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Mittwoch, 27. Januar 2010

Die größte Freiheit entsteht durch die Meisterschaft aller Reichweiten

Vor einigen Jahren las ich ein Kampfsportbuch, dessen Aussage, daß das Erweitern des Wohlfühlbereiches die Freiheit vergrößert, mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist. Es gibt Menschen, die brauchen Distanz, sei es nun beim Kampf oder anderswo, um sich sicher und wohl zu fühlen, es gibt Menschen, die sich in der Nähe in ihrem Element fühlen. So etwas äußert sich nicht nur in der Reichweite, die man beim Kampf bevorzugt, sondern zum Beispiel auch in den Lieblingsplätzen bei Seminaren. Ich habe mich in Schule oder Studium meistens nach hinten verzogen, am liebsten an einen Fensterplatz. Wenn es sich nicht vermeiden ließ und ich vorne sitzen mußte, fühlte ich mich automatisch unwohler, selbst wenn mir daraus im konkreten Fall keine Nachteile erwuchsen. Ich bin halt ein Mensch, der immer gerne auf Distanz geht. Nun hatte ich vor einiger Zeit meine allererste Reha-Sport-Stunde und landete dort ganz vorne bei der Kursleiterin, zumal der Raum nicht allzu groß ist. Das war in dieser ersten Stunde äußerst unangenehm, da ich ständig das Gefühl hatte, alle hinteren Augen sind auf mich gerichtet, während ich noch völlig ahnungslos versuche, mich nicht zu dämlich bei den unbekannten Übungen anzustellen, mal ganz abgesehen davon, daß es eben (noch) nicht meine Wohlfühlreichweite war und ich mir generell mit meiner Größe und den großen Füßen stets etwas tollpatschig vorkomme. Ich zog es durch, indem ich mir dachte - pah, machste halt den Hampelmann, das hammse umsonst und wahrscheinlich stellen se sich hinter mir gar nicht so viel besser an. Und wenn, ist es auch egal - bloß nicht klein kriegen lassen. Nach dieser ersten Stunde, dachte ich ernsthaft darüber nach, ob ich versuchen sollte, mir für die nächsten Stunden einen hinteren Platz zu sichern, wo ich mich nicht so ungeschützt und beobachtet fühlen würde. Doch ich entschied anders, weil mir dieses Kampfsportbuch wieder einfiel und ich es, nachdem ich bereits die erste Stunde gemeistert hatte, als eine gute Möglichkeit ansah, jetzt einmal ernsthaft zu versuchen, meinen Wohlfühlbereich zu erweitern. Schlimmer als in der ersten Stunde konnte es ja normalerweise nicht werden.
Also blieb ich vorne und war es bisher jedesmal. Es ist inzwischen sogar so, daß ich mir gar nicht mehr vorstellen könnte, nach hinten zu gehen. Vielleicht ist es einfach die liebe Gewohnheit, aber ich glaube fast, daß ich mich diesmal dort nicht wirklich so viel besser fühlen würde, vielleicht sogar eher das Gegenteil. So richtig bewußt geworden ist mir diese Veränderung erst beim letzten Mal, als ich hautnah eine Person in der "falschen" Reichweite erleben konnte. Eine neue Kursteilnehmerin wurde gebeten, mit uns Aufstellung zu nehmen und landete, durch Zufall und da die Leiterin auf den freien Platz vor sich hinwies, ebenfalls ganz vorne, sogar noch vor mir. Die ersten Aufwärmübungen begannen und ich bemerkte, wie die Neue einen starken Drall nach hinten bekam, bis zwischen ihr und der Kursleiterin ein riesiger freier Raum war, während ich ebenfalls immer mehr nach hinten ausweichen mußte, damit sie mir nicht auf die Füße tritt. Natürlich mußten die Leute hinter mir auch zurückweichen und schließlich hatte sie uns fast an die hintere Wand gedrängt, als sie plötzlich kehrt machte, etwas murmelte von "Ich muß nach hinten!" und gleichzeitig ebendort verschwand.
Einerseits konnte ich ihr Unbehagen gut nachvollziehen, andererseits bemerkte ich, wie ich erleichtert wieder meinen vorderen Platz einnahm, mit genügend Arm- und Beinfreiheit und niemandem vor mir bis auf die Kursleiterin. Ich habe bis heute keinen Schimmer, wie ich mich anstelle, ob gut oder schlecht, aber inzwischen ist es mir egal, was andere denken könnten, denn es geht doch gar nicht darum. Ich ziehe da vorne einfach mein Ding durch, so gut wie es mir möglich ist, und die da hinten sollen denken, was sie wollen, meinetwegen auch, daß sie es besser können, denn irgendjemand muß ja immer der Hampelmann sein, an dem andere ihr Ego polieren können. Wichtig ist nur, daß man sich deshalb nicht kleiner macht.

Dienstag, 26. Januar 2010

Traumsplitter

Auf einer großen Kreuzung mitten in Paris. Ein rechteckiges Straßenschild weist auf ein "Champs-Hotel" hin. Die Straße, welche zu diesem Hotel führt, ist aufgerissen und sandig, anscheinend wird dort gebaut. Wahrscheinlich kommt man gar nicht durch. Aber eigentlich interessiert mich das Hotel auch nicht besonders. Ich wende mich zu einem kleinen Kiosk an der Kreuzung, wo Eintrittskarten für irgendetwas verkauft werden. Man zeigt in die andere Richtung auf einen Weg, der bogenförmig überwölbt ist. Diesen nehme ich jetzt und erkenne am Ende ein neblig-irisierendes Hellblau. Es ist der Weg zum Zwinger (zwar ist der in Dresden, aber das interessiert Träume ja nicht).
Außerdem von einer Katze geträumt, diesmal nicht meiner eigenen, sondern einem grauen Tigerkätzchen. Als ich erwachte, fielen mir Kratzer an meinen Fingern auf.

Sonntag, 24. Januar 2010

Botticelli

auf Arte und hier auch in meinen Träumen.

rueckkehr-judiths-diptychonfluegel

Judith mit dem Kopf Holofernes

...

Die vier Schwingen einten sich,
im wolkenhohen Haar des Engels,
der den Wind holte, auf der Rose thronte
und mich trug zum Rande des Mohns.
Der flammte bis zum Horizont
und entzündete den Himmel
mit blütgestaubtem Feuerstreif.

Und die bekronten Kapseln
neigten an schlanken Ranken
zum Tore sich, mit Kapitellen
fein gezirkelt und geschmückt,
zum Flure in die stille Erde,
wo ich die Grotte fand, die blaue,
und das letzte Rot erstarb.

Ein Spiegelsee an ihrem Grunde
brach Salzpilaster, lichtbemeert,
doch nur im Oben, nicht im Unten,
das Schwarz bestrickt mit blauen Punkten,
da sprang ich, tief empfing mich
ein Schwarm von luftigen Gesellen,
die im wilden Wirbel schwangen.

Und ich vergaß...

Traumsplitter

Ein Mann, den ich in einer Kirche getroffen habe, erklärt mir, daß die "Gelberbspflanze" ganz besondere medizinische Wirkungen hat. Hm, die Gelberbspflanze kenne ich gar nicht. Wie sieht die aus? Da entdecke ich am sonnenbeschienenen Wegrand eine große Staude mit gelben Blüten und weiß sofort ohne weiteren Hinweis: Das muß die Gelberbspflanze sein! Die Blütenblätter formieren sich um einen grünen, erhabenen Mittelpunkt, der wie eine Erbse aussieht. Es ist also völlig eindeutig aus dem Namen zu schlußfolgern. Prüfend beiße ich in einen Pflanzenteil, nicht sehr schmackhaft. Dann beobachte ich, wie der Mann kleine kreisrunde Fruchkapseln öffnet und die Samen daraus isst. Allerdings stelle ich fest, daß die Fruchtkapseln nicht zur Gelberbspflanze, sondern zu einer Malve gehören, eindeutig. Warum sagt er mir, daß die Gelberbspflanze wirksam ist, aber nimmt selbst die Malvensamen zu sich?

Noch ein Kinderfoto,

diesmal am Dorfhafen mit gewohntem Pferdeschwanz, aber dafür im Chanel-Jäckchen-Look:

Familiendia 9

Samstag, 23. Januar 2010

Ein Hauch von Sonne

Ein Hauch von Sonne

Traumsplitter

Ein früher Sonntagmorgen, so früh, daß es noch fast finster ist. Radgroße, in organischen Wellen geformte Traum- und Baumblüten leuchten hellgelb in der Dunkelheit.

Ich finde,

auf diesem Foto sehe ich original aus wie eine angehende Jungbäuerin. Die Zöpfe hat mir garantiert meine Oma geflochten. Ich war das bestimmt nicht. Normalerweise hatte ich immer einen Pferdeschwanz oder offene Haare.

Familiendia 2

Donnerstag, 21. Januar 2010

Traumsplitter

Meine verstorbene Katze springt aufgeregt an mir hoch und es sieht aus, als würde sie nach mir schnappen. Aber mir wird klar, daß sie nicht nach mir schnappt, denn sonst hätte sie mich bereits gebissen, sondern nach etwas Unsichtbarem an meiner Seite. Ich kann es nicht sehen, doch es muß wohl negativ sein.

Ich stehe an einer Bushaltestelle und erkenne gegenüber auf der anderen Seite Cptsalek. Er schaut nun ebenfalls aufmerksam zu mir, ich bin mir aber nicht sicher, ob er mich erkennt. Mir fällt auf, daß er viel kleiner ist, als ich ihn mir vorgestellt habe.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Beim Löschen

gerade einen witzigen Traum aus der Zeit vor Beendigung meines Romans gefunden. So ein Luchterhand kann einem aber wirklich wie ein Alp auf der Brust sitzen.
Romanende: http://weltentanz.twoday.net/stories/5323454/

Potentielles Adoptionsopfer entdeckt

Vor längerer Zeit hatte ich ja einmal das Angebot gemacht, mich als Katze zu adoptieren, siehe hier: http://weltentanz.twoday.net/stories/3682175/.
Bisher gab es leider keine Interessenten, aber mein Physiotherapeut erzählte mir heute, daß er eine zweite Katze als Haustier sucht und wollte wissen, ob ich eine Idee hätte. Ähm ja, adoptiere MICH! Ich bin stubenrein und lebe länger als jede andere Katze (hoffentlich). Ich bestehe aber darauf, daß ich täglich frischen Lachs bekomme.

Zärtlicher Schwuler im Finanzamt

Ich bin auf dem Weg zum Finanzamt, das im Traum ungefähr gegenüber von meiner Zahnärztin lokalisiert ist. Vorher will ich schnell noch einen alten Stuhl entsorgen. Beim Finanzamt angekommen, schaue ich auf das Klingelschild. Das Amt ist bereits geschlossen, aber es gibt einen Notdienst, der sich Herr oder Frau Jüngling nennt. Ich betrete das Haus und mache mich auf die Suche nach dieser Person. Erst betrete ich ein paar leere Gänge, die sich als Sackgassen erweisen. Ich führe auf einmal einen kleinen schwarzen Hund an der Leine. Dann erreiche ich eine größere "Produktionsstraße", wo der Reihe nach Menschen an Computern sitzen und mich gar nicht beachten. Doch eine ehemalige Kollegin ist darunter. Diese steht auf, um mich zu begrüßen und mich zu Herrn oder Frau Jüngling zu führen. Unterwegs kreuzen wir einen Sandberg, wo mein Hund plötzlich in einem Sandloch verschwindet. Eine große Kröte kommt hervorgesprungen - diese hat er anscheinend gejagt. Kurze Zeit später bin ich wieder in der Eingangshalle und betrachte die ausgelegten Prospekte, danach befinde ich mich in einem schummrigen Zimmer allein mit einem Mann auf einem Bett liegend. Er ist schwul, aber läßt es sich nicht nehmen, zärtlich meinen Bauch zu küssen und zu streicheln. Ein wenig wundert mich seine Begeisterung für diese Tätigkeit. Er merkt es und antwortet mehrere Male: "Du hast es auch mal verdient, verwöhnt zu werden!" Ah, also eine gute Tat. Das ist ja so lieb. Und dann noch der Bauch, wo ich es am liebsten mag. Ich genieße jetzt ausgiebig seine Zärtlichkeiten, weiß aber auch, daß es nicht zu mehr kommen wird, schließlich ist er schwul. Als er zusätzlich beginnt, meine Beine zu küssen, bin ich mir da allerdings nicht mehr so sicher. Doch während er das tut, ist er gleichzeitig auch neugierig und stellt mir Fragen, unter anderem nach meinem Vater. Er will wissen, wo dieser ist, und ich antworte, daß er letztes Jahr gestorben ist. Darauf fragt er, wo er auf dem Friedhof liegt und alle möglichen weiteren Dinge. Er scheint sich wirklich dafür zu interessieren.
Und er möchte wissen, wo sich mein Vater befand, bevor er starb. "Hier" sage ich, "genau in diesem Zimmer und in diesem Bett." Anscheinend sind wir plötzlich im Zimmer des Pflegeheims, was mir vorher selbst nicht bewußt war. Das macht ihn ziemlich betroffen, so betroffen, daß er vor lauter Betroffenheit seine Verwöhnmission vergißt. Schade eigentlich.

Dienstag, 19. Januar 2010

Erster Morgen ohne Eltern

Lange auf einem Friedhof gewesen, in einem regalartigen Grabstein Dinge sortiert, die dort immer paarweise lagen. Eine kleine Frau mit kurzen Haaren (Katharina Thalbach?) kommt vorbei. Sie schmaucht an einer Pfeife und reicht mir diese. Ich entdecke am Rand eine Stelle, die etwas abgescheuert ist und zeige ihr diese mit den Worten, die Pfeife sei von Sherlock Holmes. Sie lacht darüber und bestätigt es scherzhaft, dann geht sie. Ich erwache im Wintergarten der elterlichen Wohnung. Mit einem Mal wird mir klar, daß dies der erste Morgen ohne Eltern ist. Meine Mutter ist über die Schwelle gegangen, kurz nach meinem Vater. Sie liegt reglos in einem Sarg und ich habe sie beerdigt. Erst jetzt wird mir der Verlust und das Ende eines Lebens bewußt. Ein Gefühl von Unwiederbringlichkeit und Angst vor dem Tod bemächtigt sich meiner. Ich habe diesen Weg noch vor mir.

Montag, 18. Januar 2010

Das Auskunftsbüro ist wieder eröffnet

In der letzten Zeit war ich nicht oft draußen. Aber kaum befinde ich mich zwei Minuten auf der Straße, um den Bus zum Sport zu nehmen, kommen die Wißbegierigen aus ihren Löchern. Wahrscheinlich haben sie bereits auf mich gelauert. An der Bushaltestelle fragte mich eine Frau radebrechend, was "everything" bedeutet. "Alles" antwortete ich, und sie wollte wissen, ob nicht doch eher "abends". "Nein", bestätigte ich noch einmal, "alles". "Ah, danke!" Bitte und schön, daß ich helfen konnte. Anscheinend steht jetzt nicht mehr nur "Touristeninfo" auf meiner Stirn, sondern auch noch "Wörterbuch".

Nur Geduld! (4)

In einem Haus möchte ich mit dem Fahrstuhl fahren. Das Fahrstuhlinnere ist reinweiß, sowohl die Wände, als auch Decke und Fußboden. An den Seiten sind jeweils Lüftungsgitter. Ich befinde mich also in einem weißen Quader, der keine Anhaltspunkte bietet, wo oben oder unten ist. Ich vermute, ich will nach oben, und klettere durch eines der Lüftungsgitter nach oben hinaus. Dabei lande ich in einem völlig identischen weißen Quader. Aber Moment mal! Bin ich jetzt nach oben oder nach unten geklettert? Da ich nicht sehe, wo oben oder unten ist, könnte ich mich auch in den Richtungen getäuscht habe, obwohl ich natürlich zuerst davon ausgehe, daß meine Füße nach unten zeigen. Aber woher will ich wissen, daß es wirklich so ist? Vielleicht stehe ich in diesem Quader auf dem Kopf und merke es gar nicht? Die Verwirrung wächst und ich beschließe, durch eines der Lüftungsgitter im Fußboden wieder nach unten zu klettern, um mich in diesen Quadern nicht vollständig zu verirren. Das Lüftungsloch ist sehr schmal und nur mit viel Anstrengung kann ich mich da hindurch quetschen. Glücklicherweise bin ich schlank. Ansonsten hätte ich keine Chance gehabt und wäre vielleicht stecken geblieben. Ich lande auf irgendeiner Etage des Bürohauses und suche nach Anhaltspunkten, wo ich mich befinde. Da! An der Wand erkenne ich eine 4, ich muß also in der vierten Etage gelandet sein. Mist! Eigentlich wollte ich höher. Ich drücke also erneut den Fahrstuhlknopf. Der Fahrstuhl läßt auf sich warten, nichts rührt sich. Herrje, warum dauert das so lange? Ist er vielleicht kaputt? Immer ungeduldiger hämmere ich auf das Bedienfeld ein und warte. Ein Mann mit grauen langen Haaren, die zu einem Zopf gebunden sind, tritt aus einer der Bürotüren und sieht mich vor dem Fahrstuhl zappeln. "Nur Geduld!" sagt er begütigend, was mich sofort beruhigt und mir die Gewißheit gibt, daß der Fahrstuhl früher oder später kommen wird. Schließlich muß er es ja wissen, wenn er hier arbeitet. Während ich weiter warte, kommen zwei kleine Jungen um die Ecke. Der eine trägt eine Handtasche um den Hals, die ich als meine erkenne. Habe ich sie etwa im Fahrstuhl liegen lassen? Zuerst denke ich, die beiden wollen sie mir bringen und greife schon erfreut danach, während sie neugierig hineinschauen. Doch sie ziehen die Tasche weg und behaupten frech, es wäre ihre. "Das kann ja gar nicht sein!" erwidere ich empört, zumal ich auch den Inhalt gesehen habe, und die beiden bemerken jetzt wohl ihr Mißgeschick. Jedenfalls drehen sie sich schlagartig um und laufen weg. Ich renne hinterher und da nun viele Leute auf dem Flur sind, rufe ich "Haltet sie! Haltet sie!", was tatsächlich gelingt. Ich erhalte meine Handtasche zurück. Nochmal Glück gehabt.

Sonntag, 17. Januar 2010

Nächtliche Verwandlung

Ich treffe meinen Kollegen K. F. und eine andere Kollegin. Kollege K. sieht im Traum völlig anders aus als in Wirklichkeit, wird von mir aber definitiv erkannt. Im Traum kann ich zwar laufen, sitze jedoch im Rollstuhl und trage ein Nachthemd, das an einen Krankenhauskittel erinnert. Wegen des Rollstuhls nehmen sie mich im Auto mit und wollen mich bis nach Hause bringen. K. sitzt am Steuer, als es unterwegs einen Zwischenfall gibt. Ein rotes Feuerwehrauto hat sich quer zu unserem Wagen gestellt, so daß wir nicht vorbeikommen. K. flucht vor sich hin, deutlich verärgert, greift zu einer Trillerpfeife und steigt aus. Er stellt sich vor das Feuerwehrauto und trillert in seine Pfeife. Zu welchem Zweck ist mir unklar, denn wir fahren dann nicht weiter, sondern steigen aus. Nur mit K. bin ich in einer Straße mit alten 30er-Jahre-Bauten, die anscheinend alle abgerissen werden sollen, um Platz für viel teurere Wohnungen zu schaffen. Wir unterhalten uns darüber, wie schade wir das finden, sowie über unsere eigenen Wohnungen. Schließlich daheim, im alten Pfarrhaus meiner Eltern, stellt sich heraus, daß wir im gleichen Haus wohnen. Seine Wohnung ist direkt über meiner. Da wir uns gerade unterhalten und ich seinen letzten Satz nicht verstanden habe, steige ich eine Treppe höher mit ihm und bitte ihn, den Satz zu wiederholen. Ein Kind, vielleicht 4 -5 Jahre alt, kommt ihm entgegen, die Treppe herunter, und er sagt entschuldigend, daß die Kleine jetzt unbedingt ins Bett müsse, es sei bereits viel zu spät, und er deshalb keine Zeit mehr für mich habe. Das verstehe ich, es muß bereits 2 oder 3 Uhr in der Nacht sein, trotzdem hat er nichts dagegen, daß ich mit in seine Wohnung komme. Eine andere Kollegin K. K. hält sich hier bereits auf. Während er das kleine Mädchen ins Bett bringt, schaue ich mich um, und entdecke einen Zettel an der Wand, der eine Beschreibung von ihm enthält. Warum er sich das an die Wand hängt, ist mir rätselhaft. Vielleicht ist es ja ein Entwurf für eine Partnerschaftsanzeige. Mich wundert allerdings, daß dort steht, er sei leitend tätig, denn wenn sich zwischenzeitlich nichts geändert hat, dürfte das nicht der Fall sein. Er kommt in den Flur und ist wieder gesprächiger. Sogar so gesprächig, daß er jetzt eine Menge intimer Details über sich ausplaudert, unter anderem, daß er irgendetwas bei sich an den Hoden hat machen lassen. Ich frage ihn, ob der Grund dafür sein Wunsch nach Kindern ist, doch er winkt sofort ab und macht mit seiner Antwort und Reaktion klar, daß er absolut kein Interesse an Kindern hat. Aha, dann ist die Kleine wohl doch nicht seine Tochter, wie ich erst dachte.
Wir gehen ins Wohnzimmer und setzen uns an den Tisch. Eigentlich müßte ich langsam gehen, aber ich werde plötzlich so unendlich müde, daß ich es nicht mehr schaffe aufzustehen, meinen Kopf auf die Arme sinken lasse, und dort am Tisch einschlafe. Einige Zeit später erwache ich. Es muß jetzt ungefähr 4 Uhr nachts sein. Er hat mich in eine Decke gehüllt und am Tisch schlafen lassen. Als ich ein wenig meine Augen öffne, bemerke ich, daß er gerade dabei ist, verschiedene Gesichtsmasken aufzuprobieren. Eine Maske ist darunter, die genau seinem wirklichen Aussehen entspricht. Das ist ja interessant. Dann ist dieses Aussehen also eine Maske. Ich lasse mir nicht anmerken, daß ich aufgewacht bin und beobachte weiter. Er befindet sich im Profil zu mir und setzt sich nun eine Mütze auf, die an die Uniformmützen der Village People erinnert. Jetzt nimmt er so in meinem Blickwinkel Platz, daß ich seine Vorderseite völlig im Blick habe. Sein Gemächt hängt frei aus der Hose und er ist gerade damit beschäftigt, metallene Ringe an seinen Hoden zu befestigen. Zusammen mit der Mütze sieht das ziemlich schwul aus, aber ich bin mir sicher, daß er es nicht ist, weshalb mich dieser Aufzug etwas verwundert. Jedenfalls getraue ich mir nun erst recht nicht, zu erkennen zu geben, daß ich aufgewacht bin. Vielleicht wäre ihm das peinlich. Allerdings bin ich reichlich neugierig, was er in diesem Aufzug wohl noch vor hat.

Samstag, 16. Januar 2010

Die Karten sehen auch alles...

Erbschaft

Tod + Geld - Sie erhalten viel Geld durch eine Erbschaft

Habe gerade letzte Woche die Formulare zur Auflösung der Anlagen und des Girokontos meines Vaters unterschrieben, nachdem es Monate dauerte, bis der Erbschein endlich da war.

Geh nach Osten!

Hoch auf den Gipfeln lag noch der Schnee,
ein gleißender Sonnenthron, als die Reise begann,
in die Tiefen der Welt, die Pfade der Seele.
Ein Blau leuchtete über uns wie das hellste Feuer
und abwärts stiegen wir zum Tal, der Tiger und ich,
an der Bärenhöhle vorbei, in der der Bär noch träumte,
durch grünes Gras gingen wir bis in die Mitte des Paradieses,
dort ruhten wir lange, ich bettete meinen Kopf auf seine
warme Seite und er lachte ein Tigerlachen.

Doch ein Dorn stach in meiner Brust, der Dornbusch
auf dem Berge schenkte ihn mir als blutige Gabe,
und der Tiger leckte meine Wunde und tröstete mich,
er würde mich begleiten, wohin ich auch ginge,
mein Finger zeigte den Osten, den südlichen -
so setzten wir den Weg fort über grüne Wiesen,
durchquerten einen kieselklaren Bach,
hinter uns wachte der Berg in eisigem Kleide,
und sahen einen Adlerhorst hoch auf dem Felsen.

Nicht fern davon begann der Wald, düster schweigend,
finstere Tannen ragten empor und unwegsam, steinig
empfing er seine Gäste, die stolpernd in schattigen Fluchten,
tanzend über weiche Moose, den Weg zu finden hofften
in Dunkelheit und Stille, sich den Waldwesen anvertrauend.
Da - über uns - mächtiger Schwingen Brausen
und der Schrei des Adlers war seltsam vertraut:
Nach Osten geht! Nach Osten! Nach Osten!

Er flog uns den Weg voran, dort wo die Tannwipfel wehten,
bis wir zu der Lichtung kamen, mit einem Bächlein, reinem
und es umschloß eine Insel, wo wir ihn trafen,
den Mann mit dem Schlapphut und nur einem Auge.
Einen Hirtenstab führte er und mit ihm zeigte er,
wohin wir gehen sollten - direkt in die Erde hinein.
Feuchte Gänge und Finsternis, schwärzer als die Nacht,
doch des Tigers Augen funkelten wie Peridote
und so trug er mich auf seinem Rücken durch den Leib
von Mutter Erde, bis ein zarter Schein uns führte.

Von einem Gewölbe ging der aus, das übervoll mit Golde,
heller noch als des Schneegeschmeides stille Pracht,
und ein Zwerglein grüßte uns gar höflich, lud mich ein
zu nehmen mir ein Teil, damit ich so gesünde.
Doch welches sollt es sein? Soll ich Zepter, Krone nehmen?
Oder das Diadem, das herrliche? Oder nur ein Goldstück blank?
Ich wußt, bescheiden würde ich nicht sein, denn niemals
ist es eine Zier, sich für wenig wert zu halten, aber es
sollt auch wirklich helfen mir, drum fragte ich den Zwerg.

Dieser zeigte stumm auf den lachenden Tiger und der
gab ein Ringlein mir, aus Silber, mondlichtglänzend,
und blutrot funkelte auf ihm ein viereckiger Granat.
Ich steckte ihn auf meinen Finger und der Zwerg
schritt vorbei an all dem Golde, zu einer Mauer karg,
die sich vor ihm öffnete, dem Wächter der Steine.
Und eine Schriftrolle nahm er, bedachtsam lesend:
Das Zauberwort, merk es dir gut, heißt immer nur -
"Geh, wohin du willst" - und er verschwand.

So erreichten wir bald die andere Seite der Erde,
doch entschlüpften wir an eben jener Stelle,
die wir zuvor betreten, es war sonderlich.
Sofort nahm ich den Ring zu sehen, ob er wirkte,
rieb und sagte feierlich: Geh wohin du willst!
Da erfasste ein Windstoß mich so fürchterlich,
dass es mich in die Lüfte hob und nicht herunterließ
- ein Teppich breitete sich aus, auf ihm zu sitzen.
Gibt es fliegende Teppiche nicht nur im Märchen?

Er flog mit mir davon und der lachende Tiger neben mir
flog ebenfalls, wie er es versprochen, hinein in den Osten.
Wir landeten vor einem großen Tore in einem Felsen
und kaum berührte Tiger die Erde, da wurde er Mensch,
ein herrlicher Mann mit Rosenhaut und braunen Augen.
Nicht größer hätte sein können mein Erstaunen!
Er ergriff meine Hand und küßte mich, unschuldig,
nur hier könne er sich zeigen, in seiner eigenen Welt.

Und das Tor öffnete sich zu einer Herrlichkeit,
dem schönsten Palaste, in tausend Nächten nicht
und einer jemals zu entdecken, nein, so bunt
die Arabesken sich um schmale Säulen schlangen,
und die Bögen sich wie Himmelpforten schwangen.
Ein Märchen wars, ein Traum, und hundert Feen
umschlangen mich, so heiter und so freundlich,
zu baden und zu trocknen mich mit allerschönstem Eifer.

Sie salbten und sie ölten mich mit roten Düften,
strichen meine Haut mit zarten, strengen Händen,
bis meine Glieder, erhitzt vom warmen Bade,
sich weich in kühle Linnen wölbten und versagten.
So schlief ich eine Ewigkeit, in dieser Pracht,
den traumlosen Schlaf der tiefstinneren Erde.
Und wachte auf in weichen Daunen, die er,
der Kostbare, mir bereitet und gebreitet,
- so wie er nun breitete seine Arme für mich.

Da spürte ich ein Ziehen in meinem Herzen,
denn der Dorn bewegte sich und trieb grün aus,
eine prächtige Blume öffnete sich, ihren Blütenkelch,
dem endlosen Nachthimmel zugewandt, wuchs über
Dächer und Felsen hinaus, schwankte sachte im Winde.
Er pflückte sie von meinem Herzen mir, pflanzte sie
in den heißen Wüstensand, doch sie würde überleben,
da sie Wurzeln in meinem Innern fand, so sagte er mir,
und auf ewig bliebe, als Blütenkelch in seinem Lande.

Zeit war es, Abschied zu nehmen, nicht lange hoffentlich -
Wo finde ich dich? Wer bist du? - fragte ich traurig ihn.
Stets wo du es willst, denn ich bin immer da, bei dir,
mich findest du hier und in jeder Welt, die du beschreitest,
dieser Gestalt in der vierten, als Tiger in der dritten,
Tiger und Mensch in der zweiten und Mensch in der ersten.
Du wirst mich überall erkennen, glaube es mir,
denn deiner bester Freund bin ich und werde es bleiben.

So kehrte ich heim nach langer Reise, in die zweite Welt,
den heiligen Garten, und zwei Augen erblickten mich,
die lange ich schon kannte, so glaubte ich.
Wer bist du wirklich?- flüsterte ich und die Antwort
erfüllte mich mit süßem, wissendem Schrecken.
Leis sagte er - und ich meinte ein Tigerlachen
zu sehen in seinem gefurchtem Gesichte, dem müden -:
Ein Engel - aber das weißt du doch längst!

Das Land der goldenen Augen

Weit gereist in der Nacht. Alles fing mit einem Betriebsausflug an, der im Frühsommer (Mai) stattfindet, weil es da voraussichtlich noch nicht so warm ist. Allerdings haben wir Pech - es ist drückend heiß. Wir landen irgendwann auf einem Markt, der wie ein kleines Wildwestdorf aussieht, mit vielen Ställen für Kühe. An einer Theke wird Bohnensuppe mit extragroßen weißen Bohnen verkauft. Davon esse ich eine Portion und dann geht es weiter. Unterwegs treffe ich ab und zu Personen mit seltsamen Augen. Die Iris bei ihnen ist gelb, bzw. golden, und das sieht sehr unheimlich aus. Mir wird gesagt, daß ich mich vor diesen Leuten in acht nehmen muß, denn sie sind gefährlich, vielleicht nicht einmal richtige Menschen. Also verschwinde ich immer schnell, wenn ich so jemandem über den Weg laufe. Zwischendurch mache ich Rast auf einer Aussicht, wo ich zwischen zwei Hochhäusern den vollen Mond aufgehen sehe. Er ist unglaublich groß, fast ebenso wie eines dieser Hochhäuser oder noch mehr. Es scheint, als wäre er ganz nahe neben der Erde, man fühlt sich beinahe erschlagen von der Größe. Auf ihm hat noch eine riesige Kinoleinwand Platz, die tatsächlich dort befestigt ist. Auf der Mondleinwand laufen alte Filmaufnahmen der letzten Weltkriege mit fahrenden Panzern usw. Ich frage mich, ob man nicht mal etwas anderes als nur Kriegsfilme zeigen könnte, aber anscheinend ist das nicht vorgesehen. Vielleicht ist es so eine Art Mahnmal am Mond. Die ganze Reise endet damit, daß ich Amerika erreiche und feststelle, daß es dort auf dem gesamten Kontinent nur noch Menschen mit goldenen Augen gibt, während es in Europa mit den goldenen Augen gerade erst anfängt um sich zu greifen. Eventuell ist es ja eine Seuche.

Diese Gesellen

umzingeln gerade in riesigen Schwärmen mein Haus:

Umzingelt

Ich weiß noch nicht, was das für welche sind, aber wenn ich auf den Balkon trete, fliegt die Hälfte von denen auf und schnell über das Dach auf die andere Seite. Die anderen bleiben einfach sitzen. Wahrscheinlich ahnen sie schon, daß ich nicht gefährlich bin.

Edit: Nach dem Online-Vogelführer von Nabu würde ich auf Wacholderdrosseln tippen, zumal auch die Stimmen auffallend krächzig waren.