Blütenkelche verbirgst du
unter deinen Wimpern,
in deinen Lippen den Tau
sternbeschienener Wiesen
und die duftende Nacht
perlt in deiner Schwanenhaut.
Hier suchte ich den Schlummer
am betörenden Rauschen
deines wärmenden Herzstroms.
An richtige Träume in letzter Nacht kann ich mich nicht erinnern, allerdings hörte ich, wie mir schien unendliche Zeit hindurch, eine Stimme, die stets gleichförmig wiederholte: "Du wirst getäuscht." Das verwirrt mich ein wenig, zumal in den Karten seit einiger Zeit ständig ein feindlicher Herr auftaucht (Witwer+Feind), und dann ist da noch dieser
massige Bär auf mir drauf. Ich habe beim besten Willen keinen Schimmer, welcher Herr mir feindlich gesinnt sein könnte oder mich bewußt täuscht. An Herrn N. konnte ich keine Veränderungen feststellen, nun hat er es allerdings auch sehr gut drauf, nach hinten herum zu intrigieren und sich nach vorne dabei zu verstellen. Allerdings müßte er dann schon ziemlich viel Schiß vor Zoff mit mir haben und so ängstlich ist er normalerweise nicht.
Meine Mutter rief außerdem an und fragte, ob ich ihre Karte für das Orgelkonzert nächsten Sonntag möchte. Sie hat da so ein Abo, aber da sie gerade eine fette Bronchitis kuriert, traut sie sich nicht hin und ich habe spontan zugegriffen. Das Konzert geht zwar nur eine Stunde und ich weiß auch nicht, was gespielt wird, aber Orgel mag ich ja generell sehr gerne. Ich lasse mich also einfach überraschen und bin dann nächsten Sonntag zum Mittagskonzert in der Philharmonie. Ich finde, in dieser neptunischen Zeit ist das doch mal eine gute Gelegenheit für den alten Vernebler, seine positiven Seiten zum Klingen zu bringen.
Es ist sicherlich kein Zufall, daß das Versprechen zwei Wortbedeutungen hat. Bei einem Versprechen verspricht man sich so leicht.
Wir zwei sind ähnlicher als du glaubst.
Ich kämpfe gegen die Hyänen,
während du deine mit Prestige fütterst,
damit sie fraglos ruhig halten
und du die Augen schließen kannst.
Wen sie zerreißen ist nicht sicher.
Mich, wenn die Kräfte schwinden,
oder dich, wenn irgendwann du
dich nach Wahrhaftigkeit sehnst.
Auf einer Reise bewege ich mich mit einem schwindelerregenden, unsichtbaren Fahrzeug fort. Es ist, als würde ich ziemlich hoch und schnell über den Boden schweben. Ich schätze, es sind ca. fünf Meter und nur in meinem Bewußtsein weiß ich, daß ich mich in einem Fahrzeug befinde. Zu sehen ist davon nichts, was mich in dieser Höhe etwas unsicher macht. Als ich wieder zu Fuß bin, entdecke ich überall an den Bäumen eingelassene öffentliche Steckdosen. Jeder kann sich an ihnen frei bedienen und zum Beispiel sein Handy aufladen. Die Handys sind so konstruiert, daß sie an jede Steckdose passen und der Strom wird anscheinend von den Bäumen erzeugt. Außerdem haben die Handys eine eingebaute Warnanlage. Sobald sich ihnen jemand anderes als der rechtmäßige Besitzer zu sehr nähert, geben sie einen Warnton von sich. Ich gelange zu einem Museum, welches gleichzeitig einen Shop beherbergt. In den oberen Räumen sind alte Artefakte und kunsthistorische Dinge ausgestellt. Von einem abgetrennten Bereich eines Saales aus führt ein versteckter dunkler Gang in einen unteren Austellungsraum, in welchem berühmte Gemälde zu sehen sind. Eigentlich habe ich nicht wirklich Lust, mir diese anzuschauen und unterlasse es deshalb, den Gang zu betreten. Da fragt mich die Leiterin des Museums hinterlistig, ob ich denn schon die Bilder gesehen hätte. Um nicht in Erklärungsnot zu kommen, sage ich schnell "Ja" und sie möchte wissen, welches mir am besten gefallen hat. Spontan fällt mir ein Bild ein, das ich irgendwo als Reprint in der Auslage des Shops gesehen habe. "Der Raffael" antworte ich, mit ein wenig schlechtem Gewissen wegen meiner Lüge, zumal ich den Eindruck habe, daß die Museumsleiterin mich durchschaut.
Später hatte ich ständig das Kartenlegemuster der "Priesterin" vor Augen, welches mit Zigeunerkarten ausgelegt war. Besonders interessierte mich die Karte "Das Geheimnis". Ich versuchte mir die Karte einzuprägen, habe sie aber wieder vergessen.
Wenn das Schicksal Zucker
auf dunkle Wege streut,
dann nur, damit wir ihm
nicht verloren gehen.
Das Tageshorroskop für morgen:
VORMITTAG
Jeder hetzt sich, strampelt sich ab, aber Sie sind die Ruhe selbst. Und genau damit punkten Sie in diesen Stunden.
NACHMITTAG
Sie haben nach wie vor gute Laune, sind bestens in Form und stehen über den Dingen. Sie sind einfach souverän.
ABEND
Die ersten Freunde und Bekannten brauchen bereits Ihre Hilfe, Ihren Zuspruch.
Wer also Bedarf hat....*zieht sich schon mal das Superwoman-Kostüm über*
einen Anruf aus Rothenburg (Bayern). Das einzige, was ich verstand, war "Ja, grüß Gott...." und dann dachte ich bei den nachfolgenden Sätzen: Meine Fresse, kann mir das mal jemand auf Deutsch simultandolmetschen?
Da bis jetzt immer noch nur dreckige Eis- und Schneeberge zu sehen sind, holte ich mir außerdem etwas künstlichen Frühling ins Haus. Besser als gar nichts.

Einmal erworbenes, entdecktes oder entwickeltes Wissen steht zukünftig z.B. durch das Ausscheiden von Mitarbeitern nicht automatisch zur Verfügung. Nicht alles Wissen, das verloren geht, wird weiter benötigt. Es ist daher sinnvoll und notwendig, eine Selektion des bewahrungswürdigen Wissens vorzunehmen. Ziel ist es, Verluste von relevantem Wissen zu vermeiden. Dazu ist die Identifizierung der entsprechenden Arbeitsgebiete ein erster Schritt...
Eine grundsätzliche Voraussetzung für den Wissenstransfer ist die Bereitschaft der Dienstkräfte, ihr Wissen an andere Mitarbeiter weiterzugeben. Andererseits muss auch der Wissensnehmer zum Empfang von Wissen bereit sein. Gerade in der persönlichen Interaktion zwischen Wissengeber und Wissensnehmer ist die Wertschätzung durch den Wissensnehmer ein nicht zu unterschätzendes Erfolgskriterium für den Wissenstransferprozess....
Wird das Arbeitsgebiet aufgeteilt, muss festgelegt werden, wer welche Aufgaben übernehmen soll und ob das Wissensgut insgesamt oder geteilt aufbereitet werden soll. Empfohlen wird, dass einem Wissensnehmer die Zuständigkeit übertragen wird. Er wird beim Wissenstransfer mit eingebunden. Nach erfolgter Wissensbewahrung erfolgt dann die Aufteilung auf alle vorgesehenen Mitarbeiter. Diese Verfahrensweise hat den Vorteil, dass der Zeitanteil des Wissensgebers auf ein notwendiges Maß beschränkt bleibt. Das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter gilt es zu erkennen und für künftige Nutzer so festzuhalten, dass optimale Informationen zum Gelingen von neuen Aufgaben beitragen.
Da hatte wohl jemand in unserer Führungsetage mal wieder Langeweile.
Durch eine geschlossene Balkontür hindurch sehe ich eine schwarze Katze mit ungewöhnlicher Fellzeichnung. Auf dem schwarzen Fell sind Ansammlungen ineinander verschlungener filigraner Ringe zu sehen. Es wirkt wie ein designtes Muster. Die Katze bemerkt mich ebenfalls, kommt sofort auf mich zu und maunzt, weil sie zu mir herein möchte. Doch ich lasse die Tür geschlossen.
Habe mich völlig lustlos in den A... getreten, um meiner Orthopädin die MRT-Ergebnisse zu bringen, zumal ich mir dachte, es wäre günstiger, dies zu tun, so lange ich noch nicht voll im Geschäft bin, weil ich dann nicht kurz vor Sprechstundenschluß angehetzt kommen muß, aber die Praxis hat schon wieder Urlaub. So viel Urlaub hätte ich auch gerne. Jetzt bin ich eine Stunde durch die Gegend gegondelt, nur um dort 20 min auf die Bahn zurück zu warten. Warum auch nicht. Blöderweise kann es sogar sein, wenn ich vielleicht nächste Woche hinfahre, daß sie ihren Urlaub ganz spontan verlängert haben. Sie scheinen ihren Urlaub und die Anzahl der Tage immer ganz spontan zu entscheiden, denn es ist mir bereits ein paar Mal passiert, daß ich vor verschlossener Tür stand und erst das eine Datum angegeben war und wenn man danach wieder hin ist, es plötzlich um eine Woche verschoben worden ist.
habe ich zwar keine Mäuse gesehen, dafür aber Sterne. Na ja, ganz so schlimm war es nicht. Statt der Kursleiterin gab heute die Azubine, Praktikantin oder was auch immer den Takt an, und der war ziemlich flott. Dafür hat sie zwischendrin lange Pausen gemacht, ganz im Gegensatz zur Kursleiterin, bei der man alle Übungen gaaaanz laaaangsaaam durchführen soll, die aber kaum Pausen dazwischen läßt. Mir ist aufgefallen, daß mir nach dem Sport fast immer nur meine Halsmuskeln weh tun. Andere Muskeln merke ich kaum und das finde ich bedenklich, zumal mich, seit ich Sport mache, nicht nur die Lendenwirbelsäule, sondern vermehrt auch der Nacken schmerzt. Wenn wir weiter so viel Halsmuskeltraining machen, kriege ich entweder einen Hals wie Arnold Schwarzenegger oder zusätzlich ein Halswirbel-Syndrom, während sich an den Bauch- und Rückenmuskeln gar nichts tut. Glücklicherweise kündigte die Kursleiterin an, daß wir nächste Woche Yoga machen. Wir sollen uns etwas Warmes anziehen. Diese Aufforderung verstand ich nicht gleich und fragte, ob sie beim Sport meint und einem beim Yoga kalt werden kann. Sie bestätigte dies, aber ich bin mir recht sicher, daß mir nicht kalt werden wird. Wenigstens bekam ich die letzten zwei Male dank des Sägegriffs und des Ultraschalls meines Physiotherapeuten nach dem Sport kein Fieber und keine Depressionen mehr, sondern gute Laune. Genauso muß es sein.
Auf Reisen, in einer Herberge, wo viele Verwandte und Bekannte untergebracht sind, habe ich das Zimmer mit der Nummer 35. In einer kreativen Anwandlung habe ich meinen eigenen Grabstein, sowie einen zweiten aus weißem Stein geschnitten. Mein eigener Grabstein trägt eine liegende Ganzkörperplastik von mir und ich finde, die ist mir ziemlich gut gelungen. Meine Mutter hat allerdings beide Steine irgendwo versteckt, keine Ahnung wieso. Vielleicht gefallen sie ihr nicht. Ich möchte zwar irgendwo hingehen, muß aber noch auf etwas warten. Dazu begebe ich mich in eine Art Dachgarten, wo ich alleine sein kann. Nach einiger Zeit gehe ich wieder hinunter in einen Gemeinschaftraum, wo ich mich gerade an den Gardinen eines Fensters zu schaffen mache, als ein Mann hereingestürzt kommt und von mir wissen will, wo ein bestimmer Bekannter abgeblieben. Ich weiß es nicht, wo er ist, aber der Mann behauptet jetzt ziemlich aggressiv, daß derjenige bei mir gewesen wäre und ich mit ihm geschlafen hätte. Dabei schaut er in den Ausschnitt meines Bademantels und ich bemerke nun selbst, daß dieser aufgesprungen ist und eine Brust freigegeben hat. Im gleichen Moment betritt der Gesuchte das Zimmer und genervt sage ich zu dem Mann, während ich den Ausschnitt schließe: "Na da ist er doch! Was willst du überhaupt?" Jetzt kommen zusätzlich zwei Ermittler in das Zimmer. Anscheinend sind in der Herberge zwei Kinder ermordet worden. Sie befragen mich, aber auch als sie fertig sind, lassen sie mich nicht mehr aus den Augen und folgen mir wie Schatten direkt auf dem Fuß überall hin. Ich verstehe nicht, was das soll. Denken sie vielleicht, ich hätte die Kinder umgebracht? Doch über Umwege erfahre ich, daß sie mir nicht auf den Fersen sind, weil sie glauben, ich sei ein Täter, sondern weil sie der Meinung sind, ich sei selbstmordgefährdet. So ein Quatsch! Wie kommen die darauf?
Auf Reisen, in Erinnerung geblieben sind die Orte Budapest und Dachau. In Dachau auf einem Hügel ist in der Ferne das Gelände des Konzentrationslagers zu erkennen. Dieses besuchen wir aber nicht, stattdessen laufe ich auf einer Art Strand ohne Meer. Meine Füße sinken tief in den sonst glatten Sand und hinterlassen die einzige Fußspuren. Doch dann entdecke ich daneben noch eine andere Fußspur. Es ist die meines Vaters. Er ist diesen Weg bereits gegangen, als er schon krank war und ihm das Laufen schwergefallen ist. Es ist erstaunlich, daß er diese Strecke überhaupt noch zu Fuß gehen konnte. Ich erreiche einen großen Keller, einen Keller meiner Familie, der einstmals voller Gerümpel gewesen ist, da meine Mutter ständig alle möglichen Möbel aufgehoben hat. Doch jetzt ist der Keller bis auf einige Kohlen und Holzscheite fast leer und picobello sauber. Meine Mutter hat ihn aufgeräumt. Seltsam, daß sie sich auf einmal von diesem ganzen Gerümpel trennen konnte. Das scheint ein regelrechter Gesinnungswechsel zu sein. Seit sie älter geworden ist, will sie es anscheinend nicht mehr mit sich herumschleppen. Mein Vater kommt in diesem Keller, auch er scheint irgendwie ein anderer zu sein, obwohl ich ihn als meinen Vater erkenne. Er sagt :"Ich werde der Erste sein, der in das Finster fällt." Ich verstehe nicht so recht, was er damit sagen will. Zum einen ist mir bewußt, daß er bereits tot ist, und wenn er das ist, wie kann er dann noch in das Finster fallen? Zum anderen frage ich mich, wer außerdem in das Finster fallen wird. Ist das ein Familienfluch? In einer spontanen emotionalen Anwandlung falle ich ihm um den Hals, rufe ein "Daddy!" aus und streiche ihm mit der Hand über die bärtige Wange. Ich halte ihn lange fest umarmt, während mir durch den Kopf hundert Sachen gehen, die ich ihm gerne sagen würde, doch meine Tränen hindern mich am Sprechen. Ich bekomme nur einen einzigen Satz heraus: "Ich möchte dir so gerne Danke sagen!" Weinend wache ich auf. Es ist ca. 6:30 h.
Aus späteren Träumen erwache ich vermeintlich durch seltsame Geräusche aus meinem Zimmer. Ich höre ein Flattern und den hohen Rufton von Blaumeisen. Angestrengt starre ich in das Dunkel und tatsächlich, in einer Ecke bewegt sich etwas. Es müssen Meisen im Zimmer sein! Sie kommen aus der Ecke hervor und ich erkenne, daß es keine Meisen sind, sondern drei phantastisch schöne Vögel, die ich noch nie gesehen haben. Sie haben die Größe von Tauben, erinnern von der Körperform her an Kraniche und tragen den Schwanz eines Pfaus. Ihr Gefieder funkelt prachtvoll in reinstem Weiß, himmelhellblau und tiefem Indigoblau. Wunderschön! Ich locke sie mit Tönen und strecke meinen Arm aus dem Bett. Einer der Vögel kommt tatsächlich herangeflogen und läßt sich auf meiner Hand nieder.
(aktuell ab Anfang April 2009 bis Ende Januar 2011) wirkt wieder. Ich merke das an den akuten Verwirrtheitszuständen. Ein paar gute Tips gibt es auch:
Während vieler Monate gültig: Während dieser Zeit sollten Sie vorsichtig sein. Die körperliche Vitalität läßt zu wünschen übrig - wer nicht aufpaßt, mag durch verschiedene Gebrechen geschwächt werden. Deshalb sollten Sie jetzt möglichst auf Drogen oder Medikamente jeder Art verzichten, selbst wenn sie vom Arzt verschrieben sind. Sie sollten nur Nahrung zu sich nehmen, die Ihnen gut tut und nicht einer ausgefallenen Diät folgen, bei der aus weltanschaulichen Gründen auf bestimmte Speisen verzichtet werden muß. Eisenmangel und ähnliche Mangelerscheinungen wirken in dieser Zeit stärker als sonst.
In Ihren mitmenschlichen Beziehungen sollten Sie jetzt darauf achten, daß Sie sich so klar und verständlich ausdrücken, wie es Ihnen nur möglich ist, und bei niemandem Zweifel über Ihre Absichten und Meinungen aufkommen lassen. Arbeiten Sie nur mit Menschen zusammen, denen Sie vertrauen und mit denen die Kommunikation funktioniert, damit eventuell auftauchende Mißverständnisse sofort ausgeräumt werden können. Jedem Menschen, mit dem Sie jetzt Kontakt aufnehmen, sollten Sie reichlich Zeit und Gelegenheit einräumen, seine ehrlichen Absichten unter Beweis zu stellen.
Ist bis Februar 2011 ausreichend?
hat am 13.2. Geburtstag, also war ich sammeln, um am Montag für ihn einen Blumenstrauß zu besorgen. Ich habe auch über mögliche Geschenke nachgedacht, aber bei Herrn N. fällt mir absolut überhaupt nichts ein. Er wirft alles fort, was ihm unter die Finger kommt, die meisten Dinge sind überflüssig, schwachsinnig oder schwul, Süßes ißt er nicht (Kuchen von Kollegen landen bei ihm immer auf dem Fensterbrett - ganze Kuchenberge sind so bereits in seinem Fensterbrettnirwana verschwunden), Zimmerpflanzen mag er nicht, usw. usf. Trotzdem habe ich heute beim Einkaufen geschaut, ob ich doch noch etwas entdecke, aber witzigerweise hörte ich ständig, bei allem, was ich mir ansah, in meinem Hinterkopf bereits seinen Spruch dazu, so echt und real, daß ich manchmal mitten im Laden anfing zu lachen. Ich bin nun einmal sensibel und mag es nicht, wenn man sich über meine Geschenke lustig macht, deshalb bleibt es bei Blumen. Eine Kollegin meinte dazu, er soll froh sein, daß er keinen Kaktus bekommt. Vielleicht sollte ich ihm mal eine Spruchsammlung mit seinen eigenen Sprüchen schenken, aber ich fürchte, das könnte etwas peinlich für ihn werden.
Dies wiederum erinnert mich an meinen Geographielehrer aus der POS, der hatte ein echtes Rad ab, ich glaube sogar, der war psychisch gestört, es wäre jedenfalls an unserer Schule nichts Neues gewesen. Der hat ständig abartige Sprüche von sich gegeben und Schüler regelrecht fertig gemacht, was teilweise bis zu Handgreiflichkeiten ging. Mich hat er zum Glück immer in Ruhe gelassen, so wie mich Herr N. in Ruhe läßt. Ich glaube, er hat in mir etwas ganz anderes gesehen, als ich war, da ich immer gute Arbeiten schrieb. Ihm genügte das und er dachte anscheinend, ich bin fleißig, bemüht und aufmerksam. Bis mich eines Tages ein Mitschüler verpetzte und ich mit meinem Heft nach vorne kommen sollte. In der ganzen Klasse hörte man nicht einmal ein Atmen, so gespannt waren sie, während ich schon alle meine Felle davonschwimmen sah. Doch die neue Erkenntnis darüber, daß ich nicht die bin, von der er glaubte, daß ich sie bin, schien ihm solch eine seelische Erschütterung zu versetzen, daß er relativ sprachlos war und ich mich wieder setzen durfte. Merkwürdig, daß ich meistens einen besänftigenden Einfluß auf solche Leute habe. Vielleicht ist es aber auch einfach meine tranquilizierende Wirkung als wandelnde Schlaftablette, die dieses Wunder vollbringt. Jedenfalls stand in der Abschluß-Klassenzeitung folgender Spruch des berüchtigten Geographielehrers:
"Ich tippe euch an eure hirnverbrannten Birnen, ihr Schwachköpfe, bis euch die Socken platzen!"
Als ich alleine an der Bushaltestelle stand, müde und erschöpft von vier Stunden Arbeit [kein Ironiemodus, das war ich wirklich], sprach mich erst einmal eine ältere Frau an und fragte, ob der Bus gleich käme. Ich antwortete, daß er gerade weg sei, doch sie schien sich mit der Antwort nicht zufrieden zu geben und starrte mich merkwürdig lange an, als hätte sie nicht ganz verstanden. Als ich schließlich eine verwirrte Miene machte, meinte sie, sie überlege, ob sie mich irgendwoher kenne. Mir meinesteils kam sie nicht bekannt vor, aber sie rief dann doch noch zu mir rüber: "Vom Amt, nicht wahr?" Zerknirscht nickte ich, denn so viel Amtsprominenz ist mir eher unangenehm. Sie verschwand im Wartehäuschen, von der anderen Seite näherte sich ein älteres Säufer-Ehepaar, und während ich nach dem Bus schaute, hörte ich hinter mir den Mann folgende Worte sagen: "Schau dir die mal an, die sieht aus wie ein Mann. Die langen Haare! Ein richtiger Penner. So ein Schwuler!" Da ich die einzige Person in deren Sichweite war, schaute ich mich entgeistert um. Nu ist aber gut! - dachte ich, da ich glaubte, ich sei gemeint. Fast hätte ich etwas gesagt, als ich bemerkte, wie der Mann auf das Plakat hinter mir zeigte. Auf dem Plakat das Porträt eine jungen Mannes mit langen Haaren und komischer Frisur. Nun ja, schließlich wurde ich schon oft genug "junger Mann" genannt, da wird man empfindlich. Als einen schwulen jungen Mann hat mich allerdings noch niemand bezeichnet.
Inzwischen weiß ich auch wieder, was mir die ganze Zeit zu Hause gefehlt hat, nämlich die Sprüche von meinem Büro-Mitinsassen Herrn N. Unsere Teamleiterin saß heute in ihrem Zimmer vor einer Rotlichtlampe und der Kommentar von Herrn N. dazu: "Mal schauen, was sie sich jetzt wieder ausdenkt, wenn ihr Hirn mit Rotlicht gebraten wird! Wahrscheinlich braucht sie das, um ihre Gehirnfunktion anzuregen."
Abends mit meinem Kumpel telefoniert. Der hat jetzt tatsächlich seine Wohnung aufgegeben und ist zu seiner neuen Freundin gezogen. Hätte ich nicht gedacht, zumal er, was seine Bude betrifft, ein wenig Ähnlichkeit mit meinem Bruder hatte, welcher nach zehn oder mehr Jahren noch immer nicht zu seiner Freundin ziehen, sondern eine eigene Wohnung behalten will. Manchmal frage ich mich, was für einen Knacks wir beide in unserer Familie mit 50 jährigem Ehekrieg wohl bekommen haben.