Uns wurde heute in einer Beratung ein fakultativer Kurs offeriert, in welchem man lernen kann, Emails zu schreiben und zu verwalten. Die meisten rollten nur mit den Augen, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Ich machte darüber unter uns eine Bemerkung, daß sowas Kindergarten ist und die meisten heute in der Schule schon Emails schreiben können. Selbst habe ich mir das ebenfalls ziemlich schnell alleine angeeignet, inklusive Verwaltung. Auch Herr N. schüttelte den Kopf über dieses Angebot, bei ihm liegt es allerdings daran, daß alles, was mit Computer und Emails zu tun hat, "Dreck" ist. Deshalb hat er nicht wirklich so viel Ahnung und antwortete, daß ihm solch ein Kurs nicht schaden würde, aber er sowas Schwachsinn findet. Das nahm ich dann zum Anlaß, ihn über seine technische Wohnraumausstattung auszufragen. Ich hatte in Erinnerung, daß er keinen Computer besitzt, und ließ mir das nochmal bestätigen. Handy verneinte er ebenfalls.
Er: "Was soll ich denn mit so'nem Dreck?"
Ich: "Haben Sie einen Festplattenrecorder?"
Er: "Was is'n das?"
Ich: "Dann haben Sie sicher noch einen Videorecorder."
Er: "Nö. Entweder es läuft was im Fernseher oder nicht."
(Die Surround-Anlage verkniff ich mir.)
Ich: "Und Sie haben bestimmt einen Plattenspieler."
Er: "Ja. Den behalt ich auch. Ist ja sogar wieder in."
Ich: "Aber nur, wenn man Scratchen kann."
Er: lacht und will mich in ein Gespräch über zerkratzte Schallplatten verwickeln, aber ich lasse mich nicht ablenken
und frage weiter: "Haben Sie noch so ein Telefon mit Wählscheibe?"
Er: (lacht wieder) "Nein, ein paar Tasten hat es schon."
Ich: "Aber nicht schnurlos?"
Er: "Für zehn Meter in der Wohnung brauche ich nicht so'n Zeug."
Ich vermute mal, daß er auch keinen Fotoapparat hat, zumal die Fotografen im Haus gegenüber für ihn immer "Schwuchteln" sind.
Jetzt muß ich ihn bei der nächsten passenden Gelegenheit nur noch über seine Küchengeräte ausfragen. Wenn er Kürbisse verarbeitet, dürfte die Ausstattung zumindest nicht rudimentär sein.
mußten ihn anziehen, weil er es selbst nicht mehr konnte, erzählt ein Rückengeschädigter. Da kann er noch von Glück reden, daß er überhaupt jemanden hat, der ihm beim Anziehen hilft. Wenn man niemanden hat, bleibt nur noch, im Bademantel den Pizzaservice zu empfangen oder sich einen Sack über den Kopf zu ziehen. Zum Glück habe ich immerhin genug Goldmünzen zur Stelle, falls das Geld ausgehen sollte. Eigentlich versuche ich, nicht an solche Horrorszenarien zu denken, um mich nicht verrückt zu machen. Aber kaum schaltet man den Fernseher ein, springt einem das nackte Grauen wieder ins Gesicht. Da sind mir Horrorfilme wirklich lieber, die Leute haben da ganz andere Probleme.
Ich träumte von einer neuen erotischen Spielart, nämlich sich von einem Phönix den A.... lecken zu lassen, wobei es auch im Traum nur bei einer Idee, die sich in Worte formte, blieb. Allerdings erschien diese Möglichkeit im Traum sehr viel reeller als nach dem Aufwachen, wahrscheinlich weil es in der Traumwelt keine Zweifel daran gab, daß man Phönixen tatsächlich begegnen kann, wenn man nur möchte.
"Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören."
(Kurt Tucholsky)
Eigentlich würde ich diesen Ausspruch gerne durch eine dritte Leidenschaft erweitern:
"Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, drei Leidenschaften: Krach zu machen, nicht zuzuhören und die Luft zu verpesten."
Der Vater und Betreuer eines Klienten stattete uns heute einen Besuch ab und fragte Herrn N., ob er Urlaub gehabt hätte, er sähe so erholt aus. Dabei war ICH es, die Urlaub hatte und er hatte damit natürlich Urlaub von mir. Ich glaube, das bekommt ihm richtig gut. Sobald ich längere Zeit da bin, sieht er ganz elend aus. :-))
Auf dem Nachhauseweg traf ich einen ehemaligen Kommilitonen von mir, den ich fast gar nicht wiedererkannt hätte. Früher war es ein ranker und schlanker, schnuckliger und wirklich, WIRKLICH, gutaussehender Typ. Er ist ungefähr vier oder fünf Jahre älter als ich und war damals bereits verheiratet. Vermutlich wurde dies sein Untergang und Verhängnis. Als ich ihn vor ca. drei Jahren öfters traf, da er auf dem gleichen Dienstgelände arbeitet, war er schon schwieriger zu erkennen, da pummelig und stämmiger. Allerdings waren die Züge des schönen Gesichts immer noch auszumachen. Heute dagegen war ich vor Schreck richtig perplex. Ein graues, aufgeschwemmtes Etwas von Gesicht, die dunklen Augen kaum noch erkennbar, ebenfalls stumpf und grau, eine Zigarette im Mund. Alles fort. Nichts mehr übrig. So viel verschwendete Schönheit bricht einem das Herz.
Auf einer Klassenfahrt, an der bunt gemischt Kollegen und ehemalige Mitschüler teilnehmen. Als sich einige Leute an Sachen von mir vergreifen, und das mehrmals, beschließe ich, etwas zu sagen und mache ihnen sachlich, aber bestimmt klar, daß ich das nicht in Ordnung finde. Diejenigen, mit denen ich spreche, reagierten für meine Begriffe extrem eingeschnappt, zumal ich sie nicht einmal angegriffen, sondern nur meinen Standpunkt und meinen Besitz verteidigt habe. Eine feindliche Atmossphäre baut sich auf, die mich aber erstaunlich wenig belastet, wie ich feststelle. Es ist sogar so, daß ich über das Verhalten der anderen eher schmunzeln muß, wenn sie mir verächtliche Blicke zuwerfen, über mich tuscheln und alles versuchen, damit ich mich mit meinem eigenen Verhalten schlecht fühle. Den ersten Tag nach der Klassenfahrt komme ich wieder ins Büro und Herr N. fragt, wie es gewesen ist. Er selbst war bei der Reise nicht dabei. Achselzuckend antworte ich ihm: "Ich habe ab jetzt vier Feinde."
Bemerkung: Wieder die Vier. Und dann auch noch gleich vier Feinde.
Habe mich heute beim Verdrängen ertappt. Eine Sportkollegin fragte, daß ich doch im August Geburtstag hätte und ich antwortete - ja, nächste Woche. Schön wär's, er ist schon diese Woche.
mit ganzen 180 Fragen, die ich teilweise etwas seltsam finde. Woher soll ich zum Beispiel wissen, ob ich irgendeine Empfindung mehr oder weniger als andere habe, denn schließlich kann ich ja nicht in andere Köpfe schauen. Auch hier bekomme ich wieder den
Typ 5.
Bei einem anderen
Eneagrammtest war ich auch schon die 5, also muß es wohl stimmen.
Enneagramm-Typ 5 - Der Forscher
"Denker", die zum Rückzug und zum Beobachten neigen
Der Forscher 5.Menschen dieses Persönlichkeitstyps fürchten tief im Inneren, dass sie nicht genug Stärke haben, um dem Leben standzuhalten. Deshalb neigen sie dazu, sich zu entziehen und den Rückzug in die Sicherheit und Geborgenheit ihres eigenen Bewusstseins anzutreten, wo sie sich geistig auf ihren Eintritt in die Welt vorbereiten können. Fünfen fühlen sich im Bereich des Denkens wohl und zuhause. Im Allgemeinen sind sie intelligent, belesen und nachdenklich und werden häufig zu Experten in den Bereichen, für die sich interessieren.Während einige von ihnen eine naturwissenschaftliche Orientierung haben, insbesondere jene mit einem Sechser-Flügel, fühlen sich genauso viele von ihnen zu den Geisteswissenschaften hingezogen, und es ist nicht ungewöhnlich für Fünfen, eine künstlerische Neigung zu besitzen. Fünfen sind häufig ein wenig exzentrisch; sie verspüren wenig Neigung, ihre Überzeugungen zu ändern, um sich der Mehrheitsmeinung anzupassen. Sie lehnen es ab, ihre Freiheit, zu denken wie es ihnen beliebt, zu kompromittieren. Fünfen fühlen sich im Bereich des Denkens wohl - problematisch und weit weniger angenehm wird es für sie, wenn es um ihre Gefühle geht, wenn die Beziehung Anforderungen stellt oder sie einen Platz in der Welt für sich finden müssen. Fünfen sind tendenziell schüchtern, unaufdringlich und unabhängig. Sie sind zögerlich, um die Hilfe zu bitten, die andere ihnen sehr gerne geben würden.
Fünfen sind empfindlich; sie fühlen sich gegen die Welt nicht ausreichend gewappnet. Um ihre Sensitivität zu kompensieren, übernehmen sie manchmal eine Haltung teilnahmsloser Gleichgültigkeit oder intellektueller Arroganz, was leider zur Folge hat, dass dies eine Distanz zwischen ihnen und den anderen schafft. Diese Distanz zu überbrücken, kann für Fünfen schwierig werden, weil sie ihrem sozialen Geschick nicht sehr vertrauen. Aber wenn es ihnen gelingt, dann sind sie wirkliche Freunde und lebenslange Verbündete.
Fünfen sind für gewöhnlich etwas gehemmt, wenn es um den emotionalen Ausdruck geht, aber sie haben oft stärkere Gefühle, als sie sich anmerken lassen. Nur wenige Menschen wissen, was unter der Oberfläche vorgeht, weil Fünfen oft ein übertrieben starkes Bedürfnis nach Abgrenzung und eine tief sitzende Angst vor Zudringlichkeit haben. Wegen ihrer Sensitivität und ihrer Angst vor Unzulänglichkeit fürchten sich Fünfen davor, überwältigt zu werden: sei es durch die Anforderungen anderer oder von ihren eigenen Emotionen. Manchmal gehen sie so damit um, dass sie einen minimalistischen Lebensstil entwickeln, durch den sie wenig von anderen verlangen und im Gegenzug wenig von ihnen verlangt wird. Andere machen ihren Frieden mit der Unübersichtlichkeit des Lebens und engagieren sich mehr, aber sie behalten zumeist ihre Angst, dass das Leben irgendwie mehr von ihnen fordern könnte als sie bieten können.
Fünfen - besonders die mit einem Vierer-Flügel - halten sich manchmal irrtümlich für eine Vier. Solche Fünfen erkennen, dass sie starke Gefühle haben, und sie identifizieren sich nicht mit dem oftmals extrem "hirnigen" Bild der Fünf. Aber die Fünfen, anders als die Vieren, behalten immer einen Rest Unbehagen, wenn es darum geht, ihre emotionale Befindlichkeit auszudrücken. Und ganz gleich, wie viel Geschick sie darin erwerben - die Sprache der Gefühle ist nicht ihre Muttersprache.
"voll trotzmundiger Sprüche"
statt
"trotz vollmundiger Sprüche"
Habe eine ganze Zeit lang in der Nacht rückwärtige Liegestütze gemacht, hinterrücks aufgestützt auf eine Stange. Bei jeder Liegestütze dachte ich, jetzt ist es vorbei, das war die letzte, nun kann ich nicht mehr, aber dann ging es doch immer noch. Ich wunderte mich selbst darüber, daß ich so viele Liegestütze schaffe und die mich gar nicht anstrengen. (Kein Wunder, war ja nur ein Traum.)
Danach in einer Stadt unterwegs, die mir wie eine Stadt der Zukunft oder auch eine auf einem fremden Planeten vorkam. Die Innenstadt sieht noch ganz normal aus, doch am Stadtrand entdecke ich Gebäude wie dicke weiße Klötze, die sich ringförmig als Mauer um die gesamte Stadt ziehen. Ich denke zuerst an Kraftwerke, vielleicht sind sie es teilweise auch, doch in manchen Abschnitten sind auch Wohnungsfenster zu erkennen. Dann folgen Straßen voller winzigen Bungalows, die eigentlich mehr die Größe eines Spindes haben, in welchen sich ein schmales Fenster und eine Tür befinden. Ein Bungalow gleicht hier dem anderen, nur daß bei einigen wenigen die Türen offen stehen, vielleicht weil hier niemand wohnt. Von dieser Straße gehen immer wieder Abzweigungen zu Durchgängen oder Siedlungen ab, wobei auffällig die vielen Türen überall sind. Türen befinden sich auch in Mauern und Felsgestein, allerdings bemerke ich, daß manche nirgendwohin führen, sondern ebenfalls nur Mauer oder Stein dahinter ist. Das Ganze ähnelt einem Labyrinth und zu allem Überfluß wird mir klar, daß es verboten ist, bestimmte Abschnitte zu betreten. Man sollte sich nicht dabei erwischen lassen, denn dann bekommt man Ärger mit den Aufpassern und Hütern des Gesetzes, die dort patroullieren. Irgendwoher ist mir klar, daß dies nicht nur wenig Ärger ist, sondern eine echte Gefahr darstellt.
Bemerkung: Wenn ich in der Nacht schon so viel Sport gemacht habe, dann muß ich ja jetzt keinen mehr machen. *gg*
Vielleicht war die Übung aber auch ein Vorschlag für meine Neuerwerbung.
Ich bin ja gespannt, wie lange es die Katholische Kirche durchzieht, die Leute sonntags neuerdings um 8:40 h aus dem Bett zu glöcknern, bevor sich die ersten Anwohner beschweren. Da haben alle Schiß wegen der Moschee und den eigentlichen Lärm machen ganz andere.
Wenn man noch nicht wegen der Kirchenglocken oder der Flugzeuge wach ist, hat man gute Aussichten, durch kreischende Kinder geweckt zu werden. Normalerweise stören mich Kindergeräusche relativ wenig, da ich 17 Jahre lang einen Kindergarten auf dem Hof hatte, in welchem wochentäglich 20 - 30 Kinder spielten. Ich bin also einiges gewöhnt und höre sowas kaum, bzw. verbinde es eher mit angenehmen Gefühlen wie Heimat, Zuhause usw. Einmal gab es allerdings unter den Kindern einen Jungen, der konnte täuschend echt die Polizeisirene nachahmen und hat damit meine Mutter um den letzten Nerv gebracht. Seit unser Vermieter einen kleinen Spielplatz in den Hof gebaut hat, hört man hier jetzt auch öfters Kinder spielen. Es sind "nur" zwei, nämlich eine Marie und ein Marco. Leider scheint die kleine Marie ausschließlich schreiend zu kommunizieren, denn während ich vom kleinen Marco noch nie einen Ton gehört habe, höre ich Marie ständig. Sie muß einige Aufgänge links von mir wohnen, der Spielplatz befindet sich 200 m weiter rechts von mir, so daß sie immer mit ihren Beinchen den Weg unter dem Fenster entlangtrappelt und ungefähr in meiner Höhe entweder ihre Eltern lauthals schreiend vorwarnt, daß sie im Anmarsch ist, oder aber in der anderen Richtung ihren Spielfreund, daß sie nun wieder den Spielplatz beehren wird. Es können sich aber auch solche Dramen abspielen, wie heute vor meinem Fenster, als man sie entzückt ausrufen hörte (man hätte meinen können, sie hätte die neue Mutation einer Waldsegelohreule gefunden) - Eine Ameise! Meine Ameise, meine Ameise! - Dann ein lautes Aufstampfen, ein gellender Schrei und eine Empörung, die wahrscheinlich noch drei Straßen weiter zu vernehmen ist - Ohhhhh, Marco! Du bist sooooo gemein! - Spätestens jetzt ist man hellwach.
Das unförmige Ding dort unter der Decke, das bin ich.
Ich bin nämlich auf die geniale Idee gekommen, mir mit einem weitmaschigen Plaid ein Lesezelt zu bauen. Einfach das Plaid unter Füße und Kopf klemmen. Darunter ist es hell genug zum Lesen und wird kuschelig warm, so daß selbst die Hände und das Gesicht nicht frieren, die sonst immer hervorschauen und bei diesem Mistwetter schnell klamm werden. Und nach drinnen möchte ich nicht, denn dort bin ich bald wieder lange genug. Außerdem ist es im Zimmer sogar weniger warm als in meinem Lesezelt, da ich keine Lust habe, schon die Heizung aufzudrehen.
Wenn ich so unter dem Plaid hocke, kommen mir sofort Erinnerungen an die Regentage meiner Kindheit. Es gab Zeiten, da war ich nur zum Essen und Schlafen in der Wohnung und ansonsten den ganzen Tag mit meinen Spielfreunden draußen. Und Regen hat uns damals nicht abgeschreckt. Wir legten Decken und Planen über das Klettergerüst, schoben ein Brett zwischen die Sprossen, das wir "unsere Couch" nannten, bauten uns so eine Behausung, in welcher wir hockten und uns Witze oder Gruselgeschichten erzählten. Manchmal hockten wir auch im Indianerzelt, welches M. gehörte, und das wir ebenfalls mit Planen abdeckten. Doch wenn es richtig schlimm mit dem Regen wurde, suchten wir Unterschlupf in einem der Hausflure. Es gab drei davon. Der vordere Hausflur war eher ungünstig, da relativ klein und von dort gingen auch die meisten Wohnungstüren ab, weshalb sich die Mieter durch lärmende Kinder im Flur leichter belästigt fühlten. Dann gab es einen Durchgang zum Hinterhof, der war groß wie ein Tanzsaal und mit ebenso glattem Steinparkett, wo man die schönsten Rutschpartien und sogar Wettrennen veranstalten konnte. Auch das Fangespiel durch beide Hausflure hindurch, immer im Kreis über Hinterhof, Hofeinfahrt, Straße und wieder vorderen Eingang war sehr beliebt, aber sehr laut, weshalb es nie lange dauerte bevor der Hausmeister kam und uns ermahnte, nicht so viel Krach zu machen. Einmal, mitten im schönsten Fangespiel, lief ich direkt gegen seinen Bauch, als er gerade hinter der Tür zum Zwischenflur stand. Auf frischer Tat ertappt, sozusagen. Doch am schönsten war es eigentlich immer im dritten Hausflur des Hinterhauses. Dieser hatte ebenfalls ein kleines, besonders glattes Steinparkett, für Eislaufimitationen bestens geeignet, und da dort nur zur linken Seite Wohnungstüren abgingen, davon zwei als Hinterausgänge, zur rechten Seite dagegen nur Gemeinderäume, in denen sich in der Regel niemand befand, beschwerte sich hier auch seltener jemand. Je höher man kam, um so schummriger wurde es, und auf dem letzten Treppenabsatz vor dem Dachboden gab es gar kein richtiges Fenster mehr, sondern nur noch ein rundes "Bullauge". Wenn man von hier auf den Hof hinuntersah, erschien einem die Welt fast unwirklich, so weit entfernt hinter dem dicken runden Glas. Direkt unter dem Bullauge stand eine alte Truhe, in welcher immer irgendwelche alten Kleider herumlagen. Wir verkleideten uns damit zum Beispiel als Piraten und der Treppenabsatz war unser Schiff. Durch das Bullauge hindurch beobachteten wir feindliche Annäherungen oder wir lieferten uns Fechtkämpfe, mit allem was uns gerade in die Hände fiel. Manchmal war der letzte obere Absatz vor der Dachbodentür aber auch eine Bühne und wir die Schlagerstars. Jeder war an der Reihe und der Rest spielte Publikum. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß ich mich in dieser Zeit jemals an einem Regentag gelangweilt hätte, und das völlig ohne Fernseher und Internet.
Dicke Wolken, wohin man blickt. Schon gestern morgen fing meine Narbe am Oberschenkel an zu jucken. Die habe ich bereits seit meinem Kleinkindalter und deshalb keine Ahnung, woher sie stammt. Vielleicht ist es eine Impfnarbe, allerdings legen meine anderen Impfnarben nicht solch ein seltsames Verhalten an den Tag. Normalerweise nur ein kleiner weißer Punkt, bekommt sie bei bestimmten Wetterlagen eine ringförmige Schwellung und fängt tierisch an zu jucken. Dann weiß ich sofort, aha, es liegt etwas in der Luft, meistens stärkere Regenfälle. So auch gestern. Tagsüber hielt es sich und genau abends, als ich mit vollen Taschen aus dem Supermarkt kam, schüttete es aus Kübeln, so daß ich bepackt an unserer doppelten Straße stand, wo man wegen der kurzen Sprinter-Ampelphasen immer zweimal warten muß, während die Autofahrer, nicht wartend, gemütlich im Trockenen sitzen, und tropfte vor mich hin.
Heute nervte dafür der Ordnungs- und Kontrollzwang meines Büro-Mitinsassen mal wieder. Er hat während meiner Abwesenheit die Akten umgehängt, Büroklammern aus meinem Behälter umsortiert, und meinen Kalender für 2010 weggeworfen, was er letztes Jahr mit dem Kalender für 2009 auch bereits getan hatte. Das mit dem Kalender habe ich erst heute gemerkt, so daß ich nach Montag wegen der Akten gleich noch einmal schimpfen mußte. Er hat so getan, als sei es eine "mysteriöse Person" gewesen, die den Kalender mit dem für 2011 ausgetauscht hat, aber es kann nur er gewesen sein, bzw. jemand auf seine Anweisung, denn nur ihn würde es stören, wenn bei mir zwei Kalender herumliegen. Aber klar, im August ist das Jahr sowieso vorbei. Er ist außerdem der Meinung, ich brauche keinen Kalender, weil ich 'nichts' eintrage. Ich trage wenig ein, das stimmt, aber vor allem schaue ich öfters hinein. Jedenfalls bin ich nach wie vor froh, daß ich sowas nicht zuhause habe. Bei einem Kontrollfreak, der ständig an den Heizungen und Fenstern herumdreht, Stecker von Fernseher und Computer jeden Abend herauszieht, alles wegwirft, was er nicht braucht oder kennt, egal ob es ihm gehört oder nicht, würde ich außerhalb des Büros eine Krise kriegen.
Gestern hab ich hinter meinem Bildschirm vor Lachen fast am Boden gelegen, als ich ein Telefongespräch von ihm belauschte. Er sprach mit einer Kollegin über einen Heimbewohner und sagte so Sachen wie "Na vielleicht pißt der so dolle, daß es den Bewohnern der Etage darunter schon auf den Kopf tropft." und dann "Die sollen ihn in den Keller schieben und sagen, es sei Hochwasser." Unterhaltsam ist er ja....
Heute lachte ich dagegen über eine Postangestellte, die mir auf dem Postamt ein Päckchen geben wollte. Ich weiß nicht, was passiert ist, vielleicht ist sie gestolpert, aber als sie sich mit dem Päckchen dem Thresen näherte, flog dieses plötzlich im hohen Bogen durch die Luft, landete glücklicherweise noch auf dem Tisch, und sie flog gleich mit ihrem Oberkörper hinterher. Dann fing sie lauthals an zu lachen und meinte: "Das war jetzt Flugpost." Ich habe erst etwas verdutzt geguckt und konnte danach auch kaum noch an mich halten. Den ganzen Nachhauseweg gluckste und grinste ich vor mich hin, weil es so komisch ausgesehen hat, als das Päckchen durch die Luft segelte und sie hinterher.
Als Zuschauer in einem frei zugänglichen Film, der in Paris spielt, wo ich auf Straßen und Grünflächen herumlaufe und mir so mittendrin diesen Film anschaue, während die Schauspieler an mir vorübergehen und die Handlung führen. Es ist ein französischer Film, der eine ungewöhnliche Idee umsetzt: Alle Schatten in diesem Film sind statt schwarz, bzw. dunkel nämlich weiß. Ein merkwürdiger Anblick, und sogar mein eigener Schatten, den ich auf eine Rasenfläche werfe, ist weiß. Ich frage mich, wie die Filmemacher es geschafft haben, diese Idee so perfekt umzusetzen, daß tatsächlich alle Schatten weiß aussehen.
Heute wieder von goldenen Schlüsseln geträumt. Diese lagen aufgereiht in einer Wandnische und sofort fiel mir im Traum ein, sozusagen als Fortsetzung
dieses Traumes, daß mir ein goldener Schlüssel ins Klo gefallen ist. Ist er jetzt wieder aufgetaucht? Hab ich alles nur geträumt? Warum sind es jetzt mehrere?
Bemerkung: Und überhaupt würde mich langsam mal interessieren, zu welcher Tür oder Schatzkiste diese Schlüssel gehören.
Ein großer loftähnlicher Raum, vielleicht auch ein Dachboden, in dem ich anscheinend wohne. Er ist relativ leer, doch direkt mittendrin, von allen Seiten zugänglich, steht ein weißer Kühlschrank. Als ich daran vorbeigehe fällt mir eine Ausbeulung an der seitlichen Abdeckung auf. Ich hebe die Abdeckung etwas hoch und sofort springt mir eine weiß-grau-braun gescheckte Katze entgegen. Oh, eine Katze hat sich unwissentlich in meiner Wohnung eingenistet. Na sowas! Ich streichle sie ein bißchen und auf einmal purzeln aus der Ausbeulung jede Menge weiß-grau-braun gescheckter winzige Kätzchen hinterher. Ach du meine Güte! Etwas hilflos überlege ich, was ich mit den vielen Kätzchen anstellen soll. Eine geht ja noch, aber gleich ein ganzes Nest? Ich hoffe, die erwarten jetzt nicht von mir, daß ich mich um sie kümmere. Vielleicht ist es am besten, ich tue so, als hätte ich sie gar nicht bemerkt.
Wieder ein großer Raum, den ich erblicke, als ich in einem Bett liegend die Augen aufschlage. Er gleicht einer riesigen hölzernen Bogenhalle, die ohne Säulen erbaut ist, und staunend betrachte ich die bunten Schnitzereien, mit denen Wände und Decken übersät sind. Die einzelnen Schnitzereien ähneln Kinderspielzeugen, aber in ihrer Anordnung ergeben sie ein dekoratives und elegantes Muster, welches den Raum festlich und glamourös erscheinen läßt. Vielleicht ein aus Holz erbautes Schloß. Als ich den Kopf zur Seite wende, sehe ich ein Nachttischchen überreich mit bunten Dingen beladen, die wohl hauptsächlich ebenfalls Spielsachen sind. Daran gelehnt unter anderem eine Karnevalsmaske, welche eigentlich nur ein graues Männergesicht mit schwarzem Kinnbart darstellt. Während ich so schaue, habe ich plötzlich das Gefühl, als hätte sie mir zugeblinzelt, huch... Im ersten Moment bekomme ich etwas Angst, als die Maske tatsächlich ihr Gesicht bewegt, schmollt, lacht oder blinzelt. Doch die Angst verfliegt sofort wieder, weil sie so komische Grimassen schneidet und einfach nur den Eindruck macht, als wolle sie mich zum Lachen bringen. Und da lache ich auch schon. Wo bin ich denn hier gelandet? Im Märchenland? Das ist doch eigentlich nur etwas für Kinder. Es handelt sich bestimmt um einen Irrtum. Ich kann mir jedenfalls keinen Grund vorstellen, warum man mich an diesen seltsamen Ort gebracht hat.
Der Traum letzter Nacht war ziemlich lang, doch in Erinnerung geblieben sind nur zwei kleine Szenen:
Mit anderen zusammen bin ich viel unterwegs. Dabei schlagen wir uns auch durch einen unterirdischen Gang, der in nasse schwarze Erde gegraben zu sein scheint. Es ist dort dunkel und feucht. Der einzige Ausgang ist eine halbkreisförmige Öffnung am Boden, durch welche Licht hereinfällt. Meine männlichen Begleiter sind bereits vor mir hindurch geschlüpft und ich will ihnen folgen, frage mich aber, wie es funktionieren soll, daß ich durch diese Öffnung passe. Mir erscheint sie viel zu klein, aber wenn die anderen es geschafft haben, muß es ja irgendwie gehen. Erst versuche ich den Kopf gerade hineinzustecken, aber dazu ist das Loch zu niedrig. Also wohl doch besser seitlich. Ich drehe mich in eine Lage, in welcher ich den Kopf flach mit der Wange auf dem Boden haben und schiebe ihn vorsichtig vorwärts. Es geht ein Stückchen, doch dann stecke ich in diesem verdammten Loch fest. Es geht nicht vorwärts und nicht zurück. Siedend heiß fällt mir ein, daß mein Körper auch noch durch die Öffnung passen muß, und dieser ist streckenweise um einiges breiter als mein Kopf. Plötzlich geht es wieder und kaum ist der Kopf durch die Öffnung gequetscht, strecken sich mir zwei Arme von oben herab entgegen. Es sind die Arme meiner Begleiter, die mir helfen wollen, den Rest von mir durch den Ausgang zu bekommen. Sie halten mich fest, ziehen bis ich draußen bin.
Später sehe ich meine Begleiter mit nacktem Oberkörper. Sie haben eine weiße, schwammige Haut und genau in der Mitte senkrecht durch Nabel und Brust einen bläulichen, schnurgeraden Streifen. "Blutvergiftung" denke ich. Sie haben eine Blutvergiftung. Ich mache sie darauf aufmerksam.
Bemerkung: Ob man seine eigene Geburt träumen kann? Genau so würde ich es mir vorstellen....
Anatidaephobie - - - - - Die Angst, irgendwie, irgendwo von einer Ente beobachtet zu werden.
Ich würde behaupten, jemand, der Angst hat von einer Ente beobachtet zu werden, hat wahrscheinlich zuwenig Probleme.
Ich schätze, es kann wohl nichts Gutes bedeuten, wenn man am ersten Arbeitstag vor seinem Bürogebäude einer toten Katze begegnet. Dort lag nämlich eine, nicht direkt vor dem Haus, aber auf dem Bordstein der Straße, säuberlich und ordentlich hinauf drapiert. Kurioserweise ähnelte sie der Katze aus meinem letzten Traum, so daß ich im ersten Moment dachte - die kenne ich doch irgendwoher! Weißes Schnäuzchen und grau getigerter Rücken. Dort umgefallen ist sie sicherlich nicht, obwohl sie glücklicherweise aussah, als sei sie friedlich eingeschlafen und weder überfahren noch geschlachtet worden. Nach den Bildern des letzten Abends fand ich das einigermaßen beruhigend, denn ich stieß auf eine Webseite mit Jugendlichen, die Hunde langsam zu Tode quälen und in Stücke hacken. Die Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich verstehe sowas nicht. Andererseits sind es genau jene Augenblicke, in denen ich direkt sehe, wozu Menschen fähig sind, welche mich denken lassen, daß es doch ganz gut so ist, einem Verbrecher (oder auch einer Ratte) in der Regel nichts von alledem anzusehen. So kann man sich zwar böse täuschen, aber wenn man ständig um sich herum nur Verbrecher erkennen würde, würde man stattdessen verrückt werden. Ich frage mich, ob diese Leute überhaupt noch ruhig schlafen können, aber sehr wahrscheinlich können sie es, denn sonst würden sie sich nicht solch ein Hobby aussuchen.
Eine Neuigkeit im Büro war, daß sich durch den Bauwagen von
diesem Herrn komplett die Ratten gefressen haben. Vielleicht mögen die ja Schimmel, der dort auch schon ein Zuhause gefunden hatte.
Und die letzte Neuigkeit des Abends ist, daß ich den Sport geschwänzt und stattdessen einen halben Liter Eis vertilgt habe. War so nicht vorgesehen, aber nachdem ich knapp zehn Stunden ohne Pause durchgeschuftet habe, bin ich völlig fertig, gereizt, latent aggressiv, habe Herzrasen, als ob mir jemand einen Propeller eingebaut hätte, und möchte nur noch meine Ruhe. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie an einem einzigen Tag sämtliche "angesparte" Urlaubserholung flöten gehen kann.
Zu Besuch bei meinen Großeltern mit Gottesdienst vor dem Fernseher, während dem ich Dreck aus dem Teppich pule. Freunde mich mit einem getigerten Kätzchen mit weißem Schnäuzchen an, wohl ein neues Haustier meiner Großeltern. Zwei kleine Spatzen, einer davon so winzig, daß er unter meinen Schuh gerät und einigermaßen tot aussieht. Doch als ich ihn aufhebe ist er wieder putzmunter. Und zum Abschluß die Mitteilung aus dem Off: Abends wird immer die komplette Schweiz geschlossen. Aha.