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Freitag, 31. Dezember 2010

Krankes Blut (Juni)

In einer Schule müssen sich künftig einen Teil der Zeit die Eltern selbst um die Kinder kümmern, weshalb sich die Eltern entsprechend organisiert haben. Irgendjemand hat mich überredet, ebenfalls mitzumachen und deshalb bin ich nun in irgendeinem Aufenthaltsraum der Schule gelandet. Worauf habe ich mich da nur eingelassen? Dabei habe ich noch nicht einmal Kinder! Na ja, ich mache eine Weile mit, kann sicher nicht schaden, und dann höre ich wieder auf. Zum Engagement gehört auch eine Blutspende. Jemand piekst meine Hand an und sofort beginnt es zu laufen. Ich halte das Röhrchen unter die Hand, aber irgendetwas stimmt nicht. Das Blut sieht seltsam wässrig aus, rosa mit kleinen roten Fetzen, und sprudelt auch wie ein Wasserfall. Augenblicklich ist das Röhrchen übergelaufen und es sprudelt weiter. Du meine Güte, wenn das zu weiterblutet, bin ich bald ausgeblutet. Und was nun? Gesund sieht das Blut sowieso nicht aus. Vielleicht sollte ich besser kein Blut spenden, wenn ich einen Chemococktail intus habe. Ah, jetzt hat es aufgehört zu laufen. Das ging ja nochmal gut.
Langsam füllt sich der Raum mit ehemaligen Mitschülern und Mitschülerinnen, die gleichzeitig die Eltern der Kinder sind. Ich erinnere mich an viele Mitschüler, mit denen ich damals in der Schule geschlafen habe. Allerdings kann ich nur mit Bestimmtheit sagen, wer das gewesen ist, an die Ereignisse selbst erinnere mich überhaupt nicht. Diese sind wie ausgelöscht. Merkwürdig und blöd, wenn man nicht mehr weiß, ob es nun zärtlich, leidenschaftlich, liebevoll oder peinlich gewesen ist. Es ist, als hätte man nicht gelebt, wenn man sich nicht daran erinnert. Wie war es zum Beispiel mit R.? Wie eine Ahnung keimt ein kaum fassbares Gefühl von Wärme und Weichheit auf. Es scheint stimmig.

Bemerkung: Möchte nicht wissen, wie mein Blutbild zur Zeit aussieht.

Nachdem

ich auf arte die Doku über die Manns gesehen hatte, fiel mir folgender Traum über Thomas Manns Dachboden wieder ein:

http://weltentanz.twoday.net/stories/thomas-mann-und-sein-dachboden/

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Volker Holger und die Nützlichkeit eines Hundeschlittens (April)

A. und ich sitzen irgendwo in einer Art Mensa, wo ich sehr leckeren Käsekuchen esse. Es ist klar, daß unser Zusammensein nur freundschaftlich ist. Eine Bekannte von mir steht neben dem Tisch und quasselt ununterbrochen die ganze Zeit über sich. Ich muß lachen und sage zu ihr, daß A. das alles doch gar nicht hören will. Doch dann werde ich unsicher. Stimmt das? Vielleicht will er es ja doch hören, denn wer viel über sich redet, den erkennt man schnell wieder. Dies ist eine grundlegende Gesetzmäßigkeit. Und jemanden schnell wiederzuerkennen ist immer nützlich. Etwas verärgert bin ich, als ich plötzlich erwache, denn ich hatte den vorzüglichen Käsekuchen noch nicht aufgegessen.
Auf einem Spaziergang zu einem See in der Nähe. Es wird klar, daß der See naturschutzmäßig Hilfe benötigt und ich beschließe, mit den Bewohnern meines Nachbarhauses zu reden. Darunter ist bestimmt mindestens einer, der zum See gehen und helfen kann. Vor dem Haus fange ich gleich einen blonden Mann ab und beginne gemächlich und wortreich eine Erklärung. Er hört kurz zu, wird dann aber zappelig und unterbricht mich schließlich mit den Worten: "Ich muß jetzt weg." Ich bin ein wenig verletzt, aber ok, wahrscheinlich muß er wirklich weg und ich habe mir zuviel Zeit gelassen. Während ich überlege, wen ich noch ansprechen kann und auf das Klingelschild schaue, wird mir klar, daß ich sämtliche sieben Bewohner des Nachbarhauses bereits kenne. Es sind ehemalige Klienten von mir. Vermieten sie das Haus nur noch an Hartz IV-Empfänger? Von allein ergibt es sich etwas später, daß mich der blonde Mann in seine Wohnung einläd. Die Unterbrechung war also tatsächlich nicht böse gemeint, sondern nun ist er sehr interessiert. Mir ist klar, daß auch er ein ehemaliger Klient von mir ist, was mich etwas befangen macht, aber ich weiß nicht, ob er mich überhaupt erkennt. Sein Name ist Volker Holger. Schließlich übernachte ich sogar bei ihm, wobei im Schlafzimmer mindestens vier der sieben Bewohner ebenfalls schlafen. Alles ist sehr ärmlich, ungemütlich und ungepflegt, was ich zwar wahrnehme, mir aber nicht viel ausmacht. Während Volker und ich, jeder in einem Bett liegend, uns angeregt unterhalten, sind wir etwas zu laut, was eine Frau aufweckt, welche schimpfend aufsteht und aus dem Zimmer geht. Am nächsten Tag stellt er mir seinen Hundeschlitten vor, gezogen von einem großen, knuffigen Hund mit rot leuchtendem Fell und beginnt geduldig, mich in die Geheimnisse eines Hundeschlittens einzuweihen, indem er mir zeigt, was der Hund alles kann, angefangen von Transport bis hin zu Menschenrettung. Als Beispiel nimmt er direkt mich, indem er mich auf verschiedene Arten auf den Schlitten schnallt, ziehen oder vom Hund retten läßt. Mal habe ich den Schlitten unter mir und mal das flauschige Hundefell. So geht es über eine unglaublich lange Zeit, im Traum mehrere Tage. Ich bin stark beeindruckt davon, wieviel man mit so einem Hundeschlitten und einem Hund alles anstellen kann. Das hätte ich nie im Leben erwartet. Und auch in Volker Holger steckt ein beeindruckender Schatz an Wissen über Hundeschlittenführung mit ungeheurer Detailvielfalt. Kaum zu glauben, daß so jemand keine Arbeit findet. Aber wahrscheinlich ist Wissen über Hundeschlitten nicht gefragt.

Cool!

Nachdem mich über Weihnachten überraschend Appetit auf Christstollen ereilt hatte, dachte ich mir, ich schau mal, ob ich beim Einkauf noch einen erwische. Viel Chancen malte ich mir nicht aus und nach dem ersten Supermarkt-Durchgang schien sich dies zu bestätigen. Doch beim zweiten Hinschauen fand ich doch tatsächlich einige vereinsamte Marzipanstollen im untersten Regal, die sich dort gut vor mir getarnt hatten. Interessant ist auch die Geschichte des Christstollens. Ursprünglich ein fades und trockenes Fastengebäck, das nur aus Wasser, Mehl und Hefe bestand, kamen nach und nach mit päpstlicher Erlaubnis immer mehr Zutaten hinzu, wie zuerst Öl und später Butter. Ich vermute mal, daß das Überstäuben mit weißem Puderzucker, um den Christstollen angeblich dem in Windeln gewickelten Christkind gleichen zu lassen, auch nur eine schlaue Ausrede war, um den Geschmack erträglicher zu machen. Und ob Sutaninen, Rosinen, Korinthen und Marzipan im Christstollen inzwischen päpstlich absolutiert sind, ist nicht überliefert, allerdings bin ich mir sicher, daß er den Stollen auch lieber mit als ohne ißt.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Irgendwie nervt es mich,

wenn sich die Autorin eines Romans nicht entscheiden kann, ob die Protagonistin nun grüne oder haselnußbraune Augen hat. Ganz besonders, wenn es sich um einen historischen Roman handelt. Aber vielleicht bin ich einfach zu pingelig.

ABC - Die Katze lief im Schnee... (März)

Twitter wurde geschlossen und alle Twitterer stehen nun planlos in einer Massenversammlung auf der Straße herum, da sie nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Es ist, als seien sie aus einem Club geworfen worden. Ich bin ebenfalls darunter, allerdings verwundert mich die Einfallslosigkeit der anderen, die einfach nur herumstehen. Man kann ja schließlich auch anders Spaß haben. Zum Beispiel könnte man ein wenig herumhopsen. Sofort beginne ich im Hoppsalauf das Gelände zu umrunden und habe mächtig viel Spaß, während mir die Mehrheit dabei zuguckt, als wäre ich nicht ganz bei Trost. Na dann sollen sie sich eben langweilen, wenn ihnen ohne Twitter nichts einfällt.

Der Traum geht in einen nächtlichen Schneespaziergang über. Ich stapfe durch menschenleere, weiß schimmernde Straßen, in denen der neue Schnee noch nicht geräumt wurde, so daß er mir fast bis an das Knie reicht. Vor Vergnügen beginne ich laut zu singen: "ABC - die Katze lief im Schnee..." Verflixt, wie ging das Lied weiter? Ich erinnere mich nicht. Aus diesem Grund singe ich nun pausenlos die erste Zeile und finde das sehr lustig. Und jedes Mal, wenn ich ein Bein aus dem Schnee ziehe, klebt mir dieser wie ein dicker weißer Stiefel am Hosenbein. Inzwischen zieht der Morgen heran und es wird langsam hell. Doch noch immer habe ich nicht genug und hoffe, daß ich vielleicht einen menschenleeren Sportplatz vorfinde, auf dem ich ein wenig herumtollen kann. Doch bereits aus der Ferne sehe ich eine Läuferin mit nackten Armen und nackten Beinen dem Sportplatz zustreben. Mist. Und überhaupt, ist ihr nicht kalt? Als ich den Sportplatz erreiche, sind bereits alle Abhänge mit Kindern und Schlitten besetzt und es herrscht ein munteres Treiben. Nun ja, das hätte ich mir denken können, daß die Kinder auch lieber im Morgengrauen schon im Schnee spielen.

In der Wohnung von K., die ziemlich spartanisch eingerichtet ist. Als Bett sehe ich nur eine schmale Pritsche. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich hierher gekommen bin, aber interessant ist es. Er scheint alleine zu wohnen. Und wie ich feststelle, verliert er bei jedem Schritt weiße flauschige Federn, so als wäre er ein Vogel.

Bemerkung: So bin ich doch noch zu einem Schneespaziergang gekommen.

Die frischen Massen

von nächtlichem Schnee und das Klima sind einfach herrlich. Alleine auf dem Hof mußte ich mich durch frischweiße Schneeberge bis zum Müllhaus kämpfen. Wenn ich nicht so unsagbar müde wäre, würde ich einen nächtlichen Schneespaziergang machen.

Nacht

Montag, 27. Dezember 2010

vergehört

"Störungen an Wagen und Weib"

statt

"Störungen an Wagen und Weichen"

Ich habe

ja schon immer viel Schlaf gebraucht. Mindestens neun Stunden um einen ganzen Tag ohne Leistungseinbußen zu überstehen. Aber zur Zeit reicht nicht einmal das. Sogar mit neun Stunden Schlaf sacke ich nachmittags wie ein Stein auf das Sofa und fühle mich, als hätte ich zwei Milliarden Stunden zu wenig Schlaf abbekommen. Vielleicht habe ich das auch, über vierzig Jahre gerechnet, schließlich war ich bereits in der Schule immer müde. Wenn das aber so weiter geht, habe ich bald von 24 Stunden gerade noch 12 Stunden übrig. Da fragt man sich, was für einen Sinn es macht und wer sich das ausgedacht hat, daß man von seinem Erdendasein nur die Hälfte mitbekommt, zumindest, wenn man nicht latent aggressiv und apathisch durch die Welt gehen will. Und das mit der Bettaufteilung muß auch anders werden. Die letzte Nacht habe ich mit dem Kopf in Bett- und Zimmerecke gequetscht zugebracht, während Puschel ungefähr Dreiviertel des Bettes für sich hatte.

Traumsplitter (Februar)

Vor meinem geistigen Traumauge das Bild eines Ringes mit allen Details. Der Ring ist aus rosa und weißer Emaille - weiße stillisierte Blüten auf rosa Grund - und im Mittelpunkt der Blüten mit Straßsteinen besetzt.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Dem Weihnachtsmann

habe ich heute grünes Licht gegeben. Allein von mir hing alles ab, hing ab, ob die Familie zusammenkommt oder nicht. Ich wurde zum Bestimmer bestimmt und hob den Daumen nach oben, schließlich wollte ich auch meine Weihnachtsgeschenke loswerden. Die Fahrerei mit den Öffentlichen ist allerdings wirklich anstrengend, besonders in vollen Straßenbahnen und wenn sich die Leute im U-Bahn-Lift sogar schon anfangen zu prügeln. Man ist ein wenig überreizt, wie mir scheint. Vom Weihnachtsmann bekam ich neben anderem noch einen Engel aus Holz und ein gewünschtes Lesemonstrum aus knapp 1600 Seiten von Thomas Pynchon:

Pynchon

Als meine Mutter mich das erste Mal mit Perücke gesehen hat, war ihre Reaktion: "Wie siehst du denn aus? Hast du dich nicht gekämmt?" Na super. Als sie dann wußte, daß es eine Perücke ist, meinte sie, ich sehe damit aus wie 16. Das wird ja immer besser... Dabei kann ich es überhaupt nicht gebrauchen, nochmal viel jünger auszusehen, denn mir reichen jetzt bereits die bösen Blicke, wenn man sich in der Bahn versucht, einen Sitzplatz zu sichern. Wenn ich anderen davon erzähle, sagen die mir stets, das dürfe mir nichts ausmachen. Es macht mir aber etwas aus, wenn ich immer mit diesem naserümpfenden "egoistische-Jugend-von heute-Blick" angeschaut werde. Irgendwann ist man dazu einfach zu alt, egal ob man nun so aussieht oder nicht. Meine Mutter bestellte mir Grüße von meinem Onkel und meiner Tante aus dem Bundesgebiet, welche im nächsten Jahr nach Berlin kommen, und ich erfuhr, daß meine Tante mit 36 genau dasselbe wie ich hatte. Niemand hat bisher davon gewußt. Und inzwischen ist sie 72.

Traumsplitter (Januar)

Mit A. zusammen auf einer großen Wiese voller bunter Wörter und Dinge. In seinen Armen bin ich glücklich und lache. Er schaut neugierig hierhin und dorthin, fragt nach diesem und jenem auf der Wiese und entfernt sich dabei von mir. Während ich versuche, ihm zu folgen, hat er sich in einen Schmetterling verwandelt und ist bereits so weit voraus, daß ich ihn aus den Augen verliere. Im Nachbarhof, hinter dem Zaun, entdecke ich einige Falter. Vielleicht ist er ja darunter, eventuell dieser türkis-schwarz gepunktete? Nur leider bin ich kein Schmetterling und kann auch nicht fliegen, deshalb warte ich hinter dem Zaun, daß er zu mir herüberflattert. Die Falter kommen tatsächlich und verwandeln sich im Flug in Vögel. Sobald sie auf dem Erdboden gelandet sind, werden sie zu riesigen dunklen Watschelvögeln mit unglaublich fetten Hintern, die mir die Sicht und den Weg versperren. Es wird klar, daß ich A. verloren habe. Der Verlust scheint unwiederbringlich und ich erwache. Republikflucht paßt natürlich gut zu einem Schmetterling.

Samstag, 25. Dezember 2010

vergelesen

"Als Thomas seine privaten Gemächer betrat, erwarteten ihn dort schon sein Sekretär, sein Kammerdiener und eine Plage."

statt

"Als Thomas seine privaten Gemächer betrat, erwarteten ihn dort schon sein Sekretär, sein Kammerdiener und ein Page."

Mein Krankenkost-Genesungs-Weihnachtsmenü

für heute:

Weihnachtsmenü

Zwei arme Würstchen auf einem Bett von angebratener Zuccini, Broccoli und rote Beete. Der Mariechenkäfer ist natürlich nur Deko.

Freitag, 24. Dezember 2010

Heiligabend auf dem Sofa

Aber immerhin mit Engel, sogar eigenem Weihnachtsbaum, wenn auch nur in Miniausgabe, sowie gratis Weihnachtschorsingen meiner Nachbarn. Dafür ist die Vorfreude auf das Ende des Jahres jetzt schon um so größer. Es kann nur noch besser werden. Ich wünsche allen Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

Heiligabend

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Das Chemo-Kaffeekränzchen

ist vorüber. Man sitzt dort in einem Zimmer zusammen mit zwei anderen Chemo-Kandidaten, schlürft Infusionen und quasselt, während einen die Schwester bedient. Als ich kam, saßen zwei Leute bereits da, unter anderem dieselbe Patientin, die ich schon aus dem Krankenhaus kenne. Natürlich wurden zuerst einmal die Perücken begutachtet, da man sich ja noch mit echten Haaren kennt, und festgestellt, daß wir alle drei im gleichen Haaratelier und bei der gleichen Beraterin eingekauft hatten. Als die eine wissen wollte, wie alt ich bin, konnte sie die 40 nicht glauben, sondern meinte, sie hätte mich allerhöchstens auf 30 geschätzt. Anscheinend macht der Pony an der Perücke noch ein bißchen jünger als ich eh schon aussehe. Frau K. war ziemlich schnell fertig und wir nur noch zu zweit, worauf mir dieselbe Patientin ihr Leid über den Freund klagte, der sie nach der Chemo nicht abholen wolle. Das verletze sie so, daß sie darüber mehr grüble als über das K, weil sie nicht weiß, was sie davon halten soll. Und sie meinte, es sei besser in dieser Situation alleine zu sein, als sich noch mit Partnerschaftsproblemen herumzuärgern. Manchmal bin ich ja froh, daß ich zumindest einige Probleme nicht habe, deshalb hat sie wohl recht. So ein Chemo-Kaffeekränzchen ist übrigens ein ziemlich teurer Spaß. Alleine für die Medikamente gegen die Nebenwirkungen habe ich 35 EUR zugezahlt und für die Infusionsbeutel kommen angeblich auch noch je 10 EUR dazu. Da könnte man die Flüssigkeit und das Gift auch locker an einer Bar über den Mund zu sich nehmen. Kurz nach der Chemo habe ich mich noch recht gut und nur ein wenig high gefühlt, so als wäre ich etwas beschwipst, doch inzwischen spüre ich schon die ersten Nebenwirkungen. Gliederschmerzen in den Beinen wie bei einer Grippe, Kopfschmerzen und anziehende Übelkeit. Bin gespannt, wie die Nacht wird.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Wow...

Es ging heute weiter mit vorfristigen Weihnachtsgeschenken, diesmal sogar ein Päckchen und - so eine Überraschung - von einer mir sehr geschätzten ehemaligen Bloggerin, die seit Jahren wie vom Erdboden verschwunden ist. Welch eine Freude, ganz besonders über das Lebenszeichen! Danke, danke, danke!

PS. Und es duftet so schön aus dem Päckchen...hmmm. Ich muß dauernd daran schnüffeln.

Überraschungspäckchen

Nur ein Traum...



Die Filmemacherin Amy Hardie führt ein bewegtes und erfülltes Leben. Sie dreht Wissenschaftsfilme, unterrichtet Film an der Hochschule und wohnt mit ihrem Mann, drei Kindern und mit Pferden, Hund und Katze in den Bergen Schottlands. Alles ist gut - wäre da nicht eine Verkettung merkwürdiger Umstände, die Amys Leben plötzlich auf den Kopf stellen.
Eines Nachts träumt sie, dass ihr Pferd George stirbt. Der Traum ist so intensiv, dass sie aufsteht und George sucht. Sie findet ihn tatsächlich tot. Kurz darauf erscheint Amy ihr früherer Mann, Vater ihres ältesten Sohnes und mit Anfang 50 verstorben, im Traum. Er hat nur eine Botschaft für sie: "Es tut mir leid, aber ich muss es dir sagen: Du wirst vor deinem 49. Geburtstag sterben." Das geschieht, kurz bevor Amy 48 wird. Obwohl sie nicht zur Esoterik neigt, ist Amy von der Intensität dieses Traums schockiert und verunsichert. Die Angst lässt sie nicht mehr los. Allen rationalen Erklärungen zum Trotz beginnt der Traum, ihr Leben zu überschatten.
Als ihr 49. Geburtstag näher rückt und sie wegen einer schweren Lungenerkrankung, die sich die Ärzte nicht erklären können, ins Krankenhaus muss, beginnt Amy, sich intensiv mit der Möglichkeit ihres baldigen Todes auseinanderzusetzen. Amy Hardie, Regisseurin und Hauptperson dieses Films über ihr Leben und angekündigtes Sterben, sucht nach Antworten und Erklärungen in der Neurowissenschaft, Psychoanalyse, Traumdeutung, Naturwissenschaft und schließlich sogar im Schamanismus.

Montag, 20. Dezember 2010

Kopfshopping und Sport

Heute vormittag war ich im Internet auf der Suche nach Alternativen zur Perücken, da ich keine Lust habe, diese auch zuhause ständig zu tragen, und bin fündig geworden. Diese beiden Modelle habe ich bestellt:

http://www.on-top-shop.com/modules/wsShop/article.php?article_id=252462&location_id=234&cat_id=63107

http://www.on-top-shop.com/modules/wsShop/article.php?article_id=279022&location_id=108&cat_id=52506

Zum Schlafen habe ich mir folgende "Nachtmütze" gesucht, allerdings ist sie ebenfalls zweimal in der Nacht abgerutscht und ich bin jedes Mal aufgewacht, weil die Glatze so kalt war. Vielleicht würde ja eine Katze auch hier gute Dienste leisten, wenn man ihr beibringt, an der Glatze zu schlafen und sozusagen als Glatzenwärmer zu fungieren. *gg*

Schlafmütze

Außerdem fand ich in der Post ein vorfristiges Weihnachtsgeschenk. Ich hatte mich schon über diesen riesigen Umschlag im Briefkasten gewundert. Vielen Dank dafür!

Abends war ich das erste Mal seit vier oder fünf Wochen wieder beim Sport. Und es tat gut, nicht nur dem Rücken. Immerhin sieht man dort mal andere Leute als Ärzte und man wird auch nicht gepiekst. Ich hatte von Anfang an vor, den Sport weiterzumachen und hoffe, das funktioniert künftig, ohne daß ich allzuoft wegen der Chemo ausfalle. Es ging trotz der Narben schon recht gut. Ich war mir erst nicht schlüssig, ob ich nur mit einem Tuch oder mit Perücke hingehen sollte. Beim Sport nur Tuch oder Mütze zu tragen würde mir wohl nichts ausmachen, aber im Bus wäre es mir unangenehm, deshalb entschied ich mich doch für Perücke. Ich habe jedoch beim Sport gleich gesagt, daß ich eine Perücke trage, denn wenn das Teil abfallen sollte oder ich dauernd daran rumzupfe oder sie festhalte, fällt es ja doch auf. Aber ich glaube, sie sitzt ziemlich sicher. Nur als wir uns gegenseitig massieren sollten, fürchtete ich, daß mein Sportkollege die Haare mitnimmt, allerdings hatte ich ihm vorher ebenfalls gesagt, daß es eine Perücke ist, so daß er nicht wirklich stark überrascht gewesen wäre. Eine Mitsportlerin hatte sich vor mich hingestellt, mich angeschaut und gemeint: "Irgendwas ist anders." Ich hätte natürlich sagen können, es ist ein neuer Haarschnitt...- Ich denke, wenn mich jemand auf die Haare anspricht, müssen sie wohl relativ natürlich aussehen, denn wenn man auf den ersten Blick sähe, daß es eine Perücke ist, würde man es wahrscheinlich nicht wagen, eine Bemerkung zu machen. Ich habe in den Ansatz aber auch jede Menge Haarwachs und Glanzöl verteilt, um natürliches Haarfett zu simulieren und die Haare damit schwerer zu machen, damit sie mehr hängen und sich nicht so bauschen.