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Mittwoch, 30. März 2011

Informationslücken

offenbaren sich immer wieder sowohl bei mir als auch bei anderen Patientinnen. Heute im Chemoraum erzählte eine, daß sie sogar nach den Behandlungen noch Knochenmetastasen bekommen hätte, worüber meine andere Mitpatientin, mit der ich nächste Woche zum Essen in der Krankenhauskantine verabredet bin, enorm erschrocken war und sozusagen aus allen Wolken gefallen ist. Von dieser Möglichkeit hätte sie nichts gewußt. Das wiederum hat mich verwundert. Ich schon. Durch das Sterben meiner Oma an Brustkrebs habe ich anscheinend einen unschönen Wissensvorsprung. Ich weiß, was auch nach der Operation noch alles passieren kann und ich weiß, wie das Sterben ist, bzw. sein könnte. Weil dieses Wissen so selbstverständlich vorhanden war, ist mir dieser Mangel an Information gar nicht aufgefallen. Aber es stimmt. Nach der Diagnose hört man das Wort "Metastasen" relativ selten. Man wird zwar überall zu Untersuchungen herumgeschickt, bekommt allerdings nur nebenbei mit, worum es dabei eigentlich geht und bekommt nicht explizit gesagt, daß auch nach Operation und Behandlungen Metastasen auftreten können. Nun hatte sie allerdings eine Einladung zu einem Vortrag der Chefärztin (ich komischerweise nicht), zu dem sie vielleicht hätte gehen sollen. Mag sein, daß es dort solche Informationen gegeben hat. Einen Mangel an Information kann man stets vermuten, wenn die Aussagen der Ärzte widersprüchlich sind. Wenn zum Beispiel gesagt wird, daß die Chemo bei in Lymphen wandernden Krebszellen möglicherweise ausreichend ist, aber die Brust trotz Komplettrückgang des Tumors operiert werden muß, weil dort trotz Chemo noch Krebszellen sitzen können. Das verwirrt zunächst. Dann habe ich allerdings im Internet, ich glaube im "Taxolbuch" bei google.books.de, einem schon mehr medizinischen Fachbuch gelesen, daß es sowohl Krebsstammzellen als auch einfache Krebszellen gibt. Einfache Krebszellen sterben schnell, Krebsstammzellen nicht (sondern gelten teilweise sogar als unsterblich), was vielleicht den Widerspruch erklärt. Doch ohne Internet ist es schwierig, an solche Hintergrundinformationen zu gelangen und ich finde, ich bin nicht so doof, daß ich es nicht verstehen würde, wenn es mir ein Arzt erklärt. Schließlich will ich ja eigentlich nicht gleich ein ganzes Medizinstudium absolvieren.

Post

vom Katastrophenschutzbeauftragten bekommen: wo ich mich im Falle eines terroristischen Angriffs oder einer Epidemie (damit ist wohl auch Strahlung gemeint) zur Koordination der medizinischen Hilfsarbeiten einzufinden habe. Immer, wenn irgendwo auf der Welt etwas passiert, schreibt er mir. Aber jetzt bin ich erst einmal meine eigene Katastrophe.

Traumsplitter

Ein Seminar mit Hitler als Seminarleiter. Er trägt akkurat gescheitelte Haare, aber keinen Schnurrbart. Angestrengt versuche ich zwei mathematische Aufgaben zu lösen, die auf einem weißen Blatt stehen und hoffe, daß ich nicht drankomme. Irgendetwas stimmt mit den Aufgaben nicht. Vielleicht sähen sie besser aus, wenn ich einfach alle Variablen so um das Gleichheitszeichen gruppiere, daß ein Gleichgewicht entsteht. Aber im Grunde habe ich keine Ahnung. Inzwischen bin ich mit einer Gruppe Kommilitonen ins Gespräch gekommen und wir stehen unaufmerksam an den Fenstern herum. Hitler schlendert in unseren Gang, was bedeutet, daß wir uns sofort zackig in Reih und Glied am Fenster aufzustellen haben. Da ich hinter einem Pfeiler stand, habe ich ihn nicht kommen sehen und springe deshalb erst überrascht in Haltung, als mich andere warnen und er bereits knapp vor uns ist. Durch den Überraschungseffekt habe ich jedoch so eine unglückliche Bewegung gemacht, daß ich im Stand das Gleichgewicht verliere und einen Ausfallschritt nach vorne, genau vor seine Nase, mache. Er guckt mich verärgert und auch ein bißchen verwundert, wie ich finde, an. Dann wird aus Hitler der verstorbene Studienfreund meines Vaters, ebenfalls akkurat gescheitelt und nun der Seminarleiter. Bei ihm habe ich wahrscheinlich keinen besseren Stand, deshalb hoffe ich, daß er mich nicht anspricht. Später irgendwo bei meinen verstorbenen Großeltern und schließlich um 3 Uhr nachts auf der Straße unterwegs, wo ich durch Tuscheleien der Passanten mitbekomme, daß McCoy, der Bordarzt der Enterprise gerade gestorben ist.

Bemerkung: Die Korrelation des Begriffes "einen guten Stand haben" mit dem Traum ist mir erst beim Schreiben aufgefallen. Und McCoy ist bereits im Juni 1999 gestorben. Ich hinke etwas hinterher.

Dienstag, 29. März 2011

Im Themenabend

bei arte zum Brustkrebs hieß es
a)Brustkrebs sei der gefährlichste und heimtückischste Krebs (Meine Schwägerin hat mir erzählt, das sei Bauchspeicheldrüsenkrebs.)
b)Brustkrebs sei die häufigste Todesursache bei jungen Frauen (Wer hätte das gedacht.)
c)es bestehen gute Aussichten nach 10-15 Jahren erneut daran zu erkranken. (Tolle Aussichten. Da muß man noch 20 Jahre bis zum Abwinken unter Personalmangel und Zeitdruck schuften und kurz vor der Rente erwischt es einen erneut. Ganz schlecht sind allerdings die dran, die es genau mit der Rente erwischt, wie meine Kollegin.)

Gleichzeitig heißt es, es beständen Heilungschancen von 90 Prozent. Wie paßt das zusammen? Das kann man ja nur behaupten, wenn man von dieser Fünf-Jahres-Frist ausgeht, ab der man als geheilt gilt, was man aber eigentlich gar nicht ist, zumindest nicht in dem Sinne, daß man sich als genauso gesund wie vorher betrachten kann.

In den Wintermantel

gemummelt läßt es sich schon wieder draußen sitzen, allerdings braucht man spannende Lektüre oder besser noch ein paar Tagträume, damit man nicht merkt, wenn sich Nase, Finger und Füße langsam in Eisblöcke verwandeln. Jetzt suche ich mir erstmal was Heißes um wieder aufzutauen. Und von meiner Mutter diverse Literatur vor dem Antiquariat gerettet, wie z.B. "Wallenstein" von Alfred Döblin, "Mohammed - Das Leben eines Propheten", "Richard Wagner - Mein Leben", ein Wörterbuch der jiddischen Sprache und eines der Ortsnamen in Deutschland, Das große Buch der Sufi-Weisheit, "Französisch im Berliner Jargon", "Das Tibetanische Totenbuch" in Neuübersetzung und mit Kommentaren, ein T'ai chi ch'uan-Buch, "Der heilende Buddha" und "Die heilende Energie des Wassers". So viel für heute oder wie die Sufis zu sagen pflegen: "Schließ keine Freundschaft mit einem Elefantenhüter, wenn du keinen Platz hast, um einen Elefanten zu bewirten."

Wenn man

nicht schlafen kann, fotografiert man eben Sonnenaufgänge:

Sonnenaufgang

Montag, 28. März 2011

Ist es also soweit -

als wir heute auf die erste Sportgruppe warten mußten, bevor wir in die Sporträumlichkeiten konnten, bot mir einer der Männer aus unserer Gruppe seinen Sitzplatz an. Nun ja, der Kräfteverfall ist wirklich beängstigend. Bereits in den letzten zwei Jahren, vielleicht schon als Folge der Erkrankung, was zusätzlich noch zu meiner Überforderung beigetragen hat, aber ich hatte gehofft, daß es spätestens in diesem Jahr wieder besser werden würde. Doch stattdessen ist es mit der Chemo noch schlimmer geworden. Manchmal wünschte ich wirklich, ich müßte nicht vier Treppen bis in meine Wohnung steigen. Außerdem müßte ich dringend die Gardinen waschen, habe aber keine Kraft, um mit der Leiter herumzumachen und darauf herumzuklettern. Und das mir, wo ich doch überhaupt keine Geduld habe, wenn ich mich nicht bewegen kann wie ich will. Durch meine Krankheitserfahrungen im zarten Alter von 18 Jahren, als ich kaum noch zwei Treppen hochgekommen bin, bin ich zu jemandem geworden, der Einschränkungen nicht mehr akzeptieren kann. Denn damals war ich noch völlig sorglos und unbedacht mit meiner Gesundheit und tatsächlich so naiv zu glauben, das wäre das beginnende Alter. Natürlich war es das nicht, sondern eine Herz- und Lebergeschichte nach einer schweren Virusgrippe. Mit einem Jahr Weißdorn war ich fast wiederhergestellt. Aber seitdem weigere ich mich, daran zu glauben, daß ich mich mit irgendwelchen Einschränkungen auf Dauer abfinden muß. Ich fürchte jedoch, daß ich das doch irgendwann muß, spätestens wenn es tatsächlich das Alter ist. Und mein Körper hat ja netterweise zu fast jeder Lebenszeit irgendwelche risikobehafteten Überraschungen für mich auf Lager. Manchmal wundere ich mich wirklich über das Glück im Unglück, das ich bisher hatte. Die Menningitis angeblich ohne Schäden überstanden (ok, manche sagen etwas anderes), auch die Herz- und Lebergeschichte hätte anders ausgehen können, hat aber nur wenig zurückgelassen. Und jetzt? Wird es diesmal wieder so sein? So viele Jahre hat es noch nie gedauert...

Traumsplitter

Unter freiem Himmel über den Paare von Kriegsbombern ziehen. Sie wollen nicht in meine Stadt, sondern in eine andere, aber es ist trotzdem nötig, sich zu verstecken. Irgendwo, die Bomber über uns hinwegfliegend, tausche ich mit meiner Jugendliebe Küsse aus. Die Jugendliebe wird zu meinem Kumpel, dem ich über einige sexuelle Eskapaden von mir berichte, mit Leuten, mit denen man sowas eher bleiben lassen sollte, und meine entschuldigend hinzufügen zu müssen, daß es nicht wirklich Sex war, sondern Normalität. Ich spüre plötzlich etwas an meinem Handgelenk, das sich wie eine eiserne Handfessel anfühlt. Doch es ist mein Kumpel, der mein Handgelenk in eisernem Griff hält, als wolle er mich an sich ketten. "Willst du mich nicht loslassen?" frage ich, denn schließlich kann er mich nicht ewig an sich binden. Aber er scheint nicht zu wollen.

Grün

Wortmeer hat mich dazu inspiriert, selbst einmal in meiner Wohnung auf die Suche nach Grün zu gehen und ich fand mehr als ich erwartete. Trotzdem haben sich auch ein paar andere Farben hineingeschmuggelt. Vielleicht gehe ich ja demnächst auf die Suche nach Rot.

Grün

Sonntag, 27. März 2011

Auf arte

läuft "Hearbreakers", die einzige moderne Komödie über die ich tatsächlich lachen kann, und auf AXN "The Cooler - Alles auf Liebe" mit dem fast schönsten Filmzitat aller Zeiten:

Wenn du in den Spiegel blickst und dir nicht gefällt, was du dort siehst, dann glaub es einfach nicht. Sieh mir in die Augen! Ich bin der einzige Spiegel, den du je brauchen wirst. Sieh mir in die Augen!
Kann mich nicht entscheiden. Mit Fantasy und Vampiren kann man mich jagen, das ist deshalb keine Option.

Edit: Mein jugendlicher Nachbar hustet und röchelt übrigens den lieben langen Tag genauso viel wie der reiche alte Sack in "Heartbreakers", hat aber vermutlich nichts auf dem Konto. Ein bißchen weniger Rauchen würde nicht nur mir als Passivraucher, sondern auch ihm gut tun.

vergelesen

"Wahlschlampe"

statt

"Wahlschlappe"

Traumsplitter

Ich gehe eine breit angelegte, öffentliche, nicht sehr steile Treppe hinunter, und während ich gehe, kommt mir blitzartig eine Erkenntnis, die mir wie eine Offenbarung erscheint. Plötzlich weiß ich nämlich, daß das Baby, welches ich in meinem Bauch trage, lebendig ist, wobei die volle Bedeutung des Begriffes "lebendig" mir jetzt erst wirklich bewußt wird. Es umfaßt mehr als einfach nur am Leben zu sein, sondern auch, daß das Baby alles um mich herum bewußt wahrnehmen, sehen, hören und fühlen kann, ganz genauso wie ich. Wer hätte das gedacht.

Samstag, 26. März 2011

Traumsplitter

Ein Flieger ans Meer steht für mich bereit. Kein großer, nur ein kleiner exclusiver für vielleicht dreißig Leute. Innen ist er mit rotem Teppich und dunklem Holz ausgestattet, die Sitze wie in einem Veranstaltungsraum in verschiedene Richtungen zeigend.
Hochzeitsvorbereitungen. Jemand zeigt mir sehr häßliche braune Pumps, die jedoch extrem weich gepolstert und deren Absätze abgebrochen sind. Er meint, ich sollte sie bei meiner Hochzeit tragen, da sie ein Symbol dafür seien, daß ich auch nach der Heirat frei sei, überall hin zu gehen und bequeme Schuhe zu tragen. Aber sie gefallen mir nicht.
Ein kleiner verspielter Bär, mit dem ich herumtolle.

Hm,

die Besucher meines Vogelhäuschens scheinen der Meinung zu sein, daß ein Meisenknödel nicht in das Häuschen, sondern auf das Dach des Häuschens gehört. Jedenfalls liegt er jetzt dort. Klar - das Wetter ist schön, da möchte man beim Futtern wahrscheinlich die Aussicht genießen. Das gibt für den säumigen Vogelhotelservice mindestens einen Stern Abzug.

Freitag, 25. März 2011

vergelesen

"ich stricke gerade ein Gedicht"

statt

"ich schicke gerade ein Gedicht"

Der Kassierer

im Supermarkt wollte von mir wissen, was man mit Bio-Ahornsirup anstellt, von dem ich gleich mehrere Flaschen im Korb hatte, da es den nie im Sortiment, sondern immer nur bei halbjährigen Aktionen gibt. Na zum Beispiel auf Eierkuchen essen. (Eierkuchen sind in Berlin das, was woanders Pfannkuchen oder Plinsen sind, während Pfannkuchen in Berlin das sind, was woanders Berliner oder Krapfen sind.) Von zu Hause kenne ich Eierkuchen eigentlich mit Konfitüre oder Apfelmus. Und ich bin auch nicht unbedingt ein Fan der amerikanischen Küche, falls man die überhaupt so nennen kann. Aber an Ahornsirup bin ich kleben geblieben, Ich esse nichts anderes mehr zu Eierkuchen und auch allgemein zum Süßen, wie zum Beispiel den Tee, mag ich Ahornsirup lieber als Honig, weil Honig immer so einen traubig-süßen Nebengeschmack hinterläßt, denn ich noch nie besonders mochte.

Donnerstag, 24. März 2011

Höfischer Winter

Höfischer Winter
...

Über den Dächern

...
Kathedrale 1

Codec 4CC iv50 - Lösung

Habe heute ein altes Computerspiel hervorkramt, aber wie üblich bei veralteten Spielen ist nichts mit einfach ein- und loslegen. Die Videosequenzen wurden nicht abgespielt. Das Programm GSpot erklärte mir, daß der Codec 4CC iv50 nicht installiert ist. Also machte ich mich auf die mühselige Suche danach, denn es scheint kaum möglich zu sein, diesen Codec irgendwo zu finden, bzw. wird an kostenpflichtige Seiten verwiesen, die nicht mehr existieren. Doch schließlich in einem Forum fand ich eine andere, verblüffend einfache Lösung, jedoch etwas schwierig und auf Spanisch erklärt, deshalb hier noch einmal für alle Suchenden deutsch und einfach:

- Eingabekonsole (cmd.exe) als Administrator ausführen (funktioniert nur so)

- "regsvr32 ir50_32.dll" eingeben (natürlich ohne Anführungszeichen)

- Enter

Fertig und läuft. Schade, daß man sich für sowas oder überhaupt für alte Spiele immer erst dumm und dämlich suchen muß.

Irgendwo

habe ich gelesen, gegen Zukunftsängste solle ich mir täglich die Affirmation: "Meine positive Zukunft ist sicher." aufsagen.
Komischerweise muß ich bei diesem Satz immer auch an "Die Renten sind sicher." oder "Die Atomenergie ist sicher." denken. Keine gute Idee.

Mittwoch, 23. März 2011

Und morgen,

äh heute, wieder fest in den Händen der Ärzte - stechen, scannen, wiegen, messen, dopen und betäuben.

Dienstag, 22. März 2011

Could it be magic



Ich mag die Jungs, wenn sie so naß sind. Bei Depeche Mode könnte es auch mal regnen...

Try walking in my shoes

Testdesaster

Da hab ich irgendwo so einen Psycho-Test gesehen "Welcher Mann passt zu mir?" und dachte mir 'Ok, mal schauen was man mir vorschlägt..', und was bekomme ich:

Leider erlaubt es unser System nicht, mehr als einen Mischtypen zu definieren. Klicken Sie sich durch die anderen Typen und schauen Sie, welche Ergebnisse Ihnen am "vertrautesten" erscheinen.

Wußt ich's doch - das System gesprengt, weil es den noch nicht gibt.

Sonntag, 20. März 2011

Hund, Ratte, Enten in Hosen

In meinem Bezirk ist es mit den Jahren immer belebter geworden. In der Mitte befindet sich ein großer Park mit Sportplätzen, vielen Ecken und Winkeln, sowie sogar einem Flugplatz. Zuerst bewege ich mich seltsamerweise mit einem Schlitten über die Wege, obwohl sommerliches Wetter ist. Neben dem Schlitten her läuft stets ein kleiner Hund, mein neues Haustier. Er heißt "mein treuer Hund", denn genauso nenne ich ihn, ist still, liebenswert und immer an meiner Seite. Wir durchqueren einen Sportplatz, auf dem die Senioren eines Altersheims äußerst mobil ein Ballspiel spielen, so daß ein Durchkommen schwierig ist, doch schließlich wird mir Platz gemacht. Dann liege ich mehr als daß ich sitze auf einer winkligen Parkbank und betrachte krabbelnde Käfer auf dem Erdboden. Hinter mir höre ich sich zwei Männer unterhalten. Sie reden so laut, daß ich sofort mitbekomme, es geht um mich. Einer erklärt dem anderen, wie Frauen es anstellen, die Männer auf sich aufmerksam zu machen. Dabei benennt er meine "grünen Kulleraugen" und die runde Hüfte, die sich in der Seitenlage besonders hervorhebt, was angeblich Absicht sein soll. Ich fühle mich unwohl, denn ich liege hier halb auf der Bank, weil ich nicht mehr laufen konnte und an einer Wand zusammengebrochen bin. Ich war mit einer dunkelhaarigen Frau zusammen, die an die Exfreundin meines Bruders erinnert. Sie hat mich hier auf die Bank gebracht und ist kurz weggegangen. Ich habe ganz andere Probleme als Männer anzulocken und sogar mit den Augen die ganze Zeit auf den Boden geschaut. Aber in einem kleinen Moment muß der Mann trotzdem etwas von ihnen gesehen haben. Doch das ist noch immer kein Grund, mir irgendetwas zu unterstellen. Endlich kommt meine Begleiterin wieder und ich fühle mich jetzt sicher, erleichtert erzähle ihr, was ich gehört habe. Wir gehen weiter, fast scheint es, als seien wir ein Liebespaar, jedenfalls fühle ich mich gut mit ihr und an einem gußeisernen Tor, komplimentiert uns ein schwarz-weißer Heinz Rühmann mit Hut und Trenchcoat durch das Tor hindurch mit einer Bemerkung über Romanzen. An einem großen Parkgehege für Ratten, von Wasser umgeben, beuge ich mich neugierig über den nur halbhohen Zaun, viel zu weit hinüber, so daß ich mit der Wange schon fast das Wasser berühre, als ich plötzlich etwas spüre. Eine Ratte, die sich unter Wasser aufhielt, hat mich gerade geküßt! Als ich verwirrt nach dieser Ratte suche, sind es plötzlich Watschelvögel (Enten?) in kurzen Hosen, die davonmarschieren. Schließlich erreiche ich meine Mutter, die gerade sehr konzentriert und ernsthaft eine Veranstaltung vorbereitet. Es wird eine zweite Trauerfeier für meinen Vater. Warum die nach über einem Jahr noch einmal stattfinden soll, ist mir unklar. Ersichtlich wird jedoch, daß es sich um eine äußerst wichtige und bedeutende Veranstaltung handelt. Die eigentliche Bedeutung bleibt mir verborgen, was wohl auch so sein soll. Ich folge der Trauerfeier relativ ungerührt, da ich ja schon getrauert habe, als mir eine Botschaft meines Vaters übermittelt wird. Diese Botschaft ist anscheinend die geheime Bedeutung der Veranstaltung und irgendeine Art von Einweihung. Sie lautet: "Du bist schön, schön wie eine Lemone." und dies in einem Singsang, der mich an eine ähnliche Zeile aus einem Lied erinnert (welches ich jedoch nicht benennen kann). Ich kann die Botschaft zwar nicht deuten, bin aber gerührt.

Noch ein arte-Film

Die Wolke Tschernobyl:

Albtraum Atommüll (arte-Film)

und eine verheimlichte Atommüllexplosion:

Welcome to the Pleasuredome!

Knut ist an gebrochenem Herzen gestorben, meine Mutter kauft Babynahrung für mich, der Nachbar will seine Pakete nicht, Japan strahlt mit dem Mond um die Wette, allein der eingelagerte Atommüll der Erde würde ausreichen, um aus ihr den hellsten Stern von allen zu machen, niemand fordert mehr Atomkraftwerke für Gaddafi wie noch in 2007, die Welt steht Kopf und ich immer noch mitten drin.