Alien
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Sonntag, 28. März 2010

...

Die Kaiserin Wu war von der Frage gefesselt, wie wohl die wesenhafte Einheit der Dinge mit der scheinbaren Vielfalt des Lebens zu vereinbaren sei. Sie ersuchte Fa-tsang, dies auf einfache, praktische Weise zu veranschaulichen. Fa-tsang stellte in einem leeren Raum des Palasts acht Spiegel in den acht Richtungen der Windrose auf. Einen weiteren Spiegel legte er auf den Boden, und einen befestigte er an der Decke. In die Raummitte hängte er eine Kerze und bat die Kaiserin herein. Dann zündete er die Kerze an, und der Raum erstrahlte im Glanz der gespiegelten Lichter. Die Schönheit des Anblicks erfüllte die Kaiserin mit ehrfürchtigem Staunen. "Seht ihr, Majestät", sagte Fa-tsang, "das ist das Eine und die Vielen."
(aus "Weisheit des Zen" von Timothy Freke)

...

Die Lichtbilder deiner Seele kenne ich.
Ich werde dich lieben wie ein Mann,
deine Schwanendemut mit Dornen begatten,
Rosen säen in deine Wunden
und in die Alabasterbrunnen steigen
aus denen die Verletzlichkeit rinnt.
In ihnen bauen Ratten ihre Nester -
ich bedecke sie mit Küssen
bis sie mir taumelnd folgen,
der Rattenfängerin deiner Sehnsucht.
Doch heilen möchte ich dich nicht.

Traumsplitter

Übriggeblieben:

Die Note 1 in Musik bei einem Lehrer namens Bach.

Samstag, 27. März 2010

Der Chamäleon-Schal

Irgendwo in einem Kaufhaus, wo ich einen Pullover und einen Schal im Hippiestyle entdecke, die mir gefallen. Nur leider hat der Pullover eine grüne Farbe, der Schal ist aber hellblau. Paßt nicht so wirklich zusammen. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, beides miteinander anzuprobieren, worüber eine Bekannte, die mit dabei ist, den Kopf schüttelt. Doch als ich beides angelegt habe, zeigt sie plötzlich erstaunt auf den Schal. Ich schaue an mir herunter und bemerke, daß er seine Farbe in Grün geändert hat. Herrjeh, der Schal ändert selbständig seine Farbe! Na sowas! Jetzt betrachte ich mich etwas genauer in einem Spiegel. Meine Haare sind sehr blond, blonder als sonst, und ich befürchte im ersten Moment, daß die beiden unterschiedlichen, aber zueinander passenden Grüntöne mich zu blaß machen, doch was ich im Spiegel sehe, gefällt mir. Es scheinen die richtigen Grüntöne zu sein.

Die ungesunden Faktoren des Schweinefleisches

Schweinefleisch hat einen sehr hohen Fettgehalt. Auch mageres Schweinefleisch enthält sehr viel Fett, weil das Fett intrazellulär in den Fleischzellen sitzt. Dies ist bei anderen Fleischsorten so nicht der Fall.


Schweinefleisch hat einen extrem hohen Cholesteringehalt und verstärkt so die Arteriosklerose in den Gefäßen.


Das Eiweiß des Schweinefleisches neigt aufgrund seiner Struktur sehr stark zur Verwesung (Fäulnis). Diese Fäulnisprodukte sind toxisch und belasten Lymphe, Blut, Leber usw.


Die Eiweißstruktur des Schweinefleisches ist der des menschlichen Körpers sehr ähnlich. Deshalb erkennt das Abwehrsystem die Eiweißstrukturen nicht als giftig und lässt sie in den Körper eindringen, wo sie dann schädlich wirken.


Schweinefleisch schwächt das Bindegewebe und führt zu Wassereinlagerungen und dem Aufquellen des Gewebes. Bei manchen Menschen kann man diese Problemzonen an Oberschenkel und Gesäß deutlich erkennen.


Die Schleimsubstanzen des Schweinefleisches lagern sich in Sehnen und Bänder ein und schwächen so deren Widerstandsfähigkeit. Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis und Bandscheibenschäden werden so extrem begünstigt.


Schweinefleisch ist reich an Wachstumshormonen und verstärkt so das Körperwachstum bis zur Pubertät. Nach der Pubertät wirken die Wachstumshormone weiterhin auf die Zellen und fördern so Entzündungen, Gewebsauftreibungen und das Wachstum von Krebszellen.


Schweinefleisch hat die höchste Histaminkonzentration aller Fleischsorten. Histamin ist Auslöser von allergischen Reaktionen. Deshalb verschlimmert Schweinefleisch alle allergischen Hautausschläge wie Nesselsucht und Neurodermitis sowie Heuschnupfen und Asthma. Weiterhin verstärkt es deshalb Entzündungen, Abszesse, Furunkel, Darmentzündungen und Ausfluß bei Frauen. Histamin ist ein Stresshormon, deshalb führt Schweinefleisch zu einer geringeren Stressbelastbarkeit des Körpers.


Die Gifte des Schweinefleisches belasten das Nervensystem.


Schweinefleisch ist das Nahrungsmittel Nr.1, das die Lymphbahnen am meisten belastet und somit das größte Hemmnis bei jeder Entgiftung des Körpers.


Jetzt weiß ich, warum ich so groß bin. Als Kind habe ich zu gerne Schnitzel gegessen.

Freitag, 26. März 2010

21 Grad,

der erste Mariechenkäfer, reger Blaumeisenverkehr auf dem Balkon, Grillduft im Hof und ein erster grüner Trieb im Balkonkasten. Ich kann jedoch noch nicht identifizieren, was das ist. Wie der ausgesäte Bärlauch sieht es nicht aus. Ich befürchte, der Bärlauch wird nicht hochkommen. Dabei habe ich mich auf frisches Vollkornbrot mit selbstgeerntetem Bärlauch gefreut.
Herr N. sah heute aus, als hätte er eine auf die Nase bekommen. Als ich ihn fragte, antwortete er erst, die alte Hexe hätte abends hinter der Tür gelauert, um ihm mit einer Latte eins auf die Rübe zu geben, aber dann erzählte er, daß er im Halbschlaf sich an einem Regal gestoßen hätte, von dem er nicht mehr wußte, daß es sich an dieser Stelle befindet. Nun kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß bei Herrn N. irgendetwas einfach nur so herumsteht und er nicht mehr weiß, wo sich etwas befindet.

Telepathische Erkrankung (Sonne tr Opposition Pluto r - roter Jaspis)

Auf einem Parkplatz sitze ich in meinem Wagen, als ein schwarzhaariger junger Mann in schwarzer Jacke interessiert meine Autoantenne begutachtet. Er ist anscheinend einer, der schnorrt und/oder klaut während er auf der Straße lebt. Scherzhaft frage ich ihn, ob er meine Autoantenne stehlen will, aber er winkt ab und meint, die sei nichts wert. Dann öffnet er ohne zu fragen die Wagentür und setzt sich auf den Beifahrersitz. Seltsamerweise stört mich das gar nicht. Ich krame in meiner Geldbörse, weil ich ihm ein Zwei-Euro-Stück in die Hand drücken will, stelle aber verwundert fest, daß ich anscheinend mir unbekannte Geldmünzen darin habe, da auf ihnen überall eine Fünf steht. Sie sind neu und glänzend. Ich kann mich aber nicht erinnern, daß es Fünf-Euro-Stücke gibt. Schließlich finde ich einen Fünf-Euro-Schein, den ich ihm stattdessen gebe, damit er sich etwas zu essen kauft. Einige Zeit später befinden wir uns beide in meiner Wohnung. Er legt sich ungebeten und uneingeladen in mein Bett, aber auch hier stört es mich genau so wenig, wie vorher der Einstieg ins Auto. Ich ziehe mich bis auf den Slip aus und gehe ins Bett wie immer, wenn ich schlafen will. Dabei wende ich ihm mit aufgestützen Kopf den Rücken zu, als würde ich noch etwas lesen. Plötzlich spüre ich, wie er mit seinen Fingerspitzen ganz sanft und liebevoll die Linie meiner Schulter und des Rückens nachzeichnet. Wow! Was für ein Gefühl! Das hat schon seit Ewigkeiten niemand bei mir gemacht. Ein wenig erscheint es mir wie ein vorgezogenes Nachspiel. Ist das nicht etwas, das man eher nach dem sexuellen Akt macht? Er zieht weiter hauchzart mit seinen Fingerspitzen Kreise auf meiner Schulter, das Schulterblatt hinunter, diesmal mit allen gleichzeitig, die Flanke entlang. Ich halte fast die Luft an und genieße diese unerwartete Zärtlichkeit. Irgendwann zieht er mich so über sich hinüber, daß ich mit meiner Pussy auf seinem Gesicht zu sitzen komme. Durch den Slip hindurch beginnt er an ihr zu knabbern. Doch auf einmal springt er auf und holt einen kleinen dornigen Strauch in einem Blumentopf, an dem weiße Samenkapseln hängen. Er pflückt diese mit den Händen ab und streut sie über meinen Bauch. Dies verwundert mich. Was tut er da eigentlich? Schließlich platzt aus ihm heraus, er hätte in meiner Wohnung Hinweise gefunden, daß ich eine Dämonin sei. Er zeigt dabei auf ein homöopathisches Medikament, welches in einem Regalfach liegt, mit Namen "Omnivida". Dieses sei ebenfalls der Name einer Dämonin und das bedeutet, daß ich diese bin. Die Samenkapseln streue er zur Abwehr. Ich bin vollkommen erstaunt über so viel Aberglauben.

In der nächsten Traumsequenz sitze ich auf meinem Bett und beobachte durch die Balkontür den Nistkasten auf meinem Balkon. Ein kleine Meise schaut heraus und fliegt plötzlich im Sturzflug direkt in das Zimmer hinein und auf mich zu. Ich muß sofort den Kopf einziehen. Sie landet auf meinem Bett, wo sie wie ein kleines gelbes Osterkücken aussieht. Und gleich kommt die zweite Meise hinterher aus dem Nistkasten geflattert. Auch jetzt muß ich den Kopf einziehen. Warum fliegen die alle in mein Zimmer? Geht das jetzt so weiter? Mir wird bewußt, daß dies ein Traum ist. Im Wachzustand würde das nicht passieren.

Im Haus einer beruflich selbständigen, sehr unabhängigen Frau. Sie führt irgendein Geschäft und betätigt sich in der Freizeit als Malerin. Ihre Bilder zeigen vor allem halb nackte Frauen in Dessous und erinnern mich an den Jugendstil, doch gefallen mir nicht besonders. Zur Zeit ist das Fernsehen bei ihr, da eine Doku gedreht wird. Leider erkrankt sie währenddessen und jetzt ist es, als würde ich in ihre Haut geschlüpft sein, denn ich liege an ihrer statt auf dem Krankenbett in einer Kammer, die an den Wintergarten meiner Eltern erinnert. Eine Pflegerin tritt heran und reicht mir einen Geschäftsbericht mit den Worten, daß ich ziemlich viel Gewinn gemacht hätte. Ich betrachte die Zahlen und muß ihr Recht geben. Gut zu wissen, daß es von alleine läuft, auch wenn ich krank bin. Noch immer im Haus der Frau wird ein krankes Kind begutachtet, wohl das der Geschäftsfrau, und dabei ein Fragebogen ausgefüllt. Auf ihm steht als Anmerkung die Frage "Ist er telepathisch erkrankt?" Eine Frau, die eine Hexe sein soll, gibt ihren Senf dazu und nickt. Mit dieser Frage im Kopf erwache ich.

Bemerkung: Omnivida (ganzes[lt]-Leben[sp]) sollte man tatsächlich nur in homöopathischen Dosen genießen. Dazu fällt mir auch Lilith ein, die im Radix auf meiner Sonne steht.

Donnerstag, 25. März 2010

Live aus der Anstalt

Das Grauen hielt uns auch heute in Atem. Meiner Knoblauchzehe setzte Herr N. noch ein Kruzifix hinzu. Immerhin half es soweit, daß wir trotzdem den ganzen Tag herzhaft lachten. Als die alte Hexe mal kurz durch unseren Raum fegte, sagte Herr N. hinterher, ihr Arsch darf reinkommen, aber das Gesicht soll draußen bleiben. Das Gesicht wird wohl noch eine ganze Weile waffenscheinpflichtig bleiben, da wir erfahren haben, daß unser dritthöchster Chef für einige Wochen, während diese im Krankenhaus ist, in das Zimmer unserer zweithöchsten Chefin zieht, der unmittelbaren Vorgesetzten unserer Teamleiterin. Diese ist dadurch in höchster Aufregung und traut sich am Montag, zu ihrem Geburtstag nicht, ein Frühstück zu machen, sondern hat dieses in die Mittagszeit verlegt. Außerdem schaute sie abends noch einmal ins Zimmer und ermahnte uns, wir sollten uns doch möglichst bemühen, ab Montag nicht nach 9 Uhr zu kommen, als würden wir ständig zu spät kommen. Herr N. meinte daraufhin, er dachte, sie würde gleich noch sagen, wir sollen uns ordentlich anziehen, so lange unser Oberguru im Gang haust. Je länger ich in der Verwaltung arbeite, um so mehr komme ich mir vor wie im Kindergarten. Das übersteht man wirklich nur mit Humor.

2010

wird das beste finanzielle Jahr überhaupt. Der Erbanteil zweier Konten meines Vaters ist ja bereits in Höhe eines fünfstelligen Betrages auf mein Konto eingegangen. Der Erbanteil in ungefähr derselben Höhe aus dem dritten Konto wird irgendwann im Oktober kommen, und zufällig habe ich festgestellt, daß in diesem Jahr auch die Kapital-Lebensversicherung fällig wird, ebenfalls ein fünfstelliger Betrag. Paradox dabei ist, daß ich gerade an Geld das geringste Interesse habe, zumindest, wenn es sich nicht um sechs- oder siebenstellige Summen handelt. Denn erst ab dieser Höhe ändert Geld Leben, während es vorher nur beruhigend wirkt. In allen anderen Bereichen knausert Fortuna eher.
Wenigstens ist heute mein ausgeheckter Plan genauso aufgegangen, wie ich es erwartet habe. Nur weiß ich nicht wirklich sicher, ob dies nur meiner Einbildungskraft oder dem Zufall zu danken ist, da der Plan auf einer ganz bestimmten Annahme beruhte, aber das Ergebnis ist genau das, was ich wollte. Sehr zufriedenstellender Tag.
Als ich morgens ins Büro kam, saßen auf dem Flur der Sonnenblumenhausmeister und einer seiner Kollegen bei einer Tasse Kaffee. "Was ist denn hier los?" fragte ich. "Gemütliches Kaffeetrinken? Ihr könnt es gut haben." Doch auch ich hatte Pause und wurde von der alten Hexe verschont, bis auf das eine Mal, als sie mir ihren Frust über Herrn N. hautnah aufs Auge drückte.

Dienstag, 23. März 2010

vergesprochen

"fliegender Begriff" statt "geflügeltes Wort"

Fast so schön wie mein Versprecher "es hat geweckert".

Ein gemeiner Frusttag

scheint das heute wieder zu sein, nur mit dem Unterschied, daß mir diesmal die Laune der anderen nicht wirklich etwas anhaben kann. Im Vergleich zu ihnen fühle ich mich wie der reinste Sonnenschein. Die Teamleiterin läuft erneut mit einem Gesicht zum Steine gefrieren lassen herum, aber Herr N. muß es noch viel schlimmer zu spüren bekommen haben, denn als sie einmal kurz im Zimmer war, meinte er, DIESES Gesicht ginge ja noch, ich hätte es sehen sollen, als er sie an ihrem Schreibtisch angesprochen hat und sie ihn blutdurstig anfiel. Das war aber nicht alles, auch andere belegten ihn so, daß er tatsächlich in die Flucht geschlagen wurde und für morgen einen freien Tag genommen hat. Für ihn mit seinem dicken Fell will das ziemlich etwas heißen, wenn er so lange braucht, um sich zu erholen. War vielleicht ganz gut, daß ich am Wochenende mit Weihrauch geräuchert habe. Weihrauch vertreibt Ärger und alte Hexen. Vielleicht sollte ich mir morgen zur Sicherheit noch eine Knoblauchzehe um den Hals hängen.

Gemeinheiten

Warum sind beim Sport eigentlich immer die "Sandsäckchen" dran, wenn ich mich nicht bücken kann? Beim Jonglieren kommt man aus dem Bücken gar nicht mehr raus. Aber immerhin hatte ich heute ein zweiminütiges Erleuchtungserlebnis, in welchem das Jonglieren ohne Mühe ging. Und von einer Mitstreiterin beim Sport erfuhr ich, daß in ihrer Behörde regelmäßig ein Masseur vorbeikommt, bei dem man sich während der Arbeitszeit massieren lassen kann. Auch bei den Jobcentern soll das gang und gäbe sein. Und irgendwo bei der Post, ich weiß jetzt nicht, ob hier in Berlin oder in Bayern, werden die Massagen für die Nachtschichtmitarbeiter sogar vom Arbeitgeber bezahlt. Bei uns wird immer erst etwas gemacht, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Die neue zärtliche Gnubbelmassage meines Physiotherapeuten empfinde ich im übrigen als äußerst erotisch. Irgendwie bedient sie den Urinstinkt des Lausens und wirkt sehr intim und beruhigend. Leider bezahlt die Kasse nur eine Viertelstunde Massage und ich muß ihn ständig daran erinnern, daß mir seine Gnubbelmassage allein nicht hilft. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, er möchte gar nicht, daß ich schmerzfrei werde, denn immer, wenn mir etwas besonders gut hilft oder besonders schädlich ist, leidet er plötzlich unter Gedächtnisverlust. So wird er mich natürlich nie los.

Samstag, 20. März 2010

...

Deine Hände waren die richtigen,
breit, kräftig, Geborgenheit schenkend.
Dein Herz lag offen in ihnen,
der Strom, dem du folgtest,
bis in die Spitzen deiner Finger,
zeichnete den Mond, den umhüllenden.
Jetzt stehst du da, eine Statue
im Garten meiner Seele,
und wartest, wartest Tage, Nächte,
schenkst mir ein warmes Lächeln,
wann immer ich dich erreiche,
ich gehe vorüber, so viel Leben,
flutende Zeitschnellen im Wachdickicht,
doch den flüchtigen Kuß für dich,
will ich nicht verweigern,
bist du doch die Liebe, die mich fand.

Kurztrip nach Leipzig und kopfstehende Katze (roter Jaspis)

Mit mehreren Leuten befinde ich mich auf einem Kurztrip in Leipzig. Die Unterkunft ist ein Labyrinth aus U-Bahn-Tunneln, in welchen Betten untergebracht sind. Von dort muß man nur eine Treppe hinuntergehen, um zum U-Bahnhof zu gelangen. Sehr praktisch. Ich habe mir mit jemandem ein Doppelbett an einem Käfig, groß wie ein Zimmer ausgesucht. Dieser Käfig ist von innen mit Metallbeschlägen ausgekleidet, die aber nicht bis ganz nach unten reichen. Unten zwischen den Käfigstangen sieht man weiße Aschereste herumliegen, weshalb mir klar ist, daß dies die Feuerstelle ist, mit der die Unterkunft beheizt wird. Uns fällt auf, daß eigentlich keiner so richtig weiß, was wir uns in Leipzig anschauen wollen. Ich erinnere mich im Traum an eine reale Fahrt zur Buchmesse, an die Nikolaikirche und das Hotel Astoria. Diese Orte muß ich nicht noch einmal sehen. Wir hätten uns mal eher einen Plan machen sollen. Gab es in Leipzig nicht auch ein Schloß? Zum Glück hat die Unterkunft Internet und ich google schnell nach "Leipzig" und dann "Leipzig Schloß". Dabei finde ich ein paar Bilder von einer älteren Häuserecke mit Baustelle, wo ein Restaurant untergebracht ist. Leider steht nirgends, wo sich das befindet. Nun fällt mir Wolfa ein, welche ja in Leipzig zu Hause ist, wenn ich das richtig verstanden habe. Vielleicht sollte ich sie im Blog fragen, was man sich anschauen kann? Aber nein, das würde zu lange dauern. Schließlich sind wir bereits hier und wer weiß, wann sie den Kommentar beantwortet. Ich möchte hier nicht den ganzen Tag im Internet verbringen, denn es sind nur wenige Tage Zeit. Irgendwann werde ich von diesem Problem abgelenkt, weil mir schlagartig bewußt wird, daß ein Bett direkt an der Feuerstelle wohl doch nicht so günstig ist. Wenn da das Feuer in diesem riesigen Käfig entfacht wird, werden wir uns im Bett wie in der Sauna fühlen. Ich spreche mit der Wirtin darüber, aber diese ist nicht so erfreut, daß wir es uns auf einmal anders überlegt haben, und macht auch keine Anstalten, uns ein anderes Bett anzubieten. Nun ja, vielleicht kann M. mit ihr reden. Irgendwann beschließe ich, einfach hinaus in die Stadt zu gehen, es wird sicherlich auch ohne festes Ziel einiges zu sehen geben und ich werde das im Voraus erkunden. Durch Zufall entdecke ich sehr versteckt hinter einem Marktplatz voller Asiaten einen zauberhaften Ort. Es ist eine weite wilde Wiese hinter welcher ein Wald beginnt. Die Wiese selbst ist ein wogendes weißes Blütenmeer. Vor ihr am Weg steht eine kleine Statue eines sitzenden Buddhas, umgeben von indigofarbenen Kugeldisteln, die einen reizvollen Kontrast zu den weißen Blütenwogen bilden. Ein Ort der Stille und der Schönheit. Von einigen Asiaten, die dort in der Nähe sitzen, werde ich neugierig beäugt, da sich hierher anscheinend nicht viele verlaufen. Ich bekomme mit, daß sie den Buddha nicht Buddha, sondern liebevoll wie mit einer Art Spitznamen "Didde" oder "Ditte" nennen. Wunderschön! Diesen Ort muß ich den anderen unbedingt nachher zeigen, nehme ich mir vor, und dann begebe ich mich wieder quer über den Asia-Marktplatz zur Vorderseite der Straße.

In einer anderen kleinen Traumsequenz rollt sich eine schwarz-weiße Katze auf der Tastatur eines Notebooks zusammen. Dieser Ort scheint ihr sehr zu behagen. So sehr, daß sie doch wieder munter wird und vor Freude einen sauberen Kopfstand auf dem Notebook hinlegt, die weißen Hinterbeine in die Luft gestreckt. Schnell mache ich meinen Bruder, der etwas weiter entfernt ist, darauf aufmerksam, und wir lachen uns beide scheckig über die turnerische Katze.

Bemerkung: An das Völkerschlachtdenkmal habe ich natürlich überhaupt nicht gedacht, dabei war ich dort bereits. Der Traum hat mich daran erinnert, daß ich schon länger mal wieder einen Kurztrip nach Dresden machen wollte. Dort gibt es einfach mehr zu sehen.

Das Spiel

Der Marktplatz einer kleinen Stadt. Im Ort findet ein Spiel statt, bei dem alle Plätze und Straßen miteinbezogen sind. Auf ihnen tummeln sich die Menschenmassen. Auffällig ist das Bronzestandbild eines Mannes, der seinen Kopf unter dem Arm trägt. Ich mache beim Spiel mit und muß als nächstes einen, wie mir scheint, harmlosen Bach überwinden. Doch ein kaum hörbares, unheimliches Gurgeln und Brodeln läßt mich stutzig werden. Ist der Bach wirklich so harmlos, wie er von oben aussieht? Genauere Beobachtungen zeigen mir, daß er gefährlich tief in das Innere der Erde reicht, wenn er auch nicht sehr breit ist. Doch es sind bereits einige Leute darin verschollen. Noch weiß ich nicht, wie ich ihn überwinden kann, aber finde schnell eine schmale Furt, durch welche ich auf ausgelegten Ziegelsteinen kurz unter der Wasseroberfläche den Bach überquere. Prima, daß ich diesen Weg gefunden habe! Genau an dieser Stelle entdecke ich nun unter Wasser drei Pakete mit Streichholzschachteln. Diese gehören zum Spiel und sollten gefunden werden, damit ich später irgendetwas mit ihnen entzünden kann. Erst will ich nur zwei einstecken aber denke mir dann, daß sich die Veranstalter sicher etwas dabei gedacht haben, wenn sie drei Pakete versteckten. Vielleicht reichen zwei allein nicht aus, also nehme ich das dritte auch noch mit. Mir fällt außerdem auf, daß in den Paketen Fotos enthalten sind. Wie ich feststelle, Fotos von mir, die ebenfalls während des Spieles gemacht wurden und auf denen ich professionell wie ein Model fotografiert worden bin. Ich bin erstaunt, wie gut ich auf diesen Fotos aussehe. Ich scheine zu strahlen, als sei ich mit Zuckerguß überzogen. Vielleicht bin ich das sogar.

In der nächsten Traumsequenz sitze ich mit meinem Vater auf einer Couch. Er sieht relativ gesund und jung aus. Durch diese Feststellung wird mir klar, daß er eigentlich gar nicht hier sitzen kann, da er tot ist. Provozierend, fast anklagend, mache ich ihn darauf aufmerksam, daß etwas nicht stimmen kann: "Du kannst nicht hier sitzen! Du bist ein Geist!"

Freitag, 19. März 2010

Ein guter Tag,

um schwarz zu sehen, tiefschwarz. Ich weiß nicht mehr, wie es noch weiter gehen soll. Dies war nun die erste Woche, in der ich wieder voll gearbeitet habe und ich konnte förmlich "zusehen", wie sich die Rückenschmerzen von Tag zu Tag verschlechterten, und das trotz zwei Physiotherapieterminen, Reha-Sport und zumindest bis vorletzte Woche noch täglicher Gymnastik. Diese Woche habe ich diese nicht mehr so durchgehalten, da ich immer spät zu Hause war und irgendwann auch schlafen mußte. Die ersten Tage wollte ich es nicht wahr haben, aber heute beim Wochenendeinkauf konnte ich es nicht mehr ignorieren. Im Supermarkt beim Aus- und Einpacken in den Wagen merke ich es immer zuerst. Wenn sich die Sache in diesem Tempo weiter verschlechtert, bin ich schätzungsweise in drei Wochen bewegungsunfähig und ich habe riesigen Horror davor. Ich habe Horror davor, erneut lahmgelegt zu sein, kaum etwas machen zu können und vor allem auch, schon wieder zur Ärztin gehen zu müssen. Die muß ja bald denken, ich will sie verarschen. Und gegen die Behandlungen, die erst zuletzt so gut geholfen haben, scheint der Rücken im Moment resistent zu sein, anders kann ich mir nicht erklären, wie sich das trotzdem so verschlechtern kann. Und überhaupt nervt es mich immer mehr, daß ich hier kaum noch Gelegenheit habe, über etwas anderes zu schreiben. Diese unendliche Geschichte muß unendlich langweilen, ich bin die einzige, die sie auf Trab hält. Sie frißt mich auf, ich kann seit Monaten kaum noch einen klaren Gedanken fassen vor Sorgen darüber, wie es weiter geht.

Und als würde das nicht reichen, werde ich gezwungen so viele Grenzen zu setzen, daß ich mich inzwischen wieder völlig in mich und in mein Schneckenhaus zurückgezogen habe. Nicht einmal die Fühler mag ich mehr rausstrecken. Irgendwie fühle ich mich, als sei ich eine willkommene Projektionsfläche, auf die jeder projizieren kann, was er gerade lustig ist. Für den einen bin ich der Fußabtreter, für den nächsten der undurchsichtige Feind, für den dritten eine verweichlichte Göre ohne Sorgen, der vierte poliert sein Ego an mir auf, indem er sich auf meine Eigenarten konzentriert, aber überempfindlich reagiert, wenn man ihn an seine eigenen erinnert, der nächste sieht in mir das robuste Arbeitstier, und die Männer drehen alle am Rad und benutzen mich als Testobjekt, um ihre hoffentlich noch vorhandene Wirkung auf Frauen zu überprüfen, ganz besonders die verheirateten Männer. Wo bleibe ich eigentlich dabei? Ich verstehe diese Spiele nicht. Die Skorpione verlassen das sinkende Schiff und die Mäuse tanzen auf dem Tisch. Obwohl ich bereits zurückgezogen lebe, schaffen es die Menschen immer wieder, mich vollends in die Flucht zu schlagen. Jedenfalls hätte ich große Lust, für ein paar Wochen, niemanden, aber wirklich niemanden der Gattung Mensch zu sehen.

Donnerstag, 18. März 2010

Grenzen ziehen,

sagt das Tageshorroskop, Grenzen ziehen! Gar nicht so einfach, gerade für mich. Irgendwie scheint heute jeder schlechte Laune zu haben und frustriert zu sein, gerade in unserer Führungsetage. Leider gibt es immer wieder Leute, die gerne ihren Frust an anderen ablassen und Vorgesetzte besitzen ja das zusätzliche Privileg, unter sich Leute zu haben, die sie treten können. Unsere Teamleiterin rennt mit einem Gesicht herum, das einem das Blut in den Adern gefrieren läßt, und selbst Herr N. geht lieber zum Postfach, als in ihr Zimmer, allerdings auch, weil er "ihre Fresse nicht mehr sehen will" (O-Ton). Und wenn das mit dieser "Kinderkacke" (O-Ton Herr N.), dem Zeug, was sie sich in den letzten Tagen ausgedacht haben, so weiter geht wie heute, gibt es bald eine Katastrophe, meine ich. Wahrscheinlich ist dann wieder die Hälfte der Belegschaft mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenstand. Glücklicherweise bleibe ich ja meist ziemlich gelassen, wenn mich jemand blöd anzählt und reagiere dann entweder mit sachlichen Argumenten oder es ist mir einfach zu blöd zu reagieren und ich lege es ab unter "Ja und Amen". Manchmal würde ich mir aber wünschen, mir etwas von Herrn N. abgucken zu können und auch einfach mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und ausfällig zu werden, obwohl mir klar ist, daß dies bei Frauen weit weniger toleriert wird als bei Männern.

Traumsplitter

Auf einer schmalen Prozessionsstraße, die links und recht von hohen Gebäuden eingefasst ist, welche aus unterschiedlichen historischen Epochen stammen, drängt sich eine Menschenmenge voran. Ich bin mitten unter Ihnen und betrachte interessiert die Bauwerke, die von Gründerzeithäusern bis zu römischen Triumphbögen reichen. Mitten auf der Straße steht ein seltsames Gebilde, eine Art Quader mit einem rechteckigen Schlitz. Einige Menschen quetschen sich direkt durch diesen Schlitz hindurch, um auf der anderen Seite wieder auf die Straße zu treten. Ich versuche das auch, aber mein Kopf ist einfach zu groß, ich bekomme ihn nicht in den Schlitz hinein. Sollte ich wirklich einen größeren Kopf haben als andere?
Später sitze ich irgendwo neben N.B., der freundschaftlich seinen Arm um mich gelegt hat, vor uns ausgebreitet ein ganzer Teppich voller Süßigkeiten und ein Berg Melonenstückchen. Ich nehme mir ein Stück Melone, lasse den süßen Geschmack auf der Zunge zergehen und genieße das Gefühl, gemocht zu werden.

Mittwoch, 17. März 2010

Jippieh,

der Physiotherapeut hat heute nicht sehr lange, aber dafür sehr effektiv massiert, so daß ich etwas eher zu Hause bin als ich dachte. Vielleicht komme ich ja sogar noch dazu, eine Seite zu schreiben. Lust hätte ich im Gegensatz zu den letzten Monaten wieder. Aber zuerst brauche ich eine große Portion Nudeln. Ach ja, Mäuse, zwei, gesehen. Anscheinend läuft mir die Mäusefamilie jetzt jeden Tag über den Weg.

Dienstag, 16. März 2010

Zweiter langer Tag

Heute aber wenigstens bereits um 19:30 h zu Hause. Die nächsten drei Tage werden auch nicht kürzer, mal schauen wie lange ich das die nächsten Wochen durchhalte. Ich merke jetzt bereits die ersten Erschöpfungssymptome und für den Rücken ist das sicherlich nicht förderlich. Irgendwann habe ich bloß noch vor lauter Streß Rückenschmerzen und merke es nicht einmal. Ansonsten sah ich wieder zwei Mäuse, die eine kam sogar direkt auf mich zugelaufen. Ich glaube, sobald die Mäuse weiß sind, die ich sehe, sollte ich mir Sorgen machen. Und mir ist das Kamasutra ins Haus geflattert. Eigentlich ein Buch, das ich mir niemals kaufen wollte. Ich hatte mir jedoch erneut so ein Bücherüberraschungspaket mit fünf Restposten für 12,50 EUR bestellt, weil ich immer neugierig bin, was mir der Zufall so bringt. Und diesmal war es das Kamasutra. Nun gut - dann soll es wohl so sein. Witzig auch, daß ein Buch dabei ist, welches ich bereits länger auf meiner Amazon-Wunschliste hatte, aber doch nie gekauft habe.