon.

Zurück zu Hause. Ich warte auf meine Mutter. Ständig klingelt es an der Tür und ich vermute, es ist ihr Liebhaber. Schließlich kommt sie, und bringt einen in Fesseln gelegten und zu einem Paket verschnürten Peter Quandt mit. Diesen legt sie im Flur ab. Was das werden soll und was sie mit ihm will, ist mir unklar.

Bemerkung: Peter Quandt - woher kenne ich nur diesen Namen? Im Halbschlaf assoziierte ich den Namen mit einem Professor für Quantenphysik, aber das war wohl nur ein Falle wegen der Namensähnlichkeit. Und warum eigentlich nicht Peter Kloeppel als Paket verschnürt?

Samstag, 25. Oktober 2008

Photograph

Photograph

Was ist Leben ?

Seit die Bekannte meines Kumpels mit 40 Jahren an Krebs gestorben ist, wird dieser immer lebenshungriger. Dies äußert sich darin, daß er wohl inzwischen sämtliche Kneipen und Cafes in Prenzelberg kennt und fast nie zu Hause ist. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, irgendwo mit einem Kaffee, einer Zigarette und einem ordentlichem Essen abzuchillen und Leute zu beobachten, nicht nur am Wochenende, sondern auch nach der Arbeit, meist mit seiner Basketballtruppe. Wenn wir zusammen durch Prenzelberg laufen, erzählt er mir vor jedem Laden sowas wie "Hier kenn ich den Besitzer.", "Hier und hier und hier war ich auch schon.", "Hier kenn ich die Bedienung." usw. Wenn wir uns irgendwo rein setzen, dann spricht er die Kellnerin garantiert mit "du" an und weiß auch, daß sie eine 100qm-Wohnung und einen reichen Freund hat. (Nur in der Sushibar war er noch nicht, seit ich ihm von Sushi vorgeschwärmt habe, will er da aber auch mal hin.) Jedenfalls, wenn wir uns über seine Aktivitäten unterhalten, dann breitet er meist die Arme aus und sagt: "So weiß ich wenigstens, daß ich mein Leben gelebt habe."

Komischerweise geht mir das ganz anders. Sobald ich länger als eine halbe bis dreiviertel Stunde in einer Kneipe oder einem Cafe festsitze, werde ich innerlich zappelig und habe das Gefühl, das Leben läuft an mir vorbei. Ab und zu finde ich es ok, mit jemandem zusammen zu sitzen, zu plaudern und Leute zu beobachten, aber bitte nicht mehrmals im Monat oder gar in der Woche. Dies ist eine Beschäftigung, der ich nur in kleinen und kurzen Dosen nachgehen kann, damit sie mich nicht ermüdet. Etwas mit jemanden unternehmen, also wirklich unternehmen, so mit Kino, Ausflug, Konzert, Tanzen, Sport o.ä. ist sehr schön, aber bitte nicht reden (na gut, ein kleines bißchen nebenbei ist erlaubt) und bitte nicht herumsitzen. Dabei bin ich absolut keine Person, die nicht stillsitzen kann. Ich kann sogar sehr lange faul herumsitzen, wenn ich mit mir und meinen Gedanken ungestört bin und nicht angequatscht werde. Aber sitzen und reden - gräßlich. Es ist auch nicht so, daß ich mich nicht gerne mit anderen unterhalte. Ich hatte auf Spaziergängen schon wunderbare Gespräche, allerdings haben die meist eine völlig andere Qualität, als die, die man im Sitzen führt. Ich weiß nicht, ob nur ich das so empfinde, aber ich vermute es fast, da es wohl etwas damit zu tun hat, wann ich mich lebendig fühle. Dies ist besonders dann der Fall, sobald ich von den Elementen umgeben bin, von Luft, Wasser, Erde, Feuer, möglichst weitgehend ungezähmt, dann fühle ich mich lebendig. Die Natur hat schon so manches mal eine Wunderheilung an mir vollbracht, wenn ich müde und antriebslos war. Doch gleich danach ist Leben für mich, kreativ zu sein und den Bildern, Ideen und Stimmungen meines Geistes nachzuspüren, sie vielleicht sogar Wirklichkeit werden zu lassen - die Ausdrucksmittel ändern sich dabei mit den Jahren, aber der Drang dazu bleibt - oder auch, was nicht davon zu trennen ist, Wissen, Bilder und Stimmungen aufzusaugen. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich für mich formuliert, daß das Einzige, was mich noch auf das Leben neugierig sein läßt, das Lernen ist, wobei ich nicht nur abrufbares Wissen meinte, sondern auch das tief im Leben selbst verborgene Wissen. Manchmal glaube ich, ich wußte dies bereits in meiner Kindheit, irgendwie deutet alles darauf hin, nur daß man es als Kind sehr viel schwerer hat, zu unterscheiden, was man wirklich wissen muß und was nicht.

Mein Kumpel kann mit dererlei Dingen überhaupt nichts anfangen. Immerhin wartet er geduldig bei unseren Ausflügen, bis ich mit meiner Knipserei fertig bin und stellt sich auch gerne als "Experimentier-Model" zur Verfügung, wahrscheinlich weil es seiner männlichen Eitelkeit schmeichelt. Beginne ich aber vom Schreiben zu reden (was ich eher vorsichtig mache, aber man kann sich ja auf die Frage "Was machst du so?" nicht immer sofort irgendwas anderes aus den Fingern saugen), schaut er mich an, als verstände er nur Bahnhof und halte meine Begeisterung für einen LSD-Trip. Das finde ich sowohl schade, aber immer wieder auch durchaus angenehm ausgleichend, so auf den Boden des "seßhaften" Handwerkerlebens geholt zu werden. Dafür schaue ich ihn jedesmal an und verstehe nur Bahnhof, wenn er mir von seinen vielen Kabeln, Buchsen und Steckern erzählt, deren Namen ich mir noch nicht einmal merken kann.

Festval of Lights -

the same procedure as every year...

Festival of Lights 2

Festival of Lights 5

Festival of Lights 6

Festival of Lights 4

Festival of Lights 3

Festival of Lights 1

Das Großeltern-Bett

Als einziges Traumbild in Erinnerung geblieben: Ein breites Doppelbett, in welchem alles vier Großeltern dicht nebeneinander unter weißen Federbetten liegen. In einer Bettseite die mütterlicherseits, in der anderen die väterlicherseits. Sie verbleiben dort in diesem Bett und werden von der Familie gepflegt. Zu Familienzusammenkünften wird das Bett mit in die Runde geschoben, um dann zur Abschirmung, falls die Großeltern schlafen möchten, hinter einem Vorhang zu verschwinden.

Bemerkung: Hat es etwas zu bedeuten, wenn man gleich von vier Verstorbenen träumt?

Freitag, 24. Oktober 2008

Mein Gott, ist mir kalt,

mein Gott, ist mir kalt. Zwei Stunden zu Hause und noch immer völlig unterkühlt. Ich sollte nicht so viel draußen herumlungern.

Palastruine

Die Palastruine

Donnerstag, 23. Oktober 2008

nnn

nnn

Die Krankengymnastik

wurde heute richtig anstrengend, dabei dachte ich, ich werde wieder ganz relaxt massiert. Die erste Übung für die geraden Bauchmuskeln war noch leicht - ich fand es eher ein bißchen albern, dauernd sekundenlang mit angehobenem Oberkörper durch meine Beine auf einen Ficus zu starren. Die Physiotherapeutin meinte, ich mache das gut und zittere nicht einmal. Ich fand diese Bemerkung etwas eigenartig und fragte mich, warum ich wohl zittern sollte - nach der nächsten Übung für die schrägen Bauchmuskeln wußte ich dann aber genau, was sie meinte. Sobald sie sagte, ich könne lockerlassen, ließ ich mich erleichtert zurück auf die Liege plumpsen, bis sie lachend bemerkte, dies hieße nicht, ich solle mich wie ein nasser Sack fallen lassen. Wirklich am anstrengendsten fand ich aber gar nicht mal die Übungen am Oberkörper, sondern das ständige Hochziehen der Zehen. Dies mußte ich bei jeder Übung machen, auch als ich zum Schluß auf dem Bauch liegend die Rückenmuskeln trainierte. Meine Füße hingen dabei über die Liege hinaus und ich sollte sie so hochziehen, daß ich mit den Zehen die Kante der Liege erreiche, was noch höher war als sonst. Nach dem ständigen Hochgeziehe bekam ich langsam einen Krampf im linken Fuß und sagte das der Therapeutin. Diese meinte, so alt sei ich doch noch gar nicht. Also ich weiß ja nicht, ob das was mit dem Alter zu tun hat.
Jetzt muß ich mich zwischen der ganzen Krankengymnastik, Krankenpflege, Arbeit und sonstigen Terminen sputen, wenn ich noch etwas vom Festival of Lights sehen und Fotos machen will. Am Wochenende endet es nämlich. Mal schauen, ob ich morgen dazu komme, wenn ich nicht zu fertig bin.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Buchtitellyrik

Eine witzige Idee, die ich bei wortmeer fand und auch mal probieren wollte:

Buchtitellyrik

Schnee, der auf Zedern fällt,
sieben Jahre in Tibet -
der Engel schwieg
und sagte kein einziges Wort.
Die Suche nach der vollkommenen Sprache,
du bist, was du sagst,
Kindheitsmuster - sag niemals nie.
Per Anhalter durch die Galaxis
auf dem stierhörnigen Mondkahn,
wo die Geister auf den Winden reiten,
Kollision mit der Unendlichkeit.

Manchmal frage ich mich wirklich,

was der Herr K. dem Herrn N. angetan haben muß oder an sich hat, daß dieser sofort bei jeder Gelegenheit auf ihn anspringt. Herr N. sitzt nun nicht einmal mehr mit ihm zusammen und hat stattdessen mich - ihm könnte Herr K. also herzlich egal sein, aber nein, sobald er nur dessen Stimme auf dem Flur hört, ist er sofort draußen und brüllt strenge Ermahnungen. Jede Begegnung mit Herrn K. ist das Highlight des Tages, welches mir sofort berichtet wird, wobei er Herrn K. gerne das K.....chen nennt und jedesmal der Meinung ist, daß ihm nun der Tag versaut ist. Ich kann diesen ganzen Wirbel um Herrn K. nicht verstehen und Herr N. hat für mich verdammt viel Ähnlichkeit mit einem bissigen Kampfhund, wenn er losgeht wie eine Rakete, nur weil er irgendwo gerade Herrn K. gewittert hat. Er hat zwar Macht über Herrn K., weil dieser sofort den Schwanz einzieht, wenn sich Herr N. irgendwo blicken läßt (sogar um Versetzung in eine andere Gruppe bittet), im Stillen denke ich mir aber immer, mit der Macht über sich selbst kann es nicht weit her sein bei jemanden, der so instinkthaft reagiert. Und ich dachte immer, Stutenbissigkeit gäbe es nur unter Frauen.

Menschenknochen auf der Party

Zuerst befinde ich mich bei einer privaten Feier meiner ehemaligen Chefin. Diese trägt ein leuchtend rotes Gewand und zwei geflochtene Zöpfe wie eine Indianerin. Ich bin anscheinend die einzige aus dem Büro dort und mir ist unklar, warum sie mich eingeladen hat. Weil sie mich so gut leiden kann? Das kann ich mir nicht recht vorstellen. Ihre Tochter ist ebenfalls da, über diese schimpft sie andauernd.

Nach einigen Traumbildern auf Straßen, Plätzen und in Zügen feiere ich nun in meiner eigenen Wohnung eine Party. Gäste sind vor allem Bekannte von meinen Kumpels oder völlig fremde Leute. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen in der Wohnung. Als ich in das Wohnzimmer komme, stehen einige Gäste da und stieren wie paralysiert zur Balkontür. Ich erkenne, daß hinter der Balkontür ebenfalls Gäste stehen, aber anscheinend ausgesperrt wurden. Mir gefällt das gar nicht, nicht daß die noch die Fensterscheibe einschlagen, deshalb sage ich: "Wollt ihr sie nicht wieder herein lassen?" Aber alle schütteln einmütig den Kopf und erwidern: "Die haben Knochen."
Jetzt schaue ich noch einmal genauer hin - tatsächlich, die Leute hinter der Fensterscheibe halten Menschenknochen in der Hand, die sie gegeneinander reiben und so einen feinen Staub produzieren. Hm, seltsam. Aber daß sie Knochen haben, muß ja nicht unbedingt etwas bedeuten. Oder doch? Irgendwann leert sich die Wohnung und ich möchte zur Nacht die Wohnungstür zusperren, doch die Tür sieht so merkwürdig anders und "glatt" aus. Ich untersuche sie genauer und stelle fest, daß sowohl Sicherheitsschloß als auch Klinke fehlen. Das müssen die Gäste gewesen sein. Na prima! Ich werde nie wieder eine Party veranstalten. Die Leute trampeln dabei durch die Wohnung, zerstören alles und nehmen auch noch die Tür auseinander. Und ich stehe jetzt da. Die Tür läßt sich zwar zuschlagen, bietet aber so gut wie keinen Schutz. Ich stelle fest, daß sich zwar doch zumindest ein Sicherheitsschloß auf der anderen Seite befindet, die Tür aber keine Angeln mehr hat, also nur noch durch dies eine Schloß gehalten wird. Um sie zu sichern beginne ich Schnüre vor die Tür zu spannen, als mein Nachbar aus seiner Wohnung tritt, grüßt und fragt, was das werden soll. Ich behaupte schnell, daß dies Schnüre für Notizzettel sind. Diese Idee findet er anscheinend reichlich bescheuert, wie ich seiner Reaktion entnehme.

Bemerkung: Bei dieser Träumerei von Türen ohne Klinken hielt ich das Attribut des äußerst wichtigen Traumbildes noch für eine Finte meines Traum-Ichs. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Dienstag, 21. Oktober 2008

...

Nicht jeder schreibt mehr mit 100 Jahren.
sagt Ilse Pohl im ZDF.

Nicht jeder lebt mehr mit 100 Jahren.
sage ich.

Aber wenn, würde ich in diesem Alter auch gerne noch so rüstig sein.

Falls... (Email-Eil-Eintrag)

ein Passant irgendwo in Berlin an einer Haltestelle jemanden laut: "Show me the way to the next whiskey bar! Oh, dont ask why, oh, dont ask why...." singen hört, dann bin ich das und ich bitte, dieser Aufforderung nicht Folge zu leisten, denn ich hasse Whiskey.

Montag, 20. Oktober 2008

Ich glaube,

für Krankengymnastik bin ich noch zu gesund. Als mich die Physiotherapeutin heute aufforderte, mal ganz vorsichtig erst das linke und dann das rechte Bein anzuheben, damit sie mir im Liegen das große Würfelkissen unter die Waden schieben kann, hob ich spontan beide Beine hoch und irgendwie schien das die Therapeutin etwas zu irritieren. Wahrscheinlich heben die meisten bei ihr auf der Liege wirklich nur ächzend erst das eine und dann das andere Bein an. Diese Situation erinnerte mich sofort an jenen früheren Traum, denn der erste Blick auf meine Beinaktion, schien mir haargenau derselbe.
Außerdem konnte die Physiotherapeutin bei der Massage sehen, daß es mich jetzt mehr links schmerzt, obwohl es während der Krankschreibung die rechte Seite des Beckens gewesen ist. Als sie mich fragte, antwortete ich erst mit "Na ja, damals eigentlich rechts." und schob dann zögernd hinterher, daß es aber in den letzten Tagen die linke Seite ist, worauf sie sagte: "Na, das will ich doch meinen. Das ist hier etwas geschwollen." Und ich: "Wie 'geschwollen'?" Sie erklärte mir, daß man das tatsächlich an leichten Hautveränderungen sehen kann. Und ich weiß jetzt, daß es nicht nur Nordic Walking gibt, sondern auch einfaches Walking, was aber immer noch was anderes als Gehen oder Laufen ist. Zum Massieren hat sie ein Mittel verwendet, das wie Rheumasalbe riecht und dies erinnert mich wiederum an den Teddybär-Arzt aus meinem ersten Betrieb, der mir eine Rheumasalbe mit den Worten verschrieb, ich müsse mich ja nicht gerade damit einschmieren, wenn ich tanzen gehe.
Seltsam, wie heute Traum und Wirklichkeit zusammenkommen, denn genau von diesem Betrieb träumte ich letzte Nacht.

Samstag, 18. Oktober 2008

Die Jugend

Stolz und liebesbedürftig, selbstüberzeugt und verletzlich, kindlich erkundend in Körpern von Erwachsenen, so stehen sie im Bus neben mir, sich aneinanderdrängend, gegenseitig Schutz in der Gruppe gebend. Laut und doch scheuäugig sind sie auf dem Weg zu einer Feier, die Mädchen damenhaft sexy herausgeputzt, blond-frohlockend, dunkelwellig, schwarzgelidert, die jungen Männer sich linkisch-leger gebend. Eine seltsam angenehme Atmosphäre greift von der Gruppe auf mich über. Ich kenne niemanden von ihnen und fühle mich doch fast dazugehörig, schließlich war ich auch einmal so jung und erinnere mich noch gut an meine Discobesuche in den ersten Pfennigpumps, die ich von meinem Taschengeld kaufte. Ich schaue hinunter und lächle in mich hinein, als ich die Stilettos an den jungen Füßen sehe, silber, schwarz oder lackglänzend. Die Pfennigabsätze habe ich längst aufgegeben und ziehe es vor, auf bequemen Sohlen durch das Leben zu laufen. Dennoch gibt es wohl im Leben jeder Frau eine Phase, in der Stilettos einfach sein müssen, man muß einmal erfahren haben, wie es ist, in ihnen zu laufen oder zu tanzen. Vielleicht ist das so eine Art moderner weiblicher Initiationsritus, der den Übergang zum Erwachsensein kennzeichnet und traditionsgemäß nicht unbedingt schmerzfrei ist. Ich wünsche euch einen wunderbaren Abend - trotz Stöckelschuhe, und das meine ich ganz ernst.

Freitag, 17. Oktober 2008

Die Kunst der Minne

Solltet ihr nicht genug Geld für ein schönes Gewand haben, so seht darauf, daß alles hübsch sauber sei, insbesondere eure Schuhe, euer Gürtel und euer Dolch. Nichts gefällt mehr und nichts gibt höfischeres Aussehen. Wer im Frauendienst etwas erreichen will, muß in allem gewandt sein, damit seine Herrin nie ein Fehl an ihm findet. Bemüht euch, auch den Bekannten eurer Dame zu gefallen, damit sie nur Gutes über euch vernimmt. Das übt auf Herzen einen ganz besonderen Einfluß aus. Wenn euch eure Dame empfängt, so scheut euch nicht ihr zu sagen, daß sie euer Herz erobert hat. Und wenn sie euch wirklich gewähren sollte, worum ihr sie batet, so laßt ja niemanden davon erfahren. Beklagt euch vielmehr bei jedermann, daß ihr nichts auszurichten vermöget, denn Frauen können Schwätzer und Dämlinge nicht ausstehen.
(Troubadour Amanieu des Escas aus "Kreuzzug gegen den Gral")

Türen ohne Klinken (äußerst wichtiges Traumbild) und das große M

Während die Haustür hinter mir ins Schloss fällt, bemerke ich, daß sie überhaupt keine Klinke hat und ich mich frage, wie ich wieder hinauskommen soll. Doch erstmal will ich nur hinein, deshalb grüble ich nicht lange darüber nach. Solches kann ich immer noch tun, wenn es so weit ist, daß ich wieder hinaus möchte. Dann fällt auch die Wohnungstür hinter mir zu und hat keine Klinke. So langsam wird mir mulmig zumute. "Haben denn in diesem Traum alle Türen keine Klinken?" fragt sich das Traum-Ich und beschließt, daß es sich wohl um ein äußerst wichtiges Traumbild handelt, welches es sich unbedingt merken und später im Traumtagebuch notieren sollte. Es sieht die Eintragung sogar schon bildlich vor sich und in diesem Traumbewußtsein verlaufen alle weiteren Träume. Zunächst schlendere ich durch eine kleine Diskothek, in der einige Paare zwischen den Tischen tanzen, weil die Tanzfläche so klein ist. Ich bin einfach hinein, ohne Eintritt zu bezahlen, vielleicht haben die ja heute Frauentag. Aber ich will mich sowieso nicht lange aufhalten, sondern nur umschauen. Wonach, das weiß ich eigentlich selbst nicht. Wieder auf der Straße fällt mir ein riesiges weißes, altmodisch verziertes M am blauen Himmel auf. Ich bin völlig überrascht, von dieser unerwarteten Erscheinung, bleibe aber sofort stehen, um mir jeden Bogen und jeden Strich genau einzuprägen, denn schließlich will ich es in mein Traumtagebuch zeichnen. Hoffentlich kann ich mir das alles merken. Ich biege in eine Allee, die an die Allee aus dem Filmende von "Der dritte Mann" erinnert, laufe aber seitlich neben den Bäumen auf eine Straße und eine Straßenbahnhaltestelle zu. Mir ist als würde ich von einem schwarzen Pferd mit Reiter verfolgt werden, welches noch sehr weit hinter mir direkt in der Mitte der Allee galoppiert, deshalb beginne ich zu rennen. Pferd und Reiter werden immer größer, da erreiche ich schon die Straßenbahn und springe, noch während sie bereits losfährt, hinein. Geschafft!

Traum-M

Bemerkung: Alle Türen hinter sich zuschlagen, kein Zurück mehr - kein Zurück wohin?

Was für eine Pracht!

Die Eberesche auf meinem Hof hat sich sozusagen über Nacht verschämt knallrot gefärbt (zumindest hab ich es gestern noch nicht gesehen). Und da sich die Sonne auch endlich wieder hervorgewagt hat, leuchten die Farben um so schöner. Ich liebe dieses Rot!

Knallrote Eberesche

Donnerstag, 16. Oktober 2008

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Der Falkenkaiser flügelte
die Veilchenwege am satten Sonnensaum,
der Grillenkrieger schrummelte
den Kriegsgesang im gelben Ginsterbaum,
doch grämten die Lerchen sich
im stillen Baumblütenband,
wo sich der Treuetugend
tiefes Grab befand.

Herr Schneck schreibt einen Brief

K., meine verstorbene Katze ist wieder da und wird künftig bei mir wohnen. Sie fühlt sich anscheinend gleich wohl, ich muß allerdings unbedingt noch ein Katzenklo besorgen. Am besten eines mit diesem ganz neuartigem Streu. Ich spiele ein bißchen mit ihr und später, ich liege bäuchlings auf dem Bett, spüre ich, wie sie mit ihren Pfoten meinen Rücken hinauftippelt, um sich dicht an meinem Gesicht zusammenzurollen. Als meine Mutter kommt, erkennt sie die seltsamerweise nicht sofort, sondern springt erst mit ziemlicher Verzögerung auf sie zu. Könnte es sein, daß sie mit zunehmendem Alter schlechter sieht?

In einem Zimmer sitzen in kleinen Grüppchen verstreut einige Blogger. Manche unterhalten sich, andere sitzen schreibend über Papier gebeugt, ich halte mich eher abseits und beobachte interessiert, was vor sich geht. Herr Schneck, ein Käppi tragend, sitzt mit einem Bloggerkollegen oder Kumpel zusammen und schreibt an einem Brief, und zwar ziemlich ausdauernd und konzentriert. Es ist ein Liebesbrief an eine Freundin und er enthält einen "halben" Heiratsantrag. Halb deshalb, weil der Antrag in einem Code versteckt ist. Das weiß ich, weil ich einen Blick auf den Brief werfen darf und er mir die Sache mit dem Code erklärt. Dieser sieht ungefähr so aus: 4354z usw. wobei der Heiratsantrag erst "voll" ist, wenn der Code voll ist, zu dem in irgendwelchen Abständen immer noch neue Buchstaben und Zahlen hinzukommen. Ich finde diese Vorgehensweise etwas merkwürdig und frage mich, was seine Freundin wohl dazu sagt. Wenn sie das mit dem Code nicht mitbekommt oder versteht, könnte es sein, daß sie sich an der Nase herumgeführt fühlt. Aber ok, mich geht das ja nichts an, deshalb sage ich auch nichts und setze mich wieder in eine Ecke, von wo aus ich das Zimmer weiter beobachte. Herr Schneck hört gar nicht mehr auf zu schreiben und sein Kumpel verliert plötzlich die Geduld. "Was soll diese viele Schreiberei?" ruft er und springt genervt auf. Auch er hatte zwar etwas geschrieben, war aber wohl nicht wirklich so begeistert bei der Sache. Herr Schneck sieht ihn völlig erstaunt an, so als wäre das eine ganz neue Seite an seinem Bekannten und fragt irritiert: "Ja willst du denn gar nicht schreiben?"