gestalten sich meine Rückenschmerzen. Die zwei miteinander verbundenen Schmerzpunkte reagieren völlig unterschiedlich auf Bewegung. Bei viel Bewegung wird es zwar im Rücken besser, aber am Beckenknochen schlechter, bei wenig Bewegung ist es genau umgekehrt. Der Beckenknochenschmerz ist eindeutig unangenehmer, da mit größerer Schmerzfläche und mit mehr Auslösebewegungen. Nachdem ich mich nun die letzten zwei Wochen stärker bewegt habe als normalerweise (wie meist im Sommer, wo man einfach mehr unternimmt und auch mehr Lust auf Sport hat), sind die Schmerzen im Beckenknochen stetig auffälliger geworden. Ich hatte schon eine leichte Panik, da ich nächste Woche wegfahren will und sowas im Urlaub nicht gebrauchen kann (Wann kann ich das überhaupt?). Der Physiotherapeut wollte deshalb von mir wissen, was ich für Sport getrieben habe. Bei der Aufzählung ließ ich allerdings einen bestimmten "Sport" aus. Dieser scheint aber nicht gerade besonders gut für meinen Beckenknochen zu sein. Vorhin hat sich der Physiotherapeut an mir abgearbeitet und jetzt schmerzt der Knochen schon wieder.
Nach der Physiotherapie traf ich im Bus den Sonnenblumenhausmeister, der auf meine Vorliebe für langes Aufbleiben zu sprechen kam. Er hat natürlich meine Fenster beobachtet und kontrolliert, wann Licht brennt. Dann erzählte er, daß er immer um 22:30 h zu Bett geht, aber einmal eine Ausnahme bei einem Film auf DVD gemacht hätte. Darauf sagte ich, daß ich beim Filme schauen und Bücher lesen abends immer einschlafe. Das fand er sehr kurios und ich sah förmlich die Frage auf seiner Stirn: Was macht die denn dann abends? Mit dieser unbeantworteten Frage ließ ich ihn stehen...
Dies ist kein Zufall, denn an diesem Ort befinden sich ausgeprägte Gravitationsanomalien, d.h. an einigen Stellen des Platzes ist die Schwerkraft meßbar geringer als anderswo, ganz ähnlich wie an den berühmten Straßen am Albaner See in Italien oder am Fuße der Schneekoppe in Polen, wo die Autos ohne Motorkraft bergauf rollen können....
...Der Gendarmenmarkt ist wohl bei weitem der geophysikalisch und geomantisch bedeutsamste Platz Berlins...
...Nun zeigen die physikalischen Meßergebnisse eindeutig, daß gerade dieses Grundstück, auf dem heute der Deutsche Dom steht, eine Besonderheit darstellt. Hier ist die Schwerkraft stark verringert. Gemäß der Polarität Gravitation - Bewußtsein in der neuen Physik heißt dies, daß das Bewußtsein hier erhöht werden kann...
...Der Deutsche Dom wird übrigens schon seit DDR-Zeiten nicht mehr als Kirche genutzt, sondern fungiert nach erheblichen Umbauten des Innenraums als Museum....
...Der Turm, der ja ohnehin seit jeher nur eine hohle Attrappe war, kann übrigens heute über eine interessante spiralförmige Treppenkonstruktion bestiegen werden, die auffallend an uralte mystische Prozessionswege erinnert (z.B. an den Aufstieg auf den Tor Hill von Glastonbury, dem alten Avalon der Sage). Vermutlich kann die außergewöhnliche Spiritualität dieses Ortes auf Dauer weder "Ochs noch Esel" aufhalten....
(aus "Terra Incognita" von Fosar&Bludorf)
Traumsplitter 1:
Im alten Schlafzimmer meiner Eltern (Nordseite mit Blick auf die Kirche). Wegen der Nordseite ist es hier besonders kühl. Heute sogar richtig kalt, denn mit Blick aus dem Fenster sehe ich das Fensterbrett voller Eis. Senkrecht stehende Eiszapfen, Eisklumpen und andere Formationen. Eine dieser Formationen erkenne ich als einen eingefrorenen Grünfink. Na sowas. Er muß hier auf dem Fensterbrett von der Kälte überrascht worden sein. Der Anblick hat etwas Trauriges. In einer anderen, größeren Formation erblicke ich eine Katze. Diese Figuren sind so seltsam, daß ich sie fotografieren muß. Als ich die Kamera holen will, bemerke ich, daß das gesamte Schlafzimmer voller "Eisberge" ist. Na hoffentlich taut das wieder.
Traumsplitter 2:
Ein anderes Schlafzimmer, dunkel, in welchem ich schlafe. Wach werde ich von einem Flattern, das erst nur zu hören ist. Durch die Dunkelheit ist nichts zu erkennen und ich spähe aufmerksam hinein. Nicht daß hier irgendein riesenhaftes Insekt herumfliegt. Da erkenne ich einen gelbgrünen Flügel aufblitzen. Oh, ein Grünfink! Wie ist der denn hier herein gekommen? Aufgeregt flattert er umher. Manchmal spüre ich, wie seine Flügel mich streifen, oder auch nur einen Lufthauch von ihnen. Ich stehe auf, um zu prüfen, wo er hergekommen sein könnte. Die Tür steht zwar offen, führt aber wiederum in einen dunklen Flur. In diesem Flur steht ebenfalls die Tür zu einem anderen Zimmer offen. Eventuell ist in diesem Zimmer ja ein Fenster geöffnet. Trotzdem merkwürdig, daß er sich bis zu mir in das geschlossene Schlafzimmer verflogen hat.
Traumsplitter 3:
Ein Swimmingpool mit klarem, blauen Wasser. Der Pool ist zwar ein geschlossenes Rechteck, jedoch unter Wasser unterschiedlich tief, was man an den Färbungen des Blau erkennen kann. Ich suche mir die tiefste Stelle, um darin zu schwimmen. Es ist sehr angenehm und erfrischend.
Traumsplitter 4:
Ich befinde mich in einem altertümlich anmutenden Haus und fahre dort mit dem ebenfalls sehr ungewöhnlichen Fahrstuhl. Der Fahrstuhl hat von draußen einen eingebauten Gewinnautomaten. Das ist ein Knopf, wie eine alte Klingel, auf den man drücken muß, und dann hat man evtl. etwas gewonnen, was unten raus kommt. Wenn man einsteigt, bildet sich einen Teil des Fahrstuhls automatisch eine Art Führerpult für den Fahrstuhlführer aus. Dieser wird heute aber anscheinend nicht mehr genutzt.
Ich trete in einem anderen Stockwerk heraus und an ein Fenster, das durch seine seitliche steinerne Säule ebenfalls altertümlich anmutet. Von hier habe ich einen fantastischen Blick auf eine Landschaft voller Wasser, weshalb ich sehr lange hier verweile, wobei ich den Menschen, die sich im Wasser tummeln, bei ihren Aktivitäten zuschaue. Merkwürdig finde ich, daß das große Wasser im Vordergrund sowohl eine große stille Fläche hat, als auch in Ufernähe stark bewegte Stellen, die wie Stromschnellen wirken und bei den Badenden besonders beliebt sind. Weit in der Ferne erkenne ich einen etwas abgelegenen See in einer grünen Landschaft. Dorthin könnte ich eigentlich mal einen Ausflug unternehmen. So weit kann das von hier nicht sein. Dazu muß ich mir allerdings genau merken, an welchem Fenster ich bin, um hierher zurückkehren zu können. Von einem anderen Fenster aus wäre die Entfernung viel größer. Aus diesem Grund versuche ich, als ich erneut in den Fahrstuhl steige, genau zu erspüren, in welche Richtung es geht und wieviele Stockwerke.
Ich bin ganz genau ein Stockwerk nach unten gefahren. Gut. So kann ich das Fenster wiederfinden.
Traumsplitter 5:
Eine offene Wohnung, meine eigene, mit zwei Wohnzimmern. In einem der Zimmer findet eine Party statt, auf der ein lustiges Wortfindespiel gespielt wird. Ich selbst habe mich in das zweite Zimmer zurückgezogen, warum auch immer. Ab und zu klingt Gelächter durch die Wand herüber. Ein riesenhafter Mann, dessen Gestalt bei den Schultern zu enden scheint, kommt plötzlich in das Zimmer und stellt sich genau vor mich hin. Er ist völlig in ein Gewand gehüllt, das die Farbe von getrocknetem Blut hat - dunkelrot bis schwarz changierend. Er hat keinen Kopf und es ist seltsam, auf seine Schultern zu schauen, während er mit mir spricht. Denn das kann er trotzdem.
Ab und zu scheint sich dann doch ein Kopf herauszukristallisieren, jedoch bleibt er durchscheinend und ändert stets sein Aussehen. Er droht mir und verschwindet wieder durch die Tür. Bevor ich irgendwie reagieren konnte, ist er erneut da, schließt die Tür hinter sich ab und vergewaltigt mich. Kaum ist er weg und ich noch gar nicht angezogen, trifft auch schon die Polizei ein. Keine Ahnung, wie sie davon Wind bekommen haben. Eine Beamtin befragt mich zu dem Vorfall, doch da er keinen Kopf hatte, kann ich auch nicht viele Angaben machen. Mir fällt auf, daß sie immer so komisch auf meinen Po starrt, der noch nicht bekleidet ist, da ich gerade dabei bin, mir das Höschen überzustreifen. Dann fragt sie mich, ob ich auch anal vergewaltigt wurde. Nein, antworte ich wahrheitsgemäß, aber irgendwie scheint sie unzufrieden mit meiner Antwort. Schließlich rückt sie heraus mit der Sprache: Wenn er es getan hätte, könne man ihn viel härter bestrafen und daß ich das doch einfach behaupten könnte. Oh, sie will also, daß ich lüge? Aber das kommt doch sicher heraus? Anscheinend sieht sie mir meine Zweifel an, denn sie macht mir mit subtilen Andeutungen klar, daß sie meine Aussage unterstützen würde und daß man außerdem ein wenig nachhelfen könnte, damit es glaubwürdiger ist. Dabei zückt sie eine Rasierklinge. Was? Die will mir doch nicht etwa mit der Rasierklinge ein paar Fissuren verpassen? Die tickt ja nicht ganz sauber! Ganz schnell ziehe ich mich an und lasse mich auf das Sofa fallen, um meinen Po in Sicherheit zu bringen. Zum Glück kommen im gleichen Moment zwei Partygäste herein, die sich über eine Wortfindung beim Wortfindungsspiel von Kollegin D. aufregen: "Scheidende". Was ist denn das für ein Wort?
waren völlig umsonst. Denn heute sind sie durchgegangen, die Bestien. Ich habe die letzte, selbstgezogene Grenze überschritten. Interessanterweise ist jetzt relative Ruhe im Kasten, aber dafür sickert es ständig und unmerklich. Es sickert wie durch einen Staudamm, der undicht ist, und die Gedanken, die nun völlig ungehindert passieren können, sind so untypisch für mich, daß ich das Gefühl habe, es sind nicht meine. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll, oder besser gesagt - ich weiß es durchaus und die Aussichten sind nicht rosig. Neptun, der alte Chaot.
Ein Schulausflug mit der U-Bahn. Der Zug, ein älteres Modell, fliegt seinem Ziel entgegen. Durch die Fenster erkennt man die endlosen Stromkanäle der Tunnel, von der Geschwindigkeit zu einem streifenförmigen Muster verzerrt. Einige Mädchen haben im Tunnel an der Wand eine Gestalt stehen gesehen. Sie reißen deshalb während der Fahrt die vier Türen des Waggons auf und schauen neugierig hinaus. Ein Gerücht kristallisiert sich immer klarer in meinem Bewußtsein, bis es zur Gewißheit wird. Es war der Mann mit der Küchenschürze.
Der Mann mit der Küchenschürze ist ein Serienkiller, der im U-Bahn-Tunnel lauert, dort in fahrende Züge eindringt - wie er das macht, bleibt rätselhaft und hat etwas geisterhaftes - und im Waggon alle Menschen mit einem Messer niedermetzelt. Er trägt dabei nur eine Küchenschürze und manche halten ihn für einen Metzger. So langsam fühle ich mich in das Szenario eines Horrorfilms a la Scream oder Texas Chainsaw Massacre versetzt. Ich denke bei mir, dies kann wirklich nur ein Film sein, und trotzdem spüre ich Panik aufsteigen, denn ich bin hier in diesem rasenden Zug und kann nicht aus dem Film verschwinden, auch wenn ich gerne wollte. Mit der bildhaften Vorstellung, was im schlimmsten Fall passieren könnte, versuche ich mich zu beruhigen. Im schlimmsten Fall kommt er genau in diesen Waggon und tötet mich. Und? Was ist daran so schlimm? Wenn es ein Film oder ein Traum ist, ist das doch völlig egal. Ist zwar vielleicht emotional ein wenig unangenehm, doch ansonsten kein Grund zur Panik. Aber wenn es kein Film oder kein Traum ist? Woher soll ich das wissen? Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht. Deshalb sollte ich mich jetzt auch auf mögliche Sicherungsmaßnahmen konzentrieren. Mir fällt auf, daß zwar alle vier Wagentüren auf der einen Seite mit Mädchen "besetzt" sind, dort wird er sicherlich nicht hindurch kommen, aber den vier Türen auf der gegenüberliegenden Seite schenkt niemand Beachtung. Das sollte man schleunigst ändern. Wenigstens ich sollte diese Türen im Auge behalten...
Wir sind an unserem Ausflugsziel angekommen. Es ist ein großes Haus, über dessen Eingangstür wie eine Wildschweintrophäe der Kopf eines feisten Mannes genagelt ist. Ich erfahre durch Nachfragen, daß dies der Mann mit der Küchenschürze ist. Achso?
Deine Zärtlichkeit, die noch keine ist,
eine Idee nur im Schwung deines Nackens,
eine Verheißung in der Wahl deiner Worte,
in der ungetrübten Freundlichkeit,
wahrhaftig und absichtslos,
dem heilsamen Angenommensein,
furchtlos und selbstverständlich
Ritter ohne Gut und Adel -
den gleichen Bekannten haben wir,
den spitzzähnigen Kojoten,
hungrig und feige,
Ritter mit Verletzlichkeit -
deine Zärtlichkeit, die noch keine ist,
geht mir unter die Haut.
Meine Mutter ist in meine Wohnung gezogen. Ich habe mich damit arrangiert, allerdings nervt mich immer wieder gewaltig, daß sie ständig am Aufräumen ist. Abends fängt sie an, alles, was ich auf den Tisch gelegt habe, wieder herunter zu nehmen, bis der Tisch leer ist und ich nichts mehr wiederfinde. Diese Eingriffe in meine (Un)Ordnung machen mich ungeduldig und ich bin schon am Überlegen, ob ich zu ihr sage: "Hör mal, das hier ist MEINE Wohnung - ICH zahle die Miete." Bisher konnte ich mir auf die Zunge beissen, fragt sich nur wie lange noch. Sie hat gerade den Abendbrottisch gedeckt und ich komme in das leere Zimmer, finde ein Holzbrett mit Wurst- und Schinkenaufschnitt auf dem Fußboden liegend vor. Nanu? Wie kommt das hier hin? Da entdecke ich auch meine (verstorbene) Katze und mir wird sofort einiges klar. Die Katze hat das Brett vom Tisch geholt. Auweia! Wenn das meine Mutter sieht! Der Kassler-Aufschnitt sieht mit der leicht braunen würzigen Kruste ganz besonders appetitlich aus. Deshalb angel ich mir schnell eine Scheibe, schiebe sie in den Mund und hebe das Brettchen auf. Das Näschen der Katze folgt gebannt den entschwebenden Köstlichkeiten. Immer höher und höher hebt sie die Nase in die Luft. Da, auf einmal ein kühner Sprung, eine Kamikazerolle und schon hat sie sich eine Scheibe Schinken, welche seitlich ein wenig überhing, im Flug mit den Zähnen geangelt und verschwindet mit der Beute unter dem Sofa. Vor Lachen über diesen Sprung wache ich auf.
weiß ich gar nicht, was dieser ganze Tag heute sollte.
Es begann schon nachts, als ich von einem desaströsen Vorstellungsgespräch bei einem Bankhaus träumte. Ich trat in jedes Fettnäpfchen, in das man nur treten kann und beantwortete alle Fragen falsch, mit dem Ergebnis, daß man mich nicht einmal geschenkt wollte. Na ja, ich hatte sowieso nicht vor, auf meine alten Tage noch Bankangestellter zu werden... Früh hetzte ich zur Arbeit, nachdem im Verkehrschaos mal wieder alle Busse hängen geblieben waren, mit der Folge, daß ich zu spät kam, mir erst eine Predigt von meiner Chefin anhören durfte (Sie predigt in letzter Zeit verdächtig viel. Herr N. meinte schon, wenn sie so weiter macht, bleibt ihr wieder die Stimme weg und sie fehlt erneut ein halbes Jahr. Aber vielleicht möchte sie das ja auch.) und danach den ganzen Tag ziemlich sinnlos herum saß, weil sich unser System verabschiedete und kein Zugriff mehr möglich war. Ganz entgegen der Meinung meines Tageshorroskops ("Der Mond steht heute im Steinbock. Merkur und Pluto verbinden sich. Das kann, sofern Sie das möchten, ein wirklich starker Arbeitstag werden. Planen Sie entsprechend. NACHMITTAG Arbeit macht heute sogar richtig Spaß. Sie sind befriedigt, wenn Sie viel leisten.") war mit Arbeiten deshalb so gut wie gar nichts und es hat es mich richtig genervt, weil es endlich mal ein wenig kühler geworden ist, so daß man hätte einiges schaffen können, und ich bald Urlaub habe. Danach hetzte ich zur Physiotherapie, ebenfalls verkehrstechnisch diesmal sehr glücklos, aber wenigstens hab ich so gleich noch ein wenig Sport gemacht und kam entsprechend nass geschwitzt dort an. Die Physiotherapie an sich war dann allerdings auch nicht sehr ergiebig. Der Physiotherapeut meinte zu mir, ich solle nicht dauernd zucken, er erschrickt sich immer. Hallo? Das soll er mir mal vormachen bei dem Gefühl, als würde einem ein Nagel vom Rücken aus bis in den Bauch getrieben. Nun ja, immerhin hab ich meinen Urlaubsantrag und den Antrag auf Arbeitszeitverkürzung abgegeben.
Das Drama mit den perfekten Wellen ist, daß man sich nicht mehr von ihnen trennen mag und einem dann ganz schnell das Wasser wieder bis zum Hals steht. Ich warte jeden Tag darauf, weil ich denke, bei einem Jahr, das wie dieses begonnen hat, muß irgendwo bald ein Haken kommen. Und genau genommen finde ich tatsächlich jede Menge Haken. Aber die Welle trägt noch, auch über die Haken...
Ich habe mich für ein Photoshop-Seminar angemeldet und sitze jetzt in einem großen Saal, in dem auf einer Wand riesig das Programm projeziert ist. Es ist wirklich alles sehr gut zu erkennen und die Dozentin geht nun einen Menüpunkt nach dem anderen durch. Das mag ja an sich systematisch gut sein, aber irgendwie ist es auch ziemlich langweilig. Und anscheinend geht es nicht nur mir so, denn andere Teilnehmer sind ebenfalls ziemlich abgelenkt, so daß lautes Geplapper zu hören ist. Hinter mir sitzt A. und als ich aufstehe, merke ich, daß sie immer dicht hinter meinem Rücken bleibt, die geballten Fäuste bleiben stets mit ihm Kontakt. Ich frage mich, was das soll, drehe mich um und frage lachend, ob sie sich hinter meinem Rücken verstecken will. Als ich sie sehe, mit dem langen blonden Pferdeschwanz, denke ich bei mir, so schlecht ist die Idee eigentlich gar nicht, denn sie ist so klein, daß sie hinter mir tatsächlich nicht mehr zu sehen ist.
Jetzt gehe ich eine Straße entlang und erreiche eine Kurve, in welcher sich die Straße in zwei Wege gabelt, die parallel zueinander verlaufen, nur daß der eine Weg viel tiefer liegt und der andere Weg direkt neben der höher befestigten Straße. Denn niedrigeren Weg bin ich bereits einmal gelaufen, deshalb entscheide ich mich heute für den Weg direkt neben der Straße. Dabei komme ich an einer Bank vorbei, auf der zwei Kinder sitzen und jemand erklärt mir, daß es neben den eingelassenen Lüftungsgittern künstliche Grasnarben gibt, die man herausnehmen kann und die nur der Tarnung von Verstecken dienen. Anscheinend nutzen diese Verstecke Obdachlose für ihre Habseligkeiten. Nun gelange ich in eine Art halboffenes steinernes Zimmer in dem es einen rechteckigen Swimmingpool gibt. Allerdings ist es nicht wirklich ein Swimmingpool, denn er ist nur so niedrig wie ein Brunnen und das Wasser bedeckt gerade einmal ein Paar Zentimeter den Boden. Ah, wahrscheinlich ist das eine Anlage, um die Füße zu kühlen, denke ich. Irgendwie finde ich das gar nicht so schlecht. Neben dem "Fußpool" sitzt ein junges Pärchen, die diesem "Kühlzimmer" anscheinend nicht so viel abgewinnen können, denn sie sagt zu ihm: "Laß uns reingehen. Hier ist es so kalt." Hm, verstehe ich nicht, daß es hier kalt sein soll. Eher angenehm, würde ich sagen. Aber vielleicht auch nur, wenn man viel gelaufen ist. Ich durchquere das Poolzimmer und folge ihnen in den zweiten Raum. Jetzt erst bemerke ich, daß ich mich anscheinend in einer fremden Wohnung befinde. Uh, das ist mir peinlich und schnell entschuldige ich mich bei einem Menschen, den ich dort treffe. Aber der Weg führt seltsamerweise genau dort hinein. Ich frage deshalb, ob es noch einen anderen Weg gibt, der um die Wohnung herum führt. Aber die Bewohner scheint mein ungebetenes Eindringen weder zu irritieren oder zu stören. Im Gegenteil, sie beachten mich kaum. Irgendwann erreiche ich den Ausgang der Wohnung und bin wieder auf der sonnigen und autoleeren Straße. Ein Schwalbenschwanz fliegt mir entgegen und läßt sich auf meiner Brust, genau in Höhe des Herzens nieder. Seine strahlenden Flügel scheinen sich mit meinem Herzen zu synchronisieren. Sie schwingen schließlich im gleichen Rhythmus meines Herzschlages zusammen und auseinander. Fast kommt es mir vor, als sei dieser Schmetterling jetzt eine Erweiterung meines Herzens und seine Schwingen ein Tor. Ich spüre, wie ein Energie durch sie strömt, die plötzlich blitzartig durch meinen Körper zuckt. Und dann falle ich, falle ins Bodenlose. Eigentlich weiß ich nicht, ob ich wirklich falle, es ist nichts als eine Gleichgewichtswahrnehmung, ein wenig, wie beim Fahrstuhlfahren - und erwache mit dem Gefühl, einen "platonischen" Orgasmus gehabt zu haben.
Ein entzückendes junges Mädchen mit schwärmerischen Augen und seidiger Haut saß eingezwängt zwischen einem alten Priester und einem schmutzigen, vollbärtigen Herrn und verspeiste hingerissen und voller Andacht die Kalbsnieren, die in einer grauen, als Soße dienenden Flüssigkeit schwammen.
(aus "Lourdes" von Emile Zola)
Eine besetzte Stadt, ein gefährliches Pflaster. Züge von marschierenden Soldaten und marschierenden Zivilisten kreuzen sich immer wieder und in den Knotenpunkten ensteht heilloses Durcheinander bis alle wieder geordnet gehen. In dieser Stadt treffe ich irgendwo Elsa. Ich soll einen Hund von ihr bekommen, kann mich aber nicht mehr erinnern, ob ich tatsächlich einen wollte. Der fragliche Hund sitzt unter einem Tisch und macht keine Anstalten hervorzukommen. Ich erkenne einen Schäferhund mit rötlich glänzendem Fell. Förmlich unterhalten wir uns über diverse Details zur Pflege, als Elsa plötzlich zu weinen beginnt. Sie weint und weint, und ich, erschüttert von so viel Tränen, gehe zu ihr, lege den Arm um ihre Schulter und frage besorgt: "Was ist mit dir?" Mir fällt auf, wie klein und zierlich sie ist, fast kindlich. Sie jedoch entwindet sich und weist mich zurecht: "Du sollst mich nicht drücken!" Ah so, na gut. Dann halt nicht. Ich wende mich ab und beschäftige mich mit anderen Dingen, auch wenn es schwer fällt, jemanden alleine weinen zu lassen. Nach einer Weile des Schluchzens, höre ich sie auf einmal lachen. Erstaunt blicke ich zu ihr und bemerke, wie sie gebannt auf meine Beine schaut. Ich schaue ebenfalls hinunter. Der rote Schäferhund hat sich unbemerkt an mich herangeschlichen und beschnüffelt mich übermütig. Dann schnappt er nach meinen Hosenbeinen und zieht an ihnen, als wolle er mir die Hose herunter ziehen. "Hi, hi, der macht es richtig!" sagt Elsa.
Höre ich da eine Spur Gehässigkeit in ihrer Stimme? Nach einem kleinen Stups läßt der Hund von mir ab und sitzt brav zu meinen Füßen. Er scheint sich schon entschieden zu haben, eher als ich. Und er gefällt mir. Nur das mit den Hosenbeinen müssen wir ihm noch abgewöhnen.
Elsa und der Hund sind nun verschwunden. Statt dessen ist da ein kleines Mädchen mit auffallend schönen dichten Haaren. Interessanterweise haben sie die gleiche Farbe, die das Fell des Schäferhundes hatte. Ich bin für sie verantwortlich, aber sie ist nicht meine Tochter. Deshalb bin ich etwas erschrocken, als ich sie auf einer Art Sprungturm ohne Wasserbecken stehen sehe. Er ist zwar nicht wirklich sehr hoch, so zwei bis drei Meter, aber sie will anscheinend von da herunter springen und für mich ist es zu spät, sie von dort wegzuholen. Sie springt und erleichtert applaudiere ich, als sie unbeschadet unten angekommen ist. Vertrauensvoll nähert sie sich mir, schaut mich still an. Ich spüre, daß sie mir etwas mitteilen möchte, lege meinen Arm um ihre Schulter und beuge mich herunter. Fast lautlos, als wäre es einen großes Geheimnis, haucht sie einige Worte in mein Ohr. "Meine Mama ist hier irgendwo." verstehe ich und schließe daraus, daß sie wohl ihre Mutter aus den Augen verloren hat. Ich nehme sie bei der Hand, um gemeinsam mit ihr zu suchen. Dann erwache ich.
erzählt gerade von den massiven Rückenproblemen, die sie mit 30 hatte. Hey - da bin ich ja noch richtig gut. Ich habe erst mit 37/38 angefangen und das bei schlechtesten genetischen Voraussetzungen und offenem Gelenkbogen. Ich bin jedoch nicht sicher, ob ich das der vielen Turnerei als Kind zu danken habe, oder ob mir diese erst den Rücken gebrochen hat, zumal ich jetzt erfuhr, daß Gleitwirbel und Gelenkbrüche typische "Berufskrankheiten" von Leistungsturnern sind.
Mit meinem Bruder sitze ich auf der Rückbank im Auto meines Onkels und meiner Tante aus R. Onkel und Tante drehen sich plötzlich zu uns um und ich bekomme einen mächtigen Schreck über ihr entstelltes Aussehen. Das war mir bisher gar nicht aufgefallen. Beiden fehlt jeweils ein Auge, wobei bei einen von ihnen statt des rechten Auges einfach nur Haut ist, während beim anderen statt des Auges ein kleines gelbes Warndreieck zu sehen ist. Außerdem sind ihre Köpfe kahle eingefallene Schädel. Ich kann nicht einmal unterscheiden, wer von ihnen wer ist. Sie schauen uns nur erbarmungswürdig an und sagen nichts. Irgendwie erfahre ich (nicht von ihnen, es scheint meine Mutter zu sein, die nun auch dabei ist), daß es in ihrer Familie ein Unglück gab. Der Mann meiner Cousine A. ist gestorben. Im Traum erfahre ich auch, daß er erst 31 Jahre alt war. Deshalb sehen sie also so entstellt aus. Aber es scheint da noch etwas anderes zu geben, ein anderes Unglück. Ich kann nicht recht ausmachen, ob das nur ein Gefühl ist oder echtes Wissen. Jedenfalls werde ich langsam ziemlich sauer auf meine Mutter, weil sie uns das alles erst jetzt erzählt, während wir schon die ganze Zeit bei ihnen im Auto saßen und dachten, alles wäre in bester Ordnung. Dann erwache ich.
Bemerkung: Ich habe keine Ahnung, wie alt der Mann meiner Cousine ist, aber er ist von Beruf Industriekletterer.
Aus ziemlich "bewegten" Träume, die anscheinend die bevorstehende Geburtstags-Kurzreise vorweggenommen haben, ist nur eine Erkenntnis haften geblieben: Mein Bruder und ich tragen die gleichen Schuhe. Im Traum waren dies bequeme olivfarbene Sneakers, von denen sich ein klitzekleines bißchen schon die Sohle löste.