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Mittwoch, 11. August 2010

Kätzchen im Kühlschrank und das Märchen-Spielzeug-Schloß

Ein großer loftähnlicher Raum, vielleicht auch ein Dachboden, in dem ich anscheinend wohne. Er ist relativ leer, doch direkt mittendrin, von allen Seiten zugänglich, steht ein weißer Kühlschrank. Als ich daran vorbeigehe fällt mir eine Ausbeulung an der seitlichen Abdeckung auf. Ich hebe die Abdeckung etwas hoch und sofort springt mir eine weiß-grau-braun gescheckte Katze entgegen. Oh, eine Katze hat sich unwissentlich in meiner Wohnung eingenistet. Na sowas! Ich streichle sie ein bißchen und auf einmal purzeln aus der Ausbeulung jede Menge weiß-grau-braun gescheckter winzige Kätzchen hinterher. Ach du meine Güte! Etwas hilflos überlege ich, was ich mit den vielen Kätzchen anstellen soll. Eine geht ja noch, aber gleich ein ganzes Nest? Ich hoffe, die erwarten jetzt nicht von mir, daß ich mich um sie kümmere. Vielleicht ist es am besten, ich tue so, als hätte ich sie gar nicht bemerkt.
Wieder ein großer Raum, den ich erblicke, als ich in einem Bett liegend die Augen aufschlage. Er gleicht einer riesigen hölzernen Bogenhalle, die ohne Säulen erbaut ist, und staunend betrachte ich die bunten Schnitzereien, mit denen Wände und Decken übersät sind. Die einzelnen Schnitzereien ähneln Kinderspielzeugen, aber in ihrer Anordnung ergeben sie ein dekoratives und elegantes Muster, welches den Raum festlich und glamourös erscheinen läßt. Vielleicht ein aus Holz erbautes Schloß. Als ich den Kopf zur Seite wende, sehe ich ein Nachttischchen überreich mit bunten Dingen beladen, die wohl hauptsächlich ebenfalls Spielsachen sind. Daran gelehnt unter anderem eine Karnevalsmaske, welche eigentlich nur ein graues Männergesicht mit schwarzem Kinnbart darstellt. Während ich so schaue, habe ich plötzlich das Gefühl, als hätte sie mir zugeblinzelt, huch... Im ersten Moment bekomme ich etwas Angst, als die Maske tatsächlich ihr Gesicht bewegt, schmollt, lacht oder blinzelt. Doch die Angst verfliegt sofort wieder, weil sie so komische Grimassen schneidet und einfach nur den Eindruck macht, als wolle sie mich zum Lachen bringen. Und da lache ich auch schon. Wo bin ich denn hier gelandet? Im Märchenland? Das ist doch eigentlich nur etwas für Kinder. Es handelt sich bestimmt um einen Irrtum. Ich kann mir jedenfalls keinen Grund vorstellen, warum man mich an diesen seltsamen Ort gebracht hat.

Dienstag, 10. August 2010

Traumsplitter (Neumond)

Der Traum letzter Nacht war ziemlich lang, doch in Erinnerung geblieben sind nur zwei kleine Szenen:

Mit anderen zusammen bin ich viel unterwegs. Dabei schlagen wir uns auch durch einen unterirdischen Gang, der in nasse schwarze Erde gegraben zu sein scheint. Es ist dort dunkel und feucht. Der einzige Ausgang ist eine halbkreisförmige Öffnung am Boden, durch welche Licht hereinfällt. Meine männlichen Begleiter sind bereits vor mir hindurch geschlüpft und ich will ihnen folgen, frage mich aber, wie es funktionieren soll, daß ich durch diese Öffnung passe. Mir erscheint sie viel zu klein, aber wenn die anderen es geschafft haben, muß es ja irgendwie gehen. Erst versuche ich den Kopf gerade hineinzustecken, aber dazu ist das Loch zu niedrig. Also wohl doch besser seitlich. Ich drehe mich in eine Lage, in welcher ich den Kopf flach mit der Wange auf dem Boden haben und schiebe ihn vorsichtig vorwärts. Es geht ein Stückchen, doch dann stecke ich in diesem verdammten Loch fest. Es geht nicht vorwärts und nicht zurück. Siedend heiß fällt mir ein, daß mein Körper auch noch durch die Öffnung passen muß, und dieser ist streckenweise um einiges breiter als mein Kopf. Plötzlich geht es wieder und kaum ist der Kopf durch die Öffnung gequetscht, strecken sich mir zwei Arme von oben herab entgegen. Es sind die Arme meiner Begleiter, die mir helfen wollen, den Rest von mir durch den Ausgang zu bekommen. Sie halten mich fest, ziehen bis ich draußen bin.

Später sehe ich meine Begleiter mit nacktem Oberkörper. Sie haben eine weiße, schwammige Haut und genau in der Mitte senkrecht durch Nabel und Brust einen bläulichen, schnurgeraden Streifen. "Blutvergiftung" denke ich. Sie haben eine Blutvergiftung. Ich mache sie darauf aufmerksam.

Bemerkung: Ob man seine eigene Geburt träumen kann? Genau so würde ich es mir vorstellen....

Was es alles gibt...

Anatidaephobie - - - - - Die Angst, irgendwie, irgendwo von einer Ente beobachtet zu werden.

Ich würde behaupten, jemand, der Angst hat von einer Ente beobachtet zu werden, hat wahrscheinlich zuwenig Probleme.

Montag, 9. August 2010

Tote Katze

Ich schätze, es kann wohl nichts Gutes bedeuten, wenn man am ersten Arbeitstag vor seinem Bürogebäude einer toten Katze begegnet. Dort lag nämlich eine, nicht direkt vor dem Haus, aber auf dem Bordstein der Straße, säuberlich und ordentlich hinauf drapiert. Kurioserweise ähnelte sie der Katze aus meinem letzten Traum, so daß ich im ersten Moment dachte - die kenne ich doch irgendwoher! Weißes Schnäuzchen und grau getigerter Rücken. Dort umgefallen ist sie sicherlich nicht, obwohl sie glücklicherweise aussah, als sei sie friedlich eingeschlafen und weder überfahren noch geschlachtet worden. Nach den Bildern des letzten Abends fand ich das einigermaßen beruhigend, denn ich stieß auf eine Webseite mit Jugendlichen, die Hunde langsam zu Tode quälen und in Stücke hacken. Die Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich verstehe sowas nicht. Andererseits sind es genau jene Augenblicke, in denen ich direkt sehe, wozu Menschen fähig sind, welche mich denken lassen, daß es doch ganz gut so ist, einem Verbrecher (oder auch einer Ratte) in der Regel nichts von alledem anzusehen. So kann man sich zwar böse täuschen, aber wenn man ständig um sich herum nur Verbrecher erkennen würde, würde man stattdessen verrückt werden. Ich frage mich, ob diese Leute überhaupt noch ruhig schlafen können, aber sehr wahrscheinlich können sie es, denn sonst würden sie sich nicht solch ein Hobby aussuchen.
Eine Neuigkeit im Büro war, daß sich durch den Bauwagen von diesem Herrn komplett die Ratten gefressen haben. Vielleicht mögen die ja Schimmel, der dort auch schon ein Zuhause gefunden hatte.
Und die letzte Neuigkeit des Abends ist, daß ich den Sport geschwänzt und stattdessen einen halben Liter Eis vertilgt habe. War so nicht vorgesehen, aber nachdem ich knapp zehn Stunden ohne Pause durchgeschuftet habe, bin ich völlig fertig, gereizt, latent aggressiv, habe Herzrasen, als ob mir jemand einen Propeller eingebaut hätte, und möchte nur noch meine Ruhe. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie an einem einzigen Tag sämtliche "angesparte" Urlaubserholung flöten gehen kann.

Sonntag, 8. August 2010

Traumsplitter

Zu Besuch bei meinen Großeltern mit Gottesdienst vor dem Fernseher, während dem ich Dreck aus dem Teppich pule. Freunde mich mit einem getigerten Kätzchen mit weißem Schnäuzchen an, wohl ein neues Haustier meiner Großeltern. Zwei kleine Spatzen, einer davon so winzig, daß er unter meinen Schuh gerät und einigermaßen tot aussieht. Doch als ich ihn aufhebe ist er wieder putzmunter. Und zum Abschluß die Mitteilung aus dem Off: Abends wird immer die komplette Schweiz geschlossen. Aha.

Samstag, 7. August 2010

Traumsplitter

Habe einen goldenen Schlüssel in ein Klo fallen lassen, welches ungefähr doppelt so hoch ist, wie ein normales, und in dem auch ungefähr so hoch das braune Wasser steht. Beherzt greife ich hinein um den Schlüssel zu suchen, finde ihn aber nicht mehr. Eine ehemalige Klassenkameradin kommt mir zur Hilfe, doch der Schlüssel taucht nicht wieder auf.

Bemerkung: Der sprichwörtliche Griff ins Klo, wer sagt's denn... Paßt!

Freitag, 6. August 2010

Babelsberg/Glienicke

Am Donnerstag machte ich mal wieder einen Ausflug zur Glienicker Brücke, um diesmal auch die Umgebung rechts davon und um das Glienicker Schloß zu erkunden. Das hatte ich ja bei jenem Ausflug nicht mehr geschafft. Diesmal kam ich auf die glorreiche Idee, meine Füße zu tapen, denn meistens sind es zuerst Blasen die mich stoppen, auch wenn ich ansonsten noch stundenlang herumlaufen könnte. Besonders in diesem Jahr brauche ich Schuhe, sogar eingelatschte, bloß anzugucken, um Blasen zu bekommen. Verstehe ich gar nicht, denn ich lasse mir extra Schwielen und Hornhaut stehen, um die Füße “härter” zu machen, aber sie sind trotzdem extrem empfindlich. Mit dem Tapen ging es aber ganz prima. Keine einzige Blase, obwohl ich einen halben Tag dort marschiert bin und mir nur zwanzig Minuten Pause auf einer Bank gegönnt habe. Auch die Hinfahrt ging prima und ich habe festgestellt, daß ich genau ein und eine Viertelstunde Anfahrt habe. Das sind gerade mal fünf bis zehn Minuten mehr, als ich von der Arbeit zur Physiotherapie im gleichen Bezirk brauche. Eigentlich ein Witz und wahrscheinlich kommt einem die Zeit nur deshalb länger vor, weil man sich währenddessen tatsächlich fortbewegt und nicht nur wartet. Jedenfalls lohnt sich hier die Anfahrtszeit, denn in der Gegend kann man sich bequem einen ganzen Tag aufhalten. Es gibt überall Bänke, lauschige Plätzchen, Biergärten natürlich auch, und neben dem Schloß Babelsberg geisterhafte Toiletten in einer Baracke. Wenn man dort die Tür zu einem Abteil öffnet oder schließt, spült die Toilette von alleine, gegenüber an der gekachelten Wand gibt es eine Aufschrift “Hier spülen” mit aufgezeichneter Hand. Das habe ich zuerst nicht für voll genommen und nach dem Hebel für die Spülung gesucht, bis ich auf die Idee kam, die Hand an die Kacheln zu legen. Und es spülte. Auch ein Rinnsal Wassers zum Händewaschen kommt von alleine aus der Wand, wenn man seine Hand in eine dafür vorgesehene Höhlung hält, ebenso Seife, und in angemessener Zeit danach aus dem gleichen Loch ein Gebläse. Die Gegend dort finde ich immer wieder traumhaft. So viel Wasser, Himmel, Grün, Geschichte und Architektur – die Könige wußten, wo es schön ist – und spätestens im Ruhestand ziehe ich ebenfalls nach Potsdam oder Glienicke, jawohl. Ich bin auch gar nicht anspruchsvoll. Würde zwar gerne im Schloß Babelsberg wohnen, da er mir so gut gefällt, besonders mit dem geheimen Garten dahinter, aber ich würde auch eines von diesen faszinierenden “Hexenhäuschen” nehmen. Die ähneln ein wenig einer Burg, denn der untere Teil und Keller sind anscheinend aus Felsstein erbaut und darüber erst aus Holz. An der Wasserseite dürfte es schwierig sein, da einzusteigen, obwohl das Wasser nur ein kleiner Bach mit Entengrütze ist. Mich würde interessieren, wie es drinnen aussieht, inklusive “Felsenkeller”.

"Hexenhaus" mit Felsenkeller"Hexenhaus" mit Wasserzisterne

 

Ganz ungefährlich war der Ausflug nicht, denn im Glienicker Volkspark sind dauernd Äste heruntergekommen, doch ohne daß irgendein Lüftchen wehte. Erst als ich bereits durch war, sah ich am Eingang das Schild mit der Aufschrift “Achtung Astbruchgefahr! Bitte meiden Sie den Aufenthalt unter Bäumen.” Leichter gesagt als getan, wenn der größte Teil regelrechtes Waldgebiet ist. Unterwegs fand ich einen ausgetrockneten künstlichen “Bergquell” und als ich den Hügel hinaufgeklettert war, sah ich die Bescherung. Es gibt hinter der Felsenwand einen mit Wasser gefüllten Tümpel, der aber mit einer Schleuse geschlossen ist. Weiter unten sieht man auch warum, denn dort gibt es eine Art Berghüttenattrappe, an der gerade gebaut wird.

Teil einer BrückeGestauter WassertümpelKünstlicher Bergquell

 

Später stiefelte ich noch einmal zum Schloß Babelsberg und entdeckte irgendwo einen Trampelpfad, der von hinten an das Gebäude heranführt, welches ebenfalls noch zum Schloß gehört, zu dem es aber keinen Zugang gibt, außer ein stets verschlossenes Hoftor. Nähert man sich von hinten, sieht man zuerst eine nicht allzu hohe Steinmauer, vielleicht 80 cm hoch, die man leicht übersteigen könnte. Dies läßt man aber ganz schnell bleiben, wenn man hinüber geschaut hat, denn da geht es ganz unverhofft drei Stockwerke in die Tiefe. Da ich nicht schwindelfrei bin, habe ich nicht viel fotografiert, aber man sieht gut diesen Gang, der vom Haus direkt in den Schloßberg hineinführt. Deshalb vermute ich mal, daß dieses Haus früher die Schloßküche gewesen ist. Die wurden immer außerhalb des Schlosses gebaut, da sie oft abgebrannt sind, und es gab stets einen “geheimen” Gang zum Schloß, so wie im Neuen Garten auch.

SchloßkücheSchloßküche

Das Wetter war perfekt für diesen Ausflug, nur ein wenig mehr blauer Himmel hätte dann und wann mal hervorgucken können.

 

Wolkenstimmung über dem Wasser

 

 

WandelgangDurchblick auf das WasserBrunnenAm Glienicker SchloßKapelleBrunnen im Glienicker SchloßparkGlienicker SchloßparkEingang zum Glienicker SchloßKapellendetail 2

         

Schloßpark BabelsbergBlick über Schloß Babelsberg bis zur Glienicker BrückeGlienicker Schloßpark

Donnerstag, 5. August 2010

Ich hab hier jemanden,

der liegt ständig den ganzen Tag im Bett (im ungemachten). Kann da gar nicht hinschauen, denn sonst krieg ich immer den Neid, zumindest ein bißchen. Aber gut, wenn ich heute den ganzen Tag im Bett geblieben wäre, wäre der Tag auch nur halb so schön gewesen. Doch spätestens Montag werde ich wieder bedauern, daß ich Puschel nicht aus dem Bett schmeißen und arbeiten schicken kann.

Schlafmütze

Mittwoch, 4. August 2010

Feindlicher Helfer

In einem S-Bahn-Abteil sieht es so aus wie in der Mitte eines Busses mit der runden Plattform. Ich sitze auf einem äußeren Platz, von wo ich direkt auf die Plätze gegenüber der Plattform blicke. Neben mir am Fenster ein halbwüchsiges Mädchen mit Zöpfen und auch ich bin wohl in diesem Alter. Mir wird klar, daß ich gerade aus einer Ohnmacht erwacht bin und ein männlicher Helfer in weißem Sakko, eben noch neben mir, nimmt wieder gegenüber von mir Platz. Unangenehm fällt mir auf, daß mein ebenfalls weißer Rock bis über die Hüfte gerutscht ist und er immer genau zwischen meine Beine starrt. Deshalb schiebe den Rock schnell nach unten. Er hat mir geholfen als ich ohnmächtig war, denke ich, aber gleichzeitig habe ich ein seltsames Gefühl, daß er nicht wirklich uneigennützig ist und keine guten Absichten hat. Vielleicht bin ich undankbar, aber ich fühle mich bedroht. Das Mädchen neben mir ist meine Freundin und scheint zu schlafen. Um mich sicherer zu fühlen, spreche ich sie an, schüttel sie schließlich hin und her, aber sie will nicht aufwachen und wankt leblos hin und her. Anscheinend ist sie jetzt ebenfalls ohnmächtig. Plötzlich geht das Licht in der S-Bahn aus und es ist finster. Mir ist klar, daß dies das Werk des Mannes ist, der sich von seinem Platz erhoben hat. Ich spüre ihn auf uns zu kommen, kann in der Dunkelheit jedoch nichts sehen. Beschwörend rufe ich immer wieder an ihn gerichtet: "Aber so helfen Sie uns doch, aber so helfen Sie uns doch!" Dabei meine ich eigentlich, daß er uns helfen soll, ohne unsere Notlage auszunutzen und uns zu schaden, deshalb betone ich das Wort "helfen" besonders intensiv.

Dienstag, 3. August 2010

So langsam

könnte es dann mal wieder aufhören zu regnen, oder zumindest wieder leicht wärmer werden, aber die Blumen vor meinem Schreibtisch blühen, als ob es kein morgen mehr gäbe. Doch bin ich mir sicher, daß spätestens übermorgen die Sonne scheint. Es muß einfach so sein.

Blick vom Schreibtisch

Hatte heute in einem Shop zu tun, der von einem Mann ungefähr in meinem Alter geführt wird. Seine Freundin, die draußen auf der Straße war, kam herein, als es etwas länger dauerte, und schmiß sich wie ein Wachhund mitten zwischen uns auf die Theke, die Arme aufgestützt, ohne ein Wort zu sagen, weder eine Begrüßung noch eine Verabschiedung, so lag sie da, spitzte die Ohren und lauerte - ich weiß nicht auf was. Anscheinend steht der Mann unter Bewachung. Einerseits finde ich es ja ziemlich schmeichelhaft, mit so hohem Gefahrenpotential eingeschätzt zu werden, andererseits ist es aber auch mehr als lächerlich. Ich meine, denkt so ein Mädel tatsächlich, ich möchte einen Mann, auf den ich wie eine Mutti aufpassen muß? Wenn sie nichts anderes mit ihrem Leben anzufangen weiß, ist das ihre Sache, aber mir ist sowas viel zu anstrengend. Wenn ich unbedingt Probleme brauche, dann mache ich mir lieber andere.

Ein nächtlicher Sommerregen

hat mich zur Geisterstunde hinaus auf einen Spaziergang gelockt. Natürlich ohne Schirm, Kapuze oder Jacke. In Berlin muß man eigentlich fast zwangsläufig zum Nachtschwärmer werden, denn nur nachts ist die Stadt erträglich. Keine Massen von Leute mehr, stille und leere Straßen, Luft zum Atmen und im Moment ein perfektes Sommerwetter - nicht zu warm, nicht zu kalt, und herrlichen Regengüssen zwischendurch. Auch jetzt ist die Nacht noch warm genug, um draußen zu sitzen, obwohl es irgendwann begann stärker zu regnen, so daß ich ziemlich durchnäßt wieder zu Hause ankam. Der Spaziergang führte mich recht weit erst zu meiner alten Schule, von wo ich in die Straße abbog, in welcher der Bäcker seinen Sitz hatte, zu dem ich freitags Brötchen holen geschickt wurde. Auch jetzt befindet sich dort noch ein Bäcker, allerdings weiß ich nicht, ob es dort immer noch diese typischen, viel besseren "DDR-Brötchen" gibt, die heute so rar gesät sind. Ich lief genau die Strecke, die ich damals gelaufen bin und das ist ein seltsames Gefühl, denn von dieser Strecke träume ich öfters. Sobald man nachts dann solch eine Straße tatsächlich wieder entlang läuft, fühlt man sich wie in einem Traum. Selten trifft man sogar Leute, wie zum Beispiel einen Mann, der in der geöffneten Eingangstür eines Ladengeschäfts saß und dort auf seinem Macbook schrieb. Das war bestimmt ein Blogger. Ich kreuzte ebenfalls einen alten Spielplatz und hätte gerne gesehen, wie es da jetzt aussieht, aber es war alles total duster, viel zu dunkel, um irgendetwas zu erkennen, und wahrscheinlich wäre ich nur wieder gegen ein Klettergerüst gelaufen. Dann getraute ich mich, "meine" alte Kirche (schließlich habe ich oft genug an ihre Mauer gepinkelt)zu umrunden, ohne Gefahr zu laufen, dem von Gott auserwählten Hüter von toter Moral und Selbstgerechtigkeit zu begegnen. Ich liebe solche Sommernächte. Ich habe es auch drauf, mich einfach auf eine Treppe oder ähnliches zu setzen und dort sitzen zu bleiben. Eigentlich bräuchte ich nur eine Tonne oder ein Zelt, um mein Lager irgendwo aufzuschlagen. Noch schöner ist es bei diesem Klima am Meer. Bei Regenwetter oder gar Sturmnächten, in denen das Meer bis fast über die Dünen tritt, am besten hautnah im Zelt miterlebt, fängt es da erst an, richtig Spaß zu machen. Nun sitze ich hier auf meinem Balkon und kann gar nicht aufhören, dem Regen beim Fallen zuzuhören und die Fledermäuse zu beobachten, Nachtschatten, die blitzschnell hin und her huschen. Manchmal gibt es Nächte, die sollten nie enden, und manchmal gibt es Tage und Nächte, an denen kann man sich nicht entscheiden, wann man schlafen möchte und ob man überhaupt schlafen möchte. Denn sie sind, sowohl tags als auch nachts, viel zu schön, um sie zu verschlafen. Nachtschwärmerei ist leider ziemlich unpraktisch, wenn man früh aufstehen muß, um seine Brötchen zu verdienen, aber zum Glück kann ich morgen heute ausschlafen (das heißt natürlich, nur wenn ich möchte).

Nacht 1

Nacht 2

Montag, 2. August 2010

Merkwürdig,

seit drei Wochen schwitze, besser gesagt, sprudel ich wie eine Bergquelle beim Sport. Ich glaube, ich brauche einen Tropfenauffangrinne, normal ist das nicht mehr. Dabei ist es weder besonders heiß, noch sind die Übungen besonders schwer. Und wenn ich dann mit schweißnassem Sportzeug auf dem Nachhauseweg bin, pfeifen mir die Männer hinterher. Das liegt sicher nur an der kilometerlangen Pheromonfahne, die ich hinter mir her ziehe.

Am verwilderten Grundstück, mit den vielen Metern wuchernden Brombeergestrüpps, reifen dieselben inzwischen und während ich auf den Bus wartete, pflückte ich mir einige, wußte aber nicht wohin damit. Ich glaube, das nächste Mal nehme ich eine Frischhaltedose mit und werde vor der Heimfahrt mein Abendessen ernten.