Heute beim Abschleifen des Balkontisches hatte ich einen zutraulichen Zuschauer. Ein kleines Wespchen war sichtlich fasziniert. Erst dachte ich, es wäre eine Biene, da sie so klein war und auch nicht wie eine normale Wespe aussah. Außerdem war sie nicht aus der Ruhe zu bringen, aber von der Kopfform her muß es wohl doch eine Wespe gewesen sein. Vielleicht eine Babywespe oder unaggressivere Art. Ich habe ja vermutlich bereits seit Jahren nistende Wespen auf meinem Balkon, denn es ist von Frühjahr bis zum Sommer hindurch jeden Tag ein geheimes Summen und Knuspern zu hören. Doch anscheinend sind es Einzelgänger, denn zu sehen ist von ihnen selten etwas und ich bin noch nie irgendwie belästigt worden. Da sind die Kreuzspinnen frecher. Jedenfalls saß die Wespe erst sehr interessiert wie ein Hase auf dem kleinen Holzzaun, dann summte sie sanft über der Tischplatte herum, als wolle sie sich das mal aus der Nähe beschauen und schließlich war sie nicht mehr von der Schleifmaschine herunter zu kriegen. Erst als ich sie auf ein Blatt streifte, ließ sie Schleifmaschine freiwillig wieder los. Ich kann mir nicht helfen, aber unwillkürlich erinnerte mich das Verhalten doch stark an das von meiner früheren Katze. Und niedlich war sie irgendwie auch.

Die Mission der engen Raumkapsel geht doch nicht in den Weltraum, sondern im Eiltempo unter die Erde, wie ich feststellen muß. In der Raumkapsel, in der ich mit zwei anderen Personen sitze, gibt es leider kein Licht, so daß nur noch Schwarz mich umgibt. Bei dem Gedanken, daß die Massen schwarzer Erde über unserem Fahrttunnel einstürzen könnten, wird mir ziemlich mulmig zumute.
Auf einer Wiese liegend lassen sich gleich neben mir zwei wirklich dicke, mächtige Hauskatzen nieder. Dabei legt sich eine auf die andere, so daß ich erst denke, sie beginnen ein Liebesspiel, aber nein, sie kuscheln nur ganz friedlich. Wie die verkuschelten Katzen so ineinander verschlungen daliegen, beide weiß mit einigen grauen Flecken, könnte man meinen, sie sind unzertrennlich. Aus den Katzen werden zwei andere Tiere und schließlich fällt mir ein, daß ich ja gerade auch erst zwei aufeinandersitzende weiße Schmetterlinge gesehen habe. Seltsam, denke ich, daß ich Tiere nur noch als kuschelnde Pärchen sehe.
mit mir selbst, bzw. meinen Organen führte ich gerade. Letztens fand ich stark verbilligt ein Kartenset "Engel weisen Wege zur Heilung" von Alexa Kriele, mit welchem man mit seinen Organen, bzw. Organvertretern kommunizieren kann.
Zu Beginn dachte ich noch, mir gehe es zu gut, denn der Koordinator aller Organsysteme bemerkte, daß er dankbar sei, ebenso wie meine Schilddrüse, wofür auch immer. Mein Immunsystem samt Thymusdrüse fühlt sich wunderbar (Vielleicht etwas zu wunderbar in Anbetracht einiger Allergien? Eventuell ist der Organvertreter des Immunsystems ja so ein kleiner größenwahnsinniger Tyrann?), meine Haut hervorragend, und meine Hirnanhangsdrüse stark, ebenso wie mein Blut und meine Leber, welche sich mehr Vertrauen wünscht und daß ich nicht aufgebe. Mein Herz fühlt sich mächtig, wünscht sich aber etwas mehr Spontanität. Meine Gelenke fühlen sich umsorgt, wünschen sich nichtsdestotrotz Bewegung. Insgesamt fordert mich die Mehrzahl der Organe auf, Sorgen und/oder Wut loszulassen und nicht zurückzublicken. Und dann kommts: Dem Herrn Dünndarm ist unwohl und Frau Bauchspeicheldrüse müde, jawohl, ebenso wie meine Knochen (Stimmt, die Müdigkeit sitzt in den Knochen.), welche Hilfsbereitschaft vermissen(Von mir?) und möchten, daß ich mich an etwas Schönem freue. Auch meine Nieren fühlen sich unwohl und mein Magen ist einsam (Was kann man dagegen tun? Ein zweiter Magen?). Die Lymphe und Zirbeldrüse dagegen sind traurig, die Lunge fühlt sich bedrängt und mein endokrines System ungeliebt (Ok, ich gebe zu, daß ich nicht gerade das beste Verhältnis zu meinen Hormonen habe). Leider gibt es keine Karte für die Bandscheiben, doch ihre Befindlichkeit hat mich ebenfalls interessiert, weshalb ich sie trotzdem befragte. Sie fühlen sich unwohl (Ja, das merke ich, denn wenn sie sich unwohl fühlen, geht es mir genauso.), wünschen sich von mir, daß ich zuversichtlicher bin und einen Traum verwirkliche. Welchen Traum sie meinen, haben sie nicht verraten. Immerhin fühlt sich keines der Organe in Not oder im Stich gelassen. Das hätte mich schon stark gewundert bei allem, was ich gerade tue....
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Kuechengoetter.de finde ich wirklich genial. Man kann nicht nur die Zutaten eingeben, die man gerade zu Hause hat, sondern zusätzlich Schwierigkeitsgrad, Zubereitungszeit bis hin zu Kalorien und vieles mehr. Und man bekommt garantiert immer ein paar brauchbare Rezepte. Auch viele recht einfache für Kochmuffel wie mich sind darunter. Allerdings stelle ich bei Schwierigkeitsgrad immer 'einfach' und bei Zubereitungszeit 'bis 30 min' ein.
Eine Karte mit Genesungswünschen von meinen Kollegen und gleich drei Briefe von Firmen, die mir Kredite andrehen wollen. Was sagt mir das?
Eigentlich bin ich ja nicht der begeisterte Heimwerker. Ich tue nur das, was ich tun muß, kann aber nichtsdestotrotz mit Schlagbohrer und Stichsäge umgehen, und habe bereits jede Menge Möbel zusammengebaut, nicht nur die vom schwedischen Möbelhaus. Nachdem ich nun mehrere Jahre lang vergeblich nach einem passenden Beistellregal gesucht habe, dachte ich mir, es kann ja nicht so schwer sein, eines selbst zu bauen. Das Problem ist einfach, daß die meisten Möbel anscheinend für Lofts gebaut sind, in meiner Miniwohnung, die dazu noch einen seltsamen Schnitt hat, aber jeder Zentimeter zählt. Im Wohnzimmer habe ich die Tür mitten im Zimmer und dazu noch schräg, so daß sich der Winkel zum Öffnen verringert. Außerdem haben die Leute von Kabel Deutschland die Kabeldose direkt hinter der Tür montiert, statt wie vorher die alte Dose gut verstreckt in der Ecke unterm Fenster. Das hört sich zwar ok an, führt aber dazu, daß bei mir, sobald die Tür geschlossen ist, die gesamte Kabelage mitten im Zimmer "prangt" und einen "schönen" Blickfang abgibt. Ich suchte also ein Art niedriges Regal zum Tarnen, welches wegen der Tür nicht tiefer als 20 cm ist (wobei 20 cm schon fast zuviel sind, aber bei den Holzbrettern zum Selberbauen gab es keine schmaleren), so gebaut, daß sich eine Öffnung für die Scheuerleiste heraussägen läßt, und außerdem mit den Maßen so, daß es mit Dose und Steckdose paßt. Im Westen gibt es doch nicht alles, wie ich wieder einmal feststellen konnte, in Erinnerung an den berühmten Spruch aus meinen DDR-Zeiten. Und irgendwann ist immer das erste Mal. Bisher hatte ich nur ein Vogelhäuschen im Werkunterricht der dritten oder vierten Klasse zusammengebaut und den Vögeln ist es ja relativ egal, ob ihr Haus krumm und schief ist. Aber ich habe es hinbekommen und für das erste Mal nicht gerade schlecht, obwohl man bei genauerem Hinschauen sieht, daß da und dort 1-2 mm zu viel oder zu wenig sind, zumal ich mit der Stichsäge die Kanten nicht wirklich exakt gerade sägen kann und auch kein passionierter Schleifer bin. Für die Körbchen mußte ich im übrigen durch die halbe Stadt fahren, da es die letzten in Berlin sind und Nachschub nicht geplant. Es sind aber die einzigen, die von der Tiefe und zu fünft von der Breite her passen. Und mittendrin beim Werkeln kamen mir einige Erleuchtungen. Zum Beispiel hatte ich mir ein Set mit Holzdübeln gekauft, in welchem der passende Holzbohrer, ein Ring zum Befestigen am Bohrer für die richtige Tiefe und so komische Kupferdinger mit Spitze drinne waren. Ich habe mich die ganze Zeit gewundert, wofür die gut sein sollen und bin selbst durch die Anleitungsbilder auf der Rückseite nicht schlauer geworden. Erst als das Regal fast fertig war und nur die Deckplatte noch fehlte, ging mir das fehlende Licht auf. Man kann die in die Dübellöcher auf einer Seite stecken und bekommt so genau an der richtigen Stelle auf dem Holz der anderen Seite eine Markierung zum Bohren. Und ich Dussel hatte die alle per Hand ausgemessen! Überhaupt finde ich, daß für ganz Dumme so ein paar Bildchen eben nicht reichen. Schließlich funktioniert das mit der Evolution auch nicht von heute auf morgen, und manche Evolution vollzieht sich in einem sehr individuellen Tempo. Aber ich denke, wenn mein Werklehrer Heckmeck (Heckmeck deshalb, weil es sich auf seinen Nachnamen reimte und er außerdem einen Heckmeckbart hatte) von meiner erfolgreichen Aktion wüßte, würde er sich vor Freude im Grab umdrehen, weil sein Leben doch nicht umsonst gewesen ist.
Das Regal mit Kabeldose dahinter

Der neue Ford jetzt mit EgoBoost...
Dabei ist es doch ein EcoBoost.
Und ganz nebenbei fiel mir auf, daß Leben rückwärts gelesen Nebel ist.
Mit langen nassen Haaren warte ich vor dem Büro einer Frau. Mir wird von anderen, die ebenfalls dort mit nassen Haaren warten, gesagt, daß sie wunderbar Perücken schneiden kann. Das ist ja schön, daß sie Perücken schneiden kann, allerdings erhoffe ich mir auch für meine ECHTEN Haare einen guten Schnitt.
An einer Art künstlichen Meeresbucht, vielleicht in einem Wellnesscenter, sehe ich meinen letzten Physiotherapeuten an einer Sprossenwand künstlerisch turnen. Ich bin beeindruckt, zumal die Sprossenwand ja normalerweise kein richtiges Turngerät ist.
Während ich durch dunkles Unterholz oder Gebüsch schleiche, unter mir schwarze feuchte Erde, rufen mir aus einiger Entfernung Leute zu, daß ich in die richtige Richtung gehe und nur noch ein wenig weiter vorwärts müßte. So dirigieren sie mich, jedoch schwingt ein Unterton bei ihnen mit, der in mir das Gefühl weckt, daß sie irgendeinen Streich aushecken. Deshalb untersuche ich den Boden genauer und stelle fest, daß nur einige Schritte vor mir - dort, wo ich hinlaufen sollte - ein merkwürdiges Ding liegt. Es ist ebenfalls schwarz, deshalb auf der Erde nicht gut wahrzunehmen, und sieht aus wie die dornenbesetzte Kugel eines Morgensterns, einer mittelalterlichen Waffe. Sofort schwant mir, daß dies nur eine Bombe, bzw. Granate, sein kann. Wahrscheinlich wollten die anderen an mir mal testen, ob sie noch hoch geht. Nur einen Schritt davon entfernt, mache ich mich seitlich eilig aus dem Staub, ab und zu einen Blick zurück werfend. Als ich bereits mehrere Meter entfernt bin, sind einige sprühende, leuchtende Funken am Boden des Sprengsatzes auszumachen. Jetzt dauert es sicher nicht mehr lange, bis sie in die Luft geht. Ich werfe mich auf den Boden und versuche robbend, sowie fast blind, da ich nicht mehr ausmachen kann, wo ich mich befinde, so viel Abstand wie möglich zwischen mir und der Bombe zu gewinnen.
"staube und verdaue"
statt
"glaube und vertraue"
Beim Stauben bin ich gerade...
Eigentlich, so fiel mir heute ein, würde ich gerne einmal fremdgehen. Zum einen, weil das eine der Sachen ist, die ich noch nie in meinem Leben getan habe (so wie bis vor einigen Wochen das Hummeressen) und zum anderen, um zu testen, ob man, wenn man sich in selbstgemachte chaotische Zustände stürzt, von anderen, teils schwerer zu kontrollierenden Chaosgewalten verschont bleibt. Frei nach dem Motto - navigiere dich lieber gleich selbst in aufreibende Situationen hinein als zu warten, daß es das Schicksal für dich erledigt, wenn du an der Reihe bist. Schließlich ist mein Großvater mit seiner Jugendfreundin, welche ihn nicht heiraten wollte, weil er keine gute Partie war und deshalb einen anderen ehelichte, Zeit seiner Ehe fremdgegangen und damit bei vortrefflicher Gesundheit 96 Jahre alt geworden. Nur in der Mitte des Lebens hatte er etwas Probleme mit Angina pectoris, weshalb er aufhörte zu rauchen und Eisbein zu essen. Ich glaube, das Leben liebt Menschen, die sich unbekümmert überall hineinstürzen. Denn da muß es nicht mehr viel nachhelfen.
Stelle gerade fest, daß die Suchanfragen, mit denen man auf mein Blog gelangt, bezüglich Sonnenstürme in Verbindung mit Funkuhren, gerade ungeahnte Häufigkeitsspitzen erreichen. Scheint also tatsächlich nicht nur mir so zu gehen, würde ich zumindest mal als Indiz entsprechend werten.
Ch., die verstorbene Freundin meiner Mutter, fährt mit mir im Auto durch einen Wald, wobei sie immer mehr an Geschwindigkeit zulegt, bis die Fahrt einer rasanten Achterbahnfahrt gleicht. Die Bäume stehen dicht an dicht, vor mir ein Wald von Baumstämmen, die im Scheinwerferlicht des Wagens in der Dunkelheit gespenstische Farben annehmen. Rein logisch hätten wir bereits längst gegen einen dieser Stämme gerast sein müssen, mir ist unbegreiflich, daß dies noch nicht geschehen ist, da zwischen den Bäumen eigentlich gar kein Platz für den Wagen ist. Jedoch rechne ich jede Sekunde damit, weshalb ich mein Gesicht mit den Händen bedecke und es angstvoll von der Windschutzscheibe abwende. Doch die Fahrt geht weiter und nichts geschieht. Vielleicht, so denke ich, sind die Bäume und der Wald nur ein Hologramm, eine Projektion, die keine materielle Substanz hat und deshalb auch kein Hindernis darstellt, gegen das man prallen kann.