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Dienstag, 18. Mai 2010

Zimmertausch

Irgendwo auf Reisen möchte meine Mutter das Zimmer mit mir tauschen. Bisher bewohnte ich eine großzügige Suite mit großartigem Ausblick auf grüne Hügel und Wiesen. Das neue Zimmer ist kleiner und hat zwei quadratische(!) Fenster. Beim Blick hinaus erkenne ich eine Straßenkreuzung und dahinter ein großes Gewässer mit Hafen. Ach, deshalb wollte sie das Zimmer tauschen! Wahrscheinlich ist es ziemlich laut. Ein bißchen habe ich das Gefühl, einen schlechten Tausch gemacht zu haben. Allerdings hat der Ausblick durchaus auch etwas für sich. Auf dem Wasser ist sogar ein Ozeanriese unterwegs und jede Menge andere Schiffe. Hafenansichten mag ich. Ich hole meine Kamera hervor, um ein Foto von der Aussicht zu machen und dieses in mein Blog zu stellen. Tja, und wenn ich in Träumen fotografieren könnte, würde das Bild jetzt folgen:

Cool,

jetzt sieht der häßliche Kasten von Notebook gleich viel schicker aus.

Notebookverschönerung

Beim Sport war diesmal eine neue Praktikantin die "Anführerin" und hat uns die letzte Viertelstunde auf eine Imaginationsreise mit einem Floß durch den Regenwald geschickt. Ich finde, Traumreisen sind für Regenwalddurchquerungen sowieso viel besser geeignet, denn in der Wirklichkeit wäre man wahrscheinlich von Moskitos, Alligatoren, Piranhias und Schlangen umzingelt. Bei der Imagination kann man diese unangenehmen Begleiterscheinungen einfach ausblenden. Allerdings hat mich das sanfte Schaukeln auf dem Floß an den aus Flugzeugträgern selbst gebastelten Wassertreter erinnert, mit dem man über einen unbefahrenen, versteckten See im dichtesten Spreewald schippern konnte. Das war echt und garantiert ohne Mücken, Alligatoren und ähnliches. Absolut traumhaft, doch leider heute nicht mehr möglich.

Montag, 17. Mai 2010

Traumsplitter

Ein junger Mann ist in meiner Wohnung, die anders aussieht als meine jetzige. Er regt sich darüber auf, bzw. wundert sich, daß ich so viel Papier in der Wohnung habe. Ich verstehe nicht, was er meint, und um es mir zu erklären, zeigt er auf ein Bücherregal. Ja, Bücher. Die sind auch Papier, stimmt. Kopfschüttelnd geht er eine Buchreihe durch, unter anderem mit einem Nudellexikon (das ich glücklicherweise nicht wirklich besitze). Ich liebe nun mal Bücher. Immer noch besser als Zeitungen zu sammeln. Dann setzt er sich in Meditationshaltung vor die Fensterfront und beginnt zu meditieren. Ich sehe nur noch seinen Rücken und vor meinen Augen wird dieses Bild zu einer zweidimensionalen Schwarz-Weiß-Zeichnung - der Umriß seines Körpers vor dem Fensterrechteck, doch neben ihm erscheint auf der Zeichnung jetzt eine zweite Person, die eine Laterne hält. Und, ich könnte schwören, daß die Laterne sekundenschnell in einem goldenen Licht aufblitzte. Überrascht schaue ich noch einmal auf das Bild, aber alles ist wieder normal und schwarz-weiß.

Später erfahre ich, wie und durch wen habe ich vergessen, aber die Information wollte ich mir im Traum unbedingt merken, da sie mir wichtig schien, daß ich in vier Jahren in einem Haus mit vier Zimmern in einer Ortschaft namens Butzin, Kreis .....-.....(?), leben werde.

Bemerkung: Die Person mit der Laterne erinnert mich an das Bild des Eremiten auf den Tarot-Karten und eine Ortschaft Butzin habe ich nicht gefunden, dafür aber einen See in der Nähe von Caputh, der in alten Chroniken "Heyde-Butzin" heißt. Caputh liegt bei Potsdam und dort wollte ich schon immer wohnen.

Sonntag, 16. Mai 2010

Toter Spatz und Zungenküsse

Im ersten Teil der Nacht versuchen in einem Wirtshaus ständig Männer, mich zu küssen. Ich lasse dabei immer den Mund geschlossen, obwohl sie mehr wollen. Es ist so eine Art Spiel, aber keines, das mir gefällt. Irgendwann kommt der Wirt selbst und sucht jemanden zum Küssen. Ich schließe die Augen, so nach dem Motto - wenn ich ihn nicht sehe, sieht er mich auch nicht, aber es hilft nichts - sein Gesicht ist direkt über mir. Er küßt mit solcher Kraft, daß er es schafft, meinen Mund aufzubrechen und mir seine Zunge hineinzuschieben. Irgendwann läßt er von mir ab und verkündet lauthals, ich würde küssen, als spiele ich Räuber und Gendarm. Ja, hallo? Was bildet der sich eigentlich ein? Schließlich entscheide ich schon gerne selbst, wessen Zunge ich in meinen Mund lasse.

Auf einem Balkon. Ein merkwürdiger süßlicher Geruch liegt in der Luft. Ich kann erst nicht ausmachen, woher er kommt, doch dann sehe ich es: Ein toter Spatz in einem der Balkonkästen. In der braunen Erde ist er kaum auszumachen, aber die beiden Flügel sind nun ganz deutlich zu erkennen, während der Kopf irgendwo unter der Körper versteckt ist. Mit einer kleinen Schaufel versuche ich ihn herauszunehmen, doch kaum hebe ich ihn hoch, zerfällt er vor meinen Augen zu Staub, nur die beiden Flügel sind übrig geblieben und liegen nun da, wie von jemandem bestellt und nicht abgeholt.
Ich gehe in die Küche (die des Pfarrhauses), um meiner Mutter davon zu berichten, aber die läßt mich gar nicht zu Wort kommen. Während hinter ihr auf der Fensterbank Wesley Snipes oder Will Smith sitzt (die verwechsel ich immer), rügt sie mich dafür, daß ich in eine Schüssel Erdbeeren getan habe und die Schüssel nun versaut und nicht mehr sauber zu kriegen ist. Ja, mein Gott, wer kann denn ahnen, daß man keine Erdbeeren in diese Schüssel tun darf! Der farbige Schauspieler lacht über meine Ausflucht, und bemerkt, daß ich jetzt etwas zu tun habe, nämlich die Schüssel schrubben. Nun denn!

Samstag, 15. Mai 2010

Über manche Softwareprodukte

und deren Sprache, kann man manchmal nur den Kopf schütteln. Der vorinstallierte esobi-Newsreader kommt statt mit einem Einführungsfenster mit einer "Schnellen Führer-Bibliothek" und "Schnellen Führer-Neuheiten" in welchen Tips stehen wie:

"Wählen Sie ein Archiv vor"
"Außer Ihrem Finden"
"Wählen Sie eine Medien"

Bei meinem ersten Blick auf das Fenster habe ich kein Wort verstanden und dachte schon, es liegt an mir und meinem technischen Unverständnis, bis ich merkte, daß es gar nichts mit Technik zu tun hat, sondern nur mit Deutsch. Das hat mich wieder etwas beruhigt.

Freitag, 14. Mai 2010

Nimm Bonbons (Neumond)

Ich befinde mich in der Wohnung meiner ersten Physiotherapeutin. Wie ich dort hingekommen bin, weiß ich nicht, aber ich fühle mich wie zu Hause und außer mir sind dort ebenfalls ihr Lebenspartner oder Mann und ein acht- bis neunjähriges Kind. Sie hat mir eine großformatige, aber dünne Broschüre hingelegt, in der auf jeder Seite ein langes Strophengedicht abgedruckt ist. Eines davon trägt die Überschrift "Nimm Bonbons" und dieses Worte wiederholen sich darin refrainartig. Passend dazu kommt im gleichen Moment, als ich es lese, das Kind zu mir, bietet mir mit der einen Hand Pfeffis an, während es mit der anderen Hand die fast leere Dropsrolle neben mir stibitzt. Ich bin dabei, ein Bild zu malen, doch ziemlich unzufrieden damit. Zwar habe ich viele Details vorgezeichnet, doch wenn ich diese jetzt mit den Farben darstellen möchte, gelingt es mir einfach nicht, zu differenzieren, sondern alles verschwimmt in einem nächtlichen Blau aus dem da und dort die weiße Stelle eines Details scheint. Doch das ist zu wenig. So ein Bild nur in Nachtblau ist kein richtiges Bild, selbst wenn durch das Blau die gezeichneten Umrißlinien schimmern. Zumindest zeigen sie, daß das Bild nicht so geplant und ich bemüht war. Aber das reicht nicht. Wahrscheinlich ist das Bild nichts geworden, weil ich zu ungeduldig bin und zu schnell fertig werden wollte. Ich beschließe, es noch einmal zu übermalen und ein völlig neues Bild daraus zu machen. Auf diesem neuen Bild wird nur eine Kommode mit Vase und Blüte zu sehen sein, aber es wird perfekt sein. Ich sehe es förmlich schon vor meinen Augen, vor allem die Blüte, und male mir in Gedanken aus, wie ich so lange probieren werde, bis die weiße Blüte genau die geschwungene Form hat, die sie erhalten soll. Diesmal werde ich mir mir viel Zeit nehmen und erst aufhören, wenn das Bild genau meiner Vorstellung entspricht. Überrascht stelle ich fest, daß es bereits kurz vor Mitternacht ist. Jetzt sollte ich aber wirklich gehen, bevor ich mit meinem Besuch noch lästig werde. Ich verabschiede mich und steige in einen Bus mit einem eingebauten Gasherd. Das trifft sich gut, weil ich einen dreckigen Topf mit angebrannten Resten bei mir habe. Ich fülle Wasser in den Topf, stelle ihn auf eine Flamme und lege einen Deckel drauf. Durch den nicht entweichenden Wasserdampf wird die Reinigungswirkung wahrscheinlich noch verstärkt, stelle ich, zufrieden über meinen Einfall, fest, setze mich neben den Herd und warte.

Bemerkung: Nach dem Aufwachen hatte ich das Gefühl, die weiße Blüte schon einmal gesehen zu haben. Mir fielen die Bachblüten-Karten ein, die ich mir gestern angeschaut und aus denen ich "blind" die Centaury-Blüte gezogen hatte. Ich schaute sie mir also noch einmal an und stellte fest, daß es zwar nicht die Centaury-Blüte ist, dafür aber verblüffende Ähnlichkeit mit der Star of Bethlehem-Blüte besteht, wenn diese noch nicht ganz geöffnet ist. Komischerweise hab ich an diese Blüte nie bewußt gedacht, obwohl die letzten vier Jahre durch die Sache mit meinem Vater tatsächlich traumatisch waren.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Herr N.

hat mich, als er früh den Büro-Wagen sah, aufgezogen, indem er meinte, er dachte, eine Omi hätte ihre Gehhilfe vergessen.....pffff. Und auch die Verkehrsbetriebe wollen mich anscheinend auf den Arm nehmen, denn sie schlagen mir vor, neue Abonnementen zu werben und dafür zwei Monate frei zu fahren. Fragt sich nur womit. Vielleicht wäre ein Gutschein für ein Paar Flügel effektiver.

Dienstag, 11. Mai 2010

Sommerliches Verkehrschaos

Ein Teil der S-Bahn-Strecke ist lahm gelegt, U-Bahn und Straßenbahn fahren über mehrere Stationen überhaupt nicht mehr und meine Straßenbahn vom Büro kommt auch nur noch jede Viertelstunde, während sie vorher alle fünf Minuten fuhr. Was bin ich froh, daß ich keine Physio-Termine mehr habe. Vor einem Jahr schaffte ich es noch mit zweimaligem Umsteigen in knapp einer Stunde bis dorthin, in den letzten Monaten waren es dank Bauarbeiten schon eine plus eine Viertelstunde und heute würde ich wahrscheinlich anderthalb Stunden bis dorthin brauchen. Und das im gleichen Stadtbezirk - normal ist das nicht. Würde ich von mir aus nach Norden fahren, wäre ich in anderthalb Stunden bis in Mecklenburg-Vorpommern. Für zwanzig Minuten Behandlung lohnt sich das eigentlich gar nicht. Jedenfalls würde ich auch nicht anderthalb Stunden nach Mecklenburg-Vorpommern für zwanzig Minuten Behandlung fahren. Da kriegt man ja alleine vom langen Sitzen und Stehen mehr Rücken als alles andere. Immerhin hat der gestrige Sport das erste Mal die Schmerzen gebessert und nicht wie sonst, verschlechtert. Ich glaube, das liegt an den diesmal etwas anderen Übungen. Meinetwegen können wir bei denen bleiben. Von den über 30 Liegestützen habe ich allerdings Muskelkater in den Brustmuskeln. Und - Überraschung - als ich heute ins Büro kam, stand da ein neuer, von mir beantragter Büro-Wagen in der Ecke. Zumindest das hat endlich geklappt.

Montag, 10. Mai 2010

Beim Sport

haben wir heute Sirtaki mit Gymnastikball und Stange getanzt. War mal was anderes und ziemlich seltsam. Nächstes Wochenende wird eh erneut nichts aus Salsa, aber ich habe sowieso nicht wirklich Lust. Meine Kolleginnen anscheinend auch nicht.
Und im Schaufenster stand wieder ein drittes Jugendstil-Windlicht, da gibt es wohl doch noch Nachschub. Vielleicht reicht der ja bis August.

Notebook eingerichtet

An diese neumodischen Widescreens werde ich mich nie gewöhnen. Ich weiß nicht, ob ich die einzige bin, die an Notebooks mehr macht, als Filme zu schauen und zu spielen, jedenfalls scheine ich aber die einzige zu sein, die das ausufernde Scrollen bei solchen Displays nervt. Immerhin kann ich mir bei einer Auflösung von 1920x1080, wenn ich die kleinste Schriftgröße nehme und diese noch etwas manuell verkleinere, den Desktop so basteln, daß ich nicht häufiger scrollen muß als bei einem normalen Display. Allerdings kann ich bei dieser Schriftgröße nur hoffen, daß ich bald altersweitsichtig werde. Um so unverständlicher ist es für mich, daß, obwohl es fast nur noch Breitbild-Notebooks im Angebot unter den "Normalgrößen" gibt, diese meist nur eine Auflösung von 1366 x 768 oder ähnlich haben. Das geht überhaupt nicht. Jedenfalls nicht für mich. Deshalb war meine Auswahl nicht allzu riesig. Das erstandene Teil sieht echt billig und häßlich aus und auf der Tastatur fühle ich mich wie auf einem Schiff bei hohem Wellengang. Das Aussehen und die Verarbeitung nerven, ganz besonders der fette, schwarze zwei und drei Zentimeter Rand oben und unten vom Display, der völlig nutzlos ist. Aber ok, es ist sehr schnell, super leise, hat bisher alles mitgemacht, ohne sich aufzuhängen und ich kann damit mehr machen als spielen, dank der hohen Auflösung. Außerdem hatte ich schon einmal ein Fujitsu. Das Laptop war zwar ebenfalls häßlich und schlecht verarbeitet - irgendwann fielen die USB-Buchsen mehr oder weniger raus - läuft aber heute noch nach mehreren Jahren bei jemand anderem. Von daher gehe ich mal davon aus, das zumindest das "Innenleben" stimmt.

Im Job dagegen wird gerade wieder die Einrichtung einer Alarmanlage diskutiert, nachdem vor zwei Wochen erneut eine Kollegin tätlich mit scharfem Glas angegriffen worden ist. Ich hatte mich bereits die ganze Zeit gewundert, warum es hier keinen Notruf gibt, denn im Bereich, aus dem ich gekommen bin, hatte jedes Zimmer einen Alarmknopf. Die Anlage ging zwar immer mal wieder ohne Grund los und verursachte einen Massenauflauf, aber bei den vielen Irren, Haftentlassenen, Axt.-und Ball.haus.mördern, fühlt man sich damit doch sicherer, selbst wenn man den Knopf letztendlich nicht nutzt. So ging es mir, als mir einmal jemand einen Stuhl über den Kopf kloppen wollte. Statt mich zu abzuwenden und nach dem Alarmknopf zu suchen, hielt ich es für besser, dem Typen in die Augen zu schauen und gut zuzureden. Glücklicherweise wirkte das auch. Ich glaube sogar, daß er eher zugeschlagen hätte, wenn ich mich weggedreht oder ihn nicht angesehen hätte. Wahrscheinlich ist das wie bei Raubkatzen. Immer stehen bleiben und in die Augen schauen.

Sonntag, 9. Mai 2010

Traumsplitter

Im Traum die Tarotkarten Die Herrscherin und Vier der Stäbe gesehen, verbunden mit dem Wort "siegesgewiß".

Traumsplitter

Am Fenster mit Blick auf einen Fluß. Es regnet und jemand macht mich auf seltsame Tiere aufmerksam, die bewegungslos im Wasser schwimmen. Auf den ersten Blick wirken sie wie helle Robben. Doch bei genauerem Betrachten sieht man zwei Vögel, die übereinanderliegen und im Wasser gleiten. Sie sind hellgrau und haben auf dem Rücken einen orangefarbenen Fleck. Ah, Regenpfeifer! - erkläre ich sofort. Ich bin mir ganz sicher.

In einem Park wurde ein spiralförmiger Fleck mit verschiedenen Untergründen angelegt. Nach kleineren Pflastersteinen folgt glatte schwarze Erde und in der Mitte der Spirale sieht mab die Hügel von größeren abgerundeten Steinen. Sogleich überkommt mich das Verlangen, die sonnenbeschienenen Steine unter meinen nackten Füßen zu spüren. Vielleicht wurde diese Spirale ja sogar zum Barfußlaufen angelegt, ich wüßte jedenfalls nicht, wozu sie sonst gut sein sollte. Man geht auf der Spirale entlang bis zur Mitte. Leider sitzt genau auf dem Weg der Spirale ein Mann auf einer Bank. Es wäre mir peinlich, mich an ihm vorbei zu quetschen, um die Strecke abzulaufen. Also lasse ich es. Es würde wahrscheinlich etwas kindisch wirken.

Irgendwo auf einer Reise in einer fremden Herberge. Obwohl unterwegs, fühle ich mich extrem kraft- und antriebslos. Allein der Gedanke daran, einen Schritt nach draußen zu machen, strengt mich an. Eigentlich schade, denn wenn ich verreise möchte ich ja etwas sehen und nicht nur schlafen. Deshalb weckt mich die Leiterin der Herberge schließlich auch um halb Zwölf. Mit einem tiefen Gefühl der Schwäche schleppe ich mich ins Bad und ziehe mich an. Zurück im Zimmer fällt mir auf, daß ein kleinerer Ahornbaum direkt vor meinem Fenster leicht braune Blätter bekommen hat. Das ist seltsam, denn es ist gerade erst Frühjahr und alle anderen Bäume tragen helles Grün. Da kommt mir ein Verdacht: Wahrscheinlich ist es meine Nähe und meine schlechte Energie, die diesen Baum krank macht, weil er sie von mir aufnimmt. Bleibt nur zu hoffen, daß es bald regnet und sich der Baum von mir wieder erholen kann.

Freitag, 7. Mai 2010

Traumsplitter

In einem seltsamen Gebäude - ein Turm in Form eines angespitzten runden Bleistifts, allerdings sehr klein. Der Umfang ist gerade so, daß ich stehend hineinpasse und kurz über mir beginnt der Kegel der Spitze. Als ich hinaufschaue sehe ich, daß der gesamte Turmkegel voller Spinnweben und sonstiger Insekten ist. Irgendwo hängt sogar eine Fledermaus. Nee - denke ich, - hier kannst du nicht drin bleiben, sonst fallen dir noch die Spinnen und sonstigen Tierchen auf den Kopf.

Irgendwo in einem großen Raum sitzt K. mit einem kleinen Mädchen und macht mit ihr Hausaufgaben oder liest ihr etwas vor. Später verläßt er den Raum, genau in diesem Augenblick gehe ich ebenfalls auf den Ausgang zu. Er sieht mich und grüßt, ich grüße zurück. Ich beschließe zu warten, bis er wiederkommt, warum weiß ich selbst nicht genau, und setze mich auf einen Stuhl neben der Tür. Hinter mir ein Tisch mit mehreren Leuten aus K.s Familie, unter anderem eine ältere Frau. Es werden immer mehr und ich habe den Eindruck, daß ich ihnen den Stuhl wegnehme. Deshalb stehe ich auf, schiebe den Stuhl Richtung Tisch und sage, daß ich nicht den Stuhl in Beschlag nehmen möchte. Die ältere Frau winkt jedoch freundlich ab und fragt mich, ob ich nicht mit ihnen zusammen essen möchte. Ich finde es zwar nett, daß ich eingeladen werde, lehne jedoch dankend ab.

Als

ich heute ins Büro kam, war Herr N. doch, trotz gestriger Ankündigung, anwesend, streckte mir jedoch sogleich zur Begrüßung triumphierend sein (leicht) blutiges, vollgerotztes Taschentuch entgegen, als Beweis, daß er sich heldenhaft trotz hohen Blutverlustes ins Büro schleppt. Genau das wollte ich am frühen Morgen sehen.

Ansonsten habe ich festgestellt, daß ich mal die kleinen Mini-Werbeflyer aus meinem Briefkasten entfernen sollte. Ich habe irgendwann aufgehört, die rauszunehmen und inzwischen häufen sie sich auf dem Boden des Briefkastens schon mehrere Zentimeter hoch.

Post von meiner Zahnärztin

Herr N. bereitete mich heute bereits darauf vor, daß er morgen vielleicht zum Arzt gehen wird, da er immer noch seit drei Wochen seinen "Rotz" nicht losgeworden ist. Er erklärte mir auch gleich, daß jetzt beim Schnauben schon fast Blut kommen würde. Wenn ich also Blut sehe und er unter dem Schreibtisch liegt, würde er gerade verbluten. Nur, damit ich Bescheid wisse. Ich habe noch nie gehört, daß jemand an Schnupfen verblutet ist, aber ich habe gesagt, daß ich das alles gar nicht so genau wissen möchte. Wieso müssen Männer einem immer alle Details ihrer Körperabsonderungen erzählen? Und im übrigen verblute ich gerade seit drei Tagen an Unterleibsschnupfen. Komisch, daß ich noch nicht tot bin. Aber es ist verständlich, daß Männer beim Anblick von ein bißchen Blut sofort panisch werden, schließlich sind sie es nicht gewöhnt.
Zu Hause erwartete mich Post von meiner Zahnärztin. Eine Ansichtspostkarte mit roten und grünen Äpfeln und der Aufforderung, ich möchte doch bitte einen neuen Kontrolltermin vereinbaren. Ärghs! Seit wann schicken Zahnärzte Postkarten? Ich warte zwar ständig auf Post, besonders auf einen Brief von meinem Arbeitgeber, von dem seit fünf Monaten eine Antwort aussteht, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Nachdem ich letztes Jahr das erste Mal nach neun Jahren wieder beim Zahnarzt war und bis auf das eine Loch, weshalb ich den Termin gemacht hatte, nichts weiter zu finden gewesen ist, hatte ich gedacht, ich könnte mich jetzt für die nächsten neun Jahre wieder verdrücken. Überhaupt hatte ich mir gerade zwei Tage vorher vorgenommen, mindestens ein halbes Jahr zu keinem Arzt mehr zu gehen, nachdem ich in der Praxis von meiner Hausärztin weggeschickt wurde, als ich ein Rezept für das Nasenspray gegen Heuschnupfen haben wollte. Dazu müßte ich zur HNO-Ärztin, die das Spray verschrieben hat. Ich habe aber keine Lust extra wegen dem Spray in die Polyklinik zu fahren, ich weiß noch nicht einmal, ob es die Fachärztin noch gibt, da sie vor zwei Jahren schon aussah, als stünde sie kurz vor der Rente. Man fühlt sich ständig nur noch wie ein Bettler, wenn man zum Arzt geht, und zahlt 400 EUR Bettelsteuern im Monat an die Krankenkasse. Wenn man Glück hat, bekommt man etwas, wenn man Pech hat, wird man weg und von Pontius zu Pilatus gejagt. Jedenfalls habe ich Ärzte und Arztbesuche so satt, daß ich eigentlich bis ans Ende meines Lebens keinen mehr sehen will, aber mindestens die nächsten Monate. Sch.... auf Heuschnupfen und einfach hoffen, daß die Nase nicht so zuschwillt, daß ich keine Luft mehr bekomme, sch.... auf Rücken, so lange ich mich noch an- und ausziehen kann, sch.... auf überhaupt alles. Aber ich bin mir sicher, daß ich für die Goldinlays, die ich nicht haben möchte, nicht eine Sekunde lang betteln müßte.