Alien
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Mittwoch, 7. April 2010

Die Ratten

wagen sich jetzt bereits aus ihrem Territorium bis in die Bushaltestelle. Heute sah ich ein Rattenschwänzchen nach dem andern unter der Rückwand verschwinden. Drinnen schnupperten sie interessiert an Zigarettenkippen, konnten mit denen aber anscheinend nichts anfangen.
Ansonsten bekam ich heute "Barbietulpen" geschenkt. Solche habe ich bisher nie gesehen:

Barbietulpen

Allerdings vermisse ich den Seidenschimmer.

Traumsplitter

Die Erinnerung eines Lichtbildes. Im Sinne dieses Wortes wirkt es wie von einem Lichthauch überzogen. Drei übermütig lachende Kinder schauen in die Kamera, von wärmend bunten Sonnenpunkten umgeben. Zumindest macht das Foto einen bunten Eindruck, obwohl es eindeutig eher in blassen Sepiafarben gehalten und ein älteres Foto ist. Die Kinder scheinen gerade wild gespielt zu haben, denn sie sind von oben bis unten dreckig und beschmiert, was aber keines von ihnen in ihrer Unbefangenheit stört. Durch ihre Schultern kann man eine sonnenbeschienene Straße und einen Mauervorsprung erkennen. Zuerst erscheint mir das alles fremd, doch je länger ich das Bild betrachte, um so vertrauter kommt mir die Gegend vor. Ist das nicht....ist das nicht der Platz vor unserem früheren Konsum? Dann wäre es beinahe anzunehmen, daß ich eines dieser Kinder bin? Wieso kann ich mich nicht erkennen?

Dienstag, 6. April 2010

Sympathien sammeln (Lilac-Blütenessenz)

Im Dorf meiner Großeltern ist ein Essen mit M. geplant. Da ich noch ein wenig Zeit bis zum Date habe, setze ich mich auf eine niedrige Mauer an einem Garten. Es ist angenehm warm, die Sonne scheint und dieses niedrige Mauerstück ist wie ein Sitzbank zwischen den hohen Mauerstücken gestaltet, so daß es regelrecht dazu einlädt, sich hier in der Sonne niederzulassen. Allerdings ist mir im Traum bewußt, daß ich hier bereits desöfteren gesessen habe und die Besitzerin des Gartens, eine ältere Dame, es nicht gerne sieht. Sie hat Angst, daß man in ihren Garten kommt und Eßbares entwendet. Ich jedoch denke mir, wenn man dieses Mauerstück so offen läßt, kann man nicht erwarten, daß sich niemand darauf setzt, also kümmere ich mich nicht darum. Hinter mir, an einem Teil Maschendrahtzaun, klemmt eine Dolde schneeweißer Flieder, welche am Stiel mit einem feuchten Papiertaschentuch umwickelt ist, um frisch zu bleiben. Mir kommt der Gedanke, diese Fliederdolde mitzunehmen und M. zu schenken. Allerdings muß ich bei der plötzlichen Eingebung grinsen, daß diese Dolde von M. hier platziert wurde, um sie mir zu schenken. Der würde ziemlich blöd gucken, wenn ich dann damit ankäme. Die ältere Dame durchquert ihren Garten und wirft mir mißtrauische Blicke zu. Wir tauschen einige Sätze, an die ich mich nicht erinnere, und sie wird zunehmend versöhnlicher und netter. Jetzt winkt sie mich sogar herein. Ich springe in den Garten und sie winkt mich bis in ihr Haus. Hier geht sie in die Küche und holt eine blaue Schüssel in Form einer Steingutkugel, gefüllt mit Nudelsuppe. Anscheinend will sie mir Essen anbieten, und das, obwohl sie sonst fürchtet, daß man es ihr wegnimmt. Allerdings habe ich sie noch nicht vollständig für mich gewonnen. Um einen großen Tisch herum sitzen mehrere Familienmitglieder bei der Mahlzeit und scheinen ziemlich genervt, da es wohl nicht sehr friedlich hier zugeht. Ich setze mich dazu, unterhalte mich ein wenig, und die junge Frau rechts von mir wendet sich plötzlich mit einem Aufatmen zu mir und sagt etwas wie "Endlich mal jemand, bei dem man sich wie ein Mensch fühlt." Sie scheint sehr von meiner Art und mir eingenommen, so sehr, daß sie mir nun Hilfe bei der älteren Dame anbietet. Sie fragt, ob sie mir etwas besorgen soll, dies oder das, ob ich etwas brauche, und so weiter und so fort. Aber ich winke dankend ab. Ich bin mir sicher, daß mich die alte Dame ebenfalls bald mögen wird.

Ein Sturm ist über mein Haus getobt und hat meinen Balkon vollkommen leer gefegt. Sämtliche Balkonkästen, sogar die Korbstühle und Klappliegen sind heruntergeweht worden und liegen jetzt am Fuß des Hauses wie auf einer Müllhalde. So etwas habe ich noch nie erlebt. Schnell alles einsammeln. Während ich das tue, kommt eine zerlumpte Müllsammlerin vorbei, die nach noch Verwertbarem sucht, und grüßt mich, als würde sie mich für ihresgleichen halten. Das ist mir ziemlich unangenehm. Wieso hält sie mich für jemanden wie sie? Ich sammle hier nur meine Sachen auf.

Ein Schwarm schwarz-weiß gemusterter Raben, deren Unterschied zu den üblichen Krähen mir explizit im Traum auffällt. Sie wirken viel eleganter, fein geformter, haben einen schmalen Schnabel und unglaublich schwarze, intelligente Augen.

A. und A.

In einem mir bisher unbekannten Teil Berlins. Von irgendwo winken mir meine Mutter und andere Verwandte entgegen, hören aber sofort erschrocken wieder auf. Das tun sie, weil ihnen plötzlich einfällt, daß dies für mich unangenehm sein könnte und man das deshalb nicht tut. Allerdings erfahre ich gleichzeitig, daß A. irgendwann einmal mir zugewunken hat und ich ihn nicht bemerkt, bzw. gesehen habe. Duschka hat mir zugewunken und ich habe ihn nicht gesehen? Niemals! Das ist einfach unvorstellbar! Allein der Gedanke daran läßt mein Herz zusammenkrampfen.

In einer Veranstaltung mit A., meiner Schulfreundin. Durch irgendeine Bemerkung scheint sie verletzt zu sein. Sie senkt den Kopf und unter der Kapuze kommt es mir vor, als ob sie weint. Ich streiche über ihre Wange und sage "Nicht weinen!", da hebt sie den Kopf und lächelt schon wieder. Vielleicht hat sie auch gar nicht geweint.

Montag, 5. April 2010

Völlig durch den Wind

bin ich zur Zeit. Gestern habe ich ein Ostergeschenk für heute zertöppert und heute morgen den Zahnputzbecher aus Porzellan. Zwei Tage hintereinander etwas zu zerdeppern ist mir noch nie passiert. Außerdem sehe ich ständig verschwommen, so daß ich mich frage, ob meine Augen schlechter geworden sind oder ob es Neptun ist, der mir die Sicht vernebelt. Inzwischen habe ich auch schon wieder einen Stapel Rechnungen und Post gesammelt, die ich einfach nicht gebacken kriege. Das erinnert mich an die Zeit, als Neptun über meinen Deszendenten lief und ich über ein gesamtes Jahr sämtliche Post und Rechnungen, inkl. der Mahnungen gesammelt hatte. Man könnte mich schlagen und könnte trotzdem nicht erklären, warum es einfach nicht mehr funktioniert, bzw. ich nicht mehr funktioniere, obwohl es mir sonst keine Mühe macht. Sorgen macht mir ebenfalls der Job, da ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann, aber jeden Monat knapp 500.000 Euro über meinen Tisch gehen. Da kann ich nur hoffen, mich dort wenigstens noch einigermaßen konzentrieren zu können, so daß ich nicht bis zu meinem Tod irgendwelche Regreßansprüche abzahle. Schließlich gehöre ich leider nicht zu den "hohen Tieren", die sich darüber regelmäßig nicht den Kopf zerbrechen müssen. Im Moment tauge ich wirklich nur zum Dichten.
Als Ostergeschenk erhielt ich von meiner Schwägerin ein schönes, in Serviettentechnik gebasteltes Windlicht, und meine Mutter hat leider ihre Drohung wahr gemacht, mir ein Kleid zu schenken. Es begann schon im letzten Jahr auf der Kurzreise, als wir sonntags in einem Örtchen an einem Bekleidungsgeschäft vorbeikamen, und sie mir unbedingt ein Kleid kaufen wollte, das sie im Schaufenster sah (und das, obwohl sie weiß, daß ich nie Kleider trage). Ich atmete hörbar darüber auf, daß es Sonntag war und deshalb das Geschäft geschlossen, aber meine Mutter jammerte noch tagelang, sie möchte mir so gerne ein Kleid kaufen. Heute erhielt ich dann die Bescherung: Ein Kleid, mindestens eine Nummer zu groß und ziemlich gräßlich. Ich glaube, meine Mutter wird es nie verstehen, daß ich weder ihren Geschmack, noch ihre Kleidergröße habe. Weiterhin wurden jede Menge Pläne für neue Trips und Kurzreisen geschmiedet. Wenn alles gut geht, werde ich meinen 40igsten vielleicht in Dresden "an der Hotelbar" (Bemerkung meines Bruders) feiern. Würde mich freuen, und mir wurde angekündigt, daß ich dann in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen bin. Da frage ich mich, in welchem Kreis ich bisher herumgedümpelt bin?

Windlicht
Kleid

Sonntag, 4. April 2010

Leserpost

Heute erhielt ich die Email eines Lesers, die mich sehr gefreut hat. Er nannte mich darin eine Kriegerin der Poesie, wobei ihm sicher nicht bewußt ist, wie sehr dieser Begriff meiner jetzigen Situation entspricht. Ich führe tatsächlich Krieg mit meinen Gedichten. Einen erbitterten Krieg gegen Falschheit, Unmoral hinter heuchlerischen Masken und Selbstsucht, auch wenn man dies den Gedichten nicht ansieht, denn der Krieg findet auf verschiedenen Ebenen statt. Und er schrieb etwas, das ich ganz genauso empfinde wie er, nämlich daß die Zeit im Moment eine Qualität hat, die Falschheit und Ratten an die Oberfläche treibt, wo sie sich zu erkennen geben. Und dies in jedem Bereich, sowohl im persönlichen, als auch in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Hilf- und wortreiche Blender entpuppen sich plötzlich als völlig auf den Selbstzweck ausgerichtete Bedürftige ohne jede Moral. Helfermasken fallen und präsentieren grinsende, gleichgültige Fratzen ohne ethische Verantwortung. Vielleicht ist dies eine notwendige Reinigungsphase und das, was danach noch Bestand hat, ist hoffentlich echt. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Osterfest.

Samstag, 3. April 2010

...

Im Reich deines Vorhers
werde nur ich sein.
Im Reich deines Nachhers
werde nur ich sein.
Deine Küsse sprechen,
dein Händedruck wärmt.
Zwischen irgendwo und nirgendwo
liegt ein Meridian des Wissens
und zwischen Morgen und Norden
die Unausprechlichkeit
allen inneren Lebens.

...

In deinen Schwanenfedern
nistet die Schwermut,
nährt sich von Wolfsmasken,
wächst an Rattenlisten,
und träumt von meinem
schwanensanften Todesbiß
bis die Biegung deines Halses
vor Erwartung schnee-erschauert,
flehend nach lustvollem Selbstverlust

Freitag, 2. April 2010

Traumsplitter

Ich bewohne nur noch ein einziges Zimmer, habe dafür darin aber einen riesigen Flat-TV.

Mit Dave Gahan unterwegs zu einer Disco, wo wir zu seinem eigenen Song tanzen, nämlich "Policy of truth". Sehr angenehmes warmes Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Bemerkung: Scheint mal wieder Promitraumzeit zu sein.

Donnerstag, 1. April 2010

Gerade stelle ich fest,

daß die nächste Woche mal seit langem wieder eine Woche ohne Sport und ohne Physiotherapie ist. Richtig entspannt. Ich hätte überhaupt Lust, alles abzubrechen und einfach nirgends mehr hinzugehen. Gegen die langen Arbeitstage bringt es ja anscheinend nicht wirklich etwas außer noch mehr Streß.

Ach ja, und ich hasse die untere Ablage bei den Baumarkt-Wagen. Habe einen riesigen blauen Fleck am Schienbein, weil ich beim Schieben immer dagegen laufe.

Traumsplitter

Eine Spinne schleppt eine schimmernde Perle als Beute mit sich herum. Jemand fängt sie und nimmt ihr die Perle ab.

Vanilleeis mit Claudia Schiffer gegessen. Dabei festgestellt, daß die ja eigentlich super nett ist, obwohl ich vorher nicht so viel mit ihr anfangen konnte.

Mittwoch, 31. März 2010

In Wirklichkeit ist es anderherum

Nicht die Frau, der Mann (!) trennt sich vom Bewusstsein der Schöpfung, um zu seiner eigenen männlichen Individualität zu gelangen. Frauen erleben am eigenen Körper das Wirken der Schöpfung, durch ihre Gebärfähigkeit und den monatlichen Fruchtbarkeits- und Reinigungszyklus.
Folgerung: Es scheint so, als habe die christliche Kirche, die unser abendländisches Wertesystem nach wie vor prägt, dem männlichen Geschlecht eine gute Steilvorlage gegeben, mit der es die Geschichte so umschreiben kann, dass Adam zwar als Trottel, aber immerhin sauber da steht: "Ich war's nicht - sie war's!"...
Abgetrennt zu sein vom Bewusstsein der Schöpfung, treibt "Mann" in Rationalität und gewissenlose Wissenschaften. Angst vor Kontrollverlust und Untergang steigert seine Bereitschaft, das Recht der Selbstgerechten mit allen Mitteln durchzusetzen...
Nach außen hin wird ein Mann, der noch kein Mensch ist, versuchen, die verlorene Sinnhaltigkeit mit reger Betriebsamkeit und Anerkennung für Leistung, Outfit und Statussymbole auszugleichen. Sein Blick wird ständig an Frauen kleben, die es zu erobern gilt.

(aus "Die menschliche Matrix" von Michael Czaykowski)

Rattenplage

Diese zwei Mäuse, die ich in letzter Zeit häufiger gesehen habe, sind wohl doch eher Ratten, denn inzwischen sind sie bereits etwas größer geworden. Heute war das erste Mal eine dritte, sehr dunkle Ratte zusätzlich dabei. Sie hat mich derart durch ihre engstehenden Augen angesehen, daß ich sofort wußte - das ist eine Ratte. Wenn das so weiter geht, gibt es in Berlin sicher bald eine Rattenplage. Aber auch die menschlichen Ratten scheinen zur Zeit sehr stark vertreten zu sein. Jedenfalls fühle ich mich seit Wochen massiv bedroht, ohne daß ich das irgendwie genau festmachen könnte. Mir kommen ja auch immer wieder Zweifel, ob daß nicht nur alles Einbildung ist und ich einfach mal wieder eine leicht paranoide Phase habe. Oder aber, ich habe einen riesengroßen Sockenschuß, den ich nur bisher so geschickt verbergen konnte, daß ich noch nicht in einer Anstalt gelandet bin. Es ist schlimm, wenn man von Menschen, die man bisher schätzte und denen man vertraut hat, auf einmal das Gefühl hat, daß sie einem schaden wollen. Das letzte Mal, als ich mich so bedroht gefühlt habe, lief Neptun über meinen Deszendenten. Ich fühlte Dinge, subtile Beeinflussungen, die ich noch nicht einmal in Worten beschreiben kann und das Ganze endete im 11. September 2001. Ab diesem Datum wurde ich langsam wieder normal. Ich hoffe nicht, daß es diesmal erneut so verläuft. Man wird dann so überempfindlich, daß man selbst ein Lächeln mißdeutet. In solchen Phasen braucht man Menschen, denen man wirklich hundertprozentig vertrauen kann. Leider gibt es in dieser Verfassung davon nicht viele. Übrig bleiben letzten Endes immer nur noch eine, allerhöchstens zwei Personen, auf deren Loyalität man sich jederzeit verlassen kann.

Heute den ersten Bärlauch gekauft. Den ausgesäten Bärlauch auf dem Balkon kann ich wahrscheinlich vergessen.

Dienstag, 30. März 2010

Falls jemand

das vermißte schwarze Loch des heutigen Mini-Urknalls sucht - ich glaube, es breitet sich gerade in mir aus. Letztes Jahr um ca. diese Zeit habe ich mir noch drei Jahre gegeben. Inzwischen bin ich mir nicht sicher, ob ich tatsächlich die restlichen zwei Jahre erleben möchte. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendetwas wieder gut wird. Vielleicht zwischendurch etwas besser, nur damit es später weiter bergab geht. Wie sinnlos ist das eigentlich alles? Ich schleppe mich Tag für Tag neun bis zehn Stunden mit Schmerzen auf Arbeit herum, verbringe meine wenige Freizeit bei Physiotherapiesitzungen und Sport, ohne daß es wirklich auf Dauer etwas hilft, nur damit ich mich weiter auf der Arbeit herumschleppen darf, während mein Urlaub dafür drauf geht, die Wohnung zu putzen, falls ich denn mal dazu in der Lage bin. Vollkommen blödsinnig. Die Ärztin meinte zwar, daß es bekannt ist, daß bei meiner Krankheit die Schmerzen anfangs stärker sind als später, aber soll ich vielleicht warten bis ich Sechzig bin? Wer weiß, was dann ist. Vielleicht trage ich da schon meinen Kopf unter dem Arm. Ich bin jetzt jung (na ja, auch nicht mehr so ganz) und möchte jetzt leben, nicht mit Sechzig. Zwanzig Jahre auf Erleichterung warten ist nicht viel anders als in einem Pflegeheim auf den Tod zu warten.
Dann vielleicht doch besser der Notausstieg durch den Arzneischrank. Und ich hasse es, ständig mit dieser Fassade herumlaufen zu müssen, als sei alles in bester Ordnung und ich hätte alles unter Kontrolle, nur aus Rücksicht auf andere Leute, um diese nicht in peinliche und unangenehme Situationen zu bringen. Dabei kostet mich schon das tägliche Durchbeißen genug Kraft und eigentlich hänge ich ständig mit einem Bein im Wasser, jeweils proportional zur jeweiligen Tageskondition. Das Gemeine ist, daß sogar ein relativ geringer Dauerschmerz, an den man sich bereits gewöhnt zu haben glaubt, das eigene Wesen völlig verändert. Ich werde regelrecht weinerlich (eine Art ständiger PMS), genauso bei Fieber, und merke den Unterschied erst, wenn ich mal wieder einen guten Tag habe, weil ich mich dann über mich selbst wundere, zumal ich sonst immer sehr ausgeglichen gewesen bin. Deswegen verstehe ich es durchaus, wenn mich andere für wehleidig halten, falls ich mal doch nicht den schönen Schein aufrecht erhalten kann, zumal ich ja auch noch so gesund, jung und wie das blühende Leben aussehe, also überhaupt keinen Grund zum Heulen habe. Natürlich bin ich wehleidig, denn ich bin ein Löwe und nicht für das Kranksein gemacht, aber bevor irgendjemandem ein Urteil über meine Gemütsverfassung zusteht, sollte er erst einmal anderthalb Jahre in meinen Schuhen gelaufen sein, und zwar mit allem, was dazugehört.

Montag, 29. März 2010

Mein lieber Scholli,

ich habe noch nie eine Stunde erlebt, die so langsam vergangen ist, wie heute die Sportstunde. Diesmal war es aber auch wirklich hart. Nach einer halben Stunde habe ich schweißüberströmt heimlich auf die Uhr geschaut und einen Schock bekommen, weil ich dachte, eine Stunde müßte bereits fast vorbei sein. Nach einer weiteren Viertelstunde, die mir wie eine halbe Stunde vorkam, sah ich nochmals heimlich auf die Uhr und war wieder geschockt darüber, wie unendlich langsam die Zeit vergeht, wenn man gedrillt wird. Die Kursleiterin quittierte dies mit der spitzen Bemerkung: "Ich sehe das, wenn Sie heimlich auf die Uhr schauen." Noch nie hat sich eine Stunde so gezogen. Ich hätte geglaubt, es sind mindestens zwei. Was sagt mir das? Wenn mir die Zeit zu schnell vergeht, muß ich mich nur einem ordentlichem Drill unterziehen.
In der Nähe des Sportstudios ist so ein kleiner Kunstgewerbeladen, wo ich Windlichter im Jugendstil-Style gesehen habe, die mir richtig gut gefallen. Leider komme ich zum Sport dort immer erst vorbei, wenn das Geschäft bereits geschlossen ist. Extra dort vorbei zu fahren, habe ich nicht viel Lust. Jetzt überlege ich, ob ich die bei irgendjemanden noch als Ostergeschenk anbringen kann, hmm......Geburtstag würde ja eventuell auch reichen.